Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Karṇaparva

Kapitel 63: karṇārjunayor dvairathayuddhārambhaḥ, devānāṃ pakṣagrahaṇam Der Beginn des Zweikampfs zwischen Karṇa und Arjuna und die Parteinahme der Götter

vṛṣasenaṃ hataṃ dṛṣṭvā śokāmarṣasamanvitaḥ / muktvā śokodbhavaṃ vāri netrābhyāṃ sahasā vṛṣaḥ

Saṃjaya sprach: Als er Vṛṣasena erschlagen sah, von Kummer und Zorn erfüllt, ließ der Stiergleiche plötzlich das aus Kummer entstandene Wasser aus beiden Augen strömen,

Wort für Wort
śokāmarṣasamanvitaḥ
von Kummer und Zorn erfüllt (Nom.)
śokodbhavam vāri
das aus Kummer entstandene Wasser, die Tränen (Akk.)
vṛṣaḥ
der Stiergleiche, Karṇa (Nom.)

rathena karṇas tejasvī jagāmābhimukho ripūn / yuddhāyāmarṣatāmrākṣaḥ samāhūya dhanaṃjayam

und der glanzvolle Karṇa fuhr mit seinem Wagen den Feinden entgegen, mit vor Zorn kupferroten Augen, Dhanañjaya zum Kampf herausfordernd.

Wort für Wort
abhimukhaḥ jagāma
er fuhr entgegen (Perf.)
amarṣatāmrākṣaḥ
mit vor Zorn kupferroten Augen (Nom.)
samāhūya
herausfordernd (Abs.)

tau rathau sūryasaṃkāśau vaiyāghraparivāraṇau / sametau dadṛśus tatra dvāv ivārkau samāgatau

Jene beiden Wagen, sonnengleich, mit Tigerfellen umhüllt, sah man dort vereint, wie zwei zusammengekommene Sonnen.

Wort für Wort
sūryasaṃkāśau
sonnengleich (Nom.Dual)
vaiyāghraparivāraṇau
mit Tigerfellen umhüllt (Nom.Dual)
dvau arkau iva
wie zwei Sonnen (Vergleich)

śvetāśvau puruṣādityāv āsthitāv arimardanau / rathau caturbhir jaladair bhagamitrāv ivāmbare / śuśubhāte mahātmānau candrādityau yathā divi

Die beiden weißpferdigen, den Sonnen unter den Männern gleichenden, die beiden Feindebezwinger, auf ihren Wagen stehend, wie zwei mit vier Wolken [begleitete] Freunde der Sonne am Himmel - die beiden Hochgesinnten erglänzten wie Mond und Sonne am Himmel.

Wort für Wort
puruṣādityau
die Sonnen unter den Männern (Nom.Dual)
arimardanau
die Feindebezwinger (Nom.Dual)
candrādityau yathā
wie Mond und Sonne (Vergleich)

tau dṛṣṭvā vismayaṃ jagmuḥ sarvabhūtāni māriṣa / trailokyavijaye yattāv indravairocanāv iva

Als sie die beiden sahen, gerieten alle Wesen in Staunen, o Verehrungswürdiger, wie beim Anblick von Indra und Vairocana, die sich um den Sieg über die drei Welten bemühen.

Wort für Wort
vismayam jagmuḥ
sie gerieten in Staunen (Aor.)
trailokyavijaye yattau
sich um den Sieg über die drei Welten bemühend (Nom.Dual)
indravairocanau iva
wie Indra und Vairocana (Vergleich)

rathajyātalanirhrādair bāṇaśaṅkharavair api / tau rathāv abhidhāvantau samālokya mahīkṣitām

Durch das Dröhnen der Bogensehnen-Handflächen-Schläge und den Klang von Pfeilen und Muschelhörnern, als man die beiden heranstürmenden Wagen erblickte, vor den Augen der Erdenherrscher,

Wort für Wort
rathajyātalanirhrādaiḥ
durch das Dröhnen der Bogensehne-Handflächen-Schläge (Instr.)
abhidhāvantau
heranstürmend (Part.Dual)
mahīkṣitām
der Erdenherrscher (Gen.Pl.)

dhvajau ca dṛṣṭvā saṃsaktau vismayaḥ samapadyata / hastikakṣyāṃ ca karṇasya vānaraṃ ca kirīṭinaḥ

und als man die beiden ineinander verhakten Banner sah - Karṇas Elefantengurt-Banner und den Affen des Diademträgers -, entstand Staunen.

Wort für Wort
saṃsaktau dhvajau
die beiden ineinander verhakten Banner (Akk.Dual)
hastikakṣyām
das Elefantengurt-Banner (Akk.)
vānaram
den Affen (Akk., Arjunas Banner)

tau rathau saṃprasaktau ca dṛṣṭvā bhārata pārthivāḥ / siṃhanādaravāṃś cakruḥ sādhuvādāṃś ca puṣkalān

Als die Fürsten die beiden eng vereinten Wagen sahen, o Bhārata, stießen sie Löwenrufe aus und laute Beifallsrufe.

Wort für Wort
saṃprasaktau
eng vereint (Akk.Dual)
siṃhanādaravān
Löwenrufe (Akk.Pl.)
sādhuvādān puṣkalān
laute Beifallsrufe (Akk.Pl.)

śrutvā tu dvairathaṃ tābhyāṃ tatra yodhāḥ samantataḥ / cakrur bāhuvalaṃ caiva tathā celavalaṃ mahat

Als sie von dem Zweikampf der beiden hörten, erzeugten dort die Krieger ringsum ein großes Geräusch mit ihren Armen und ebenso ein großes Geräusch mit ihren wehenden Gewändern.

Wort für Wort
dvairatham
den Zweikampf (Akk.)
bāhuvalam
das Armgeräusch (Akk.)
celavalam mahat
das große Gewand-Geräusch (Akk.)

ājagmuḥ kuravas tatra vāditrānugatās tadā / karṇaṃ praharṣayantaś ca śaṅkhān dadhmuś ca puṣkalān / rādheyam abhito dadhmuḥ śaṅkhāñ śatasahasraśaḥ

Da kamen die Kurus dort heran, von Musikinstrumenten begleitet, Karṇa erfreuend, und bliesen laute Muschelhörner; ringsum bliesen sie für den Rādheya hunderttausendfach die Muschelhörner.

Wort für Wort
vāditrānugatāḥ
von Musikinstrumenten begleitet (Nom.Pl.)
praharṣayantaḥ
erfreuend (Part.)
śatasahasraśaḥ
hunderttausendfach (Adv.)

tathaiva pāṇḍavāḥ sarve harṣayanto dhanaṃjayam / tūryaśaṅkhaninādena diśaḥ sarvā vyanādayan / kṣveḍitāsphoṭitotkruṣṭais tumulaṃ sarvato 'bhavat / bāhughoṣāś ca vīrāṇāṃ karṇārjunasamāgame

Ebenso erfüllten alle Pāṇḍavas, Dhanañjaya erfreuend, mit dem Dröhnen von Pauken und Muschelhörnern alle Himmelsrichtungen; durch Kampfrufe, Handklatschen und Aufschreie entstand von allen Seiten ein Getümmel, und das Armgeräusch der Helden bei der Begegnung von Karṇa und Arjuna.

Wort für Wort
harṣayantaḥ
erfreuend (Part.Pl.)
vyanādayan
sie erfüllten mit Klang (Impf.)
kṣveḍitāsphoṭitotkruṣṭaiḥ
durch Kampfrufe, Handklatschen und Aufschreie (Instr.)

tau dṛṣṭvā puruṣavyāghrau rathasthau rathināṃ varau / pragṛhītamahācāpau śaraśaktigadāyudhau

Als man die beiden Tiger unter den Männern sah, auf ihren Wagen stehend, die besten der Wagenkämpfer, mit ergriffenen großen Bögen, mit Pfeil, Speer und Keule bewaffnet,

Wort für Wort
puruṣavyāghrau
die beiden Tiger unter den Männern (Akk.Dual)
pragṛhītamahācāpau
mit ergriffenen großen Bögen (Akk.Dual)
śaraśaktigadāyudhau
mit Pfeil, Speer und Keule bewaffnet (Akk.Dual)

varmiṇau baddhanistriṃśau śvetāśvau śaṅkhaśobhinau / kṛṣṇaśalyarathopetau tulyarūpau mahārathau / siṃhaskandhau siṃhabhujau raktākṣau hemamālinau / cāpavidyuddhvajopetau śastrasaṃpattiśobhinau / camaravyajanopetau śvetacchattrābhiśobhinau

gepanzert, mit umgeschnallten Schwertern, weißpferdig, mit Muschelschmuck geziert, von Kṛṣṇa und Śalya als Wagenlenkern begleitet, von gleicher Gestalt, die beiden großen Wagenkämpfer, löwenschultrig, löwenarmig, rotäugig, mit goldenen Kränzen geschmückt, mit blitzbogen-gleichen Bannern versehen, durch die Pracht ihrer Waffen glänzend, mit Yakschwänzen und Fächern versehen, durch weiße Schirme erstrahlend,

Wort für Wort
baddhanistriṃśau
mit umgeschnallten Schwertern (Nom.Dual)
siṃhaskandhau siṃhabhujau
löwenschultrig, löwenarmig (Nom.Dual)
cāpavidyuddhvajopetau
mit blitzbogen-gleichen Bannern versehen (Nom.Dual)

tūṇīravarasaṃpannau dvāv api sma sudarśanau / raktacandanadigdhāṅgau samadau vṛṣabhāv iva

mit vorzüglichen Köchern ausgestattet, beide von schönem Anblick, mit rotem Sandel bestrichenen Gliedern, wie zwei brünstige Stiere.

