Ebenso brachte Droṇis Sohn im Kampf, freudig erregt, den Pāṇḍava mit Hunderten scharfer Pfeile nicht ins Wanken, wie eine Wasserflut einen Berg nicht erschüttert.
Die beiden großen Wagenkämpfer, einander mit furchtbaren Pfeilen bedeckend, in Wagenfahrkunst geübt, tapfer, im Kampf erhitzt, erstrahlten schön wie zwei lodernde Sonnen, welche die Welt vernichten könnten, einander gleichsam mit ihren eigenen Strahlen durch vorzügliche Pfeile versengend.
kṛtapratikṛte yatnaṃ kurvāṇau ca mahāraṇe / kṛtapratikṛte yatnaṃ cakrāte tāv abhītavat // vyāghrāv iva ca saṃgrāme ceratus tau mahārathau / śaradaṃṣṭrau durādharṣau cāpavyāttau bhayānakau
Beide im großen Kampf sich um Schlag und Gegenschlag bemühend, vollführten sie Schlag und Gegenschlag furchtlos; wie zwei Tiger bewegten sich die beiden großen Wagenkämpfer im Kampf, mit Pfeilen als Zähnen, unbezwingbar, mit gespanntem Bogen als aufgerissenem Rachen, furchterregend.
Wort für Wort
kṛtapratikṛte
Schlag und Gegenschlag (Akk.)
yatnam
Bemühen (Akk.)
kurvāṇau
vollführend (Ptz. Dual)
ca
und (Konj.)
mahāraṇe
im großen Kampf (Lok.)
cakrāte
vollführten (Perf. Med.)
tau
die beiden (Nom.)
abhītavat
furchtlos (Adv.)
vyāghrau iva
wie zwei Tiger (Nom.+Part.)
saṃgrāme
im Kampf (Lok.)
ceratuḥ
bewegten sich (Perf.)
mahārathau
die großen Wagenkämpfer (Nom. Dual)
śaradaṃṣṭrau
mit Pfeilen als Zähnen (Nom. Dual)
durādharṣau
unbezwingbar (Nom. Dual)
cāpavyāttau
mit gespanntem Bogen als aufgerissenem Rachen (Nom. Dual)
abhūtāṃ tāv adṛśyau ca śarajālaiḥ samantataḥ / meghajālair iva cchannau gagane candrabhāskarau // prakāśau ca muhūrtena tatraivāstām ariṃdamau / vimuktau meghajālena śaśisūryau yathā divi
Beide wurden durch das Pfeilnetz ringsum unsichtbar, wie Mond und Sonne am Himmel, von Wolkennetzen verhüllt; und in einem Augenblick wurden die beiden Feindebezwinger dort wieder sichtbar, wie Mond und Sonne am Himmel, vom Wolkennetz befreit.
Wort für Wort
abhūtām
wurden (Impf. Dual)
tau
die beiden (Nom.)
adṛśyau
unsichtbar (Nom. Dual)
śarajālaiḥ
durch das Pfeilnetz (Instr.)
samantataḥ
ringsum (Adv.)
meghajālaiḥ iva channau
wie von Wolkennetzen verhüllt (Instr.+Part.+Nom. Dual)
Während dort eben jener überaus grausige Kampf im Gange war, umkreiste Droṇis Sohn den Wolfsbauch von links, ihn mit Hunderten furchtbarer Pfeile überschüttend wie ein Berg mit Regenschauern.
Wort für Wort
atha
während (Adv.)
tatra eva
eben dort (Adv.)
saṃgrāme
der Kampf (Lok.)
vartamāne
im Gange (Lok. Ptz.)
sudāruṇe
überaus grausig (Lok.)
apasavyam
von links, gegen den Uhrzeigersinn (Akk.)
tataḥ
darauf (Adv.)
cakre
vollführte, umkreiste (Perf. Med.)
drauṇiḥ
Droṇis Sohn (Nom.)
tatra
dort (Adv.)
vṛkodaram
den Wolfsbauch (Akk., Bhīma)
kiran
überschüttend (Ptz.)
śaraśataiḥ ugraiḥ
mit Hunderten furchtbarer Pfeile (Instr.)
dhārābhiḥ iva
wie mit Regenschauern (Instr.+Part.)
parvatam
ein Berg (Akk.)
