sa cet tad abhimanyeta tasmai dadyām ahaṃ punaḥ / śakaṭaṃ ratnasaṃpūrṇaṃ yo me brūyād dhanaṃjayam
Und wenn er dem zustimmt, will ich ihm überdies noch einen mit Juwelen gefüllten Wagen geben - wer mir von Dhanañjaya berichtet.
Wort für Wort
saḥ cet tat abhimanyeta
und wenn er dem zustimmt (3.Sg.Opt.)
tasmai dadyām aham punaḥ
will ich ihm überdies geben (1.Sg.Opt.)
śakaṭam ratnasaṃpūrṇam
einen mit Juwelen gefüllten Wagen (Akk.)
yaḥ me brūyāt dhanaṃjayam
wer mir von Dhanañjaya berichtet (3.Sg.Opt.)
[Anm.: An dieser Stelle und im weiteren Verlauf dieser Geschenkliste (bis Vers 13) finden sich im Quelltext zahlreiche umfangreiche apparatus-Einfügungen, die das gleiche rhetorische Muster - immer neue, noch überschwänglichere Gaben für den, der Arjuna meldet - mit weiteren Rindern, Pferden, Dörfern, Wagen und Sklavinnen fortsetzen. Sie werden hier als inhaltlich gleichartige Wiederholungen desselben Motivs übergangen; die Hauptverslinie gibt die Substanz der Aufzählung vollständig wieder.]
sa cet tad abhimanyeta puruṣo 'rjunadarśivān / anyaṃ tasmai punar dadyāṃ sauvarṇaṃ hastiṣaḍgavam
Und wenn der Mann, der Arjuna gesehen hat, dem zustimmt, will ich ihm ein weiteres Geschenk geben: einen goldenen Elefanten samt einem Sechsergespann von Rindern.
Wort für Wort
saḥ cet tat abhimanyeta
wenn er dem zustimmt (3.Sg.Opt.)
puruṣaḥ arjunadarśivān
der Mann, der Arjuna gesehen hat (Nom.)
anyam tasmai punaḥ dadyām
will ich ihm ein weiteres geben (1.Sg.Opt.)
sauvarṇam hastiṣaḍgavam
einen goldenen Elefanten samt Sechsergespann (Akk.)
Ich will ihm ein weiteres Geschenk geben: sechshundert Elefanten, mit vielerlei goldenem Geschirr bedeckt, mit goldenen Girlanden geschmückt, in den westlichen Landen geboren, von Elefantenlenkern abgerichtet.
putradārān vihārāṃś ca yad anyad vittam asti me / tac ca tasmai punar dadyāṃ yad yat sa manasecchati
Meine Kinder, meine Frauen, meine Lustgärten, und was ich sonst noch an Gut besitze - auch das will ich ihm überdies geben, was immer er sich im Herzen wünscht.
hatvā ca sahitau kṛṣṇau tayor vittāni sarvaśaḥ / tasmai dadyām ahaṃ yo me prabrūyāt keśavārjunau
Und nachdem ich die beiden vereinten Kṛṣṇas [Kṛṣṇa und Arjuna] erschlagen habe, will ich all ihre Güter gänzlich dem geben, der mir von Keśava und Arjuna berichtet.
Wort für Wort
hatvā ca sahitau kṛṣṇau
nachdem ich die beiden vereinten Kṛṣṇas erschlagen habe (Absol.)
tayoḥ vittāni sarvaśaḥ
all ihre Güter gänzlich (Akk.)
tasmai dadyām aham
will ich dem geben (1.Sg.Opt.)
yaḥ me prabrūyāt keśavārjunau
der mir von Keśava und Arjuna berichtet (3.Sg.Opt.)
Während so das Heer frohlockte, und Rādheya, der Feindebezwinger, auf seinem großen Wagen dahinsprang, im Kampf prahlend - da erwiderte der Herr der Madras, lachend, dieses Wort:
yac ca prārthayase hantuṃ kṛṣṇau mohān mṛṣaiva tat / na hi śuśruma saṃmarde kroṣṭrā siṃhau nipātitau
Und dass du danach trachtest, die beiden Kṛṣṇas zu töten - auch das ist aus Verblendung nichts als Lüge; denn wir haben nie gehört, dass in einem Zusammenstoß Schakale zwei Löwen zu Fall gebracht hätten.
Wort für Wort
yat ca prārthayase hantum
und dass du danach trachtest zu töten (2.Sg.Präs.)
kṛṣṇau mohāt mṛṣā eva tat
die beiden Kṛṣṇas, das aus Verblendung nichts als Lüge (Akk.)
na hi śuśruma saṃmarde
denn wir haben nie im Zusammenstoß gehört (1.Pl.Perf.)
kroṣṭrā siṃhau nipātitau
dass Schakale zwei Löwen zu Fall gebracht hätten (Nom./Instr.)
kālakāryaṃ na jānīṣe kālapakvo 'sy asaṃśayam / bahvabaddham akarṇīyaṃ ko hi brūyāj jijīviṣuḥ
Du weißt nicht, was die Zeit erfordert - du bist ohne Zweifel reif für den Tod. Denn wer, der leben will, würde so viel Unzusammenhängendes, Unanhörbares sprechen?
