Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Karṇaparva

Kapitel 57: śalyena karṇasyottejanaṃ karṇaśalyasaṃvādaś ca Śalyas Anfeuerung Karṇas und das Wortgefecht zwischen Karṇa und Śalya

arjunas tu mahārāja kṛtvā sainyaṃ pṛthagvidham / sūtaputraṃ susaṃrabdhaṃ dṛṣṭvā caiva mahāraṇe / hatvā tu phalgunaḥ sainyaṃ kauravāṇāṃ pṛthak pṛthak / sūtaputrasya saṃrambhaṃ dṛṣṭvā cāpi mahāhave

Saṃjaya sprach: Arjuna aber, großer König, nachdem er das Heer auf mancherlei Weise zersprengt hatte, und als er den überaus erzürnten Sohn der Sūta in der großen Schlacht erblickte - nachdem Phalguna die Heere der Kauravas einzeln nacheinander niedergemacht und auch den Zorn des Sohnes der Sūta in der großen Schlacht erblickt hatte -

Wort für Wort
pṛthagvidham
auf mancherlei Weise (Akk.)
susaṃrabdham
überaus erzürnt (Akk.)
saṃrambham
den Zorn, die Erregung (Akk.)

Die Apparatszeile (*0860) wiederholt den Gedanken des Hauptverses in ähnlicher Formulierung; beide Fassungen werden hier zusammengeführt wiedergegeben.

śoṇitodāṃ mahīṃ kṛtvā māṃsamajjāsthivāhinīm / manuṣyaśīrṣapāṣāṇāṃ hastyaśvakṛtarodhasam / śūrāsthicayasaṃkīrṇāṃ kākagṛdhrānunāditām / chatrahaṃsaplavopetāṃ vīravṛkṣāpahāriṇīm / hārapadmākaravatīm uṣṇīṣavaraphenilām / dhanuḥśaradhvajopetāṃ narakṣudrakapālinīm / carmavarmabhramopetāṃ rathoḍupasamākulām / jayaiṣiṇāṃ ca sutarāṃ bhīrūṇāṃ ca sudustarām / tāṃ nadīṃ prāpayitvā tu bībhatsuḥ paravīrahā

- nachdem er die Erde zu einem Strom mit Blut als Wasser gemacht hatte, der Fleisch, Mark und Knochen mit sich führte, dessen Ufer von Menschenschädeln als Steinen, von Elefanten und Rossen gebildet wurden, durchsetzt von Haufen der Gebeine der Helden, widerhallend vom Geschrei der Krähen und Geier, mit Schirmen und Schwänen als Booten versehen, tapfere Bäume mit sich fortreißend, mit Halsketten als Lotosteichen, schäumend von kostbaren Turbanen, mit Bögen, Pfeilen und Bannern versehen, mit Menschenschädeln als Kieseln, mit Schilden und umherwirbelnden Rüstungen versehen, voll von Wagen als treibenden Booten, für die nach Sieg Strebenden leicht, für die Furchtsamen überaus schwer zu durchqueren - nachdem der Feindehelden-Vernichter Bībhatsu diesen Strom hatte entstehen lassen,

Wort für Wort
śoṇitodām
mit Blut als Wasser (Akk. Fem.)
uṣṇīṣavaraphenilām
schäumend von kostbaren Turbanen (Akk. Fem.)
paravīrahā
der Feindehelden-Vernichter (Nom.)

vāsudevam idaṃ vākyam abravīt puruṣarṣabha

sprach er, der Stier unter den Männern, zu Vāsudeva dieses Wort:

Wort für Wort
vāsudevam
zu Vāsudeva (Akk.)
puruṣarṣabha
Stier unter den Männern (Vok./Nom.)

eṣa ketū raṇe kṛṣṇa sūtaputrasya dṛśyate / bhīmasenādayaś caite yodhayanti mahārathān / ete dravanti pāñcālāḥ karṇāt trastā janārdana

„Dort, Kṛṣṇa, ist im Kampf das Banner des Sohnes der Sūta zu sehen; Bhīmasena und die anderen dort bekämpfen die großen Wagenkämpfer; jene Pāñcālas dort fliehen, vor Karṇa erschrocken, Janārdana.“

Wort für Wort
ketuḥ
das Banner (Nom.)
yodhayanti
sie bekämpfen (Präs. Pl.)
trastāḥ
erschrocken (Nom. Pl.)

eṣa duryodhano rājā śvetacchatreṇa bhāsvatā / karṇena bhagnān pāñcālān drāvayan bahu śobhate

„Dort erstrahlt König Duryodhana, mit seinem leuchtenden weißen Schirm, herrlich, die von Karṇa gebrochenen Pāñcālas in die Flucht treibend.“

Wort für Wort
śvetacchatreṇa
mit weißem Schirm (Instr.)
bhagnān
gebrochen (Akk. Pl.)
drāvayan
in die Flucht treibend (Part. Präs.)

kṛpaś ca kṛtavarmā ca drauṇiś caiva mahābalaḥ / ete rakṣanti rājānaṃ sūtaputreṇa rakṣitāḥ / avadhyamānās te 'smābhir ghātayiṣyanti somakān

„Kṛpa, Kṛtavarman und der überaus starke Sohn Droṇas - sie beschützen dort den König, selbst vom Sohn der Sūta beschützt; unangetastet von uns werden sie die Somakas töten.“

Wort für Wort
rakṣanti
sie beschützen (Präs. Pl.)
avadhyamānāḥ
unangetastet, nicht getötet werdend (Part. Präs. Pass. Nom. Pl.)
ghātayiṣyanti
sie werden töten (Fut. Pl.)

eṣa śalyo rathopasthe raśmisaṃcārakovidaḥ / sūtaputrarathaṃ kṛṣṇa vāhayan bahu śobhate / tatra me buddhir utpannā vāhayātra mahāratham / nāhatvā samare karṇaṃ nivartiṣye kathaṃ cana

„Dort auf dem Wagenboden erstrahlt Śalya, kundig in der Lenkung der Zügel, herrlich, den Wagen des Sohnes der Sūta lenkend, Kṛṣṇa. Da ist mir der Entschluss gekommen: Lenke den großen Wagen dorthin! Ich werde keinesfalls zurückkehren, ohne Karṇa im Kampf erschlagen zu haben.“

Wort für Wort
raśmisaṃcārakovidaḥ
kundig in der Lenkung der Zügel (Nom.)
buddhiḥ
der Entschluss, Gedanke (Nom.)
nivartiṣye
ich werde zurückkehren (Fut.)

rādheyo 'py anyathā pārthān sṛñjayāṃś ca mahārathān / niḥśeṣān samare kuryāt paśyator nau janārdana / evam uktas tu pārthena kṛṣṇo rājaṃs tvarānvitaḥ

„Andernfalls wird der Sohn der Rādhā die Pārthas und die großen Wagenkämpfer der Sṛñjayas im Kampf gänzlich vernichten, während wir beide, Janārdana, zusehen.“ So von Pārtha angesprochen, war Kṛṣṇa, o König, von Eile erfüllt.

Wort für Wort
niḥśeṣān
gänzlich vernichtet, restlos (Akk. Pl.)
tvarānvitaḥ
von Eile erfüllt (Nom.)

tataḥ prāyād rathenāśu keśavas tava vāhinīm / karṇaṃ prati maheṣvāsaṃ dvairathe savyasācinā / prayātaś ca mahābāhuḥ pāṇḍavānujñayā hariḥ

Da fuhr Keśava eilends mit dem Wagen gegen dein Heer, dem großen Bogenschützen Karṇa entgegen, zum Zweikampf mit Savyasācin; und der starkarmige Hari fuhr, mit Erlaubnis des Pāṇḍava, voran.

Wort für Wort
dvairathe
zum Zweikampf (Lok.)
pāṇḍavānujñayā
mit Erlaubnis des Pāṇḍava (Instr.)

sa prayāto rathenāśu kṛṣṇo rājan mahāhave / āśvāsayan rathenaiva pāṇḍusainyāni sarvaśaḥ / rathaghoṣaḥ sa saṃgrāme pāṇḍaveyasya saṃbabhau / vāsavāśanitulyasya mahaughasyeva māriṣa

Er, Kṛṣṇa, fuhr eilends mit dem Wagen in der großen Schlacht dahin, o König, mit eben diesem Wagen überall die Truppen der Pāṇḍus ermutigend. Das Wagengetöse des Pāṇḍava-Sohnes erschallte in der Schlacht, gleich dem Blitzschlag des Vāsava oder einer großen Flut, o Verehrter.

