Rāmāyaṇa · Araṇyakāṇḍa
Sarga 51: Jaṭāyu Vadhaḥ
Jaṭāyus Tod
iti uktaḥ krodha tāmrākṣaḥ tapta kāṃcana kuṇḍalaḥ | rākṣasendro abhidudrāva patagendram amarṣaṇaḥ || 3-51-1
So angesprochen, mit zornrot glühenden Augen, mit Ohrringen aus geglühtem Gold, stürmte der Rākṣasa-Fürst voll Unmut auf den Herrn der Vögel los.
Wort für Wort iti uktaḥ so angesprochen krodha tāmrākṣaḥ zornrot-äugig tapta kāṃcana kuṇḍalaḥ mit geglühten Goldohrringen rākṣasendro der Rākṣasa-Fürst abhidudrāva stürmte los auf patagendram den Herrn der Vögel amarṣaṇaḥ voll Unmut sa saṃprahāraḥ tumulaḥ tayoḥ tasmin mahā mṛdhe | babhūva vāta uddhatayoḥ meghayoḥ gagane yathā || 3-51-2
Jener tosende Zusammenstoß der beiden in dieser großen Schlacht glich zwei vom Wind aufgewühlten Wolken am Himmel.
Wort für Wort sa saṃprahāraḥ tumulaḥ jener tosende Zusammenstoß tayoḥ der beiden tasmin mahā mṛdhe in jener großen Schlacht babhūva war/glich vāta uddhatayoḥ meghayoḥ zweier vom Wind aufgewühlter Wolken gagane yathā wie am Himmel tat babhūva adbhutam yuddham gṛdhra rākṣasayoḥ tadā | sapakṣayoḥ mālyavatoḥ mahā parvatayoḥ iva || 3-51-3
Wunderbar war jener Kampf zwischen Geier und Rākṣasa, wie zwischen zwei geflügelten großen Bergen des Mālyavat.
Wort für Wort tat babhūva adbhutam yuddham das war ein wunderbarer Kampf gṛdhra rākṣasayoḥ zwischen Geier und Rākṣasa tadā damals sapakṣayoḥ geflügelt mālyavatoḥ mahā parvatayoḥ iva wie zweier großer Berge des Mālyavat tato nālīka nārācaiḥ tīkṣṇa agraiḥ ca vikarṇibhiḥ | abhyavarṣat mahāghoraiḥ gṛdhra rājam mahābalaḥ || 3-51-4
Da überschüttete der Gewaltige mit Nālīka- und Nārāca-Pfeilen, scharfspitzig, mit Flügeln, gar schrecklich, den Geierkönig.
Wort für Wort tato dann nālīka nārācaiḥ mit Nālīka- und Nārāca-Pfeilen tīkṣṇa agraiḥ scharfspitzigen ca vikarṇibhiḥ und geflügelten abhyavarṣat überschüttete mahāghoraiḥ überaus furchtbaren gṛdhra rājam den Geierkönig mahābalaḥ der Gewaltige sa tāni śara jālāni gṛdhraḥ patraratha īśvaraḥ | jaṭāyuḥ pratijagrāha rāvaṇa astrāṇi saṃyuge || 3-51-5
Jener Geier, der Herr der Beflügelten, Jaṭāyus, fing jene Pfeilnetze, Rāvaṇas Waffen, im Kampfe ab.
Wort für Wort sa tāni śara jālāni jene Pfeilnetze gṛdhraḥ patraratha īśvaraḥ der Geier, Herr der Beflügelten jaṭāyuḥ Jaṭāyus pratijagrāha fing ab rāvaṇa astrāṇi Rāvaṇas Geschosse saṃyuge im Kampf tasya tīkṣṇa nakhābhyām tu caraṇābhyām mahābalaḥ | cakāra bahudhā gātre vraṇān pataga sattamaḥ || 3-51-6
Mit seinen scharfen Krallen an den Fängen schlug der Gewaltige, der beste der Vögel, ihm vielfache Wunden am Leibe.
