Einen an gewöhnlichen Genüssen hängenden, seinen Begierden folgenden, gierigen König schätzen die Untertanen nicht sehr, wie sie das Feuer auf dem Leichenfeld nicht schätzen.
Einen König ohne geeignete Kundschafter, schwer zu erreichen, sich selbst nicht beherrschend, meiden die Menschen von Weitem, wie Elefanten den Schlamm eines Flusses.
ayukta cāram manye tvām prākṛtaiḥ sacivaiḥ yutaḥ |
sva janam ca janasthānam nihatam na avabudhyase || 3-33-11
Ich halte dich für einen ohne geeignete Kundschafter, umgeben von gewöhnlichen Ministern – dass dein eigenes Volk und Janasthāna vernichtet sind, erkennst du gar nicht.
Wort für Wort
ayukta cāram manye tvām
ich halte dich für einen ohne geeignete Kundschafter
śuṣka kāṣṭhaiḥ bhavet kāryam loṣṭaiḥ api ca pāṃsubhiḥ |
na tu sthānāt paribhraṣṭaiḥ kāryam syāt vasudhādhipaiḥ || 3-33-18
Mit trockenem Holz, mit Erdklumpen und selbst mit Staub kann man noch etwas anfangen; mit aus ihrer Stellung Gefallenen aber, mit Erdherrschern, lässt sich nichts mehr anfangen.
apramattaḥ ca yo rājā sarvajño vijitendriyaḥ |
kṛtajño dharma śīlaḥ ca sa rājā tiṣṭhate ciram || 3-33-20
Ein König aber, der unachtsam nicht ist, allwissend, seine Sinne bezwungen hat, dankbar und der Rechtschaffenheit zugetan ist, ein solcher König besteht lange.
nayanābhyām prasupto vā jāgarti naya cakṣuṣā |
vyakta krodha prasādaḥ ca sa rājā pūjyate janaiḥ || 3-33-21
Selbst wenn seine Augen schlafen, wacht er mit dem Auge der Staatsklugheit; ein solcher König, dessen Zorn und Gnade offenkundig sind, wird von den Menschen geehrt.
tvam tu rāvaṇa durbuddhiḥ guṇaiḥ etaiḥ vivarjitaḥ |
yasya te aviditaḥ cāraiḥ rakṣasām sumahān vadhaḥ || 3-33-22
Du aber, Rāvaṇa, von schlechtem Verstand, dieser Tugenden beraubt – dir ist durch deine Kundschafter nicht einmal die überaus gewaltige Tötung der Rākṣasas bekannt geworden.
para avamaṃtā viṣayeṣu saṃgavān
na deśa kāla pravibhāga tattva vit |
ayukta buddhiḥ guṇa doṣa niścaye
vipanna rājyo na cirāt vipatsyate || 3-33-23
Wer andere geringschätzt, an sinnlichen Genüssen hängt, den wahren Unterschied von Ort und Zeit nicht kennt und im Beurteilen von Tugend und Fehler unfähig ist, dessen Königreich ist schon verloren – er wird bald zugrunde gehen.
Wort für Wort
para avamaṃtā viṣayeṣu saṃgavān
andere geringschätzend, an sinnlichen Genüssen hängend
na deśa kāla pravibhāga tattva vit
den wahren Unterschied von Ort und Zeit nicht kennend
ayukta buddhiḥ guṇa doṣa niścaye
unfähigen Verstands im Beurteilen von Tugend und Fehler
vipanna rājyo na cirāt vipatsyate
dessen Königreich verloren ist, wird bald zugrunde gehen
iti sva doṣān parikīrtitām tayā
samīkṣya buddhyā kṣaṇadā careśvaraḥ |
dhanena darpeṇa balena ca anvito
vicintayāmāsa ciram sa rāvaṇaḥ || 3-33-24
Nachdem er so seine eigenen, von ihr genannten Fehler mit seinem Verstand bedacht hatte, der Herr der Nachtwandler, von Reichtum, Hochmut und Kraft erfüllt, dachte Rāvaṇa lange nach.
Wort für Wort
iti sva doṣān parikīrtitām tayā
so seine von ihr genannten eigenen Fehler
samīkṣya buddhyā kṣaṇadā careśvaraḥ
mit dem Verstand bedenkend, der Herr der Nachtwandler