Quellen der Menschheit

Rāmāyaṇa · Araṇyakāṇḍa

Sarga 30: Khara Vadhaḥ Der Tod Kharas und die Freude der Ṛṣis

bhittvā tu tām gadām bāṇaiḥ rāghavo dharma vatsalaḥ | smayamānaḥ kharam vākyam saṃrabdham idam abravīt || 3-30-1

Nachdem er jene Keule mit Pfeilen zerschmettert hatte, sprach Rāghava, der Rechtschaffene, lächelnd zu Khara diese grimmigen Worte:

Wort für Wort
bhittvā tu tām gadām bāṇaiḥ
jene Keule mit Pfeilen zerschmetternd
rāghavo dharma vatsalaḥ
Rāghava, der Rechtschaffene
smayamānaḥ kharam vākyam
lächelnd zu Khara Worte
saṃrabdham idam abravīt
sprach dies grimmig

etat te bala sarvasvam darśitam rākṣasādhama | śakti hīnataro matto vṛthā tvam upagarjasi || 3-30-2

„Dies war deine ganze Kraft, die du gezeigt hast, du niedrigster der Rākṣasas; schwächer als ich, brüllst du vergeblich.

Wort für Wort
etat te bala sarvasvam
dies war deine ganze Kraft
darśitam rākṣasādhama
gezeigt, du niedrigster der Rākṣasas
śakti hīnataro matto
schwächer als ich
vṛthā tvam upagarjasi
vergeblich brüllst du

eṣā bāṇa vinirbhinnā gadā bhūmi talam gatā | abhidhāna pragalbhasya tava pratyaya ghātinī || 3-30-3

Diese von Pfeilen zerschmetterte Keule liegt am Boden – sie widerlegt das Vertrauen, das du in deine kühnen Ankündigungen gesetzt hast.

Wort für Wort
eṣā bāṇa vinirbhinnā
diese von Pfeilen zerschmetterte
gadā bhūmi talam gatā
Keule liegt am Erdboden
abhidhāna pragalbhasya
des in Ankündigungen Kühnen
tava pratyaya ghātinī
dein Vertrauen zerschlagend

yat tvayā uktam vinaṣṭānām idam aśru pramārjanam | rākṣasānām karomi iti mithyā tat api te vacaḥ || 3-30-4

Was du gesagt hast, du werdest den Toten das Tränen-Abwischen der Rākṣasas darbringen – auch dieses Wort von dir ist Lüge.

Wort für Wort
yat tvayā uktam vinaṣṭānām
was du gesagt hast, von den Vernichteten
idam aśru pramārjanam
dieses Tränen-Abwischen
rākṣasānām karomi iti
der Rākṣasas tue ich, so
mithyā tat api te vacaḥ
Lüge ist auch dieses dein Wort

nīcasya kṣudra śīlasya mithyā vṛttasya rakṣasaḥ | prāṇān apahariṣyāmi garutmān amṛtam yathā || 3-30-5

Deinem, des Niedrigen, des von schlechtem Charakter, des lügenhaft Lebenden, Rākṣasa, will ich das Leben rauben, wie Garuḍa den Nektar raubte.

Wort für Wort
nīcasya kṣudra śīlasya
des Niedrigen, von schlechtem Charakter
mithyā vṛttasya rakṣasaḥ
des lügenhaft lebenden Rākṣasa
prāṇān apahariṣyāmi
will ich das Leben rauben
garutmān amṛtam yathā
wie Garuḍa den Nektar

adya te bhinna kaṇṭhasya phena budbuda bhūṣitam | vidāritasya mat bāṇaiḥ mahī pāsyati śoṇitam || 3-30-6

Heute wird die Erde dein Blut trinken, das mit Schaum und Blasen geschmückt ist, dessen Kehle durchbohrt, dessen Leib von meinen Pfeilen zerrissen ist.