Wort für Wort
āśvāsayan
ermutigend (Part. Präs.)
rathaghoṣaḥ
das Wagengetöse (Nom.)
vāsavāśanitulyasya
dem Blitzschlag des Vāsava gleich (Gen.)

Die Apparatszeile *0864 wiederholt das Motiv des Wagengetöses noch einmal in ähnlicher Formulierung und wird hier nicht gesondert übersetzt, um Wiederholung zu vermeiden.

mahatā rathaghoṣeṇa pāṇḍavaḥ satyavikramaḥ / abhyayād aprameyātmā vijayas tava vāhinīm

Mit gewaltigem Wagengetöse zog der Pāṇḍava, von wahrhafter Tapferkeit, von unermesslichem Wesen, der Sieg selbst, gegen dein Heer heran.

Wort für Wort
satyavikramaḥ
von wahrhafter Tapferkeit (Nom.)
aprameyātmā
von unermesslichem Wesen (Nom.)

tam āyāntaṃ samīkṣyaiva śvetāśvaṃ kṛṣṇasārathim / madrarājo 'bravīt karṇaṃ ketuṃ dṛṣṭvā mahātmanaḥ / ayaṃ sa ratha āyāti śvetāśvaḥ kṛṣṇasārathiḥ / nighnann amitrān samare yaṃ karṇa paripṛcchasi

Als er ihn so herannahen sah, mit weißen Rossen, Kṛṣṇa als Wagenlenker, sprach der König der Madras zu Karṇa, das Banner des Hochgesinnten erblickend: „Dies ist jener Wagen, der herannaht, mit weißen Rossen, Kṛṣṇa als Wagenlenker, im Kampf die Feinde niedermachend - der, nach dem du, Karṇa, immer wieder fragst.“

Wort für Wort
śvetāśvam
mit weißen Rossen (Akk.)
kṛṣṇasārathim
mit Kṛṣṇa als Wagenlenker (Akk.)
paripṛcchasi
du fragst immer wieder (Präs.)

eṣa tiṣṭhati kaunteyaḥ saṃspṛśan gāṇḍivaṃ dhanuḥ / taṃ haniṣyasi ced adya tan naḥ śreyo bhaviṣyati

„Dort steht der Sohn der Kuntī, seinen Gāṇḍīva-Bogen berührend. Wenn du ihn heute erschlägst, wird das unser Heil sein.“

Wort für Wort
saṃspṛśan
berührend (Part. Präs.)
śreyaḥ
das Heil, Bessere (Nom.)

tvām abhiprepsur āyāti karṇa nighnan varān rathān / asajjamāno rādheya taṃ yāhi prati bhāratam

„Dich zu erreichen begierig, kommt er heran, Karṇa, die vorzüglichsten Wagenkämpfer niedermachend; ohne zu zögern, Sohn der Rādhā, geh ihm entgegen, o Bhārata.“

Wort für Wort
abhiprepsuḥ
zu erreichen begierig (Nom.)
asajjamānaḥ
ohne zu zögern, sich nicht verhaftend (Part. Präs.)

ghṛṇāṃ tyaktvā prasādaṃ ca bhṛgor astraṃ ca saṃsmaran / dṛṣṭiṃ muṣṭiṃ ca saṃdhānaṃ smṛtvā rāmopadeśajam / dhanaṃjayaṃ jaye prepsuḥ pratyudgamya mahārathān / vājividyāparijñāne na me yuddhe bale hariḥ / na māṃ vijeṣyate karṇa gadāyuddhe viśeṣataḥ

„Lege Mitleid ab, und im Angedenken an Bhṛgus Gnade und Waffe, im Gedenken an Blick, Faustgriff und Zielen, die dir von Rāma gelehrt wurden - im Verlangen nach Sieg, den großen Wagenkämpfern entgegentretend, magst du gegen Dhanañjaya bestehen. In der Kenntnis der Rosslenkkunst ist Hari mir nicht überlegen an Kraft im Kampf; er wird mich nicht besiegen, Karṇa, zumal nicht im Keulenkampf.“

Wort für Wort
ghṛṇām
das Mitleid (Akk.)
rāmopadeśajam
von Rāma gelehrt, aus Rāmas Unterweisung entstanden (Akk.)
gadāyuddhe
im Keulenkampf (Lok.)

Die letzten beiden Zeilen dieser Apparatsstelle (*0866) wechseln unvermittelt in die erste Person ('na me', 'na māṃ') und lesen sich eher wie eine Selbstaussage Karṇas als wie eine Fortsetzung von Śalyas Anrede an Karṇa; möglicherweise eine fehlplatzierte oder duplizierte Apparatszeile. Der Text wird hier unkommentiert im Zusammenhang der Śalya-Rede wiedergegeben, ohne die Sprecherzuordnung stillschweigend zu korrigieren.

dhanurjyā candratārārkapatākā kiṅkiṇīyutā / paśya karṇārjunasyaiṣā saudāminy ambare yathā / eṣa dhvajāgre pārthasya prekṣamāṇaḥ samantataḥ / dṛśyate vānaro bhīmo vīkṣatāṃ bhayavardhanaḥ

„Die Bogensehne, [dazu] Mond, Stern und Sonne auf dem Banner, mit Glöckchen behangen - sieh, Karṇa, diese [Bogensehne] Arjunas [erglänzt], wie ein Blitz am Himmel. Dort an der Bannerspitze des Sohnes des Pṛthā ist, nach allen Seiten spähend, der furchtbare Affe zu sehen, der denen, die ihn erblicken, die Furcht mehrt.“

Wort für Wort
dhanurjyā
die Bogensehne (Nom.)
kiṅkiṇīyutā
mit Glöckchen behangen (Nom.)
saudāminī
der Blitz (Nom.)
bhayavardhanaḥ
die Furcht mehrend (Nom.)

etac cakraṃ gadā śaṅkhaḥ śārṅgaṃ kṛṣṇasya ca prabho / dṛśyate pāṇḍavarathe vāhayānasya vājinaḥ / etat kūjati gāṇḍīvaṃ vikṛṣṭaṃ savyasācinā / ete hastavatā muktā ghnanty amitrāñ śitāḥ śarāḥ

„Dort sind der Diskus, die Keule, das Muschelhorn und der Śārṅga-Bogen Kṛṣṇas zu sehen, Herr, an dem Wagen des Pāṇḍava, dessen Rosse er lenkt. Dort ertönt der Gāṇḍīva-Bogen, von Savyasācin gespannt; die scharfen Pfeile, von seiner geschickten Hand entlassen, töten die Feinde.“

Wort für Wort
cakram
der Diskus (Nom.)
śārṅgam
der Śārṅga-Bogen (Nom.)
vikṛṣṭam
gespannt (Part. Perf. Pass.)
hastavatā
von der geschickten Hand (Instr.)

viśālāyatatāmrākṣaiḥ pūrṇacandranibhānanaiḥ / eṣā bhūḥ kīryate rājñāṃ śirobhir apalāyinām / ete parighasaṃkāśāḥ puṇyagandhānulepanāḥ / udyatā raṇaśauṇḍānāṃ pātyante sāyudhā bhujāḥ

„Mit den weiten, länglichen, kupferroten Augen, mit vollmondgleichen Antlitzen [übersäten Häuptern] wird hier die Erde bedeckt, mit den Häuptern der nicht fliehenden Könige. Dort werden die eisenstangengleichen, mit wohlriechenden Salben gesalbten, erhobenen Arme der Kampfestrunkenen samt ihren Waffen niedergeschlagen.“

Wort für Wort
tāmrākṣaiḥ
mit kupferroten Augen (Instr.)
apalāyinām
der nicht Fliehenden (Gen. Pl.)
parighasaṃkāśāḥ
eisenstangengleich (Nom. Pl.)
raṇaśauṇḍānām
der Kampfestrunkenen (Gen. Pl.)

nirastajihvānetrāntā vājinaḥ sahasādibhiḥ / patitāḥ pātyamānāś ca kṣitau kṣīṇā viśerate / ete parvataśṛṅgāṇāṃ tulyā haimavatā gajāḥ / saṃchinnahastāḥ pārthena prapatanty adrayo yathā

„Die Rosse, samt ihren Reitern, mit herausgestreckten Zungen und aus den Höhlen tretenden Augen, gefallen und niederstürzend, sinken erschöpft zu Boden. Dort stürzen die den Berggipfeln des Himavat gleichenden Elefanten, von Pārtha die Rüssel abgeschnitten, wie Felsen nieder.“

