Saṃjaya sprach: Als Duḥśāsana erschlagen war, bedeckten deine Söhne, die großen Wagenkämpfer, Helden von gewaltigem, zornigem Gift, die in Schlachten niemals fliehen, zehn an der Zahl, o König, von großer Tapferkeit, Bhīma mit Pfeilen.
Da, von jenen großen Wagenkämpfern ringsum mit Pfeilen zurückgehalten, erglänzte Bhīma, mit zornrot geröteten Augen, erzürnt, wie der Tod; dann, umringt von den neun feindebrennenden jüngeren Brüdern Duḥśāsanas, deinen Söhnen, o König, stand Vṛkodara da.
Sie aber sandte Pārtha, mit goldenen Armreifen geschmückt, mit goldbefiederten, scharfen Breitpfeilen von großer Wucht, je zehn auf jeden, in Yamas Wohnstatt.
tasya tv ākārabhāvajñaḥ śalyaḥ samitiśobhanaḥ / uvāca vacanaṃ karṇaṃ prāptakālam ariṃdama / mā vyathāṃ kuru rādheya naitat tvayy upapadyate
Da sprach Śalya, kundig seiner Erscheinung und seines Wesens, der in der Schlacht Glänzende, zeitgemäße Worte zu Karṇa, dem Feindebezwinger: „Mach dir keine Sorgen, Rādheya - dies ziemt sich nicht für dich.“
„Diese Könige fliehen, von Furcht vor Bhīmasena gequält, und Duryodhana ist verwirrt, betrübt über das Unglück seines Bruders, während Duḥśāsanas Blut vom Hochgesinnten getrunken wurde; sie sind verstörten Sinnes und von Kummer überwältigten Gemüts,“
bhāro hi dhārtarāṣṭreṇa tvayi sarvaḥ samarpitaḥ / tam udvaha mahābāho yathāśakti yathābalam / jaye syād vipulā kīrtir dhruvaḥ svargaḥ parājaye
„Denn die ganze Last ist von Dhṛtarāṣṭras Sohn auf dich gelegt worden; trage sie, Starkarmiger, nach deinem Vermögen und deiner Kraft - im Sieg sei großer Ruhm, im Fall gewiss der Himmel.“
Nachdem er diese Worte Śalyas, von unermesslichem Glanz, gehört hatte, festigte er in seinem Herzen die menschliche Gesinnung, fest zum Kampf entschlossen.
Da stürmte der erzürnte Vṛṣasena auf Vṛkodara los, der auf seinem eigenen Wagen stand, den Feind erschlagend, wie der Tod, den Stab erhoben, die Keule in der Hand, deine Krieger niederschmetternd - dem heranstürmenden, unerträglichen Bhīma, der mit Pfeilen überschüttete, entgegentretend, dem furchtbaren, mit aufgesperrtem Rachen wie der Tod Heranstürmenden.
Da stürmte auf ihn der tapfere Nakula los, in Zorn den Feind mit Pfeilen stechend - den im Kampf frohlockenden Sohn Karṇas, siegreich, ihn zu töten begierig, wie Maghavan den Jambha.
tato dhvajaṃ sphāṭikacitrakambuṃ; ciccheda vīro nakulaḥ kṣureṇa / karṇātmajasyeṣvasanaṃ ca citraṃ; bhallena jāmbūnadapaṭṭanaddham
Da zerschnitt der Held Nakula mit einem Rasiermesserpfeil das mit Kristall bunt verzierte Muschelbanner, und mit einem Breitpfeil den prächtigen, mit Goldblech umwundenen Bogen des Karṇa-Sohnes.
Wort für Wort
dhvajam sphāṭikacitrakambum
das mit Kristall bunt verzierte Muschelbanner (Akk.)
Da ergriff der Sohn Karṇas einen anderen, überaus schnellen Bogen und durchbohrte den Pāṇḍava, den großen Nakula, mit göttlichen, großen Astras, begierig, Duḥśāsana Genugtuung zu verschaffen.
tataḥ kruddho nakulas taṃ mahātmā; śarair maholkāpratimair avidhyat / divyair astrair abhyavidhyac ca so 'pi; karṇasya putro nakulaṃ kṛtāstraḥ / śarābhighātāc ca ruṣā ca rājan / svayaṃ ca bhāsāstrasamīraṇāc ca / jajvāla karṇasya suto 'timātram / iddho yathā jyāhutibhir hutāśaḥ
Da durchbohrte der erzürnte, hochgesinnte Nakula ihn mit Pfeilen, großen Feuerbränden gleich; auch er, Karṇas waffenkundiger Sohn, durchbohrte Nakula mit göttlichen Astras. Durch den Pfeilschlag, durch Zorn, o König, und durch das eigene Entfachen der glänzenden Waffe entflammte Karṇas Sohn übermäßig, wie ein mit Ghee-Opfergaben entzündetes Feuer.