Wort für Wort
adya te bhinna kaṇṭhasya
heute, dessen Kehle durchbohrt
phena budbuda bhūṣitam
mit Schaum und Blasen geschmückt
vidāritasya mat bāṇaiḥ
zerrissen von meinen Pfeilen
mahī pāsyati śoṇitam
wird die Erde das Blut trinken

pāṃsu rūṣita sarvāngaḥ srasta nyasta bhuja dvayaḥ | svapsyase gām samāśliṣya durlabhām pramadām iva || 3-30-7

Mit Staub bedeckt an allen Gliedern, deine beiden Arme kraftlos ausgestreckt, wirst du schlafen, die Erde umarmend wie eine unerreichbare schöne Frau.

Wort für Wort
pāṃsu rūṣita sarvāngaḥ
mit Staub bedeckt an allen Gliedern
srasta nyasta bhuja dvayaḥ
die beiden Arme kraftlos hingestreckt
svapsyase gām samāśliṣya
wirst du schlafen, die Erde umarmend
durlabhām pramadām iva
wie eine unerreichbare schöne Frau

pravṛddha nidre śayite tvayi rākṣasa pāṃsane | bhaviṣyanti aśaraṇyānām śaraṇyā daṇḍakā ime || 3-30-8

Wenn du, Rākṣasa, Schandfleck deines Geschlechts, im tiefen Schlaf liegst, werden diese Daṇḍaka-Wälder den Schutzlosen zur Zuflucht werden.

Wort für Wort
pravṛddha nidre śayite
im tiefen Schlaf liegend
tvayi rākṣasa pāṃsane
du, Rākṣasa, Schandfleck
bhaviṣyanti aśaraṇyānām
werden den Schutzlosen sein
śaraṇyā daṇḍakā ime
diese Daṇḍaka-Wälder zur Zuflucht

janasthāne hata sthāne tava rākṣasa mat śaraiḥ | nirbhayā vicariṣyanti sarvato munayo vane || 3-30-9

Wenn Janasthāna, wo du wohnst, o Rākṣasa, von meinen Pfeilen vernichtet ist, werden die Munis furchtlos überall im Wald umherwandeln.

Wort für Wort
janasthāne hata sthāne
wenn Janasthāna vernichtet ist
tava rākṣasa mat śaraiḥ
dein, Rākṣasa, von meinen Pfeilen
nirbhayā vicariṣyanti
werden furchtlos umherwandeln
sarvato munayo vane
überall die Munis im Wald

adya viprasariṣyanti rākṣasyo hata bāndhavāḥ | bāṣpa ārdra vadanā dīnā bhayāt anya bhayāvahāḥ || 3-30-10

Heute werden die Rākṣasī-Frauen, ihrer Verwandten beraubt, umherirren, mit tränenfeuchten Gesichtern, elend, aus Furcht anderen Furcht einflößend.

Wort für Wort
adya viprasariṣyanti
heute werden umherirren
rākṣasyo hata bāndhavāḥ
die Rākṣasī-Frauen, ihrer Verwandten beraubt
bāṣpa ārdra vadanā dīnā
mit tränenfeuchten Gesichtern, elend
bhayāt anya bhayāvahāḥ
aus Furcht anderen Furcht bringend

adya śoka rasajñāḥ tāḥ bhaviṣyanti nirarthakāḥ | anurūpa kulāḥ patnyo yāsām tvam patiḥ īdṛśaḥ || 3-30-11

Heute werden jene, die den Geschmack des Kummers kennenlernen, nutzlos werden – die ihrem Geschlecht entsprechenden Gattinnen, deren Gatte du, so wie du bist, warst.

Wort für Wort
adya śoka rasajñāḥ tāḥ
heute, den Geschmack des Kummers kennend, sie
bhaviṣyanti nirarthakāḥ
werden nutzlos werden
anurūpa kulāḥ patnyo
die ihrem Geschlecht entsprechenden Gattinnen
yāsām tvam patiḥ īdṛśaḥ
deren Gatte du, ein solcher, warst

nṛśaṃsa śīla kṣudra ātman nityam brāhmaṇa kaṇṭaka | tvat kṛte śankitaiḥ agnau munibhiḥ pātyate haviḥ || 3-30-12

Du Grausamer, Niedriggesinnter, ewiger Dorn im Fleisch der Brahmanen – deinetwegen opfern die Munis nur ängstlich ihre Opfergabe ins Feuer.

