Rāmāyaṇa · Araṇyakāṇḍa
Sarga 5: Śarabhaṅga Svarga Ārohaṇam
Rāma trifft den Weisen Śarabhaṅga, der vor seinen Augen Indras Wagen empfängt und durch das Feuer in die Brahma-Welt eingeht
hatvā tu tam bhīma balam virādham rākṣasam vane |
tataḥ sītām pariṣvajya samāśvāsya ca vīryavān || 3-5-1
Nachdem er im Wald diesen von furchtbarer Kraft seienden Rākṣasa Virādha getötet hatte, umarmte der Tapfere dann Sītā und tröstete sie.
Wort für Wort hatvā tu tam bhīma balam nachdem er diesen von furchtbarer Kraft getötet hatte virādham rākṣasam vane den Rākṣasa Virādha im Wald tataḥ sītām pariṣvajya dann Sītā umarmend samāśvāsya ca vīryavān und tröstend, der Tapfere kaṣṭam vanam idam durgam na ca smo vana gocarāḥ |
abhigacchāmahe śīghram śarabhaṅgam tapo dhanam || 3-5-2
'Beschwerlich ist dieser unwegsame Wald, und wir sind keine Waldkundigen; lasst uns schnell zu Śarabhaṅga gehen, dem an Askese Reichen.'
Wort für Wort kaṣṭam vanam idam durgam beschwerlich ist dieser unwegsame Wald na ca smo vana gocarāḥ und wir sind keine Waldkundigen abhigacchāmahe śīghram lasst uns schnell gehen śarabhaṅgam tapo dhanam zu Śarabhaṅga, dem an Askese Reichen āśramam śarabhangasya rāghavo.abhijagāma ha || 3-5-3
Der Rāghava begab sich zum Einsiedlerhain des Śarabhaṅga.
Wort für Wort āśramam śarabhangasya zum Einsiedlerhain des Śarabhaṅga rāghavo.abhijagāma ha begab sich der Rāghava tasya deva prabhāvasya tapasā bhāvita ātmanaḥ |
samīpe śarabaṃgasya dadarśa mahat adbhutam || 3-5-4
In der Nähe dieses durch Askese geläuterten, göttlich mächtigen Śarabhaṅga sah er etwas Großes, Wunderbares.
Wort für Wort tasya deva prabhāvasya dieses göttlich mächtigen tapasā bhāvita ātmanaḥ durch Askese geläuterten samīpe śarabaṃgasya in der Nähe des Śarabhaṅga dadarśa mahat adbhutam sah er etwas Großes, Wunderbares vibhrājamānam vapuṣā sūrya vaiśvānara prabham |
ratha pravaram ārūḍham ākāśe vibudha anugam || 3-5-5
Einen mit strahlender Gestalt, dem Glanz von Sonne und Feuer gleichend, einen vorzüglichen Wagen besteigend, von Göttern begleitet, am Himmel.
Wort für Wort vibhrājamānam vapuṣā mit strahlender Gestalt sūrya vaiśvānara prabham dem Glanz von Sonne und Feuer gleichend ratha pravaram ārūḍham einen vorzüglichen Wagen besteigend ākāśe vibudha anugam am Himmel, von Göttern begleitet asaṃspṛśantam vasudhām dadarśa vibudha īśvaram |
saṃprabha ābharaṇam devam virajo aṃbara dhāriṇam || 3-5-6
Er sah den Herrn der Götter, der die Erde nicht berührte, den Gott mit glänzendem Schmuck, in staubfreiem Gewand gekleidet.
Wort für Wort asaṃspṛśantam vasudhām der die Erde nicht berührte dadarśa vibudha īśvaram sah er den Herrn der Götter saṃprabha ābharaṇam devam den Gott mit glänzendem Schmuck virajo aṃbara dhāriṇam in staubfreiem Gewand gekleidet tat vidhaiḥ eva bahubhir pūjyamānam mahātmabhiḥ |
haritaiḥ vājibhir yuktam aṃtarikṣa gatam ratham || 3-5-7
Von vielen Hochherzigen solcher Art verehrt, mit grünlich-gelben Rossen bespannt, den durch den Luftraum fahrenden Wagen.
