Kṛpa tadelt Karṇas Übermut und rät entschieden von einem Einzelkampf gegen Arjuna ab. Er rekapituliert dessen frühere Heldentaten (Rettung der Kauravas vor den Gandharvas, Khāṇḍava-Brand, Waffenlehre bei Indra, Sieg über die unbesiegbaren Nivātakavaca- und Kālakhañja-Dānavas) und warnt mit einer Reihe drastischer Gleichnisse (Giftschlange, brünstiger Elefant, loderndes Feuer, Meeresdurchquerung) vor einem tollkühnen Alleingang. Stattdessen schlägt er vor, dass alle sechs großen Wagenkämpfer gemeinsam und mit dem versammelten Heer gegen Arjuna vorgehen sollen.
nayā hi bahavaḥ santi śāstrāṇy āśritya cintitāḥ teṣāṃ yuddhaṃ tu pāpiṣṭhaṃ vedayanti purāvidaḥ
Es gibt viele Grundsätze der Politik, die man aus den Lehrschriften erwogen hat; von ihnen allen bezeichnen die Kenner der Überlieferung den Krieg als das Schlechteste.
Wort für Wort
nayā hi bahavaḥ santi śāstrāṇy āśritya cintitāḥ teṣāṃ yuddhaṃ tu pāpiṣṭhaṃ vedayanti purāvidaḥ
Es gibt viele Grundsätze der Politik, die man aus den Lehrschriften erwogen hat; von ihnen allen bezeichnen die Kenner der Überlieferung den Krieg als das Schlechteste.
deśakālena saṃyuktaṃ yuddhaṃ vijayadaṃ bhavet hīnakālaṃ tad eveha phalavan na bhavaty uta deśe kāle ca vikrāntaṃ kalyāṇāya vidhīyate
Ein mit Ort und Zeit im Einklang stehender Kampf kann siegbringend sein; zur falschen Zeit geführt, bringt eben dieser hier keine Frucht; nur Tapferkeit, die am rechten Ort und zur rechten Zeit eingesetzt wird, führt zum Heil.
Wort für Wort
deśakālena saṃyuktaṃ yuddhaṃ vijayadaṃ bhavet hīnakālaṃ tad eveha phalavan na bhavaty uta deśe kāle ca vikrāntaṃ kalyāṇāya vidhīyate
Ein mit Ort und Zeit im Einklang stehender Kampf kann siegbringend sein; zur falschen Zeit geführt, bringt eben dieser hier keine Frucht; nur Tapferkeit, die am rechten Ort und zur rechten Zeit eingesetzt wird, führt zum Heil.
paricintya tu pārthena saṃnipāto na naḥ kṣamaḥ ekaḥ kurūn abhyarakṣad ekaś cāgnim atarpayat
Wenn man es recht bedenkt, ist eine Begegnung mit dem Pārtha für uns nicht ratsam: Er allein hat einst die Kurus beschützt, er allein hat das Feuer gesättigt.
Wort für Wort
paricintya tu pārthena saṃnipāto na naḥ kṣamaḥ ekaḥ kurūn abhyarakṣad ekaś cāgnim atarpayat
Wenn man es recht bedenkt, ist eine Begegnung mit dem Pārtha für uns nicht ratsam: Er allein hat einst die Kurus beschützt, er allein hat das Feuer gesättigt.
Bezieht sich auf Arjunas Rettung der gefangenen Kauravas vor den Gandharvas (vgl. V.008) sowie auf den Khāṇḍava-Waldbrand.
ekaś ca pañca varṣāṇi brahmacaryam adhārayat ekaḥ subhadrām āropya dvairathe kṛṣṇam āhvayat asminn eva vane kṛṣṇo hṛtāṃ kṛṣṇām avājayat
Er allein hat fünf Jahre die Keuschheit bewahrt; er allein hat, nachdem er Subhadrā entführt hatte, Kṛṣṇa zum Zweikampf herausgefordert; und ebenderselbe, unter seinem eigenen Namen Kṛṣṇa, gewann in eben diesem Wald die geraubte Kṛṣṇā zurück.
