Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Virāṭaparva

Kapitel 4: Pāṇḍavapraveśaparva (4) Dhaumyas Lehre vom Leben am Königshof

Yudhiṣṭhira ordnet die letzten organisatorischen Angelegenheiten (Priester und Personal nach Pāñcāla bzw. Dvārakā, Tarnung der Abreise) und schließt damit seine seit Kap.3 laufende Rede ab. Dhaumya hält daraufhin eine lange, sprichwortartige Lehrrede über das rechte Verhalten am Königshof (rājavasatiḥ) - Zurückhaltung, Wachsamkeit, Meiden von Übermut und Vertraulichkeit, Loyalität, Anpassung an die Wünsche des Herrschers -, die Yudhiṣṭhira dankbar als der Weisheit seiner Mutter Kuntī und Viduras ebenbürtig würdigt. Vaiśampāyana berichtet den abschließenden Abreiseritus: Dhaumya vollzieht die vorgeschriebenen Feueropfer, und die sechs (die fünf Pāṇḍavas und Draupadī) brechen, Yājñasenī vorausgehend, auf.

yudhiṣṭhira uvāca karmāṇy uktāni yuṣmābhir yāni tāni kariṣyatha mama cāpi yathābuddhi rucitāni viniścayāt

Die Dienste, die ihr genannt habt, diese werdet ihr verrichten; auch mir gefallen sie, gemäß meinem eigenen Urteil, nach reiflicher Erwägung.

Wort für Wort
yudhiṣṭhira uvāca karmāṇy uktāni yuṣmābhir yāni tāni kariṣyatha mama cāpi yathābuddhi rucitāni viniścayāt
Die Dienste, die ihr genannt habt, diese werdet ihr verrichten; auch mir gefallen sie, gemäß meinem eigenen Urteil, nach reiflicher Erwägung.

purohito 'yam asmākam agnihotrāṇi rakṣatu sūdapaurogavaiḥ sārdhaṃ drupadasya niveśane

Unser Hauspriester möge die Feueropfer hüten, zusammen mit den Köchen und dem Küchenpersonal, im Hause Drupadas.

Wort für Wort
purohito 'yam asmākam agnihotrāṇi rakṣatu sūdapaurogavaiḥ sārdhaṃ drupadasya niveśane
Unser Hauspriester möge die Feueropfer hüten, zusammen mit den Köchen und dem Küchenpersonal, im Hause Drupadas.

indrasenamukhāś ceme rathān ādāya kevalān yāntu dvāravatīṃ śīghram iti me vartate matiḥ

Und diese, angeführt von Indrasena, sollen mit den leeren Wagen rasch nach Dvāravatī ziehen - so ist meine Absicht.

Wort für Wort
indrasenamukhāś ceme rathān ādāya kevalān yāntu dvāravatīṃ śīghram iti me vartate matiḥ
Und diese, angeführt von Indrasena, sollen mit den leeren Wagen rasch nach Dvāravatī ziehen - so ist meine Absicht.

imāś ca nāryo draupadyāḥ sarvaśaḥ paricārikāḥ pāñcālān eva gacchantu sūdapaurogavaiḥ saha

Und diese Frauen, allesamt Dienerinnen Draupadīs, sollen zu den Pāñcālas ziehen, zusammen mit den Köchen und dem Küchenpersonal.

Wort für Wort
imāś ca nāryo draupadyāḥ sarvaśaḥ paricārikāḥ pāñcālān eva gacchantu sūdapaurogavaiḥ saha
Und diese Frauen, allesamt Dienerinnen Draupadīs, sollen zu den Pāñcālas ziehen, zusammen mit den Köchen und dem Küchenpersonal.

sarvair api ca vaktavyaṃ na prajñāyanta pāṇḍavāḥ gatā hy asmān apākīrya sarve dvaitavanād iti

Und alle sollen sagen, die Pāṇḍavas seien nicht mehr aufzufinden; sie hätten uns alle zurückgelassen und seien aus Dvaitavana fortgegangen.‘

Wort für Wort
sarvair api ca vaktavyaṃ na prajñāyanta pāṇḍavāḥ gatā hy asmān apākīrya sarve dvaitavanād iti
Und alle sollen sagen, die Pāṇḍavas seien nicht mehr aufzufinden; sie hätten uns alle zurückgelassen und seien aus Dvaitavana fortgegangen.‘

Damit endet die seit Kap.3 V.019 durchlaufend offene Rede Yudhiṣṭhiras.

dhaumya uvāca vidite cāpi vaktavyaṃ suhṛdbhir anurāgataḥ ato 'ham api vakṣyāmi hetumātraṃ nibodhata

‚Auch wenn es bereits bekannt ist, muss es von wohlgesinnten Freunden ausgesprochen werden; deshalb werde ich es ebenfalls sagen - vernehmt nur den Grund.