Wort für Wort tat vidhaiḥ eva bahubhir von vielen solcher Art pūjyamānam mahātmabhiḥ verehrt von den Hochherzigen haritaiḥ vājibhir yuktam mit grünlich-gelben Rossen bespannt aṃtarikṣa gatam ratham den durch den Luftraum fahrenden Wagen dadarśa adūrataḥ tasya taruṇa āditya saṃnibham |
pāṇḍura abhra ghana prakhyam candra maṇḍala saṃnibham || 3-5-8
Er sah nicht weit von ihm den Wagen, der jungen Sonne gleich, glänzend weißen Wolken gleich, der Mondscheibe gleich.
Wort für Wort dadarśa adūrataḥ tasya er sah nicht weit von ihm taruṇa āditya saṃnibham der jungen Sonne gleich pāṇḍura abhra ghana prakhyam glänzend weißen Wolken gleich candra maṇḍala saṃnibham der Mondscheibe gleich apaśyat vimalam chatram citra mālya upaśobhitam |
cāmara vyajane ca agrye rukma daṇḍe mahādhane || 3-5-9
Er sah einen makellosen Schirm, geschmückt mit bunten Girlanden, und zwei vorzügliche Fächer mit goldenen Griffen, von großem Wert.
Wort für Wort apaśyat vimalam chatram er sah einen makellosen Schirm citra mālya upaśobhitam geschmückt mit bunten Girlanden cāmara vyajane ca agrye und zwei vorzügliche Fächer rukma daṇḍe mahādhane mit goldenen Griffen, von großem Wert gṛhīte vara nārībhyām dhūyamāne ca mūrdhani |
gandharva amara siddhāḥ ca bahavaḥ parama ṛṣayaḥ || 3-5-10
Von zwei vorzüglichen Frauen gehalten und über dem Haupt geschwungen, während viele Gandharvas, Unsterbliche, Siddhas und höchste Seher dabei waren.
Wort für Wort gṛhīte vara nārībhyām von zwei vorzüglichen Frauen gehalten dhūyamāne ca mūrdhani und über dem Haupt geschwungen gandharva amara siddhāḥ ca und Gandharvas, Unsterbliche, Siddhas bahavaḥ parama ṛṣayaḥ viele höchste Seher antarikṣa gatam devam gīrbhir agryābhir aiḍiyan |
saha saṃbhāṣamāṇe tu śarabhaṃgena vāsave || 3-5-11
priesen den im Luftraum befindlichen Gott mit vorzüglichen Lobgesängen, während Vāsava sich mit Śarabhaṅga unterhielt.
Wort für Wort antarikṣa gatam devam den im Luftraum befindlichen Gott gīrbhir agryābhir aiḍiyan priesen sie mit vorzüglichen Lobgesängen saha saṃbhāṣamāṇe tu während sich unterhielt śarabhaṃgena vāsave Vāsava mit Śarabhaṅga dṛṣṭvā śata kratum tatra rāmo lakṣmaṇam abravīt |
rāmo.atha ratham uddiśya bhrātur darśayata adbhutam || 3-5-12
Als er dort den Hundertopferer sah, sprach Rāma zu Lakṣmaṇa; Rāma zeigte dann auf den Wagen und deutete ihn seinem Bruder als etwas Wunderbares.
Wort für Wort dṛṣṭvā śata kratum tatra als er dort den Hundertopferer sah rāmo lakṣmaṇam abravīt sprach Rāma zu Lakṣmaṇa rāmo.atha ratham uddiśya Rāma dann auf den Wagen deutend bhrātur darśayata adbhutam zeigte er dem Bruder das Wunderbare arciṣmantam śriyā juṣṭam adbhutam paśya lakṣmaṇa |
pratapantam iva ādityam antarikṣa gatam ratham || 3-5-13
'Sieh, Lakṣmaṇa, den strahlenden, von Schönheit erfüllten, wunderbaren, durch den Luftraum fahrenden Wagen, wie die glühende Sonne.'
