Rāmāyaṇa · Araṇyakāṇḍa
Sarga 27: Triśiro Vadhaḥ
Der Tod des Triśiras
kharam tu rāma abhimukham prayāṃtam vāhinī patiḥ |
rākṣasaḥ triśirā nāma saṃnipatya idam abravīt || 3-27-1
Als Khara sich Rāma entgegen wandte, trat der Rākṣasa namens Triśiras, ein Heerführer, zu ihm und sprach dies:
Wort für Wort kharam tu rāma abhimukham Khara aber, Rāma entgegen prayāṃtam vāhinī patiḥ dem Ziehenden, der Heerführer rākṣasaḥ triśirā nāma der Rākṣasa namens Triśiras saṃnipatya idam abravīt herantretend sprach er dies mām niyojaya vikrāṃtam tvam nivartasva sāhasāt |
paśya rāmam mahābāhum saṃyuge vinipātitam || 3-27-2
„Setze mich, den Tapferen, ein – halte du dich von der Verwegenheit zurück; sieh zu, wie der starkarmige Rāma im Kampf zu Fall gebracht wird.
Wort für Wort mām niyojaya vikrāṃtam setze mich ein, den Tapferen tvam nivartasva sāhasāt halte du dich von der Verwegenheit zurück paśya rāmam mahābāhum sieh den starkarmigen Rāma saṃyuge vinipātitam im Kampf zu Fall gebracht pratijānāmi te satyam āyudham ca aham ālabhe |
yathā rāmam vadhiṣyāmi vadhārham sarva rakṣasām || 3-27-3
Ich gebe dir mein wahrhaftes Versprechen und berühre meine Waffe zum Beweis: Ich werde Rāma töten, den, der den Tod aller Rākṣasas verdient.
Wort für Wort pratijānāmi te satyam ich gebe dir mein wahrhaftes Versprechen āyudham ca aham ālabhe und ich berühre meine Waffe yathā rāmam vadhiṣyāmi dass ich Rāma töten werde vadhārham sarva rakṣasām der den Tod aller Rākṣasas verdient aham vā asya raṇe mṛtyuḥ eṣa vā samare mama |
vinivartya raṇa utsāham muhūrtam prāśniko bhava || 3-27-4
Entweder werde ich sein Tod im Kampf sein, oder er der meine; halte deinen Kampfeseifer zurück und sei für einen Augenblick Zuschauer.
Wort für Wort aham vā asya raṇe mṛtyuḥ entweder ich sein Tod im Kampf eṣa vā samare mama oder er der meine im Kampf vinivartya raṇa utsāham deinen Kampfeseifer zurückhaltend muhūrtam prāśniko bhava sei für einen Augenblick Zuschauer prahṛṣṭo vā hate rāme janasthānam prayāsyasi |
mayi vā nihate rāmam saṃyugāya prayāsyasi || 3-27-5
Ist Rāma erschlagen, wirst du hocherfreut nach Janasthāna ziehen; bin ich hingegen erschlagen, so wirst du gegen Rāma zum Kampf ziehen.“
Wort für Wort prahṛṣṭo vā hate rāme hocherfreut, wenn Rāma erschlagen ist janasthānam prayāsyasi wirst du nach Janasthāna ziehen mayi vā nihate bin ich aber erschlagen rāmam saṃyugāya prayāsyasi wirst du zum Kampf gegen Rāma ziehen kharaḥ triśirasā tena mṛtyu lobhāt prasāditaḥ |
gacchha yudhya iti anujñāto rāghava abhimukho yayau || 3-27-6
Khara, von jenem Triśiras, der nach dem Tode verlangte, besänftigt, gab ihm die Erlaubnis: „Geh, kämpfe!“ – und Triśiras zog Rāghava entgegen.
Wort für Wort kharaḥ triśirasā tena Khara von jenem Triśiras mṛtyu lobhāt prasāditaḥ der nach dem Tode verlangte, besänftigt gacchha yudhya iti anujñāto ‚geh, kämpfe‘, so ermächtigt rāghava abhimukho yayau zog er Rāghava entgegen triśirāḥ tu rathena eva vāji yuktena bhāsvatā |
abhyadravat raṇe rāmam tri śṛṃga iva parvataḥ || 3-27-7
Triśiras aber stürmte mit seinem glänzenden, mit Rossen bespannten Wagen im Kampf auf Rāma zu, wie ein dreigipfeliger Berg.
