Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Karṇaparva

Kapitel 65: karṇārjunayor mahāstrayuddham, bhīmasya karṇaṃ prati kruddhavākyāni Der Waffenkampf zwischen Karṇa und Arjuna und Bhīmas Zornesworte gegen Karṇa

tau śaṅkhabherīninade samṛddhe samīyatuḥ śvetahayau narāgryau | vaikartanaḥ sūtaputro 'rjunaś ca durmantrite tava putrasya rājan || āśīviṣāv agnim ivotsṛjantau vairaṃ mukhābhyām abhiniśvasantau | yaśasvinau jajvalatur mṛdhe tadā ghṛtāvasiktāv iva havyavāhau

Beide, die Weißpferdigen, die vorzüglichsten der Männer, trafen einander im mächtigen Schall von Muschelhörnern und Trommeln: der Vaikartana, der Sohn des Wagenlenkers, und Arjuna - durch den bösen Rat deines Sohnes, o König. Wie zwei Giftschlangen, Feuer speiend, aus beiden Mündern Feindschaft aushauchend, entbrannten die ruhmreichen beiden dort im Kampf wie zwei mit Ghee begossene Opferfeuer.

Wort für Wort
śaṅkhabherīninade samṛddhe
im mächtigen Schall von Muschelhörnern und Trommeln (śaṅkha, bherī)
śvetahayau narāgryau
die beiden Weißpferdigen (śvetahaya), die vorzüglichsten der Männer (narāgrya)
vaikartanaḥ sūtaputraḥ
der Vaikartana (Beiname Karṇas), der Sohn des Wagenlenkers
durmantrite tava putrasya
durch den bösen Rat (durmantrita) deines Sohnes
āśīviṣau agnim iva utsṛjantau
wie zwei Giftschlangen (āśīviṣa) Feuer entlassend
yaśasvinau jajvalatuḥ
die ruhmreichen (yaśasvin) beiden entbrannten
ghṛtāvasiktau havyavāhau
mit Ghee begossene (ghṛtāvasikta) Opferfeuer (havyavāha)

yathā gajau haimavatau prabhinnau pragṛhya dantāv iva vāśitārthe | tathā samājagmatur ugravegau dhanaṃjayaś cādhirathiś ca vīrau

Wie zwei brünstige Elefanten vom Himālaya, die Stoßzähne ineinander verkeilt, um einer Elefantenkuh willen, so trafen die beiden Helden von furchtbarem Ungestüm zusammen: Dhanaṃjaya und der Sohn des Wagenlenkers.

Wort für Wort
gajau haimavatau prabhinnau
zwei brünstige (prabhinna) Elefanten vom Himālaya (haimavata)
dantau pragṛhya
die Stoßzähne ineinander verkeilend (dantau pragṛhya)
vāśitārthe
um einer Elefantenkuh willen (vāśitā)
ugravegau
von furchtbarem Ungestüm (ugravega)
ādhirathiḥ
der Sohn des Wagenlenkers [Karṇa] (ādhirathiḥ)

balāhakeneva yathā balāhako yadṛcchayā vā giriṇā girir yathā | tathā dhanurjyātalaneminisvanau samīyatus tāv iṣuvarṣavarṣiṇau || śarāstraśaktyṛṣṭigadāsisarpau roṣānilodbhūtamahormimālau | yathācalau cācalatas tathā tau yathārṇavau cāyayatur yugānte

Wie eine Gewitterwolke mit einer Gewitterwolke, oder wie ein Berg zufällig mit einem Berg [zusammenstößt], so trafen die beiden, vom Klang von Bogensehne, Handfläche und Bogenrand begleitet, aufeinander, Pfeilregen regnend - wie zwei Schlangen aus Pfeil, Waffe, Speer, Lanze, Keule und Schwert, mit gewaltigen, vom Wind des Zorns aufgewühlten Wellenreihen; wie zwei unbewegliche Berge blieben sie doch [in Bewegung], wie zwei Weltmeere kamen sie heran, als wäre es das Ende eines Weltzeitalters.

Wort für Wort
balāhakeneva balāhakaḥ
wie eine Gewitterwolke mit einer Gewitterwolke (balāhaka)
giriṇā giriḥ yadṛcchayā
ein Berg mit einem Berg, zufällig (yadṛcchayā)
dhanurjyātalaneminisvanau
vom Klang (svana) von Bogensehne, Handfläche, Bogenrand (jyā-tala-nemi)
iṣuvarṣavarṣiṇau
Pfeilregen (iṣuvarṣa) regnend
śarāstraśaktyṛṣṭigadāsisarpau
wie zwei Schlangen aus Pfeil, Waffe, Speer, Lanze, Keule, Schwert (śarāstraśaktyṛṣṭigadāsisarpau)
roṣānilodbhūtamahormimālau
mit vom Wind des Zorns (roṣānila) aufgewühlten Wellenreihen (ūrmimālā)
arṇavau yugānte
wie zwei Weltmeere am Ende eines Weltzeitalters (yugānta)

pravṛddhaśṛṅgadrumavīrudoṣadhī pravṛddhanānāvidhaparvataukasau | mahāmahīdhrāv iva pakṣavantau yathācalau vā galitau mahābalau tathā mahāstrair itaretaraṃ ghnataḥ

Wie zwei große Berge, groß gewachsen an Gipfeln, Bäumen, Schlingpflanzen und Kräutern, mit vielfach gewachsenen Bergbewohnern, wie zwei geflügelte große Erdträger, oder wie zwei mächtige, [ihrer Flügel] beraubte Berge - so schlugen sie einander mit gewaltigen Waffen.

Wort für Wort
pravṛddhaśṛṅgadrumavīrudoṣadhī
groß gewachsen an Gipfeln, Bäumen, Schlingpflanzen, Kräutern (pravṛddhaśṛṅgadrumavīrudoṣadhī)
pravṛddhanānāvidhaparvataukasau
mit vielfach gewachsenen Bergbewohnern (parvataukas)
mahāmahīdhrau pakṣavantau
zwei geflügelte (pakṣavant) große Erdträger (mahīdhra, Beiname der Berge)
acalau galitau mahābalau
zwei mächtige, [ihrer Flügel] beraubte Berge (acalau galitau mahābalau)
mahāstraiḥ itaretaram ghnataḥ
mit gewaltigen Waffen schlugen sie einander (mahāstraiḥ itaretaram ghnataḥ)

sa saṃnipātas tu tayor mahān abhūt sureśavairocanayor yathā purā | śarair vibhugnāṅganiyantṛvāhanaḥ suduḥsaho 'nyaiḥ paṭuśoṇitodakaḥ

Ihr Zusammenprall aber war gewaltig, wie einst jener zwischen dem Herrn der Götter [Indra] und dem Sohn Virocanas [Bali]: mit Pfeilen wurden Glieder, Lenker und Zugtiere gebeugt, für andere kaum erträglich, mit scharfem Blut als Gewässer.

Wort für Wort
saṃnipātaḥ mahān abhūt
der Zusammenprall war gewaltig (saṃnipātaḥ mahān abhūt)
sureśavairocanayoḥ
zwischen dem Herrn der Götter [Indra] und dem Sohn Virocanas [Bali] (sureśavairocanayoḥ)
vibhugnāṅganiyantṛvāhanaḥ
mit gebeugten (vibhugna) Gliedern, Lenkern, Zugtieren
suduḥsahaḥ anyaiḥ
für andere kaum erträglich (suduḥsahaḥ anyaiḥ)
paṭuśoṇitodakaḥ
mit scharfem Blut als Gewässer (śoṇitodaka)

prabhūtapadmotpalamatsyakacchapau mahāhradau pakṣigaṇānunāditau | susaṃnikṛṣṭāv aniloddhatau yathā tathā rathau tau dhvajinau samīyatuḥ

Wie zwei große Weiher, reich an Lotos, blauer Lotosblume, Fischen und Schildkröten, von Vogelscharen widerhallend, eng benachbart, vom Wind aufgewühlt - so trafen die beiden bannergeschmückten Wagen aufeinander.

Wort für Wort
prabhūtapadmotpalamatsyakacchapau
reich an Lotos, blauer Lotosblume, Fischen, Schildkröten (prabhūtapadmotpalamatsyakacchapau)
mahāhradau pakṣigaṇānunāditau
zwei große Weiher, von Vogelscharen widerhallend (mahāhradau pakṣigaṇānunāditau)
susaṃnikṛṣṭau aniloddhatau
eng benachbart, vom Wind aufgewühlt (susaṃnikṛṣṭau aniloddhatau)
rathau dhvajinau
zwei bannergeschmückte Wagen (dhvajin)

ubhau mahendrasya samānavikramāv ubhau mahendrapratimau mahārathau | mahendravajrapratimaiś ca sāyakair mahendravṛtrāv iva saṃprajahratuḥ

Beide von gleicher Tapferkeit wie der große Indra, beide dem großen Indra gleichend, beide große Wagenkämpfer, kämpften sie mit Pfeilen, dem Vajra des großen Indra gleich, wie einst der große Indra und Vṛtra.

Wort für Wort
mahendrasya samānavikramau
von gleicher Tapferkeit wie der große Indra (mahendrasya samānavikramau)
mahendrapratimau mahārathau
dem großen Indra gleichend, beide große Wagenkämpfer (mahendrapratimau mahārathau)
mahendravajrapratimaiḥ sāyakaiḥ
mit Pfeilen, dem Vajra des großen Indra gleich (mahendravajrapratimaiḥ sāyakaiḥ)
mahendravṛtrau iva saṃprajahratuḥ
kämpften wie der große Indra und Vṛtra (mahendravṛtrau iva saṃprajahratuḥ)

sanāgapattyaśvarathe ubhe bale vicitravarṇābharaṇāmbarasraje | cakampatuś connamataḥ sma vismayād viyadgatāś cārjunakarṇasaṃyuge

Beide Heere, mit Elefanten, Fußvolk, Pferden und Wagen, mit bunt gefärbten Schmuckstücken, Gewändern und Kränzen, erbebten und erhoben sich vor Staunen, und [die Wesen] im Luftraum, beim Zusammentreffen Arjunas und Karṇas.

Wort für Wort
sanāgapattyaśvarathe bale
beide Heere mit Elefanten, Fußvolk, Pferden, Wagen (sanāgapattyaśvarathe bale)
vicitravarṇābharaṇāmbarasraje
mit bunt gefärbten Schmuckstücken, Gewändern, Kränzen (vicitravarṇābharaṇāmbarasraje)
cakampatuḥ connamataḥ sma vismayāt
erbebten und erhoben sich vor Staunen (cakampatuḥ connamataḥ sma vismayāt)
viyadgatāḥ
die im Luftraum Befindlichen (viyadgatāḥ)
arjunakarṇasaṃyuge
beim Zusammentreffen Arjunas und Karṇas (arjunakarṇasaṃyuge)

bhujāḥ savajrāṅgulayaḥ samucchritāḥ sasiṃhanādā hṛṣitair didṛkṣubhiḥ | yadārjunaṃ mattam iva dvipo dvipaṃ samabhyayād ādhirathir jighāṃsayā || tataḥ kurūṇām atha somakānāṃ śabdo mahān prādurabhūt samantāt | yadārjunaṃ sūtaputro 'parāhṇe mahāhave śailam ivāmbudo 'rchat | tathaiva cāsīd rathayoḥ samāgamo mahāraṇe śoṇitamāṃsakardame

Arme mit vajra-gleichen Fingern erhoben sich, mit Löwengebrüll, von den erfreuten, sehschauenden [Zuschauern], als der Sohn des Wagenlenkers auf Arjuna zuging, ihn zu töten trachtend, wie ein Elefant auf einen brünstigen Elefanten. Da erhob sich von den Kurus und den Somakas ein gewaltiger Lärm von allen Seiten, als der Sohn des Wagenlenkers am Nachmittag auf Arjuna zuging im großen Kampf, wie eine Wolke auf einen Bergfelsen zugeht; ebenso war das Zusammentreffen der beiden Wagen im großen Kampf, im Schlamm aus Blut und Fleisch.

Wort für Wort
bhujāḥ savajrāṅgulayaḥ
Arme mit vajra-gleichen Fingern (bhujāḥ savajrāṅgulayaḥ)
sasiṃhanādāḥ hṛṣitaiḥ didṛkṣubhiḥ
mit Löwengebrüll von den erfreuten, sehschauenden [Zuschauern] (sasiṃhanādāḥ hṛṣitaiḥ didṛkṣubhiḥ)
mattam iva dvipaḥ dvipam
wie ein Elefant einen brünstigen Elefanten (mattam iva dvipaḥ dvipam)
ādhirathiḥ jighāṃsayā
der Sohn des Wagenlenkers, mit Tötungsabsicht (ādhirathiḥ jighāṃsayā)
śabdaḥ mahān prādurabhūt
ein gewaltiger Lärm erhob sich (śabdaḥ mahān prādurabhūt)
śailam ivāmbudaḥ archat
wie eine Wolke auf einen Bergfelsen zugeht (śailam ivāmbudaḥ archat)
śoṇitamāṃsakardame
im Schlamm aus Blut und Fleisch (śoṇitamāṃsakardame)

abhyakrośan somakās tatra pārthaṃ tvarasva yāhy arjuna vidhya karṇam | chindhy asya mūrdhānam alaṃ cireṇa śraddhāṃ ca rājyād dhṛtarāṣṭrasūnoḥ

Die Somakas riefen dort dem Pārtha zu: „Eile, geh, Arjuna, durchbohre Karṇa! Schlage ihm den Kopf ab, genug der Verzögerung, und ebenso die Hoffnung des Sohnes Dhṛtarāṣṭras auf das Königreich!“

Wort für Wort
abhyakrośan somakāḥ pārtham
die Somakas riefen dem Pārtha zu (abhyakrośan somakāḥ pārtham)
tvarasva yāhi vidhya
eile, geh, durchbohre (tvarasva yāhi vidhya)
chindhi mūrdhānam alaṃ cireṇa
schlage den Kopf ab, genug der Verzögerung (chindhi mūrdhānam alaṃ cireṇa)
śraddhām rājyāt dhṛtarāṣṭrasūnoḥ
die Hoffnung des Sohnes Dhṛtarāṣṭras auf das Königreich (śraddhām rājyāt dhṛtarāṣṭrasūnoḥ)

tathāsmākaṃ bahavas tatra yodhāḥ karṇaṃ tadā yāhi yāhīty avocan | jahy arjunaṃ karṇa tataḥ sacīrāḥ punar vanaṃ yāntu cirāya pārthāḥ

Ebenso riefen dort unsere vielen Krieger dem Karṇa zu: „Geh, geh!“ - „Erschlage Arjuna, Karṇa, dann mögen die Pārthas mitsamt ihrem Gefolge für lange Zeit wieder in den Wald ziehen!“

Wort für Wort
asmākam bahavaḥ yodhāḥ
unsere vielen Krieger (asmākam bahavaḥ yodhāḥ)
yāhi yāhi iti avocan
'Geh, geh!' riefen sie (yāhi yāhi iti avocan)
jahi arjunam
erschlage Arjuna (jahi arjunam)
sacīrāḥ pārthāḥ
die Pārthas mitsamt ihrem Gefolge (cīra, Anhang)
punaḥ vanaṃ yāntu cirāya
mögen sie für lange Zeit wieder in den Wald ziehen (punaḥ vanaṃ yāntu cirāya)

tataḥ karṇaḥ prathamaṃ tatra pārthaṃ maheṣubhir daśabhiḥ paryavidhyat | tam arjunaḥ pratyavidhyac chitāgraiḥ kakṣāntare daśabhir atīva kruddhaḥ

Da durchbohrte Karṇa zuerst dort den Pārtha mit zehn großen Pfeilen; ihn durchbohrte Arjuna zurück mit zehn scharfspitzigen [Pfeilen] in der Achsellücke, aufs Äußerste erzürnt.