Wort für Wort arciṣmantam śriyā juṣṭam den strahlenden, von Schönheit erfüllten adbhutam paśya lakṣmaṇa sieh das Wunderbare, Lakṣmaṇa pratapantam iva ādityam wie die glühende Sonne antarikṣa gatam ratham den durch den Luftraum fahrenden Wagen ye hayāḥ puru hūtasya purā śakrasya naḥ śrutāḥ |
antarikṣa gatā divyāḥ te ime harayo dhruvam || 3-5-14
'Die Rosse des Vielgerufenen, des Śakra, von denen wir früher gehört haben, göttlich, durch den Luftraum fahrend - diese sind gewiss dieselben Rosse.'
Wort für Wort ye hayāḥ puru hūtasya die Rosse des Vielgerufenen purā śakrasya naḥ śrutāḥ des Śakra, von denen wir früher gehört haben antarikṣa gatā divyāḥ göttlich, durch den Luftraum fahrend te ime harayo dhruvam diese sind gewiss dieselben Rosse ime ca puruṣa vyāghra ye tiṣṭhanti abhitaḥ diśam |
śatam śatam kuṇḍalino yuvānaḥ khaḍga pāṇayaḥ || 3-5-15
'Und diese, o Tiger unter den Männern, die ringsum in alle Richtungen stehen, je hundert mit Ohrringen, junge Männer mit Schwertern in den Händen.'
Wort für Wort ime ca puruṣa vyāghra und diese, o Tiger unter den Männern ye tiṣṭhanti abhitaḥ diśam die ringsum in alle Richtungen stehen śatam śatam kuṇḍalino je hundert mit Ohrringen yuvānaḥ khaḍga pāṇayaḥ junge Männer mit Schwertern in den Händen vistīrṇa vipula uraskāḥ parighāyata bāhavaḥ |
śoṇāṃśu vasanāḥ sarve vyāghra iva durāsadāḥ || 3-5-16
'Mit breiter, weiter Brust, mit Armen wie Eisenstangen, alle in rote Gewänder gekleidet, unnahbar wie Tiger.'
Wort für Wort vistīrṇa vipula uraskāḥ mit breiter, weiter Brust parighāyata bāhavaḥ mit Armen wie Eisenstangen śoṇāṃśu vasanāḥ sarve alle in rote Gewänder gekleidet vyāghra iva durāsadāḥ unnahbar wie Tiger uro deśeṣu sarveṣām hārā jvalana saṃnibhāḥ |
rūpam bibhrati saumitre paṃca viṃśati vārṣikam || 3-5-17
'Auf der Brust aller von ihnen flammengleiche Halsketten; sie tragen, o Saumitri, das Aussehen von Fünfundzwanzigjährigen.'
Wort für Wort uro deśeṣu sarveṣām auf der Brust aller von ihnen hārā jvalana saṃnibhāḥ flammengleiche Halsketten rūpam bibhrati saumitre sie tragen das Aussehen, o Saumitri paṃca viṃśati vārṣikam von Fünfundzwanzigjährigen etaddhi kila devānām vayo bhavati nityadā |
yathā ime puruṣa vyāghrā dṛśyante priya darśanāḥ || 3-5-18
'Denn dies ist, wie es heißt, stets das Alter der Götter, wie es bei diesen Tigern unter den Männern zu sehen ist, die lieblich anzusehen sind.'
Wort für Wort etaddhi kila devānām denn dies ist, wie es heißt, der Götter vayo bhavati nityadā Alter ist stets [dieses] yathā ime puruṣa vyāghrā wie diese Tiger unter den Männern dṛśyante priya darśanāḥ erscheinen, lieblich anzusehen iha eva saha vaidehyā muhūrtam tiṣṭha lakṣmaṇa |
yāvat jānāmi aham vyaktam ka eṣa dyutimān rathe || 3-5-19
'Bleib hier, zusammen mit Vaidehī, für einen Augenblick, o Lakṣmaṇa, während ich sicher herausfinde, wer dieser Glanzvolle im Wagen ist.'