Wort für Wort
nṛśaṃsa śīla kṣudra ātman
du Grausamer, Niedriggesinnter
nityam brāhmaṇa kaṇṭaka
ewiger Dorn der Brahmanen
tvat kṛte śankitaiḥ agnau
deinetwegen, ängstlich, ins Feuer
munibhiḥ pātyate haviḥ
wird von den Munis die Opfergabe geworfen

tam evam abhisaṃrabdham bruvāṇam rāghavam raṇe | kharo nirbhartsayāmāsa roṣāt kharatara svaraḥ || 3-30-13

Als Khara den so voller Grimm sprechenden Rāghava im Kampf hörte, schmähte er ihn zurück, vor Zorn mit noch schärferer Stimme:

Wort für Wort
tam evam abhisaṃrabdham
ihn, so voller Grimm
bruvāṇam rāghavam raṇe
den im Kampf sprechenden Rāghava
kharo nirbhartsayāmāsa
schmähte Khara
roṣāt kharatara svaraḥ
vor Zorn mit noch schärferer Stimme

dṛḍham khalu avalipto asi bhayeṣu api ca nirbhayaḥ | vācya avācyam tato hi tvam mṛtyu vaśyo na budhyase || 3-30-14

„Fürwahr, du bist über die Maßen hochmütig und selbst in Gefahren furchtlos – deshalb erkennst du nicht, was zu sagen und was nicht zu sagen ist, du dem Tod Verfallener!

Wort für Wort
dṛḍham khalu avalipto asi
fürwahr, du bist über die Maßen hochmütig
bhayeṣu api ca nirbhayaḥ
und selbst in Gefahren furchtlos
vācya avācyam tato hi tvam
deshalb erkennst du, was zu sagen, was nicht
mṛtyu vaśyo na budhyase
nicht, du dem Tod Verfallener

kāla pāśa parikṣiptā bhavaṃti puruṣā hi ye | kārya akāryam na jānanti te nirasta ṣaḍ indriyāḥ || 3-30-15

Denn die Menschen, die von der Schlinge des Todes umstrickt sind, erkennen nicht mehr, was zu tun und was zu unterlassen ist – ihre sechs Sinne sind ihnen entrissen.“

Wort für Wort
kāla pāśa parikṣiptā
von der Schlinge des Todes umstrickt
bhavaṃti puruṣā hi ye
die Menschen, die sind
kārya akāryam na jānanti
erkennen nicht, was zu tun, was nicht
te nirasta ṣaḍ indriyāḥ
sie, deren sechs Sinne entrissen sind

evam uktvā tato rāmam saṃrudhya bhṛkuṭim tataḥ | sa dadarśa mahā sālam avidūre niśācaraḥ || 3-30-16

So sprechend, die Stirn in Falten legend, erblickte der Nachtwandler darauf einen großen Sāla-Baum unweit von sich,

Wort für Wort
evam uktvā tato rāmam
so zu Rāma sprechend
saṃrudhya bhṛkuṭim tataḥ
die Stirn in Falten legend, darauf
sa dadarśa mahā sālam
erblickte er einen großen Sāla-Baum
avidūre niśācaraḥ
unweit, der Nachtwandler

raṇe praharaṇasya arthe sarvato hi avalokayan | sa tam utpāṭayāmāsa saṃdaṣṭa daśana cchhadam || 3-30-17

um im Kampf eine Waffe zu haben, nach allen Seiten spähend; die Lippen zwischen den Zähnen zusammengebissen, riss er ihn aus.

Wort für Wort
raṇe praharaṇasya arthe
im Kampf, um eine Waffe zu haben
sarvato hi avalokayan
nach allen Seiten spähend
sa tam utpāṭayāmāsa
riss ihn aus
saṃdaṣṭa daśana cchhadam
die Lippen zwischen die Zähne gebissen

tam samutkṣipya bāhubhyām vinarditvā mahābalaḥ | rāmam uddiśya cikṣepa hataḥ tvam iti ca abravīt || 3-30-18

Ihn mit beiden Armen emporhebend, brüllend, schleuderte der Mächtige ihn auf Rāma gezielt und rief: „Du bist erschlagen!“

Wort für Wort
tam samutkṣipya bāhubhyām
ihn mit beiden Armen emporhebend
vinarditvā mahābalaḥ
brüllend, der Mächtige
rāmam uddiśya cikṣepa
auf Rāma gezielt, schleuderte er
hataḥ tvam iti ca abravīt
und rief: ‚du bist erschlagen‘

tam āpatantam bāṇa oghaiḥ cchhittvā rāmaḥ pratāpavān | roṣam āhārayat tīvram nihaṃtum samare kharam || 3-30-19

Den heranfliegenden Baum zerschnitt der glorreiche Rāma mit einer Flut von Pfeilen und ließ heftigen Zorn aufsteigen, um Khara im Kampf zu töten.