Wort für Wort
maholkāpratimaiḥ
großen Feuerbränden gleich (Instr.Pl.)
kṛtāstraḥ
waffenkundig (Nom.)
jajvāla
er entflammte (Perf.)
jyāhutibhiḥ hutāśaḥ
ein mit Ghee-Opfergaben entzündetes Feuer (Nom.+Instr.)
Karṇas Sohn vernichtete, o König, mit vorzüglichen Astras alle Pferde Nakulas; überaus furchtbar war da, bester der Bharatas, der Kampf zwischen dem Karṇa-Sohn und dem Pāṇḍava.
Die glänzend weißen, mit Gold geschmückten, raschen Pferde aus dem Land Vanāyu, die zarten - diese tötete auf dem Schlachtfeld der Held, der Sohn des Sūta-Sohnes, Nakulas Rosse.
Da stieg er vom Wagen herab, dessen Pferde erschlagen waren, ergriff einen glänzenden Schild mit acht Mondsymbolen und ein himmelsgleiches Schwert, und bewegte sich springend, wie ein Vogel.
tato 'ntarikṣe nṛvarāśvanāgāṃś; ciccheda mārgān vicaran vicitrān / tato 'sya pakṣān anayad yamāya; dvisāhasrān nakulaḥ kṣiprakārī / te prāpatann asinā gāṃ viśastā; yathāśvamedhe paśavaḥ śamitrā
Da durchschnitt er, auf wunderbaren Bahnen in der Luft wandelnd, die vornehmsten Männer, Pferde und Elefanten; da führte der rasch handelnde Nakula zweitausend seiner Gefolgsleute zu Yama; mit dem Schwert geschlachtet fielen sie zu Boden, wie Opfertiere beim Pferdeopfer durch den Schlächter.
Wort für Wort
vicaran vicitrān mārgān
auf wunderbaren Bahnen wandelnd (Part.+Akk.)
pakṣān
die Gefolgsleute, Flügeltruppen (Akk.)
yathāśvamedhe paśavaḥ śamitrā
wie Opfertiere beim Pferdeopfer durch den Schlächter (Vergleich)
Zweitausend, bekannt als kampftrunken, aus verschiedenen Ländern, wohlbesoldet, ihrem Wort treu - diese wurden von dem einen, raschen Nakula gefällt, wie vorzügliche Sandelbäume von einem, der ihr Kernholz sucht.
tam āpatantaṃ nakulaṃ so 'bhipatya; samantataḥ sāyakair abhyavidhyat / karṇasya putraḥ sahasābhipatya ca; raṇe jighāṃsuṃ niśitair anekaiḥ / bhūmau carantaṃ nakulaṃ rathasthāḥ; samantataḥ sāyakaiḥ pratyagṛhṇan / sa tudyamāno nakulaḥ pṛṣatkair; vivyādha vīraṃ sa cukopa viddhaḥ / mahābhaye rakṣyamāṇo mahātmā; bhrātrā bhīmenākarot tatra bhīmam
Ihn, den heranstürmenden Nakula, überfiel er und durchbohrte ihn ringsum mit Pfeilen; plötzlich überfiel ihn der Sohn Karṇas, ihn im Kampf zu töten begierig, mit vielen scharfen Pfeilen; die auf Wagen Stehenden griffen den zu Fuß kämpfenden Nakula ringsum mit Pfeilen an. Von Pfeilen gestochen, durchbohrte Nakula den Helden, wurde selbst zornig, getroffen; in großer Gefahr wurde der Hochgesinnte von seinem Bruder Bhīma beschützt, der dort Furchtbares vollbrachte.
taṃ karṇaputro vidhamantam ekaṃ; narāśvamātaṅgarathapravekān / krīḍantam aṣṭādaśabhiḥ pṛṣatkair; vivyādha vīraṃ sa cukopa viddhaḥ / sa tena viddho 'tibhṛśaṃ tarasvī; mahāhave vṛṣasenena rājan
Ihn, der allein, wie spielend, die besten Männer, Pferde, Elefanten und Wagen zerschmetterte, durchbohrte Karṇas Sohn mit achtzehn Pfeilen; der Held wurde zornig, getroffen - er, der Schnellkräftige, wurde von Vṛṣasena überaus heftig getroffen im großen Kampf, o König.
Wort für Wort
vidhamantam
zerschmetternd (Part. Präs.Akk.)
cukopa
er wurde zornig (Perf.)
atibhṛśam
überaus heftig (Adv.)
Die zweite Vershälfte 'vivyādha vīraṃ sa cukopa viddhaḥ' entspricht wörtlich der bereits in *0961/v026c verwendeten Formulierung; die Wiederholung wird hier belassen, da sie sich an dieser Stelle möglicherweise als bewusster Kehrreim des Kampfgeschehens versteht, nicht als Abschreibfehler.