Wort für Wort
dhaumya uvāca vidite cāpi vaktavyaṃ suhṛdbhir anurāgataḥ ato 'ham api vakṣyāmi hetumātraṃ nibodhata
‚Auch wenn es bereits bekannt ist, muss es von wohlgesinnten Freunden ausgesprochen werden; deshalb werde ich es ebenfalls sagen - vernehmt nur den Grund.

hantemāṃ rājavasatiṃ rājaputrā bravīmi vaḥ yathā rājakulaṃ prāpya caran preṣyo na riṣyati

Wohlan, dieses Wissen vom Leben am Königshof will ich euch, Königssöhne, mitteilen, wie ein Diener, der an den Königshof gelangt ist, dort wandelnd keinen Schaden nimmt.

Wort für Wort
hantemāṃ rājavasatiṃ rājaputrā bravīmi vaḥ yathā rājakulaṃ prāpya caran preṣyo na riṣyati
Wohlan, dieses Wissen vom Leben am Königshof will ich euch, Königssöhne, mitteilen, wie ein Diener, der an den Königshof gelangt ist, dort wandelnd keinen Schaden nimmt.

durvasaṃ tv eva kauravyā jānatā rājaveśmani amānitaiḥ sumānārhā ajñātaiḥ parivatsaram

Denn schwer zu ertragen ist, ihr Kauravyas, das Wohnen im Königspalast für den, der weiß, dass er, obwohl der Ehre würdig, von den Unwissenden ein ganzes Jahr lang ungeehrt bleiben wird.

Wort für Wort
durvasaṃ tv eva kauravyā jānatā rājaveśmani amānitaiḥ sumānārhā ajñātaiḥ parivatsaram
Denn schwer zu ertragen ist, ihr Kauravyas, das Wohnen im Königspalast für den, der weiß, dass er, obwohl der Ehre würdig, von den Unwissenden ein ganzes Jahr lang ungeehrt bleiben wird.

diṣṭadvāro labhed dvāraṃ na ca rājasu viśvaset tad evāsanam anvicched yatra nābhiṣajet paraḥ

Nur durch die zugewiesene Tür trete man ein, und man vertraue Königen nicht blind; man suche sich nur einen solchen Sitzplatz, wo einen kein anderer verdrängen kann.

Wort für Wort
diṣṭadvāro labhed dvāraṃ na ca rājasu viśvaset tad evāsanam anvicched yatra nābhiṣajet paraḥ
Nur durch die zugewiesene Tür trete man ein, und man vertraue Königen nicht blind; man suche sich nur einen solchen Sitzplatz, wo einen kein anderer verdrängen kann.

nāsya yānaṃ na paryaṅkaṃ na pīṭhaṃ na gajaṃ ratham ārohet saṃmato 'smīti sa rājavasatiṃ vaset

Weder sein Fahrzeug noch sein Ruhebett, weder seinen Sessel noch seinen Elefanten oder Wagen besteige man in der Meinung, man sei geehrt - so lebe man am Königshof.

Wort für Wort
nāsya yānaṃ na paryaṅkaṃ na pīṭhaṃ na gajaṃ ratham ārohet saṃmato 'smīti sa rājavasatiṃ vaset
Weder sein Fahrzeug noch sein Ruhebett, weder seinen Sessel noch seinen Elefanten oder Wagen besteige man in der Meinung, man sei geehrt - so lebe man am Königshof.

Der mit 'iti' markierte Gedanke ('ich bin geehrt') wird hier als indirekte Rede wiedergegeben, um innerhalb von Dhaumyas bereits einfach angeführter Rede keine dritte Zitatebene zu eröffnen.

atha yatrainam āsīnaṃ śaṅkeran duṣṭacāriṇaḥ na tatropaviśej jātu sa rājavasatiṃ vaset

Wo man vermuten könnte, dass Übelgesinnte bei ihm sitzen, dort setze man sich niemals hinzu - so lebe man am Königshof.

Wort für Wort
atha yatrainam āsīnaṃ śaṅkeran duṣṭacāriṇaḥ na tatropaviśej jātu sa rājavasatiṃ vaset
Wo man vermuten könnte, dass Übelgesinnte bei ihm sitzen, dort setze man sich niemals hinzu - so lebe man am Königshof.

na cānuśiṣyed rājānam apṛcchantaṃ kadā cana tūṣṇīṃ tv enam upāsīta kāle samabhipūjayan

Man belehre den König niemals, wenn er nicht danach fragt; schweigend warte man ihm auf und erweise ihm zur rechten Zeit Verehrung.