Wort für Wort
tam āpatantam bāṇa oghaiḥ
den heranfliegenden mit einer Flut von Pfeilen
cchhittvā rāmaḥ pratāpavān
zerschneidend, der glorreiche Rāma
roṣam āhārayat tīvram
ließ heftigen Zorn aufsteigen
nihaṃtum samare kharam
um Khara im Kampf zu töten

jāta svedaḥ tato rāmo roṣāt rakta anta locanaḥ | nirbibheda sahasreṇa bāṇānām samare kharam || 3-30-20

Schweißbedeckt, mit vor Zorn blutunterlaufenen Augenrändern, durchbohrte Rāma da Khara im Kampf mit tausend Pfeilen.

Wort für Wort
jāta svedaḥ tato rāmo
schweißbedeckt, da Rāma
roṣāt rakta anta locanaḥ
vor Zorn mit blutunterlaufenen Augenrändern
nirbibheda sahasreṇa
durchbohrte mit tausend
bāṇānām samare kharam
Pfeilen im Kampf Khara

tasya bāṇa aṃtarāt raktam bahu susrāva phenilam | gireḥ prasravaṇasya iva dhārāṇām ca parisravaḥ || 3-30-21

Aus dessen Pfeilwunden strömte viel schäumendes Blut, wie das Herabfließen der Ströme einer Bergquelle.

Wort für Wort
tasya bāṇa aṃtarāt
aus dessen Pfeilwunden
raktam bahu susrāva phenilam
strömte viel schäumendes Blut
gireḥ prasravaṇasya iva
wie einer Bergquelle
dhārāṇām ca parisravaḥ
das Herabfließen der Ströme

vikala sa kṛto bāṇaiḥ kharo rāmeṇa saṃyuge | matto rudhira gandhena tam eva abhyadravat drutam || 3-30-22

Von Rāma im Kampf mit Pfeilen entkräftet, vom Geruch seines eigenen Blutes berauscht, stürmte Khara dennoch schnell weiter auf ihn zu.

Wort für Wort
vikala sa kṛto bāṇaiḥ
entkräftet gemacht durch Pfeile
kharo rāmeṇa saṃyuge
Khara, von Rāma im Kampf
matto rudhira gandhena
berauscht vom Geruch des Blutes
tam eva abhyadravat drutam
stürmte er schnell auf ihn zu

tam āpataṃtam saṃrabdham kṛta astro rudhira āplutam | apasarpat dvi tri padam kiṃcit tvarita vikramaḥ || 3-30-23

Vor dem heranstürmenden, grimmigen, in Blut getauchten Khara, wich Rāma, der seine Waffe bereitgemacht hatte, zwei, drei Schritte zurück, ein wenig eilig in seiner Bewegung.

Wort für Wort
tam āpataṃtam saṃrabdham
vor dem heranstürmenden, grimmigen
kṛta astro rudhira āplutam
der die Waffe bereit hatte, vor dem blutgetauchten
apasarpat dvi tri padam
wich zwei, drei Schritte zurück
kiṃcit tvarita vikramaḥ
ein wenig eilig in der Bewegung

tataḥ pāvaka saṃkāśam vadhāya samare śaram | kharasya rāmo jagrāha brahma daṇḍam iva aparam || 3-30-24

Dann ergriff Rāma zur Tötung Kharas im Kampf einen feuergleichen Pfeil, wie einen zweiten Brahma-Stab.