Wort für Wort tasya ihm tīkṣṇa nakhābhyām mit den scharfen Krallen tu caraṇābhyām an den beiden Fängen mahābalaḥ der Gewaltige cakāra bahudhā gātre vraṇān schlug am Leib vielfache Wunden pataga sattamaḥ der beste der Vögel atha krodhāt daśagrīvaḥ jagrāha daśa mārgaṇān | mṛtyu daṇḍa nibhān ghorān śatror nidhana kānkṣayā || 3-51-7
Da ergriff der Zehnhalsige voll Zorn zehn Pfeile, dem Todesstab gleich, furchtbar, in der Absicht, den Feind zu töten.
Wort für Wort atha krodhāt da voll Zorn daśagrīvaḥ der Zehnhalsige jagrāha daśa mārgaṇān ergriff zehn Pfeile mṛtyu daṇḍa nibhān dem Todesstab gleich ghorān furchtbare śatror nidhana kānkṣayā in der Absicht, den Feind zu vernichten sa taiḥ bāṇaiḥ mahāvīryaḥ pūrṇa muktaiḥ ajihma gaiḥ | bibheda niśitaiḥ tīkṣṇaiḥ gṛdhram ghoraiḥ śilīmukhaiḥ || 3-51-8
Mit jenen Pfeilen, voll abgeschossen, geradefliegend, scharfen, furchtbaren Spitzen durchbohrte der Gewaltige den Geier.
Wort für Wort sa taiḥ bāṇaiḥ mit jenen Pfeilen mahāvīryaḥ der überaus Kraftvolle pūrṇa muktaiḥ voll abgeschossenen ajihma gaiḥ geradefliegenden bibheda durchbohrte niśitaiḥ tīkṣṇaiḥ mit scharfen, spitzen gṛdhram den Geier ghoraiḥ śilīmukhaiḥ mit furchtbaren Pfeilspitzen sa rākṣasa rathe paśyan jānakīm bāṣpa locanām | aciṃtayitvā bāṇām tān rākṣasam samabhidravat || 3-51-9
Da er Jānakī mit tränenden Augen im Wagen des Rākṣasa erblickte, achtete er jene Pfeile nicht und stürzte auf den Rākṣasa los.
Wort für Wort sa er rākṣasa rathe im Wagen des Rākṣasa paśyan jānakīm als er Jānakī sah bāṣpa locanām mit tränenden Augen aciṃtayitvā bāṇām tān ohne jene Pfeile zu beachten rākṣasam samabhidravat stürmte auf den Rākṣasa los tato asya saśaram cāpam muktā maṇi vibhūṣitam | caraṇābhyām mahātejā babhaṃja patagottamaḥ || 3-51-10
Da zerbrach der Erhabene, der beste der Vögel, mit seinen Fängen ihm den Bogen samt Pfeil, geschmückt mit Perlen und Juwelen.
Wort für Wort tato dann asya ihm saśaram cāpam den Bogen samt Pfeil muktā maṇi vibhūṣitam geschmückt mit Perlen und Juwelen caraṇābhyām mit den Fängen mahātejā der Erhabene babhaṃja zerbrach patagottamaḥ der beste der Vögel tato anyat dhanuḥ ādāya rāvaṇaḥ krodha mūrcchitaḥ | vavarṣa śara varṣāṇi śataśo atha sahasraśaḥ || 3-51-11
Da ergriff Rāvaṇa, von Zorn überwältigt, einen anderen Bogen und ließ Pfeilregen zu Hunderten, ja zu Tausenden niederprasseln.
Wort für Wort tato dann anyat dhanuḥ ādāya einen anderen Bogen ergreifend rāvaṇaḥ Rāvaṇa krodha mūrcchitaḥ von Zorn überwältigt vavarṣa śara varṣāṇi ließ Pfeilregen niederprasseln śataśo atha sahasraśaḥ zu Hunderten und Tausenden śaraiḥ āvāritaḥ tasya saṃyuge patageśvaraḥ | kulāyam abhisaṃprāptaḥ pakṣiḥ iva babhau tadā || 3-51-12
Von seinen Pfeilen im Kampfe eingehüllt, glich der Herr der Vögel damals einem Vogel, der sein Nest erreicht hat.
