Kapitel 47: Go-harana-parva (24)
Bhīṣmas Zeitrechnung und Schlachtordnung
Bhīṣma erklärt anhand einer genauen Berechnung der Schaltmonate, dass die dreizehn Exiljahre der Pāṇḍavas tatsächlich abgelaufen sind, und verteidigt deren Rechtschaffenheit. Duryodhana weigert sich dennoch, das Königreich herauszugeben, verlangt aber die nötigen Kampfvorbereitungen. Bhīṣma ordnet daraufhin die Aufteilung des Heeres an: Ein Viertel soll mit der Beute in die Stadt, ein weiteres Viertel mit den Rindern vorausziehen, während die verbliebene Hälfte unter Droṇa, Aśvatthāman, Kṛpa, Karṇa und ihm selbst gegen Arjuna Stellung bezieht.
bhīṣma uvāca kalāṃśās tāta yujyante muhūrtāś ca dināni ca ardhamāsāś ca māsāś ca nakṣatrāṇi grahās tathā
Bhīṣma sprach: ‚Kalās und Aṃśas [Zeiteinheiten] fügen sich zusammen, mein Kind, ebenso Muhūrtas und Tage, Halbmonate und Monate, Mondhäuser und Planeten;
Wort für Wort
bhīṣma uvāca kalāṃśās tāta yujyante muhūrtāś ca dināni ca ardhamāsāś ca māsāś ca nakṣatrāṇi grahās tathā
Bhīṣma sprach: ‚Kalās und Aṃśas [Zeiteinheiten] fügen sich zusammen, mein Kind, ebenso Muhūrtas und Tage, Halbmonate und Monate, Mondhäuser und Planeten;
Kalā und Aṃśa sind kleine Zeit- bzw. Maßeinheiten der altindischen Zeitrechnung.
tadaiva te hi vikrāntum īṣuḥ kauravanandanāḥ dharmapāśanibaddhās tu na celuḥ kṣatriyavratāt
Schon damals wollten diese Sprösslinge, die Freude des Kuru-Geschlechts, tapfer vorgehen; doch, gebunden an die Fessel der Pflicht, wichen sie nicht vom Kṣatriya-Gelübde ab.
Wort für Wort
tadaiva te hi vikrāntum īṣuḥ kauravanandanāḥ dharmapāśanibaddhās tu na celuḥ kṣatriyavratāt
Schon damals wollten diese Sprösslinge, die Freude des Kuru-Geschlechts, tapfer vorgehen; doch, gebunden an die Fessel der Pflicht, wichen sie nicht vom Kṣatriya-Gelübde ab.
Was auch als Falschheit bekannt werden könnte, was auch zur Niederlage führen könnte - die Pārthas würden eher den Tod wählen als jemals die Unwahrheit.
Was auch als Falschheit bekannt werden könnte, was auch zur Niederlage führen könnte - die Pārthas würden eher den Tod wählen als jemals die Unwahrheit.
prāpte tu kāle prāptavyaṃ notsṛjeyur nararṣabhāḥ api vajrabhṛtā guptaṃ tathāvīryā hi pāṇḍavāḥ
Doch wenn die Zeit gekommen ist, das zu Erlangende zu erlangen, würden diese Stiere unter den Männern es nicht aufgeben, selbst wenn es vom Blitzträger beschützt wäre - denn von solcher Tapferkeit sind die Pāṇḍavas.
Wort für Wort
prāpte tu kāle prāptavyaṃ notsṛjeyur nararṣabhāḥ api vajrabhṛtā guptaṃ tathāvīryā hi pāṇḍavāḥ
Doch wenn die Zeit gekommen ist, das zu Erlangende zu erlangen, würden diese Stiere unter den Männern es nicht aufgeben, selbst wenn es vom Blitzträger beschützt wäre - denn von solcher Tapferkeit sind die Pāṇḍavas.
pratiyudhyāma samare sarvaśastrabhṛtāṃ varam tasmād yad atra kalyāṇaṃ loke sadbhir anuṣṭhitam tat saṃvidhīyatāṃ kṣipraṃ mā no hy artho 'tigāt parān
Lasst uns in der Schlacht gegen den Besten aller Waffenträger kämpfen; deshalb möge das, was hier heilsam ist und von den Guten in der Welt befolgt wird, rasch veranlasst werden - möge unser Vorteil nicht an die Feinde übergehen.
Wort für Wort
pratiyudhyāma samare sarvaśastrabhṛtāṃ varam tasmād yad atra kalyāṇaṃ loke sadbhir anuṣṭhitam tat saṃvidhīyatāṃ kṣipraṃ mā no hy artho 'tigāt parān
Lasst uns in der Schlacht gegen den Besten aller Waffenträger kämpfen; deshalb möge das, was hier heilsam ist und von den Guten in der Welt befolgt wird, rasch veranlasst werden - möge unser Vorteil nicht an die Feinde übergehen.
Doch wenn die Schlacht einmal begonnen hat, berühren Dasein und Nichtsein, Sieg und Niederlage, unweigerlich den einen oder anderen - das ist gewiss zu beobachten.
Doch wenn die Schlacht einmal begonnen hat, berühren Dasein und Nichtsein, Sieg und Niederlage, unweigerlich den einen oder anderen - das ist gewiss zu beobachten.
Deshalb möge rasch das für den Kampf erforderliche Werk, das der Pflicht gemäß ist, ausgeführt werden, o König der Könige; denn Dhanaṃjaya ist bereits angekommen.‘
Deshalb möge rasch das für den Kampf erforderliche Werk, das der Pflicht gemäß ist, ausgeführt werden, o König der Könige; denn Dhanaṃjaya ist bereits angekommen.‘
Duryodhana sprach: ‚Ich werde den Pāṇḍavas das Königreich nicht übergeben, Großvater; doch was für den Kampf notwendig ist, das möge rasch veranlasst werden.‘
Duryodhana sprach: ‚Ich werde den Pāṇḍavas das Königreich nicht übergeben, Großvater; doch was für den Kampf notwendig ist, das möge rasch veranlasst werden.‘
Bhīṣma sprach: ‚Höre nun, was hierzu meine Ansicht ist, wenn es dir gefällt: Nimm rasch ein Viertel des Heeres und ziehe zur Stadt; dann soll ein weiteres Viertel, die Rinder mit sich führend, aufbrechen.
Bhīṣma sprach: ‚Höre nun, was hierzu meine Ansicht ist, wenn es dir gefällt: Nimm rasch ein Viertel des Heeres und ziehe zur Stadt; dann soll ein weiteres Viertel, die Rinder mit sich führend, aufbrechen.
Wir aber wollen mit der Hälfte des Heeres gegen den Pāṇḍava kämpfen, oder auch, falls er zurückkehren sollte, gegen den Matsya-König, oder selbst gegen Śatakratu.
Wir aber wollen mit der Hälfte des Heeres gegen den Pāṇḍava kämpfen, oder auch, falls er zurückkehren sollte, gegen den Matsya-König, oder selbst gegen Śatakratu.