Wort für Wort
tataḥ pāvaka saṃkāśam
dann einen feuergleichen
vadhāya samare śaram
zur Tötung, im Kampf, den Pfeil
kharasya rāmo jagrāha
Kharas, ergriff Rāma
brahma daṇḍam iva aparam
wie einen zweiten Brahma-Stab

sa tat dattam maghavatā sura rājena dhīmatā | saṃdadhe ca sa dharmātmā mumoca ca kharam prati || 3-30-25

Jenen, von dem weisen Götterkönig Indra geschenkten Pfeil legte der Gerechte auf den Bogen und entsandte ihn gegen Khara.

Wort für Wort
sa tat dattam maghavatā
jenen, von Indra geschenkten
sura rājena dhīmatā
dem weisen Götterkönig
saṃdadhe ca sa dharmātmā
legte auf, der Gerechte
mumoca ca kharam prati
und entsandte ihn gegen Khara

sa vimukto mahābāṇo nirghāta sama niḥsvanaḥ | rāmeṇa dhanurāyamya kharasya urasi ca āpatat || 3-30-26

Jener von Rāma, den Bogen spannend, abgeschossene große Pfeil, mit einem Getöse wie ein Donnerschlag, traf Khara in die Brust.

Wort für Wort
sa vimukto mahābāṇo
jener abgeschossene große Pfeil
nirghāta sama niḥsvanaḥ
mit einem Getöse wie ein Donnerschlag
rāmeṇa dhanurāyamya
von Rāma, den Bogen spannend
kharasya urasi ca āpatat
traf Khara in die Brust

sa papāta kharo bhūmau dahyamānaḥ śara agninā | rudreṇa eva vinirdagdhaḥ śveta araṇye yathā andhakaḥ || 3-30-27

Da stürzte Khara zu Boden, vom Pfeilfeuer verbrannt, wie Andhaka, von Rudra selbst im Śveta-Wald verbrannt.

Wort für Wort
sa papāta kharo bhūmau
da stürzte Khara zu Boden
dahyamānaḥ śara agninā
vom Pfeilfeuer verbrannt
rudreṇa eva vinirdagdhaḥ
von Rudra selbst verbrannt
śveta araṇye yathā andhakaḥ
wie Andhaka im Śveta-Wald

sa vṛtra iva vajreṇa phenena namucir yathāa | balo vā indra aśani hato nipapāta hataḥ kharaḥ || 3-30-28

Wie Vṛtra vom Blitz, wie Namuci vom Schaum, wie Bala, vom Donnerkeil Indras erschlagen, stürzte der erschlagene Khara nieder.

Wort für Wort
sa vṛtra iva vajreṇa
wie Vṛtra vom Blitz
phenena namucir yathāa
wie Namuci vom Schaum
balo vā indra aśani hato
oder Bala, von Indras Donnerkeil erschlagen
nipapāta hataḥ kharaḥ
stürzte der erschlagene Khara nieder

etasmin aṃtare devāḥ cāraṇayoḥ saha saṃgatāḥ | dundubhiḥ ca abhinighnaṃtaḥ puṣpa varṣa samaṃtataḥ || 3-30-29

In diesem Augenblick versammelten sich die Götter samt den Cāraṇas, schlugen die Kriegstrommeln und ließen ringsum einen Blütenregen niedergehen,

Wort für Wort
etasmin aṃtare devāḥ
in diesem Augenblick die Götter
cāraṇayoḥ saha saṃgatāḥ
samt den Cāraṇas versammelt
dundubhiḥ ca abhinighnaṃtaḥ
und die Kriegstrommeln schlagend
puṣpa varṣa samaṃtataḥ
ringsum einen Blütenregen

rāmasya upari saṃhṛṣṭā vavarṣuḥ vismitāḥ tadā | artha adhika muhūrtena rāmeṇa niśitaiḥ śaraiḥ || 3-30-30

hocherfreut, staunend, über Rāma da, in kaum mehr als einem Augenblick, mit Rāmas scharfen Pfeilen –

Wort für Wort
rāmasya upari saṃhṛṣṭā
über Rāma, hocherfreut
vavarṣuḥ vismitāḥ tadā
ließen niedergehen, staunend, da
artha adhika muhūrtena
in kaum mehr als einem Augenblick
rāmeṇa niśitaiḥ śaraiḥ
von Rāma, mit scharfen Pfeilen

catur daśa sahasrāṇi rakṣsām kāma rūpiṇām | khara dūṣaṇa mukhyānām nihatāni mahāmṛdhe || 3-30-31

vierzehntausend gestaltwandelnde Rākṣasas, angeführt von Khara und Dūṣaṇa, waren in der gewaltigen Schlacht erschlagen worden.

