Kapitel 27: Go-harana-parva (4)
Bhīṣmas Lobrede auf Yudhiṣṭhira
Bhīṣma bekräftigt Droṇas Einschätzung und hält eine lange, feierliche Lobrede auf Yudhiṣṭhiras Rechtschaffenheit: Wo immer dieser weile, blühe das Land - Regen falle rechtzeitig, Ernten gedeihen, Speisen und Getränke seien schmackhaft, die Menschen tugendhaft und frei von Missgunst. Zugleich räumt Bhīṣma ein, dass gerade die Verborgenheit eines so vollkommen Rechtschaffenen selbst für Brahmanen kaum zu durchdringen sei, geschweige denn für gewöhnliche Kundschafter - und überlässt Duryodhana die Entscheidung über das weitere Vorgehen.
Vaiśampāyana sprach: Da nun Bhīṣma, der Sohn Śāntanus, der Großvater der Bharatas, gelehrt, kundig von Ort und Zeit, kundig der Wahrheit, kundig aller Rechtschaffenheit,
Vaiśampāyana sprach: Da nun Bhīṣma, der Sohn Śāntanus, der Großvater der Bharatas, gelehrt, kundig von Ort und Zeit, kundig der Wahrheit, kundig aller Rechtschaffenheit,
Bhīṣma sprach dort eine Rede, die sich um Yudhiṣṭhira drehte, den Kenner der Rechtschaffenheit, der Rechtschaffenheit ergeben - eine Rede, wie sie unter den Schlechten selten ist, doch von den Guten stets geschätzt und von den Rechtschaffenen verehrt wird.
Bhīṣma sprach dort eine Rede, die sich um Yudhiṣṭhira drehte, den Kenner der Rechtschaffenheit, der Rechtschaffenheit ergeben - eine Rede, wie sie unter den Schlechten selten ist, doch von den Guten stets geschätzt und von den Rechtschaffenen verehrt wird.
‚Wie dieser Brahmane, Droṇa, der Kenner der Wahrheit aller Dinge, gesagt hat: Die Pāṇḍavas, mit allen glückverheißenden Merkmalen ausgestattet, verdienen kein Verderben.
‚Wie dieser Brahmane, Droṇa, der Kenner der Wahrheit aller Dinge, gesagt hat: Die Pāṇḍavas, mit allen glückverheißenden Merkmalen ausgestattet, verdienen kein Verderben.
Sie sind mit Gelehrsamkeit und gutem Betragen ausgestattet, von tugendhaften Gelübden erfüllt, versunken im Gehorsam gegenüber den Älteren, der Wahrheit ihres Gelübdes ergeben.
Sie sind mit Gelehrsamkeit und gutem Betragen ausgestattet, von tugendhaften Gelübden erfüllt, versunken im Gehorsam gegenüber den Älteren, der Wahrheit ihres Gelübdes ergeben.
dharmataś caiva guptās te svavīryeṇa ca pāṇḍavāḥ na nāśam adhigaccheyur iti me dhīyate matiḥ
Sowohl durch die Rechtschaffenheit als auch durch ihre eigene Kraft beschützt, werden die Pāṇḍavas nicht ins Verderben geraten - so ist meine feste Überzeugung.
Wort für Wort
dharmataś caiva guptās te svavīryeṇa ca pāṇḍavāḥ na nāśam adhigaccheyur iti me dhīyate matiḥ
Sowohl durch die Rechtschaffenheit als auch durch ihre eigene Kraft beschützt, werden die Pāṇḍavas nicht ins Verderben geraten - so ist meine feste Überzeugung.
yat tu śakyam ihāsmābhis tān vai saṃcintya pāṇḍavān buddhyā pravaktuṃ na drohāt pravakṣyāmi nibodha tat
Was aber wir hier, nachdem wir über die Pāṇḍavas nachgedacht haben, mit Verstand und nicht aus Feindseligkeit sagen können, das will ich sagen - höre es.
