Kapitel 33: Go-harana-parva (10)
Der Rinderraub der Kauravas
Während Virāṭa gegen die Trigartas kämpft, greifen Duryodhana und das gesamte Kaurava-Heer (Bhīṣma, Droṇa, Karṇa, Kṛpa, Aśvatthāman, Śakuni, Duḥśāsana u.a.) von der anderen Seite an und rauben sechzigtausend Rinder. Der Rinderaufseher flieht zur Stadt und berichtet dem zurückgebliebenen Königssohn Bhūmiṃjaya (Uttara), der von Virāṭa zum Hüter der Stadt bestimmt wurde. Er spornt ihn mit einer langen, kunstvollen Rede (darin eingebettet Virāṭas eigenes stolzes Lob seines Sohnes) zum Auszug an. Das Kapitel endet mit der Ankündigung von Bhūmiṃjayas Antwort, die er prahlend im Frauengemach gibt.
Vaiśampāyana sprach: Als der Matsya-König zu den Trigartas gezogen war, um jene eigenen Rinder zurückzuerlangen, da rückte Duryodhana samt seinen Ministern gegen Virāṭa vor, begierig danach, sie sich zu eigen zu machen.
Vaiśampāyana sprach: Als der Matsya-König zu den Trigartas gezogen war, um jene eigenen Rinder zurückzuerlangen, da rückte Duryodhana samt seinen Ministern gegen Virāṭa vor, begierig danach, sie sich zu eigen zu machen.
gopālānāṃ tu ghoṣeṣu hanyatāṃ tair mahārathaiḥ ārāvaḥ sumahān āsīt saṃprahāre bhayaṃkare
Als die Hirten in ihren Lagern von jenen großen Wagenkämpfern erschlagen wurden, erhob sich bei jenem furchterregenden Angriff ein gewaltiges Geschrei.
Wort für Wort
gopālānāṃ tu ghoṣeṣu hanyatāṃ tair mahārathaiḥ ārāvaḥ sumahān āsīt saṃprahāre bhayaṃkare
Als die Hirten in ihren Lagern von jenen großen Wagenkämpfern erschlagen wurden, erhob sich bei jenem furchterregenden Angriff ein gewaltiges Geschrei.
rājaputra hitaprepsuḥ kṣipraṃ niryāhi vai svayam tvāṃ hi matsyo mahīpālaḥ śūnyapālam ihākarot
O Königssohn, wünschest du dein eigenes Wohl, so ziehe rasch selbst aus; denn dich hat der Erdenherrscher Matsya hier zum Hüter der nun leeren Stadt gemacht.
Wort für Wort
rājaputra hitaprepsuḥ kṣipraṃ niryāhi vai svayam tvāṃ hi matsyo mahīpālaḥ śūnyapālam ihākarot
O Königssohn, wünschest du dein eigenes Wohl, so ziehe rasch selbst aus; denn dich hat der Erdenherrscher Matsya hier zum Hüter der nun leeren Stadt gemacht.
tvayā pariṣado madhye ślāghate sa narādhipaḥ putro mamānurūpaś ca śūraś ceti kulodvahaḥ
Deinetwegen rühmt sich jener Herrscher der Menschen inmitten der Versammlung: „Mein Sohn ist mir ebenbürtig und heldenhaft, ein Träger des Geschlechts.
Wort für Wort
tvayā pariṣado madhye ślāghate sa narādhipaḥ putro mamānurūpaś ca śūraś ceti kulodvahaḥ
Deinetwegen rühmt sich jener Herrscher der Menschen inmitten der Versammlung: „Mein Sohn ist mir ebenbürtig und heldenhaft, ein Träger des Geschlechts.
āvartaya kurūn jitvā paśūn paśumatāṃ vara nirdahaiṣām anīkāni bhīmena śaratejasā
Bringe die Rinder zurück, nachdem du die Kurus besiegt hast, o Bester der Rinderbesitzer; verbrenne ihre Heerscharen mit dem furchtbaren Glanz deiner Pfeile.
Wort für Wort
āvartaya kurūn jitvā paśūn paśumatāṃ vara nirdahaiṣām anīkāni bhīmena śaratejasā
Bringe die Rinder zurück, nachdem du die Kurus besiegt hast, o Bester der Rinderbesitzer; verbrenne ihre Heerscharen mit dem furchtbaren Glanz deiner Pfeile.
Mit den vom Bogen entsandten, goldgefiederten Pfeilen mit glatten Gelenken durchbrich die Heerscharen der Feinde, wie ein Leitelefant die Herde vorandrängend durchbricht.
Mit den vom Bogen entsandten, goldgefiederten Pfeilen mit glatten Gelenken durchbrich die Heerscharen der Feinde, wie ein Leitelefant die Herde vorandrängend durchbricht.
Lass inmitten der Feinde die Bogen-Vīṇā [?] erklingen, deren Wirbelstützen die Fesseln [?], deren Saite die Bogensehne, deren Wirbelstab der Bogenstab ist, die gewaltigen Ton gibt und deren Farbe [Tonfärbung] die Pfeile sind.
Lass inmitten der Feinde die Bogen-Vīṇā [?] erklingen, deren Wirbelstützen die Fesseln [?], deren Saite die Bogensehne, deren Wirbelstab der Bogenstab ist, die gewaltigen Ton gibt und deren Farbe [Tonfärbung] die Pfeile sind.
Die Verse 016-018 vergleichen den Bogen mit einer Vīṇā (Laute); der genaue technische Sinn von pāśopadhānām (etwa: 'deren Wirbelstützen die Fessel/Schlinge sind') bleibt unsicher und wird hier wörtlich, mit [?] markiert, wiedergegeben.
śvetā rajatasaṃkāśā rathe yujyantu te hayāḥ dhvajaṃ ca siṃhaṃ sauvarṇam ucchrayantu tavābhibhoḥ
Weiße, silberglänzende Pferde sollen an deinen Wagen gespannt werden, und einen goldenen Löwen als Banner sollen sie für dich, den Bezwinger, emporrichten.
Wort für Wort
śvetā rajatasaṃkāśā rathe yujyantu te hayāḥ dhvajaṃ ca siṃhaṃ sauvarṇam ucchrayantu tavābhibhoḥ
Weiße, silberglänzende Pferde sollen an deinen Wagen gespannt werden, und einen goldenen Löwen als Banner sollen sie für dich, den Bezwinger, emporrichten.
Goldgefiederte, hellspitzige Pfeile, von deiner geschickten Hand entsandt, sollen die Sonne verdecken - sie, die das Leben der feindlichen Könige abschneiden.
Goldgefiederte, hellspitzige Pfeile, von deiner geschickten Hand entsandt, sollen die Sonne verdecken - sie, die das Leben der feindlichen Könige abschneiden.
Nachdem du in der Schlacht alle Kurus besiegt hast, wie der Träger des Vajra die Asuras, und großen Ruhm erlangt hast, mögest du in diese Stadt zurückkehren.
Nachdem du in der Schlacht alle Kurus besiegt hast, wie der Träger des Vajra die Asuras, und großen Ruhm erlangt hast, mögest du in diese Stadt zurückkehren.