Wort für Wort iha eva saha vaidehyā hier zusammen mit Vaidehī muhūrtam tiṣṭha lakṣmaṇa bleib einen Augenblick, o Lakṣmaṇa yāvat jānāmi aham vyaktam während ich sicher herausfinde ka eṣa dyutimān rathe wer dieser Glanzvolle im Wagen ist tam evam uktvā saumitrim iha eva sthīyatām iti |
abhicakrāma kākutsthaḥ śarabhaṃga āśramam prati || 3-5-20
Nachdem er so zu dem Saumitri gesprochen hatte - 'Bleib genau hier' - schritt der Kākutstha zum Einsiedlerhain des Śarabhaṅga voran.
Wort für Wort tam evam uktvā saumitrim so zum Saumitri sprechend iha eva sthīyatām iti 'bleib genau hier' abhicakrāma kākutsthaḥ schritt der Kākutstha voran śarabhaṃga āśramam prati zum Einsiedlerhain des Śarabhaṅga tataḥ samabhigacchantam prekṣya rāmam śacī patiḥ |
śarabhaṃgam anujñāpya vibudhān idam abravīt || 3-5-21
Als der Gemahl der Śacī den herannahenden Rāma sah, verabschiedete er sich von Śarabhaṅga und sprach dies zu den Göttern.
Wort für Wort tataḥ samabhigacchantam dann den herannahenden prekṣya rāmam śacī patiḥ Rāma sehend, der Gemahl der Śacī śarabhaṃgam anujñāpya sich von Śarabhaṅga verabschiedend vibudhān idam abravīt sprach er dies zu den Göttern iha upayāti asau rāmo yāvan mām na abhibhāṣate |
niṣṭhām nayata tāvat tu tato mā draṣṭum arhati || 3-5-22
'Hierher kommt jener Rāma; solange er mich nicht anspricht, bringt die Sache zum Abschluss; erst danach darf er mich sehen.'
Wort für Wort iha upayāti asau rāmo hierher kommt jener Rāma yāvan mām na abhibhāṣate solange er mich nicht anspricht niṣṭhām nayata tāvat tu bringt die Sache zum Abschluss tato mā draṣṭum arhati erst danach darf er mich sehen jitavantam kṛtārtham hi tadā aham acirād imam |
karma hi anena kartavyam mahat anyaiḥ suduṣkaram || 3-5-23
'Denn ihn, den Siegreichen, Ziel-Erreichten, werde ich bald treffen; ein großes Werk, für andere überaus schwer zu vollbringen, ist von ihm zu vollbringen.'
Wort für Wort jitavantam kṛtārtham hi denn den Siegreichen, Ziel-Erreichten tadā aham acirād imam werde ich bald diesen [treffen] karma hi anena kartavyam denn ein Werk ist von ihm zu vollbringen mahat anyaiḥ suduṣkaram ein großes, für andere überaus schwer zu vollbringendes atha vajrī tam āmaṃtrya mānayitvā ca tāpasam |
rathena haya yuktena yayau divam arindamaḥ || 3-5-24
Da verabschiedete sich der Blitzträger von diesem, ehrte den Asketen, und der Feindebezwinger fuhr mit dem von Rossen bespannten Wagen zum Himmel.
Wort für Wort atha vajrī tam āmaṃtrya da verabschiedete sich der Blitzträger von diesem mānayitvā ca tāpasam und den Asketen ehrend rathena haya yuktena mit dem von Rossen bespannten Wagen yayau divam arindamaḥ fuhr der Feindebezwinger zum Himmel prayāte tu sahasrākṣe rāghavaḥ saparicchadaḥ |
agni hotram upāsīnam śarabhaṃgam upāgamat || 3-5-25
Als der Tausendäugige fortgezogen war, näherte sich der Rāghava mit seinem Gefolge dem Śarabhaṅga, der beim Feueropfer saß.
Wort für Wort prayāte tu sahasrākṣe als der Tausendäugige fortgezogen war rāghavaḥ saparicchadaḥ der Rāghava mit seinem Gefolge agni hotram upāsīnam der beim Feueropfer saß śarabhaṃgam upāgamat näherte er sich Śarabhaṅga tasya pādau ca saṃgṛhya rāmaḥ sītā ca lakṣmaṇaḥ |
niṣeduḥ tad anujñātā labdha vāsā nimaṃtritāḥ || 3-5-26
Nachdem sie seine Füße umfasst hatten, setzten sich Rāma, Sītā und Lakṣmaṇa, von ihm erlaubt, nachdem sie einen Sitzplatz erhalten und eingeladen worden waren.