Wort für Wort
nirastajihvānetrāntāḥ
mit herausgestreckter Zunge und tretenden Augen (Nom. Pl.)
haimavatāḥ
vom Himavat, dem Himavat gehörig (Nom. Pl.)
saṃchinnahastāḥ
mit abgeschnittenem Rüssel (Nom. Pl.)

gandharvanagarākārā rathā hatanareśvarāḥ / vimānānīva puṇyānte svargiṇāṃ nipatanty amī / vyākulīkṛtam atyarthaṃ paśya sainyaṃ kirīṭinā / nānāmṛgasahasrāṇāṃ yūthaṃ kesariṇā yathā

„Die Wagen, gleich Gandharva-Städten, ihrer Herren beraubt, stürzen nieder wie die Himmelswagen der Himmlischen, wenn deren Verdienst endet. Sieh, wie das Heer von Kirīṭin aufs Äußerste in Verwirrung gebracht wird, wie eine Herde mancherlei tausend Wildtiere durch einen Löwen.“

Wort für Wort
gandharvanagarākārāḥ
von der Gestalt einer Gandharva-Stadt (Nom. Pl.)
hatanareśvarāḥ
ihrer Herren beraubt (Nom. Pl.)
vyākulīkṛtam
in Verwirrung gebracht (Part. Perf. Pass.)

eṣā vidīryate senā dhārtarāṣṭrī samantataḥ / arjunasya bhayāt tūrṇaṃ nighnataḥ śātravān bahūn / varjayan sarvasainyāni tvarate hi dhanaṃjayaḥ / tvadartham iti manye 'haṃ yathāsyodīryate vapuḥ

„Dieses Heer der Dhṛtarāṣṭra-Söhne zerbricht ringsum, aus Furcht vor Arjuna, der eilends viele Feinde niedermacht. Alle anderen Truppen meidend, eilt Dhanañjaya - deinetwegen, so denke ich, so wie sich seine Gestalt aufbäumt.“

Wort für Wort
vidīryate
zerbricht (Pass. Präs.)
varjayan
meidend (Part. Präs.)
udīryate vapuḥ
die Gestalt bäumt sich auf (Pass. Präs.)

na hy avasthāpyate pārtho yuyutsuḥ kena cit saha / tvām ṛte krodhadīpto hi pīḍyamāne vṛkodare

„Denn Pārtha lässt sich, kampfbegierig, mit niemandem außer dir aufhalten, entflammt vor Zorn, da Vṛkodara bedrängt wird.“

Wort für Wort
avasthāpyate
wird aufgehalten (Pass. Präs.)
yuyutsuḥ
kampfbegierig (Nom.)
krodhadīptaḥ
vor Zorn entflammt (Nom.)

virathaṃ dharmarājaṃ ca dṛṣṭvā sudṛḍhavikṣatam / śikhaṇḍinaṃ sātyakiṃ ca dhṛṣṭadyumnaṃ ca pārṣatam / draupadeyān yudhāmanyum uttamaujasam eva ca / nakulaṃ sahadevaṃ ca bhrātarau dvau samīkṣya ca

„Als er den Dharmarāja wagenlos und schwer verwundet sah, sowie Śikhaṇḍin, Sātyaki, Dhṛṣṭadyumna, den Sohn des Pṛṣata, die Söhne Draupadīs, Yudhāmanyu und Uttamaujas, und als er Nakula und Sahadeva, die beiden Brüder, erblickt hatte -“

Wort für Wort
viratham
wagenlos (Akk.)
sudṛḍhavikṣatam
schwer verwundet (Akk.)
pārṣatam
den Sohn des Pṛṣata (Akk.)

sahasaikarathaḥ pārthas tvām abhyeti paraṃtapa / krodharaktekṣaṇaḥ kruddho jighāṃsuḥ sarvadhanvinām / tvarito 'bhipataty asmāṃs tyaktvā sainyāny asaṃśayam / tvaṃ karṇa pratiyāhy enaṃ nāsty anyo hi dhanurdharaḥ

„- da kommt Pārtha, plötzlich, mit seinem einzelnen Wagen, dir entgegen, o Feindebedränger, die Augen vor Zorn gerötet, erzürnt, begierig, den Besten aller Bogenschützen zu töten. Eilends stürzt er auf uns los, ohne Zweifel die anderen Truppen verlassend; du, Karṇa, geh ihm entgegen, denn es gibt keinen anderen Bogenträger, der ihm gewachsen wäre.“

Wort für Wort
ekarathaḥ
mit einem einzigen Wagen (Nom.)
krodharaktekṣaṇaḥ
die Augen vor Zorn gerötet (Nom.)
pratiyāhi
geh entgegen! (Imp.)

na taṃ paśyāmi loke 'smiṃs tvatto 'py anyaṃ dhanurdharam / arjunaṃ samare kruddhaṃ yo velām iva dhārayet / yo 'rjunaṃ sāgaraughābhaṃ kruddhaṃ veleva vārayet

„Ich sehe in dieser Welt außer dir keinen anderen Bogenträger, der den erzürnten Arjuna im Kampf wie eine Küste die Flut aufhalten könnte - der den erzürnten, einer Meeresflut gleichenden Arjuna wie eine Küste zurückhalten könnte.“

Wort für Wort
dhārayet
könnte aufhalten (Opt.)
sāgaraughābham
einer Meeresflut gleichend (Akk.)
vārayet
könnte zurückhalten (Opt.)

na cāsya rakṣāṃ paśyāmi pṛṣṭhato na ca pārśvataḥ / eka evābhiyāti tvāṃ paśya sāphalyam ātmanaḥ

„Und ich sehe für ihn keinen Schutz, weder im Rücken noch an der Seite; ganz allein zieht er gegen dich heran - sieh die Erfüllung deines Wunsches!“

Wort für Wort
rakṣām
den Schutz (Akk.)
sāphalyam ātmanaḥ
die Erfüllung deines Wunsches (Akk.)

tvaṃ hi kṛṣṇau raṇe śaktaḥ saṃsādhayitum āhave / tavaiṣa bhāro rādheya pratyudyāhi dhanaṃjayam / tvaṃ kṛto hy eva bhīṣmeṇa droṇadrauṇikṛpair api / savyasācipratirathas taṃ nivartaya pāṇḍavam / savyasācinam āyāntaṃ nivāraya mahāraṇe

„Denn du bist fähig, die beiden Kṛṣṇas im Kampf, im Gefecht zu bezwingen; dies ist deine Bürde, Sohn der Rādhā - geh Dhanañjaya entgegen! Von Bhīṣma, Droṇa, dessen Sohn und auch von Kṛpa bist du ja zum ebenbürtigen Gegenkämpfer Savyasācins gemacht worden; halte diesen Pāṇḍava zurück - wehre den herannahenden Savyasācin in der großen Schlacht ab.“

Wort für Wort
saṃsādhayitum
zu bezwingen (Inf.)
savyasācipratirathaḥ
ebenbürtiger Gegenkämpfer Savyasācins (Nom.)
nivāraya
wehre ab! (Imp.)

lelihānaṃ yathā sarpaṃ garjantam ṛṣabhaṃ yathā / layasthitaṃ yathā vyāghraṃ jahi karṇa dhanaṃjayam

„Wie eine leckende Schlange, wie einen brüllenden Stier, wie einen im Hinterhalt liegenden Tiger - erschlage, Karṇa, den Dhanañjaya!“

Wort für Wort
lelihānam
leckend (Part. Intens.)
layasthitam
im Hinterhalt liegend (Akk.)
jahi
erschlage! (Imp.)

ete dravanti samare dhārtarāṣṭrā mahārathāḥ / arjunasya bhayāt tūrṇaṃ nirapekṣā janādhipāḥ / dravatām atha teṣāṃ tu yudhi nānyo 'sti mānavaḥ / bhayahā yo bhaved vīra tvām ṛte sūtanandana

„Dort fliehen im Kampf die großen Wagenkämpfer, die Söhne Dhṛtarāṣṭras, aus Furcht vor Arjuna eilends, achtlos, die Fürsten. Für sie, die da fliehen, gibt es im Kampf keinen anderen Menschen, der die Furcht vertreiben könnte, Held, außer dir, Sohn der Sūta.“

Wort für Wort
dravanti
sie fliehen (Präs.)
nirapekṣāḥ
achtlos (Nom. Pl.)
bhayahā
der Furcht-Vertreiber (Nom.)

ete tvāṃ kuravaḥ sarve dvīpam āsādya saṃyuge / viṣṭhitāḥ puruṣavyāghra tvattaḥ śaraṇakāṅkṣiṇaḥ