Wort für Wort triśirāḥ tu rathena eva Triśiras aber mit dem Wagen vāji yuktena bhāsvatā dem mit Rossen bespannten, glänzenden abhyadravat raṇe rāmam stürmte im Kampf auf Rāma zu tri śṛṃga iva parvataḥ wie ein dreigipfeliger Berg śara dhārā samūhān sa mahāmegha iva utsṛjan |
vyasṛjat sadṛśam nādam jala ārdrasya iva dundubheḥ || 3-27-8
Ströme von Pfeilhaufen aussendend wie eine große Regenwolke, ließ er ein Getöse erschallen, dem einer wasserbenetzten Kriegstrommel gleich.
Wort für Wort śara dhārā samūhān sa Ströme von Pfeilhaufen er mahāmegha iva utsṛjan wie eine große Wolke aussendend vyasṛjat sadṛśam nādam ließ ein gleiches Getöse erschallen jala ārdrasya iva dundubheḥ dem einer wasserbenetzten Trommel gleich āgacchhaṃtam triśirasam rākṣasam prekṣya rāghavaḥ |
dhanuṣā pratijagrāha vidhunvan sāyakān śitān || 3-27-9
Als Rāghava den heranstürmenden Rākṣasa Triśiras erblickte, empfing er ihn mit seinem Bogen, scharfe Pfeile schwingend.
Wort für Wort āgacchhaṃtam triśirasam den heranstürmenden Triśiras rākṣasam prekṣya rāghavaḥ den Rākṣasa erblickend, Rāghava dhanuṣā pratijagrāha empfing ihn mit dem Bogen vidhunvan sāyakān śitān scharfe Pfeile schwingend sa saṃprahāraḥ tumulo rāma triśirasoḥ tadā |
saṃbabhūva atīva balinoḥ siṃha kuṃ~jarayoḥ iva || 3-27-10
Jener Zusammenstoß zwischen Rāma und Triśiras wurde da überaus tosend, wie der zweier überaus starker Löwen und Elefanten.
Wort für Wort sa saṃprahāraḥ tumulo jener tosende Zusammenstoß rāma triśirasoḥ tadā zwischen Rāma und Triśiras, da saṃbabhūva atīva balinoḥ wurde überaus, zwischen den beiden Starken siṃha kuṃ~jarayoḥ iva wie zwischen Löwe und Elefant tataḥ triśirasā bāṇaiḥ lalāṭe tāḍitaḥ tribhiḥ |
amarṣī kupito rāmaḥ saṃrabdham idam abravīt || 3-27-11
Da, von Triśiras' drei Pfeilen an der Stirn getroffen, sprach der unduldsame, erzürnte Rāma voller Grimm dies:
Wort für Wort tataḥ triśirasā bāṇaiḥ da von Triśiras' Pfeilen lalāṭe tāḍitaḥ tribhiḥ an der Stirn getroffen, von dreien amarṣī kupito rāmaḥ der unduldsame, erzürnte Rāma saṃrabdham idam abravīt sprach voller Grimm dies aho vikrama śūrasya rākṣasasya īdṛśam balam |
puṣpaiḥ iva śaraiḥ yasya lalāṭe asmi parikṣataḥ || 3-27-12
„Ei, welche Tapferkeit, welch eine Kraft dieses tapferen Rākṣasa – dessen Pfeile mir die Stirn ritzen, wie mit Blüten!
Wort für Wort aho vikrama śūrasya ei, welche Tapferkeit des Tapferen rākṣasasya īdṛśam balam des Rākṣasa, solch eine Kraft puṣpaiḥ iva śaraiḥ yasya dessen Pfeile wie mit Blüten lalāṭe asmi parikṣataḥ an der Stirn bin ich geritzt mama api pratigṛhṇīṣva śarān cāpa guṇa cyutān |
evam uktvā susaṃrabdhaḥ śarān āśīviṣa upamān |
triśiro vakṣasi kruddho nijaghāna catur daśa || 3-27-13,14a
So empfange nun auch du meine von der Bogensehne geschnellten Pfeile!“ So sprechend, schoss der zutiefst Erzürnte vierzehn schlangengleiche Pfeile zornig in Triśiras' Brust.
Wort für Wort mama api pratigṛhṇīṣva empfange auch du die meinen śarān cāpa guṇa cyutān Pfeile, von der Bogensehne geschnellt evam uktvā susaṃrabdhaḥ so sprechend, zutiefst erzürnt śarān āśīviṣa upamān schlangengleiche Pfeile triśiro vakṣasi kruddho nijaghāna catur daśa schoss er zornig vierzehn in Triśiras' Brust caturbhiḥ turagān asya śaraiḥ saṃnata parvābhiḥ |
nyapātayata tejasvī caturaḥ tasya vājinaḥ || 3-27-14b,15a
Mit vier gebogenen, glattgliedrigen Pfeilen streckte der Glanzvolle dessen vier Rosse nieder.
