Sarga 4: Virādha Vadhaḥ
Rāma und Lakṣmaṇa vergraben den unverwundbaren Virādha lebendig; er erlöst sich als der Gandharva Tumburu und weist den Weg zu Śarabhaṅga
hriyamāṇau tu kākutsthau dṛṣṭvā sītā raghūttamau |
uccaiḥ svareṇa cukrośa pragṛhya su mahābhujau || 3-4-1
Als sie sah, wie die beiden Kākutsthas, die Besten der Raghus, mit ihren starken Armen ergriffen und fortgetragen wurden, schrie Sītā mit lauter Stimme.
'Dieser Sohn des Daśaratha, Rāma, der Wahrhafte, Tugendhafte, Reine, wird von einem Rākṣasa mit schrecklicher Gestalt fortgetragen, zusammen mit Lakṣmaṇa.'
'Mich sollen Bären, Tiger und Panther verzehren; lass mich, nimm mich, aber lass die beiden Kākutsthas los; Verehrung sei dir, du Bester der Rākṣasas.'
'Für diesen schrecklichen Rākṣasa, wie für einen Elefanten, o Lakṣmaṇa, soll in diesem Wald eine sehr große Grube gegraben werden, für den von schrecklichem Glanz.'
Wort für Wort
kuñjarasya iva raudrasya
wie für einen schrecklichen Elefanten
rākṣasasya asya lakṣmaṇa
für diesen Rākṣasa, o Lakṣmaṇa
vane asmin sumahad śvabhram
in diesem Wald eine sehr große Grube
khanyatām raudravarcasaḥ
soll gegraben werden, für den von schrecklichem Glanz
hato.aham puruṣavyāghraḥ śakra tulya balena vai |
mayā tu pūrvam tvam mohān na jñātaḥ puruṣarṣabhaḥ || 3-4-14
'Ich bin besiegt, o Tiger unter den Männern, von einem an Kraft dem Śakra gleichen; von mir aber wurdest du zuvor aus Verblendung nicht erkannt, o Stier unter den Männern.'
Wort für Wort
hato.aham puruṣavyāghraḥ
ich bin besiegt, o Tiger unter den Männern
śakra tulya balena vai
von einem an Kraft dem Śakra gleichen
mayā tu pūrvam tvam mohān
von mir aber zuvor aus Verblendung
na jñātaḥ puruṣarṣabhaḥ
wurdest du nicht erkannt, o Stier unter den Männern
kausalyā suprajātaḥ tāta rāmaḥ tvam vidito mayā |
vaidehī ca mahābhāgā lakṣmaṇaḥ ca mahāyaśāḥ || 3-4-15
'Als der wohlgeborene Sohn der Kausalyā, mein Sohn, Rāma, bist du mir jetzt bekannt, und auch die hochbeglückte Vaidehī und der hochberühmte Lakṣmaṇa.'
'Für diesen schrecklichen, wie ein Elefant großen Rākṣasa, o Lakṣmaṇa, soll in diesem Wald eine sehr große Grube gegraben werden, für den, der schreckliche Taten verübte.'
Wort für Wort
kuñjarasya iva raudrasya
wie ein schrecklicher Elefant
rākṣasasya asya lakṣmaṇa
für diesen Rākṣasa, o Lakṣmaṇa
vane asmin sumahat śvabhram
in diesem Wald eine sehr große Grube
khanyatām raudrakarmaṇaḥ
soll gegraben werden, für den mit schrecklichen Taten
Ihn, dessen Hals nun frei war, hoben sie hoch, den mit spitzen Ohren und lautem Klang, und warfen den brüllenden, furchtbar klingenden Virādha in die Grube.
Diesen im Kampf Schrecklichen warfen die beiden schnellen, in der Tapferkeit standhaften Rāma und Lakṣmaṇa, freudvoll, den furchterregenden, brüllenden Rākṣasa hochhebend, in die Grube hinein.