[Anm.: Ein Halbvers des textkritischen Apparats (016d*0088_01) wurde in diese Einheit eingefügt. „apasavya“ bezeichnet die taktische Umkreisung des Gegners gegen den Uhrzeigersinn (von links), eine im Zweikampf als vorteilhaft geltende Bewegung.]
caritvā vividhān mārgān maṇḍalaṃ sthānam eva ca / śaraiḥ pūrṇāyatotsṛṣṭair anyonyam abhijaghnatuḥ
Nachdem sie verschiedene Wege durchschritten hatten, das Kreisen und auch das Verharren, schlugen sie einander mit voll gespannten und entsandten Pfeilen.
tatra siddhā mahārāja saṃpatanto 'bruvan vacaḥ / ati yuddhāni sarvāṇi yuddham etat tato 'dhikam // sarvayuddhāni caitasya kalāṃ nārhanti ṣoḍaśīm / naitādṛśaṃ punar yuddhaṃ na bhūtaṃ na bhaviṣyati
Dort sprachen die dort herbeieilenden Siddhas, o Großkönig, folgende Worte: „Dieser Kampf übertrifft alle anderen Kämpfe, ist größer als sie; alle Kämpfe zusammen erreichen nicht ein Sechzehntel dieses einen; niemals war und niemals wird ein solcher Kampf sein.
Wort für Wort
tatra
dort (Adv.)
siddhāḥ
die Siddhas (Nom.)
mahārāja
o Großkönig (Vok.)
saṃpatantaḥ
herbeieilend (Ptz.)
abruvan vacaḥ
sprachen Worte (Impf.+Akk.)
ati yuddhāni sarvāṇi
über alle Kämpfe hinaus (Akk.)
yuddham etat
dieser Kampf (Nom.)
tataḥ adhikam
größer als jene (Adv.+Nom.)
sarvayuddhāni
alle Kämpfe (Nom.)
ca
und (Konj.)
etasya
dieses (Gen.)
kalām ṣoḍaśīm
ein Sechzehntel (Akk.)
na arhanti
erreichen nicht (Negation+Präs.)
na etādṛśam
kein solches (Negation+Nom.)
punar yuddham
abermals Kampf (Nom.)
na bhūtam na bhaviṣyati
war nicht und wird nicht sein (Negation×2+Perf.+Fut.)
Ach, beide sind mit Wissen ausgestattet und von grimmiger Kraft! Ach, beide, der Brahmane und der Pāṇḍava, sind mit Heldenmut begabt! Ach, welch furchtbare Kraft in dem Furchtbaren und welche Waffenkunst besitzen die beiden!
Wort für Wort
aho
ach! (Interj.)
jñānena saṃyuktau
mit Wissen ausgestattet (Instr.+Nom. Dual)
ubhau
beide (Nom.)
ca ugraparākramau
und von grimmiger Kraft (Nom. Dual)
śauryeṇa saṃpannau
mit Heldenmut begabt (Instr.+Nom. Dual)
brāhmaṇapāṇḍavau
der Brahmane und der Pāṇḍava (Nom. Dual)
bhīme balam bhīmam
furchtbare Kraft im Furchtbaren (Lok.+Nom.)
etayoḥ
der beiden (Gen.)
ca kṛtāstratā
und die Waffenkunst (Nom.)
[Anm.: Ein Halbvers des textkritischen Apparats (029b*0089_01) wurde in diese Einheit eingefügt.]
Ach, welche Essenz der Tapferkeit, ach, welche Vortrefflichkeit besitzen die beiden! Denn sie stehen im Kampf wie Kāla, Antaka und Yama; wie zwei entstandene Rudras, wie zwei Sonnen, oder wie ein Zwillingspaar, wie zwei Tigermänner, von furchtbarer Gestalt in der Schlacht.“
śrūyante sma tadā vācaḥ siddhānāṃ vai muhur muhuḥ / siṃhanādaś ca saṃjajñe sametānāṃ divaukasām / adbhutaṃ cāpy acintyaṃ ca dṛṣṭvā karma tayor mṛdhe / siddhacāraṇasaṃghānāṃ vismayaḥ samapadyata / praśaṃsanti tadā devāḥ siddhāś ca paramarṣayaḥ / sādhu drauṇe mahābāho sādhu bhīmeti cābruvan
Da wurden immer wieder die Stimmen der Siddhas gehört, und ein Löwenschrei erhob sich unter den versammelten Himmlischen; da sie ihre wundersame und unfassliche Tat im Kampf gesehen hatten, entstand Erstaunen bei den Scharen der Siddhas und Cāraṇas. Da priesen die Götter, die Siddhas und die höchsten Weisen sie: „Wohl getan, Droṇis Sohn, Starkarmiger! Wohl getan, Bhīma!“, so sprachen sie.