Wort für Wort
na cānuśiṣyed rājānam apṛcchantaṃ kadā cana tūṣṇīṃ tv enam upāsīta kāle samabhipūjayan
Man belehre den König niemals, wenn er nicht danach fragt; schweigend warte man ihm auf und erweise ihm zur rechten Zeit Verehrung.

asūyanti hi rājāno janān anṛtavādinaḥ tathaiva cāvamanyante mantriṇaṃ vādinaṃ mṛṣā

Denn Könige grollen Leuten, die Unwahres reden; ebenso verachten sie einen Ratgeber, der lügenhaft redet.

Wort für Wort
asūyanti hi rājāno janān anṛtavādinaḥ tathaiva cāvamanyante mantriṇaṃ vādinaṃ mṛṣā
Denn Könige grollen Leuten, die Unwahres reden; ebenso verachten sie einen Ratgeber, der lügenhaft redet.

naiṣāṃ dāreṣu kurvīta maitrīṃ prājñaḥ kathaṃ cana antaḥpuracarā ye ca dveṣṭi yānahitāś ca ye

Mit deren Frauen schließe der Kluge niemals Freundschaft, ebensowenig mit denen, die im Frauengemach verkehren, noch mit solchen, die er hasst, oder die ihm feindlich gesinnt sind.

Wort für Wort
naiṣāṃ dāreṣu kurvīta maitrīṃ prājñaḥ kathaṃ cana antaḥpuracarā ye ca dveṣṭi yānahitāś ca ye
Mit deren Frauen schließe der Kluge niemals Freundschaft, ebensowenig mit denen, die im Frauengemach verkehren, noch mit solchen, die er hasst, oder die ihm feindlich gesinnt sind.

vidite cāsya kurvīta kāryāṇi sulaghūny api evaṃ vicarato rājño na kṣatir jāyate kva cit

Auch geringfügige Angelegenheiten führe man nur mit seinem Wissen aus; wer so bei einem König verkehrt, dem entsteht nirgends Schaden.

Wort für Wort
vidite cāsya kurvīta kāryāṇi sulaghūny api evaṃ vicarato rājño na kṣatir jāyate kva cit
Auch geringfügige Angelegenheiten führe man nur mit seinem Wissen aus; wer so bei einem König verkehrt, dem entsteht nirgends Schaden.

yatnāc copacared enam agnivad devavac ca ha anṛtenopacīrṇo hi hiṃsyād enam asaṃśayam

Mit Sorgfalt diene man ihm, wie dem Feuer, wie einer Gottheit; denn wer ihm mit Unwahrheit dient, den wird er zweifellos vernichten.

Wort für Wort
yatnāc copacared enam agnivad devavac ca ha anṛtenopacīrṇo hi hiṃsyād enam asaṃśayam
Mit Sorgfalt diene man ihm, wie dem Feuer, wie einer Gottheit; denn wer ihm mit Unwahrheit dient, den wird er zweifellos vernichten.

yac ca bhartānuyuñjīta tad evābhyanuvartayet pramādam avahelāṃ ca kopaṃ ca parivarjayet

Was auch der Herr aufträgt, dem folge man genau; Nachlässigkeit, Geringschätzung und Zorn vermeide man.

Wort für Wort
yac ca bhartānuyuñjīta tad evābhyanuvartayet pramādam avahelāṃ ca kopaṃ ca parivarjayet
Was auch der Herr aufträgt, dem folge man genau; Nachlässigkeit, Geringschätzung und Zorn vermeide man.

samarthanāsu sarvāsu hitaṃ ca priyam eva ca saṃvarṇayet tad evāsya priyād api hitaṃ vadet

Bei allen Zustimmungen preise man das Zuträgliche und zugleich das Angenehme; man spreche zu ihm, was ihm zuträglich ist, selbst wenn es dem Angenehmen vorzuziehen ist.

Wort für Wort
samarthanāsu sarvāsu hitaṃ ca priyam eva ca saṃvarṇayet tad evāsya priyād api hitaṃ vadet
Bei allen Zustimmungen preise man das Zuträgliche und zugleich das Angenehme; man spreche zu ihm, was ihm zuträglich ist, selbst wenn es dem Angenehmen vorzuziehen ist.

anukūlo bhavec cāsya sarvārtheṣu kathāsu ca apriyaṃ cāhitaṃ yat syāt tad asmai nānuvarṇayet

Man sei ihm zugetan in allen Angelegenheiten und Gesprächen; was unangenehm und unzuträglich wäre, das schildere man ihm nicht.