Wort für Wort
tam āhave dāruṇam āśu vikramau
diesen im Kampf Schrecklichen, die schnellen an Tapferkeit
avadhyatām prekṣya mahāsurasya tau |
śitena śastreṇa tadā nararṣabhau |
samarthya ca atyartha viśāradau ubhau |
bile viradhasya vadham pracakratuḥ || 3-4-30
Als sie die Unverwundbarkeit des großen Dämons gegenüber der scharfen Waffe erkannten, vollbrachten die beiden Stiere unter den Männern, überaus geschickt und einig, den Tod des Virādha in der Grube.
Wort für Wort
avadhyatām prekṣya mahāsurasya tau
die Unverwundbarkeit des großen Dämons erkennend
śitena śastreṇa tadā nararṣabhau
gegenüber der scharfen Waffe, die beiden Stiere unter den Männern
svayam virādhena hi mṛtyum ātmanaḥ |
prasahya rāmeṇa vadhārtham īpsitaḥ |
niveditaḥ kānana cāriṇā svayam |
na me vadhaḥ śastra kṛto bhavet iti || 3-4-31
Denn Virādha selbst, der Waldwandler, hatte, um von Rāma gewaltsam getötet zu werden, selbst mitgeteilt: 'Mein Tod soll nicht durch eine Waffe herbeigeführt werden.'
Wort für Wort
svayam virādhena hi mṛtyum ātmanaḥ
denn von Virādha selbst der eigene Tod
prasahya rāmeṇa vadhārtham īpsitaḥ
gewaltsam von Rāma zum Zweck der Tötung erwünscht
niveditaḥ kānana cāriṇā svayam
mitgeteilt vom Waldwandler selbst
na me vadhaḥ śastra kṛto bhavet iti
mein Tod soll nicht durch eine Waffe herbeigeführt werden
tadeva rāmeṇa niśaṃya bhāṣitam |
kṛtā matiḥ tasya bila praveśane |
bilam ca tena ati balena rakṣasā |
praveśyamānena vanam vināditam || 3-4-32
Genau dies vernehmend, fasste Rāma den Entschluss, ihn in die Grube zu versenken; und der Wald erdröhnte, als der überaus kräftige Rākṣasa in die Grube versenkt wurde.
Wort für Wort
tadeva rāmeṇa niśaṃya bhāṣitam
genau dies von Rāma vernommen
kṛtā matiḥ tasya bila praveśane
fasste er den Entschluss, ihn in die Grube zu versenken
Rāma und Lakṣmaṇa, wie hocherfreut aussehend, nachdem sie diesen Virādha in die Grube auf der Erde gestürzt hatten, freuten sich, von Furcht befreit, im großen Wald, und bedeckten den Rākṣasa mit Felsblöcken.
Wort für Wort
prahṛṣṭa rūpau iva rāma lakṣmaṇau
Rāma und Lakṣmaṇa, wie hocherfreut aussehend
virādham urvyām pradare nipātya tam
nachdem sie Virādha in die Grube auf der Erde gestürzt hatten
nanandatuḥ vīta bhayau mahāvane
freuten sie sich, von Furcht befreit, im großen Wald
tataḥ tu tau kāṃcana citra kārmukau |
nihatya rakṣaḥ parigṛhya maithilīm |
vijahratuḥ tau muditau mahāvane |
divi sthitau candra divākarau iva || 3-4-34
Dann, nachdem sie mit ihren goldenen, bunt geschmückten Bogen den Rākṣasa getötet und Maithilī wieder aufgenommen hatten, wandelten die beiden Freudigen im großen Wald umher, wie Mond und Sonne, die am Himmel stehen.
Wort für Wort
tataḥ tu tau kāṃcana citra kārmukau
dann die beiden mit goldenen, bunten Bogen
nihatya rakṣaḥ parigṛhya maithilīm
den Rākṣasa getötet und Maithilī aufgenommen habend
vijahratuḥ tau muditau mahāvane
wandelten die beiden Freudigen im großen Wald umher