Nachdem er dieses Wort, das die Vaidehī aus Gattinnentreue gesprochen hatte, gehört hatte, entgegnete Rāma, im Dharma feststehend, der Tochter Janakas:
kim nu vakṣyāmi aham devi tvayā eva uktam idam vacaḥ |
kṣatriyaiḥ dhāryate cāpo na ārta śabdo bhaved iti || 3-10-3
Was aber soll ich dir sagen, Göttin? Du selbst hast dieses Wort gesprochen: 'Von Kṣatriyas wird der Bogen getragen, damit kein Klageschrei der Bedrängten erschalle.'
te ca ārtā daṇḍakāraṇye munayaḥ saṃśita vratāḥ |
mām sīte svayam āgamya śaraṇyāḥ śaraṇam gatāḥ || 3-10-4
Jene aber, die bedrängten Weisen im Daṇḍaka-Wald, von strengen Gelübden, sind, selbst zu mir gekommen, o Sītā, sie, die selbst Zuflucht gewähren, in meine Zuflucht getreten.
Wort für Wort
te ca ārtā daṇḍakāraṇye
jene bedrängten im Daṇḍaka-Wald
munayaḥ saṃśita vratāḥ
Weise von strengen Gelübden
mām sīte svayam āgamya
zu mir, Sītā, selbst gekommen
śaraṇyāḥ śaraṇam gatāḥ
die Zufluchtsgewährenden sind in Zuflucht gegangen
Sie, die von Zeit zu Zeit im Wald wohnen und von Wurzeln und Früchten leben, finden kein Glück, Furchtsame, wegen der Rākṣasas mit ihren grausamen Taten.
sind zu uns gekommen und haben so zu mir gesprochen, jene Besten der Zweifachgeborenen. Als ich aber dieses Wort, das so aus ihrem Munde kam, gehört hatte,
tena śāpam na muṃcāmo bhakṣyamāṇāḥ ca rākṣasaiḥ |
tad ardyamānān rakṣobhiḥ daṇḍakāraṇya vāsibhiḥ || 3-10-15
Deshalb sprechen wir keinen Fluch aus, auch wenn wir von den Rākṣasas gefressen werden.' So, von den Rākṣasas gequält, den Bewohnern des Daṇḍaka-Waldes,
rakṣa naḥ tvam saha bhrātrā tvam nāthā hi vayam vane |
mayā ca etat vacaḥ śrutvā kārtsnyena paripālanam || 3-10-16
'beschütze uns, du mit deinem Bruder; du bist unser Herr, wir sind hilflos im Wald.' Und als ich dieses Wort gehört hatte, gelobte ich den vollständigen Schutz
anuktena api vaidehi pratijñāya katham punaḥ |
mama snehāt ca sauhārdāt idam uktam tvayā vacaḥ || 3-10-20
Selbst ohne dass ich es dir gesagt hätte, o Vaidehī, wie könnte ich es, nachdem ich es gelobt habe, wieder zurücknehmen? Aus Liebe und Freundschaft zu mir hast du dieses Wort gesprochen,
parituṣṭo asmi aham sīte na hi aniṣṭo anuśāsyate |
sadṛśam ca anurūpam ca kulasya tava śobhane || 3-10-21
und ich bin sehr zufrieden damit, Sītā – denn kein Unwillkommener wird so belehrt –, ein geziemendes und passendes Wort, deiner Herkunft würdig, o Schöne,
sadharma cāriṇī me tvam prāṇebhyo api garīyasī ||
iti evam uktvā vacanam mahātmā sītām priyām maithila rāja putrīm |
rāmo dhanuṣmān saha lakṣmaṇena jagāma ramyāṇi tapo vanāni || 3-10-22
du, meine Gefährtin im Dharma, mir teurer als das eigene Leben." Nachdem der Großherzige, Rāma, mit dem Bogen bewaffnet, diese Worte zu seiner geliebten Sītā, der Königstochter von Mithilā, gesprochen hatte, zog er zusammen mit Lakṣmaṇa zu den lieblichen Asketenwäldern weiter.
Wort für Wort
sadharma cāriṇī me tvam
du, meine Gefährtin im Dharma
prāṇebhyo api garīyasī
mir teurer als das Leben
iti evam uktvā vacanam mahātmā
dies gesagt habend, der Großherzige
sītām priyām maithila rāja putrīm
zu seiner geliebten Sītā, der Königstochter von Mithilā