„Alle diese Kurus hier, o Tiger unter den Männern, stehen, dich als Insel im Kampf erreicht, fest, von dir Zuflucht erhoffend.“

Wort für Wort
dvīpam
die Insel (Akk.)
viṣṭhitāḥ
feststehend (Part. Perf.)
śaraṇakāṅkṣiṇaḥ
Zuflucht erhoffend (Nom. Pl.)

vaidehāmbaṣṭhakāmbojās tathā nagnajitas tvayā / gāndhārāś ca yayā dhṛtyā jitāḥ saṃkhye sudurjayāḥ / tāṃ dhṛtiṃ kuru rādheya tataḥ pratyehi pāṇḍavam / vāsudevaṃ ca vārṣṇeyaṃ prīyamāṇaṃ kirīṭinā / pratyudyāhi mahābāho pauruṣe mahati sthitaḥ

„Mit welcher Standhaftigkeit du einst die Videhas, Ambaṣṭhas, Kambojas, sowie die Leute des Nagnajit und die Gāndhāras, die im Kampf schwer zu besiegen waren, besiegt hast - diese Standhaftigkeit fasse, Sohn der Rādhā, und geh dann dem Pāṇḍava entgegen, und auch Vāsudeva, dem Vārṣṇeya, dem an Kirīṭin sich erfreuenden; geh ihnen entgegen, Starkarmiger, in großer Manneskraft feststehend.“

Wort für Wort
sudurjayāḥ
schwer zu besiegen (Nom. Pl.)
dhṛtim
die Standhaftigkeit (Akk.)
prīyamāṇam
sich erfreuend (Part. Präs. Med.)

yathaikena tvayā pūrvaṃ kṛto digvijayo mahān / kaliṅgādhipatiṃ jitvā tavānītā tadantare / duryodhanasya mahiṣī jarāsaṃdhaṃ vijitya ca / tad eva sattvam ālambya jahi pārthaṃ dhanaṃjayam

„Wie du einst allein den großen Weltenraub vollbracht hast, als du den Herrscher von Kaliṅga besiegtest und dabei die künftige Gemahlin Duryodhanas herbeigeführt hast, und auch Jarāsaṃdha besiegt hast - eben diese Kraft fasse und erschlage den Sohn des Pṛthā, Dhanañjaya.“

Wort für Wort
digvijayaḥ
der Weltenraub, die Welteroberung (Nom.)
mahiṣī
die Gemahlin, Königin (Nom.)
sattvam ālambya
die Kraft ergreifend (Abs.)

Die Anekdote spielt auf eine an dieser Stelle nicht näher ausgeführte frühere Waffentat Karṇas an, bei der er im Zuge eines Eroberungszugs die künftige Gemahlin Duryodhanas gewann; Einzelheiten dazu werden im Quelltext hier nicht mitgeteilt.

prakṛtistho hi me śalya idānīṃ saṃmatas tathā / pratibhāsi mahābāho vibhīś caiva dhanaṃjayāt

Karṇa sprach: „In deiner wahren Natur stehend, Śalya, und mir doch jetzt zugetan erscheinst du mir, Starkarmiger, und doch auch zugleich in Furcht vor Dhanañjaya.“

Wort für Wort
prakṛtisthaḥ
in der wahren Natur stehend (Nom.)
saṃmataḥ
zugetan, geschätzt (Nom.)
vibhīḥ
in Furcht (Nom.)

paśya bāhvor balaṃ me 'dya śikṣitasya ca paśya me / eko 'dya nihaniṣyāmi pāṇḍavānāṃ mahācamūm / kṛṣṇau ca puruṣavyāghrau tac ca satyaṃ bravīmi te / nāhatvā yudhi tau vīrāv apayāsye kathaṃ cana

„Sieh heute die Kraft meiner Arme, und sieh meine Geschultheit; ich allein werde heute das große Heer der Pāṇḍavas vernichten. Und die beiden Kṛṣṇas, die Tiger unter den Männern, [werde ich bezwingen], und das sage ich dir in Wahrheit: Ohne diese beiden Helden im Kampf erschlagen zu haben, werde ich keinesfalls weichen.“

Wort für Wort
śikṣitasya
der Geschultheit, des Geübten (Gen.)
mahācamūm
das große Heer (Akk.)
apayāsye
ich werde weichen (Fut.)

svapsye vā nihatas tābhyām asatyo hi raṇe jayaḥ / kṛtārtho vā bhaviṣyāmi hatvā tāv atha vā hataḥ / nihato vā gamiṣyāmi naikānto 'sti raṇe jayaḥ / kṛtārtho vā gamiṣyāmi hato vā svagam āpnuyām

„Entweder werde ich, von ihnen erschlagen, entschlafen - denn im Kampf ist der Sieg nicht gewiss - oder ich werde mein Ziel erreicht haben, nachdem ich sie beide erschlagen habe, oder aber erschlagen sein. Erschlagen werde ich dahingehen, oder mein Ziel erreicht dahingehen; oder, erschlagen, möge ich meine himmlische Heimstatt erlangen.“

Wort für Wort
asatyaḥ
nicht gewiss, unwahr (Nom.)
kṛtārthaḥ
der sein Ziel Erreichthabende (Nom.)
svagam āpnuyām
möge ich meine himmlische Heimstatt erlangen (Opt.)

ajayyam enaṃ pravadanti yuddhe / mahārathāḥ karṇa rathapravīram / ekākinaṃ kim u kṛṣṇābhiguptaṃ / vijetum enaṃ ka ihotsaheta

Śalya sprach: „Unbesiegbar im Kampf, so sagen die großen Wagenkämpfer, ist dieser vorzüglichste der Wagenkämpfer, Karṇa - wie sollte da jemand wagen, ihn zu besiegen, selbst wenn er allein wäre, geschweige denn, da er von Kṛṣṇa beschützt wird?“

Wort für Wort
ajayyam
unbesiegbar (Akk.)
rathapravīram
den vorzüglichsten der Wagenkämpfer (Akk.)
utsaheta
er möge wagen (Opt.)

naitādṛśo jātu babhūva loke; rathottamo yāvad anuśrutaṃ naḥ / adyāhaṃ taṃ nihaniṣyāmi saṃkhye; dhanaṃjayaṃ paśyatas te samṛddham

Karṇa sprach: „Niemals gab es in der Welt einen solchen vorzüglichsten Wagenkämpfer, soweit wir gehört haben. Heute werde ich ihn im Kampf erschlagen, Dhanañjaya, den Glücksgesegneten, während du zusiehst.“

Wort für Wort
rathottamaḥ
der vorzüglichste Wagenkämpfer (Nom.)
anuśrutam
gehört, überliefert (Nom./Adv.)
samṛddham
den Glücksgesegneten, Gedeihenden (Akk.)

tam īdṛśaṃ pratiyotsyāmi pārthaṃ; mahāhave paśya ca pauruṣaṃ me / rathe caraty eṣa rathapravīraḥ; śīghrair hayaiḥ kauravarājaputraḥ / sa vādya māṃ neṣyati kṛcchram etat; karṇasyāntād etad antāḥ stha sarve

„Einem solchen Sohn des Pṛthā werde ich entgegentreten; sieh meine Manneskraft in der großen Schlacht! Dort fährt jener vorzüglichste Wagenkämpfer, der Sohn des Kaurava-Königs, mit schnellen Rossen einher. Er wird mich heute in diese Bedrängnis bringen - oder ihr alle werdet an Karṇas Ende dieses Kampfes stehen.“

Wort für Wort
pratiyotsyāmi
ich werde entgegentreten (Fut.)
kauravarājaputraḥ
der Sohn des Kaurava-Königs (Nom.)
kṛcchram
die Bedrängnis, Not (Akk.)

