‚Besonders geschützt werden müssen die Gattinnen von Königen, du gewaltig Starker; wende dich ab von dem niederen Weg, der Berührung der Gattin eines anderen.'
‚Ob Erfolg oder Genuss – die Gebildeten richten sich, in den Lehrbüchern nicht ausdrücklich behandelt, nach dem Dharma des Königs, Freudenmehrer des Paulastya.'
Wort für Wort
artham vā yadi vā kāmam
ob Erfolg oder Genuss
śiṣṭāḥ śāstreṣu anāgatam
die Gebildeten, in den Lehrbüchern nicht behandelt
kāma svabhāvo yaḥ saḥ asau na śakyaḥ tam pramārjitum |
na hi duṣṭa ātmanām āryam āvasati ālaye ciram || 3-50-12
‚Wer von Natur aus dem Verlangen ergeben ist, der kann nicht davon gereinigt werden; denn bei denen mit verdorbenem Wesen wohnt das Edle nicht lange im Hause.'
Wort für Wort
kāma svabhāvo yaḥ saḥ asau
wer von Natur aus dem Verlangen ergeben ist, dieser
viṣaye vā pure vā te yadā rāmo mahābalaḥ |
na aparādhyati dharmātmā katham tasya aparādhyasi || 3-50-13
‚Wenn Rāma, der gewaltig Starke, der Dharma-Gesinnte, weder in deinem Gebiet noch in deiner Stadt ein Unrecht begangen hat, wie kannst du ihm Unrecht antun?'
‚Wenn Khara, der um Śūrpaṇakhās willen nach Janasthāna gezogen war, sich zuvor maßlos verhielt und von Rāma, dessen Taten mühelos gelingen, getötet wurde –'
sarpam āśīviṣam baddhvā vastra ante na avabudhyase |
grīvāyām pratimuktam ca kāla pāśam na paśyasi || 3-50-17
‚Du merkst nicht, dass du eine Giftschlange in den Zipfel deines Gewandes gebunden hast, und du siehst nicht die Schlinge des Todes, die dir um den Hals gelegt ist.'
yat kṛtvā na bhavet dharmo na kīrtiḥ na yaśaḥ dhruvam |
śarīrasya bhavet khedaḥ kaḥ tat karma samācaret || 3-50-19
‚Welche Tat man begehen könnte, durch die kein Dharma entsteht, kein Ruhm, kein sicherer Nachruhm, sondern nur Erschöpfung des Körpers – wer würde eine solche Tat begehen?'
vṛddho aham tvam yuvā dhanvī sa rathaḥ kavacī śarī |
na ca api ādāya kuśalī vaidehīm na gamiṣyasi || 3-50-21
‚alt bin ich, du bist jung, bewaffnet mit Bogen, mit Wagen, gepanzert, mit Pfeilen versehen – dennoch wirst du, selbst wenn du die Vaidehī fortführst, nicht heil davonkommen.'
Wort für Wort
vṛddho aham tvam yuvā
alt bin ich, du bist jung
dhanvī sa rathaḥ kavacī śarī
bewaffnet mit Bogen, mit Wagen, gepanzert, mit Pfeilen
na śaktaḥ tvam balāt hartum vaidehīm mama paśyataḥ |
hetubhiḥ nyāya saṃyuktaiḥ dhruvām veda śrutīm iva || 3-50-22
‚Du wirst nicht imstande sein, die Vaidehī mit Gewalt zu rauben, während ich zusehe – so gewiss, wie die Wahrheit der Veda-Überlieferung durch gerechte Gründe feststeht.'
Wort für Wort
na śaktaḥ tvam balāt hartum
nicht imstande wirst du sein, mit Gewalt zu rauben
‚Von dem, durch den wiederholt im Kampf Daityas und Dānavas erschlagen wurden – von diesem Rāma, dem in Rinde Gekleideten, wirst du bald im Kampf getötet werden.'
kim nu śakyam mayā kartum gatau dūram nṛpa ātmajau |
kṣipram tvam naśyase nīca tayoḥ bhīto na saṃśayaḥ || 3-50-25
‚Was könnte ich denn tun, da die beiden Königssöhne weit weg sind? Rasch wirst du, Niederträchtiger, vor ihnen zugrunde gehen, aus Furcht, ohne Zweifel.'
‚Bleib stehen, bleib stehen, Zehnhalsiger, einen Augenblick, sieh, Rāvaṇa; wie eine Frucht vom Stiel werde ich dich von deinem vorzüglichen Wagen herabstürzen; ich werde dir Gastfreundschaft im Kampf gewähren, so gut ich kann, o Nachtwandler.'
Wort für Wort
tiṣṭha tiṣṭha daśagrīva
bleib stehen, bleib stehen, Zehnhalsiger
muhūrtam paśya rāvaṇa
einen Augenblick, sieh, Rāvaṇa
vṛntāt iva phalam tvām tu pātayeyam ratha uttamāt
wie eine Frucht vom Stiel werde ich dich von deinem vorzüglichen Wagen herabstürzen
yuddha ātithyam pradāsyāmi yathā prāṇam niśā cara
ich werde dir Gastfreundschaft im Kampf gewähren, so gut ich kann, Nachtwandler