Wort für Wort tasya pādau ca saṃgṛhya nachdem sie seine Füße umfasst hatten rāmaḥ sītā ca lakṣmaṇaḥ Rāma, Sītā und Lakṣmaṇa niṣeduḥ tad anujñātā setzten sie sich, von ihm erlaubt labdha vāsā nimaṃtritāḥ nachdem sie einen Sitzplatz erhalten und eingeladen worden waren tataḥ śakra upayānam tu paryapṛcchata rāghavaḥ |
śarabhaṃgaḥ ca tat sarvam rāghavāya nyavedayat || 3-5-27
Dann fragte der Rāghava nach der Ankunft des Śakra, und Śarabhaṅga berichtete dem Rāghava alles davon.
Wort für Wort tataḥ śakra upayānam tu dann nach der Ankunft des Śakra paryapṛcchata rāghavaḥ fragte der Rāghava śarabhaṃgaḥ ca tat sarvam und Śarabhaṅga all dies rāghavāya nyavedayat berichtete dem Rāghava mām eṣa varado rāma brahma lokam ninīṣati |
jitam ugreṇa tapasā duṣprāpam akṛta ātmabhiḥ || 3-5-28
'Mich, o Rāma, will dieser Segenspender in die Brahma-Welt führen, die durch strenge Askese erlangt wurde und für Ungeläuterte schwer zu erreichen ist.'
Wort für Wort mām eṣa varado rāma mich will dieser Segenspender, o Rāma brahma lokam ninīṣati in die Brahma-Welt führen jitam ugreṇa tapasā erlangt durch strenge Askese duṣprāpam akṛta ātmabhiḥ für Ungeläuterte schwer zu erreichen aham jñātvā nara vyāghra vartamānam adūrataḥ |
brahma lokam na gacchāmi tvām adṛṣṭvā priya atithim || 3-5-29
'Als ich wusste, o Tiger unter den Männern, dass du nicht weit weilst, wollte ich nicht in die Brahma-Welt gehen, ohne dich, meinen lieben Gast, gesehen zu haben.'
Wort für Wort aham jñātvā nara vyāghra ich, wissend, o Tiger unter den Männern vartamānam adūrataḥ dass du nicht weit weilst brahma lokam na gacchāmi ich wollte nicht in die Brahma-Welt gehen tvām adṛṣṭvā priya atithim ohne dich, meinen lieben Gast, gesehen zu haben tvayā aham puruṣavyāghra dhārmikeṇa mahatmanā |
samāgaṃya gamiṣyāmi tridivam ca avaram param || 3-5-30
'Nachdem ich dich getroffen habe, o Tiger unter den Männern, den Rechtschaffenen, Hochherzigen, werde ich in den dreifachen Himmel gehen, den höchsten über den niederen.'
Wort für Wort tvayā aham puruṣavyāghra mit dir, o Tiger unter den Männern dhārmikeṇa mahatmanā dem Rechtschaffenen, Hochherzigen samāgaṃya gamiṣyāmi nachdem ich getroffen habe, werde ich gehen tridivam ca avaram param in den dreifachen Himmel, den höchsten über den niederen akṣayā nara śārdūla jitālokā mayā śubhāḥ |
brāhṃyāḥ ca nāka pṛṣṭhyāḥ ca pratigṛhṇīṣva māmakān || 3-5-31
'Unerschöpfliche, heilvolle, von mir gewonnene Welten, die brahmischen und die des Himmelsgewölbes - nimm meine Verdienste an, o Tiger unter den Männern.'
Wort für Wort akṣayā nara śārdūla unerschöpfliche, o Tiger unter den Männern jitālokā mayā śubhāḥ heilvolle, von mir gewonnene Welten brāhṃyāḥ ca nāka pṛṣṭhyāḥ ca die brahmischen und die des Himmelsgewölbes pratigṛhṇīṣva māmakān nimm meine [Verdienste] an evam ukto naravyāghraḥ sarva śāstra viśāradaḥ |
ṛṣiṇā śarabhaṃgena rāghavo vākyam abravīt || 3-5-32
So von dem in allen Lehrschriften bewanderten Seher Śarabhaṅga angesprochen, sprach der Rāghava, der Tiger unter den Männern, ein Wort.