Wort für Wort
tūṇīravarasaṃpannau
mit vorzüglichen Köchern ausgestattet (Nom.Dual)
raktacandanadigdhāṅgau
mit rotem Sandel bestrichenen Gliedern (Nom.Dual)
samadau vṛṣabhau iva
wie zwei brünstige Stiere (Vergleich)

siṃhaskandhapratīkāśau vyūḍhoraskau mahābalau / anyonyaspardhinau rājann anyonyasya vadhaiṣiṇau / anyonyam abhidhāvantau goṣṭheṣv iva maharṣabhau / prabhinnāv iva mātaṅgau saṃrabdhāv iva cācalau

löwenschultergleich, breitbrüstig, überaus stark, einander rivalisierend, o König, nach des anderen Tod trachtend, aufeinander losstürmend wie zwei mächtige Stiere in den Kuhhürden, wie zwei brünstige Elefanten, wie zwei erzürnte Berge,

Wort für Wort
vyūḍhoraskau
breitbrüstig (Nom.Dual)
anyonyaspardhinau
einander rivalisierend (Nom.Dual)
maharṣabhau
zwei mächtige Stiere (Nom.Dual, Gleichnis)

āśīviṣasamaprakhyau yamakālāntakopamau / indravṛtrāv iva kruddhau sūryācandramasaprabhau

den Giftschlangen gleich an Schein, Yama und dem todbringenden Antaka gleich, wie der erzürnte Indra und Vṛtra, von Sonnen- und Mondglanz,

Wort für Wort
āśīviṣasamaprakhyau
den Giftschlangen gleich an Schein (Nom.Dual)
indravṛtrau iva kruddhau
wie der erzürnte Indra und Vṛtra (Vergleich)
sūryācandramasaprabhau
von Sonnen- und Mondglanz (Nom.Dual)

mahāgrahāv iva krūrau yugānte samupasthitau / devagarbhau devasamau devatulyau ca rūpataḥ

wie zwei grausame große Planeten, die am Ende eines Weltzeitalters erscheinen, göttlichen Ursprungs, göttergleich und der Gestalt nach den Göttern ebenbürtig,

Wort für Wort
mahāgrahau iva krūrau
wie zwei grausame große Planeten (Vergleich)
yugānte samupasthitau
am Ende eines Weltzeitalters erscheinend (Nom.Dual)
devagarbhau
göttlichen Ursprungs (Nom.Dual)

yadṛcchayā sameyātāṃ sūryācandramasāv iva / balinau samare dṛptau nānāśastradharau yudhi / tau dṛṣṭvā puruṣavyāghrau śārdūlāv iva vegitau / babhūva paramo harṣas tāvakānāṃ viśāṃ pate / saṃśayaḥ sarvabhūtānāṃ vijaye samapadyata

durch Zufall zusammengekommen, wie Sonne und Mond, kraftvoll im Kampf, stolz, mit mancherlei Waffen im Kampf bewaffnet - als man diese beiden Tiger unter den Männern sah, wie zwei Panther in Bewegung, entstand höchste Freude bei deinen Leuten, Herr der Völker; und bei allen Wesen entstand Zweifel über den Sieg.

Wort für Wort
yadṛcchayā sameyātām
durch Zufall zusammengekommen (3.Dual)
śārdūlau iva vegitau
wie zwei Panther in Bewegung (Vergleich)
saṃśayaḥ ... samapadyata
Zweifel entstand (Aor.)

sametau puruṣavyāghrau prekṣya karṇadhanaṃjayau / ubhau varāyudhadharāv ubhau raṇakṛtaśramau / ubhāv astrabhṛtāṃ śreṣṭhāv ubhau siṃhaparākramau / ubhau ca bāhuśabdena nādayantau nabhastalam

Als man die beiden vereinten Tiger unter den Männern erblickte, Karṇa und Dhanañjaya - beide mit vorzüglichen Waffen bewaffnet, beide in der Schlacht ermüdet, beide die besten der Waffenträger, beide von Löwenmut, und beide, die mit dem Geräusch ihrer Arme das Himmelsgewölbe erfüllten,

Wort für Wort
varāyudhadharau
mit vorzüglichen Waffen bewaffnet (Nom.Dual)
astrabhṛtāṃ śreṣṭhau
die besten der Waffenträger (Nom.Dual)
nabhastalam nādayantau
das Himmelsgewölbe erfüllend (Akk.+Part.Dual)

ubhau viśrutakarmāṇau pauruṣeṇa balena ca / ubhau ca sadṛśau yuddhe śambarāmararājayoḥ / kārtavīryasamau yuddhe tathā dāśaratheḥ samau / viṣṇuvīryasamau vīrye tathā bhavasamau yudhi

beide durch Mannestapferkeit und Kraft von berühmten Taten, beide im Kampf dem Śambara und dem König der Unsterblichen [Indra] gleich, Kārtavīrya im Kampf gleich, ebenso dem Sohn des Daśaratha gleich, in der Tapferkeit Viṣṇus Kraft gleich, ebenso Bhava [Śiva] im Kampf gleich,

Wort für Wort
viśrutakarmāṇau
von berühmten Taten (Nom.Dual)
śambarāmararājayoḥ samau
dem Śambara und dem König der Unsterblichen gleich (Nom.Dual+Gen.)
dāśaratheḥ samau
dem Sohn des Daśaratha (Rāma) gleich (Nom.Dual+Gen.)

ubhau śvetahayau rājan rathapravaravāhinau / sārathī pravarau caiva tayor āstāṃ mahābalau

beide weißpferdig, o König, von vorzüglichen Wagenrossen gezogen; und die beiden vorzüglichen, überaus starken Wagenlenker waren bei ihnen.

Wort für Wort
rathapravaravāhinau
von vorzüglichen Wagenrossen gezogen (Nom.Dual)
sārathī pravarau
die beiden vorzüglichen Wagenlenker (Nom.Dual)

tau tu dṛṣṭvā mahārāja rājamānau mahārathau / siddhacāraṇasaṃghānāṃ vismayaḥ samapadyata

Als man die beiden strahlenden großen Wagenkämpfer sah, Großkönig, entstand Staunen bei den Scharen der Siddhas und Cāraṇas.

Wort für Wort
rājamānau
strahlend (Akk.Dual)
siddhacāraṇasaṃghānām
bei den Scharen der Siddhas und Cāraṇas (Gen.Pl.)

dhārtarāṣṭrās tataḥ karṇaṃ sabalā bharatarṣabha / parivavrur mahātmānaṃ kṣipram āhavaśobhinam

Da umringten die Dhṛtarāṣṭra-Söhne mit ihren Truppen rasch den hochgesinnten Karṇa, den in der Schlacht Erstrahlenden, o Stier der Bharatas.

Wort für Wort
sabalāḥ
mit ihren Truppen (Nom.Pl.)
parivavruḥ
sie umringten (Perf.)
āhavaśobhinam
den in der Schlacht Erstrahlenden (Akk.)

tathaiva pāṇḍavā hṛṣṭā dhṛṣṭadyumnapurogamāḥ / yamau ca cekitānaś ca prahṛṣṭāś ca prabhadrakāḥ / nānādeśyāś ca ye śūrāḥ śiṣṭā yuddhābhinandinaḥ / te sarve sahitā hṛṣṭāḥ parivavrur dhanaṃjayam / rirakṣiṣantaḥ śatrughnāḥ patyaśvarathakuñjaraiḥ / dhanaṃjayasya vijaye dhṛtāḥ karṇavadhe 'pi ca / tathaiva tāvakāḥ sarve yattāḥ senāprahāriṇaḥ / duryodhanamukhā rājan karṇaṃ jugupur āhave

Ebenso umringten die erfreuten Pāṇḍavas, mit Dhṛṣṭadyumna an der Spitze, die Zwillinge, Cekitāna und die hocherfreuten Prabhadrakas, und die aus verschiedenen Ländern übriggebliebenen, am Kampf sich erfreuenden Helden - sie alle, vereint, erfreut, umringten Dhanañjaya, ihn zu schützen entschlossen, die Feindevernichter, mit Fußvolk, Pferden, Wagen und Elefanten, auf Dhanañjayas Sieg und auch auf Karṇas Tod bedacht; ebenso bewachten alle deine Leute, bereit, die Heerschläger, mit Duryodhana an der Spitze, o König, Karṇa in der Schlacht.

Wort für Wort
rirakṣiṣantaḥ
ihn zu schützen entschlossen (Desid.Part.)
śatrughnāḥ
die Feindevernichter (Nom.Pl.)
senāprahāriṇaḥ
die Heerschläger (Nom.Pl.)

parivavrur mahātmānaṃ pārtham apratimaṃ yudhi / tāvakānāṃ raṇe karṇo glaha āsīd viśāṃ pate / tathaiva pāṇḍaveyānāṃ glahaḥ pārtho 'bhavad yudhi

sie umringten den hochgesinnten, im Kampf unvergleichlichen Pārtha. Für deine Leute war Karṇa der Einsatz in der Schlacht, Herr der Völker; ebenso war für die Söhne des Pāṇḍu Pārtha der Einsatz im Kampf.