Wort für Wort
kālakāryam na jānīṣe
du weißt nicht, was die Zeit erfordert (2.Sg.Präs.)
Wie das Durchschwimmen des Ozeans mit bloßen Armen, nachdem man sich einen Stein um den Hals gebunden hat, oder wie der Sturz von einer Berggipfelspitze - so ist es, was du zu tun beabsichtigst.
Wort für Wort
samudrataraṇam dorbhyām
das Durchschwimmen des Ozeans mit den Armen (Akk.)
kaṇṭhe baddhvā yathā śilām
nachdem man sich wie einen Stein um den Hals gebunden hat (Absol.)
„Wenn dich einst reiherbefiederte, scharfgespitzte Pfeile, von Phalgunas Wucht getrieben, von der Sehne geschnellt, aus geübter Hand entlassen, verfolgend erreichen, dann wirst du unter Arjunas Angriff leiden.
Wenn Pārtha, der Beidhändige, seinen göttlichen Bogen ergreifend, das Heer erleuchtend, dich mit scharfen Pfeilen quält, dann wirst du hernach leiden, Sohn eines Sūta.
Wort für Wort
yadā divyam dhanuḥ ādāya
wenn er den göttlichen Bogen ergreifend (Absol.)
pārthaḥ prabhāsayan pṛtanām
Pārtha, das Heer erleuchtend (Nom./Part.)
savyasācī
der Beidhändige (Nom.)
tvām ardayeta niśitaiḥ pṛṣatkaiḥ
dich mit scharfen Pfeilen quält (3.Sg.Opt.)
tadā paścāt tapsyase sūtaputra
dann wirst du hernach leiden, Sohn eines Sūta (2.Sg.Fut.)
Wie ein Kind, im Schoß der Mutter liegend, den Mond zu ergreifen begehrt, so begehrst du, aus Verblendung dich mühend, auf dem Wagen stehend, heute Arjuna zu besiegen.
Wort für Wort
bālaḥ candram mātuḥ aṅke śayānaḥ
ein Kind, im Schoß der Mutter liegend (Nom.)
yathā kaḥ cit prārthayate apahartum
wie irgendeines begehrt zu ergreifen (3.Sg.Präs.)
tadvat mohāt yatamānaḥ rathasthaḥ
so, aus Verblendung dich mühend, auf dem Wagen stehend (Nom.)
Einen Dreizack mit überaus scharfer Schneide umarmend, zerreibst du dir all deine Glieder - mit einer der scharfen Schneide gleichenden Tat willst du, Karṇa, heute mit Arjuna kämpfen.
Wort für Wort
triśūlam āśliṣya sutīkṣṇadhāram
einen Dreizack mit scharfer Schneide umarmend (Absol.)
sarvāṇi gātrāṇi nigharṣasi tvam
zerreibst du dir all deine Glieder (2.Sg.Präs.)
sutīkṣṇadhāropamakarmaṇā
mit einer der scharfen Schneide gleichenden Tat (Instr.)
tvam yuyutsase yaḥ arjunena adya karṇa
willst du, Karṇa, heute mit Arjuna kämpfen (2.Sg.Präs.)
Wie ein junges, törichtes, flinkes Kleintier einen bewährten, gewaltigen, mähnigen Löwen herausfordern würde - so ist diese deine heutige Herausforderung Arjunas, Sohn eines Sūta.
Wort für Wort
siddham siṃham kesariṇam bṛhantam
einen bewährten, gewaltigen, mähnigen Löwen (Akk.)
bālaḥ mūḍhaḥ kṣudramṛgaḥ tarasvī
ein junges, törichtes, flinkes Kleintier (Nom.)
samāhvayet tadvat etat
würde herausfordern; so ist dies (3.Sg.Opt.)
tava adya samāhvānam sūtaputra arjunasya
deine heutige Herausforderung Arjunas, Sohn eines Sūta (Nom.)
Fordere nicht, Sohn eines Sūta, den Königssohn heraus, den gewaltig Tapferen, wie ein an Fleisch gesättigter Schakal im Wald einen mähnigen Löwen - bring dich nicht selbst ins Verderben, indem du auf Pārtha triffst.
Wort für Wort
mā sūtaputra āhvaya rājaputram
fordere nicht, Sohn eines Sūta, den Königssohn heraus (2.Sg.Imp.)
mahāvīryam kesariṇam yathā eva
den gewaltig Tapferen, wie einen mähnigen Löwen (Akk.)
vane sṛgālaḥ piśitasya tṛptaḥ
ein im Wald an Fleisch gesättigter Schakal (Nom.)
mā pārtham āsādya vinaṅkṣyasi tvam
bring dich nicht ins Verderben, indem du auf Pārtha triffst (2.Sg.Fut.)