Wort für Wort
anukūlo bhavec cāsya sarvārtheṣu kathāsu ca apriyaṃ cāhitaṃ yat syāt tad asmai nānuvarṇayet
Man sei ihm zugetan in allen Angelegenheiten und Gesprächen; was unangenehm und unzuträglich wäre, das schildere man ihm nicht.

nāham asya priyo 'smīti matvā seveta paṇḍitaḥ apramattaś ca yattaś ca hitaṃ kuryāt priyaṃ ca yat

In der Meinung, er sei ihm nicht lieb, diene der Kluge dennoch; unachtsam und bemüht zugleich tue er, was zuträglich und angenehm ist.

Wort für Wort
nāham asya priyo 'smīti matvā seveta paṇḍitaḥ apramattaś ca yattaś ca hitaṃ kuryāt priyaṃ ca yat
In der Meinung, er sei ihm nicht lieb, diene der Kluge dennoch; unachtsam und bemüht zugleich tue er, was zuträglich und angenehm ist.

Der mit 'iti' markierte Gedanke ('ich bin ihm nicht lieb') wird hier als indirekte Rede wiedergegeben, um innerhalb von Dhaumyas bereits einfach angeführter Rede keine dritte Zitatebene zu eröffnen.

nāsyāniṣṭāni seveta nāhitaiḥ saha saṃvaset svasthānān na vikampeta sa rājavasatiṃ vaset

Man diene ihm nicht in dem, was ihm unlieb ist; man wohne nicht mit seinen Feinden zusammen; man weiche nicht von seinem zugewiesenen Platz - so lebe man am Königshof.

Wort für Wort
nāsyāniṣṭāni seveta nāhitaiḥ saha saṃvaset svasthānān na vikampeta sa rājavasatiṃ vaset
Man diene ihm nicht in dem, was ihm unlieb ist; man wohne nicht mit seinen Feinden zusammen; man weiche nicht von seinem zugewiesenen Platz - so lebe man am Königshof.

dakṣiṇaṃ vātha vāmaṃ vā pārśvam āsīta paṇḍitaḥ rakṣiṇāṃ hy āttaśastrāṇāṃ sthānaṃ paścād vidhīyate nityaṃ vipratiṣiddhaṃ tu purastād āsanaṃ mahat

Zur Rechten oder zur Linken setze sich der Kluge; denn der Platz der bewaffneten Wächter ist stets hinten vorgesehen, während ein erhabener Sitzplatz vorne stets untersagt ist.

Wort für Wort
dakṣiṇaṃ vātha vāmaṃ vā pārśvam āsīta paṇḍitaḥ rakṣiṇāṃ hy āttaśastrāṇāṃ sthānaṃ paścād vidhīyate nityaṃ vipratiṣiddhaṃ tu purastād āsanaṃ mahat
Zur Rechten oder zur Linken setze sich der Kluge; denn der Platz der bewaffneten Wächter ist stets hinten vorgesehen, während ein erhabener Sitzplatz vorne stets untersagt ist.

na ca saṃdarśane kiṃ cit pravṛddham api saṃjapet api hy etad daridrāṇāṃ vyalīkasthānam uttamam

Und vor aller Augen flüstere man nichts, mag es auch bedeutsam sein; denn dies ist selbst für Geringgestellte der beste Anlass für Argwohn. [?]

Wort für Wort
na ca saṃdarśane kiṃ cit pravṛddham api saṃjapet api hy etad daridrāṇāṃ vyalīkasthānam uttamam
Und vor aller Augen flüstere man nichts, mag es auch bedeutsam sein; denn dies ist selbst für Geringgestellte der beste Anlass für Argwohn. [?]

Der genaue Sinn von 'daridrāṇāṃ vyalīkasthānam uttamam' ('der beste Anlass zum Missfallen/Argwohn für die Armen/Geringen') bleibt unklar; sinngemäß übersetzt.

na mṛṣābhihitaṃ rājño manuṣyeṣu prakāśayet yaṃ cāsūyanti rājānaḥ puruṣaṃ na vadec ca tam

Was der König fälschlich gesagt hat, offenbare man nicht vor den Menschen; und mit einem Mann, dem die Könige grollen, rede man nicht.

Wort für Wort
na mṛṣābhihitaṃ rājño manuṣyeṣu prakāśayet yaṃ cāsūyanti rājānaḥ puruṣaṃ na vadec ca tam
Was der König fälschlich gesagt hat, offenbare man nicht vor den Menschen; und mit einem Mann, dem die Könige grollen, rede man nicht.