Wort für Wort śaraiḥ āvāritaḥ von Pfeilen eingehüllt tasya von ihm saṃyuge im Kampf patageśvaraḥ der Herr der Vögel kulāyam abhisaṃprāptaḥ pakṣiḥ iva wie ein Vogel, der sein Nest erreicht hat babhau tadā erschien damals sa tāni śara jālāni pakṣābhyām tu vidhūya ha | caraṇābhyām mahātejā babhaṃja asya mahat dhanuḥ || 3-51-13
Jener schüttelte jene Pfeilnetze mit seinen Flügeln ab und zerbrach dem Erhabenen mit den Fängen dessen großen Bogen.
Wort für Wort sa er tāni śara jālāni jene Pfeilnetze pakṣābhyām tu vidhūya ha schüttelte mit den Flügeln ab caraṇābhyām mit den Fängen mahātejā der Erhabene babhaṃja asya mahat dhanuḥ zerbrach dessen großen Bogen tat ca agni sadṛśam dīptam rāvaṇasya śarāvaram | pakṣābhyām ca mahātejā vyadhunot patageśvaraḥ || 3-51-14
Auch jenen dem Feuer gleich lodernden Köcher Rāvaṇas schüttelte der erhabene Herr der Vögel mit den Flügeln fort.
Wort für Wort tat ca und jenen agni sadṛśam dīptam dem Feuer gleich lodernden rāvaṇasya śarāvaram Rāvaṇas Köcher pakṣābhyām mit den Flügeln ca mahātejā und der Erhabene vyadhunot schüttelte fort patageśvaraḥ der Herr der Vögel kāṃcana uraḥ chadān divyān piśāca vadanān kharān | tān ca asya java saṃpannān jaghāna samare balī || 3-51-15
Auch dessen mit Goldpanzern versehene, göttliche, mit Piśāca-Gesichtern rauhe, schnelle Zugtiere erschlug der Starke im Kampf.
Wort für Wort kāṃcana uraḥ chadān mit goldenen Brustpanzern versehene divyān göttliche piśāca vadanān mit Piśāca-Gesichtern kharān rauhe tān ca asya java saṃpannān und jene ihm gehörenden, schnellen jaghāna samare balī erschlug der Starke im Kampf atha triveṇu saṃpannam kāmagam pāvaka arciṣam | maṇi sopāna citra aṃgam babhaṃja ca mahāratham || 3-51-16
Und den großen Wagen, versehen mit dreifacher Deichsel, nach Belieben lenkbar, feuerflammend, mit Juwelenstufen bunt gegliedert, zerbrach er.
Wort für Wort atha und triveṇu saṃpannam versehen mit dreifacher Deichsel kāmagam nach Belieben fahrend pāvaka arciṣam feuerflammend maṇi sopāna citra aṃgam mit bunten Gliedern und Juwelenstufen babhaṃja ca mahāratham und zerbrach den großen Wagen pūrṇa candra pratīkāśam chatram ca vyajanaiḥ saha | pātayāmāsa vegena grāhibhī rākṣasaiḥ saha || 3-51-17
Auch den Schirm, dem Vollmond gleich, samt den Fächern und den ihn haltenden Rākṣasas ließ er mit Wucht zu Boden stürzen.
Wort für Wort pūrṇa candra pratīkāśam dem Vollmond gleichenden chatram Schirm ca vyajanaiḥ saha samt den Fächern pātayāmāsa vegena ließ mit Wucht fallen grāhibhī rākṣasaiḥ saha samt den ihn haltenden Rākṣasas sāratheḥ ca asya vegena tuṇḍena ca mahat śiraḥ | punaḥ vyapāharat śrīmān pakṣirājo mahābalaḥ || 3-51-18
Und auch das große Haupt seines Wagenlenkers riß der glorreiche, gewaltige Vogelkönig mit dem Schnabel und mit Wucht wieder ab.