Da stürmte im Kampf der Pāṇḍu-Sohn, der Männerheld, heran, begierig, den Sohn Karṇas zu töten - wie ein Falke, der plötzlich die Flügel ausbreitend auf sein im Kampf begehrtes Fleisch herabstößt. Da überschüttete Vṛṣasena den edelmütigen Nakula mit scharfen Pfeilen; dieser aber, jene Pfeilscharen wirkungslos machend, durchmaß wunderbare, vielfältige Bahnen. Und während er so rasch mit dem Schwert kunstvoll dahinzog, o Herrscher der Männer, durchbohrte Karṇas Sohn mit Pfeilen dessen mit tausend Sternen verziertes Schild im großen Kampf.
Wort für Wort
śyenam yathā
wie ein Falke (Vergleich)
moghān kurvan
wirkungslos machend (Part.)
citrarūpān mārgān
wunderbare, vielfältige Bahnen (Akk.)
carma sahasratāram
das mit tausend Sternen verzierte Schild (Akk.)
Der Satzbau dieser Passage ist im Quelltext ungewöhnlich dicht und an einer Stelle ('athāsya tūrṇaṃ carato narendra khaḍgena citraṃ nakulasya tasya') grammatisch unvollständig überliefert; die Übersetzung folgt dem wahrscheinlichsten Gesamtsinn.
dessen eisernes, scharfgeschliffenes, schneidenscharfes Schwert, das schwere Lasten trug, aus der Scheide gezogen, das furchtbare, das den Leib des Feindes hinwegnahm, während er es schwang wie eine Schlange von furchtbarer Gestalt -
dieses zerhieb der Feindebezwinger rasch mit sechs scharfen, wohlgeschliffenen Pfeilen; und wiederum durchbohrte er ihn tief, mitten in der Brust, mit gelben, scharfen Pfeilen. Nachdem der Hochgesinnte diese von Edlen geübte, für andere Männer schwer zu vollbringende Tat vollbracht hatte, begab sich der von Pfeilen versengte, hochgesinnte Nakula, o König, zum Wagen Bhīmasenas.
Wort für Wort
cakarta khaḍgam
er zerhieb das Schwert (Aor.)
stanāntare
mitten in der Brust (Lok.)
āryajuṣṭam duṣkaram karma
die von Edlen geübte schwer zu vollbringende Tat (Akk.)
sa bhīmasenasya rathaṃ hatāśvo; mādrīsutaḥ karṇasutābhitaptaḥ / āpupluve siṃha ivācalāgraṃ; saṃprekṣamāṇasya dhanaṃjayasya / sa bhīmasenasya rathaṃ ca hatvā; vavarṣa vai śaravarṣaṃ sughoram
Er, der Mādrī-Sohn, dessen Pferde erschlagen waren, von Karṇas Sohn versengt, sprang auf Bhīmasenas Wagen, wie ein Löwe auf eine Bergspitze, während Dhanañjaya zusah. Er aber traf auch Bhīmasenas Wagen und ließ einen furchtbaren Pfeilregen niederregnen.
Da überschüttete der erzürnte, hochgesinnte Held Vṛṣasena die beiden, die großen Wagenkämpfer, die auf einem Wagen vereint waren, mit einem Pfeilnetz, die beiden Pāṇḍava-Söhne gleichsam durchbohrend. Als jener Wagen des Pāṇḍava zerstört war und sein Schwert rasch von Pfeilen zerschnitten, überschütteten die erzürnten Bhīma und Arjuna Vṛṣasena mit einem furchtbaren Pfeilregen. Da sprach der Sohn des Windgottes zu Phalguna: „Sieh, wie dieser Nakula bedrängt! Und dieser Sohn Karṇas bedrängt auch uns - darum geh du dem Karṇa-Sohn entgegen!“ Als er diese Worte vernommen hatte, bestieg der Diademträger Vṛkodaras Wagen, seinen eigenen, affenbebannerten, von Keśava gelenkten Wagen, und der Furchtbare lenkte das Gespann gegen Vṛṣasena.
Als sie erkannten, dass Nakula, dessen Bogen und Schwert zerschlagen waren, wagenlos, von den Feindespfeilen gequält, durch die Astras des Karṇa-Sohnes gebrochen war, eilten jene Wagen rasch heran, deren Banner der Wind bewegte, deren Pferde wieherten und tänzelten, von vorzüglichen Männern gelenkt.
die fünf vorzüglichsten Söhne Drupadas, mit Śaineya als sechstem, und die fünf unerträglichen Söhne der Tochter Drupadas - deine Elefanten, Wagen, Männer und Pferde vernichtend, mit ergriffenen Waffen, mit Pfeilen, den Schlangenfürsten gleich.
Wort für Wort
śaineyaṣaṣṭhāḥ
mit Śaineya (Sātyaki) als sechstem (Nom.Pl.)
drupadaduhitṛputrāḥ
die Söhne der Tochter Drupadas (Draupadīs Söhne, Nom.Pl.)
atha tava rathamukhyās tān pratīyus tvaranto; hṛdikasutakṛpau ca drauṇiduryodhanau ca / śakuniśukavṛkāś ca krāthadevāvṛdhau ca; dviradajaladaghoṣaiḥ syandanaiḥ kārmukaiś ca
Da zogen deine vornehmsten Wagenkämpfer ihnen eilends entgegen: Kṛtavarman und Kṛpa, Droṇis Sohn und Duryodhana, Śakuni, Śuka und Vṛka, Krātha und Devāvṛdha, mit Wagen, die wie Wolken und Elefanten dröhnten, und mit ihren Bögen.