Wort für Wort
prathamam pārtham maheṣubhiḥ daśabhiḥ
zuerst den Pārtha mit zehn großen Pfeilen (prathamam pārtham maheṣubhiḥ daśabhiḥ)
paryavidhyat
durchbohrte ringsum (paryavidhyat)
pratyavidhyat chitāgraiḥ
durchbohrte zurück mit scharfspitzigen [Pfeilen] (pratyavidhyat chitāgraiḥ)
kakṣāntare
in der Achsellücke (kakṣāntare)
atīva kruddhaḥ
aufs Äußerste erzürnt (atīva kruddhaḥ)

karṇo 'tha pūrvaṃ daśabhiḥ pṛṣatkair gāṇḍīvadhanvānam avidhyad āśu | jaghāna taṃ cāpi tataḥ kirīṭī śarais tathāṣṭādaśabhiḥ sumuktaiḥ

Karṇa nun durchbohrte zuerst mit zehn Pfeilen rasch den Gāṇḍīva-Bogenträger; ihn aber schlug daraufhin der Diademgeschmückte mit achtzehn wohlentsandten Pfeilen.

Wort für Wort
pūrvam daśabhiḥ pṛṣatkaiḥ
zuerst mit zehn Pfeilen (pṛṣatka)
gāṇḍīvadhanvānam avidhyat āśu
durchbohrte rasch den Gāṇḍīva-Bogenträger (gāṇḍīvadhanvānam avidhyat āśu)
kirīṭī jaghāna
der Diademgeschmückte schlug (kirīṭī jaghāna)
aṣṭādaśabhiḥ sumuktaiḥ
mit achtzehn wohlentsandten (sumukta) [Pfeilen]

punaś ca karṇas tvarito 'tha pārthaṃ ratheṣubhis taṃ daśabhir jaghāna | taṃ cāpi pārtho daśabhiḥ śitāgraiḥ kakṣyāntare tīkṣṇamukhair avidhyat | karṇas tato bhārata sāṃparāye ghore 'tivelaṃ raṇasaṃvimardī | jaghāna pārthaṃ navabhiḥ śitāgraiḥ kakṣyāntare nāgam iva prabhinnam

Wieder schlug Karṇa eilig den Pārtha mit zehn Wagenpfeilen; ihn aber durchbohrte Pārtha mit zehn scharfspitzigen, scharfmündigen [Pfeilen] in der Achsellücke. Da, o Bhārata, im furchtbaren, übermäßig langen wechselseitigen Kampfgetümmel, schlug Karṇa den Pārtha mit neun scharfspitzigen [Pfeilen] in der Achsellücke, wie einen brünstigen Elefanten.

Wort für Wort
tvaritaḥ pārtham ratheṣubhiḥ daśabhiḥ
eilig den Pārtha mit zehn Wagenpfeilen (tvaritaḥ pārtham ratheṣubhiḥ daśabhiḥ)
daśabhiḥ śitāgraiḥ tīkṣṇamukhaiḥ
mit zehn scharfspitzigen, scharfmündigen [Pfeilen] (daśabhiḥ śitāgraiḥ tīkṣṇamukhaiḥ)
kakṣyāntare avidhyat
durchbohrte in der Achsellücke (kakṣyāntare avidhyat)
ghore 'tivelam raṇasaṃvimardī
im furchtbaren, übermäßig langen Kampfgetümmel (ghore 'tivelam raṇasaṃvimardī)
navabhiḥ śitāgraiḥ jaghāna
schlug mit neun scharfspitzigen [Pfeilen] (navabhiḥ śitāgraiḥ jaghāna)
nāgam iva prabhinnam
wie einen brünstigen Elefanten (nāgam iva prabhinnam)

tato 'parābhyāṃ yudhi sūtaputro dvābhyāṃ kṣurābhyāṃ harim āśukārī | samājaghāna tvarayā mahātmā yathā surendraṃ namuciḥ prasahya | taṃ pāṇḍavaḥ pañcabhir āyasāgraiḥ ākarṇapūrṇair nijaghāna karṇam | te śoṇitaṃ tasya papus tadānīṃ kālasya dūtā iva pārthabāṇāḥ | karṇo 'pi pārthaṃ sahavāsudevaṃ samācinod bhārata vatsadantaiḥ

Da schlug der schnellhandelnde Sohn des Wagenlenkers im Kampf mit zwei weiteren Rasiermesserpfeilen rasch Hari [Kṛṣṇa], der Großmütige, wie einst Namuci gewaltsam den Herrn der Götter [Indra]. Ihn aber, Karṇa, schlug der Pāṇḍava mit fünf eisenspitzigen, bis zum Ohr gezogenen [Pfeilen]; sie tranken damals sein Blut, wie Boten des Todes, die Pfeile des Pārtha. Karṇa aber traf Pārtha samt Vāsudeva, o Bhārata, mit kalbszahnförmigen [Pfeilen].

Wort für Wort
āśukārī sūtaputraḥ
der schnellhandelnde (āśukārin) Sohn des Wagenlenkers
dvābhyāṃ kṣurābhyāṃ harim
mit zwei Rasiermesserpfeilen (kṣura) Hari [Kṛṣṇa]
yathā namuciḥ surendram prasahya
wie Namuci gewaltsam den Herrn der Götter (yathā namuciḥ surendram prasahya)
pañcabhiḥ āyasāgraiḥ ākarṇapūrṇaiḥ
mit fünf eisenspitzigen, bis zum Ohr gezogenen [Pfeilen] (pañcabhiḥ āyasāgraiḥ ākarṇapūrṇaiḥ)
śoṇitam papuḥ kālasya dūtāḥ iva
tranken das Blut wie Boten des Todes (śoṇitam papuḥ kālasya dūtāḥ iva)
vatsadantaiḥ samācinot
traf mit kalbszahnförmigen [Pfeilen] (vatsadantaiḥ samācinot)

parasparaṃ tau viśikhaiḥ sutīkṣṇais tatakṣatuḥ sūtaputro 'rjunaś ca | parasparasyāntarepsū vimarde subhīmam abhyāyayatuḥ prahṛṣṭau

Einander zerfurchten die beiden, der Sohn des Wagenlenkers und Arjuna, mit überaus scharfen Pfeilen; beide, eine Lücke beim anderen suchend, gerieten hocherfreut in das überaus furchtbare Getümmel.

Wort für Wort
parasparam viśikhaiḥ sutīkṣṇaiḥ tatakṣatuḥ
einander zerfurchten sie mit überaus scharfen Pfeilen (parasparam viśikhaiḥ sutīkṣṇaiḥ tatakṣatuḥ)
parasparasya antarepsū
eine Lücke beim anderen suchend (antarepsu)
subhīmam vimarde abhyāyayatuḥ
gerieten in das überaus furchtbare Getümmel (subhīmam vimarde abhyāyayatuḥ)
prahṛṣṭau
hocherfreut (beide)

tato 'rjunaḥ prāsṛjad ugradhanvā bhujāv ubhau gāṇḍivaṃ cānumṛjya | nārācanālīkavarāhakarṇān kṣurāṃs tathā sāñjalikārdhacandrān | te sarvataḥ samakīryanta rājan pārtheṣavaḥ karṇarathaṃ viśantaḥ | avāṅmukhāḥ pakṣigaṇā dinānte viśanti ketārtham ivāśu vṛkṣam | yān arjunaḥ sabhrukuṭīkaṭākṣaḥ karṇāya rājann asṛjaj jitāriḥ | tān sāyakair grasate sūtaputraḥ kṣiptān kṣiptān pāṇḍavasyeṣusaṃghān

Da entließ Arjuna, der Furchtbarbogige, beide Arme über Gāṇḍīva streichend, Nārāca-, Nālīka- und Varāhakarṇa-Pfeile, ebenso Rasiermesser- und halbmondförmige Pfeile. Sie zerstreuten sich überallhin, o König, die Pfeile des Pārtha, in Karṇas Wagen eindringend, wie am Tagesende Vogelscharen mit gesenktem Kopf eilig in den ersehnten Baum eindringen - die Arjuna, mit gerunzelten Brauen und Seitenblick, o König, gegen Karṇa entsandte, der Feindbezwinger. Diese verschlingt mit seinen eigenen Pfeilen der Sohn des Wagenlenkers, die geworfenen, immer wieder geworfenen Pfeilmassen des Pāṇḍava.

Wort für Wort
ugradhanvā prāsṛjat
der Furchtbarbogige entließ (ugradhanvā prāsṛjat)
bhujau anumṛjya gāṇḍivam
beide Arme über Gāṇḍīva streichend (bhujau anumṛjya gāṇḍivam)
nārācanālīkavarāhakarṇān
Nārāca-, Nālīka- und Varāhakarṇa-Pfeile (Pfeiltypen)
kṣurān ardhacandrān
Rasiermesser- und halbmondförmige Pfeile (kṣurān ardhacandrān)
avāṅmukhāḥ pakṣigaṇāḥ dinānte
Vogelscharen mit gesenktem Kopf am Tagesende (avāṅmukhāḥ pakṣigaṇāḥ dinānte)
sabhrukuṭīkaṭākṣaḥ jitāriḥ
mit gerunzelten Brauen und Seitenblick, der Feindbezwinger (jitāri)
grasate sūtaputraḥ
verschlingt der Sohn des Wagenlenkers (grasate sūtaputraḥ)

tataḥ karṇo bhārgaveṇābhisṛṣṭaṃ prāduścakre brāhmam astraṃ mahātmā | tataḥ prajajvāla tad astram ugraṃ yugāntasūryajvalanaprakāśam || pātālam astreṇa nihatya tena jaghāna karṇo naranāgasaṃghān

Da manifestierte Karṇa, der Großmütige, die von Bhārgava [Paraśurāma] übertragene Brahma-Waffe; da entbrannte jene furchtbare Waffe, leuchtend wie das Brennen der Sonne am Ende eines Weltzeitalters. Nachdem er mit jener Waffe die Unterwelt [Pātāla] getroffen hatte, erschlug Karṇa Scharen von Menschen und Elefanten.

Wort für Wort
bhārgaveṇa abhisṛṣṭam
von Bhārgava [Paraśurāma] übertragen (bhārgaveṇa abhisṛṣṭam)
brāhmam astram prāduścakre
manifestierte die Brahma-Waffe (brāhmam astram prāduścakre)
yugāntasūryajvalanaprakāśam
leuchtend wie das Brennen der Sonne am Weltzeitalterende (yugāntasūryajvalanaprakāśam)
pātālam astreṇa nihatya
die Unterwelt mit der Waffe getroffen habend (pātālam astreṇa nihatya)
naranāgasaṃghān jaghāna
erschlug Scharen von Menschen und Elefanten (naranāgasaṃghān jaghāna)

Die 'Brahma-Waffe' (brāhmam astram), von Paraśurāma (Bhārgava) an Karṇa übertragen, gehört zu den mächtigsten Waffen des Epos; ihre Wirkung reicht hier bildlich bis in die Unterwelt.

tato 'stram āgneyam amitratāpanaṃ mumoca karṇāya sureśvarātmajaḥ | dhanaṃjayaḥ saṃyugamūrdhani jvalann atha prajajvāla tad astram uttamam | jvālābhir atyarthaviniḥsṛtābhir astrasya sūrasya mahendrasūnoḥ

Da entsandte der Sohn des Götterherrn [Arjuna, Sohn Indras] gegen Karṇa die Feuerwaffe [Āgneyāstra], Verbrennerin der Feinde; Dhanaṃjaya, an der Spitze des Kampfes lodernd, ließ jene vortreffliche Waffe aufflammen, mit übermäßig hervorbrechenden Flammen jener heldenhaften Waffe des Sohnes des großen Indra.

Wort für Wort
astram āgneyam amitratāpanam
die Feuerwaffe (Āgneyāstra), Verbrennerin der Feinde
sureśvarātmajaḥ mumoca
der Sohn des Götterherrn entsandte (sureśvarātmajaḥ mumoca)
saṃyugamūrdhani jvalan
an der Spitze des Kampfes lodernd (saṃyugamūrdhani jvalan)
jvālābhiḥ atyarthaviniḥsṛtābhiḥ
mit übermäßig hervorbrechenden Flammen (jvālābhiḥ atyarthaviniḥsṛtābhiḥ)
mahendrasūnoḥ astrasya
der Waffe des Sohnes des großen Indra (mahendrasūnoḥ astrasya)

bhūmy antarikṣe ca diśo 'rkamārgaṃ prāvṛtya deho 'sya babhūva dīptaḥ || yodhāś ca sarve jvalitāntarārtāḥ pradudruvus tatra vidagdhavastrāḥ | śabdaś ca ghoro 'ti babhūva tatra yathā vane veṇuvanasya dahyataḥ

Erde, Luftraum und die Himmelsrichtungen, den Sonnenpfad umhüllend, wurde sein [Karṇas] Leib flammend; und alle Krieger, innerlich von der Glut gequält, flohen dort mit verbrannten Gewändern; und ein überaus furchtbarer Laut erhob sich dort, wie wenn im Wald ein Bambushain brennt.

Wort für Wort
bhūmi antarikṣe diśaḥ arkamārgam
Erde, Luftraum, Himmelsrichtungen, den Sonnenpfad (bhūmi antarikṣe diśaḥ arkamārgam)
prāvṛtya deho babhūva dīptaḥ
umhüllend wurde der Leib flammend (prāvṛtya deho babhūva dīptaḥ)
jvalitāntarārtāḥ
innerlich von der Glut gequält (jvalitāntarārtāḥ)
pradudruvuḥ vidagdhavastrāḥ
flohen mit verbrannten Gewändern (pradudruvuḥ vidagdhavastrāḥ)
veṇuvanasya dahyataḥ
eines brennenden Bambushains (veṇuvanasya dahyataḥ)

samīkṣya karṇo jvalanāstram udyataṃ sa vāruṇaṃ tat praśamārtham āhave | samutsṛjan sūtasutaḥ pratāpavān sa tena vahniṃ śamayāṃ babhūva | balāhakāstreṇa diśas tarasvī cakāra sarvāṃs timireṇa saṃvṛtāḥ

Als Karṇa die entfesselte Feuerwaffe erblickte, entließ er im Kampf, der mächtige Sohn des Wagenlenkers, die Varuṇa-Waffe [Wasser-Waffe] zu deren Besänftigung; mit ihr brachte er das Feuer zur Ruhe. Mit der Wolkenwaffe [Balāhakāstra] hüllte der Schnelle alle Himmelsrichtungen in Finsternis.

Wort für Wort
jvalanāstram udyatam samīkṣya
die entfesselte Feuerwaffe erblickend (jvalanāstram udyatam samīkṣya)
vāruṇaṃ praśamārtham samutsṛjan
die Varuṇa-Waffe [Wasser-Waffe] zur Besänftigung entlassend (vāruṇaṃ praśamārtham samutsṛjan)
vahnim śamayāṃ babhūva
brachte das Feuer zur Ruhe (vahnim śamayāṃ babhūva)
balāhakāstreṇa
mit der Wolkenwaffe (Balāhakāstra)
diśaḥ timireṇa saṃvṛtāḥ cakāra
hüllte die Himmelsrichtungen in Finsternis (diśaḥ timireṇa saṃvṛtāḥ cakāra)

tato dharitrīdharatulyarodhasaḥ samantato vai parivārya vāriṇā | taiś cātivegāt sa tathāvidho 'pi nītaḥ śamaṃ vahnir atipracaṇḍaḥ | balāhakaiś caiva digantarāṇi vyāptāni sarvāṇi yathā nabhaś ca || tathā ca sarvās timireṇa vai diśo meghair vṛtā na pradṛśyeta kiṃ cit

Da, mit Ufern den erdetragenden [Bergen] gleich, ringsum von Wasser umgeben, wurde durch dessen übergroße Wucht jenes so beschaffene, überaus heftige Feuer zur Ruhe gebracht; und mit Gewitterwolken wurden alle Zwischenräume der Himmelsrichtungen erfüllt, wie auch das ganze Firmament. So waren alle Richtungen von Finsternis, von Wolken bedeckt, [dass] gar nichts mehr zu sehen war.