Wort für Wort sāratheḥ ca asya und ihm, dem Wagenlenker vegena mit Wucht tuṇḍena ca und mit dem Schnabel mahat śiraḥ das große Haupt punaḥ vyapāharat riß wieder ab śrīmān pakṣirājo mahābalaḥ der glorreiche, gewaltige Vogelkönig sa bhagna dhanvā viratho hata aśvo hata sārathiḥ | aṃkena ādāya vaidehīm papāta bhuvi rāvaṇaḥ || 3-51-19
Mit zerbrochenem Bogen, ohne Wagen, mit erschlagenen Pferden, erschlagenem Wagenlenker, stürzte Rāvaṇa, Vaidehī im Schoß haltend, zu Boden.
Wort für Wort sa bhagna dhanvā er, mit zerbrochenem Bogen viratho ohne Wagen hata aśvo mit erschlagenen Pferden hata sārathiḥ mit erschlagenem Wagenlenker aṃkena ādāya vaidehīm Vaidehī im Schoß haltend papāta bhuvi rāvaṇaḥ stürzte Rāvaṇa zu Boden dṛṣṭvā nipatitam bhūmau rāvaṇam bhagna vāhanam | sādhu sādhu iti bhūtāni gṛdhra rājam apūjayan || 3-51-20
Als sie Rāvaṇa mit zerstörtem Gefährt zu Boden gestürzt sahen, priesen die Wesen den Geierkönig mit den Worten: 'Wohl getan, wohl getan!'
Wort für Wort dṛṣṭvā als sie sahen nipatitam bhūmau zu Boden gestürzt rāvaṇam Rāvaṇa bhagna vāhanam mit zerstörtem Gefährt sādhu sādhu iti 'wohl getan, wohl getan!' so bhūtāni die Wesen gṛdhra rājam apūjayan priesen den Geierkönig pariśrāntam tu tam dṛṣṭvā jarayā pakṣi yūthapam | utpapāta punar hṛṣṭo maithilīm gṛhya rāvaṇaḥ || 3-51-21
Doch als er sah, daß der Vogelfürst vom Alter erschöpft war, erhob sich Rāvaṇa wieder froh, Maithilī ergreifend.
Wort für Wort pariśrāntam tu doch erschöpft tam dṛṣṭvā als er ihn sah jarayā durch das Alter pakṣi yūthapam den Vogelfürst utpapāta punar hṛṣṭo erhob sich wieder froh maithilīm gṛhya Maithilī ergreifend rāvaṇaḥ Rāvaṇa tam prahṛṣṭam nidhāya aṃke rāvaṇam janaka ātmajām | gacchaṃtam khaḍga śeṣam ca praṇaṣṭa hata sādhanam gṛdhra rājaḥ samutpatya rāvaṇam samabhidravat | samāvāryam mahātejā jaṭāyuḥ idam abravīt || 3-51-22,23
Als er sah, wie Rāvaṇa, nun voll Freude, Janakas Tochter im Schoß haltend, davonging, nur noch mit dem Schwert bewaffnet, all seiner Mittel beraubt, erhob sich der Geierkönig, stürmte auf Rāvaṇa los, und der Erhabene Jaṭāyus sprach, ihn aufhaltend, diese Worte.
Wort für Wort tam prahṛṣṭam ihn, den nun Frohen nidhāya aṃke im Schoß haltend rāvaṇam Rāvaṇa janaka ātmajām Janakas Tochter gacchaṃtam davongehend khaḍga śeṣam ca nur noch mit dem Schwert praṇaṣṭa hata sādhanam all seiner Mittel beraubt gṛdhra rājaḥ samutpatya der Geierkönig erhob sich rāvaṇam samabhidravat stürmte auf Rāvaṇa los samāvāryam ihn aufhaltend mahātejā jaṭāyuḥ der erhabene Jaṭāyus idam abravīt sprach dies varja saṃsparśa bāṇasya bhāryām rāmasya rāvaṇa | alpa buddhe harasi enām vadhāya khalu rakṣasām || 3-51-24
Meide die Berührung meines Pfeils, Rāvaṇa! Du raubst Rāmas Gattin, o Kurzsichtiger, wahrlich zum Verderben der Rākṣasas.