Wort für Wort
yat tu śakyam ihāsmābhis tān vai saṃcintya pāṇḍavān buddhyā pravaktuṃ na drohāt pravakṣyāmi nibodha tat
Was aber wir hier, nachdem wir über die Pāṇḍavas nachgedacht haben, mit Verstand und nicht aus Feindseligkeit sagen können, das will ich sagen - höre es.
sā tv iyaṃ sādhu vaktavyā na tv anītiḥ kathaṃ cana vṛddhānuśāsane tāta tiṣṭhataḥ satyaśīlinaḥ
Dies soll auf rechte Weise gesagt werden, keinesfalls in unrechter Absicht, mein Sohn, über einen, der im Gehorsam gegenüber den Älteren steht und von wahrhaftigem Wesen ist.
Wort für Wort
sā tv iyaṃ sādhu vaktavyā na tv anītiḥ kathaṃ cana vṛddhānuśāsane tāta tiṣṭhataḥ satyaśīlinaḥ
Dies soll auf rechte Weise gesagt werden, keinesfalls in unrechter Absicht, mein Sohn, über einen, der im Gehorsam gegenüber den Älteren steht und von wahrhaftigem Wesen ist.
Ein Kluger, der inmitten der Rechtschaffenen zu sprechen wünscht, muss notwendig ganz nach seiner Einsicht sprechen, aus dem Verlangen nach Rechtschaffenheit.
Ein Kluger, der inmitten der Rechtschaffenen zu sprechen wünscht, muss notwendig ganz nach seiner Einsicht sprechen, aus dem Verlangen nach Rechtschaffenheit.
nāsūyako na cāpīrṣur nātivādī na matsarī bhaviṣyati janas tatra svaṃ svaṃ dharmam anuvrataḥ
dort werden die Menschen frei von Missgunst, frei von Neid, frei von schroffer Rede und frei von Eifersucht sein, jeder seiner eigenen Pflicht ergeben.
Wort für Wort
nāsūyako na cāpīrṣur nātivādī na matsarī bhaviṣyati janas tatra svaṃ svaṃ dharmam anuvrataḥ
dort werden die Menschen frei von Missgunst, frei von Neid, frei von schroffer Rede und frei von Eifersucht sein, jeder seiner eigenen Pflicht ergeben.
brahmaghoṣāś ca bhūyāṃsaḥ pūrṇāhutyas tathaiva ca kratavaś ca bhaviṣyanti bhūyāṃso bhūridakṣiṇāḥ
Der Klang vedischer Rezitation wird häufig zu hören sein, ebenso vollständige Opferspenden; zahlreiche Opferfeiern mit reichen Priesterlöhnen werden stattfinden.
Wort für Wort
brahmaghoṣāś ca bhūyāṃsaḥ pūrṇāhutyas tathaiva ca kratavaś ca bhaviṣyanti bhūyāṃso bhūridakṣiṇāḥ
Der Klang vedischer Rezitation wird häufig zu hören sein, ebenso vollständige Opferspenden; zahlreiche Opferfeiern mit reichen Priesterlöhnen werden stattfinden.
vāyuś ca sukhasaṃsparśo niṣpratīpaṃ ca darśanam bhayaṃ nābhyāviśet tatra yatra rājā yudhiṣṭhiraḥ
Der Wind wird angenehm zu berühren sein, und die Anblicke werden nichts Widriges bieten; keine Furcht würde dort Einzug halten, wo König Yudhiṣṭhira weilt.
Wort für Wort
vāyuś ca sukhasaṃsparśo niṣpratīpaṃ ca darśanam bhayaṃ nābhyāviśet tatra yatra rājā yudhiṣṭhiraḥ
Der Wind wird angenehm zu berühren sein, und die Anblicke werden nichts Widriges bieten; keine Furcht würde dort Einzug halten, wo König Yudhiṣṭhira weilt.