Wort für Wort
dharitrīdharatulyarodhasaḥ
mit Ufern den erdetragenden [Bergen] gleich (dharitrīdharatulyarodhasaḥ)
parivārya vāriṇā
ringsum von Wasser umgeben (parivārya vāriṇā)
ativegāt nītaḥ śamam
durch übergroße Wucht zur Ruhe gebracht (ativegāt nītaḥ śamam)
vahniḥ atipracaṇḍaḥ
das überaus heftige Feuer (vahniḥ atipracaṇḍaḥ)
balāhakaiḥ digantarāṇi vyāptāni
mit Gewitterwolken die Zwischenräume erfüllt (balāhakaiḥ digantarāṇi vyāptāni)
timireṇa meghaiḥ vṛtāḥ diśaḥ
die Richtungen von Finsternis, von Wolken bedeckt (timireṇa meghaiḥ vṛtāḥ diśaḥ)

apāvahan meghagaṇāṃs tatas tān samīraṇāstreṇa samīritena saḥ | tataḥ so 'straṃ dayitaṃ devarājñaḥ prāduścakre vajram amitratāpanaḥ | gāṇḍīvajyāṃ vimṛśaṃś cātimanyur dhanaṃjayaḥ śatrusaṃghapramāthī

Da vertrieb er [Arjuna] jene Wolkenmassen mit der aufgewirbelten Windwaffe [Samīraṇāstra]; dann manifestierte er, der Verbrenner der Feinde, jene dem Götterkönig [Indra] liebe Waffe, das Vajra [den Donnerkeil], die Gāṇḍīva-Sehne prüfend, von übergroßem Zorn, Dhanaṃjaya, Vernichter der Feindesscharen.

Wort für Wort
apāvahan meghagaṇān
vertrieb die Wolkenmassen (apāvahan meghagaṇān)
samīraṇāstreṇa samīritena
mit der aufgewirbelten Windwaffe (Samīraṇāstra)
astram dayitam devarājñaḥ
die dem Götterkönig liebe Waffe (astram dayitam devarājñaḥ)
vajram amitratāpanaḥ prāduścakre
manifestierte das Vajra, der Verbrenner der Feinde (vajram amitratāpanaḥ prāduścakre)
gāṇḍīvajyām vimṛśan atimanyuḥ
die Gāṇḍīva-Sehne prüfend, von übergroßem Zorn (gāṇḍīvajyām vimṛśan atimanyuḥ)
śatrusaṃghapramāthī
Vernichter der Feindesscharen (śatrusaṃghapramāthī)

tataḥ kṣuraprāñjalikārdhacandrā nārācanāḷīkavarāhakarṇāḥ | gāṇḍīvataḥ prādurāsan sutīkṣṇāḥ sahasraśo vajrasamānavegāḥ

Da entstanden aus Gāṇḍīva überaus scharfe Rasiermesser-, Añjalika- und Halbmond-Pfeile, Nārāca-, Nālīka- und Varāhakarṇa-Pfeile, zu Tausenden, dem Vajra an Geschwindigkeit gleich.

Wort für Wort
kṣuraprāñjalikārdhacandrāḥ
Rasiermesser-, Añjalika- und Halbmond-Pfeile (kṣuraprāñjalikārdhacandrāḥ)
nārācanāḷīkavarāhakarṇāḥ
Nārāca-, Nālīka- und Varāhakarṇa-Pfeile (nārācanāḷīkavarāhakarṇāḥ)
gāṇḍīvataḥ prādurāsan sutīkṣṇāḥ
entstanden aus Gāṇḍīva, überaus scharf (gāṇḍīvataḥ prādurāsan sutīkṣṇāḥ)
sahasraśaḥ vajrasamānavegāḥ
zu Tausenden, dem Vajra an Geschwindigkeit gleich (sahasraśaḥ vajrasamānavegāḥ)

te sarvataḥ paryadhāvanta ghorāḥ pārtheṣavaḥ karṇarathaṃ vihaṃgāḥ | adhomukhāḥ pakṣigaṇā dinānte niśāniketārtham ivāśu vṛkṣam | jagrāha tān sūtaputraḥ pṛṣatkaiḥ kṣiptāṃs tathā pāṇḍavabāṇasaṃghān | amṛṣyamāṇasya dhanaṃjayasya raṇājire tv antakatulyakarmā | vaikartano roṣaparītacetā jyotiṣprabhāṃ yadvad udāgataḥ san divākaro nāśayate kṣaṇena | pārthasya tān bāṇagaṇān samagrān vyanāśayad yudhyata eva karṇaḥ

Sie, die furchtbaren Pfeile des Pārtha, liefen wie Vögel von allen Seiten auf Karṇas Wagen zu, wie Vogelscharen am Tagesende mit gesenktem Kopf eilig zu ihrem nächtlichen Nistbaum. Diese fing der Sohn des Wagenlenkers mit seinen eigenen Pfeilen ab, so die geworfenen Pfeilmassen des Pāṇḍava. Während Dhanaṃjaya dies nicht ertrug, [wirkte] im Schlachtfeld der Vaikartana, dessen Tun dem des Todes gleicht, den Zorn erfüllten Sinnes - wie die aufgegangene Sonne im Nu den Glanz der Sterne vernichtet, so vernichtete Karṇa jene gesamten Pfeilscharen des Pārtha, noch während des Kampfes.

Wort für Wort
ghorāḥ pārtheṣavaḥ karṇarathaṃ paryadhāvanta
die furchtbaren Pfeile des Pārtha liefen auf Karṇas Wagen zu (ghorāḥ pārtheṣavaḥ karṇarathaṃ paryadhāvanta)
adhomukhāḥ pakṣigaṇāḥ niśāniketārtham
Vogelscharen mit gesenktem Kopf zu ihrem nächtlichen Nistplatz (adhomukhāḥ pakṣigaṇāḥ niśāniketārtham)
jagrāha pṛṣatkaiḥ
fing mit seinen eigenen Pfeilen ab (jagrāha pṛṣatkaiḥ)
antakatulyakarmā vaikartanaḥ
der Vaikartana, dessen Tun dem des Todes gleicht (antakatulyakarmā vaikartanaḥ)
divākaraḥ jyotiṣprabhām kṣaṇena nāśayate
die Sonne vernichtet im Nu den Glanz der Sterne (divākaraḥ jyotiṣprabhām kṣaṇena nāśayate)
bāṇagaṇān samagrān vyanāśayat
vernichtete die gesamten Pfeilscharen (bāṇagaṇān samagrān vyanāśayat)

te karṇam āsādya mahāprabhāvāḥ sutejanā gārdhrapatrāḥ suvegāḥ | gātreṣu sarveṣu hayeṣu cāpi śarāsane yugacakre dhvaje ca | nirbhidya tūrṇaṃ viviśuḥ sutīkṣṇās tārkṣyatrastā bhūmim ivoragās te | śarācitāṅgo rudhirārdragātraḥ karṇas tadā roṣavivṛttanetraḥ

Sie, [die Pfeile Arjunas,] von großer Kraft, wohlgeschärft, mit Geierfedern befiedert, überaus schnell, erreichten Karṇa und durchbohrten schnell all seine Glieder, die Pferde, den Bogen, das Joch-Rad und das Banner und drangen ein, überaus scharf, wie vor Garuḍa erschreckte Schlangen in die Erde eindringen. Mit Pfeilen übersäten Leib, von Blut durchnässten Gliedern, war Karṇa da, die Augen vor Zorn verdreht.

Wort für Wort
mahāprabhāvāḥ sutejanāḥ gārdhrapatrāḥ suvegāḥ
von großer Kraft, wohlgeschärft, geierbefiedert, überaus schnell (mahāprabhāvāḥ sutejanāḥ gārdhrapatrāḥ suvegāḥ)
gātreṣu hayeṣu śarāsane yugacakre dhvaje
auf Gliedern, Pferden, Bogen, Joch-Rad, Banner (gātreṣu hayeṣu śarāsane yugacakre dhvaje)
nirbhidya tūrṇaṃ viviśuḥ
durchbohrend drangen sie schnell ein (nirbhidya tūrṇaṃ viviśuḥ)
tārkṣyatrastāḥ bhūmim uragāḥ
vor Garuḍa (Tārkṣya) erschreckte Schlangen [drangen] in die Erde
śarācitāṅgaḥ rudhirārdragātraḥ
mit Pfeilen übersätem Leib, von Blut durchnässten Gliedern (śarācitāṅgaḥ rudhirārdragātraḥ)
roṣavivṛttanetraḥ
die Augen vor Zorn verdreht (roṣavivṛttanetraḥ)

dṛḍhajyamānāmya samudraghoṣaṃ prāduścakre bhārgavāstraṃ mahātmā | mahendraśastrābhimukhān vimuktāṃś chittvā karṇaḥ pāṇḍavasyeṣusaṃghān

Die feste Sehne spannend, einem Meeresrauschen gleich, manifestierte der Großmütige die Bhārgava-Waffe; die gegen die Waffe des großen Indra gerichteten, entlassenen Pfeilmassen des Pāṇḍava zerschnitt Karṇa damit.

Wort für Wort
dṛḍhajyām ānāmya
die feste Sehne spannend (dṛḍhajyām ānāmya)
samudraghoṣam
einem Meeresrauschen gleich (samudraghoṣam)
bhārgavāstram prāduścakre
manifestierte die Bhārgava-Waffe (bhārgavāstram prāduścakre)
mahendraśastrābhimukhān vimuktān
gegen die Waffe des großen Indra gerichtete, entlassene [Pfeile] (mahendraśastrābhimukhān vimuktān)
chittvā iṣusaṃghān
die Pfeilmassen zerschneidend (chittvā iṣusaṃghān)

pārthāstram astreṇa nihatya tena jaghāna karṇo nṛgajāśvasaṃghān | amṛṣyamāṇas tu mahāvimarde mahāratho bhārgavāstraprabhāvāt | pāñcālānāṃ pravarāṃś cāpi yodhān krodhāviṣṭaḥ sūtaputras tarasvī | bāṇair vivyādhāhave supramuktaiḥ prahasya kṛṣṇau tu narapravīraḥ

Nachdem er mit jener Waffe die Waffe des Pārtha zerschlagen hatte, erschlug Karṇa Scharen von Menschen, Elefanten und Pferden; und da er es im gewaltigen Getümmel nicht ertrug, [traf] der große Wagenkämpfer, kraft der Bhārgava-Waffe, auch die vornehmsten Krieger der Pāñcālas - der von Zorn erfüllte, schnellhandelnde Sohn des Wagenlenkers durchbohrte sie im Kampf mit wohlentsandten Pfeilen; und, lachend, den Held unter den Männern, [traf er] auch die beiden Kṛṣṇas [Arjuna und Kṛṣṇa].

Wort für Wort
pārthāstram astreṇa nihatya
die Waffe des Pārtha mit jener Waffe zerschlagen habend (pārthāstram astreṇa nihatya)
nṛgajāśvasaṃghān jaghāna
erschlug Scharen von Menschen, Elefanten, Pferden (nṛgajāśvasaṃghān jaghāna)
amṛṣyamāṇaḥ mahāvimarde
es im gewaltigen Getümmel nicht ertragend (amṛṣyamāṇaḥ mahāvimarde)
bhārgavāstraprabhāvāt
kraft der Bhārgava-Waffe (bhārgavāstraprabhāvāt)
pāñcālānāṃ pravarān yodhān
die vornehmsten Krieger der Pāñcālas (pāñcālānāṃ pravarān yodhān)
krodhāviṣṭaḥ sūtaputraḥ tarasvī
der von Zorn erfüllte, schnellhandelnde Sohn des Wagenlenkers (krodhāviṣṭaḥ sūtaputraḥ tarasvī)
kṛṣṇau
die beiden Kṛṣṇas [Arjuna und Kṛṣṇa] (kṛṣṇau)

tataḥ pāñcālāḥ somakāś cāpi rājan karṇenājau pīḍyamānāḥ śaraughaiḥ | krodhāviṣṭā vivyadhus taṃ samantāt tīkṣṇair bāṇaiḥ sūtaputraṃ sametāḥ | tān astāṃs taiḥ sa nikṛtyāśu bāṇān pāñcālānāṃ rathanāgāśvasaṃghān | abhyardayad bāṇagaṇaiḥ prasahya vikṣobhayan samare sūtaputraḥ | te bhinnadehā vyasavo nipetuḥ karṇeṣubhir bhūmitale svanantaḥ | kruddhena siṃhena yathaiva nāgā mahābalā bhīmabalena tadvat

Da durchbohrten die Pāñcālas und auch die Somakas, o König, von Karṇa im Kampf mit Pfeilströmen bedrängt, von Zorn erfüllt, ihn von allen Seiten, mit scharfen Pfeilen zusammengekommen gegen den Sohn des Wagenlenkers. Jene entsandten Pfeile schnitt er mit seinen eigenen rasch ab und bedrängte mit Gewalt die Scharen von Wagen, Elefanten und Pferden der Pāñcālas mit Pfeilmassen, sie im Kampf erschütternd, der Sohn des Wagenlenkers. Sie fielen mit zerteilten Leibern, leblos, von Karṇas Pfeilen auf der Erdoberfläche stöhnend - wie Elefanten vor einem erzürnten Löwen, so [fielen] die Mächtigen vor der furchtbaren Kraft [Karṇas].

Wort für Wort
karṇena pīḍyamānāḥ śaraughaiḥ
von Karṇa mit Pfeilströmen bedrängt (karṇena pīḍyamānāḥ śaraughaiḥ)
krodhāviṣṭāḥ vivyadhuḥ samantataḥ
von Zorn erfüllt durchbohrten sie von allen Seiten (krodhāviṣṭāḥ vivyadhuḥ samantataḥ)
nikṛtya āśu bāṇān
rasch die Pfeile abschneidend (nikṛtya āśu bāṇān)
rathanāgāśvasaṃghān abhyardayat
bedrängte die Scharen von Wagen, Elefanten, Pferden (rathanāgāśvasaṃghān abhyardayat)
bhinnadehāḥ vyasavaḥ nipetuḥ
fielen mit zerteilten Leibern, leblos (bhinnadehāḥ vyasavaḥ nipetuḥ)
kruddhena siṃhena nāgāḥ
wie Elefanten vor einem erzürnten Löwen (kruddhena siṃhena nāgāḥ)

'bhīmabalena' meint hier wörtlich 'durch furchtbare Kraft' und bezieht sich im Kontext auf Karṇa selbst, nicht auf Bhīmasena; um Verwechslung zu vermeiden, allgemein als 'furchtbare Kraft' wiedergegeben.

pāñcālānāṃ pravarān saṃnihatya praspardhamānān balino yodhamukhyān | tataḥ sa rājan virarāja karṇaḥ śarān vaman megha ivāmbudhārāḥ | karṇasya matvā tu jayaṃ tvadīyāḥ parāṃ mudaṃ siṃhanādāṃś ca cakruḥ | sarve hy amanyanta vaśe kṛtau tau karṇena kṛṣṇāv iti kauravendra | tat tādṛśaṃ prekṣya mahārathasya karṇasya vīryaṃ ca parair asahyam | dṛṣṭvā tu karṇena dhanaṃjayasya saṃgrāmamadhye nihataṃ tad astram

Nachdem er die vornehmsten, sich messenden, kraftvollen Hauptkrieger der Pāñcālas niedergestreckt hatte, da erstrahlte, o König, Karṇa, Pfeile spuckend wie eine Wolke Wasserströme. In der Meinung, Karṇa habe gesiegt, machten deine Männer höchste Freude und Löwengebrüll; alle nämlich glaubten, die beiden Kṛṣṇas seien von Karṇa unter Kontrolle gebracht, o Herr der Kauravas. Solche Tapferkeit des großen Wagenkämpfers Karṇa erblickend, für andere unerträglich, und sehend, dass jene Waffe Dhanaṃjayas von Karṇa mitten in der Schlacht niedergeschlagen worden war [...]