Wort für Wort evam ukto naravyāghraḥ so angesprochen, der Tiger unter den Männern sarva śāstra viśāradaḥ in allen Lehrschriften Bewanderte ṛṣiṇā śarabhaṃgena von dem Seher Śarabhaṅga rāghavo vākyam abravīt sprach der Rāghava ein Wort aham eva āhariṣyāmi sarvān lokān mahāmune |
āvāsam tu aham icchāmi pradiṣṭam iha kānane || 3-5-33
'Ich selbst werde mir alle Welten erwerben, großer Weiser; ich aber wünsche mir eine Wohnstatt, die mir hier im Wald gewiesen wird.'
Wort für Wort aham eva āhariṣyāmi ich selbst werde mir erwerben sarvān lokān mahāmune alle Welten, großer Weiser āvāsam tu aham icchāmi eine Wohnstatt aber wünsche ich mir pradiṣṭam iha kānane die mir hier im Wald gewiesen wird rāghaveṇa evam uktaḥ tu śakra tulya balena vai |
śarabhaṃgo mahāprājñaḥ punar eva abravīt vacaḥ || 3-5-34
So von dem an Kraft dem Śakra gleichen Rāghava angesprochen, sprach der hochweise Śarabhaṅga wiederum ein Wort.
Wort für Wort rāghaveṇa evam uktaḥ tu so vom Rāghava angesprochen śakra tulya balena vai dem an Kraft dem Śakra gleichen śarabhaṃgo mahāprājñaḥ der hochweise Śarabhaṅga punar eva abravīt vacaḥ sprach wiederum ein Wort iha rāma mahātejāḥ sutīkṣṇo nama dhārmikaḥ |
vasati araṇye niyataḥ sa te śreyo vidhāsyati || 3-5-35
'Hier, o Rāma, wohnt der hochglanzvolle, rechtschaffene Weise namens Sutīkṣṇa, im Wald zurückgezogen; er wird dir zu deinem Heil raten.'
Wort für Wort iha rāma mahātejāḥ hier, o Rāma, der Hochglanzvolle sutīkṣṇo nama dhārmikaḥ namens Sutīkṣṇa, der Rechtschaffene vasati araṇye niyataḥ wohnt im Wald zurückgezogen sa te śreyo vidhāsyati er wird dir zu deinem Heil raten sutīkṣṇam abhigaccha tvam śucau deśe tapasvinam |
ramaṇīye vanoddeśe sa te vāsam vidhāsyati || 3-5-36
'Geh zu Sutīkṣṇa, dem Asketen an reinem Ort, in einem lieblichen Waldgebiet; er wird dir eine Wohnstatt zuweisen.'
Wort für Wort sutīkṣṇam abhigaccha tvam geh zu Sutīkṣṇa śucau deśe tapasvinam dem Asketen an reinem Ort ramaṇīye vanoddeśe in einem lieblichen Waldgebiet sa te vāsam vidhāsyati er wird dir eine Wohnstatt zuweisen imām mandākinīm rāma pratisrotam anuvraja |
nadīm puṣpoḍupa vahām tataḥ tatra gamiṣyasi || 3-5-37
'Diesem Fluss Mandākinī, o Rāma, folge stromaufwärts, dem Fluss, der Blüten wie Boote trägt; von dort wirst du dorthin gelangen.'
Wort für Wort imām mandākinīm rāma diesem Mandākinī, o Rāma pratisrotam anuvraja folge stromaufwärts nadīm puṣpoḍupa vahām dem Fluss, der Blüten wie Boote trägt tataḥ tatra gamiṣyasi von dort wirst du dorthin gelangen eṣa panthā naravyāghra muhūrtam paśya tāta mām |
yāvat jahāmi gātrāṇi jīrṇām tvacam iva uragaḥ || 3-5-38
'Dies ist der Weg, o Tiger unter den Männern; einen Augenblick sieh mich an, mein Sohn, während ich meinen Körper ablege, wie eine Schlange ihre alte Haut.'