Mit ihren jeweils eigenen Vorzügen wohlausgestattet, werden diese Dinge in diesem dreizehnten Jahr in jenem Land bestehen, mein Sohn, in dem der Pāṇḍava weilt.
Mit ihren jeweils eigenen Vorzügen wohlausgestattet, werden diese Dinge in diesem dreizehnten Jahr in jenem Land bestehen, mein Sohn, in dem der Pāṇḍava weilt.
freigebig im Schenken des Erwünschten, von großem Eifer, stets der Rechtschaffenheit ergeben, das Unheilvolle verabscheuend, das Heilvolle erstrebend, beständig opfernd, von reinen Gelübden - so werden die Menschen dort sein, wo König Yudhiṣṭhira weilt.
freigebig im Schenken des Erwünschten, von großem Eifer, stets der Rechtschaffenheit ergeben, das Unheilvolle verabscheuend, das Heilvolle erstrebend, beständig opfernd, von reinen Gelübden - so werden die Menschen dort sein, wo König Yudhiṣṭhira weilt.
Der Lüge entsagend, mein Sohn, heilvoll, glückverheißend, gesegnet, nach heilvollem Nutzen strebend, heilvollen Sinnes - so werden die Menschen dort sein, wo König Yudhiṣṭhira weilt, stets ihren erwünschten und liebgewonnenen Gelübden treu.
Der Lüge entsagend, mein Sohn, heilvoll, glückverheißend, gesegnet, nach heilvollem Nutzen strebend, heilvollen Sinnes - so werden die Menschen dort sein, wo König Yudhiṣṭhira weilt, stets ihren erwünschten und liebgewonnenen Gelübden treu.
dharmātmā sa tadādṛśyaḥ so 'pi tāta dvijātibhiḥ kiṃ punaḥ prākṛtaiḥ pārthaḥ śakyo vijñātum antataḥ
Dieser Rechtschaffene ist selbst für die Zweifachgeborenen nur schwer zu erkennen, mein Sohn - wie viel weniger dann kann der Pārtha am Ende von gewöhnlichen Leuten erkannt werden?
Wort für Wort
dharmātmā sa tadādṛśyaḥ so 'pi tāta dvijātibhiḥ kiṃ punaḥ prākṛtaiḥ pārthaḥ śakyo vijñātum antataḥ
Dieser Rechtschaffene ist selbst für die Zweifachgeborenen nur schwer zu erkennen, mein Sohn - wie viel weniger dann kann der Pārtha am Ende von gewöhnlichen Leuten erkannt werden?
Er, in dem Wahrhaftigkeit, Standhaftigkeit, Freigebigkeit, höchste Gelassenheit, unerschütterliche Nachsicht, Scham, Glanz, Ruhm, höchste Glutkraft, Mitgefühl und auch Aufrichtigkeit wohnen -
Er, in dem Wahrhaftigkeit, Standhaftigkeit, Freigebigkeit, höchste Gelassenheit, unerschütterliche Nachsicht, Scham, Glanz, Ruhm, höchste Glutkraft, Mitgefühl und auch Aufrichtigkeit wohnen -
tasmāt tatra nivāsaṃ tu channaṃ satreṇa dhīmataḥ gatiṃ vā paramāṃ tasya notsahe vaktum anyathā
darum wage ich es nicht, seinen verborgenen Aufenthaltsort, den des Weisen, der durch sein beharrliches Gelübde der Wahrheit verhüllt ist, oder sein letztes Ziel anders zu benennen, als ich es vermag.
Wort für Wort
tasmāt tatra nivāsaṃ tu channaṃ satreṇa dhīmataḥ gatiṃ vā paramāṃ tasya notsahe vaktum anyathā
darum wage ich es nicht, seinen verborgenen Aufenthaltsort, den des Weisen, der durch sein beharrliches Gelübde der Wahrheit verhüllt ist, oder sein letztes Ziel anders zu benennen, als ich es vermag.