Wort für Wort caturbhiḥ turagān asya dessen Rosse mit vier śaraiḥ saṃnata parvābhiḥ gebogenen, glattgliedrigen Pfeilen nyapātayata tejasvī streckte der Glanzvolle nieder caturaḥ tasya vājinaḥ dessen vier Rosse aṣṭabhiḥ sāyakaiḥ sūtam ratha upasthe nyapātayat |
rāmaḥ cicchheda bāṇena dhvajam ca asya samucchhritam || 3-27-15b,16a
Mit acht Pfeilen streckte er den Wagenlenker im Wagensitz nieder, und Rāma zerschnitt mit einem Pfeil dessen hoch aufgerichtetes Banner.
Wort für Wort aṣṭabhiḥ sāyakaiḥ sūtam mit acht Pfeilen den Wagenlenker ratha upasthe nyapātayat streckte er im Wagensitz nieder rāmaḥ cicchheda bāṇena Rāma zerschnitt mit einem Pfeil dhvajam ca asya samucchhritam und dessen hoch aufgerichtetes Banner tato hata rathāt tasmāt utpataṃtam niśācaram |
cicchheda rāmaḥ tam bāṇaiḥ hṛdaye so abhavat jaḍaḥ || 3-27-16b,17a
Da, als jener Nachtwandler vom zerstörten Wagen aufsprang, durchbohrte Rāma ihn mit Pfeilen im Herzen, sodass er wie erstarrt wurde.
Wort für Wort tato hata rathāt tasmāt da vom zerstörten Wagen utpataṃtam niśācaram den aufspringenden Nachtwandler cicchheda rāmaḥ tam bāṇaiḥ durchbohrte Rāma ihn mit Pfeilen hṛdaye so abhavat jaḍaḥ im Herzen, sodass er erstarrte sāyakaiḥ ca aprameya ātmā sāmarṣaḥ tasya rakṣasaḥ |
śirāṃsi apātayat trīṇi vegavadbhiḥ tribhiḥ śataiḥ || 3-27-17b,18a
Und mit Pfeilen ließ der von unermesslichem Wesen, voller Grimm, mit dreihundert schnell fliegenden Pfeilen dessen drei Häupter jenes Rākṣasa niederfallen.
Wort für Wort sāyakaiḥ ca aprameya ātmā und mit Pfeilen, der von unermesslichem Wesen sāmarṣaḥ tasya rakṣasaḥ voller Grimm, jenes Rākṣasa śirāṃsi apātayat trīṇi ließ die drei Häupter niederfallen vegavadbhiḥ tribhiḥ śataiḥ mit dreihundert schnell fliegenden [Pfeilen] sa dhūma śoṇita udgārī rāma bāṇa abhipīḍitaḥ |
nyapatat patitaiḥ pūrvam samarastho niśācaraḥ || 3-27-18b,19a
Rauch und Blut ausspeiend, von Rāmas Pfeilen bedrängt, stürzte der Nachtwandler auf dem Schlachtfeld nieder, dorthin, wo zuvor schon andere gefallen waren.
Wort für Wort sa dhūma śoṇita udgārī er, Rauch und Blut ausspeiend rāma bāṇa abhipīḍitaḥ von Rāmas Pfeilen bedrängt nyapatat patitaiḥ pūrvam stürzte nieder, zu den zuvor Gefallenen samarastho niśācaraḥ der Nachtwandler, auf dem Schlachtfeld hata śeṣāḥ tato bhagnā rākṣasāḥ khara saṃśrayāḥ |
dravanti sma na tiṣṭhanti vyāghra trastā mṛgā iva || 3-27-19b,20a
Die übriggebliebenen, geschlagenen Rākṣasas, die bei Khara Zuflucht suchten, flohen und blieben nicht stehen, wie von Tigern erschreckte Rehe.
Wort für Wort hata śeṣāḥ tato bhagnā die übrig gebliebenen, geschlagenen rākṣasāḥ khara saṃśrayāḥ Rākṣasas, bei Khara Zuflucht suchend dravanti sma na tiṣṭhanti sie flohen, blieben nicht stehen vyāghra trastā mṛgā iva wie von Tigern erschreckte Rehe tān kharo dravato dṛṣṭvā nivartya ruṣitaḥ tvaran |
rāmam eva abhidudrāva rāhuḥ candramasam yathā || 3-27-20b,c
Als Khara sie fliehen sah, hielt er sie zurück und stürmte selbst, erzürnt und eilend, auf Rāma zu, wie Rāhu auf den Mond.
Wort für Wort tān kharo dravato dṛṣṭvā sie fliehen sehend, Khara nivartya ruṣitaḥ tvaran zurückhaltend, erzürnt, eilend rāmam eva abhidudrāva stürmte selbst auf Rāma zu rāhuḥ candramasam yathā wie Rāhu auf den Mond
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