Wie ein Hase einen großen Elefanten mit pflugstangenartigen Stoßzähnen, an den Schläfen von Brunftsaft triefend, herausfordert, so forderst du, Karṇa, Pārtha, Dhanañjaya, zum Kampf heraus.
Wort für Wort
īṣādantam mahānāgam
einen großen Elefanten mit pflugstangenartigen Stoßzähnen (Akk.)
prabhinnakaraṭāmukham
an den Schläfen von Brunftsaft triefend (Akk.)
śaśakā āhvayase yuddhe
wie ein Hase forderst du zum Kampf heraus (2.Sg.Präs.)
Aus Kindischsein stichst du mit einem Stock nach einer schwarzen, in ihrem Loch sitzenden Schlange, hochgiftig, mit vollen Giftbeuteln - eben darin, dass du mit Pārtha kämpfen willst.
Wort für Wort
bilastham kṛṣṇasarpam
eine im Loch sitzende schwarze Schlange (Akk.)
tvam bālyāt kāṣṭhena vidhyasi
stichst du aus Kindischsein mit einem Stock (2.Sg.Präs.)
mahāviṣam pūrṇakośam
hochgiftig, mit vollen Giftbeuteln (Akk.)
yat pārtham yoddhum icchasi
eben darin, dass du mit Pārtha kämpfen willst (Akk.)
Wie ein winziger Laṭvā-Vogel den Suparṇa, den besten der Vögel, den flinken Sohn der Vinatā [Garuḍa], zu einem Sturzflug-Wettstreit herausfordert, so forderst du, Karṇa, Pārtha, Dhanañjaya, heraus.
Wort für Wort
suparṇam patagaśreṣṭham
den Suparṇa, den besten der Vögel (Akk.)
vainateyam tarasvinam
den flinken Sohn der Vinatā (Akk.)
laṭvā iva āhvayase pāte
wie ein Laṭvā-Vogel forderst du zum Sturzflug heraus (2.Sg.Präs.)
Ohne Boot willst du die schreckliche Heimstatt aller Gewässer durchqueren, die wellenreiche, von Fischschwärmen wimmelnde, bei Mondaufgang aufgewühlte.
Wort für Wort
sarvāmbhonilayam bhīmam
die schreckliche Heimstatt aller Gewässer (Akk.)
ūrmimantam jhaṣāyutam
die wellenreiche, fischwimmelnde (Akk.)
candrodaye vivartantam
bei Mondaufgang aufgewühlte (Akk.)
aplavaḥ saṃtitīrṣasi
ohne Boot willst du durchqueren (Nom./2.Sg.Präs.Des.)
Wie ein Kalb einen Stier mit trommelgleichem Nacken, scharfen Hörnern, kampfbereit, so forderst du, Karṇa, Pārtha, Dhanañjaya, zum Kampf heraus.
Wort für Wort
ṛṣabham dundubhigrīvam
einen Stier mit trommelgleichem Nacken (Akk.)
tīkṣṇaśṛṅgam prahāriṇam
mit scharfen Hörnern, kampfbereit (Akk.)
vatsaḥ āhvayase yuddhe
wie ein Kalb forderst du zum Kampf heraus (2.Sg.Präs.)
karṇa pārtham dhanaṃjayam
Karṇa, Pārtha, Dhanañjaya (Vok./Akk.)
[Anm.: Die anschließende apparatus-Einfügung (zwei Halbverse) variiert dasselbe Kalb/Stier-Gleichnis nur geringfügig ('wie ein Jungstier mit dem starken, buckligen Leittier kämpfen wollte, so willst du mit dem Diademträger [Arjuna] kämpfen') und wird als inhaltliche Dublette übergangen.]
Wie ein Frosch einer gewaltig donnernden Wolke entgegenquakt, so schreist du gegen Arjuna an, die Menschen-Regenwolke, die der Welt Wasser nach Wunsch spendet.
Wort für Wort
mahāghoṣam mahāmegham
einer gewaltig donnernden Wolke (Akk.)
darduraḥ pratinardasi
wie ein Frosch quakst du entgegen (Nom./2.Sg.Präs.)
Wenn du ihn erblickst, wie er mit dem Dröhnen des Wagens und dem Dröhnen des Bogens die zehn Himmelsrichtungen erfüllt, brüllend wie ein Tiger, wirst du zum Schakal werden.
Wort für Wort
rathaśabdadhanuḥśabdaiḥ
mit dem Dröhnen des Wagens und dem Bogens (Instr.)
nādayantam diśaḥ daśa
der die zehn Himmelsrichtungen erfüllt (Akk.)
nardantam iva śārdūlam
brüllend wie ein Tiger (Akk.)
dṛṣṭvā kroṣṭā bhaviṣyasi
wenn du ihn erblickst, wirst du zum Schakal werden (Absol./2.Sg.Fut.)
adhikṣiptas tu rādheyaḥ śalyenāmitatejasā / śalyam āha susaṃkruddho vākśalyam avadhārayan
„Aber der Sohn der Rādhā, von Śalya, dem an Glanz Unermesslichen, verhöhnt, sprach, heftig erzürnt, zu Śalya, dessen Wort-Pfeilspitzen [wörtl.: 'Wort-Śalya', Wortspiel mit Śalyas Namen, der 'Pfeilspitze, Dorn' bedeutet] er wohl beachtet hatte:
Wort für Wort
adhikṣiptaḥ tu rādheyaḥ
aber der verhöhnte Sohn der Rādhā (Nom.)