Die Bezeichnung 'kauravarājaputraḥ' für den herannahenden Gegner (der als Arjuna zu verstehen ist) wirkt ungewöhnlich, da Arjuna ein Pāṇḍava, kein Kaurava, ist; möglicherweise ironisch gemeint oder eine unklare Textstelle. Wörtlich wiedergegeben, ohne Glättung.

asvedinau rājaputrasya hastāv; avepinau jātakiṇau bṛhantau / dṛḍhāyudhaḥ kṛtimān kṣiprahasto; na pāṇḍaveyena samo 'sti yodhaḥ

„Schweißlos sind die Hände des Königssohns, unzitternd, mit Schwielen bedeckt, groß; von festen Waffen, kunstfertig, schnellhändig - kein Krieger ist dem Pāṇḍava-Sohn gleich.“

Wort für Wort
asvedinau
schweißlos (Nom. Du.)
jātakiṇau
mit Schwielen bedeckt (Nom. Du.)
kṣiprahastaḥ
schnellhändig (Nom.)

gṛhṇāty anekān api kaṅkapatrān; ekaṃ yathā tān kṣitipān pramathya / te krośamātraṃ nipatanty amoghāḥ; kas tena yodho 'sti samaḥ pṛthivyām / gṛhṇan vimuñcan sa nimeṣamātrāt; puraṃdarasyeva ca tulyavīryaḥ / atīvānyān dhanuṣā rājaputras; tv atīvānyān keśavaś cakrayuddhe

„Er ergreift viele mit Falkenfedern befiederte Pfeile zugleich, wie einen einzigen, die Fürsten zermalmend; sie fallen unfehlbar auf die Entfernung eines Krośa nieder - welcher Krieger auf Erden ist ihm gleich? Im Ergreifen und Entlassen der Pfeile, binnen eines Augenblicks, an Kraft dem Puraṃdara gleich - übertrifft der Königssohn alle anderen im Bogenschießen, und Keśava übertrifft alle anderen im Diskuskampf.“

Wort für Wort
kaṅkapatrān
mit Falkenfedern befiederte (Pfeile) (Akk. Pl.)
amoghāḥ
unfehlbar (Nom. Pl.)
tulyavīryaḥ
an Kraft gleich (Nom.)

atoṣayat pāṇḍaveyo hutāśaṃ; kṛṣṇadvitīyo 'tirathas tarasvī / lebhe cakraṃ yatra kṛṣṇo mahātmā; dhanur gāṇḍīvaṃ pāṇḍavaḥ savyasācī / śvetāśvayuktaṃ ca sughoṣam agryaṃ; rathaṃ mahābāhur adīnasattvaḥ / maheṣudhī cākṣayau divyarūpau; śastrāṇi divyāni ca havyavāhāt

„Der Pāṇḍava-Sohn erfreute, mit Kṛṣṇa als Gefährten, der schnellkräftige große Wagenkämpfer, den Feueresser, wobei der hochgesinnte Kṛṣṇa den Diskus erlangte, der Pāṇḍava, der Linkshändige, den Gāṇḍīva-Bogen, den vortrefflichen, mit weißen Rossen bespannten, wohltönenden Wagen - der Starkarmige, von unverzagtem Wesen - sowie die beiden unerschöpflichen Köcher von göttlicher Gestalt und göttliche Waffen von Havyavāhana.“

Wort für Wort
atoṣayat
er erfreute (Impf.)
hutāśam
den Feueresser, Agni (Akk.)
akṣayau
die beiden unerschöpflichen (Akk. Du.)

tathendraloke nijaghāna daityān; asaṃkhyeyān kālakeyāṃś ca sarvān / lebhe śaṅkhaṃ devadattaṃ sma tatra; ko nāma tenābhyadhikaḥ pṛthivyām / mahādevaṃ toṣayām āsa caiva; sākṣāt suyuddhena mahānubhāvaḥ / lebhe tataḥ pāśupataṃ sughoraṃ; trailokyasaṃhārakaraṃ mahāstram

„Ebenso erschlug er in Indras Welt die unzähligen Daityas und alle Kālakeyas; dort erlangte er das Muschelhorn Devadatta - wer auf Erden ist ihm wohl überlegen? Und er erfreute Mahādeva selbst durch einen ehrenvollen Zweikampf, der Hochgesinnte, und erlangte darauf die überaus furchtbare Pāśupata-Waffe, die große Waffe, die die drei Welten zu vernichten vermag.“

Wort für Wort
asaṃkhyeyān
unzählige (Akk. Pl.)
abhyadhikaḥ
überlegen (Nom.)
trailokyasaṃhārakaram
die drei Welten vernichtend (Akk.)

pṛthak pṛthag lokapālāḥ sametā; dadur hy astrāṇy aprameyāṇi yasya / yais tāñ jaghānāśu raṇe nṛsiṃhān; sa kālakhañjān asurān sametān

„Dem die Weltenhüter, einzeln zusammengekommen, unermessliche Waffen gaben, mit denen er jene Männerlöwen, die versammelten Kālakhañja-Asuras, eilends im Kampf erschlug.“

Wort für Wort
lokapālāḥ
die Weltenhüter (Nom. Pl.)
aprameyāṇi
unermessliche (Akk. Pl.)
nṛsiṃhān
die Männerlöwen (Akk. Pl.)

tathā virāṭasya pure sametān; sarvān asmān ekarathena jitvā / jahāra tad godhanam ājimadhye; vastrāṇi cādatta mahārathebhyaḥ

„Ebenso besiegte er in Virāṭas Stadt uns alle, die wir dort versammelt waren, mit nur einem Wagen, entführte jenes Rinder-Gut mitten aus der Schlacht und nahm den großen Wagenkämpfern ihre Gewänder ab.“

Wort für Wort
ekarathena
mit nur einem Wagen (Instr.)
godhanam
das Rinder-Gut (Akk.)
ādatta
er nahm (Impf. Med.)

tam īdṛśaṃ vīryaguṇopapannaṃ; kṛṣṇadvitīyaṃ varaye raṇāya / tam āhvayan sāhasam uttamaṃ vai; jāne svayaṃ sarvalokasya śalya

„Einen solchen, mit den Eigenschaften der Tapferkeit ausgestatteten, mit Kṛṣṇa als Gefährten, wähle ich mir zum Kampf; ihn herausfordernd begehe ich höchste Verwegenheit - das weiß ich selbst, o Śalya, vor aller Welt.“

Wort für Wort
vīryaguṇopapannam
mit den Eigenschaften der Tapferkeit ausgestattet (Akk.)
varaye
ich wähle (Präs. Med.)
sāhasam
die Verwegenheit (Akk.)

anantavīryeṇa ca keśavena; nārāyaṇenāpratimena guptam / varṣāyutair yasya guṇā na śakyā; vaktuṃ sametair api sarvalokaiḥ / mahātmanaḥ śaṅkhacakrāsipāṇer; viṣṇor jiṣṇor vasudevātmajasya / bhayaṃ me vai jāyate sādhvasaṃ ca; dṛṣṭvā kṛṣṇāv ekarathe sametau

„- beschützt von Keśava, dem von unendlicher Kraft, von Nārāyaṇa, dem Unvergleichlichen, dessen Tugenden selbst in zehntausend Jahren von allen Welten zusammen nicht auszusprechen wären, des Hochgesinnten, mit Muschelhorn, Diskus und Schwert in Händen, des Viṣṇu, des Siegreichen, des Sohnes Vasudevas - Furcht und Bestürzung ergreifen mich wahrlich, wenn ich die beiden Kṛṣṇas auf einem einzigen Wagen vereint sehe.“

Wort für Wort
anantavīryeṇa
von unendlicher Kraft (Instr.)
śaṅkhacakrāsipāṇeḥ
mit Muschelhorn, Diskus und Schwert in den Händen (Gen.)
sādhvasam
die Bestürzung (Nom.)

atīva pārtho yudhi kārmukibhyo; nārāyaṇaś cāprati cakrayuddhe / evaṃvidhau pāṇḍavavāsudevau; calet svadeśād dhi bhavān na kṛṣṇau

„Über alle Bogenschützen im Kampf ragt Pārtha hinaus, und Nārāyaṇa ist im Diskuskampf ohnegleichen; vor solcherart beschaffenen Gegnern, dem Pāṇḍava und Vāsudeva, mögest du selbst aus deiner Heimat weichen - doch nicht ich vor den beiden Kṛṣṇas.“

Wort für Wort
aprati
ohnegleichen (Nom.)
evaṃvidhau
solcherart beschaffen (Akk. Du.)
calet
möge weichen (Opt.)