Wort für Wort
catur daśa sahasrāṇi
vierzehntausend
rakṣsām kāma rūpiṇām
gestaltwandelnde Rākṣasas
khara dūṣaṇa mukhyānām
angeführt von Khara und Dūṣaṇa
nihatāni mahāmṛdhe
erschlagen in der gewaltigen Schlacht

aho bata mahat karma rāmasya vidita ātmanaḥ | aho vīryam aho dārḍhyam viṣṇoḥ iva hi dṛśyate || 3-30-32

„Ach, welch gewaltige Tat des Rāma, der sich selbst erkennt! Ach, welche Tapferkeit, welche Standhaftigkeit – wie die Viṣṇus ist sie zu sehen!“

Wort für Wort
aho bata mahat karma
ach, welch gewaltige Tat
rāmasya vidita ātmanaḥ
des Rāma, der sich selbst erkennt
aho vīryam aho dārḍhyam
ach, welche Tapferkeit, welche Standhaftigkeit
viṣṇoḥ iva hi dṛśyate
wie die Viṣṇus ist sie zu sehen

iti evam uktvā te sarve yayuḥ devā yathā āgatam | tato rāja ṛṣayaḥ sarve samgatāḥ parama ṛṣayaḥ || 3-30-33

So sprechend, zogen alle Götter zurück, wie sie gekommen waren; dann kamen alle Königsweisen und die höchsten Ṛṣis zusammen,

Wort für Wort
iti evam uktvā te sarve
so sprechend, sie alle
yayuḥ devā yathā āgatam
zogen die Götter, wie sie gekommen waren
tato rāja ṛṣayaḥ sarve
dann alle Königsweisen
samgatāḥ parama ṛṣayaḥ
versammelt, die höchsten Ṛṣis

sabhājya muditā rāmam sa agastyā idam abruvan | etat artham mahātejā mahendraḥ pāka śāsanaḥ || 3-30-34

erfreut, ehrten sie Rāma samt Agastya und sprachen dies: „Zu diesem Zweck, o Glanzvoller, kam der große Indra, der Bezwinger Pākas,

Wort für Wort
sabhājya muditā rāmam
erfreut ehrend Rāma
sa agastyā idam abruvan
samt Agastya sprachen sie dies
etat artham mahātejā
zu diesem Zweck, o Glanzvoller
mahendraḥ pāka śāsanaḥ
der große Indra, der Bezwinger Pākas

śarabhaṃga āśramam puṇyam ājagāma puraṃdaraḥ | ānītaḥ tvam imam deśam upāyena maharṣibhiḥ || 3-30-35

zur heiligen Einsiedelei Śarabhaṅgas, der Städtezerstörer. Du wurdest durch die List der großen Ṛṣis in dieses Land geführt,

Wort für Wort
śarabhaṃga āśramam puṇyam
zur heiligen Einsiedelei Śarabhaṅgas
ājagāma puraṃdaraḥ
kam der Städtezerstörer
ānītaḥ tvam imam deśam
du wurdest in dieses Land geführt
upāyena maharṣibhiḥ
durch die List der großen Ṛṣis

eṣām vadha artham śatrūṇām rakṣasām pāpa karmaṇām | tat idam naḥ kṛtam kāryam tvayā daśaratha ātmaja || 3-30-36

um diese Feinde zu töten, die Rākṣasas von böser Tat; dieses unser Anliegen hast du nun erfüllt, Sohn des Daśaratha.