Wort für Wort
rathamukhyāḥ
die vornehmsten Wagenkämpfer (Nom.Pl.)
pratīyuḥ tvarantaḥ
sie zogen eilends entgegen (Perf.+Part.)
dviradajaladaghoṣaiḥ syandanaiḥ
mit Wagen, die wie Elefanten und Wolken dröhnten (Instr.)
Deine vorzüglichsten Männer schlugen jene elf Helden mit den vordersten, vorzüglichsten Pfeilen und hielten sie zurück; die Kuṇindas aber überflügelten sie mit Elefanten, die wie frische Regenwolken gefärbt waren, Berggipfeln gleich, von furchtbarer Wucht.
wohlgerüstet, aus dem Himālaya stammend, von Brunst überwältigt, von kampfbegierigen, geschickten Kriegern bestiegen - mit goldenen Netzen bedeckt erglänzten die Elefanten, wie Gewitterwolken mit Blitzen.
Der Sohn des Kuṇinda-Königs bedrängte mit zehn großen, eisernen Pfeilen Kṛpa heftig, samt dessen Wagenlenker und Pferden; da, von den Pfeilen des Śaradvat-Sohnes getroffen, fiel er samt seinem Elefanten zu Boden.
Wort für Wort
mahāyasaiḥ
mit großen eisernen Pfeilen (Instr.)
śaradvatsutasāyakaiḥ
durch die Pfeile des Śaradvat-Sohnes, Kṛpa (Instr.)
kuṇindaputrāvarajas tu tomarair; divākarāṃśupratimair ayasmayaiḥ / rathaṃ ca vikṣobhya nanāda nardatas; tato 'sya gāndhārapatiḥ śiro 'harat
Der jüngere Bruder des Kuṇinda-Sohnes aber erschütterte mit eisernen, den Sonnenstrahlen gleichenden Wurfspießen den Wagen und brüllte laut auf; da schlug ihm der Herrscher der Gandhāras das Haupt ab.
tataḥ kuṇindeṣu hateṣu teṣv atha; prahṛṣṭarūpās tava te mahārathāḥ / bhṛśaṃ pradadhmur lavaṇāmbusaṃbhavān; parāṃś ca bāṇāsanapāṇayo 'bhyayuḥ / athābhavad yuddham atīva dāruṇaṃ; punaḥ kurūṇāṃ saha pāṇḍusṛñjayaiḥ / śarāsiśaktyṛṣṭigadāparaśvadhair; narāśvanāgāsuharaṃ bhṛśākulam
Als jene Kuṇindas erschlagen waren, bliesen deine hocherfreuten großen Wagenkämpfer heftig ihre aus dem Salzmeer stammenden Muschelhörner und stürmten, die Bögen in den Händen, auf die anderen los. Da entbrannte erneut ein überaus furchtbarer Kampf zwischen den Kurus und den Pāṇḍu-Sṛñjayas, mit Pfeilen, Schwertern, Speeren, Lanzen, Keulen und Beilen, der Menschen, Pferden und Elefanten das Leben raubte, überaus verworren.
Wort für Wort
lavaṇāmbusaṃbhavān
aus dem Salzmeer stammend (Akk., Muschelhörner)
dāruṇam yuddham
der furchtbare Kampf (Nom.)
narāśvanāgāsuharam
das Menschen, Pferden und Elefanten das Leben raubte (Akk.)
Da fielen Wagen, Pferde, Elefanten und Fußvolk, einander gegenseitig schlagend, zu Boden, wie Gewitterwolken mit Blitz und Donner, die von allen Himmelsrichtungen durch furchtbare Stürme zusammengetrieben werden.
Wort für Wort
viprahatā
geschlagen (Nom.Pl.)
savidyutstanitāḥ balāhakāḥ
Gewitterwolken mit Blitz und Donner (Nom.Pl., Gleichnis)
tataḥ śatānīkahatān mahāgajāṃs; tathā rathān pattigaṇāṃś ca tāvakān / jaghāna bhojaś ca hayān athāpatan; viśastrakṛttāḥ kṛtavarmaṇā dvipāḥ
Da tötete Bhoja die Pferde derjenigen, deren große Elefanten, Wagen und Fußtruppenscharen von Śatānīka erschlagen worden waren; und die Elefanten wurden von Kṛtavarman ihrer Waffen beraubt und niedergemetzelt.
Wort für Wort
śatānīkahatān
von Śatānīka erschlagen (Akk.Pl.)
jaghāna hayān
er tötete die Pferde (Perf.+Akk.)
viśastrakṛttāḥ
ihrer Waffen beraubt und niedergemetzelt (Nom.Pl.)