Wort für Wort
apratimam yudhi
im Kampf unvergleichlich (Akk.)
glahaḥ āsīt
er war der Einsatz [beim Würfelspiel] (Perf.)

ta eva sabhyās tatrāsan prekṣakāś cābhavan sma te / tatraiṣāṃ glahamānānāṃ dhruvau jayaparājayau

Eben diese waren dort die Ratsversammelten, und sie waren die Zuschauer; dort waren für diese Wettenden Sieg und Niederlage gewiss.

Wort für Wort
sabhyāḥ
die Ratsversammelten (Nom.Pl.)
glahamānānām
der Wettenden (Gen.Pl.)
jayaparājayau
Sieg und Niederlage (Nom.Dual)

tābhyāṃ dyūtaṃ samāyattaṃ vijayāyetarāya vā / asmākaṃ paṇḍavānāṃ ca sthitānāṃ raṇamūrdhani

Durch die beiden [Karṇa und Arjuna] war das Würfelspiel entschieden, sei es zum Sieg oder zum Gegenteil, für uns und die Pāṇḍavas, die an der Spitze der Schlacht standen.

Wort für Wort
dyūtam samāyattam
das Würfelspiel war entschieden (Nom.)
vijayāya itarāya vā
zum Sieg oder zum Gegenteil (Dat.)
raṇamūrdhani sthitānām
die an der Spitze der Schlacht standen (Gen.Pl.+Lok.)

tau tu sthitau mahārāja samare yuddhaśālinau / anyonyaṃ pratisaṃrabdhāv anyonyasya jayaiṣiṇau

Die beiden aber, kampferfahren, standen im Kampf, Großkönig, einander gegenseitig erregt, jeder nach des anderen Sieg trachtend,

Wort für Wort
yuddhaśālinau
kampferfahren (Nom.Dual)
pratisaṃrabdhau
gegenseitig erregt (Nom.Dual)
jayaiṣiṇau
nach dem Sieg trachtend (Nom.Dual)

tāv ubhau prajihīrṣetām indravṛtrāv ivābhitaḥ / bhīmarūpadharāv āstāṃ mahādhūmāv iva grahau

die beiden wollten einander ringsum ergreifen wie Indra und Vṛtra; sie trugen furchtbare Gestalt, wie zwei große, rauchende Planeten.

Wort für Wort
prajihīrṣetām
sie wollten ergreifen (Desid.)
bhīmarūpadharau
furchtbare Gestalt tragend (Nom.Dual)
mahādhūmau iva grahau
wie zwei große rauchende Planeten (Vergleich)

tato 'ntarikṣe sākṣepā vivādā bharatarṣabha / mitho bhedāś ca bhūtānām āsan karṇārjunāntare / vyāśrayanta diśo bhinnāḥ sarvalokāś ca māriṣa

Da entstanden in der Luft vorwurfsvolle Streitigkeiten, o Stier der Bharatas, und gegenseitige Zwietracht unter den Wesen wegen Karṇa und Arjuna; geteilt, wandten sich alle Welten den [verschiedenen] Himmelsrichtungen zu, o Verehrungswürdiger.

Wort für Wort
sākṣepāḥ vivādāḥ
vorwurfsvolle Streitigkeiten (Nom.Pl.)
mithaḥ bhedāḥ
gegenseitige Zwietracht (Nom.Pl.)
vyāśrayanta diśaḥ bhinnāḥ
geteilt wandten sie sich den Himmelsrichtungen zu (Impf.)

devadānavagandharvāḥ piśācoragarākṣasāḥ / pratipakṣagrahaṃ cakruḥ karṇārjunasamāgame

Götter, Dānavas, Gandharvas, Piśācas, Schlangen und Rākṣasas nahmen entgegengesetzte Parteien bei der Begegnung von Karṇa und Arjuna.

Wort für Wort
piśācoragarākṣasāḥ
Piśācas, Schlangen und Rākṣasas (Nom.Pl.)
pratipakṣagraham cakruḥ
sie nahmen entgegengesetzte Parteien (Perf.+Akk.)

dyaur āsīt karṇato vyagrā sanakṣatrā viśāṃ pate / bhūmir viśālā pārthasya mātā putrasya bhārata

Der Himmel mit seinen Sternen war um Karṇas willen in Aufruhr, Herr der Völker; die weite Erde war für Pārtha, als Mutter für ihren Sohn, o Bhārata.

Wort für Wort
vyagrā
in Aufruhr (Nom.)
sanakṣatrā
mit den Sternen (Nom.)
mātā putrasya
die Mutter für ihren Sohn (Nom.+Gen., Gleichnis)

saritaḥ sāgarāś caiva girayaś ca narottama / vṛkṣāś cauṣadhayas tatra vyāśrayanta kirīṭinam / asurā yātudhānāś ca guhyakāś ca paraṃtapa / karṇataḥ samapadyanta khecarāṇi vayāṃsi ca

Flüsse, Meere und Berge, bester der Männer, und Bäume und Heilkräuter neigten sich dort dem Diademträger zu; Asuras, Yātudhānas und Guhyakas, Feindebezwinger, hielten sich zu Karṇa, ebenso die durch die Luft fliegenden Vögel.

Wort für Wort
vyāśrayanta
sie neigten sich zu (Impf.)
yātudhānāḥ guhyakāḥ
Yātudhānas und Guhyakas (Nom.Pl.)
khecarāṇi vayāṃsi
die durch die Luft fliegenden Vögel (Nom.Pl.)

**** **** hṛṣṭarūpāḥ samantataḥ / munayaś cāraṇāḥ siddhāḥ / ratnāni nidhayaḥ sarve vedāś cākhyānapañcamāḥ / sopavedopaniṣadaḥ sarahasyāḥ sasaṃgrahāḥ

[Lücke im Quelltext] ... freudig gestimmt, ringsum, die Weisen, Cāraṇas und Siddhas; alle Juwelen und Schätze, sowie die Veden mit den Erzählungen als fünftem, samt den Upavedas und Upaniṣaden, mit ihren Geheimlehren und Zusammenfassungen [neigten sich Arjuna zu].

Wort für Wort
hṛṣṭarūpāḥ
freudig gestimmt (Nom.Pl.)
ākhyānapañcamāḥ vedāḥ
die Veden mit den Erzählungen als fünftem (Nom.Pl.)
sarahasyāḥ sasaṃgrahāḥ
mit ihren Geheimlehren und Zusammenfassungen (Nom.Pl.)

Der Quelltext weist an dieser Stelle (*0984_01) eine Textlücke auf, markiert durch die Zeichenfolge '**** ****'; die Übersetzung folgt dem erkennbaren Rest des Verses, ohne die fehlenden Wörter zu ergänzen.

vāsukiś citrasenaś ca takṣakaś copatakṣakaḥ / parvatāś ca tathā sarve kādraveyāś ca sānvayāḥ / viṣavanto mahāroṣā nāgāś cārjunato 'bhavan

Vāsuki, Citrasena, Takṣaka und Upatakṣaka, und ebenso alle Berge, und die Kadraveyas mit ihrer Sippe, die giftigen, überaus zornigen Schlangen, hielten sich zu Arjuna.

Wort für Wort
kādraveyāḥ sānvayāḥ
die Kadraveyas mit ihrer Sippe (Nom.Pl.)
viṣavantaḥ mahāroṣāḥ nāgāḥ
die giftigen, überaus zornigen Schlangen (Nom.Pl.)

airāvatāḥ saurabheyā vaiśāleyāś ca bhoginaḥ / ete 'bhavann arjunataḥ kṣudrasarpās tu karṇataḥ

Die Airāvata-, Saurabheya- und Vaiśāleya-Schlangen - diese hielten sich zu Arjuna, die kleinen Schlangen aber zu Karṇa.

Wort für Wort
bhoginaḥ
die Schlangen (Nom.Pl.)
kṣudrasarpāḥ
die kleinen Schlangen (Nom.Pl.)

īhāmṛgā vyāḍamṛgā maṅgalyāś ca mṛgadvijāḥ / maṅgaḷyāḥ paśavaś caiva siṃhavyāghrās tathaiva ca / pārthasya vijayaṃ rājan sarva evābhisaṃśritāḥ

Wildkatzen, Raubtiere, und die als Glücksboten geltenden Tier-Vögel, und das Vieh der Glücksboten, ebenso Löwen und Tiger - alle setzten auf Pārthas Sieg, o König.