śūro 'smīti na dṛptaḥ syād buddhimān iti vā punaḥ priyam evācaran rājñaḥ priyo bhavati bhogavān

Man sei nicht hochmütig in der Meinung, man sei tapfer, oder wiederum, man sei klug; nur wer dem König Angenehmes erweist, wird ihm lieb und gelangt zu Wohlstand.

Wort für Wort
śūro 'smīti na dṛptaḥ syād buddhimān iti vā punaḥ priyam evācaran rājñaḥ priyo bhavati bhogavān
Man sei nicht hochmütig in der Meinung, man sei tapfer, oder wiederum, man sei klug; nur wer dem König Angenehmes erweist, wird ihm lieb und gelangt zu Wohlstand.

Die beiden mit 'iti' markierten Gedanken ('ich bin tapfer', 'ich bin klug') werden hier als indirekte Rede wiedergegeben, um innerhalb von Dhaumyas bereits einfach angeführter Rede keine dritte Zitatebene zu eröffnen.

aiśvaryaṃ prāpya duṣprāpaṃ priyaṃ prāpya ca rājataḥ apramatto bhaved rājñaḥ priyeṣu ca hiteṣu ca

Hat man schwer erlangbare Macht erlangt und die Gunst des Königs gewonnen, so bleibe man wachsam - sowohl hinsichtlich dessen, was ihm lieb, als auch dessen, was ihm zuträglich ist.

Wort für Wort
aiśvaryaṃ prāpya duṣprāpaṃ priyaṃ prāpya ca rājataḥ apramatto bhaved rājñaḥ priyeṣu ca hiteṣu ca
Hat man schwer erlangbare Macht erlangt und die Gunst des Königs gewonnen, so bleibe man wachsam - sowohl hinsichtlich dessen, was ihm lieb, als auch dessen, was ihm zuträglich ist.

yasya kopo mahābādhaḥ prasādaś ca mahāphalaḥ kas tasya manasāpīcched anarthaṃ prājñasaṃmataḥ

Wessen Zorn eine große Plage und wessen Gnade eine große Frucht ist - wer, der bei den Klugen Ansehen genießt, würde dem auch nur in Gedanken Schaden wünschen?

Wort für Wort
yasya kopo mahābādhaḥ prasādaś ca mahāphalaḥ kas tasya manasāpīcched anarthaṃ prājñasaṃmataḥ
Wessen Zorn eine große Plage und wessen Gnade eine große Frucht ist - wer, der bei den Klugen Ansehen genießt, würde dem auch nur in Gedanken Schaden wünschen?

na coṣṭhau nirbhujej jātu na ca vākyaṃ samākṣipet sadā kṣutaṃ ca vātaṃ ca ṣṭhīvanaṃ cācarec chanaiḥ

Man beiße sich niemals auf die Lippen, und man unterbreche niemandes Rede; Niesen, Blähungen und Spucken vollziehe man stets leise.

Wort für Wort
na coṣṭhau nirbhujej jātu na ca vākyaṃ samākṣipet sadā kṣutaṃ ca vātaṃ ca ṣṭhīvanaṃ cācarec chanaiḥ
Man beiße sich niemals auf die Lippen, und man unterbreche niemandes Rede; Niesen, Blähungen und Spucken vollziehe man stets leise.

hāsyavastuṣu cāpy asya vartamāneṣu keṣu cit nātigāḍhaṃ prahṛṣyeta na cāpy unmattavad dhaset

Und bei irgendwelchen lustigen Vorfällen in seiner Gegenwart freue man sich nicht allzu ausgelassen, noch lache man wie ein Verrückter.

Wort für Wort
hāsyavastuṣu cāpy asya vartamāneṣu keṣu cit nātigāḍhaṃ prahṛṣyeta na cāpy unmattavad dhaset
Und bei irgendwelchen lustigen Vorfällen in seiner Gegenwart freue man sich nicht allzu ausgelassen, noch lache man wie ein Verrückter.

na cātidhairyeṇa cared gurutāṃ hi vrajet tathā smitaṃ tu mṛdupūrveṇa darśayeta prasādajam

Man handle auch nicht mit allzu großer Selbstsicherheit, denn dadurch würde man als überheblich gelten; ein sanftes, aus Wohlwollen entstandenes Lächeln aber zeige man mit vorangehender Milde.