Wort für Wort
pāñcālānāṃ pravarān saṃnihatya
die vornehmsten Krieger der Pāñcālas niedergestreckt habend (pāñcālānāṃ pravarān saṃnihatya)
virarāja karṇaḥ
erstrahlte Karṇa (virarāja karṇaḥ)
śarān vaman megha iva
Pfeile spuckend wie eine Wolke (śarān vaman megha iva)
jayam matvā tvadīyāḥ
in der Meinung des Sieges, deine Männer (jayam matvā tvadīyāḥ)
parām mudam siṃhanādān ca cakruḥ
machten höchste Freude und Löwengebrüll (parām mudam siṃhanādān ca cakruḥ)
kṛṣṇau vaśe kṛtau
die beiden Kṛṣṇas unter Kontrolle gebracht (kṛṣṇau vaśe kṛtau)
vīryam parair asahyam
Tapferkeit, für andere unerträglich (vīryam parair asahyam)
dhanaṃjayasya astram nihatam
die Waffe Dhanaṃjayas niedergeschlagen (dhanaṃjayasya astram nihatam)

amṛṣyamāṇaś ca mahāvimarde tatrākrudhyad bhīmaseno mahātmā | athābravīt pāṇinā pāṇim āghnan saṃdaṣṭauṣṭho nṛtyati vādayann iva

Und da er es im gewaltigen Getümmel nicht ertrug, erzürnte dort Bhīmasena, der Großmütige; da sprach er, Hand mit Hand schlagend, die Lippe gebissen, als tanze er, gleichsam trommelnd.

Wort für Wort
amṛṣyamāṇaḥ mahāvimarde
es im gewaltigen Getümmel nicht ertragend (amṛṣyamāṇaḥ mahāvimarde)
akrudhyat bhīmasenaḥ mahātmā
erzürnte Bhīmasena, der Großmütige (akrudhyat bhīmasenaḥ mahātmā)
pāṇinā pāṇim āghnan
Hand mit Hand schlagend (pāṇinā pāṇim āghnan)
saṃdaṣṭauṣṭhaḥ
die Lippe gebissen (saṃdaṣṭauṣṭhaḥ)
nṛtyati vādayann iva
als tanze er, gleichsam trommelnd (nṛtyati vādayann iva)

tatas tv amarṣī krodhasaṃdīptanetro vātātmajaḥ pāṇinā pāṇim ārchat | bhīmo 'bravīd arjunaṃ satyasaṃdham amarṣito niḥśvasañ jātamanyuḥ || roṣāt pradīptaḥ sumahān vimarde bhīmas tato 'krudhyad adīnasattvaḥ | pāṇiṃ sa pāṇau vinipiṣya roṣād amarṣito vākyam uvāca pārtham

Da schlug der Ungeduldige, mit vor Zorn entflammten Augen, der Sohn des Windes [Bhīma], Hand gegen Hand; Bhīma sprach zu Arjuna, dem Wahrheitsgetreuen, ungeduldig, seufzend, in Zorn entbrannt. Vor Zorn entflammt im gewaltigen Getümmel, erzürnte Bhīma da, von unverzagtem Wesen; Hand in Hand vor Zorn zerreibend, sprach der Ungeduldige das Wort zu Pārtha.

Wort für Wort
amarṣī krodhasaṃdīptanetraḥ
der Ungeduldige, mit vor Zorn entflammten Augen (amarṣī krodhasaṃdīptanetraḥ)
vātātmajaḥ pāṇinā pāṇim ārchat
der Sohn des Windes schlug Hand gegen Hand (vātātmajaḥ pāṇinā pāṇim ārchat)
arjunam satyasaṃdham
zu Arjuna, dem Wahrheitsgetreuen (arjunam satyasaṃdham)
niḥśvasan jātamanyuḥ
seufzend, in Zorn entbrannt (niḥśvasan jātamanyuḥ)
adīnasattvaḥ
von unverzagtem Wesen (adīnasattvaḥ)
pāṇim pāṇau vinipiṣya
Hand in Hand zerreibend (pāṇim pāṇau vinipiṣya)

kathaṃ nu pāpo 'yam apetadharmaḥ sūtātmajaḥ samare 'dya prasahya | pāñcālānāṃ yodhamukhyān anekān nijaghnivāṃs tava jiṣṇo samakṣam

„Wie nur konnte dieser Sündige, dem Recht Entfremdete, der Sūta-Sohn, heute im Kampf gewaltsam so viele der Hauptkrieger der Pāñcālas erschlagen, vor deinen Augen, o Jiṣṇu?“

Wort für Wort
pāpaḥ apetadharmaḥ
der Sündige, dem Recht Entfremdete (pāpaḥ apetadharmaḥ)
sūtātmajaḥ
der Sūta-Sohn [Karṇa] (sūtātmajaḥ)
samare prasahya
im Kampf gewaltsam (samare prasahya)
yodhamukhyān anekān nijaghnivān
hat so viele Hauptkrieger erschlagen (yodhamukhyān anekān nijaghnivān)
tava samakṣam
vor deinen Augen (tava samakṣam)
jiṣṇo
o Jiṣṇu (Beiname Arjunas, Anrede)

pūrvaṃ daityair ajitaṃ kālakeyaiḥ sākṣāt sthāṇor bāhusaṃsparśam etya | kathaṃ nu tvāṃ sūtaputraḥ kirīṭin maheṣubhir daśabhir avidhyad agre

„Wie nur konnte, [dich,] der einst von den Daitya-Kālakeyas nicht besiegt wurde, der unmittelbar in Armberührung mit Sthāṇu [Śiva] selbst gekommen ist, wie nur konnte dich der Sohn des Wagenlenkers, o Diademgeschmückter, zu Beginn mit zehn großen Pfeilen durchbohren?“

Wort für Wort
pūrvam daityaiḥ kālakeyaiḥ ajitam
einst von den Daitya-Kālakeyas nicht besiegt (pūrvam daityaiḥ kālakeyaiḥ ajitam)
sthāṇoḥ bāhusaṃsparśam etya
in Armberührung mit Sthāṇu [Śiva] gekommen (sthāṇoḥ bāhusaṃsparśam etya)
sūtaputraḥ kirīṭin
der Sohn des Wagenlenkers, o Diademgeschmückter (sūtaputraḥ kirīṭin)
maheṣubhiḥ daśabhiḥ avidhyat agre
durchbohrte zu Beginn mit zehn großen Pfeilen (maheṣubhiḥ daśabhiḥ avidhyat agre)

tvayā kṣiptāṃś cāgrasadbāṇasaṃghānn āścaryam etat pratibhāti me 'dya | kṛṣṇāparikleśam anusmara tvaṃ yathābravīt ṣaṇḍhatilān sma vācaḥ | vācaḥ sutīkṣṇāsthibhido 'manojñāḥ sūtātmajo 'yaṃ gatabhīr durātmā | saṃsmṛtya sarvaṃ tad ihādya pāpaṃ jahy āśu karṇaṃ yudhi savyasācin | kasmād upekṣāṃ kuruṣe kirīṭinn upekṣituṃ nāyam ihādya kālaḥ

„Dass er die von dir geworfenen Pfeilmassen verschlang - das erscheint mir heute als ein Wunder! Erinnere dich an Kṛṣṇās [Draupadīs] Bedrängnis, wie er sprach, jene bösen, unschönen Worte, die bis ins Mark schneiden, [euch] Eunuchen nennend! Dieser Sūta-Sohn, furchtlos, von böser Seele - erinnere dich an all diese Sünde hier heute, und erschlage rasch Karṇa im Kampf, o Savyasācin! Warum übst du Gleichgültigkeit, o Diademgeschmückter? Dies ist heute nicht die Zeit, gleichgültig zu sein!“

Wort für Wort
tvayā kṣiptān bāṇasaṃghān agrasat
er verschlang die von dir geworfenen Pfeilmassen (tvayā kṣiptān bāṇasaṃghān agrasat)
āścaryam pratibhāti me
das erscheint mir als Wunder (āścaryam pratibhāti me)
kṛṣṇāparikleśam anusmara
erinnere dich an Kṛṣṇās (Draupadīs) Bedrängnis
vācaḥ sutīkṣṇāsthibhidaḥ amanojñāḥ
Worte, überaus scharf, bis ins Mark schneidend, unschön (vācaḥ sutīkṣṇāsthibhidaḥ amanojñāḥ)
gatabhīḥ durātmā
furchtlos, von böser Seele (gatabhīḥ durātmā)
jahi āśu karṇam yudhi savyasācin
erschlage rasch Karṇa im Kampf, o Savyasācin (jahi āśu karṇam yudhi savyasācin)
kasmāt upekṣām kuruṣe
warum übst du Gleichgültigkeit (kasmāt upekṣām kuruṣe)

Die genaue Bedeutung von 'ṣaṇḍhatilān' (wörtlich etwa 'Eunuchen und Sesamkörner/-artige') bleibt unsicher; hier als abwertende Bezeichnung ('Eunuchen') sinngemäß wiedergegeben.

yayā dhṛtyā sarvabhūtāny ajaiṣīr grāsaṃ dadad vahnaye khāṇḍave tvam | tayā dhṛtyā sūtaputraṃ jahi tvam ahaṃ vainaṃ gadayā pothayiṣye

„Mit jener Standhaftigkeit, mit der du alle Wesen besiegtest, als du Agni im Khāṇḍava-Wald Nahrung gabst - mit jener Standhaftigkeit erschlage du den Sohn des Wagenlenkers; ich aber werde ihn mit der Keule zerschmettern!“

Wort für Wort
yayā dhṛtyā sarvabhūtāni ajaiṣīḥ
mit jener Standhaftigkeit, mit der du alle Wesen besiegtest (yayā dhṛtyā sarvabhūtāni ajaiṣīḥ)
grāsam dadat vahnaye khāṇḍave
Agni im Khāṇḍava-Wald Nahrung gebend (grāsam dadat vahnaye khāṇḍave)
tayā dhṛtyā jahi
mit jener Standhaftigkeit erschlage (tayā dhṛtyā jahi)
gadayā pothayiṣye
werde mit der Keule zerschmettern (gadayā pothayiṣye)

sametya pārthaṃ sa nṛśaṃsavādī jīvan nāyaṃ yāsyati kālapakvaḥ

„Sobald er auf Pārtha trifft, dieser grausam Redende - lebend wird dieser, todesreif, nicht mehr fortgehen!“

Wort für Wort
nṛśaṃsavādī
der grausam Redende [Karṇa] (nṛśaṃsavādī)
jīvan na yāsyati
wird nicht lebend fortgehen (jīvan na yāsyati)
kālapakvaḥ
todesreif (wörtlich: vom Tod/der Zeit gereift)

athābravīd vāsudevo 'pi pārthaṃ dṛṣṭvā ratheṣūn pratihanyamānān | amīmṛdat sarvathā te 'dya karṇo hy astrair astrāṇi kim idaṃ kirīṭin

Da sprach auch Vāsudeva [Kṛṣṇa] zu Pārtha, als er dessen Wagenpfeile abgewehrt sah: „Karṇa hat dich heute in jeder Hinsicht erreicht, Waffe gegen Waffe - was ist das, o Diademgeschmückter?“

Wort für Wort
ratheṣūn pratihanyamānān dṛṣṭvā
als er die abgewehrten Wagenpfeile sah (ratheṣūn pratihanyamānān dṛṣṭvā)
amīmṛdat sarvathā
hat dich in jeder Hinsicht erreicht/gemindert (amīmṛdat sarvathā)
astrair astrāṇi
Waffe gegen Waffe (astrair astrāṇi)

sa vīra kiṃ muhyasi nāvadhīyase nadanty ete kuravaḥ saṃprahṛṣṭāḥ | karṇaṃ puraskṛtya vidur hi sarve tvadastram astrair vinipātyamānam

„Bist du, Held, verwirrt? Achtest du nicht [darauf]? Diese Kurus brüllen, hocherfreut; alle wissen ja, Karṇa voranstellend, dass deine Waffe durch [seine] Waffen niedergeworfen wird.“

Wort für Wort
kiṃ muhyasi
bist du verwirrt (kiṃ muhyasi)
na avadhīyase
du achtest nicht [darauf] (na avadhīyase)
kuravaḥ saṃprahṛṣṭāḥ nadanti
die Kurus brüllen, hocherfreut (kuravaḥ saṃprahṛṣṭāḥ nadanti)
karṇam puraskṛtya
Karṇa voranstellend (karṇam puraskṛtya)
tvadastram astraiḥ vinipātyamānam
deine Waffe durch [seine] Waffen niedergeworfen (tvadastram astraiḥ vinipātyamānam)

yayā dhṛtyā nihataṃ tāmasāstraṃ yuge yuge rākṣasāś cāpi ghorāḥ | dambhodbhavāś cāsurāś cāhaveṣu tayā dhṛtyā tvaṃ jahi sūtaputram

„Mit jener Standhaftigkeit, mit der die finstere Waffe [Tāmasāstra] vernichtet wurde, Zeitalter um Zeitalter, und die furchtbaren Rākṣasas, und die von Dambha entstandenen Asuras [Dambhodbhava] in den Schlachten - mit jener Standhaftigkeit erschlage du den Sohn des Wagenlenkers!“

Wort für Wort
tāmasāstram nihatam
die finstere Waffe [Tāmasāstra] wurde vernichtet (tāmasāstram nihatam)
yuge yuge
Zeitalter um Zeitalter (yuge yuge)
rākṣasāḥ ghorāḥ
die furchtbaren Rākṣasas (rākṣasāḥ ghorāḥ)
dambhodbhavāḥ asurāḥ āhaveṣu
die von Dambha entstandenen Asuras in den Schlachten (dambhodbhavāḥ asurāḥ āhaveṣu)

darpotsiktaṃ vīryamantaṃ kirīṭin karṇaṃ samāsādya ripupramāthin pārthāhave vyaktam astraṃ samartham

„[…] den vor Stolz übermütigen, tapferen [Karṇa], o Diademgeschmückter, Karṇa erreichend, den Vernichter der Feinde - [nutze] im Kampf des Pārtha offenkundig die dazu fähige Waffe!“

Wort für Wort
darpotsiktam vīryamantam
den vor Stolz übermütigen, tapferen [Karṇa] (darpotsiktam vīryamantam)
ripupramāthin
den Vernichter der Feinde (ripupramāthin)
vyaktam astram samartham
offenkundig die dazu fähige Waffe (vyaktam astram samartham)

Fortsetzung von Kṛṣṇas Rede über mehrere Apparatszeilen hinweg; der Satzbau bleibt fragmentarisch.

anena vāsya kṣuraneminādya saṃchinddhi mūrdhānam areḥ prasahya | mayā nisṛṣṭena sudarśanena vajreṇa śakro namucer ivāreḥ

„Mit diesem, dem Rasiermesser-Rand-Pfeil, schneide heute gewaltsam den Kopf des Feindes ab - wie Śakra [Indra] mit dem von mir entsandten Sudarśana, dem Vajra, [den Kopf] des Feindes Namuci [abschlug].“

Wort für Wort
kṣuraneminā
mit dem Rasiermesser-Rand-Pfeil (kṣuraneminā)
saṃchinddhi mūrdhānam areḥ prasahya
schneide gewaltsam den Kopf des Feindes ab (saṃchinddhi mūrdhānam areḥ prasahya)
mayā nisṛṣṭena sudarśanena vajreṇa
mit dem von mir entsandten Sudarśana, dem Vajra (mayā nisṛṣṭena sudarśanena vajreṇa)
śakraḥ namuceḥ areḥ
Śakra [Indra tat dies] dem Feind Namuci (śakraḥ namuceḥ areḥ)

kirātarūpī bhagavān yayā ca tvayā mahatyā paritoṣito 'bhūt | tāṃ tvaṃ dhṛtiṃ vīra punar gṛhītvā sahānubandhaṃ jahi sūtaputram