Wort für Wort
īhāmṛgāḥ vyāḍamṛgāḥ
Wildkatzen, Raubtiere (Nom.Pl.)
maṅgalyāḥ mṛgadvijāḥ
die als Glücksboten geltenden Tier-Vögel (Nom.Pl.)
abhisaṃśritāḥ
setzten auf, verließen sich auf (Nom.Pl.)

vasavo marutaḥ sādhyā rudrā viśve 'śvinau tathā / arjunasya jaye cāstām aśvināv api sapriyau / agnir indraś ca somaś ca pavanaś ca diśo daśa

Die Vasus, Maruts, Sādhyas, Rudras, die Viśvedevas und ebenso die beiden Aśvins, und die beiden befreundeten Aśvins waren für Arjunas Sieg; Agni, Indra, Soma, der Wind und die zehn Himmelsrichtungen,

Wort für Wort
vasavaḥ marutaḥ sādhyāḥ
die Vasus, Maruts, Sādhyas (Nom.Pl.)
arjunasya jaye
für Arjunas Sieg (Gen.+Lok.)
diśaḥ daśa
die zehn Himmelsrichtungen (Nom.Pl.)

karṇataḥ samapadyanta śvasṛgālavayāṃsi ca / mṛgāś ca paśavaś caiva siṃhavyāghrās tathaiva ca / vasavaś ca mahendreṇa marutaś ca sahāgninā / agni(gnī ?) rudraś ca somaś ca yamo vaiśravaṇas tadā / dhanaṃjayam upājagmur ādityāḥ karṇato 'bhavan

hielten sich zu Karṇa - Hunde, Schakale und Vögel, Wildtiere und Vieh, Löwen und Tiger ebenso, sowie die Vasus mit Mahendra und die Maruts samt Agni, Agni, Rudra und Soma, und Yama, Vaiśravaṇa da - während die Ādityas zu Dhanañjaya kamen; [andere Ādityas jedoch] hielten sich zu Karṇa.

Wort für Wort
śvasṛgālavayāṃsi
Hunde, Schakale und Vögel (Nom.Pl.)
mahendreṇa
mit Mahendra (Instr.)
ādityāḥ
die Ādityas (Nom.Pl.)

Diese Aufzählung widerspricht sich an dieser Stelle offenkundig: Vasus, Maruts und Agni wurden bereits in den vorangehenden Versen (038-039a) ausdrücklich Arjuna zugeschrieben, werden hier jedoch erneut, in den Apparatszeilen *0987/*0988, Karṇa zugeordnet. Dies wird als Spur einer abweichenden oder doppelten Überlieferungsschicht gewertet und hier unharmonisiert wiedergegeben, statt die Widersprüche stillschweigend zu glätten.

viśaḥ śūdrāś ca sūtāś ca varṇasaṃkarajāś ca ye / sarvasattveṣu te rājan rādheyam abhajaṃs tadā

Die Vaiśyas, Śūdras, Sūtas und die aus Kastenmischung Geborenen - unter allen Wesen huldigten diese, o König, damals dem Rādheya.

Wort für Wort
varṇasaṃkarajāḥ
die aus Kastenmischung Geborenen (Nom.Pl.)
abhajan
sie huldigten (Impf.)

devās tu pitṛbhiḥ sārdhaṃ sagaṇārjunato 'bhavan / yamo vaiśravaṇaś caiva varuṇaś ca yato 'rjunaḥ / brahma kṣatraṃ ca yajñāś ca dakṣiṇāś cārjunaṃ śritāḥ

Die Götter aber, zusammen mit den Ahnen und ihren Scharen, hielten sich zu Arjuna; Yama, Vaiśravaṇa und Varuṇa waren dort, wo Arjuna war; der Brahmanenstand, der Kriegerstand, die Opfer und die Opfergaben hielten sich zu Arjuna.

Wort für Wort
pitṛbhiḥ sārdham
zusammen mit den Ahnen (Instr.)
yataḥ arjunaḥ
wo Arjuna war (Adv.)
dakṣiṇāḥ
die Opfergaben (Nom.Pl.)

asurā yātudhānāś ca kravyādāś ca mṛgāṇḍajāḥ / rākṣasāḥ saha yādobhiḥ śvasṛgālāś ca karṇataḥ

Die Asuras, Yātudhānas, fleischfressenden und eierlegenden Geschöpfe, die Rākṣasas samt den Wassertieren, und Hunde und Schakale hielten sich zu Karṇa.

Wort für Wort
kravyādāḥ mṛgāṇḍajāḥ
die fleischfressenden und eierlegenden Geschöpfe (Nom.Pl.)
yādobhiḥ
mit den Wassertieren (Instr.)

devabrahmanṛparṣīṇāṃ gaṇāḥ pāṇḍavato 'bhavan / devarṣibrahmarṣigaṇāḥ sarve ca khacarāś ca ye

Die Scharen der Götter, Brahmanen, Könige und Seher hielten sich zu dem Pāṇḍava; die Scharen der Götterseher und Brahmanenseher, und alle, die durch die Luft fahren,

Wort für Wort
devabrahmanṛparṣīṇām
der Götter, Brahmanen, Könige und Seher (Gen.Pl.)
khacarāḥ
die durch die Luft Fahrenden (Nom.Pl.)

tumburupramukhā rājan gandharvāś ca yato 'rjunaḥ / prāveyāḥ saha mauneyair gandharvāpsarasāṃ gaṇāḥ

die mit Tumburu an der Spitze stehenden Gandharvas, o König, waren dort, wo Arjuna war; die Prāveya-Gandharvas mit den Mauneya-Gandharvas, die Scharen der Gandharvas und Apsaras,

Wort für Wort
tumburupramukhāḥ
mit Tumburu an der Spitze (Nom.Pl.)
gandharvāpsarasāṃ gaṇāḥ
die Scharen der Gandharvas und Apsaras (Nom.Pl.)

sahāpsarobhiḥ śubhrābhir devadūtāś ca guhyakāḥ / kirīṭinaṃ saṃśritāḥ sma puṇyagandhā manoramāḥ / amanojñāś ca ye gandhās te sarve karṇam āśritāḥ / viparītāny aniṣṭāni bhavanti vinaśiṣyatām / yāny antakāle puruṣaṃ viparītam upadrutam / praviśanti naraṃ kṣipraṃ mṛtyukāle 'bhyupāgate / te bhāvāḥ sahitāḥ karṇaṃ praviṣṭāḥ sūtanandanam

mit den strahlenden Apsaras, die Götterboten und Guhyakas, wohlriechend und liebreizend, hielten sich zu dem Diademträger; und alle unangenehmen Düfte hielten sich zu Karṇa. Die widrigen, unheilvollen Vorzeichen, die für die dem Untergang Geweihten eintreten, die zur Todesstunde plötzlich in einen bedrängten Menschen eindringen, wenn die Zeit des Todes naht - diese Erscheinungen, zusammen, drangen in Karṇa, den Sohn des Sūta, ein.

Wort für Wort
puṇyagandhāḥ manoramāḥ
wohlriechend und liebreizend (Nom.Pl.)
viparītāni aniṣṭāni
die widrigen, unheilvollen Vorzeichen (Nom.Pl.)
mṛtyukāle abhyupāgate
wenn die Zeit des Todes naht (Lok.Abs.)

ojas tejaś ca siddhiś ca praharṣaḥ satyavikramau / manastuṣṭir jayaś cāpi tathānando nṛpottama / īdṛśāś ca naravyāghra tasmin saṃgrāmasāgare / nimittāni ca śubhrāṇi viviśur jiṣṇum āhave

Kraft, Glanz, Erfolg, Frohsinn, Wahrhaftigkeit und Tapferkeit, Zufriedenheit des Geistes und Sieg, sowie Wonne, bester der Könige - solcherart, Tiger unter den Männern, drangen in jenem Ozean der Schlacht die strahlenden Vorzeichen in den Siegreichen [Arjuna] im Kampf ein.

Wort für Wort
satyavikramau
Wahrhaftigkeit und Tapferkeit (Nom.Dual)
manastuṣṭiḥ
Zufriedenheit des Geistes (Nom.)
jiṣṇum
in den Siegreichen, Arjuna (Akk.)

ṛṣayo brāhmaṇaiḥ sārdham abhajanta kirīṭinam / tato devagaṇaiḥ sārdhaṃ siddhāś ca saha cāraṇaiḥ / dvidhā bhūtā mahārāja vyāśrayanta narottamau / vimānāni vicitrāṇi guṇavanti ca sarvataḥ / samāruhya samājagmur dvairathaṃ karṇapārthayoḥ / didṛkṣavaḥ samājagmuḥ karṇārjunasamāgamam / antarikṣe mahārāja devagandharvarākṣasāḥ / evaṃ sarveṣu bhūteṣu dvidhābhūteṣu bhārata / āśaṃsamāneṣu jayaṃ rādheyasyārjunasya ca / vimānāyutasaṃbādham ākāśam abhavat tadā

Die Seher huldigten, zusammen mit den Brahmanen, dem Diademträger; da hielten sich, zusammen mit den Götterscharen, die Siddhas mit den Cāraṇas, in zwei Lager geteilt, Großkönig, zu den beiden besten Männern; auf wunderbare, allseits vorzügliche Himmelswagen steigend, kamen sie zum Zweikampf zwischen Karṇa und Pārtha; begierig zuzusehen, kamen sie zur Begegnung zwischen Karṇa und Arjuna zusammen - in der Luft, Großkönig, die Götter, Gandharvas und Rākṣasas. So, als alle Wesen sich in zwei Lager geteilt hatten, o Bhārata, dem Sieg Rādheyas beziehungsweise Arjunas entgegensehend, war der Himmel da von zehntausend Himmelswagen gedrängt voll.

Wort für Wort
dvidhā bhūtāḥ
in zwei Lager geteilt (Nom.Pl.)
didṛkṣavaḥ
begierig zuzusehen (Nom.Pl.)
vimānāyutasaṃbādham
von zehntausend Himmelswagen gedrängt voll (Akk.)