Wort für Wort varja saṃsparśa bāṇasya meide die Berührung des Pfeils bhāryām rāmasya Rāmas Gattin rāvaṇa Rāvaṇa alpa buddhe o Kurzsichtiger harasi enām du raubst sie vadhāya khalu rakṣasām wahrlich zum Verderben der Rākṣasas sa mitra bandhuḥ sa amātyaḥ sa balaḥ sa paricchadaḥ | viṣa pānam pibasi etat pipāsita iva udakam || 3-51-25
Samt deinen Freunden, Verwandten, Ministern, Heer und Gefolge trinkst du dieses Gift, wie ein Durstiger Wasser trinkt.
Wort für Wort sa mitra bandhuḥ samt Freunden und Verwandten sa amātyaḥ samt Ministern sa balaḥ sa paricchadaḥ samt Heer und Gefolge viṣa pānam pibasi etat du trinkst diesen Gifttrank pipāsita iva udakam wie ein Durstiger Wasser anubaṃdham ajānaṃtaḥ karmaṇām avicakṣaṇāḥ | śīghram eva vinaśyanti yathā tvam vinaśiṣyasi || 3-51-26
Die Unverständigen, die die Folgen ihrer Taten nicht kennen, gehen rasch zugrunde, so wie auch du zugrunde gehen wirst.
Wort für Wort anubaṃdham die Folge ajānaṃtaḥ nicht kennend karmaṇām der Taten avicakṣaṇāḥ die Unverständigen śīghram eva vinaśyanti gehen rasch zugrunde yathā tvam vinaśiṣyasi so wie du zugrunde gehen wirst baddhaḥ tvam kāla pāśena kva gataḥ tasya mokṣyase | vadhāya baḍiśam gṛhya sa amiṣam jalajo yathā || 3-51-27
Gebunden bist du an die Schlinge der Zeit — wohin auch gegangen, wirst du ihr nicht entrinnen, wie ein Wasserwesen, das den Angelhaken samt Köder zu seinem Verderben ergreift.
Wort für Wort baddhaḥ tvam gebunden bist du kāla pāśena an die Schlinge der Zeit kva gataḥ wohin auch gegangen tasya mokṣyase wirst du ihr entrinnen vadhāya zum Verderben baḍiśam gṛhya sa amiṣam den Angelhaken samt Köder ergreifend jalajo yathā wie ein Wasserwesen na hi jātu durādharṣau kākutsthau tava rāvaṇa | dharṣaṇam ca āśramasya asya kṣamiṣyete tu rāghavau || 3-51-28
Niemals nämlich werden dir, Rāvaṇa, die unbezwingbaren Kākutsthas, die beiden Rāghavas, diese Schändung dieser Einsiedelei verzeihen.
Wort für Wort na hi jātu niemals nämlich durādharṣau kākutsthau die unbezwingbaren Kākutsthas tava rāvaṇa dir, Rāvaṇa dharṣaṇam ca āśramasya asya und diese Schändung dieser Einsiedelei kṣamiṣyete tu rāghavau werden aber die beiden Rāghavas verzeihen yathā tvayā kṛtam karma bhīruṇā loka garhitam | taskara ācarito mārgo na eṣa vīra niṣevitaḥ || 3-51-29
Wie diese Tat, die du feige begangen hast, von der Welt verabscheut ist — dies ist der Weg, den Diebe beschreiten, nicht der, den Helden gehen.
Wort für Wort yathā tvayā kṛtam karma wie diese von dir begangene Tat bhīruṇā feige loka garhitam von der Welt getadelt taskara ācarito mārgo der von Dieben begangene Weg na eṣa vīra niṣevitaḥ dies ist nicht der von Helden begangene yudhyasva yadi śūro asi muhūrtam tiṣṭha rāvaṇa | śayiṣyase hato bhūmau yathā bhrātā kharaḥ tathā || 3-51-30
Kämpfe, wenn du ein Held bist! Bleib stehen, Rāvaṇa, für einen Augenblick! Erschlagen wirst du am Boden liegen, so wie dein Bruder Khara.