Wort für Wort
na cātidhairyeṇa cared gurutāṃ hi vrajet tathā smitaṃ tu mṛdupūrveṇa darśayeta prasādajam
Man handle auch nicht mit allzu großer Selbstsicherheit, denn dadurch würde man als überheblich gelten; ein sanftes, aus Wohlwollen entstandenes Lächeln aber zeige man mit vorangehender Milde.

lābhe na harṣayed yas tu na vyathed yo 'vamānitaḥ asaṃmūḍhaś ca yo nityaṃ sa rājavasatiṃ vaset

Wer sich beim Gewinn nicht übermäßig freut, wer, gedemütigt, nicht leidet, und wer stets unverwirrt bleibt - der lebe am Königshof.

Wort für Wort
lābhe na harṣayed yas tu na vyathed yo 'vamānitaḥ asaṃmūḍhaś ca yo nityaṃ sa rājavasatiṃ vaset
Wer sich beim Gewinn nicht übermäßig freut, wer, gedemütigt, nicht leidet, und wer stets unverwirrt bleibt - der lebe am Königshof.

rājānaṃ rājaputraṃ vā saṃvartayati yaḥ sadā amātyaḥ paṇḍito bhūtvā sa ciraṃ tiṣṭhati śriyam

Der Minister, der, klug geworden, stets den König oder den Königssohn für sich zu gewinnen weiß, der besteht lange im Glück.

Wort für Wort
rājānaṃ rājaputraṃ vā saṃvartayati yaḥ sadā amātyaḥ paṇḍito bhūtvā sa ciraṃ tiṣṭhati śriyam
Der Minister, der, klug geworden, stets den König oder den Königssohn für sich zu gewinnen weiß, der besteht lange im Glück.

pragṛhītaś ca yo 'mātyo nigṛhītaś ca kāraṇaiḥ na nirbadhnāti rājānaṃ labhate pragrahaṃ punaḥ

Und der Minister, der, einst begünstigt, aus triftigen Gründen zurückgesetzt wurde, der den König nicht zu Groll zwingt, erlangt die Gunst wieder.

Wort für Wort
pragṛhītaś ca yo 'mātyo nigṛhītaś ca kāraṇaiḥ na nirbadhnāti rājānaṃ labhate pragrahaṃ punaḥ
Und der Minister, der, einst begünstigt, aus triftigen Gründen zurückgesetzt wurde, der den König nicht zu Groll zwingt, erlangt die Gunst wieder.

pratyakṣaṃ ca parokṣaṃ ca guṇavādī vicakṣaṇaḥ upajīvī bhaved rājño viṣaye cāpi yo vaset

Wer im Herrschaftsbereich des Königs lebt, sei ihm gegenüber, in Gegenwart wie in Abwesenheit, ein Lobredner seiner Vorzüge, umsichtig, und lebe als sein Schützling.

Wort für Wort
pratyakṣaṃ ca parokṣaṃ ca guṇavādī vicakṣaṇaḥ upajīvī bhaved rājño viṣaye cāpi yo vaset
Wer im Herrschaftsbereich des Königs lebt, sei ihm gegenüber, in Gegenwart wie in Abwesenheit, ein Lobredner seiner Vorzüge, umsichtig, und lebe als sein Schützling.

amātyo hi balād bhoktuṃ rājānaṃ prārthayet tu yaḥ na sa tiṣṭhec ciraṃ sthānaṃ gacchec ca prāṇasaṃśayam

Denn der Minister, der begehrt, den König mit Gewalt zu beherrschen, der besteht nicht lange in seiner Stellung und gerät in Lebensgefahr.

Wort für Wort
amātyo hi balād bhoktuṃ rājānaṃ prārthayet tu yaḥ na sa tiṣṭhec ciraṃ sthānaṃ gacchec ca prāṇasaṃśayam
Denn der Minister, der begehrt, den König mit Gewalt zu beherrschen, der besteht nicht lange in seiner Stellung und gerät in Lebensgefahr.

śreyaḥ sadātmano dṛṣṭvā paraṃ rājñā na saṃvadet viśeṣayen na rājānaṃ yogyābhūmiṣu sarvadā

Stets das eigene Wohl im Blick, widerspreche man dem König nicht heftig; man übertreffe den König niemals, auch nicht in an sich angemessenen Belangen.

Wort für Wort
śreyaḥ sadātmano dṛṣṭvā paraṃ rājñā na saṃvadet viśeṣayen na rājānaṃ yogyābhūmiṣu sarvadā
Stets das eigene Wohl im Blick, widerspreche man dem König nicht heftig; man übertreffe den König niemals, auch nicht in an sich angemessenen Belangen.

amlāno balavāñ śūraś chāyevānapagaḥ sadā satyavādī mṛdur dāntaḥ sa rājavasatiṃ vaset

Unermüdlich, kraftvoll, tapfer, stets wie ein Schatten unabweichend an seiner Seite, wahrhaftig redend, sanft, selbstbeherrscht - so lebe man am Königshof.