śalyena amitatejasā
von Śalya, dem an Glanz Unermesslichen (Instr.)
śalyam āha susaṃkruddhaḥ
sprach zu Śalya, heftig erzürnt (Akk./Nom.)
vākśalyam avadhārayan
die Wort-Pfeilspitzen wohl beachtend (Akk./Part.)
[Anm.: 'vākśalyam' spielt auf den Doppelsinn von 'śalya' - zugleich Eigenname und Wort für 'Pfeilspitze, Splitter, Dorn' - an; Karṇa 'merkt sich' Śalyas Worte wie Pfeilspitzen.]
Die Vorzüge eines Vorzüglichen erkennt nur der Vorzügliche, nicht der Unvorzügliche, Śalya. Du aber bist stets aller Vorzüge bar - wie solltest du, Unvorzüglicher, Vorzüge erkennen?
Wort für Wort
guṇān guṇavataḥ śalya
die Vorzüge eines Vorzüglichen, Śalya (Akk./Gen.)
guṇavān vetti na aguṇaḥ
der Vorzügliche erkennt, nicht der Unvorzügliche (Nom./3.Sg.Präs.)
tvam tu nityam guṇaiḥ hīnaḥ
du aber bist stets aller Vorzüge bar (Nom./Instr.)
kim jñāsyasi aguṇaḥ guṇān
wie solltest du, Unvorzüglicher, Vorzüge erkennen (2.Sg.Fut.)
arjunasya mahāstrāṇi krodhaṃ vīryaṃ dhanuḥ śarān / ahaṃ śalyābhijānāmi na tvaṃ jānāsi tat tathā
Arjunas große Waffen, seinen Zorn, seine Tapferkeit, seinen Bogen, seine Pfeile - ich kenne sie wohl, Śalya, du aber kennst sie nicht so, wie es sich verhält.
Wort für Wort
arjunasya mahāstrāṇi
Arjunas große Waffen (Gen./Akk.)
krodham vīryam dhanuḥ śarān
seinen Zorn, seine Tapferkeit, seinen Bogen, seine Pfeile (Akk.)
aham śalya abhijānāmi
ich, Śalya, kenne wohl (Nom./1.Sg.Präs.)
na tvam jānāsi tat tathā
du aber kennst es nicht so (2.Sg.Präs.)
[Anm.: Die anschließende apparatus-Einfügung (drei Halbverse) ist an ihrem Beginn durch Textverderbnis (im Original durch **** markiert) unleserlich; der noch lesbare Rest wiederholt sinngemäß denselben Gedanken - 'ich, Śalya, kenne die Tapferkeit und Größe des Hochgesinnten [Arjuna] sowie die Erhabenheit Kṛṣṇas, wie du sie nicht kennst' - und wird daher als lückenhafte Dublette übergangen, ohne den verlorenen Text zu ergänzen.]
Ebenso, meine eigene Tapferkeit und die Tapferkeit des Pāṇḍava wohl kennend, fordere ich ihn zum Kampf heraus, Śalya - nicht wie eine Motte das Feuer herausfordert.
Wort für Wort
evam eva ātmanaḥ vīryam
ebenso meine eigene Tapferkeit (Akk.)
aham vīryam ca pāṇḍave
und die Tapferkeit des Pāṇḍava (Nom./Akk./Lok.)
jānan eva āhvaye yuddhe
wohl kennend fordere ich zum Kampf heraus (Part./1.Sg.Präs.)
mit Sandelpulver bestreut liegt er da, viele Jahre lang verehrt, schlangenhaft, giftig, furchtbar, ein Vernichter von Scharen von Männern, Rossen und Elefanten,
Wort für Wort
śete candanapūrṇena
liegt da, mit Sandelpulver bestreut (3.Sg.Präs./Instr.)
pūjitaḥ bahulāḥ samāḥ
verehrt, viele Jahre lang (Nom./Akk.)
āheyaḥ viṣavān ugraḥ
schlangenhaft, giftig, furchtbar (Nom.)
narāśvadvipasaṃghahā
ein Vernichter von Scharen von Männern, Rossen und Elefanten (Nom.)
sarveṣāṃ vāsudevānāṃ kṛṣṇe lakṣmīḥ pratiṣṭhitā / sarveṣāṃ pāṇḍuputrāṇāṃ jayaḥ pārthe pratiṣṭhitaḥ / ubhayaṃ tat samāsādya ko 'tivartitum arhati
In Kṛṣṇa ist das Glück aller Vāsudevas gegründet, in Pārtha ist der Sieg aller Söhne des Pāṇḍu gegründet - wer wäre imstande, diesen beiden zugleich entgegenzutreten und sie zu überwinden?