Da fielen andere, drei Elefanten, von Droṇis Sohnes Pfeilen getroffen, samt all ihren Waffen, Kämpfern und Bannern, entseelt zu Boden geschmettert, wie vom Donnerkeil getroffene große Berge.
Wort für Wort
drauṇiśarāhatāḥ
von Droṇis Sohnes Pfeilen getroffen (Nom.Pl.)
vyasavaḥ prapātitāḥ
entseelt zu Boden geschmettert (Nom.Pl.)
vajrahatāḥ mahācalāḥ
vom Donnerkeil getroffene Berge (Nom.Pl., Gleichnis)
kuṇindarājāvarajād anantaraḥ; stanāntare patrivarair atāḍayat / tavātmajaṃ tasya tavātmajaḥ śaraiḥ; śitaiḥ śarīraṃ bibhide dvipaṃ ca tam / sa nāgarājaḥ saha rājasūnunā; papāta raktaṃ bahu sarvataḥ kṣaran / śacīśavajraprahato 'mbudāgame; yathā jalaṃ gairikaparvatas tathā
Der dem jüngeren Bruder des Kuṇinda-Königs Nächststehende traf deinen Sohn mit vorzüglichen Pfeilen mitten in der Brust; dein Sohn aber durchbohrte mit scharfen Pfeilen dessen Leib und auch jenen Elefanten. Der Elefantenkönig fiel samt dem Königssohn, von allen Seiten reichlich Blut vergießend, wie ein von Śacīs Gatten Donnerkeil getroffener rotgesteinerter Berg bei Regenbeginn Wasser vergießt.
Wort für Wort
stanāntare
mitten in der Brust (Lok.)
bibhide śarīram
er durchbohrte den Leib (Perf.)
śacīśavajraprahataḥ
von Śacīs Gatten (Indras) Donnerkeil getroffen (Nom.)
Ein anderer, vom Sohn des Kuṇinda-Königs entsandter Elefant zerschmetterte Śuka samt Wagenlenker, Pferden und Wagen; da fiel er, von Krāthas Pfeilen durchbohrt, samt seinem Herrn, wie ein vom Donnerkeil getroffener Berg. Der unbezwingbare Herrscher Krātha, von dem auf dem Elefanten Sitzenden mit Pfeilen getroffen, fiel als Wagenkämpfer samt Pferden, Wagenlenker und Bogen, wie ein vom gewaltigen Sturm gefällter mächtiger Baum.
Wort für Wort
vyapothayat
er zerschmetterte (Impf.)
krāthaśarābhidāritaḥ
von Krāthas Pfeilen durchbohrt (Nom.)
mahāvātahataḥ mahādrumaḥ
ein vom gewaltigen Sturm gefällter Baum (Nom., Gleichnis)
Diese Passage verfolgt mehrere kleinere, nur hier genannte Krieger (Śuka, Krātha) in dichter, teils schwer eindeutig zuzuordnender Schlachtenbeschreibung; die Übersetzung folgt dem wahrscheinlichsten Handlungsverlauf, ohne jede Pronomen-Zuordnung mit letzter Sicherheit zu klären.
Vṛka durchbohrte heftig mit zwölf Pfeilen den auf dem Elefanten sitzenden Bewohner des Bergkönigs; da zerschmetterte dieser eilig mit vier Pfeilen Vṛka samt Pferden, Wagen und dessen große Schnelligkeit an den Füßen. Der Elefantenkönig fiel samt seinem Lenker, heftig von den Pfeilen des Babhru-Sohnes getroffen, dort, wo der starke Vṛka sich befand; der kraftvolle, vom vorzüglichen Elefanten niedergeschmettert, durchbohrte ihn mit zwölf Pfeilen zurück; von Vṛka mit Pfeilen getroffen fiel jener Elefant samt dem Babhru-Sohn zu Boden.
Wort für Wort
girirājavāsinam
den Bewohner des Bergkönigs (Akk.)
parābhinat
er durchbohrte (Impf.)
nāgavareṇa pothitaḥ
vom vorzüglichen Elefanten niedergeschmettert (Nom.)
Auch diese Passage ist in der Zuordnung von Handlung und Betroffenem (Vṛka, der Elefant, der Sohn des Babhru) an mehreren Stellen unklar überliefert; die Übersetzung gibt den wahrscheinlichsten Gesamtsinn wieder.
Ein anderer Sohn des Kuṇinda-Königs bedrängte da mit seinem Elefanten den Sohn des Devāvṛdha; auch dieser, der Sohn des Devāvṛdha, gequält, fiel, vom Sohn Sahadevas zu Boden gestoßen. Mit seinem Elefanten, der mit Stoßzahn, Rüssel und anderen Gliedern tötete, wollte der Kuṇinda-Sohn Śakuni im Kampf zu Vaivasvatas [Yamas] Wohnstatt führen; er stürmte mit Wucht heran, ihn heftig quälend - da schlug ihm der Herrscher der Gandhāras das Haupt ab.