„Und mit jener großen Standhaftigkeit, mit der der Erhabene in Gestalt eines Kirāta [Śiva] von dir zufriedengestellt wurde - jene Standhaftigkeit, o Held, wiederum ergreifend, erschlage den Sohn des Wagenlenkers samt seinem Anhang!“

Wort für Wort
kirātarūpī bhagavān
der Erhabene in Gestalt eines Kirāta [Śiva] (kirātarūpī bhagavān)
mahatyā dhṛtyā paritoṣitaḥ abhūt
wurde mit großer Standhaftigkeit zufriedengestellt (mahatyā dhṛtyā paritoṣitaḥ abhūt)
tām dhṛtim punaḥ gṛhītvā
jene Standhaftigkeit wiederum ergreifend (tām dhṛtim punaḥ gṛhītvā)
sahānubandham jahi
erschlage samt seinem Anhang (sahānubandham jahi)

tato mahīṃ sāgaramekhalāṃ tvaṃ sapattanāṃ grāmavatīṃ samṛddhām | prayaccha rājñe nihatārisaṃghāṃ yaśaś ca pārthātulam āpnuhi tvam

„Dann gib die Erde, vom Ozean umgürtet, mit ihren Städten und Dörfern, blühend, ihre Feindesscharen erschlagen, dem König [Yudhiṣṭhira], und erlange du, Pārtha, unvergleichlichen Ruhm!“

Wort für Wort
mahīm sāgaramekhalām
die Erde, vom Ozean umgürtet (mahīm sāgaramekhalām)
sapattanām grāmavatīm samṛddhām
mit Städten und Dörfern, blühend (sapattanām grāmavatīm samṛddhām)
prayaccha rājñe
gib dem König (prayaccha rājñe)
nihatārisaṃghām
ihre Feindesscharen erschlagen (nihatārisaṃghām)
yaśaḥ atulam āpnuhi
erlange unvergleichlichen Ruhm (yaśaḥ atulam āpnuhi)

sa evam ukto 'tibalo mahātmā cakāra buddhiṃ hi vadhāya sauteḥ || karṇaṃ puraskṛtya nadanti sarve tavāstram urvyāṃ pratihatya vīrāḥ | kuru prayatnaṃ bharatapravīra dravanty amī sṛñjayasomakāś ca | dṛṣṭvā ca karṇaṃ samare prahṛṣṭaṃ tvāṃ cāpi dṛṣṭvā parihīyamānam

So angesprochen, fasste der überaus starke Großmütige [Arjuna] den Entschluss zur Tötung des Sūta-Sohns. „Karṇa voranstellend, brüllen alle, nachdem sie deine Waffe zu Boden geschlagen haben, die Helden; mache dir Mühe, o Bester der Bhārata-Nachkommen! Diese Sṛñjayas und Somakas fliehen, da sie Karṇa im Kampf hocherfreut sehen und dich zurückweichen sehen.“

Wort für Wort
atibalaḥ mahātmā
der überaus starke Großmütige [Arjuna] (atibalaḥ mahātmā)
cakāra buddhim vadhāya sauteḥ
fasste den Entschluss zur Tötung des Sūta-Sohns (cakāra buddhim vadhāya sauteḥ)
karṇam puraskṛtya nadanti
Karṇa voranstellend brüllen sie (karṇam puraskṛtya nadanti)
tavāstram urvyām pratihatya
deine Waffe zu Boden geschlagen habend (tavāstram urvyām pratihatya)
kuru prayatnam bharatapravīra
mache dir Mühe, o Bester der Bhārata-Nachkommen (kuru prayatnam bharatapravīra)
sṛñjayasomakāḥ dravanti
die Sṛñjayas und Somakas fliehen (sṛñjayasomakāḥ dravanti)
tvām parihīyamānam dṛṣṭvā
dich zurückweichen sehend (tvām parihīyamānam dṛṣṭvā)

saṃcodito bhīmajanārdanābhyāṃ smṛtvā tadātmānam avekṣya sattvam | mahātmanaś cāgamane viditvā prayojanaṃ keśavam ity uvāca

Von Bhīma und Janārdana [Kṛṣṇa] angetrieben, sich da seiner selbst erinnernd, seine [eigene] Kraft betrachtend, und die Absicht hinter dem Kommen des Großmütigen [Kṛṣṇas Beweggrund] erkennend, sprach er [Arjuna] zu Keśava [Kṛṣṇa] so:

Wort für Wort
saṃcoditaḥ bhīmajanārdanābhyām
von Bhīma und Janārdana angetrieben (saṃcoditaḥ bhīmajanārdanābhyām)
ātmānam avekṣya sattvam
sich seiner selbst erinnernd, seine Kraft betrachtend (ātmānam avekṣya sattvam)
mahātmanaḥ āgamane prayojanam viditvā
die Absicht hinter dem Kommen des Großmütigen erkennend (mahātmanaḥ āgamane prayojanam viditvā)
keśavam ity uvāca
sprach zu Keśava [Kṛṣṇa] so (keśavam ity uvāca)

prāduṣkaromy eṣa mahāstram ugraṃ śivāya lokasya vadhāya sauteḥ | tan me 'nujānātu bhavān surāś ca brahmā bhavo brahmavidaś ca sarve

„Ich werde nun diese furchtbare, große Waffe manifestieren, zum Heil der Welt, zur Vernichtung des Sūta-Sohns; das mögen mir gestatten du und die Götter, Brahmā, Bhava [Śiva] und alle Kenner des Veda/Brahman.“

Wort für Wort
prāduṣkaromi mahāstram ugram
ich werde die furchtbare, große Waffe manifestieren (prāduṣkaromi mahāstram ugram)
śivāya lokasya vadhāya sauteḥ
zum Heil der Welt, zur Vernichtung des Sūta-Sohns (śivāya lokasya vadhāya sauteḥ)
tat me anujānātu bhavān
das möge mir gestatten (tat me anujānātu bhavān)
brahmā bhavaḥ brahmavidaḥ ca sarve
Brahmā, Bhava [Śiva] und alle Kenner des Brahman (brahmā bhavaḥ brahmavidaḥ ca sarve)

iti smoktvā pāṇḍavaḥ savyasācī namaskṛtvā brahmaṇe so 'mitātmā

So gesprochen habend, verneigte sich der Pāṇḍava, der Beidhändige [Savyasācin], von unermesslicher Seele, vor Brahmā.

Wort für Wort
iti smoktvā
so gesprochen habend (iti smoktvā)
pāṇḍavaḥ savyasācī
der Pāṇḍava, der Beidhändige (pāṇḍavaḥ savyasācī)
namaskṛtvā brahmaṇe
sich vor Brahmā verneigend (namaskṛtvā brahmaṇe)
amitātmā
von unermesslicher Seele (amitātmā)

ity ūcivān brāhmam asahyam astraṃ prāduścakre manasā saṃvidheyam

So gesprochen habend, manifestierte er die unwiderstehliche Brahma-Waffe, mit dem Geist zu lenken.

Wort für Wort
ity ūcivān
so gesprochen habend (ity ūcivān)
brāhmam asahyam astram
die unwiderstehliche Brahma-Waffe (brāhmam asahyam astram)
prāduścakre
manifestierte (prāduścakre)
manasā saṃvidheyam
mit dem Geist zu lenken (manasā saṃvidheyam)

tad asya hatvā virarāja karṇo muktvā śarān megha ivāmbudhārāḥ | samīkṣya karṇena kirīṭinas tu tathājimadhye vihitaṃ tad astram | tato 'marṣī balavān krodhadīpto bhīmo 'bravīd arjunaṃ satyasaṃdham | nanu tv āhur veditāraṃ mahāstraṃ brāhmaṃ vidheyaṃ paramaṃ janās tat | punar yuktāstram abhitaḥ kirīṭinn iti smokto 'yojayat savyasācī

Dieses [Arjunas frühere Waffe?] zerschlagend, erstrahlte Karṇa, Pfeile entlassend wie eine Wolke Wasserströme; als er sah, dass jene Waffe des Diademgeschmückten mitten in der Schlacht von Karṇa so bewältigt worden war, sprach da der ungeduldige, mächtige, von Zorn entflammte Bhīma zu Arjuna, dem Wahrheitsgetreuen: „Sagen die Leute nicht, dass der Kenner der großen Waffe die Brahma-Waffe als die höchste zu lenken vermag? Richte, o Diademgeschmückter, die Waffe erneut auf ihn!“ So angesprochen, richtete der Beidhändige [die Waffe] wieder aus.

Wort für Wort
muktvā śarān megha iva
Pfeile entlassend wie eine Wolke (muktvā śarān megha iva)
ajimadhye vihitam tad astram
mitten in der Schlacht bewältigte Waffe (ajimadhye vihitam tad astram)
amarṣī balavān krodhadīptaḥ
der ungeduldige, mächtige, von Zorn entflammte [Bhīma] (amarṣī balavān krodhadīptaḥ)
veditāram mahāstram
der Kenner der großen Waffe (veditāram mahāstram)
brāhmam vidheyam paramam
die Brahma-Waffe, als höchste zu lenken (brāhmam vidheyam paramam)
punaḥ yuktāstram abhitaḥ
die Waffe erneut ringsum ausgerichtet (punaḥ yuktāstram abhitaḥ)

Diese Apparatzeilen bezeugen offenbar eine zweite, verstärkende Aufforderung Bhīmas mitten im Verlauf des Brahma-Waffen-Einsatzes; der genaue Bezug von 'tad asya' bleibt unklar, sinngemäß wiedergegeben.

tato diśaś ca pradiśaś ca sarvāḥ samāvṛṇot sāyakair bhūritejāḥ

Da bedeckte er, von reichem Glanz, mit Pfeilen alle Himmelsrichtungen und Zwischenrichtungen.

Wort für Wort
diśaḥ pradiśaḥ sarvāḥ
alle Himmelsrichtungen und Zwischenrichtungen (diśaḥ pradiśaḥ sarvāḥ)
samāvṛṇot sāyakaiḥ
bedeckte mit Pfeilen (samāvṛṇot sāyakaiḥ)
bhūritejāḥ
von reichem Glanz (bhūritejāḥ)

gāṇḍīvamuktair bhujagair ivograir divākarāṃśupratimair jvaladbhiḥ | sasarja bāṇān bharatarṣabho 'pi śataṃśatān ekavad āśuvegān

Mit von Gāṇḍīva entlassenen [Pfeilen], furchtbaren Schlangen gleich, den Strahlen der Sonne gleichend, flammend - entsandte der Stier der Bharata-Nachkommen [Arjuna] Pfeile, hundert und aberhundert, wie einen einzigen, mit rascher Geschwindigkeit.

Wort für Wort
gāṇḍīvamuktaiḥ bhujagaiḥ iva ugraiḥ
mit von Gāṇḍīva entlassenen, furchtbaren Schlangen gleich (gāṇḍīvamuktaiḥ bhujagaiḥ iva ugraiḥ)
divākarāṃśupratimaiḥ jvaladbhiḥ
den Sonnenstrahlen gleichend, flammend (divākarāṃśupratimaiḥ jvaladbhiḥ)
bharatarṣabhaḥ sasarja bāṇān
der Stier der Bharata-Nachkommen entsandte Pfeile (bharatarṣabhaḥ sasarja bāṇān)
śataṃśatān ekavat āśuvegān
hundert und aberhundert wie einen einzigen, rasch (śataṃśatān ekavat āśuvegān)

prācchādayan karṇarathaṃ kṣaṇena yugāntavahnyarkakaraprakāśāḥ || tataś ca śūlāni parasvadhāni cakrāṇi nārācaśatāni caiva | niścakramur ghoratarāṇi yodhās tato nyahanyanta samantato 'pi | chinnaṃ śiraḥ kasya cid ājimadhye papāta yodhasya parasya kāyāt | bhayena so 'py āśu papāta bhūmāv anyaḥ pranaṣṭaḥ patitaṃ vilokya | anyasya sāsir nipapāta kṛtto yodhasya bāhuḥ karihastatulyaḥ | anyasya savyaḥ saha carmaṇā ca kṣuraprakṛttaḥ patito dharaṇyām

Sie bedeckten Karṇas Wagen im Nu, leuchtend wie das Feuer und der Sonnenstrahl am Ende eines Weltzeitalters. Und da brachen Dreizacke, Streitäxte, Diskusse und hunderte Nārāca-Pfeile hervor, überaus furchtbar, von den Kriegern; da wurden sie ringsum niedergeschlagen. Eines Kriegers abgeschlagener Kopf fiel mitten im Kampf vom Leib eines anderen Kriegers; jener fiel aus Furcht selbst rasch zu Boden, den Gefallenen erblickend; ein anderer, den Gefallenen sehend, war [gleichfalls] vergangen; eines anderen Arm, samt Schwert abgeschlagen, fiel nieder, dem Rüssel eines Elefanten gleich; eines anderen linker [Arm], samt Schild, von einem Rasiermesserpfeil abgeschnitten, fiel zur Erde.

Wort für Wort
prācchādayan karṇarathaṃ kṣaṇena
bedeckten Karṇas Wagen im Nu (prācchādayan karṇarathaṃ kṣaṇena)
yugāntavahnyarkakaraprakāśāḥ
leuchtend wie Feuer und Sonnenstrahl am Weltzeitalterende (yugāntavahnyarkakaraprakāśāḥ)
śūlāni parasvadhāni cakrāṇi
Dreizacke, Streitäxte, Diskusse (śūlāni parasvadhāni cakrāṇi)
nārācaśatāni ghoratarāṇi
hunderte überaus furchtbare Nārāca-Pfeile (nārācaśatāni ghoratarāṇi)
chinnam śiraḥ papāta
der abgeschlagene Kopf fiel (chinnam śiraḥ papāta)
bāhuḥ karihastatulyaḥ
der Arm, dem Rüssel eines Elefanten gleich (bāhuḥ karihastatulyaḥ)
kṣuraprakṛttaḥ patito dharaṇyām
von einem Rasiermesserpfeil abgeschnitten, zur Erde gefallen (kṣuraprakṛttaḥ patito dharaṇyām)

evaṃ samastān api yodhamukhyān vidhvaṃsayām āsa kirīṭamālī śaraiḥ śarīrāntakaraiḥ sughorair dauryodhanaṃ sainyam aśeṣam eva

So vernichtete der Diademgeschmückte [Arjuna] alle Hauptkrieger, mit überaus furchtbaren, leibvernichtenden Pfeilen, das gesamte Heer Duryodhanas ohne Rest.

Wort für Wort
samastān yodhamukhyān vidhvaṃsayām āsa
vernichtete alle Hauptkrieger (samastān yodhamukhyān vidhvaṃsayām āsa)
kirīṭamālī
der Diademgeschmückte [Arjuna] (kirīṭamālī)
śaraiḥ śarīrāntakaraiḥ sughoraiḥ
mit überaus furchtbaren, leibvernichtenden Pfeilen (śaraiḥ śarīrāntakaraiḥ sughoraiḥ)
dauryodhanam sainyam aśeṣam
das gesamte Heer Duryodhanas ohne Rest (dauryodhanam sainyam aśeṣam)

vaikartanenāpi tathājimadhye sahasraśo bāṇagaṇā visṛṣṭāḥ | te ghoṣiṇaḥ pāṇḍavam abhyupeyuḥ parjanyamuktā iva vāridhārāḥ

Auch vom Vaikartana [Karṇa] wurden ebenso mitten in der Schlacht Pfeilscharen zu Tausenden entsandt; sie, tönend, erreichten den Pāṇḍava [Arjuna], wie von der Regenwolke entlassene Wasserströme.