Wort für Wort
sarveṣām vāsudevānām
aller Vāsudevas (Gen.)
kṛṣṇe lakṣmīḥ pratiṣṭhitā
in Kṛṣṇa ist das Glück gegründet (Lok./Nom.)
sarveṣām pāṇḍuputrāṇām
aller Söhne des Pāṇḍu (Gen.)
jayaḥ pārthe pratiṣṭhitaḥ
der Sieg ist in Pārtha gegründet (Nom./Lok.)
ubhayam tat samāsādya
diesen beiden zugleich entgegentretend (Akk./Absol.)
Die beiden Brüder, Söhne von Vaters Schwester und Mutterbruder, unbesiegt, wie zwei an einer Schnur aufgereihte Edelsteine - du wirst sie von mir erschlagen sehen.
Wort für Wort
pitṛṣvasāmātulajau
Söhne von Vaters Schwester und Mutterbruder (Nom.Dual)
bhrātarau aparājitau
die beiden unbesiegten Brüder (Nom.Dual)
maṇī sūtre iva protau
wie zwei an einer Schnur aufgereihte Edelsteine (Nom.Dual)
draṣṭāsi nihatau mayā
du wirst sie von mir erschlagen sehen (2.Sg.Fut./Akk.Dual)
Bei Arjuna das Gāṇḍīva, bei Kṛṣṇa der Diskus, die beiden mit dem Garuḍa- und dem Affenbanner - den Furchtsamen Schrecken erregend, mir aber, Śalya, Freude bereitend.
Wort für Wort
arjune gāṇḍīvam
bei Arjuna das Gāṇḍīva (Lok./Nom.)
kṛṣṇe cakram
bei Kṛṣṇa der Diskus (Lok./Nom.)
tārkṣyakapidhvajau
die beiden mit dem Garuḍa- und dem Affenbanner (Nom.Dual)
bhīrūṇām trāsajananau
den Furchtsamen Schrecken erregend (Gen./Nom.Dual)
saṃstauṣi tvaṃ tu kenāpi hetunā tau kudeśaja / tau hatvā samare hantā tvām addhā sahabāndhavam
Aus irgendeinem Grund, du aus schlechtem Land Stammender, preisest du die beiden - doch wenn ich sie im Kampf erschlagen habe, werde ich fürwahr auch dich samt deinen Verwandten töten.
Wort für Wort
saṃstauṣi tvam tu
du aber preisest (2.Sg.Präs.)
kena api hetunā tau
aus irgendeinem Grund die beiden (Instr./Akk.Dual)
kudeśaja
du aus schlechtem Land Stammender (Vok.)
tau hatvā samare hantā
wenn ich sie im Kampf erschlagen habe, werde ich töten (Absol./1.Sg.Fut.)
Du aus einem sündigen Land Stammender, Übelgesinnter, Niedriger, Schande der Kṣatriyas - warum ängstigst du mich, der ich dein Freund war, nun als Feind mit den beiden Kṛṣṇas?
Wort für Wort
pāpadeśaja durbuddhe
du aus einem sündigen Land Stammender, Übelgesinnter (Vok.)
kṣudra kṣatriyapāṃsana
Niedriger, Schande der Kṣatriyas (Vok.)
suhṛt bhūtvā ripuḥ
der du Freund warst, nun als Feind (Nom./Absol.)
kim mām kṛṣṇābhyām bhīṣayan asi
warum ängstigst du mich mit den beiden Kṛṣṇas (Akk./Instr.Dual/2.Sg.Präs.)
Entweder werden sie heute meine Töter sein, oder ich werde sie, wenn sie im Kampf stehen, töten - ich fürchte mich nicht vor den beiden Kṛṣṇas, da ich meine eigene Kraft kenne.
Wort für Wort
tau vā mama adya hantārau
sie werden entweder heute meine Töter sein (Nom.Dual)
hantā asmi samare sthitau
ich werde sie, im Kampf stehend, töten (1.Sg.Fut./Akk.Dual)
na aham bibhemi kṛṣṇābhyām
ich fürchte mich nicht vor den beiden Kṛṣṇas (1.Sg.Präs./Instr.Dual)
striyo bālāś ca vṛddhāś ca prāyaḥ krīḍāgatā janāḥ / yā gāthāḥ saṃpragāyanti kurvanto 'dhyayanaṃ yathā / tā gāthāḥ śṛṇu me śalya madrakeṣu durātmasu
Frauen, Kinder und Greise, Menschen, die meist zum Spiel zusammenkommen, singen gewisse Verse, wie beim Rezitieren einer Lehre - diese Verse höre von mir, Śalya, über die bösartigen Madrakas:
Wort für Wort
striyaḥ bālāḥ ca vṛddhāḥ ca
Frauen, Kinder und Greise (Nom.)
prāyaḥ krīḍāgatāḥ janāḥ
Menschen, die meist zum Spiel zusammenkommen (Adv./Nom.)
yāḥ gāthāḥ saṃpragāyanti
die Verse, die sie singen (Akk./3.Pl.Präs.)
kurvantaḥ adhyayanam yathā
wie beim Rezitieren einer Lehre (Part./Akk.)
tāḥ gāthāḥ śṛṇu me śalya
diese Verse höre von mir, Śalya (Akk./2.Sg.Imp./Vok.)
madrakeṣu durātmasu
über die bösartigen Madrakas (Lok.)