Wort für Wort
amlāno balavāñ śūraś chāyevānapagaḥ sadā satyavādī mṛdur dāntaḥ sa rājavasatiṃ vaset
Unermüdlich, kraftvoll, tapfer, stets wie ein Schatten unabweichend an seiner Seite, wahrhaftig redend, sanft, selbstbeherrscht - so lebe man am Königshof.

anyasmin preṣyamāṇe tu purastād yaḥ samutpatet ahaṃ kiṃ karavāṇīti sa rājavasatiṃ vaset

Und wer, wenn ein anderer zu einem Auftrag geschickt wird, sich sogleich erhebt und fragt, was er tun solle - so lebe man am Königshof.

Wort für Wort
anyasmin preṣyamāṇe tu purastād yaḥ samutpatet ahaṃ kiṃ karavāṇīti sa rājavasatiṃ vaset
Und wer, wenn ein anderer zu einem Auftrag geschickt wird, sich sogleich erhebt und fragt, was er tun solle - so lebe man am Königshof.

uṣṇe vā yadi vā śīte rātrau vā yadi vā divā ādiṣṭo na vikalpeta sa rājavasatiṃ vaset

Ob in Hitze oder in Kälte, ob bei Nacht oder bei Tag - wer, beauftragt, nicht zögert - so lebe man am Königshof.

Wort für Wort
uṣṇe vā yadi vā śīte rātrau vā yadi vā divā ādiṣṭo na vikalpeta sa rājavasatiṃ vaset
Ob in Hitze oder in Kälte, ob bei Nacht oder bei Tag - wer, beauftragt, nicht zögert - so lebe man am Königshof.

yo vai gṛhebhyaḥ pravasan priyāṇāṃ nānusaṃsmaret duḥkhena sukham anvicchet sa rājavasatiṃ vaset

Wer, fern von zu Hause weilend, sich nicht sehnsüchtig an die Lieben erinnert, wer sich durch Mühsal um Glück bemüht - so lebe man am Königshof.

Wort für Wort
yo vai gṛhebhyaḥ pravasan priyāṇāṃ nānusaṃsmaret duḥkhena sukham anvicchet sa rājavasatiṃ vaset
Wer, fern von zu Hause weilend, sich nicht sehnsüchtig an die Lieben erinnert, wer sich durch Mühsal um Glück bemüht - so lebe man am Königshof.

samaveṣaṃ na kurvīta nātyuccaiḥ saṃnidhau haset mantraṃ na bahudhā kuryād evaṃ rājñaḥ priyo bhavet

Man trage keine ihm gleichende Kleidung, man lache in seiner Gegenwart nicht allzu laut, man führe Beratungen nicht unnötig auf vielerlei Weise - so wird man dem König lieb.

Wort für Wort
samaveṣaṃ na kurvīta nātyuccaiḥ saṃnidhau haset mantraṃ na bahudhā kuryād evaṃ rājñaḥ priyo bhavet
Man trage keine ihm gleichende Kleidung, man lache in seiner Gegenwart nicht allzu laut, man führe Beratungen nicht unnötig auf vielerlei Weise - so wird man dem König lieb.

na karmaṇi niyuktaḥ san dhanaṃ kiṃ cit upaspṛśet prāpnoti hi haran dravyaṃ bandhanaṃ yadi vā vadham

Mit einer Aufgabe betraut, berühre man keinerlei fremdes Gut; denn wer Gut entwendet, erlangt entweder Gefangenschaft oder den Tod.

Wort für Wort
na karmaṇi niyuktaḥ san dhanaṃ kiṃ cit upaspṛśet prāpnoti hi haran dravyaṃ bandhanaṃ yadi vā vadham
Mit einer Aufgabe betraut, berühre man keinerlei fremdes Gut; denn wer Gut entwendet, erlangt entweder Gefangenschaft oder den Tod.

yānaṃ vastram alaṃkāraṃ yac cānyat saṃprayacchati tad eva dhārayen nityam evaṃ priyataro bhavet

Fahrzeug, Kleidung, Schmuck und was er sonst noch gewährt - eben dies trage man stets; so wird man ihm noch lieber.