Die genaue Zuordnung dieser Apparatszeilen (*0878-*0879) innerhalb der Rede ist unklar; sie scheinen einen kurzen, an Śalya gerichteten Einschub darzustellen, bevor die Rede unter der Sprecherangabe 'karṇaḥ' fortgesetzt wird.

kiṃ madrarājārjunavarṇanena / māṃ bhīṣayasy adya raṇe 'pramattam / nāhaṃ tvayā bhīṣayituṃ hi śakyo / bandīva tasyaiva guṇāṃś ca stauṣi

Karṇa [sprach weiter]: „Was soll, König der Madras, dieses Preisen Arjunas? Du versuchst, mich heute im Kampf, den Unachtsamen, zu erschrecken; doch von dir lasse ich mich nicht erschrecken - wie ein Lobsänger preist du geradezu dessen Eigenschaften.“

Wort für Wort
arjunavarṇanena
durch das Preisen Arjunas (Instr.)
apramattam
den Unachtsamen (Akk.)
bandīva
wie ein Lobsänger (Nom. + iva)

Der Quelltext markiert an dieser Stelle (*0880_00) ausdrücklich 'karṇaḥ' als eigene, kurze Sprecherzuweisung, obwohl die vorangehende Rede bereits als Karṇas Rede eingeführt war; möglicherweise eine Bestätigung des Sprecherwechsels nach dem Einschub *0878-*0879.

vīryeṇa yukto yudhi phalguno 'sau / gupto yathā keśavenādya saṃkhye / tathāpi te paśyatas taṃ nihanmi / tūṣṇīṃ sthitaś codaya tāvad aśvān

„Mag jener Phalguna auch mit Tapferkeit ausgestattet und heute im Kampf von Keśava beschützt sein - dennoch werde ich ihn, vor deinen Augen, erschlagen. Schweige und treibe unterdessen die Rosse an.“

Wort für Wort
vīryeṇa yuktaḥ
mit Tapferkeit ausgestattet (Nom.)
nihanmi
ich erschlage (Präs.)
codaya
treibe an! (Imp.)

dṛṣṭvā kṛṣṇāv ekarathe sametāv; atīva harṣo mama jāyate 'dya

„Wenn ich die beiden Kṛṣṇas auf einem einzigen Wagen vereint sehe, erfüllt mich heute höchste Freude.“

Wort für Wort
sametau
vereint (Akk. Du.)
harṣaḥ
die Freude (Nom.)

ubhau hi śūrau kṛtinau dṛḍhāstrau; mahārathau saṃhananopapannau / etādṛśau naravīrau sametau; sthānāc cyutau devakumārarūpau / agnyanilāv indrabṛhaspatī vā; yamāntakau vā śaśipūṣaṇau vā / bhagāṃśamitrāvaruṇāśvinau vā; marudgaṇā vā vasavaḥ sahendrāḥ / vyastāḥ samastāś ca yudhā na śaktā; jetuṃ prasahyārjunam acyutaṃ ca

„Beide sind Helden, kundig, mit festen Waffen, große Wagenkämpfer, von starkem Körperbau begabt; solcherart vereinte Männerhelden, wie vom Himmel herabgestiegene Göttersöhne - ob Agni und Anila, oder Indra und Bṛhaspati, oder Yama und Antaka, oder Mond und Pūṣan, oder Bhaga, Aṃśa, Mitra, Varuṇa und die Aśvins, oder die Marut-Scharen, oder die Vasus samt Indra - einzeln oder alle zusammen sind sie im Kampf nicht imstande, Arjuna und den Unvergänglichen mit Gewalt zu besiegen.“

Wort für Wort
saṃhananopapannau
von starkem Körperbau begabt (Nom. Du.)
sthānāc cyutau
vom (Himmels-)Ort herabgestiegen (Nom. Du.)
vyastāḥ samastāḥ ca
einzeln und alle zusammen (Nom. Pl.)

etādṛśau phalgunavāsudevau; ko 'nyaḥ pratīyān mad ṛte nu śalya / manoratho yas tu mamādya śalya; madreśa yuddhaṃ prati pāṇḍavasya / nedaṃ cirād āśu bhaviṣyatīdam; atyadbhutaṃ citram atulyarūpam

„Solcherart beschaffenen, Phalguna und Vāsudeva, wer außer mir sollte ihnen entgegentreten, Śalya? Der Herzenswunsch aber, den ich heute hege, o Herr der Madras, in Bezug auf den Kampf mit dem Pāṇḍava - er wird nicht nach langer Zeit, sondern bald in Erfüllung gehen, dies höchst wunderbare, seltsame, unvergleichliche Ereignis.“

Wort für Wort
pratīyāt
er möge entgegentreten (Opt.)
manorathaḥ
der Herzenswunsch (Nom.)
atulyarūpam
unvergleichlich (Akk.)

sarveṣāṃ vṛṣṇivīrāṇāṃ kṛṣṇe lakṣmīḥ pratiṣṭhitā / sarveṣāṃ pāṇḍuputrāṇāṃ jayaḥ pārthe pratiṣṭhitaḥ / tāv ubhau puruṣavyāghrau samāne syandane sthitau / mām ekam abhiyoddhārau sujātaṃ bata śalya me

„In Kṛṣṇa ist das Glück aller Vṛṣṇi-Helden gegründet, im Sohn des Pṛthā der Sieg aller Söhne Pāṇḍus; diese beiden Tiger unter den Männern, auf einem gemeinsamen Wagen stehend, kommen gegen mich allein zum Kampf - wahrlich, wohlgeboren bin ich, Śalya!“

Wort für Wort
pratiṣṭhitā
gegründet (Nom.)
samāne syandane
auf dem gemeinsamen Wagen (Lok.)
sujātam
wohlgeboren (Nom./Adv.)

naitac cirāt kṣipram imaṃ rathaṃ me; pravartayaitāv abhiyāmi caiva / asmin muhūrte nihatau paśya kṛṣṇau; tābhyāṃ hataṃ vā yudhi māṃ ripubhyām

„Dies wird nicht lange dauern - rasch lenke diesen meinen Wagen, ich will ihnen entgegenziehen. In diesem Augenblick sollst du die beiden Kṛṣṇas erschlagen sehen - oder mich, von diesen beiden Feinden im Kampf erschlagen.“

Wort für Wort
pravartaya
lenke! (Imp. Caus.)
muhūrte
im Augenblick (Lok.)
ripubhyām
von den beiden Feinden (Instr. Du.)

etāv ahaṃ yudhi vā pātayiṣye; māṃ vā kṛṣṇau nihaniṣyato 'dya / iti bruvañ śalyam amitrahantā; karṇo raṇe megha ivonnanāda

„Diese beiden werde ich im Kampf niederstrecken, oder die beiden Kṛṣṇas werden heute mich erschlagen.“ So zu Śalya sprechend, brüllte Karṇa, der Feindevernichter, in der Schlacht wie eine Gewitterwolke.

Wort für Wort
pātayiṣye
ich werde niederstrecken (Fut. Med.)
amitrahantā
der Feindevernichter (Nom.)
unnanāda
er brüllte (Perf.)

Die Apparatszeile *0886 wiederholt den Inhalt von v050 fast wörtlich und wird hier als Bekräftigung derselben Aussage aufgefasst, nicht gesondert übersetzt.

abhyetya putreṇa tavābhinanditaḥ; sametya covāca kurupravīrān / kṛpaṃ ca bhojaṃ ca mahābhujāv ubhau; tathaiva gāndhāranṛpaṃ sahānujam / guroḥ sutaṃ cāvarajaṃ tathātmanaḥ; padātino 'tha dvipasādino 'nyān

Herangekommen und von deinem Sohn willkommen geheißen, sprach er, nachdem er zusammengetroffen war, zu den Kuru-Helden - zu Kṛpa und Bhoja, den beiden Starkarmigen, ebenso zum König der Gāndhāras samt seinem jüngeren Bruder, zum Sohn des Lehrers und zu seinem eigenen jüngeren Bruder, sowie zu den übrigen Fußkämpfern und Elefantenreitern -

Wort für Wort
abhinanditaḥ
willkommen geheißen (Part. Perf. Pass.)
mahābhujau
die beiden Starkarmigen (Akk. Du.)
dvipasādinaḥ
die Elefantenreiter (Akk. Pl.)

nirundhatābhidravatācyutārjunau; śrameṇa saṃyojayatāśu sarvataḥ / yathā bhavadbhir bhṛśavikṣatāv ubhau; sukhena hanyām aham adya bhūmipāḥ

„Haltet die heranstürmenden Acyuta und Arjuna auf, versetzt sie eilends von allen Seiten in Erschöpfung, sodass ich, wenn sie von euch schwer verwundet sind, sie heute mühelos erschlagen kann, ihr Erdenherrscher!“

Wort für Wort
nirundhata
haltet auf! (Imp. Pl.)
saṃyojayata
versetzt! (Imp. Pl., Caus.)
bhṛśavikṣatau
schwer verwundet (Akk. Du.)

tatheti coktvā tvaritāḥ sma te 'rjunaṃ; jighāṃsavo vīratamāḥ samabhyayuḥ / śaraiś ca jaghnur yudhi taṃ mahārathā; dhanaṃjayaṃ karṇanideśakāriṇaḥ / nadīnadān bhūrijalo mahārṇavo; yathā tathā tān samare 'rjuno 'grasat

„So sei es“, sprachen jene, die tapfersten der Helden, und eilten, Arjuna zu töten begierig, auf ihn zu; die großen Wagenkämpfer, Karṇas Befehl ausführend, trafen Dhanañjaya im Kampf mit Pfeilen; doch wie ein wasserreicher großer Ozean die Flüsse und Ströme verschlingt, so verschlang Arjuna sie in der Schlacht.