[Anm.: Die folgende, bis Vers 105 reichende Schmährede Karṇas gegen die Madras (das Volk, dem Śalya als Herrscher vorsteht) ist ein in der altindischen Erzähltradition bekannter rhetorischer Topos ('Madraka-nindā') - ein Ausbruch von Zorn und Beleidigung im Munde einer aufgebrachten Figur, keine Aussage des Erzählers oder eine ethnographische Tatsachenbehauptung. Sie wird hier, wie im gesamten übrigen Text, wortgetreu wiedergegeben, da sie integraler Bestandteil der klassischen Textüberlieferung ist.]
Von Brahmanen wurden sie einst, wie es sich gebührt, in Gegenwart des Königs vorgetragen. Höre sie mit gesammeltem Sinn, du Tor, und ertrage sie, oder gib eine Erwiderung.
Wort für Wort
brāhmaṇaiḥ kathitāḥ pūrvam
von Brahmanen einst vorgetragen (Instr./Nom.)
yathāvat rājasaṃnidhau
wie es sich gebührt, in Gegenwart des Königs (Adv./Lok.)
śrutvā ca ekamanāḥ mūḍha
höre sie mit gesammeltem Sinn, du Tor (Absol./Nom./Vok.)
mitradhruṅ madrako nityaṃ yo no dveṣṭi sa madrakaḥ / madrake saṃgataṃ nāsti kṣudravākye narādhame
Ein Madraka verrät stets den Freund; wer uns hasst, das ist ein Madraka. Mit einem Madraka gibt es keine Gemeinschaft, mit dem kleinlich Redenden, dem niedrigsten der Männer.
Wort für Wort
mitradhruk madrakaḥ nityam
ein Madraka verrät stets den Freund (Nom./Adv.)
yaḥ naḥ dveṣṭi sa madrakaḥ
wer uns hasst, das ist ein Madraka (Nom./3.Sg.Präs.)
madrake saṃgatam na asti
mit einem Madraka gibt es keine Gemeinschaft (Lok./Nom.)
kṣudravākye narādhame
mit dem kleinlich Redenden, dem niedrigsten der Männer (Lok.)
Bösartig ist der Madraka stets, stets verlogen und unaufrichtig; bis zum äußersten Ende reicht die Bösartigkeit bei den Madrakas - so haben wir gehört.
pitā mātā ca putraś ca śvaśrūśvaśuramātulāḥ / jāmātā duhitā bhrātā naptā te te ca bāndhavāḥ
Vater und Mutter und Sohn, Schwiegermutter, Schwiegervater, Mutterbrüder, Schwiegersohn, Tochter, Bruder, Enkel und wer sonst noch zu den Verwandten zählt -
vayasyābhyāgatāś cānye dāsīdāsaṃ ca saṃgatam / puṃbhir vimiśrā nāryaś ca jñātājñātāḥ svayecchayā
Altersgenossen und andere Gäste, Sklavinnen und Sklaven zusammen, Frauen, die sich aus eigenem Willen mit Männern vermischen, bekannten wie unbekannten -
Wort für Wort
vayasyābhyāgatāḥ ca anye
Altersgenossen und andere Gäste (Nom.)
dāsīdāsam ca saṃgatam
Sklavinnen und Sklaven zusammen (Akk.)
puṃbhiḥ vimiśrāḥ nāryaḥ ca
Frauen, die sich mit Männern vermischen (Instr./Nom.)
jñātājñātāḥ svayecchayā
bekannten wie unbekannten, aus eigenem Willen (Instr./Adv.)
madrake saṃgataṃ nāsti madrako hi sacāpalaḥ / madrakeṣu ca duḥsparśaṃ śaucaṃ gāndhārakeṣu ca
Mit einem Madraka gibt es keine Gemeinschaft, denn der Madraka ist wankelmütig; bei den Madrakas ist Reinheit schwer erreichbar, ebenso bei den Gāndhārakas.
Wort für Wort
madrake saṃgatam na asti
mit einem Madraka gibt es keine Gemeinschaft (Lok./Nom.)
Wie ein Brahmane, der einem Śūdra die Weihe erteilt, zugrunde geht, so gehen die, welche das Brahman hassen, hier stets zugrunde.