Wort für Wort eṣa panthā naravyāghra dies ist der Weg, o Tiger unter den Männern muhūrtam paśya tāta mām einen Augenblick sieh mich an, mein Sohn yāvat jahāmi gātrāṇi während ich meinen Körper ablege jīrṇām tvacam iva uragaḥ wie eine Schlange ihre alte Haut tato agnim su samādhāya hutvā ca ājyena maṃtravit |
śarabhaṃgo mahātejāḥ praviveśa hutāśanam || 3-5-39
Dann, nachdem er das Feuer wohl entzündet und mit geklärter Butter geopfert hatte, der Zaubersprüche Kundige, ging der hochglanzvolle Śarabhaṅga in das Feuer ein.
Wort für Wort tato agnim su samādhāya dann das Feuer wohl entzündend hutvā ca ājyena maṃtravit und mit geklärter Butter opfernd, der Zaubersprüche Kundige śarabhaṃgo mahātejāḥ der hochglanzvolle Śarabhaṅga praviveśa hutāśanam ging in das Feuer ein tasya romāṇi keśām ca tadā vahniḥ mahātmanaḥ |
jīrṇam tvacam tad asthīni yat ca māṃsam ca śoṇitam || 3-5-40
Seine Körperhaare und Haupthaare, die alte Haut, die Knochen, das Fleisch und das Blut dieses Hochherzigen verzehrte da das Feuer.
Wort für Wort tasya romāṇi keśām ca seine Körperhaare und Haupthaare tadā vahniḥ mahātmanaḥ da das Feuer, dieses Hochherzigen jīrṇam tvacam tad asthīni die alte Haut, die Knochen yat ca māṃsam ca śoṇitam und das Fleisch und das Blut sa ca pāvaka saṃkāśaḥ kumāraḥ samapadyata |
utthāya agnicayāt tasmāt śarabhaṃgo vyarocata || 3-5-41
Und ein dem Feuer gleichender Jüngling entstand; sich aus jenem Feuerhaufen erhebend, erstrahlte Śarabhaṅga.
Wort für Wort sa ca pāvaka saṃkāśaḥ und ein dem Feuer gleichender kumāraḥ samapadyata Jüngling entstand utthāya agnicayāt tasmāt sich aus jenem Feuerhaufen erhebend śarabhaṃgo vyarocata erstrahlte Śarabhaṅga sa lokān āhitāgnīnām ṛṣīṇām ca mahātmanām |
devānām ca vyatikraṃya brahma lokam vyarohata || 3-5-42
Er stieg, die Welten der Feueropferer, der hochherzigen Seher und der Götter übertreffend, in die Brahma-Welt empor.
Wort für Wort sa lokān āhitāgnīnām die Welten der Feueropferer ṛṣīṇām ca mahātmanām und der hochherzigen Seher devānām ca vyatikraṃya und der Götter übertreffend brahma lokam vyarohata stieg er in die Brahma-Welt empor sa puṇya karmā bhuvane dvijarṣabhaḥ |
pitāmaham sānucaram dadarśa ha |
pitāmahaḥ ca api samīkṣya tam dvijam |
nananda susvāgatam iti uvāca ha || 3-5-43
Dieser, der verdienstvolle Handelnde, der Stier unter den Zweifachgeborenen, sah in jener Welt den Großvater mitsamt seinem Gefolge; und der Großvater, diesen Zweifachgeborenen erblickend, freute sich und sprach: 'Sei herzlich willkommen.'
Wort für Wort sa puṇya karmā bhuvane dvijarṣabhaḥ dieser verdienstvolle Handelnde, der Stier unter den Zweifachgeborenen, in jener Welt pitāmaham sānucaram dadarśa ha sah den Großvater mitsamt seinem Gefolge pitāmahaḥ ca api samīkṣya tam dvijam und der Großvater, diesen Zweifachgeborenen erblickend nananda susvāgatam iti uvāca ha freute sich und sprach: 'Sei herzlich willkommen'
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