Wort für Wort
jighāṃsavaḥ
zu töten begierig (Nom. Pl.)
karṇanideśakāriṇaḥ
Karṇas Befehl ausführend (Nom. Pl.)
agrasat
er verschlang (Impf.)

na saṃdadhāno na tathā śarottamān; pramuñcamāno ripubhiḥ pradṛśyate / dhanaṃjayas tasya śaraiś ca dāritā; hatāś ca petur naravājikuñjarāḥ

Weder beim Anlegen noch beim Abschießen seiner vorzüglichsten Pfeile konnte Dhanañjaya von den Feinden erblickt werden [so schnell war er]; von seinen Pfeilen zerrissen und erschlagen fielen Männer, Rosse und Elefanten.

Wort für Wort
saṃdadhānaḥ
anlegend (Part. Präs. Med.)
pradṛśyate
er wird erblickt (Pass. Präs.)
dāritāḥ
zerrissen (Nom. Pl.)

śarārciṣaṃ gāṇḍivacārumaṇḍalaṃ; yugāntasūryapratimānatejasam / na kauravāḥ śekur udīkṣituṃ jayaṃ; yathā raviṃ vyādhitacakṣuṣo janāḥ

Den mit Pfeilen als Flammen, mit dem schönen Kreis des Gāṇḍīva-Bogens, an Glanz der Sonne am Ende eines Weltzeitalters gleichenden, konnten die Kauravas nicht anblicken - den Sieg selbst -, so wie augenkranke Menschen nicht die Sonne anzublicken vermögen.

Wort für Wort
śarārciṣam
mit Pfeilen als Flammen (Akk.)
yugāntasūryapratimānatejasam
an Glanz der Sonne am Weltzeitalterende gleichend (Akk.)
vyādhitacakṣuṣaḥ
augenkrank (Nom. Pl.)

śarottamān sa prahitān mahārathaiś; ciccheda pārthaḥ prahasañ śaraughaiḥ / bhūyaś ca tān ahanad bāṇasaṃghān; gāṇḍīvadhanvāyatapūrṇamaṇḍalam / yathograraśmiḥ śuciśukramadhyagaḥ; sukhaṃ vivasvān harate jalaughān / tathārjuno bāṇagaṇān nirasya; dadāha senāṃ tava pārthivendra

Die von den großen Wagenkämpfern entsandten vorzüglichsten Pfeile zerschnitt Pārtha lachend mit seinen Pfeilschauern; und weiterhin zerschlug er jene Pfeilmassen, den Gāṇḍīva-Bogen weit gespannt bis zum vollen Kreis - wie die Sonne mit ihren scharfen Strahlen, mitten im reinen, klaren Himmel wandelnd, mühelos die Wassermassen aufsaugt, so verzehrte Arjuna, die Pfeilscharen ausstoßend, dein Heer, Fürst der Erdenherrscher.

Wort für Wort
prahasan
lachend (Part. Präs.)
āyatapūrṇamaṇḍalam
weit bis zum vollen Kreis gespannt (Akk.)
dadāha
er verzehrte (Perf.)

tam abhyadhāvad visṛjañ śarān kṛpas; tathaiva bhojas tava cātmajaḥ svayam / mahāratho droṇasutaś ca sāyakair; avākiraṃs toyadharā yathācalam / jighāṃsavaḥ pātham asahyavikramaṃ; yathaiva vahniṃ śalabhā mahārciṣam

Auf ihn stürmte, Pfeile entsendend, Kṛpa los, ebenso Bhoja und dein Sohn selbst, und der große Wagenkämpfer, der Sohn Droṇas, überschütteten ihn mit Pfeilen, wie Regenwolken einen Berg; ihn zu töten begierig, den von unerträglicher Kraft, wie Motten ein großes flammendes Feuer anfliegen.

Wort für Wort
visṛjan
entsendend (Part. Präs.)
avākiran
sie überschütteten (Impf.)
asahyavikramam
von unerträglicher Kraft (Akk.)

jighāṃsubhis tān kuśalaiḥ śarottamān; mahāhave saṃjavitān prayatnataḥ / śaraiḥ praciccheda ca pāṇḍavas tvaran; parābhinad vakṣasi ca tribhis tribhiḥ

Die von jenen kundigen, ihn zu töten begierigen Kriegern in der großen Schlacht mit äußerster Anstrengung beschleunigt entsandten vorzüglichsten Pfeile zerschnitt der Pāṇḍava eilends mit seinen eigenen Pfeilen und traf jeden von ihnen mit je drei Pfeilen an der Brust.

Wort für Wort
kuśalaiḥ
kundig (Instr. Pl.)
saṃjavitān
beschleunigt (Akk. Pl.)
parābhinat
er traf (Impf.)

sa gāṇḍivābhyāyatapūrṇamaṇḍalas; tapan ripūn arjunabhāskaro babhau / śarograraśmiḥ śuciśukramadhyago; yathaiva sūryaḥ pariveṣagas tathā

Er, den Gāṇḍīva-Bogen weit bis zum vollen Kreis gespannt, die Feinde versengend, erstrahlte als Arjuna-Sonne, mit Pfeilen als scharfen Strahlen, inmitten des reinen, klaren Himmels wandelnd, wie die Sonne, von einem Halo umgeben.

Wort für Wort
tapan
versengend (Part. Präs.)
arjunabhāskaraḥ
die Arjuna-Sonne (Nom.)
pariveṣagaḥ
von einem Halo umgeben (Nom.)

athāgryabāṇair daśabhir dhanaṃjayaṃ; parābhinad droṇasuto 'cyutaṃ tribhiḥ / caturbhir aśvāṃś caturaḥ kapiṃ tathā; śaraiḥ sa nārācavarair avākirat

Da traf der Sohn Droṇas Dhanañjaya mit zehn vorzüglichen Pfeilen und Acyuta mit drei, mit vieren die vier Rosse, und ebenso den Affen überschüttete er mit vorzüglichen Nārāca-Pfeilen.

Wort für Wort
agryabāṇaiḥ
mit vorzüglichen Pfeilen (Instr.)
nārācavaraiḥ
mit vorzüglichen Nārāca-Pfeilen (Instr.)
avākirat
er überschüttete (Impf.)

tathā tu tat tat sphurad āttakārmukaṃ; tribhiḥ śarair yantṛśiraḥ kṣureṇa / hayāṃś caturbhiś caturas tribhir dhvajaṃ; dhanaṃjayo drauṇirathān nyapātayat / sa droṇaputrasya śarāsanaṃ balī; bhallena saṃchidya ca tad vyapātayat

Ebenso erwiderte Dhanañjaya und ließ mit drei Pfeilen den erhobenen, zitternden Bogen des Aśvatthāman, mit einem Rasiermesser-Pfeil dessen Wagenlenkers Haupt, mit vier Pfeilen die vier Rosse, mit dreien das Banner vom Wagen des Sohnes Droṇas fallen; der Kraftvolle zerschnitt auch den Bogen des Sohnes Droṇas mit einem Bhalla-Pfeil und ließ ihn fallen.

Wort für Wort
yantṛśiraḥ
das Haupt des Wagenlenkers (Akk.)
nyapātayat
er ließ fallen (Impf. Caus.)
saṃchidya
zerschneidend (Abs.)

sa roṣapūrṇo 'śanivajrahāṭakair; alaṃkṛtaṃ takṣakabhogavarcasam / subandhanaṃ kārmukam anyad ādade; yathā mahāhipravaraṃ gires tathā

Er, von Zorn erfüllt, ergriff einen anderen Bogen, geschmückt mit Blitz, Donnerkeil und Gold, an Glanz der Windung der Schlange Takṣaka gleichend, fest gebunden, wie man die vorzüglichste große Schlange eines Berges ergreift.

Wort für Wort
roṣapūrṇaḥ
von Zorn erfüllt (Nom.)
takṣakabhogavarcasam
an Glanz der Windung Takṣakas gleichend (Akk.)
ādade
er ergriff (Impf. Med.)

svam āyudhaṃ copavikīrya bhūtale; dhanuś ca kṛtvā saguṇaṃ guṇādhikaḥ / samānayānāv ajitau narottamau; śarottamair drauṇir avidhyad antikāt

Nachdem er seine zerschlagenen Waffen auf der Erde verstreut hatte, spannte er den Bogen mit der Sehne, der an Vorzüglichkeit Überlegene, und durchbohrte aus der Nähe die beiden unbesiegten, herannahenden besten der Männer mit vorzüglichsten Pfeilen, der Sohn Droṇas.