Wort für Wort
ekaś ca pañca varṣāṇi brahmacaryam adhārayat ekaḥ subhadrām āropya dvairathe kṛṣṇam āhvayat asminn eva vane kṛṣṇo hṛtāṃ kṛṣṇām avājayat
Er allein hat fünf Jahre die Keuschheit bewahrt; er allein hat, nachdem er Subhadrā entführt hatte, Kṛṣṇa zum Zweikampf herausgefordert; und ebenderselbe, unter seinem eigenen Namen Kṛṣṇa, gewann in eben diesem Wald die geraubte Kṛṣṇā zurück.
Der Vers spielt bewusst mit drei Namensträgern: Kṛṣṇa Vāsudeva (Subhadrās Bruder, den Arjuna spielerisch herausfordert), Arjunas eigener Beiname Kṛṣṇa (vgl. Kap.39) und Kṛṣṇā/Draupadī, die Arjuna nach ihrer Entführung durch Jayadratha zurückgewann.
indro 'pi hi na pārthena saṃyuge yoddhum arhati yas tenāśaṃsate yoddhuṃ kartavyaṃ tasya bheṣajam
Selbst Indra ist es nicht angemessen, mit dem Pārtha im Kampf zu ringen; wer sich anmaßt, mit ihm zu kämpfen, für den muss eine Arznei bereitet werden.
Wort für Wort
indro 'pi hi na pārthena saṃyuge yoddhum arhati yas tenāśaṃsate yoddhuṃ kartavyaṃ tasya bheṣajam
Selbst Indra ist es nicht angemessen, mit dem Pārtha im Kampf zu ringen; wer sich anmaßt, mit ihm zu kämpfen, für den muss eine Arznei bereitet werden.
Was für eine Mannestat wäre es, wenn sich jemand einen großen Stein um den Hals bindet und damit versucht, das Meer mit bloßen Armen zu durchschwimmen?
Was für eine Mannestat wäre es, wenn sich jemand einen großen Stein um den Hals bindet und damit versucht, das Meer mit bloßen Armen zu durchschwimmen?
akṛtāstraḥ kṛtāstraṃ vai balavantaṃ sudurbalaḥ tādṛśaṃ karṇa yaḥ pārthaṃ yoddhum icchet sa durmatiḥ
Wer, unbewaffnet in der Waffenkunst, mit einem waffenkundigen, starken Gegner kämpfen will, wer, überaus schwach, mit einem solchen Pārtha kämpfen will, o Karṇa - der ist von Unverstand.
Wort für Wort
akṛtāstraḥ kṛtāstraṃ vai balavantaṃ sudurbalaḥ tādṛśaṃ karṇa yaḥ pārthaṃ yoddhum icchet sa durmatiḥ
Wer, unbewaffnet in der Waffenkunst, mit einem waffenkundigen, starken Gegner kämpfen will, wer, überaus schwach, mit einem solchen Pārtha kämpfen will, o Karṇa - der ist von Unverstand.
saha yudhyāmahe pārtham āgataṃ yuddhadurmadam sainyās tiṣṭhantu saṃnaddhā vyūḍhānīkāḥ prahāriṇaḥ
Lasst uns gemeinsam gegen den gekommenen, kampfestrunkenen Pārtha kämpfen; die Soldaten sollen gerüstet, in Schlachtordnung aufgestellt, kampfbereit stehen.
Wort für Wort
saha yudhyāmahe pārtham āgataṃ yuddhadurmadam sainyās tiṣṭhantu saṃnaddhā vyūḍhānīkāḥ prahāriṇaḥ
Lasst uns gemeinsam gegen den gekommenen, kampfestrunkenen Pārtha kämpfen; die Soldaten sollen gerüstet, in Schlachtordnung aufgestellt, kampfbereit stehen.
Mit in Schlachtordnung aufgestellten Heeren, wachsam, als überaus große Bogenschützen, lasst uns gegen Arjuna in der Schlacht kämpfen, wie einst die Dānavas gegen Vāsava kämpften.‘
Mit in Schlachtordnung aufgestellten Heeren, wachsam, als überaus große Bogenschützen, lasst uns gegen Arjuna in der Schlacht kämpfen, wie einst die Dānavas gegen Vāsava kämpften.‘