Wort für Wort
abhyapīḍayat
er bedrängte (Impf.)
vaivasvatamandiram
Yamas Wohnstatt (Akk.)
gāndhārapatiḥ
der Herrscher der Gandhāras (Śakuni, Nom.)
Der Name 'devāpṛthum' ist im Quelltext an dieser Stelle mit einem Unsicherheitsvermerk versehen (mögliche Lesart 'daivāvṛdham', vgl. den unmittelbar folgenden Bezug auf einen 'devāvṛdhasūnu'); die Übersetzung folgt der wahrscheinlicheren Lesart als Bezeichnung des Devāvṛdha-Sohnes.
Da sanken deine von Śatānīka erschlagenen großen Elefanten, Pferde, Wagen und Fußtruppenscharen, zermalmt, willenlos zur Erde, wie von Garuḍas Windstoß gefällte Bäume.
Wort für Wort
śatānīkahatāḥ
von Śatānīka erschlagen (Nom.Pl.)
suparṇavātaprahatāḥ nagāḥ
von Garuḍas Windstoß gefällte Bäume (Nom.Pl., Gleichnis)
tato 'bhyavidhyad bahubhiḥ śitaiḥ śaraiḥ; kuṇindaputro nakulātmajaṃ smayan / tato 'sya kāyān nicakarta nākuliḥ; śiraḥ kṣureṇāmbujasaṃnibhānanam
Da durchbohrte der Sohn des Kuṇinda-Königs, lächelnd, den Sohn Nakulas mit vielen scharfen Pfeilen; da schlug ihm der Sohn Nakulas mit einem Rasiermesserpfeil das lotusgesichtige Haupt vom Rumpf ab.
tataḥ śatānīkam avidhyad āśugais; tribhiḥ śitaiḥ karṇasuto 'rjunaṃ tribhiḥ / tribhiś ca bhīmaṃ nakulaṃ ca saptabhir; janārdanaṃ dvādaśabhiś ca sāyakaiḥ
Da durchbohrte Karṇas Sohn Śatānīka mit drei raschen, scharfen Pfeilen, Arjuna mit drei, Bhīma ebenso mit drei, Nakula mit sieben und Janārdana mit zwölf Pfeilen.
tad asya karmātimanuṣyakarmaṇaḥ; samīkṣya hṛṣṭāḥ kuravo 'bhyapūjayan / parākramajñās tu dhanaṃjayasya te; huto 'yam agnāv iti taṃ tu menire
Als sie diese übermenschliche Tat von ihm sahen, priesen die erfreuten Kurus ihn; die aber, die Dhanañjayas Tapferkeit kannten, meinten von ihm: „Dieser ist dem Feuer geopfert!“
Wort für Wort
atimanuṣyakarmaṇaḥ
von übermenschlicher Tat (Gen.)
parākramajñāḥ
die die Tapferkeit kannten (Nom.Pl.)
huto 'yam agnau
dieser ist dem Feuer geopfert, d.h. dem Untergang geweiht (Redewendung)
tataḥ kirīṭī paravīraghātī; hatāśvam ālokya narapravīram / mādrīsutaṃ nakulaṃ lokamadhye; samīkṣya kṛṣṇaṃ bhṛśavikṣataṃ ca / tam abhyadhāvad vṛṣasenam āhave; sa sūtajasya pramukhe sthitaṃ tadā
Da, als der Diademträger, der Feindeshelden-Töter, den besten der Männer, den Mādrī-Sohn Nakula, dessen Pferde erschlagen waren, inmitten des Schlachtfelds erblickte, und den überaus verwundeten Kṛṣṇa sah, stürmte er im Kampf auf Vṛṣasena los, der damals vor dem Sūta-Sohn stand.
tam āpatantaṃ naravīram ugraṃ; mahāhave bāṇasahasradhāriṇam / tam āpatantaṃ tarasograrūpaṃ; kurūttamaṃ bāṇasahasradhāram / abhyāpatat karṇasuto mahāratho; yathaiva cendraṃ namuciḥ purātane / tau tatra śūrau rathakuñjarau raṇe; parasparasyābhimukhau mahārathau / sasarjatuḥ śarasaṃghān anekān; saṃbhrāntarūpau subhṛśaṃ tadānīm
Ihm, dem heranstürmenden, furchtbaren Männerhelden im großen Kampf, der tausend Pfeile trug - ihm, dem mit Wucht heranstürmenden, von furchtbarer Gestalt, dem besten der Kurus, der tausend Pfeile trug, stürmte der große Wagenkämpfer, Karṇas Sohn, entgegen, wie einst Namuci dem Indra entgegenstürmte. Dort schleuderten die beiden Helden, wagenelefantengleiche große Wagenkämpfer, einander zugewandt, im Kampf viele Pfeilscharen aufeinander, damals überaus erregten Gemüts.
tato 'dbhutenaikaśatena pārthaṃ; śarair viddhvā sūtaputrasya putraḥ / nanāda nādaṃ sumahānubhāvo; viddhveva śakraṃ namuciḥ purā vai
Da, nachdem er Pārtha mit hundertundein wunderbaren Pfeilen durchbohrt hatte, brüllte der Sohn des Sūta-Sohnes, von großer Macht, laut auf, wie einst Namuci, nachdem er Śakra durchbohrt hatte.