īhāmṛgavyāḍamṛgair dvipāś ca rathapattibhiḥ / uhyamānās tathā meghair vāyunā ca manīṣiṇaḥ / didṛkṣavaḥ samājagmuḥ karṇārjunasamāgamam / devadānavagandharvā nāgā yakṣāḥ patatriṇaḥ / maharṣayo vedavidaḥ pitaraś ca svadhābhujaḥ / tapo vidyās tathauṣadhyo nānārūpāmbaratviṣaḥ / antarikṣe mahārāja vinadanto 'vatasthire

Auf Wildkatzen und wilden Tieren, Elefanten, Wagen und Fußtruppen, sowie von Wolken und vom Wind getragen, kamen die Weisen, begierig zuzusehen, zur Begegnung zwischen Karṇa und Arjuna zusammen: Götter, Dānavas, Gandharvas, Nāgas, Yakṣas, Vögel, große Seher, Vedakundige und die von Opferspeise lebenden Ahnen, sowie Askese, Wissenschaften und Heilkräuter, von vielfältiger Gestalt und himmlischem Glanz - sie standen, Großkönig, laut tönend, in der Luft.

Wort für Wort
manīṣiṇaḥ
die Weisen (Nom.Pl.)
svadhābhujaḥ
die von Opferspeise lebenden (Ahnen, Nom.Pl.)
nānārūpāmbaratviṣaḥ
von vielfältiger Gestalt und himmlischem Glanz (Nom.Pl.)

brahmā brahmarṣibhiḥ sārdhaṃ prajāpatibhir eva ca / bhavenāvasthito yānaṃ divyaṃ taṃ deśam abhyayāt

Brahmā, zusammen mit den Brahmanenseherherren und den Prajāpatis, auf Bhavas [Śivas] himmlischem Wagen stehend, begab sich zu jenem Ort.

Wort für Wort
brahmarṣibhiḥ prajāpatibhiḥ
mit den Brahmanenseherherren und den Prajāpatis (Instr.)
bhavena avasthitaḥ yānam
auf Bhavas Wagen stehend (Nom.+Akk.)

sametau tau mahātmānau dṛṣṭvā karṇadhanaṃjayau / arjuno jayatāṃ karṇam iti śakro 'bravīt svayam / jayatām arjunaṃ karṇa iti sūryo 'bhyabhāṣata / hatvārjunaṃ mama sutaḥ karṇo jayatu saṃyuge / hatvā karṇaṃ jayatv adya mama putro dhanaṃjayaḥ / iti sūryasya caivāsīd vivādo vāsavasya ca

Als er die beiden hochgesinnten, vereinten Karṇa und Dhanañjaya sah, sprach Śakra selbst: „Möge Arjuna Karṇa besiegen!“ Und Sūrya sprach: „Möge Karṇa Arjuna besiegen! Nachdem er Arjuna erschlagen hat, möge mein Sohn Karṇa im Kampf siegen!“ Und Indra: „Nachdem er Karṇa erschlagen hat, möge heute mein Sohn Dhanañjaya siegen!“ So entstand ein Streit zwischen Sūrya und Vāsava.

Wort für Wort
śakraḥ svayam abravīt
Śakra selbst sprach (Perf.)
sūryaḥ abhyabhāṣata
Sūrya sprach (Impf.)
vivādaḥ
der Streit (Nom.)

pakṣasaṃsthitayos tatra tayoḥ puruṣasiṃhayoḥ / dvaipakṣam āsīd devānām asurāṇāṃ tathaiva ca / sametau tau mahātmānau dṛṣṭvā karṇadhanaṃjayau / akampanta trayo lokāḥ sahadevarṣicāraṇāḥ / sarve devagaṇāś caiva sarvabhūtāni yāni ca / yataḥ pārthas tato devā yataḥ karṇas tato 'surāḥ / rathayūthapayoḥ pakṣau kurupāṇḍavavīrayoḥ

Für die beiden Löwen unter den Männern, die dort parteiisch feststanden, entstand eine Zweiteilung sowohl der Götter als auch der Asuras; als sie die beiden vereinten hochgesinnten Karṇa und Dhanañjaya sahen, erbebten die drei Welten samt Göttern, Sehern und Cāraṇas, alle Götterscharen und alle Wesen, die es gibt; wo Pārtha war, dort die Götter, wo Karṇa, dort die Asuras - dies waren die Parteien der beiden Wagenführer-Helden von Kuru und Pāṇḍu.

Wort für Wort
dvaipakṣam
eine Zweiteilung (Akk.)
akampanta
sie erbebten (Impf.)
rathayūthapayoḥ pakṣau
die Parteien der beiden Wagenführer-Helden (Nom.Dual)

tataḥ prajāpatis tūrṇam ājagāma mahīpate / dvairathaṃ yudhi taṃ draṣṭuṃ karṇapāṇḍavayos tadā / vijitya karṇaḥ svid imāṃ vasuṃdharām / athārjunaḥ svit pratipadyate 'khilām / itīśvarasyāpi babhūva saṃśayaḥ

Da kam Prajāpati rasch herbei, Erdenherr, um jenen Zweikampf im Kampf zwischen Karṇa und dem Pāṇḍava zu sehen: 'Wird wohl Karṇa siegen und diese Erde erobern, oder wird Arjuna sie ganz erlangen?' - so entstand auch beim Herrn selbst Zweifel.

Wort für Wort
prajāpatiḥ tūrṇam ājagāma
Prajāpati kam rasch herbei (Perf.)
vijitya
erobert habend (Abs.)
saṃśayaḥ
Zweifel (Nom.)

prajāpateḥ prekṣya tayor mahad balam / prajāpatis tu taṃ dṛṣṭvā devabhāgaṃ samāgatam / abravīt tu tato rājan paśyato vai svayaṃbhuvaḥ / ubhāv atirathau śūrāv ubhau dṛḍhaparākramau / ubhau sadṛśakarmāṇau vajricakrāyudhopamau / aho bata mahad yuddhaṃ karṇārjunasamāgame / bhaviṣyati mahāghoraṃ vṛtravāsavayor iva

Prajāpati betrachtete deren große Kraft; als er sah, wie dieser Anteil der Götter dort zusammengekommen war, sprach Prajāpati sodann, o König, während der Selbstentstandene [Brahmā] selbst zusah: „Beide sind vorzügliche Wagenkämpfer, Helden, beide von fester Tapferkeit, beide von gleichartigen Taten, dem Donnerkeil und dem Diskus als Waffen vergleichbar - ach, welch gewaltiger Kampf wird bei der Begegnung von Karṇa und Arjuna entstehen, überaus furchtbar, wie der zwischen Vṛtra und Vāsava!“

Wort für Wort
atirathau
vorzügliche Wagenkämpfer (Nom.Dual)
vajricakrāyudhopamau
dem Donnerkeil und Diskus als Waffen vergleichbar (Nom.Dual)
mahāghoram
überaus furchtbar (Nom.)

Die Sprecherangabe 'saṃjayaḥ' erscheint im Quelltext unmittelbar vor diesem Halbvers, offenbar zur Kennzeichnung der Rückkehr zur Erzählerstimme innerhalb der Apparatszeilen; sie wird hier nicht gesondert übersetzt.

dṛṣṭvā prajāpatiṃ devāḥ svayaṃbhuvam upāgaman / ko 'nayor vijayī deva kurupāṇḍavayodhayoḥ / samo 'stu deva vijaya etayor narasiṃhayoḥ

Als sie Prajāpati sahen, den Selbstentstandenen, näherten sich ihm die Götter: „Wer von diesen beiden wird siegen, Gott, den Kämpfern der Kurus und Pāṇḍavas? Gleich möge, Gott, der Sieg dieser beiden Löwen unter den Männern sein!“

Wort für Wort
svayaṃbhuvam upāgaman
sie näherten sich dem Selbstentstandenen (Perf.)
samaḥ vijayaḥ
gleicher Sieg (Nom.)
narasiṃhayoḥ
der beiden Löwen unter den Männern (Gen.Dual)

tad upaśrutya maghavā praṇipatya pitāmaham / karṇārjunavināśena mā naśyatv akhilaṃ jagat / svayaṃbho brūhi nas tathyam etayor vijayaṃ prabho

Als er dies gehört hatte, sprach Maghavan, sich vor dem Großvater verneigend: „Durch den Untergang von Karṇa und Arjuna möge nicht die ganze Welt untergehen! Selbstentstandener, sag uns die Wahrheit über den Sieg dieser beiden, Herr!“

Wort für Wort
praṇipatya
sich verneigend (Abs.)
mā naśyatu
möge nicht untergehen! (Neg.Imp.)
tathyam
die Wahrheit (Akk.)

svayaṃbho brūhi tad vākyaṃ samo 'stu vijayo 'nayoḥ / vyajñāpayata deveśam idaṃ matimatāṃ varaḥ / pūrvaṃ bhagavatā proktaṃ kṛṣṇayor vijayo dhruvaḥ

„Selbstentstandener, sag jenes Wort - gleich möge der Sieg dieser beiden sein!“ So machte der Beste der Weisen dem Herrn der Götter dies kund: „Zuvor wurde vom Erhabenen verkündet: der Sieg der beiden Kṛṣṇas [Kṛṣṇa und Arjuna] ist gewiss.“