Wort für Wort
śūdrasaṃskārakaḥ vipraḥ
ein Brahmane, der einem Śūdra die Weihe erteilt (Nom.)
yathā yāti parābhavam
wie er zugrunde geht (Adv./3.Sg.Präs./Akk.)
tathā brahmadviṣaḥ nityam
so gehen die, welche das Brahman hassen, stets (Nom./Adv.)
gacchanti iha parābhavam
hier zugrunde (3.Pl.Präs./Akk.)
[Anm.: Die anschließende apparatus-Einfügung (zwei Halbverse) wiederholt lediglich den bereits in Vers 80 ausgesprochenen Gedanken ('wer Gemeinschaft mit den Madrakas pflegt, fällt; eine solche Gemeinschaft gibt es bei den Madrakas ohnehin nicht') und wird als Dublette übergangen.]
Mit einem Madraka gibt es keine Gemeinschaft. Das Gift eines Skorpions wird vernichtet; durch einen atharvanischen Spruch kann jede Beschwichtigung bewirkt werden -
Wort für Wort
madrake saṃgatam na asti
mit einem Madraka gibt es keine Gemeinschaft (Lok./Nom.)
hatam vṛścikataḥ viṣam
das Gift eines Skorpions wird vernichtet (Nom./Abl.)
ātharvaṇena mantreṇa
durch einen atharvanischen Spruch (Instr.)
sarvā śāntiḥ kṛtā bhavet
jede Beschwichtigung kann bewirkt werden (Nom./3.Sg.Opt.)
so bereiten die Kundigen für den vom Skorpion Gebissenen und von mancherlei Gift Getroffenen ein Heilmittel, und dies erweist sich auch als wahr. So schweig, Kundiger, und höre hier noch das weitere Wort.
Wort für Wort
iti vṛścikadaṣṭasya
so für den vom Skorpion Gebissenen (Gen.)
nānāviṣahatasya ca
und von mancherlei Gift Getroffenen (Gen.)
kurvanti bheṣajam prājñāḥ
bereiten die Kundigen ein Heilmittel (3.Pl.Präs./Akk./Nom.)
satyam tat ca api dṛśyate
dies erweist sich auch als wahr (Nom./3.Sg.Präs.Pass.)
Die Frauen, die, vom Rauschtrank betört, ihre Gewänder abwerfen und tanzen, die auch in der Vereinigung zügellos sind und nach Belieben umherschweifen - wie sollte der Sohn solcher Frauen, ein Madraka, über Recht sprechen dürfen?
Wort für Wort
vāsāṃsi utsṛjya nṛtyanti
die Gewänder abwerfend tanzen sie (Akk./Absol./3.Pl.Präs.)
striyaḥ yāḥ madyamohitāḥ
die Frauen, die vom Rauschtrank betört sind (Nom.)
mithune asaṃyatāḥ ca api
auch in der Vereinigung zügellos (Lok./Nom.)
yathākāmacarāḥ ca tāḥ
und nach Belieben umherschweifend (Nom.)
tāsām putraḥ katham dharmam
wie sollte der Sohn solcher Frauen über Recht (Gen./Nom./Adv./Akk.)
Die im Stehen Wasser lassen wie eine Kamelstute im Sand, die alle Scham verloren haben, schamlos hierhin und dorthin - du, der Sohn solcher Frauen, willst hier über Recht sprechen?
Wort für Wort
yāḥ tiṣṭhantyaḥ pramehanti
die im Stehen Wasser lassen (Nom./3.Pl.Präs.)
yathā eva uṣṭrīdaśerake
wie eine Kamelstute im Sand (Adv./Lok.)
tāsām vibhraṣṭalajjānām
derer, die alle Scham verloren haben (Gen.)
nirlajjānām tataḥ tataḥ
schamlos hierhin und dorthin (Gen./Adv.)
tvam putraḥ tādṛśīnām hi
du, der Sohn solcher Frauen (Nom./Gen.)
dharmam vaktum iha icchasi
willst hier über Recht sprechen (Akk./Inf./2.Sg.Präs.)
Die Frauen der Madrakas, so haben wir gehört, sind großgewachsen, schamlos, in wollene Decken gehüllt, gefräßig und meist ohne Reinheit.
Wort für Wort
nāryaḥ bṛhatyaḥ nirhrīkāḥ
großgewachsene, schamlose Frauen (Nom.)
madrakāḥ kambalāvṛtāḥ
der Madrakas, in wollene Decken gehüllt (Nom.)
ghasmarāḥ naṣṭaśaucāḥ ca
gefräßig und ohne Reinheit (Nom.)
prāyaḥ iti anuśuśruma
meist, so haben wir gehört (Adv./1.Pl.Perf.)
[Anm.: Die anschließende apparatus-Einfügung (zwei Halbverse) führt das Schmähmotiv in grob-derber, skatologischer Weise fort und wird hier, da sie inhaltlich nichts Neues zum bereits Gesagten hinzufügt, mit dieser Anmerkung übergangen, statt im Einzelnen wiedergegeben zu werden.]
Dergleichen und noch mehr könnte von mir oder von anderen gesagt werden - von den Haarspitzen bis zu den Nagelspitzen, über die, die auf schlechten Wegen wandeln.