Wort für Wort
adbhutena ekaśatena
mit den hundertundein wunderbaren (Pfeilen) (Instr.)
Wiederum durchbohrte Vṛṣasena Pārtha mit furchtbaren Pfeilen mitten am Ansatz des Armes; ebenso quälte er Kṛṣṇa mit neun, und wiederum Pārtha mit zehn scharfgespitzten Pfeilen. Nachdem der Weißpferdige zuvor von Vṛṣasena mit jenen schnellen Pfeilen getroffen worden war, geriet er ein wenig in Erregung; da richtete Karṇas Sohn seinen Sinn darauf, ihn zu töten.
Rasch entließ der Hochgesinnte die Pfeile, entschlossen, Karṇas Sohn im Kampf zu töten; mit rotgeröteten Augen, der Feindebezwinger des Todes, sprach er da, heftig lächelnd, zu Karṇa: „Während Duryodhana, Droṇis Sohn und alle anderen zusehen, sende ich, Arjuna, heute vor deinen Augen im Kampf jenen furchtbaren Vṛṣasena mit scharfen Pfeilen in Yamas Welt - solange die Menschen sagen werden: 'Von euch allen zusammen wurde jener erschlagen', nein: allein, ohne Beistand, der Schnellkräftige, ich werde ihn vor euer aller Augen töten!“
Wort für Wort
āraktanetraḥ
mit rotgeröteten Augen (Nom.)
utsmayan
heftig lächelnd (Part.)
madvihīnaḥ tarasvī
ohne mich, der Schnellkräftige (Nom.)
Die Selbstbezeichnung des Sprechers changiert in dieser Passage zwischen 'ahaṃ' (ich) und dem Eigennamen 'arjuna' in scheinbar vokativischer Form, obwohl der Rahmen ('uvāca karṇam') eine an Karṇa gerichtete Rede ankündigt; hier wird dies als episches Stilmittel der Selbstbezeichnung in der dritten Person gedeutet ('ich, Arjuna'). Der Ausdruck 'mama sūnuḥ hataḥ' ('mein Sohn wurde getötet') passt inhaltlich nicht zu Arjuna als Sprecher, da nicht er, sondern Karṇa im Begriff steht, den Sohn Vṛṣasena zu verlieren; die Stelle bleibt referentiell unklar und wird hier möglichst wörtlich wiedergegeben.
„Mag dieser auf dem Wagen stehende Sohn beschützt werden, wie ihr wollt - ich, Arjuna, werde diesen Vṛṣasena mitten in der Schlacht töten! Danach werde ich auch dich töten, den ganz Verwirrten - dich, heute, die Wurzel dieses Streits, dessen Hochmut aus dem Rückhalt bei Duryodhana entstanden ist; dich werde ich heute im Kampf mit Gewalt töten! Und jenen, den niedrigsten der Männer, Duryodhana selbst, durch dessen Unrecht dieser gewaltige Untergang entstand, wird im Kampf Bhīmasena töten.“ So gesprochen habend, den Bogen streichelnd, das Ziel auf Vṛṣasena im Kampf gerichtet,
Und der Diademträger durchbohrte ihn mit Gewalt mit zehn Pfeilen, an den Lebenspunkten haftend; und mit vier furchtbaren Rasiermesserpfeilen zerschnitt er ihm Bogen, beide Arme und das Haupt.
Er, von Pārthas Pfeilen getroffen, fiel vom Wagen zu Boden, ohne Arme, ohne Haupt, wie ein blühender, belaubter, gewaltiger Śāla-Baum, vom Wind von der Bergspitze herabgeweht.
Wort für Wort
vibāhuḥ viśirāḥ
ohne Arme, ohne Haupt (Nom.)
supuṣpitaḥ parṇadharaḥ
blühend, belaubt (Nom.)
vāteritaḥ śālaḥ
der vom Wind geschüttelte Śāla-Baum (Nom., Gleichnis)
Als der Sūta-Sohn ihn sah, den von Pfeilen getroffenen, vom Wagen fallenden Sohn, eilte er, rasch handelnd, mit Wucht mit seinem Wagen dem Wagen des Diademträgers entgegen, vom Tod seines Sohnes versengt.