Wort für Wort
vaikartanena
vom Vaikartana [Karṇa] (vaikartanena)
ajimadhye sahasraśaḥ bāṇagaṇāḥ visṛṣṭāḥ
mitten in der Schlacht wurden Pfeilscharen zu Tausenden entsandt (ajimadhye sahasraśaḥ bāṇagaṇāḥ visṛṣṭāḥ)
ghoṣiṇaḥ pāṇḍavam abhyupeyuḥ
tönend erreichten sie den Pāṇḍava (ghoṣiṇaḥ pāṇḍavam abhyupeyuḥ)
parjanyamuktāḥ vāridhārāḥ
von der Regenwolke entlassene Wasserströme (parjanyamuktāḥ vāridhārāḥ)

sa bhīmasenaṃ ca janārdanaṃ ca kirīṭinaṃ cāpy amanuṣyakarmā | tribhis tribhir bhīmabalo nihatya nanāda ghoraṃ mahatā svareṇa

Er, von übermenschlichem Tun, von furchtbarer Kraft, traf Bhīmasena und Janārdana [Kṛṣṇa] und auch den Diademgeschmückten [Arjuna] mit je drei [Pfeilen] und brüllte furchtbar mit gewaltiger Stimme.

Wort für Wort
amanuṣyakarmā
von übermenschlichem Tun (amanuṣyakarmā)
bhīmabalaḥ
von furchtbarer Kraft (bhīmabalaḥ)
tribhiḥ tribhiḥ nihatya
mit je drei [Pfeilen] getroffen habend (tribhiḥ tribhiḥ nihatya)
nanāda ghoram mahatā svareṇa
brüllte furchtbar mit gewaltiger Stimme (nanāda ghoram mahatā svareṇa)

sa karṇabāṇābhihataḥ kirīṭī bhīmaṃ tathā prekṣya janārdanaṃ ca | amṛṣyamāṇaḥ punar eva pārthaḥ śarān daśāṣṭau ca samudbabarha

Er, der Diademgeschmückte, von Karṇas Pfeilen getroffen, so Bhīma und Janārdana [getroffen] sehend, ertrug es nicht und zog wiederum, Pārtha, achtzehn Pfeile hervor.

Wort für Wort
karṇabāṇābhihataḥ kirīṭī
der von Karṇas Pfeilen getroffene Diademgeschmückte (karṇabāṇābhihataḥ kirīṭī)
bhīmam janārdanaṃ ca prekṣya
Bhīma und Janārdana sehend (bhīmam janārdanaṃ ca prekṣya)
amṛṣyamāṇaḥ punaḥ
es nicht ertragend, wiederum (amṛṣyamāṇaḥ punaḥ)
śarān daśāṣṭau samudbabarha
zog achtzehn Pfeile hervor (śarān daśāṣṭau samudbabarha)

suṣeṇam ekena śareṇa viddhvā śalyaṃ caturbhis tribhir eva karṇam | tataḥ sumuktair daśabhir jaghāna sabhāpatiṃ kāñcanavarmanaddham

Nachdem er Suṣeṇa mit einem Pfeil durchbohrt hatte, Śalya mit vier und Karṇa mit eben drei, traf er dann mit zehn wohlentsandten [Pfeilen] den Sabhāpati, mit goldener Rüstung gepanzert.

Wort für Wort
suṣeṇam ekena śareṇa viddhvā
Suṣeṇa mit einem Pfeil durchbohrt habend (suṣeṇam ekena śareṇa viddhvā)
śalyam caturbhiḥ
Śalya mit vier [Pfeilen] (śalyam caturbhiḥ)
karṇam tribhiḥ
Karṇa mit drei [Pfeilen] (karṇam tribhiḥ)
sabhāpatim kāñcanavarmanaddham
den Sabhāpati, mit goldener Rüstung gepanzert (sabhāpatim kāñcanavarmanaddham)

Die genaue Identität des hier 'Sabhāpati' (wörtlich 'Herr der Versammlung') genannten Kriegers bleibt unklar; möglicherweise ein Eigenname oder Titel eines sonst nicht näher bezeichneten Kaurava-Kriegers.

sa rājaputro viśirā vibāhur vivājisūto vidhanur viketuḥ | tato rathāgrād apatat prabhagnaḥ paraśvadhaiḥ śāla ivābhikṛttaḥ

Jener Königssohn, kopflos, armlos, ohne Pferde und Wagenlenker, ohne Bogen, ohne Banner, fiel dann zerschmettert von der Vorderseite des Wagens, wie ein von Streitäxten gefällter Śāla-Baum.

Wort für Wort
rājaputraḥ viśirā vibāhuḥ
der Königssohn, kopflos, armlos (rājaputraḥ viśirā vibāhuḥ)
vivājisūtaḥ vidhanuḥ viketuḥ
ohne Pferde und Wagenlenker, ohne Bogen, ohne Banner (vivājisūtaḥ vidhanuḥ viketuḥ)
rathāgrāt apatat prabhagnaḥ
fiel zerschmettert von der Vorderseite des Wagens (rathāgrāt apatat prabhagnaḥ)
paraśvadhaiḥ śālaḥ abhikṛttaḥ
wie ein von Streitäxten gefällter Śāla-Baum (paraśvadhaiḥ śālaḥ abhikṛttaḥ)

punaś ca karṇaṃ tribhir aṣṭabhiś ca dvābhyāṃ caturbhir daśabhiś ca viddhvā | catuḥśatān dviradān sāyudhīyān hatvā rathān aṣṭaśataṃ jaghāna | sahasram aśvāṃś ca punaś ca sādīn aṣṭau sahasrāṇi ca pattivīrān

Und wieder, nachdem er Karṇa mit drei, acht, zwei, vier und zehn [Pfeilen] durchbohrt hatte, tötete er vierhundert bewaffnete Elefanten, schlug achthundert Wagen nieder, tausend Pferde und ebenso Reiter, und achttausend Fußkämpfer.

Wort für Wort
karṇam tribhiḥ aṣṭabhiḥ dvābhyāṃ caturbhiḥ daśabhiḥ viddhvā
Karṇa mit drei, acht, zwei, vier, zehn [Pfeilen] durchbohrt habend (karṇam tribhiḥ aṣṭabhiḥ dvābhyāṃ caturbhiḥ daśabhiḥ viddhvā)
catuḥśatān dviradān sāyudhīyān hatvā
vierhundert bewaffnete Elefanten getötet habend (catuḥśatān dviradān sāyudhīyān hatvā)
rathān aṣṭaśatam jaghāna
achthundert Wagen niedergeschlagen (rathān aṣṭaśatam jaghāna)
sahasram aśvān sādīn
tausend Pferde und Reiter (sahasram aśvān sādīn)
aṣṭau sahasrāṇi pattivīrān
achttausend Fußkämpfer (aṣṭau sahasrāṇi pattivīrān)

karṇaṃ sasūtaṃ sarathāśvaketum adṛśyam añjogatibhiś ca cakre | tato 'krośan kuravo vadhyamānā dhanaṃjayenādhirathiṃ samantāt | muñcābhividdhyārjunam āśu karṇa bāṇaiḥ purā hanti kurūn samagrān | sa coditaḥ sarvayatnena karṇo mumoca bāṇān subahūn abhīkṣṇam | te pāṇḍupāñcālagaṇān nijaghnur marmacchidaḥ śoṇitamāṃsadigdhāḥ | tāv uttamau sarvadhanurdharāṇāṃ mahābalau sarvasapatnasāhau | nijaghnatuś cāhitasainyam ugrāv anyonyam apy astravidau mahāstraiḥ | athopayātas tvarito didṛkṣur mantrauṣadhābhyāṃ virujo viśalyaḥ | kṛtaḥ suhṛdbhir bhiṣajāṃ variṣṭhair yudhiṣṭhiras tatra suvarṇavarmā | tatropayātaṃ yudhi dharmarājaṃ dṛṣṭvā mudā sarvabhūtāny anandan | rāhor vimuktaṃ vimalaṃ samagraṃ candraṃ yathaivābhyuditaṃ tathaiva

Er [Arjuna] machte Karṇa samt Wagenlenker, Wagen, Pferden und Banner mit seinen geradewegs [fliegenden Pfeilen] unsichtbar. Da riefen die Kurus, von Dhanaṃjaya niedergemetzelt, dem Sohn des Wagenlenkers von allen Seiten zu: „Lass los, durchbohre rasch Arjuna, Karṇa, ehe er mit Pfeilen alle Kurus erschlägt!“ So mit allem Nachdruck angetrieben, entsandte Karṇa überaus zahlreiche Pfeile unablässig; sie erschlugen die Scharen der Pāṇḍus und Pāñcālas, die Lebenspunkte durchtrennend, mit Blut und Fleisch beschmiert. Jene beiden, die vortrefflichsten aller Bogenträger, von großer Kraft, allen Widersachern gewachsen, schlugen furchtbar das feindliche Heer nieder, in Waffen kundig, einander mit großen Waffen. Da nun kam eilig heran, [den Kampf] sehen wollend, von Wunde und Pfeil befreit, durch Zauberspruch und Kräuter, von Freunden, den besten der Ärzte, geheilt, Yudhiṣṭhira, in goldener Rüstung dort. Als sie den Dharma-König so im Kampf herangekommen sahen, jubelten alle Wesen vor Freude, wie beim von Rāhu befreiten, makellosen, vollständigen, eben aufgegangenen Mond.

Wort für Wort
adṛśyam añjogatibhiḥ cakre
machte unsichtbar mit geradewegs [fliegenden Pfeilen] (adṛśyam añjogatibhiḥ cakre)
akrośan kuravaḥ vadhyamānāḥ
riefen die Kurus, niedergemetzelt, zu (akrośan kuravaḥ vadhyamānāḥ)
muñca abhividdhya
lass los, durchbohre (muñca abhividdhya)
coditaḥ sarvayatnena
mit allem Nachdruck angetrieben (coditaḥ sarvayatnena)
marmacchidaḥ śoṇitamāṃsadigdhāḥ
die Lebenspunkte durchtrennend, mit Blut und Fleisch beschmiert (marmacchidaḥ śoṇitamāṃsadigdhāḥ)
uttamau sarvadhanurdharāṇām mahābalau
die vortrefflichsten aller Bogenträger, von großer Kraft (uttamau sarvadhanurdharāṇām mahābalau)
mantrauṣadhābhyāṃ virujaḥ viśalyaḥ kṛtaḥ
durch Zauberspruch und Kräuter von Wunde und Pfeil befreit (mantrauṣadhābhyāṃ virujaḥ viśalyaḥ kṛtaḥ)
dharmarājam dṛṣṭvā mudā anandan
als sie den Dharma-König sahen, jubelten sie vor Freude (dharmarājam dṛṣṭvā mudā anandan)
rāhoḥ vimuktam candram
der von Rāhu befreite Mond (rāhoḥ vimuktam candram)

nāsatyadasrātrisutodbhavādyair aṣṭāṅgavidyāśramam udvahadbhiḥ | ābaddhapaṭṭo vraṇalāghavena yathā sureśo ditijaiḥ kṣatāṅgaḥ

Durch die Nāsatya und Dasra [die beiden Aśvins] und Atris Sohn [Cyavana?] und andere, die Mühe der achtgliedrigen [Heil-]Wissenschaft auf sich nehmend, verbunden mit Bandagen, durch die Linderung seiner Wunde, wie der Herr der Götter [Indra], an den Gliedern verwundet von den Söhnen Ditis [den Daityas].

Wort für Wort
nāsatyadasrau
die Nāsatya und Dasra [die beiden Aśvins] (nāsatyadasrau)
aṣṭāṅgavidyāśramam udvahadbhiḥ
die Mühe der achtgliedrigen Heilkunde auf sich nehmend (aṣṭāṅgavidyāśramam udvahadbhiḥ)
ābaddhapaṭṭaḥ vraṇalāghavena
verbunden mit Bandagen, durch die Linderung der Wunde (ābaddhapaṭṭaḥ vraṇalāghavena)
sureśaḥ ditijaiḥ kṣatāṅgaḥ
der Herr der Götter, an den Gliedern von den Söhnen Ditis verwundet (sureśaḥ ditijaiḥ kṣatāṅgaḥ)

Bildliche Beschreibung von Yudhiṣṭhiras Heilung durch die göttlichen Ärzte (Aśvins) mittels der 'achtgliedrigen Wissenschaft' (Āyurveda), verglichen mit Indras Heilung nach Verwundung durch die Daityas.

dṛṣṭvājimukhyāv atha yudhyamānau didṛkṣavaḥ śūravarāv arighnau | karṇaṃ ca pārthaṃ ca niyamya vāhān khasthā mahīsthāś ca janāvatasthuḥ

Als sie die beiden Ersten der Schlacht so kämpfen sahen, sehen wollend die beiden besten Helden, Feindevernichter, Karṇa und Pārtha, hielten die Leute, im Himmel wie auf der Erde befindlich, ihre Fahrzeuge zurück und blieben stehen.

Wort für Wort
ajimukhyau yudhyamānau
die beiden Ersten der Schlacht, kämpfend (ajimukhyau yudhyamānau)
didṛkṣavaḥ śūravarau arighnau
sehen wollend die beiden besten Helden, Feindevernichter (didṛkṣavaḥ śūravarau arighnau)
vāhān niyamya
ihre Fahrzeuge zurückhaltend (vāhān niyamya)
khasthāḥ mahīsthāḥ janāḥ avatasthuḥ
die Leute, im Himmel wie auf der Erde, blieben stehen (khasthāḥ mahīsthāḥ janāḥ avatasthuḥ)

sa kārmukajyātalasaṃnipātaḥ sumuktabāṇas tumulo babhūva | ghnatos tathānyonyam iṣupravaikair dhanaṃjayasyādhiratheś ca rājan

Jenes Zusammenschlagen von Bogen, Sehne und Handfläche, mit wohlentsandten Pfeilen, wurde tumultartig, als Dhanaṃjaya und der Sohn des Wagenlenkers, o König, einander so mit ausgewählten Pfeilen schlugen.

Wort für Wort
kārmukajyātalasaṃnipātaḥ
das Zusammenschlagen von Bogen, Sehne, Handfläche (kārmukajyātalasaṃnipātaḥ)
sumuktabāṇaḥ tumulaḥ babhūva
wurde, mit wohlentsandten Pfeilen, tumultartig (sumuktabāṇaḥ tumulaḥ babhūva)
anyonyam iṣupravaikaiḥ ghnataḥ
einander mit ausgewählten Pfeilen schlugen (anyonyam iṣupravaikaiḥ ghnataḥ)

tato dhanurjyā sahasātikṛṣṭā sughoṣam ācchidyata pāṇḍavasya | tasmin kṣaṇe sūtaputras tu pārthaṃ samācinot kṣudrakāṇāṃ śatena

Da riss die Bogensehne des Pāṇḍava, plötzlich zu stark gespannt, mit lautem Klang; in jenem Augenblick aber traf der Sohn des Wagenlenkers den Pārtha mit hundert kleinen Pfeilen.

Wort für Wort
dhanurjyā sahasā atikṛṣṭā
die Bogensehne, plötzlich zu stark gespannt (dhanurjyā sahasā atikṛṣṭā)
sughoṣam ācchidyata
riss mit lautem Klang (sughoṣam ācchidyata)
kṣudrakāṇām śatena samācinot
traf mit hundert kleinen Pfeilen (kṣudrakāṇām śatena samācinot)

nirmuktasarpapratimaiś ca tīkṣṇais tailapradhautaiḥ khagapatravājaiḥ | ṣaṣṭyā nārācair vāsudevaṃ bibheda tadantaraṃ somakāḥ prādravanta

Mit scharfen, gehäuteten Schlangen gleichenden, ölpolierten, mit Vogelfedern befiederten [Pfeilen] durchbohrte er Vāsudeva [Kṛṣṇa] mit sechzig Nārāca-Pfeilen; in diesem Augenblick flohen die Somakas.