Wort für Wort
evamādi mayā anyaiḥ vā
dergleichen von mir oder von anderen (Nom./Instr.)
śakyam vaktum bhavet bahu
könnte vieles gesagt werden (Nom./Inf./3.Sg.Opt.)
ā keśāgrāt nakhāgrāt ca
von den Haarspitzen bis zu den Nagelspitzen (Abl.)
vaktavyeṣu kuvartmasu
über die, die auf schlechten Wegen zu behandeln sind (Lok.)
Erinnere dich an das Los der Mannlöwen, die ihren Leib hingeben, die in Schlachten nicht zurückweichen - das Los, das mir einst von meinem Lehrer Rāma verkündet wurde.
Wort für Wort
tanutyajām nṛsiṃhānām
der Mannlöwen, die ihren Leib hingeben (Gen.)
āhaveṣu anivartinām
die in Schlachten nicht zurückweichen (Lok./Gen.)
yā gatiḥ guruṇā prāk me
das Los, das mir einst von meinem Lehrer (Nom./Instr./Adv./Gen.)
proktā rāmeṇa tām smara
verkündet von Rāma - daran erinnere dich (Nom./Instr./Akk./2.Sg.Imp.)
Wisse, dass ich, um die Meinen zu schützen, auch zur Tötung der Feinde bereit bin, ergeben dem höchsten, von Purūravas herrührenden Verhalten [des Kriegers].
Wort für Wort
sveṣām trāṇārtham udyuktam
bereit, um die Meinen zu schützen (Gen./Akk.)
vadhāya dviṣatām api
auch zur Tötung der Feinde (Dat./Gen.)
viddhi mām āsthitam vṛttam
wisse, dass ich dem Verhalten ergeben bin (2.Sg.Imp./Akk.)
paurūravasam uttamam
dem höchsten, von Purūravas herrührenden (Akk.)
[Anm.: 'Paurūravasa' verweist auf das dem mythischen König Purūravas zugeschriebene, vorbildhafte Kṣatriya-Verhalten.]
So schweig denn, Kundiger - warum redest du aus Furcht so viel? Noch will ich dich nicht töten und den Fleischfressern zum Fraß geben, niedrigster der Madrakas [?].
Wort für Wort
evam vidvan joṣam āssva
so schweig denn, Kundiger (Adv./Vok./Akk./2.Sg.Imp.)
trāsāt kim bahu bhāṣase
warum redest du aus Furcht so viel (Abl./Adv./2.Sg.Präs.)
mā tvā hatvā pradāsyāmi
noch will ich dich nicht töten und übergeben (Akk./Absol./1.Sg.Fut.)
kravyādbhyaḥ madrakādhama
den Fleischfressern, niedrigster der Madrakas (Dat./Vok.)
[Anm.: Die genaue Konstruktion von 'mā tvā hatvā pradāsyāmi' ist grammatisch ungewöhnlich (mā mit Futur statt der erwarteten Injunktiv-Form) und daher unsicher; sinngemäß dürfte gemeint sein, dass Karṇa Śalya - noch - verschont, ihm aber mit dem Tod und der Übergabe an Aasfresser droht.]
mitrapratīkṣayā śalya dhārtarāṣṭrasya cobhayoḥ / apavādatitikṣābhis tribhir etair hi jīvasi
Aus Rücksicht auf die Freundschaft, Śalya, und auf den Sohn Dhṛtarāṣṭras sowie durch mein Ertragen deiner Schmähungen - durch diese drei Dinge lebst du noch.
Wort für Wort
mitrapratīkṣayā śalya
aus Rücksicht auf die Freundschaft, Śalya (Instr./Vok.)
dhārtarāṣṭrasya ca ubhayoḥ
und auf den Sohn Dhṛtarāṣṭras, auf beide (Gen.)
apavādatitikṣābhiḥ tribhiḥ
durch das Ertragen der Schmähungen, durch diese drei (Instr.)
śrotāras tv idam adyeha draṣṭāro vā kudeśaja / karṇaṃ vā jaghnatuḥ kṛṣṇau karṇo vāpi jaghāna tau
Die, die dies heute hier hören oder sehen werden, du aus schlechtem Land Stammender, werden erfahren, ob die beiden Kṛṣṇas Karṇa erschlagen haben, oder ob Karṇa sie beide erschlagen hat.“
Wort für Wort
śrotāraḥ tu idam adya iha
die, die dies heute hier hören werden (Nom./Akk./Adv.)
draṣṭāraḥ vā kudeśaja
oder sehen werden, du aus schlechtem Land Stammender (Nom./Vok.)
karṇam vā jaghnatuḥ kṛṣṇau
ob die beiden Kṛṣṇas Karṇa erschlagen haben (Akk./3.Du.Perf./Nom.Dual)
karṇaḥ vā api jaghāna tau
oder ob Karṇa sie beide erschlagen hat (Nom./3.Sg.Perf./Akk.Dual)