Wort für Wort yudhyasva kämpfe yadi śūro asi wenn du ein Held bist muhūrtam tiṣṭha rāvaṇa bleib einen Augenblick stehen, Rāvaṇa śayiṣyase hato bhūmau erschlagen wirst du am Boden liegen yathā bhrātā kharaḥ tathā so wie dein Bruder Khara pareta kāle puruṣo yat karma pratipadyate | vināśāya ātmano adharmyam pratipanno asi karma tat || 3-51-31
Was ein Mensch zur Zeit seines nahenden Todes tut, jene unrechte Tat zu seinem eigenen Verderben hast du auch begangen.
Wort für Wort pareta kāle zur Zeit des nahenden Todes puruṣo ein Mensch yat karma pratipadyate welche Tat er unternimmt vināśāya ātmano zu seinem eigenen Verderben adharmyam die unrechte pratipanno asi karma tat jene Tat hast du unternommen pāpa anubaṃdho vai yasya karmaṇaḥ ko nu tat pumān | kurvīta loka adhipatiḥ svayaṃbhūḥ bhagavān api || 3-51-32
Welche Tat üble Folgen nach sich zieht — welcher Mann würde die begehen, und wäre er selbst der Herr der Welt, der Selbstentstandene, der Erhabene?
Wort für Wort pāpa anubaṃdho vai üble Folgen wahrlich yasya karmaṇaḥ welcher Tat ko nu tat pumān welcher Mann würde jene kurvīta begehen loka adhipatiḥ der Herr der Welt svayaṃbhūḥ bhagavān api selbst der Selbstentstandene, der Erhabene evam uktvā śubham vākyam jaṭāyuḥ tasya rakṣasaḥ | nipapāta bhṛśam pṛṣṭhe daśagrīvasya vīryavān || 3-51-33
So diese heilsamen Worte sprechend, stürzte der kraftvolle Jaṭāyus mit Wucht auf den Rücken jenes Rākṣasa, des Zehnhalsigen.
Wort für Wort evam uktvā so sprechend śubham vākyam heilsame Worte jaṭāyuḥ Jaṭāyus tasya rakṣasaḥ jenes Rākṣasa nipapāta bhṛśam pṛṣṭhe stürzte heftig auf den Rücken daśagrīvasya des Zehnhalsigen vīryavān der Kraftvolle tam gṛhītvā nakhaiḥ tīkṣṇaiḥ vidadāra samaṃtataḥ | adhirūḍho gaja āroho yathā syāt duṣṭa vāraṇam || 3-51-34
Ihn ergreifend, zerriß er ihn mit scharfen Krallen ringsum, wie ein aufgesessener Elefantenlenker ein bösartiges Elefantenmännchen bezwingt.
Wort für Wort tam gṛhītvā ihn ergreifend nakhaiḥ tīkṣṇaiḥ mit scharfen Krallen vidadāra samaṃtataḥ zerriß ihn ringsum adhirūḍho gaja āroho yathā wie ein aufgesessener Elefantenlenker syāt duṣṭa vāraṇam bei einem bösartigen Elefanten vidadāra nakhaiḥ asya tuṇḍam pṛṣṭhe samarpayan | keśān ca utpāṭayāmāsa nakha pakṣa mukha āyudhaḥ || 3-51-35
Er zerriß ihn mit Krallen, den Schnabel auf den Rücken gesetzt, und riß ihm mit Krallen, Flügeln und Schnabel als Waffen die Haare aus.