Wort für Wort
nirmuktasarpapratimaiḥ tīkṣṇaiḥ
scharf, gehäuteten Schlangen gleichend (nirmuktasarpapratimaiḥ tīkṣṇaiḥ)
tailapradhautaiḥ khagapatravājaiḥ
ölpoliert, mit Vogelfedern befiedert (tailapradhautaiḥ khagapatravājaiḥ)
ṣaṣṭyā nārācaiḥ vāsudevam bibheda
durchbohrte Vāsudeva mit sechzig Nārāca-Pfeilen (ṣaṣṭyā nārācaiḥ vāsudevam bibheda)
somakāḥ prādravanta
die Somakas flohen (somakāḥ prādravanta)

pūṣātmajo marmasu nirbibheda marutsutaṃ cāyutaśaḥ śarāgraiḥ | kṛṣṇaṃ ca pārthaṃ ca tathā dhvajaṃ ca pārthānujān somakān pātayaṃś ca

Der Sohn Pūṣans [Karṇa] durchbohrte die Lebenspunkte, und den Sohn des Marut [Bhīma] zehntausendfach mit Pfeilspitzen, sowie Kṛṣṇa und Pārtha und ebenso das Banner, und ließ die jüngeren Brüder des Pārtha [die Zwillinge] und die Somakas fallen.

Wort für Wort
pūṣātmajaḥ marmasu nirbibheda
der Sohn Pūṣans durchbohrte die Lebenspunkte (pūṣātmajaḥ marmasu nirbibheda)
marutsutam
der Sohn des Marut [Bhīma, Sohn Vāyus] (marutsutam)
ayutaśaḥ śarāgraiḥ
zehntausendfach mit Pfeilspitzen (ayutaśaḥ śarāgraiḥ)
pārthānujān somakān pātayan
die jüngeren Brüder des Pārtha und die Somakas zu Fall bringend (pārthānujān somakān pātayan)

Der Beiname 'pūṣātmajaḥ' ('Sohn Pūṣans') für Karṇa ist ungewöhnlich, da dieser sonst als Sohn Sūryas gilt; Pūṣan ist jedoch ebenfalls eine solare Gottheit, sodass hier vermutlich ein alternativer solarer Beiname vorliegt.

prācchādayaṃs te niśitaiḥ pṛṣatkair jīmūtasaṃghā nabhasīva sūryam | āgacchatas tān viśikhair anekair vyaṣṭambhayat sūtaputraḥ kṛtāstraḥ | tair astam astraṃ vinihatya sarvaṃ jaghāna teṣāṃ rathavājināgān | tathā tu sainyapravarāṃś ca rājann abhyardayan mārgaṇaiḥ sūtaputraḥ | te bhinnadehā vyasavo nipetuḥ karṇeṣubhir bhūmitale stanantaḥ | kruddhena siṃhena yathāśvayūthyā mahābalā bhīmabalena tadvat

Sie [die Kämpfer] bedeckten [ihn] mit scharfen Pfeilen, wie Wolkenmassen im Himmel die Sonne; die so Herankommenden hielt der Sohn des Wagenlenkers, in Waffen erfahren, mit zahlreichen Pfeilen zurück. Mit jenen [Pfeilen] schlug er alle [gegnerischen] Waffen nieder und erschlug ihre Wagen-, Pferde- und Elefantenscharen; ebenso, o König, bedrängte der Sohn des Wagenlenkers auch die vornehmsten der Truppen mit Pfeilen. Sie fielen mit zerteilten Leibern, leblos, von Karṇas Pfeilen auf der Erdoberfläche stöhnend - wie Pferdeherden vor einem erzürnten Löwen, so [fielen] die Mächtigen vor der furchtbaren Kraft [Karṇas].

Wort für Wort
jīmūtasaṃghāḥ nabhasi sūryam
Wolkenmassen im Himmel die Sonne [bedeckend] (jīmūtasaṃghāḥ nabhasi sūryam)
vyaṣṭambhayat kṛtāstraḥ
hielt zurück, in Waffen erfahren (vyaṣṭambhayat kṛtāstraḥ)
astam astram vinihatya
die [gegnerische] Waffe niedergeschlagen habend (astam astram vinihatya)
rathavājināgān jaghāna
erschlug die Wagen-, Pferde-, Elefantenscharen (rathavājināgān jaghāna)
bhinnadehāḥ vyasavaḥ nipetuḥ
fielen mit zerteilten Leibern, leblos (bhinnadehāḥ vyasavaḥ nipetuḥ)
aśvayūthyāḥ kruddhena siṃhena
Pferdeherden vor einem erzürnten Löwen (aśvayūthyāḥ kruddhena siṃhena)

punaś ca pāñcālavarās tathānye tadantaraṃ karṇadhanaṃjayābhyām | praskandanto balinaḥ sādhumuktaiḥ karṇena bāṇair nihatāḥ prasahya | jayaṃ tu matvā vipulaṃ tvadīyās talān nijaghnuḥ siṃhanādāṃś ca neduḥ | sarve hy amanyanta vaśe kṛtau tau karṇena kṛṣṇāv iti te vineduḥ

Und wieder andere, vortreffliche Pāñcālas, inzwischen zwischen Karṇa und Dhanaṃjaya vorpreschend, die Mächtigen, wurden von Karṇa mit wohlentsandten Pfeilen gewaltsam erschlagen; in der Meinung eines großen Sieges klatschten deine Männer in die Hände und stießen Löwengebrüll aus; alle nämlich glaubten, die beiden Kṛṣṇas seien von Karṇa unter Kontrolle gebracht - so riefen sie.

Wort für Wort
pāñcālavarāḥ praskandantaḥ balinaḥ
vortreffliche, vorpreschende, mächtige Pāñcālas (pāñcālavarāḥ praskandantaḥ balinaḥ)
karṇena bāṇaiḥ nihatāḥ prasahya
von Karṇa mit Pfeilen gewaltsam erschlagen (karṇena bāṇaiḥ nihatāḥ prasahya)
jayam vipulam matvā
in der Meinung eines großen Sieges (jayam vipulam matvā)
talān nijaghnuḥ siṃhanādān neduḥ
klatschten in die Hände, stießen Löwengebrüll aus (talān nijaghnuḥ siṃhanādān neduḥ)
kṛṣṇau vaśe kṛtau
die beiden Kṛṣṇas unter Kontrolle gebracht (kṛṣṇau vaśe kṛtau)

tato navajyāṃ sudṛḍhāṃ kirīṭī svabāhuvikṣepaṇajāṃ pragṛhya | samādade gāṇḍive kṣiprakārī nimeṣamātreṇa mahādhanuṣmān | jyācchedanaṃ jyāvidhānaṃ ca tasya naivāvabudhyat sūtaputro laghutvāt | pārthasya saṃkhye dviṣatāṃ nihantus tad adbhūtaṃ tatra babhūva rājan

Da nahm der Diademgeschmückte, eine neue, überaus feste Sehne, aus seinem eigenen Armschwung entstanden, ergreifend, sie rasch handelnd, in einem bloßen Augenblick an Gāṇḍīva an, der große Bogenträger; das Zerreißen der Sehne und ihre Neubespannung bemerkte der Sohn des Wagenlenkers wegen ihrer Schnelligkeit gar nicht - das war dort, o König, ein Wunder des Pārtha, des Vernichters der Feinde, im Kampf.

Wort für Wort
navajyām sudṛḍhām pragṛhya
eine neue, überaus feste Sehne ergreifend (navajyām sudṛḍhām pragṛhya)
svabāhuvikṣepaṇajām
aus dem eigenen Armschwung entstanden (svabāhuvikṣepaṇajām)
kṣiprakārī nimeṣamātreṇa
rasch handelnd, in einem bloßen Augenblick (kṣiprakārī nimeṣamātreṇa)
jyācchedanam jyāvidhānam ca
das Zerreißen der Sehne und ihre Neubespannung (jyācchedanam jyāvidhānam ca)
naiva avabudhyat laghutvāt
bemerkte gar nicht, wegen ihrer Schnelligkeit (naiva avabudhyat laghutvāt)
tad adbhūtam babhūva
das war ein Wunder (tad adbhūtam babhūva)

tato dhanurjyām avadhamya śīghraṃ śarān astān ādhirather vidhamya | pārtho 'pi tāṃ jyām avadhāya tūrṇaṃ śarāsanajyām ādhirather vidhamya

Da, die Bogensehne rasch erschütternd, die entsandten Pfeile des Sohnes des Wagenlenkers abwehrend; auch Pārtha, jene Sehne schnell anlegend, die Bogensehne des Sohnes des Wagenlenkers erschütternd.

Wort für Wort
dhanurjyām avadhamya śīghram
die Bogensehne rasch erschütternd (dhanurjyām avadhamya śīghram)
śarān astān vidhamya
die entsandten Pfeile abwehrend (śarān astān vidhamya)
tām jyām avadhāya tūrṇam
jene Sehne schnell anlegend (tām jyām avadhāya tūrṇam)

susaṃrabdhaḥ karṇaśarakṣatāṅgo raṇe pārthaḥ somakān pratyagṛhṇāt || jyāṃ cānumṛjyābhyahanat talatre bāṇāndhakāraṃ tv akarot kṣaṇena | śalyaṃ ca karṇaṃ ca kurūṃś ca sarvān bāṇair avidhyad yugapat kirīṭī

Überaus erregt, an den Gliedern von Karṇas Pfeilen verwundet, nahm Pārtha im Kampf die Somakas [unter seinen Schutz zurück]. Und die Sehne streichend, schlug er sie gegen den Lederhandschuh und machte im Nu eine Pfeil-Finsternis; Śalya und Karṇa und alle Kurus durchbohrte der Diademgeschmückte zugleich mit Pfeilen.

Wort für Wort
susaṃrabdhaḥ karṇaśarakṣatāṅgaḥ
überaus erregt, an den Gliedern von Karṇas Pfeilen verwundet (susaṃrabdhaḥ karṇaśarakṣatāṅgaḥ)
somakān pratyagṛhṇāt
nahm die Somakas zurück unter seinen Schutz (somakān pratyagṛhṇāt)
jyām anumṛjya abhyahanat talatre
die Sehne streichend, schlug sie gegen den Lederhandschuh (jyām anumṛjya abhyahanat talatre)
bāṇāndhakāram akarot kṣaṇena
machte im Nu eine Pfeil-Finsternis (bāṇāndhakāram akarot kṣaṇena)
yugapat kirīṭī avidhyat
der Diademgeschmückte durchbohrte zugleich (yugapat kirīṭī avidhyat)

na pakṣiṇaḥ saṃpatanty antarikṣe kṣepīyasāstreṇa kṛte 'ndhakāre || vāyur viyatsthair amaraiḥ sametya vyuvāha bāṇān avalokayadbhiḥ

Keine Vögel fliegen mehr im Luftraum, als durch die überaus schnell [wirkende] Waffe Finsternis gemacht war; der Wind [Vāyu], zusammen mit den im Himmel weilenden Unsterblichen, die zuschauten, trug die Pfeile fort.

Wort für Wort
na pakṣiṇaḥ saṃpatanti antarikṣe
keine Vögel fliegen im Luftraum (na pakṣiṇaḥ saṃpatanti antarikṣe)
kṣepīyasāstreṇa kṛte andhakāre
als durch die überaus schnelle Waffe Finsternis gemacht war (kṣepīyasāstreṇa kṛte andhakāre)
vāyuḥ viyatsthaiḥ amaraiḥ sametya
der Wind, zusammen mit den im Himmel weilenden Unsterblichen (vāyuḥ viyatsthaiḥ amaraiḥ sametya)
vyuvāha bāṇān avalokayadbhiḥ
trug die Pfeile fort, während sie zuschauten (vyuvāha bāṇān avalokayadbhiḥ)

Die Vorstellung, dass Wind und himmlische Zuschauer die Pfeile forttragen, bleibt bildhaft-knapp und wird wörtlich wiedergegeben.

śalyaṃ ca pārtho daśabhiḥ pṛṣatkair bhṛśaṃ tanutre prahasann avidhyat | tataḥ karṇaṃ dvādaśabhiḥ sumuktair viddhvā punaḥ saptabhir abhyavidhyat

Und Śalya durchbohrte Pārtha mit zehn Pfeilen heftig auf der Rüstung, lachend; dann durchbohrte er Karṇa, ihn mit zwölf wohlentsandten [Pfeilen] getroffen habend, wiederum mit sieben.

Wort für Wort
śalyam daśabhiḥ pṛṣatkaiḥ tanutre avidhyat
durchbohrte Śalya mit zehn Pfeilen auf der Rüstung (śalyam daśabhiḥ pṛṣatkaiḥ tanutre avidhyat)
bhṛśam prahasan
heftig, lachend (bhṛśam prahasan)
dvādaśabhiḥ sumuktaiḥ viddhvā
mit zwölf wohlentsandten [Pfeilen] getroffen habend (dvādaśabhiḥ sumuktaiḥ viddhvā)
punaḥ saptabhiḥ abhyavidhyat
durchbohrte wiederum mit sieben (punaḥ saptabhiḥ abhyavidhyat)

sa pārthabāṇāsanaveganunnair dṛḍhāhataḥ patribhir ugravegaiḥ | vibhinnagātraḥ kṣatajokṣitāṅgaḥ karṇo babhau rudra ivātateṣuḥ

Er, von der Wucht des Bogens des Pārtha getrieben, fest getroffen von gefiederten [Pfeilen] furchtbarer Geschwindigkeit, mit zerrissenen Gliedern, mit blutbenetzten Gliedern, erstrahlte Karṇa wie Rudra mit gespanntem Bogen.

Wort für Wort
pārthabāṇāsanaveganunnaiḥ
von der Wucht des Bogens des Pārtha getrieben (pārthabāṇāsanaveganunnaiḥ)
dṛḍhāhataḥ patribhiḥ ugravegaiḥ
fest getroffen von gefiederten Pfeilen furchtbarer Geschwindigkeit (dṛḍhāhataḥ patribhiḥ ugravegaiḥ)
vibhinnagātraḥ kṣatajokṣitāṅgaḥ
mit zerrissenen, blutbenetzten Gliedern (vibhinnagātraḥ kṣatajokṣitāṅgaḥ)
rudra iva ātateṣuḥ
wie Rudra mit gespanntem Bogen (rudra iva ātateṣuḥ)

prakrīḍamāno 'tha śmaśānamadhye raudre muhūrte rudhirārdragātraḥ

wie [Rudra,] spielend inmitten des Leichenfeldes, zur schrecklichen Stunde, mit vom Blut durchnässten Gliedern.

Wort für Wort
prakrīḍamānaḥ śmaśānamadhye
spielend inmitten des Leichenfeldes (prakrīḍamānaḥ śmaśānamadhye)
raudre muhūrte
zur schrecklichen (raudra) Stunde
rudhirārdragātraḥ
mit vom Blut durchnässten Gliedern (rudhirārdragātraḥ)

Fortsetzung des Rudra-Vergleichs aus der vorigen Einheit.

tatas tribhiś ca tridaśādhipopamaṃ śarair bibhedādhirathir dhanaṃjayam | śarāṃs tu pañca jvalitān ivoragān pravīrayām āsa jighāṃsur acyute

Da durchbohrte der Sohn des Wagenlenkers mit drei Pfeilen den Dhanaṃjaya, dem Herrn der dreißig [Götter, Indra] vergleichbar; und fünf Pfeile, lodernden Schlangen gleich, entsandte er, tötungswillig, gegen den Unfallenden [Kṛṣṇa].