Wort für Wort
upavikīrya
verstreuend (Abs.)
guṇādhikaḥ
an Vorzüglichkeit überlegen (Nom.)
avidhyat
er durchbohrte (Impf.)

kṛpaś ca bhojaś ca tathātmajaś ca te; tamonudaṃ vāridharā ivāpatan / śarair anekair yudhi pāṇḍavarṣabham; mahārathāḥ saṃyugamūrdhani sthitāḥ; mahābalā vītabhayā raṇājire

Kṛpa, Bhoja und ebenso dein Sohn stürmten, wie Regenwolken auf den Finsternis-Vertreiber, mit vielen Pfeilen im Kampf auf den Stier der Pāṇḍavas los, die großen Wagenkämpfer, an der Spitze der Schlacht stehend, überaus mächtig, ohne Furcht auf dem Schlachtfeld.

Wort für Wort
tamonudam
den Finsternis-Vertreiber (Akk.)
saṃyugamūrdhani
an der Spitze der Schlacht (Lok.)
vītabhayāḥ
ohne Furcht (Nom. Pl.)

kṛpasya pārthaḥ saśaraṃ śarāsanaṃ; hayān dhvajaṃ sārathim eva patribhiḥ / samārpayad bāhusahasravikramas; tathā yathā vajradharaḥ purā baleḥ / sa pārthabāṇair vinipātitāyudho; dhvajāvamarde ca kṛte mahāhave / kṛtaḥ kṛpo bāṇasahasrayantrito; yathāpageyaḥ prathamaṃ kirīṭinā

Kṛpas Bogen samt Pfeil, seine Rosse, sein Banner und seinen Wagenlenker selbst durchbohrte Pārtha mit gefiederten Pfeilen, er, von der Kraft tausend Arme, so wie einst der Blitzträger die Waffen Balis zerschlug; er, dem von Pārthas Pfeilen die Waffen niedergeschlagen und in der großen Schlacht das Banner zerschmettert worden war, wurde, Kṛpa, mit tausend Pfeilen gefesselt, wie einst der Sohn der Āpagā zuerst von Kirīṭin so behandelt wurde.

Wort für Wort
bāhusahasravikramaḥ
von der Kraft tausend Arme (Nom.)
vinipātitāyudhaḥ
dem die Waffen niedergeschlagen wurden (Nom.)
bāṇasahasrayantritaḥ
mit tausend Pfeilen gefesselt (Nom.)

śaraiḥ praciccheda tavātmajasya; dhvajaṃ dhanuś ca pracakarta nardataḥ / jaghāna cāśvān kṛtavarmaṇaḥ śubhān; dhvajaṃ ca ciccheda tataḥ pratāpavān

Mit Pfeilen zerschnitt er das Banner deines Sohnes und zerhieb dessen Bogen, während dieser brüllte; und er tötete die schönen Rosse Kṛtavarmans und zerschnitt darauf dessen Banner, der Glanzvolle.

Wort für Wort
pracakarta
er zerhieb (Perf.)
nardataḥ
während er brüllte (Gen. Part. Präs.)
pratāpavān
der Glanzvolle (Nom.)

savājisūteṣv asanān saketanāñ; jaghāna nāgāśvarathāṃs tvaraṃś ca saḥ / tataḥ prakīrṇaṃ sumahad balaṃ tava; pradāritaṃ setur ivāmbhasā yathā / tato 'rjunasyāśu rathena keśavaś; cakāra śatrūn apasavyam āturān

Die Bogenschützen samt ihren Rossen und Lenkern, mit ihren Bannern, tötete er, sowie Elefanten, Rosse und Wagen, eilends; da wurde dein sehr großes Heer versprengt, durchbrochen, wie ein Damm vom Wasser; darauf machte Keśava mit Arjunas Wagen eilends die leidgeplagten Feinde zu seiner Rechten.

Wort für Wort
saketanān
mit ihren Bannern (Akk. Pl.)
pradāritam
durchbrochen (Nom.)
apasavyam
zur Rechten, im Rechtsumkreisen (Akk./Adv.)

tataḥ prayāntaṃ tvaritaṃ dhanaṃjayaṃ; śatakratuṃ vṛtranijaghnuṣaṃ yathā / samanvadhāvan punar ucchritair dhvajai; rathaiḥ suyuktair apare yuyutsavaḥ

Dann verfolgten den eilends heranziehenden Dhanañjaya, wie einst Vṛtra den Śatakratu, der Vṛtra erschlagen hatte, wiederum andere, kampfbegierig, mit erhobenen Bannern, auf wohlbespannten Wagen.

Wort für Wort
vṛtranijaghnuṣam
der Vṛtra erschlagen hatte (Akk.)
samanvadhāvan
sie verfolgten (Impf.)
suyuktaiḥ
wohlbespannt (Instr. Pl.)

athābhisṛtya prativārya tān arīn; dhanaṃjayasyābhi rathaṃ mahārathāḥ / śikhaṇḍiśaineyayamāḥ śitaiḥ śarair; vidārayanto vyanadan subhairavam

Da stürmten Śikhaṇḍin, der Sohn des Śini und Yamas heran, jene Feinde abwehrend, dem Wagen Dhanañjayas zu Hilfe, die großen Wagenkämpfer, und stießen, sie mit scharfen Pfeilen zerreißend, ein überaus furchtbares Gebrüll aus.

Wort für Wort
prativārya
abwehrend (Abs.)
vidārayantaḥ
zerreißend (Part. Präs.)
subhairavam
überaus furchtbar (Akk./Adv.)

'yamāḥ' ist hier unklar - möglicherweise ein weiterer Eigenname eines Kriegers, oder eine Bezugnahme auf die Zwillinge Nakula/Sahadeva; die genaue Referenz bleibt offen.

tato 'bhijaghnuḥ kupitāḥ parasparaṃ; śarais tadāñjogatibhiḥ sutejanaiḥ / kurupravīrāḥ saha sṛñjayair yathā; surāḥ purā devavarair ayodhayan

Da schlugen die Kuru-Helden, erzürnt, einander mit gerade fliegenden, überaus scharfen Pfeilen, zusammen mit den Sṛñjayas, wie einst die Asuras mit den besten der Götter kämpften.

Wort für Wort
abhijaghnuḥ
sie schlugen (Perf.)
ṛjugatibhiḥ
gerade fliegend (Instr. Pl.)
ayodhayan
sie kämpften (Impf.)

jayepsavaḥ svargamanāya cotsukāḥ; patanti nāgāśvarathāḥ paraṃtapa / jagarjur uccair balavac ca vivyadhuḥ; śaraiḥ sumuktair itaretaraṃ pṛthak

Nach Sieg strebend und zugleich begierig, in den Himmel einzugehen, fielen Elefanten, Rosse und Wagen, o Feindebedränger; sie brüllten laut und durchbohrten einander kraftvoll, jeder für sich, mit wohlentsandten Pfeilen.

Wort für Wort
jayepsavaḥ
nach Sieg strebend (Nom. Pl.)
svargamanāya
um in den Himmel einzugehen (Dat.)
itaretaram
einander (Akk./Adv.)

śarāndhakāre tu mahātmabhiḥ kṛte; mahāmṛdhe yodhavaraiḥ parasparam / babhur daśāśā na divaṃ ca pārthiva; prabhā ca sūryasya tamovṛtābhavat / śarāndhakāraṃ ca kṛtaṃ mahātmabhis; tadā diśo na prababhuḥ śarārditāḥ

Als aber in dem großen Getümmel von den hochgesinnten besten Kriegern gegenseitig eine Finsternis der Pfeile geschaffen worden war, waren die zehn Himmelsrichtungen nicht mehr zu erkennen, noch der Himmel, o Herrscher, und der Glanz der Sonne wurde von Dunkel umhüllt; als die Finsternis der Pfeile von den Hochgesinnten geschaffen worden war, da erstrahlten die Himmelsrichtungen nicht mehr, von Pfeilen bedrängt.

Wort für Wort
śarāndhakāre
in der Finsternis der Pfeile (Lok.)
tamovṛtā
von Dunkel umhüllt (Nom.)
śarārditāḥ
von Pfeilen bedrängt (Nom. Pl.)

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