Wort für Wort
eṣām vadha artham śatrūṇām
um diese Feinde zu töten
rakṣasām pāpa karmaṇām
die Rākṣasas von böser Tat
tat idam naḥ kṛtam kāryam
dieses unser Anliegen ist erfüllt
tvayā daśaratha ātmaja
von dir, Sohn des Daśaratha

sva dharmam pracariṣyanti daṇḍakeṣu maharṣayaḥ | etasmin anaṃtare vīro lakṣmaṇaḥ saha sītayā || 3-30-37

Nun werden die großen Ṛṣis in den Daṇḍaka-Wäldern ihrer eigenen Pflicht nachgehen können.“ In diesem Augenblick kam der Held Lakṣmaṇa samt Sītā

Wort für Wort
sva dharmam pracariṣyanti
werden ihrer eigenen Pflicht nachgehen
daṇḍakeṣu maharṣayaḥ
in den Daṇḍaka-Wäldern die großen Ṛṣis
etasmin anaṃtare vīro
in diesem Augenblick der Held
lakṣmaṇaḥ saha sītayā
Lakṣmaṇa samt Sītā

giri durgāt viniṣkramya saṃviveśa āśramam sukhī | tato rāmaḥ tu vijayī pūjyamāno maharṣibhiḥ || 3-30-38

aus der schwer zugänglichen Bergeshöhle hervor und trat glücklich in die Einsiedelei ein. Dann betrat der siegreiche Rāma, von den großen Ṛṣis geehrt,

Wort für Wort
giri durgāt viniṣkramya
aus der schwer zugänglichen Bergeshöhle hervorkommend
saṃviveśa āśramam sukhī
trat glücklich in die Einsiedelei ein
tato rāmaḥ tu vijayī
dann Rāma aber, der Siegreiche
pūjyamāno maharṣibhiḥ
geehrt von den großen Ṛṣis

praviveśa āśramam vīro lakṣmaṇena abhipūjitaḥ | tam dṛṣṭvā śatru haṃtāram maharṣīṇām sukha āvaham || 3-30-39

als Held die Einsiedelei, von Lakṣmaṇa hoch geehrt. Als sie ihn sah, den Feindevernichter, der den großen Ṛṣis Glück brachte,

Wort für Wort
praviveśa āśramam vīro
betrat als Held die Einsiedelei
lakṣmaṇena abhipūjitaḥ
von Lakṣmaṇa hoch geehrt
tam dṛṣṭvā śatru haṃtāram
ihn sehend, den Feindevernichter
maharṣīṇām sukha āvaham
der den großen Ṛṣis Glück brachte

babhūva hṛṣṭā vaidehī bhartāram pariṣvaje | mudā paramayā yuktā dṛṣṭvā rakṣo gaṇān hatān || 3-30-40

wurde die Vaidehī hocherfreut und umarmte ihren Gatten; von höchster Freude erfüllt, da sie die Scharen der Rākṣasas erschlagen sah,

Wort für Wort
babhūva hṛṣṭā vaidehī
wurde die Vaidehī hocherfreut
bhartāram pariṣvaje
umarmte ihren Gatten
mudā paramayā yuktā
von höchster Freude erfüllt
dṛṣṭvā rakṣo gaṇān hatān
die Scharen der Rākṣasas erschlagen sehend

rāmam ca eva avyayam dṛṣṭā tutoṣa janaka ātmajā | tataḥ tu tam rākṣasa saṃgha mardanam sa pūjyamānam muditaiḥ mahātmabhiḥ | punaḥ pariṣvajya mudā anvita ānanā babhūva hṛṣṭā janaka ātmajā tadā || 3-30-41

und Rāma selbst unversehrt erblickte, freute sich die Tochter des Janaka. Dann, ihn, den Vernichter der Rākṣasa-Scharen, von den hocherfreuten Hochherzigen geehrt, erneut umarmend, wurde die Tochter des Janaka, ihr Antlitz von Freude erfüllt, da hocherfreut.

Wort für Wort
rāmam ca eva avyayam dṛṣṭā
und Rāma selbst unversehrt sehend
tutoṣa janaka ātmajā
freute sich die Tochter des Janaka
tataḥ tu tam rākṣasa saṃgha mardanam
dann ihn, den Vernichter der Rākṣasa-Scharen
sa pūjyamānam muditaiḥ mahātmabhiḥ
geehrt von den hocherfreuten Hochherzigen
punaḥ pariṣvajya mudā anvita ānanā
erneut umarmend, ihr Antlitz von Freude erfüllt
babhūva hṛṣṭā janaka ātmajā tadā
wurde die Tochter des Janaka da hocherfreut

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