Wort für Wort
tribhiḥ śaraiḥ bibheda
durchbohrte mit drei Pfeilen (tribhiḥ śaraiḥ bibheda)
tridaśādhipopamam dhanaṃjayam
den Dhanaṃjaya, dem Herrn der dreißig [Götter] vergleichbar (tridaśādhipopamam dhanaṃjayam)
pañca śarān jvalitān uragān iva
fünf Pfeile, lodernden Schlangen gleich (pañca śarān jvalitān uragān iva)
jighāṃsuḥ acyute
tötungswillig, gegen den Unfallenden [Kṛṣṇa] (jighāṃsuḥ acyute)

te varma bhittvā puruṣottamasya suvarṇacitraṃ nyapatan sumuktāḥ | vegena gām āviviśuḥ suvegāḥ snātvā ca karṇābhimukhāḥ pratīyuḥ

Sie, die Rüstung des besten der Männer [Kṛṣṇa] durchbohrend, golden-bunt gefiedert, wohlentsandt, fielen nieder; mit Wucht, überaus schnell, drangen sie in die Erde ein und kehrten, gleichsam gebadet, wieder zurück, Karṇa zugewandt.

Wort für Wort
varma bhittvā puruṣottamasya
die Rüstung des besten der Männer durchbohrend (varma bhittvā puruṣottamasya)
suvarṇacitram sumuktāḥ
golden-bunt gefiedert, wohlentsandt (suvarṇacitram sumuktāḥ)
vegena gām āviviśuḥ suvegāḥ
mit Wucht, überaus schnell, drangen in die Erde ein (vegena gām āviviśuḥ suvegāḥ)
snātvā karṇābhimukhāḥ pratīyuḥ
gebadet kehrten sie, Karṇa zugewandt, zurück (snātvā karṇābhimukhāḥ pratīyuḥ)

Die bildhafte Wendung, dass die Pfeile 'gebadet' in die Erde eindringen und dann zu Karṇa zurückkehren, wird wörtlich wiedergegeben; sie setzt die zuvor eingeführte Schlangen-Metapher der Pfeile fort.

tān pañcabhallais tvaritaiḥ sumuktais tridhā tridhaikaikam athoccakarta | dhanaṃjayas te nyapatan pṛthivyāṃ mahāhayas takṣakaputrapakṣāḥ

Diese zerteilte Dhanaṃjaya mit fünf raschen, wohlentsandten Breitpfeilen, jeden einzelnen dreifach; sie fielen zur Erde, jene schlangengleichen, gefiederten Pfeile, gleichsam Söhne Takṣakas.

Wort für Wort
pañcabhallaiḥ tvaritaiḥ sumuktaiḥ
mit fünf raschen, wohlentsandten Breitpfeilen (bhalla)
tridhā tridhā ekaikam uccakarta
zerteilte jeden einzelnen dreifach (tridhā tridhā ekaikam uccakarta)
nyapatan pṛthivyām
fielen zur Erde (nyapatan pṛthivyām)
mahāhayaḥ takṣakaputrapakṣāḥ
schlangengleiche, gefiederte, gleichsam Söhne Takṣakas (mahāhayaḥ takṣakaputrapakṣāḥ)

tataḥ prajajvāla kirīṭamālī krodhena kakṣaṃ pradahann ivāgniḥ || tathā vinunnāṅgam avekṣya kṛṣṇaṃ sarpeṣubhiḥ karṇabhujaprasṛṣṭaiḥ

Da entbrannte der Diademgeschmückte vor Zorn, wie ein Feuer, das dürres Gras verbrennt, als er sah, wie Kṛṣṇas Glieder von den aus Karṇas Arm entsandten Schlangenpfeilen getroffen worden waren.

Wort für Wort
prajajvāla kirīṭamālī
entbrannte der Diademgeschmückte (prajajvāla kirīṭamālī)
krodhena kakṣam pradahan iva agniḥ
vor Zorn wie ein dürres Gras verbrennendes Feuer (krodhena kakṣam pradahan iva agniḥ)
vinunnāṅgam kṛṣṇam avekṣya
Kṛṣṇas getroffene Glieder sehend (vinunnāṅgam kṛṣṇam avekṣya)
sarpeṣubhiḥ karṇabhujaprasṛṣṭaiḥ
mit den aus Karṇas Arm entsandten Schlangenpfeilen (sarpeṣubhiḥ karṇabhujaprasṛṣṭaiḥ)

sa karṇam ākarṇavikṛṣṭasṛṣṭaiḥ śaraiḥ śarīrāntakarair jvaladbhiḥ marmasv avidhyat sa cacāla duḥkhād dhairyāt tu tasthāv atimātradhairyaḥ

Er durchbohrte Karṇa, mit bis zum Ohr gezogenen, entsandten, leibvernichtenden, lodernden Pfeilen, an den Lebenspunkten; er wankte vor Schmerz, doch durch Standhaftigkeit blieb er stehen, von übermäßiger Standhaftigkeit.

Wort für Wort
ākarṇavikṛṣṭasṛṣṭaiḥ śaraiḥ
mit bis zum Ohr gezogenen, entsandten Pfeilen (ākarṇavikṛṣṭasṛṣṭaiḥ śaraiḥ)
śarīrāntakaraiḥ jvaladbhiḥ
leibvernichtend, lodernd (śarīrāntakaraiḥ jvaladbhiḥ)
marmasu avidhyat
durchbohrte an den Lebenspunkten (marmasu avidhyat)
cacāla duḥkhāt
wankte vor Schmerz (cacāla duḥkhāt)
dhairyāt atasthau atimātradhairyaḥ
blieb durch Standhaftigkeit stehen, von übermäßiger Standhaftigkeit (dhairyāt atasthau atimātradhairyaḥ)

prāduścakārātha śarān mahātmā dehaṃ vicinvann iva sūtajasya | śarās tu te kāñcanacitrapuṅkhāḥ saṃpetur urvyāṃ śataśo mahāntaḥ

Da manifestierte der Großmütige [Arjuna] Pfeile, gleichsam den Leib des Sūta-Sohns durchsuchend; jene Pfeile aber, mit goldbunten Federkielen, fielen zu Hunderten, gewaltig, zur Erde.

Wort für Wort
prāduścakāra śarān mahātmā
manifestierte Pfeile, der Großmütige (prāduścakāra śarān mahātmā)
dehaṃ vicinvan iva sūtajasya
gleichsam den Leib des Sūta-Sohns durchsuchend (dehaṃ vicinvan iva sūtajasya)
kāñcanacitrapuṅkhāḥ
mit goldbunten Federkielen (kāñcanacitrapuṅkhāḥ)
saṃpetur urvyāṃ śataśaḥ mahāntaḥ
fielen zur Erde, zu Hunderten, gewaltig (saṃpetur urvyāṃ śataśaḥ mahāntaḥ)

tataḥ śaraughaiḥ pradiśo diśaś ca raviprabhā karṇarathaś ca rājan | adṛśya āsīt kupite dhanaṃjaye tuṣāranīhāravṛtaṃ yathā nabhaḥ

Da wurden, von Pfeilströmen, die Zwischen- und Himmelsrichtungen, und Karṇas Wagen von Sonnenglanz, o König, unsichtbar, als Dhanaṃjaya erzürnt war, wie der Himmel, von Reif und Nebel bedeckt.

Wort für Wort
śaraughaiḥ pradiśaḥ diśaḥ ca
von Pfeilströmen die Zwischen- und Himmelsrichtungen (śaraughaiḥ pradiśaḥ diśaḥ ca)
raviprabhāḥ karṇarathaḥ
Karṇas Wagen von Sonnenglanz (raviprabhāḥ karṇarathaḥ)
adṛśyaḥ āsīt kupite dhanaṃjaye
wurde unsichtbar, als Dhanaṃjaya erzürnt war (adṛśyaḥ āsīt kupite dhanaṃjaye)
tuṣāranīhāravṛtam nabhaḥ
der von Reif und Nebel bedeckte Himmel (tuṣāranīhāravṛtam nabhaḥ)

sa cakrarakṣān atha pādarakṣān puraḥsarān pṛṣṭhagopāṃś ca sarvān || bhītā dravanti sma nihanyamānā maheṣubhiḥ pārthakarapraṇunnaiḥ | tato 'rjuno vai bharatapravīro mahānubhāvaḥ samare nihantā

Er [traf] die Radwächter und die Fußwächter, die Vorausgehenden und die Nachhutwächter, alle; erschrocken flohen sie, niedergemetzelt von großen Pfeilen, von Pārthas Hand getrieben. Da war Arjuna, der Bharata-Held, von gewaltiger Macht, der Vernichter im Kampf.

Wort für Wort
cakrarakṣān pādarakṣān
die Radwächter, die Fußwächter (cakrarakṣān pādarakṣān)
puraḥsarān pṛṣṭhagopān
die Vorausgehenden, die Nachhutwächter (puraḥsarān pṛṣṭhagopān)
bhītāḥ dravanti sma nihanyamānāḥ
erschrocken flohen sie, niedergemetzelt (bhītāḥ dravanti sma nihanyamānāḥ)
maheṣubhiḥ pārthakarapraṇunnaiḥ
von großen, von Pārthas Hand getriebenen Pfeilen (maheṣubhiḥ pārthakarapraṇunnaiḥ)
bharatapravīraḥ mahānubhāvaḥ
der Bharata-Held, von gewaltiger Macht (bharatapravīraḥ mahānubhāvaḥ)

duryodhanenānumatān arighnān samuccitān surathān sārabhūtān | dvisāhasrān samare savyasācī kurupravīrān ṛṣabhaḥ kurūṇām | kṣaṇena sarvān sarathāśvasūtān nināya rājan kṣayam ekavīraḥ

Zweitausend von Duryodhana gebilligte, feindevernichtende, ausgewählte, auf prächtigen Wagen [fahrende], kernhafte Kuru-Helden führte der Beidhändige, der Stier der Kurus, im Kampf, im Nu, alle samt ihren Wagen, Pferden und Wagenlenkern, o König, dem Untergang zu, als einziger Held.

Wort für Wort
duryodhanenānumatān arighnān
von Duryodhana gebilligte, feindevernichtende [Krieger] (duryodhanenānumatān arighnān)
samuccitān surathān sārabhūtān
ausgewählte, auf prächtigen Wagen, kernhafte (samuccitān surathān sārabhūtān)
dvisāhasrān kurupravīrān
zweitausend Kuru-Helden (dvisāhasrān kurupravīrān)
savyasācī ṛṣabhaḥ kurūṇām
der Beidhändige, der Stier der Kurus (savyasācī ṛṣabhaḥ kurūṇām)
sarathāśvasūtān kṣayam nināya
führte samt Wagen, Pferden, Wagenlenkern dem Untergang zu (sarathāśvasūtān kṣayam nināya)
ekavīraḥ
als einziger Held (ekavīraḥ)

athāpalāyanta vihāya karṇaṃ tavātmajāḥ kuravaś cāvaśiṣṭāḥ | hatān avākīrya śarakṣatāṃś ca lālapyamānāṃs tanayān pitṝṃś ca

Da flohen, Karṇa verlassend, deine Söhne und die übrig gebliebenen Kurus, die Erschlagenen und von Pfeilen Verwundeten zurücklassend, während Söhne und Väter klagend jammerten.

Wort für Wort
apalāyanta vihāya karṇam
flohen, Karṇa verlassend (apalāyanta vihāya karṇam)
tavātmajāḥ kuravaḥ avaśiṣṭāḥ
deine Söhne und die übrig gebliebenen Kurus (tavātmajāḥ kuravaḥ avaśiṣṭāḥ)
hatān avākīrya śarakṣatān
die Erschlagenen und von Pfeilen Verwundeten zurücklassend (hatān avākīrya śarakṣatān)
lālapyamānān tanayān pitṝn
klagende Söhne und Väter (lālapyamānān tanayān pitṝn)

sarve praṇeśuḥ kuravo vihīnāḥ pārtheṣubhiḥ saṃparitapyamānāḥ | suyodhanenātha punar variṣṭhāḥ pracoditāḥ karṇarathānuyāne | bhoḥ kṣatriyāḥ śūratamāś ca sarve kṣātre ca dharme niratāḥ stha yūyam | na yuktarūpaṃ bhavatāṃ samīpāt palāyanaṃ karṇam abhiprahāya | tavātmajenāpi tathocyamānāḥ pārtheṣubhiḥ saṃparitapyamānāḥ | naivāvatiṣṭhanta bhayād vivarṇāḥ kṣaṇena naṣṭāḥ pradiśo diśaś ca

Alle Kurus, verlassen, von Pārthas Pfeilen versengt, vergingen; dann wurden die Vornehmsten von Suyodhana [Duryodhana] wiederum angetrieben, Karṇas Wagen zu folgen: „Ihr Kṣatriyas, ihr alle tapfersten, dem Kṣatriya-Recht ergeben seid ihr - es ziemt sich nicht für euch, aus der Nähe zu fliehen und Karṇa im Stich zu lassen!“ Doch obwohl so auch von deinem Sohn angesprochen, von Pārthas Pfeilen versengt, blieben sie, bleich vor Furcht, keineswegs stehen; im Nu verschwanden sie in die Zwischen- und Himmelsrichtungen.

Wort für Wort
praṇeśuḥ kuravaḥ vihīnāḥ
die Kurus, verlassen, vergingen (praṇeśuḥ kuravaḥ vihīnāḥ)
pārtheṣubhiḥ saṃparitapyamānāḥ
von Pārthas Pfeilen versengt (pārtheṣubhiḥ saṃparitapyamānāḥ)
variṣṭhāḥ pracoditāḥ karṇarathānuyāne
die Vornehmsten angetrieben, Karṇas Wagen zu folgen (variṣṭhāḥ pracoditāḥ karṇarathānuyāne)
kṣātre dharme niratāḥ stha yūyam
dem Kṣatriya-Recht ergeben seid ihr (kṣātre dharme niratāḥ stha yūyam)
na yuktarūpam palāyanam
es ziemt sich nicht, zu fliehen (na yuktarūpam palāyanam)
naiva avatiṣṭhanta bhayāt vivarṇāḥ
blieben keineswegs stehen, bleich vor Furcht (naiva avatiṣṭhanta bhayāt vivarṇāḥ)
kṣaṇena naṣṭāḥ pradiśaḥ diśaḥ
im Nu verschwanden sie in die Richtungen (kṣaṇena naṣṭāḥ pradiśaḥ diśaḥ)

sa sarvataḥ prekṣya diśo viśūnyā bhayāvadīrṇaiḥ kurubhir vihīnaḥ | na vivyathe bhārata tatra karṇaḥ pratīpam evārjunam abhyadhāvat

Er, nach allen Seiten die leeren Richtungen betrachtend, verlassen von den vor Furcht zerstreuten Kurus - Karṇa erzitterte dort dennoch nicht, o Bhārata; er stürmte geradewegs auf Arjuna zu.

Wort für Wort
sarvataḥ diśaḥ viśūnyāḥ prekṣya
nach allen Seiten die leeren Richtungen betrachtend (sarvataḥ diśaḥ viśūnyāḥ prekṣya)
bhayāvadīrṇaiḥ kurubhiḥ vihīnaḥ
verlassen von den vor Furcht zerstreuten Kurus (bhayāvadīrṇaiḥ kurubhiḥ vihīnaḥ)
na vivyathe
erzitterte nicht (na vivyathe)
pratīpam arjunam abhyadhāvat
stürmte geradewegs auf Arjuna zu (pratīpam arjunam abhyadhāvat)

mahārathaḥ sūtaputras tathāpi

der große Wagenkämpfer, der Sohn des Wagenlenkers, dennoch [...]

Wort für Wort
mahārathaḥ sūtaputraḥ
der große Wagenkämpfer, der Sohn des Wagenlenkers (mahārathaḥ sūtaputraḥ)
tathāpi
dennoch (unvollendeter Satzanschluss)

Dieser Halbvers bricht am Kapitelende ab; der Satz wird erst im folgenden Kapitel (66) fortgesetzt, das dort mit 'saṃjaya uvāca' neu einsetzt. Das Satzfragment wird hier unvollständig belassen, wie es die Quelle bietet.

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