Wort für Wort
matimatāṃ varaḥ
der Beste der Weisen (Nom.)
kṛṣṇayoḥ
der beiden Kṛṣṇas, d.h. Kṛṣṇa und Arjuna (Gen.Dual)
dhruvaḥ
gewiss (Nom.)

evam uktas tu bhagavāñ jaye tābhyām aniścite / ity abravīn mahārāja mahān brahmā prajāpatiḥ / dvāv apy etau hi kṛtinau dvāv apy atibalotkaṭau / bhaviṣyaty anayor yuddhaṃ trailokyasya bhayāvaham / tataḥ prajāpatiṃ tatra sahasrākṣo 'bhyacodayat / tat tathāstu namas te 'stu prasīda bhagavan mama

So angesprochen, da der Sieg der beiden ungewiss war, sprach der Erhabene, der große Brahmā Prajāpati, so, Großkönig: „Beide sind vollendet, beide von übermäßig gewaltiger Kraft; ein Kampf zwischen ihnen wird entstehen, der den drei Welten Furcht einflößt.“ Da drängte der Tausendäugige [Indra] dort Prajāpati: „So sei es - Verehrung sei dir! Sei mir gnädig, Erhabener!“

Wort für Wort
aniścite jaye
als der Sieg ungewiss war (Lok.Abs.)
kṛtinau
vollendet (Nom.Dual)
abhyacodayat
er drängte (Impf.)

brahmeśānāv atho vākyam ūcatus tridaśeśvaram / vijayo dhruva evāstu vijayasya mahātmanaḥ / khāṇḍave yena hutabhuktoṣitaḥ savyasācinā / svargaṃ ca samanuprāpya sāhāyyaṃ śakra te kṛtam / karṇaś ca dānavaḥ pakṣa ataḥ kāryaḥ parājayaḥ

Da sprachen Brahmā und Īśāna zum Herrn der dreißig Götter: „Der Sieg sei gewiss beim hochgesinnten Vijaya [Arjuna], durch den einst im Khāṇḍava-Wald der Feueresser [Agni] von Savyasācin gesättigt wurde, und der, nachdem er den Himmel erlangt hatte, dir, Śakra, Hilfe leistete; und Karṇa ist ein Dānava-Anhänger, darum muss seine Niederlage herbeigeführt werden.“

Wort für Wort
hutabhuk
der Feueresser, Agni (Nom.)
sāhāyyam kṛtam
Hilfe wurde geleistet (Nom.)
dānavaḥ pakṣaḥ
ein Dānava-Anhänger (Nom.)

evaṃ kṛte bhavet kāryaṃ devānām eva niścitam / ātmakāryaṃ ca sarveṣāṃ garīyas tridaśeśvara / mahātmā phalgunaś cāpi satyadharmarataḥ sadā / vijayas tasya niyataṃ jāyate nātra saṃśayaḥ / toṣito bhagavān yena mahātmā vṛṣabhadhvajaḥ / kathaṃ vā tasya na jayo jāyate śatalocana / yasya cakre svayaṃ viṣṇuḥ sārathyaṃ jagataḥ prabhuḥ

„So getan, wäre dies wahrlich die entschiedene Sache der Götter selbst; und die eigene Sache ist für alle die wichtigste, Herr der dreißig Götter. Auch der hochgesinnte Phalguna ist stets der Wahrheit und dem Dharma zugetan; sein Sieg entsteht mit Sicherheit, daran ist kein Zweifel - er, durch den der Erhabene, der hochgesinnte, mit dem Stier-Banner [Śiva], zufriedengestellt wurde. Wie sollte ihm denn kein Sieg zuteilwerden, Hundertäugiger, für den Viṣṇu selbst, der Herr der Welt, das Amt des Wagenlenkers übernommen hat?“

Wort für Wort
ātmakāryam
die eigene Sache (Nom.)
satyadharmarataḥ
der Wahrheit und dem Dharma zugetan (Nom.)
vṛṣabhadhvajaḥ
mit dem Stier-Banner, Śiva (Nom.)

manasvī balavāñ śūraḥ kṛtāstraś ca tapodhanaḥ / bibharti ca mahātejā dhanurvedam aśeṣataḥ / pārthaḥ sarvaguṇopeto devakāryam idaṃ yataḥ / kliśyante pāṇḍavā nityaṃ vanavāsādibhir bhṛśam / saṃpannas tapasā caiva paryāptaḥ puruṣarṣabhaḥ

„Weise, kraftvoll, heldenhaft, waffenkundig und reich an Askese, trägt der von großem Glanz die Wissenschaft des Bogens vollständig in sich; Pārtha ist mit allen Tugenden ausgestattet - da dies die Sache der Götter ist, und die Pāṇḍavas stets, durch das Leben im Wald und Ähnliches, heftig gequält werden - er, mit Askese ausgestattet, ist der Bulle unter den Männern, dem völlig genügt ist.“

Wort für Wort
dhanurvedam aśeṣataḥ
die Wissenschaft des Bogens vollständig (Akk.+Adv.)
sarvaguṇopetaḥ
mit allen Tugenden ausgestattet (Nom.)
paryāptaḥ
dem völlig genügt ist, der ausreicht (Nom.)

atikramec ca māhātmyād diṣṭam etasya paryayāt / atikrānte ca lokānām abhāvo niyato bhavet / na vidyate vyavasthānaṃ kṛṣṇayoḥ kruddhayoḥ kva cit / sraṣṭārau hy asataś cobhau sataś ca puruṣarṣabhau

„Durch seine Größe könnte er das Verhängnis, dessen Wendung betreffend, überschreiten; und wenn dies überschritten wäre, wäre der Untergang der Welten gewiss. Es gibt für die beiden Kṛṣṇas, wenn sie erzürnt sind, nirgends eine Grenze; denn beide Bullen unter den Männern sind Schöpfer sowohl des Nichtseienden als auch des Seienden.“

Wort für Wort
atikramet
er könnte überschreiten (Opt.)
abhāvaḥ niyataḥ
der Untergang wäre gewiss (Nom.)
sraṣṭārau
die beiden Schöpfer (Nom.Dual)

naranārāyaṇāv etau purāṇāv ṛṣisattamau / aniyattau niyantārāv abhītau sma paraṃtapau / naitayos tu samaḥ kaś cid divi vā mānuṣeṣu vā / anugamya trayo lokāḥ saha devarṣicāraṇaiḥ / sarvadevagaṇāś cāpi sarvabhūtāni yāni ca / anayos tu prabhāvena vartate nikhilaṃ jagat

„Diese beiden sind Nara und Nārāyaṇa, die uralten, besten der Seher, selbst ungebändigte Bändiger, furchtlose Feindebezwinger; es gibt für diese beiden keinesgleichen, weder im Himmel noch unter den Menschen; die drei Welten, den Göttern, Sehern und Cāraṇas folgend, alle Götterscharen und alle Wesen, die es gibt - durch die Macht dieser beiden besteht die gesamte Welt.“

Wort für Wort
naranārāyaṇau
Nara und Nārāyaṇa (Nom.Dual)
aniyattau niyantārau
ungebändigte Bändiger (Nom.Dual)
prabhāvena vartate
durch die Macht besteht (Instr.+Präs.)

karṇo lokān ayaṃ mukhyān prāpnotu puruṣarṣabhaḥ / vīro vaikartanaḥ śūro vijayas tv astu kṛṣṇayoḥ / vasūnāṃ ca salokatvaṃ marutāṃ vā samāpnuyāt / sahito droṇabhīṣmābhyāṃ nākaloke mahīyatām

„Dieser Karṇa, der Bulle unter den Männern, der Held, der Sohn des Vikartana, der Tapfere, möge die vornehmsten Welten erlangen - der Sieg aber gehöre den beiden Kṛṣṇas! Und er möge die Mitwelt der Vasus oder der Maruts erlangen; zusammen mit Droṇa und Bhīṣma möge er in der Himmelswelt geehrt werden.“

Wort für Wort
vaikartanaḥ
der Sohn des Vikartana (der Sonne), Karṇa (Nom.)
salokatvam
die Mitwelt, Gemeinschaft (Akk.)
nākaloke mahīyatām
möge er in der Himmelswelt geehrt werden (Opt.Pass.)

kleśito hi vane pārtho dīrghakālaṃ pitāmaha / tasmād eṣa jayed yuddhe tapasābhyadhiko 'rjunaḥ / pūrvaṃ bhagavatā proktaḥ kṛṣṇayor vijayo dhruvaḥ / tat tathāstu namaste 'stu prabho brūhi pitāmaha

„Denn Pārtha wurde lange Zeit im Wald gequält, Großvater; darum möge dieser Arjuna, durch Askese überlegen, im Kampf siegen; zuvor wurde vom Erhabenen verkündet: der Sieg der beiden Kṛṣṇas ist gewiss. So sei es - Verehrung sei dir, Herr! Sprich, Großvater!“

Wort für Wort
kleśitaḥ
gequält (Nom.)
tapasā abhyadhikaḥ
durch Askese überlegen (Nom.)
namaste 'stu
Verehrung sei dir! (Opt.)

tat sahasrākṣavacanaṃ niśamya bhagavān prabhuḥ / novāca taj jayaṃ tulyaṃ tayoḥ karṇakirīṭinoḥ / tasmād āśāṃ gataḥ śakras tūṣṇīṃbhūte pitāmahe / vijayaṃ pāṇḍaveyasya vadhaṃ karṇasya cāhave

Nachdem er jenes Wort des Tausendäugigen vernommen hatte, sprach der erhabene Herr jenen gleichen Sieg für Karṇa und den Diademträger nicht aus; darum schöpfte Śakra Hoffnung, als der Großvater schwieg, auf den Sieg des Pāṇḍava-Sohnes und den Tod Karṇas im Kampf.