Wort für Wort
śrūyante sma
wurden gehört (Präs.+Part., narrativ)
tadā
da (Adv.)
vācaḥ siddhānām
die Stimmen der Siddhas (Nom.+Gen.)
vai muhur muhuḥ
wahrlich immer wieder (Part.+Adv.)
siṃhanādaḥ
ein Löwenschrei (Nom.)
ca saṃjajñe
und erhob sich (Konj.+Perf.)
sametānām divaukasām
der versammelten Himmlischen (Gen.)
adbhutam ca api acintyam ca
wundersam und auch unfasslich (Akk.)
dṛṣṭvā
gesehen habend (Abs.)
karma
Tat (Akk.)
tayoḥ mṛdhe
der beiden im Kampf (Gen.+Lok.)
siddhacāraṇasaṃghānām
bei den Scharen der Siddhas und Cāraṇas (Gen.)
vismayaḥ samapadyata
entstand Erstaunen (Nom.+Impf.)
praśaṃsanti
priesen (Präs.)
tadā devāḥ
da die Götter (Adv.+Nom.)
siddhāḥ ca paramarṣayaḥ
die Siddhas und höchsten Weisen (Nom.)
sādhu drauṇe mahābāho
wohl getan, Droṇis Sohn, Starkarmiger (Interj.+Vok.)
sādhu bhīma iti
wohl getan, Bhīma, so (Interj.+Vok.+Part.)
ca abruvan
sprachen sie (Impf.)
[Anm.: Drei Halbverse des textkritischen Apparats (032f*0090_01 bis 03) wurden in diese Einheit eingefügt.]
anyonyaṃ chādayantau sma śaravṛṣṭyā mahārathau / śarāmbudhārau samare śastravidyutprakāśinau
Einander bedeckend mit einem Pfeilregen, die beiden großen Wagenkämpfer, glichen sie im Kampf zwei Pfeilwolken-Regenströmen, erleuchtet vom Blitz der Waffen.
Die beiden großen Wagenkämpfer, nachdem sie einander die Banner und die Wagenlenker durchbohrt hatten, durchbohrten, nachdem sie einander die Pferde durchbohrt hatten, einander gegenseitig.
Da aber erkannte der Wagenlenker den Sohn Droṇas als bewusstlos und führte ihn vom Schlachtfeld fort, o König, vor den Augen der gesamten Kriegerschaft.
Da hielt der König der Madras den herankommenden Śrutakīrti, der scharfe Pfeile verstreute, freudig erregt zurück.
Wort für Wort
śrutakīrtim
Śrutakīrti (Akk.)
atha āyāntam
den herankommenden (Adv.+Akk. Ptz.)
kirantam
verstreuend (Akk. Ptz.)
niśitān śarān
scharfe Pfeile (Akk.)
madrarājaḥ
der König der Madras (Nom., Śalya)
mahārāja
o Großkönig (Vok.)
vārayām āsa
hielt zurück (Perf.)
hṛṣṭavat
freudig erregt (Adv.)
[Anm.: Die Sprecherkennzeichnung „saṃjaya uvāca“ (Saṃjaya sprach) erscheint hier ein zweites Mal innerhalb desselben, ununterbrochenen Erzählabschnitts Saṃjayas und wurde daher ebenfalls ausgelassen.]
Dieser schleuderte darauf abermals im Kampf gegen ihn eine schlangengleiche Speerlanze; Śalya zerteilte sie in zwei Stücke, und sie zerbrach auf der Erde.
Śalya raubte darauf mit einem Rasiermesser-Pfeil dem Körper seines Wagenlenkers das Haupt, wie ein Falke einem Knaben aus der Hand das Fleisch raubt, o Bester der Männer.
Nachdem er das große Dickicht des Heeres verbrannt hatte, wie ein aus trockenem Gestrüpp emporgestiegenes Feuer, stand er da und erstrahlte im Kampf wie Śaṃkara, nachdem er die Stadt verbrannt hatte.
Wort für Wort
senākakṣam mahat
das große Dickicht des Heeres (Akk.)
dagdhvā
verbrannt habend (Abs.)
kakṣam
trockenes Gestrüpp (Akk.)
agniḥ iva utthitaḥ
wie ein emporgestiegenes Feuer (Nom.+Part.)
sthitaḥ rarāja
stand und erstrahlte (Nom.+Perf.)
samare
im Kampf (Lok.)
puram
die Stadt (Akk., Tripura)
dagdhvā iva
gleichsam verbrannt habend (Abs.+Part.)
śaṃkaraḥ
Śaṃkara (Nom., Śiva)
[Anm.: Anspielung auf die Verbrennung der Tripura (Dreifachstadt) durch Śiva.]