Wort für Wort vidadāra nakhaiḥ asya zerriß ihn mit Krallen tuṇḍam pṛṣṭhe samarpayan den Schnabel auf den Rücken setzend keśān ca utpāṭayāmāsa und riß die Haare aus nakha pakṣa mukha āyudhaḥ mit Krallen, Flügeln und Schnabel als Waffen sa tathā gṛdhra rājena kliśyamāno muhur muhuḥ | amarṣa sphurita oṣṭhaḥ san prākaṃpata sa rākṣasaḥ || 3-51-36
So immer wieder vom Geierkönig gequält, mit vor Unmut zuckenden Lippen, bebte jener Rākṣasa.
Wort für Wort sa tathā so gṛdhra rājena vom Geierkönig kliśyamāno muhur muhuḥ immer wieder gequält amarṣa sphurita oṣṭhaḥ san mit vor Unmut zuckenden Lippen prākaṃpata sa rākṣasaḥ bebte jener Rākṣasa saṃpariṣvajya vaidehīm vāmena aṃkena rāvaṇaḥ | talena abhijaghāna ārto jaṭāyum krodha mūrcitaḥ || 3-51-37
Vaidehī mit dem linken Arm umfassend, schlug der gequälte, von Zorn überwältigte Rāvaṇa mit der Handfläche nach Jaṭāyus.
Wort für Wort saṃpariṣvajya vaidehīm Vaidehī umfassend vāmena aṃkena mit dem linken Arm rāvaṇaḥ Rāvaṇa talena abhijaghāna schlug mit der Handfläche ārto gequält jaṭāyum nach Jaṭāyus krodha mūrcitaḥ von Zorn überwältigt jaṭāyuḥ tam atikramya tuṇḍena asya khaga adhipaḥ | vāma bāhūn daśa tadā vyapāharat arindamaḥ || 3-51-38
Jaṭāyus, der Feindebezwinger, der Herr der Vögel, kam ihm zuvor und riß ihm mit dem Schnabel damals zehn linke Arme ab.
Wort für Wort jaṭāyuḥ Jaṭāyus tam atikramya ihm zuvorkommend tuṇḍena asya mit seinem Schnabel khaga adhipaḥ der Herr der Vögel vāma bāhūn daśa zehn linke Arme tadā vyapāharat riß da ab arindamaḥ der Feindebezwinger saṃcchinna bāhoḥ sadyo vai bāhavaḥ sahasā abhavan | viṣa jvālāvalī yuktā valmīkat iva pannagāḥ || 3-51-39
Kaum abgeschnitten, entstanden aus dem Armstumpf sogleich wieder Arme, wie Schlangen mit Giftflammenreihen versehen aus einem Ameisenhügel.
Wort für Wort saṃcchinna bāhoḥ vom abgeschnittenen Arm sadyo vai sogleich wahrlich bāhavaḥ sahasā abhavan entstanden plötzlich Arme viṣa jvālāvalī yuktā mit Reihen von Giftflammen versehen valmīkat iva pannagāḥ wie Schlangen aus einem Ameisenhügel tataḥ kroddhāt daśagrīvaḥ sītām utsṛjya vīryavān | muṣṭibhyām caraṇābhyām ca gṛdhra rājam apothayat || 3-51-40
Da ließ der kraftvolle Zehnhalsige vor Zorn Sītā los und schlug mit Fäusten und Füßen auf den Geierkönig ein.
Wort für Wort tataḥ kroddhāt dann vor Zorn daśagrīvaḥ der Zehnhalsige sītām utsṛjya Sītā loslassend vīryavān der Kraftvolle muṣṭibhyām caraṇābhyām ca mit Fäusten und Füßen gṛdhra rājam apothayat schlug auf den Geierkönig ein tato muhūrtam saṃgrāmo babhūva atula vīryayoḥ | rākṣasānām ca mukhyasya pakṣiṇām pravarasya ca || 3-51-41
Dann währte einen Augenblick der Kampf zwischen den beiden von unvergleichlicher Kraft, dem Ersten der Rākṣasas und dem Vorzüglichsten der Vögel.