Wort für Wort
novāca
er sprach nicht aus (Aor.)
āśāṃ gataḥ
er schöpfte Hoffnung (Nom.)
tūṣṇīṃbhūte pitāmahe
als der Großvater schwieg (Lok.Abs.)

ity ukto devadevābhyāṃ sahasrākṣo 'bravīd vacaḥ / āmantrya sarvabhūtāni brahmeśānānuśāsanāt / śrutaṃ bhavadbhir yat proktaṃ bhagavadbhyāṃ jagaddhitam / tat tathā nānyathā tad dhi tiṣṭhadhvaṃ gatamanyavaḥ

So von den beiden Göttern der Götter angesprochen, sprach der Tausendäugige die Worte, alle Wesen anredend, auf Geheiß von Brahmā und Īśāna: „Was von euch gehört wurde, was von den beiden Erhabenen zum Wohl der Welt verkündet wurde - so ist es, nicht anders; steht daher fest, euren Zorn abgelegt!“

Wort für Wort
āmantrya
anredend (Abs.)
jagaddhitam
zum Wohl der Welt (Akk.)
gatamanyavaḥ
den Zorn abgelegt habend (Nom.Pl.)

iti śrutvendravacanaṃ sarvabhūtāni māriṣa / vismitāny abhavan rājan pūjayāṃ cakrire ca tat / nocus tadā jayaṃ tulyaṃ tayoḥ puruṣasiṃhayoḥ

Als sie diese Worte Indras gehört hatten, o Verehrungswürdiger, gerieten alle Wesen in Staunen, o König, und erwiesen dem Ehrerbietung; sie sprachen dann nicht von gleichem Sieg für diese beiden Löwen unter den Männern.

Wort für Wort
vismitāni abhavan
sie gerieten in Staunen (Aor.)
pūjayām cakrire
sie erwiesen Ehrerbietung (Perf.Med.)

vyasṛjaṃś ca sugandhīni nānārūpāṇi khāt tathā / puṣpavarṣāṇi vibudhā devatūryāṇy avādayan / didṛkṣavaś cāpratimaṃ dvairathaṃ narasiṃhayoḥ / devadānavagandharvāḥ sarva evāvatasthire / vismayotphullanayanā nānyā bubudhire kriyāḥ

Und die Weisen ließen wohlriechende Blütenregen von mancherlei Gestalt vom Himmel niederfallen und ließen die Götterpauken erklingen; begierig, den unvergleichlichen Zweikampf der beiden Löwen unter den Männern zu sehen, verharrten alle - Götter, Dānavas und Gandharvas; mit vor Staunen weitaufgerissenen Augen nahmen sie keine andere Tätigkeit mehr wahr.

Wort für Wort
puṣpavarṣāṇi vyasṛjan
sie ließen Blütenregen niederfallen (Impf.)
avatasthire
sie verharrten (Perf.Med.)
vismayotphullanayanāḥ
mit vor Staunen weitaufgerissenen Augen (Nom.Pl.)

rathau ca tau śvetahayau yuktaketū mahāsvanau / yau tau karṇārjunau rājan prahṛṣṭāv abhyatiṣṭhatām / samāgatā lokavīrāḥ śaṅkhān dadhmuḥ pṛthak pṛthak / vāsudevārjunau vīrau karṇaśalyau ca bhārata

Und jene beiden weißpferdigen, bannerbespannten, dröhnenden Wagen, auf denen Karṇa und Arjuna, o König, hocherfreut standen; die versammelten Helden der Welt bliesen, jeder für sich, die Muschelhörner - die Helden Vāsudeva und Arjuna, sowie Karṇa und Śalya, o Bhārata.

Wort für Wort
yuktaketū mahāsvanau
bannerbespannt, dröhnend (Nom.Dual)
pṛthak pṛthak
jeder für sich (Adv.)

tad bhīrusaṃtrāsakaraṃ yuddhaṃ samabhavat tadā / anyonyaspardhinor vīrye śakraśambarayor iva

Da entstand jener Kampf, der den Furchtsamen Schrecken einflößte, als die beiden einander an Tapferkeit rivalisierten, wie zwischen Śakra und Śambara.

Wort für Wort
bhīrusaṃtrāsakaram
das den Furchtsamen Schrecken einflößt (Akk.)
anyonyaspardhinoḥ
der beiden einander Rivalisierenden (Gen.Dual)

tayor dhvajau vītamālau śuśubhāte rathasthitau / rāhuketū yathākāśe uditau jagataḥ kṣaye / pṛthagrūpau samārchantau krodhaṃ yuddhe parasparam

Ihre beiden Banner, mit Kränzen geschmückt, erglänzten, auf den Wagen stehend, wie Rāhu und Ketu, die bei der Vernichtung der Welt am Himmel aufgehen, von unterschiedlicher Gestalt, im Kampf einander gegenseitig Zorn entgegenschleudernd.

Wort für Wort
vītamālau
mit Kränzen geschmückt (Nom.Dual)
rāhuketū yathā
wie Rāhu und Ketu (Vergleich)
pṛthagrūpau
von unterschiedlicher Gestalt (Nom.Dual)

karṇasyāśīviṣanibhā ratnasāravatī dṛḍhā / puraṃdaradhanuḥprakhyā hastikakṣyā vyarājata / kapiśreṣṭhas tu pārthasya vyāditāsyo bhayaṃkaraḥ / bhīṣayann eva daṃṣṭrābhir durnirīkṣyo ravir yathā

Karṇas Elefantengurt-Banner, einer Giftschlange gleich, voll kostbarer Juwelen, fest, Puraṃdaras [Indras] Bogen gleichend, erstrahlte; der vorzüglichste Affe aber, Pārthas Banner, mit aufgesperrtem Rachen, furchterregend, mit seinen Fangzähnen Schrecken verbreitend, schwer anzusehen wie die Sonne.

Wort für Wort
āśīviṣanibhā
einer Giftschlange gleich (Nom.)
puraṃdaradhanuḥprakhyā
Puraṃdaras Bogen gleichend (Nom.)
durnirīkṣyaḥ raviḥ yathā
schwer anzusehen wie die Sonne (Vergleich)

yuddhābhilāṣuko bhūtvā dhvajo gāṇḍīvadhanvanaḥ / karṇadhvajam upātiṣṭhat so 'vadīd abhinardayan / utpatya ca mahāvegaḥ kakṣyām abhyahanat kapiḥ / nakhaiś ca daśanaiś caiva garuḍaḥ pannagaṃ yathā

Kampfbegierig geworden, näherte sich das Banner des Gāṇḍīva-Bogenträgers Karṇas Banner und ließ, laut brüllend, seine Stimme erschallen; und aufspringend, von großer Geschwindigkeit, schlug der Affe mit Krallen und Zähnen auf das Elefantengurt-Banner ein, wie Garuḍa auf eine Schlange.

Wort für Wort
yuddhābhilāṣukaḥ
kampfbegierig (Nom.)
abhinardayan
brüllend (Part.)
garuḍaḥ pannagaṃ yathā
wie Garuḍa auf eine Schlange (Vergleich)

sukiṅkiṇīkābharaṇā kālapāśopamāyasī / abhyadravat susaṃkruddhā nāgakakṣyā mahākapim

Mit hübschen Glöckchen geschmückt, dem Fangstrick des Todes gleichend, eisern, stürmte, überaus erzürnt, das Schlangengurt-Banner auf den großen Affen los.

Wort für Wort
sukiṅkiṇīkābharaṇā
mit hübschen Glöckchen geschmückt (Nom.)
kālapāśopamā āyasī
dem Fangstrick des Todes gleichend, eisern (Nom.)
susaṃkruddhā
überaus erzürnt (Nom.)

ubhayor uttame yuddhe dvairathe dyūta āhṛte / prakurvāte dhvajau yuddhaṃ pratyaheṣan hayān hayāḥ / hayā hayān abhyaheṣan spardhamānāḥ parasparam

Bei dem erhabenen Kampf der beiden, dem Zweikampf, in dem der Wetteinsatz eingebracht worden war, führten auch die beiden Banner ihren eigenen Kampf; die Pferde wieherten den Pferden entgegen, die Pferde wieherten die Pferde an, einander gegenseitig rivalisierend.

Wort für Wort
dyūta āhṛte
als der Wetteinsatz eingebracht worden war (Lok.Abs.)
pratyaheṣan
sie wieherten entgegen (Impf.)
spardhamānāḥ parasparam
einander gegenseitig rivalisierend (Nom.Pl.)

avidhyat puṇḍarīkākṣaḥ śalyaṃ nayanasāyakaiḥ / sa cāpi puṇḍarīkākṣaṃ tathaivābhisamaikṣata / tatrājayad vāsudevaḥ śalyaṃ nayanasāyakaiḥ / karṇaṃ cāpy ajayad dṛṣṭyā kuntīputro dhanaṃjayaḥ

Der Lotusäugige [Kṛṣṇa] durchbohrte Śalya mit den Pfeilen seiner Augen; und auch dieser blickte ebenso den Lotusäugigen an. Dort besiegte Vāsudeva Śalya mit den Pfeilen seiner Augen; und auch Karṇa besiegte mit seinem Blick Dhanañjaya, der Sohn der Kuntī.