Wort für Wort
yānaṃ vastram alaṃkāraṃ yac cānyat saṃprayacchati tad eva dhārayen nityam evaṃ priyataro bhavet
Fahrzeug, Kleidung, Schmuck und was er sonst noch gewährt - eben dies trage man stets; so wird man ihm noch lieber.

saṃvatsaram imaṃ tāta tathāśīlā bubhūṣavaḥ atha svaviṣayaṃ prāpya yathākāmaṃ cariṣyatha

So gesinnt, meine Lieben, möget ihr dieses eine Jahr zu bestehen wünschen; danach, wenn ihr euer eigenes Reich wiedererlangt habt, werdet ihr nach Belieben handeln.‘

Wort für Wort
saṃvatsaram imaṃ tāta tathāśīlā bubhūṣavaḥ atha svaviṣayaṃ prāpya yathākāmaṃ cariṣyatha
So gesinnt, meine Lieben, möget ihr dieses eine Jahr zu bestehen wünschen; danach, wenn ihr euer eigenes Reich wiedererlangt habt, werdet ihr nach Belieben handeln.‘

yudhiṣṭhira uvāca anuśiṣṭāḥ sma bhadraṃ te naitad vaktāsti kaś cana kuntīm ṛte mātaraṃ no viduraṃ ca mahāmatim

‚Wir sind belehrt worden, Segen sei mit dir; niemand außer unserer Mutter Kuntī und dem hochweisen Vidura hätte uns dies so sagen können.

Wort für Wort
yudhiṣṭhira uvāca anuśiṣṭāḥ sma bhadraṃ te naitad vaktāsti kaś cana kuntīm ṛte mātaraṃ no viduraṃ ca mahāmatim
‚Wir sind belehrt worden, Segen sei mit dir; niemand außer unserer Mutter Kuntī und dem hochweisen Vidura hätte uns dies so sagen können.

yad evānantaraṃ kāryaṃ tad bhavān kartum arhati tāraṇāyāsya duḥkhasya prasthānāya jayāya ca

Was auch immer als Nächstes zu tun ist, das mögest du vollziehen, zur Überwindung dieses Leids, zum Aufbruch und zum Sieg.‘

Wort für Wort
yad evānantaraṃ kāryaṃ tad bhavān kartum arhati tāraṇāyāsya duḥkhasya prasthānāya jayāya ca
Was auch immer als Nächstes zu tun ist, das mögest du vollziehen, zur Überwindung dieses Leids, zum Aufbruch und zum Sieg.‘

vaiśaṃpāyana uvāca evam uktas tato rājñā dhaumyo 'tha dvijasattamaḥ akarod vidhivat sarvaṃ prasthāne yad vidhīyate

So vom König angesprochen, vollzog Dhaumya, der Beste der Zweifachgeborenen, darauf vorschriftsmäßig alles, was beim Aufbruch vorgeschrieben ist.

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca evam uktas tato rājñā dhaumyo 'tha dvijasattamaḥ akarod vidhivat sarvaṃ prasthāne yad vidhīyate
So vom König angesprochen, vollzog Dhaumya, der Beste der Zweifachgeborenen, darauf vorschriftsmäßig alles, was beim Aufbruch vorgeschrieben ist.

teṣāṃ samidhya tān agnīn mantravac ca juhāva saḥ samṛddhivṛddhilābhāya pṛthivīvijayāya ca

Er entfachte für sie jene Feuer und opferte darin, den Mantras gemäß, zum Zweck des Gedeihens, des Wachstums und Gewinns sowie des Sieges über die Erde.

Wort für Wort
teṣāṃ samidhya tān agnīn mantravac ca juhāva saḥ samṛddhivṛddhilābhāya pṛthivīvijayāya ca
Er entfachte für sie jene Feuer und opferte darin, den Mantras gemäß, zum Zweck des Gedeihens, des Wachstums und Gewinns sowie des Sieges über die Erde.

agniṃ pradakṣiṇaṃ kṛtvā brāhmaṇāṃś ca tapodhanān yājñasenīṃ puraskṛtya ṣaḍ evātha pravavrajuḥ

Nachdem sie das Feuer und die an Askese reichen Brahmanen umschritten hatten, zogen sie, Yājñasenī voranstellend, zu sechst aufbrechend, hinaus.

Wort für Wort
agniṃ pradakṣiṇaṃ kṛtvā brāhmaṇāṃś ca tapodhanān yājñasenīṃ puraskṛtya ṣaḍ evātha pravavrajuḥ
Nachdem sie das Feuer und die an Askese reichen Brahmanen umschritten hatten, zogen sie, Yājñasenī voranstellend, zu sechst aufbrechend, hinaus.

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