Wort für Wort tato muhūrtam dann für einen Augenblick saṃgrāmo babhūva fand ein Kampf statt atula vīryayoḥ der beiden von unvergleichlicher Kraft rākṣasānām ca mukhyasya und des Ersten der Rākṣasas pakṣiṇām pravarasya ca und des Vorzüglichsten der Vögel tasya vyāyacchamānasya rāmasya arthe atha rāvaṇaḥ | pakṣau pādau ca pārśvau ca khaḍgam uddhṛtya so acchinat || 3-51-42
Während er sich um Rāmas willen anstrengte, hob Rāvaṇa das Schwert und schnitt ihm die beiden Flügel, die Füße und die Seiten ab.
Wort für Wort tasya vyāyacchamānasya während er sich anstrengte rāmasya arthe um Rāmas willen atha rāvaṇaḥ da Rāvaṇa pakṣau pādau ca pārśvau ca die Flügel, Füße und Seiten khaḍgam uddhṛtya das Schwert erhebend so acchinat er schnitt ab sa chinna pakṣaḥ sahasā rakṣasā raudra karmaṇā | nipapāta mahā gṛdhro dharaṇyām alpa jīvitaḥ || 3-51-43
Mit plötzlich von dem grausam handelnden Rākṣasa abgeschnittenen Flügeln stürzte der große Geier, dem Leben nahe, zu Boden.
Wort für Wort sa chinna pakṣaḥ er, mit abgeschnittenen Flügeln sahasā plötzlich rakṣasā raudra karmaṇā von dem grausam handelnden Rākṣasa nipapāta mahā gṛdhro stürzte der große Geier dharaṇyām zu Boden alpa jīvitaḥ dem Leben nahe tam dṛṣṭvā patitam bhūmau kṣataja ārdram jaṭāyuṣam | abhyadhāvata vaidehī sva baṃdhum iva duḥkhitā || 3-51-44
Als sie Jaṭāyus, von Blut benetzt, zu Boden gestürzt sah, eilte Vaidehī, betrübt, zu ihm wie zu einem eigenen Verwandten.
Wort für Wort tam dṛṣṭvā patitam bhūmau als sie ihn zu Boden gestürzt sah kṣataja ārdram von Blut benetzt jaṭāyuṣam Jaṭāyus abhyadhāvata vaidehī eilte Vaidehī herbei sva baṃdhum iva wie zu einem eigenen Verwandten duḥkhitā betrübt tam nīla jīmūta nikāśa kalpam supāṇḍura uraskam udāra vīryam | dadarśa laṃkā adhipatiḥ pṛthivyām jaṭāyuṣam śāntam iva agni dāvam || 3-51-45
Ihn, der einer dunklen Regenwolke glich, mit weißlicher Brust, von edler Kraft, sah der Herr von Laṅkā auf der Erde liegen, Jaṭāyus, wie ein erloschenes Waldfeuer.
Wort für Wort tam nīla jīmūta nikāśa kalpam ihn, der einer dunklen Wolke gleich war supāṇḍura uraskam mit weißlicher Brust udāra vīryam von edler Kraft dadarśa er sah laṃkā adhipatiḥ der Herr von Laṅkā pṛthivyām auf der Erde jaṭāyuṣam Jaṭāyus śāntam iva agni dāvam wie ein erloschenes Waldfeuer tataḥ tu tam patraratham mahī tale nipātitam rāvaṇa vega marditam | punaḥ ca saṃgṛhya śaśi prabha ānanā ruroda sītā janaka ātmajā tadā || 3-51-46
Dann, als sie den Beflügelten am Boden liegen sah, zermalmt durch Rāvaṇas Wucht, umfaßte ihn Sītā, Janakas Tochter, mit mondgleichem Antlitz, wieder und weinte laut.
Wort für Wort tataḥ tu dann aber tam patraratham den Beflügelten mahī tale nipātitam auf dem Erdboden liegend rāvaṇa vega marditam durch Rāvaṇas Wucht zermalmt punaḥ ca saṃgṛhya und wieder umfassend śaśi prabha ānanā mit mondgleichem Antlitz ruroda sītā weinte Sītā janaka ātmajā tadā Janakas Tochter, damals
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