Wort für Wort
nayanasāyakaiḥ avidhyat
er durchbohrte mit den Pfeilen der Augen (Instr.+Impf.)
abhisamaikṣata
er blickte an (Impf.)
dṛṣṭyā ajayat
er besiegte mit dem Blick (Instr.+Impf.)

athābravīt sūtaputraḥ śalyam ābhāṣya sasmitam / uvāca praṇayād rājan sāmapūrvam idaṃ vacaḥ / yadi pārtho raṇe hanyād adya mām iha karhi cit / kim uttaraṃ tadā te syāt sakhe satyaṃ bravīhi me

Da sprach der Sūta-Sohn, Śalya lächelnd ansprechend, aus Zuneigung, o König, diese freundlichen, versöhnlichen Worte: „Wenn Pārtha mich hier heute im Kampf, irgendwann, erschlagen sollte - was wäre dann deine Antwort darauf? Freund, sag mir die Wahrheit.“

Wort für Wort
sasmitam ābhāṣya
lächelnd ansprechend (Abs.)
sāmapūrvam vacaḥ
freundliche, versöhnliche Worte (Akk.)
kim uttaram
was wäre die Antwort (Nom.)

śalya uvāca / hate tvayi hy ahaṃ hanyām ubhau kṛṣṇadhanaṃjayau / yadi karṇa raṇe hanyād adya tvāṃ śvetavāhanaḥ / ubhāv ekarathenāhaṃ hanyāṃ mādhavapāṇḍavau

Śalya sprach: „Wärst du erschlagen, so würde ich beide, Kṛṣṇa und Dhanañjaya, erschlagen! Wenn, Karṇa, der Weißpferdige dich heute im Kampf erschlagen sollte - so würde ich, mit einem einzigen Wagen, beide erschlagen, den Mādhava und den Pāṇḍava!“

Wort für Wort
hate tvayi
wärst du erschlagen (Lok.Abs.)
śvetavāhanaḥ
der Weißpferdige, Arjuna (Nom.)
ekarathena
mit einem einzigen Wagen (Instr.)

saṃjaya uvāca / evam eva tu goviṃdam arjunaḥ pratyabhāṣata / taṃ prahasyābravīt kṛṣṇaḥ pārthaṃ param idaṃ vacaḥ

Saṃjaya sprach: Ganz ebenso fragte auch Arjuna Govinda; ihn lachend anblickend, sprach Kṛṣṇa zu Pārtha diese erhabenen Worte:

Wort für Wort
pratyabhāṣata
er fragte (Impf.)
prahasya
lachend (Abs.)
param vacaḥ
die erhabenen Worte (Akk.)

pated divākaraḥ sthānāc chīryetānekadhā kṣitiḥ / śaityam agnir iyān na tvā karṇo hanyād dhanaṃjayam / yadi tv evaṃ kathaṃ cit syāl lokaparyasanaṃ yathā / hanyāṃ karṇaṃ tathā śalyaṃ bāhubhyām eva saṃyuge

„Die Sonne möge von ihrem Standort fallen, die Erde möge sich in viele Teile zerteilen, das Feuer möge Kälte annehmen - Karṇa wird dich, Dhanañjaya, nicht erschlagen! Sollte dies aber dennoch irgendwie geschehen, so wie es einer Umwälzung der Welt gliche, dann würde ich Karṇa und ebenso Śalya mit meinen eigenen Armen im Kampf erschlagen!“

Wort für Wort
divākaraḥ sthānāt patet
die Sonne möge von ihrem Standort fallen (Opt.)
lokaparyasanam
die Umwälzung der Welt (Akk.)
bāhubhyām eva
mit den eigenen Armen (Instr.)

iti kṛṣṇavacaḥ śrutvā prahasan kapiketanaḥ / arjunaḥ pratyuvācedaṃ kṛṣṇam akliṣṭakāriṇam / mamāpy etāv aparyāptau karṇaśalyau janārdana

Als er diese Worte Kṛṣṇas gehört hatte, erwiderte der affenbebannerte Arjuna, lachend, dem unermüdlich handelnden Kṛṣṇa dies: „Auch für mich sind diese beiden, Karṇa und Śalya, kein ausreichender Gegner, Janārdana!“

Wort für Wort
kapiketanaḥ
der Affenbebannerte, Arjuna (Nom.)
akliṣṭakāriṇam
den unermüdlich Handelnden (Akk.)
aparyāptau
kein ausreichender Gegner, unzureichend (Nom.Dual)

sapatākādhvajaṃ karṇaṃ saśalyarathavājinam / sacchatrakavacaṃ caiva saśaktiśarakārmukam / draṣṭāsy adya śaraiḥ karṇaṃ raṇe kṛttam anekadhā / adyainaṃ sarathaṃ sāśvaṃ saśaktikavacāyudham

„Karṇa, mit Flagge und Banner, mit Śalya, Wagen und Rossen, mit Schirm und Panzer, mit Speer, Pfeil und Bogen - du wirst ihn heute sehen, von meinen Pfeilen im Kampf vielfach zerstückelt; ihn, heute, samt Wagen, Rossen, Speer, Panzer und Waffen,“

Wort für Wort
sapatākādhvajam
mit Flagge und Banner (Akk.)
kṛttam anekadhā
vielfach zerstückelt (Akk.)
saśaktikavacāyudham
samt Speer, Panzer und Waffen (Akk.)

saṃcūrṇitam ivāmarde pādapaṃ paśya dantinā / adya rādheyabhāryāṇāṃ vaidhavyaṃ samupasthitam / dhruvaṃ svapneṣv aniṣṭāni tābhir dṛṣṭāni mādhava / dhruvam adyaiva draṣṭāsi vidhavāḥ karṇayoṣitaḥ

„sieh ihn wie einen im Kampfgetümmel von einem Elefanten zermalmten Baum! Heute steht den Frauen des Rādheya die Witwenschaft bevor; sicherlich haben sie in ihren Träumen Unheilvolles gesehen, Mādhava; sicherlich wirst du noch heute Karṇas Frauen als Witwen sehen.“

Wort für Wort
saṃcūrṇitam pādapam
den zermalmten Baum (Akk.)
vaidhavyam samupasthitam
die Witwenschaft steht bevor (Nom.)
vidhavāḥ
Witwen (Akk.Pl.)

na hi me śāmyate vairaṃ kṛṣṇāṃ yat prāhasat purā / kṛṣṇāṃ sabhāgatāṃ dṛṣṭvā mūḍhenādīrghadarśinā / asmāṃs tathāvahasatā kṣipatā ca punaḥ punaḥ

„Denn meine Feindschaft ist nicht besänftigt - dass er einst Kṛṣṇā auslachte, als er die in die Ratsversammlung gebrachte Kṛṣṇā sah, er, der Törichte, Kurzsichtige, der uns so verhöhnte und immer wieder verspottete.“

Wort für Wort
śāmyate
es wird besänftigt (Pass.Präs.)
adīrghadarśinā mūḍhena
vom törichten Kurzsichtigen (Instr.)
kṣipatā punaḥ punaḥ
der immer wieder verspottete (Instr.)

adya draṣṭāsi govinda karṇam unmathitaṃ mayā / vāraṇeneva mattena puṣpitaṃ jagatīruham

„Heute wirst du sehen, Govinda, wie Karṇa von mir entwurzelt wird, wie ein blühender Baum der Erde von einem brünstigen Elefanten.“

Wort für Wort
unmathitam
entwurzelt (Akk.)
mattena vāraṇena
von einem brünstigen Elefanten (Instr.)
puṣpitam jagatīruham
einen blühenden Baum der Erde (Akk.)

adya tā madhurā vācaḥ śrotāsi madhusūdana / diṣṭyā jayasi vārṣṇeya iti karṇe nipātite / adyābhimanyujananīm anṛṇaḥ sāntvayiṣyasi / kuntīṃ pitṛṣvasāraṃ ca saṃprahṛṣṭo janārdana

„Heute wirst du jene süßen Worte hören, Madhusūdana: 'Zum Glück siegst du, Vārṣṇeya!' - wenn Karṇa gefallen ist. Heute wirst du, frei von Schuld, Abhimanyus Mutter trösten, und Kuntī, die Schwester deines Vaters, hocherfreut, Janārdana,“

Wort für Wort
diṣṭyā jayasi
zum Glück siegst du (Adv.+Präs.)
nipātite karṇe
wenn Karṇa gefallen ist (Lok.Abs.)
anṛṇaḥ
frei von Schuld (Nom.)

adya bāṣpamukhīṃ kṛṣṇāṃ sāntvayiṣyasi mādhava / vāgbhiś cāmṛtakalpābhir dharmarājaṃ yudhiṣṭhiram

„heute wirst du die tränenübergossene Kṛṣṇā trösten, Mādhava, und mit nektargleichen Worten den gerechten König Yudhiṣṭhira.“

Wort für Wort
bāṣpamukhīm
die tränenübergossene, mit Tränen im Gesicht (Akk.)
amṛtakalpābhiḥ vāgbhiḥ
mit nektargleichen Worten (Instr.)
dharmarājam
den gerechten König (Akk.)

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