Kapitel 5: Pāṇḍavapraveśaparva (5)
Die Verwahrung der Waffen im Śamī-Baum
Die Pāṇḍavas ziehen entlang der Kālindī und durch mehrere Länder in das Gebiet des Matsya-Reiches. Draupadī bittet um Rast, und Yudhiṣṭhira lässt Arjuna sie zur Hauptstadt tragen. Vor dem Betreten der Stadt beraten sie, wo die Waffen zu verstecken seien, um bei den Einwohnern keine Beunruhigung hervorzurufen; Arjuna schlägt einen abgelegenen Śamī-Baum beim Leichenverbrennungsplatz vor. In einem katalogartigen Rückblick werden die Bögen jedes Bruders und ihre kriegerischen Taten aufgezählt (Arjunas Gāṇḍīva, Yudhiṣṭhiras, Bhīmasenas, Nakulas und Sahadevas Bogen), bevor alle Waffen im Baum verstaut und mit einem Leichnam getarnt werden, um Passanten fernzuhalten. Yudhiṣṭhira gibt den Brüdern fünf geheime Erkennungsnamen (Jaya, Jayanta, Vijaya, Jayatsena, Jayadbala), und die Pāṇḍavas betreten schließlich, ihrem Gelübde gemäß, die Stadt Virāṭas.
vaiśaṃpāyana uvāca te vīrā baddhanistriṃśās tatāyudhakalāpinaḥ baddhagodhāṅgulitrāṇāḥ kālindīm abhito yayuḥ
Vaiśampāyana sprach: Jene Helden, die Schwerter gegürtet, die Waffenbündel geschnürt, die ledernen Fingerschützer angelegt, zogen an der Kālindī entlang.
Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca te vīrā baddhanistriṃśās tatāyudhakalāpinaḥ baddhagodhāṅgulitrāṇāḥ kālindīm abhito yayuḥ
Vaiśampāyana sprach: Jene Helden, die Schwerter gegürtet, die Waffenbündel geschnürt, die ledernen Fingerschützer angelegt, zogen an der Kālindī entlang.
zwischen den Yakṛllomas und den Śūrasenas hindurch, und die Pāṇḍavas betraten, sich als Jäger ausgebend, aus dem Wald kommend, das Gebiet des Matsya-Reiches.
zwischen den Yakṛllomas und den Śūrasenas hindurch, und die Pāṇḍavas betraten, sich als Jäger ausgebend, aus dem Wald kommend, das Gebiet des Matsya-Reiches.
Er, der Sohn der Kuntī, sprach, nachdem er die Hauptstadt erreicht hatte, zu Arjuna: ‚Wo sollen wir, nachdem wir die Waffen niedergelegt haben, die Stadt betreten?
Er, der Sohn der Kuntī, sprach, nachdem er die Hauptstadt erreicht hatte, zu Arjuna: ‚Wo sollen wir, nachdem wir die Waffen niedergelegt haben, die Stadt betreten?
‚Dort auf der Anhöhe, Herrscher der Menschen, steht ein dichter, großer Śamī-Baum mit furchterregenden Ästen, schwer zu erklettern, in der Nähe des Leichenverbrennungsplatzes.
‚Dort auf der Anhöhe, Herrscher der Menschen, steht ein dichter, großer Śamī-Baum mit furchterregenden Ästen, schwer zu erklettern, in der Nähe des Leichenverbrennungsplatzes.
Mit dem er, allein auf seinem Wagen, Götter, Menschen und Schlangen besiegte, und mit dem der Freudenbringer der Kurus andere blühende Länder besiegte,
Mit dem er, allein auf seinem Wagen, Götter, Menschen und Schlangen besiegte, und mit dem der Freudenbringer der Kurus andere blühende Länder besiegte,
und mit dem er den König von Sindhu ergriff, o Makelloser - die Bogensehne jenes Bogens nahm Bhīmasena ab.
Der König von Sindhu ist Jayadratha, der Draupadī einst zu entführen versuchte (vgl. das entsprechende Kapitel im Vanaparva) und von Bhīma dafür gezüchtigt wurde.
śarīraṃ ca mṛtasyaikaṃ samabadhnanta pāṇḍavāḥ vivarjayiṣyanti narā dūrād eva śamīm imām ābaddhaṃ śavam atreti gandham āghrāya pūtikam
Und die Pāṇḍavas banden auch einen Leichnam daran fest, in der Erwartung, die Menschen würden diesen Śamī-Baum schon von weitem meiden, sobald sie den üblen Geruch wahrnähmen und dächten, hier hänge eine gebundene Leiche.
Wort für Wort
śarīraṃ ca mṛtasyaikaṃ samabadhnanta pāṇḍavāḥ vivarjayiṣyanti narā dūrād eva śamīm imām ābaddhaṃ śavam atreti gandham āghrāya pūtikam
Und die Pāṇḍavas banden auch einen Leichnam daran fest, in der Erwartung, die Menschen würden diesen Śamī-Baum schon von weitem meiden, sobald sie den üblen Geruch wahrnähmen und dächten, hier hänge eine gebundene Leiche.
Der im Sanskrit mit 'iti' markierte gedachte Ausruf der künftigen Passanten wird hier als indirekte Rede wiedergegeben, um keine eingebettete Zitatebene zu eröffnen.
aśītiśatavarṣeyaṃ mātā na iti vādinaḥ kuladharmo 'yam asmākaṃ pūrvair ācarito 'pi ca samāsajānā vṛkṣe 'sminn iti vai vyāharanti te
Sie würden dann erklären, sie sei ihre hundertachtzig Jahre alte Mutter, und es sei überdies ihr von den Vorfahren geübter Familienbrauch, die Toten an diesen Baum zu binden - so würden sie, wenn man sie danach fragte, Auskunft geben.
Wort für Wort
aśītiśatavarṣeyaṃ mātā na iti vādinaḥ kuladharmo 'yam asmākaṃ pūrvair ācarito 'pi ca samāsajānā vṛkṣe 'sminn iti vai vyāharanti te
Sie würden dann erklären, sie sei ihre hundertachtzig Jahre alte Mutter, und es sei überdies ihr von den Vorfahren geübter Familienbrauch, die Toten an diesen Baum zu binden - so würden sie, wenn man sie danach fragte, Auskunft geben.
Auch diese als künftige Rechtfertigung gedachte Rede wird indirekt wiedergegeben, entsprechend der Behandlung von V.027.
Diese Geschichte den Kuhhirten und Schafhirten erzählend, kamen die Bedränger der Feinde, die Söhne der Pṛthā, die Feindevernichter, in die Nähe der Stadt.
Diese Geschichte den Kuhhirten und Schafhirten erzählend, kamen die Bedränger der Feinde, die Söhne der Pṛthā, die Feindevernichter, in die Nähe der Stadt.
Jaya, Jayanta, Vijaya, Jayatsena, Jayadbala - so gab Yudhiṣṭhira ihnen diese geheimen Erkennungsnamen.
Diese fünf Decknamen sind von den am Königshof verwendeten Tarnidentitäten (Kaṅka, Ballava, Bṛhannaḍā, Granthika, Tantipāla) zu unterscheiden: Sie dienen den Brüdern untereinander zur geheimen gegenseitigen Erkennung im Notfall.