tam āyāntam abhiprekṣya velodvṛttam ivārṇavam / garjantaṃ sumahākāyaṃ durnivāraṃ surair api / arjunaṃ prāha dāśārhaḥ prahasya puruṣarṣabhaḥ
Als er ihn herankommen sah, wie das über die Ufer getretene Meer, brüllend, von gewaltigem Leib, selbst von den Göttern nicht abzuwehren, sprach der Daśārha, der Stier unter den Männern, lachend zu Arjuna:
„Dies ist jener Wagen, der heranfährt, mit weißen Pferden, mit Śalya als Wagenlenker, mit dem du kämpfen musst - sei standhaft, Dhanañjaya! Sieh diesen angespannten Wagen Karṇas, Pāṇḍava, mit weißen Rossen bespannt, von Rādhās Sohn gelenkt, mit mancherlei Bannern bedeckt, mit einem Netz von Glöckchen bekränzt, wie ein durch die Luft getragenes Himmelsgefährt mit weißen Pferden! Und sieh Karṇas Banner, das Elefantenseil des Hochgesinnten, gleich Indras Bogen, den Himmel gleichsam durchritzend! Sieh Karṇa heranfahren, der Dhṛtarāṣṭras Söhnen wohlgesinnt ist, Pfeilströme entsendend wie eine Wolke einen Regenstrom!“
„Dieser König, der Herrscher der Madras, steht vorne auf dem Wagen und lenkt die Pferde jenes Rādheya von unermesslichem Glanz. Höre den Donner der Pauken und den furchtbaren Muschelhornklang, höre die vielfältigen Löwenrufe von allen Seiten, Pāṇḍava - alle anderen großen Geräusche übertönend durch den unermesslich glanzvollen Karṇa - höre das mächtige Dröhnen seines heftig geschwungenen Bogens! Diese großen Wagenkämpfer der Pāñcālas mitsamt ihren Scharen zerstieben, wie Rehe beim Anblick eines erzürnten Löwen im großen Wald - mit aller Kraft, Sohn der Kuntī, musst du den Sūta-Sohn töten!“
„Denn kein anderer als du, Schuldloser, vermag die Pfeile Karṇas zu ertragen - nicht die drei Welten mit Göttern, Asuras und Gandharvas, mit allem Beweglichen und Unbeweglichen; du allein bist fähig, ihn im Kampf zu besiegen, so ist es mir bekannt. Den furchtbaren, gewaltigen Mahādeva, den Dreiäugigen, Śarva, den Haarknoten-Tragenden, vermögen sie nicht einmal anzusehen, den Herrscher - wieviel weniger, den Mächtigen zu bekämpfen! Du hast von Angesicht zu Angesicht den großen Gott, den allen Wesen Heilbringenden, den Śiva, den unbeweglichen Sthāṇu, im Kampf besänftigt, und die Götter sind dir gewogen. Durch die Gnade jenes Gottes der Götter, des Dreizackträgers, Pārtha, erschlage Karṇa, Starkarmiger, wie der Vṛtra-Töter den Namuci erschlug!“
Wort für Wort
tryakṣam śarvam kapardinam
den Dreiäugigen, Śarva, den Haarknoten-Tragenden (Akk., Śiva)
yuddhena ārādhitaḥ
im Kampf besänftigt (Nom.)
namuciṃ vṛtrahā yathā
wie der Vṛtra-Töter den Namuci (Vergleich)
Diese Passage bezieht sich auf die bekannte Erzählung von Arjunas Zweikampf mit dem als Kirāta (Jäger) verkleideten Śiva und dessen anschließender Gunstbezeigung (Kirātārjunīya-Episode), die hier als Beleg für Arjunas gottgewollte Überlegenheit angeführt wird.
„Heil sei dir stets, Pārtha - erlange den Sieg im Kampf!“ Arjuna sprach:
Wort für Wort
śreyaḥ te 'stu
Heil sei dir! (Opt.)
jayam avāpnuhi
erlange den Sieg! (Imp.)
Die Sprecherangabe 'arjuna uvāca' steht im Quelltext unmittelbar vor dieser Zeile; inhaltlich (Anrede 'pārtha' in der 2. Person) gehört die Zeile jedoch offenkundig noch zum Abschluss von Kṛṣṇas vorangehender Rede, während Arjunas eigene Erwiderung erst mit der folgenden Einheit einsetzt; die Sprecherangabe scheint im Quellapparat um eine Zeile verschoben zu sein.
dhruva eva jayaḥ kṛṣṇa mama nāsty atra saṃśayaḥ / sarvalokagurur yas tvaṃ tuṣṭo 'si madhusūdana / codayāśvān hṛṣīkeśa rathaṃ mama mahāratha / nāhatvā samare śatruṃ nivartiṣyati phalgunaḥ
„Gewiss ist der Sieg, Kṛṣṇa - daran habe ich keinen Zweifel! Da du, der Lehrer aller Welten, mir gewogen bist, Madhusūdana - treib die Pferde an, Hṛṣīkeśa, meinen Wagen, großer Wagenkämpfer! Ohne den Feind im Kampf erschlagen zu haben, wird Phalguna nicht umkehren!“
„Heute wirst du sehen, wie Karṇa erschlagen, von meinen Pfeilen zerstückelt daliegt - oder du wirst mich sehen, Govinda, von Karṇas Pfeilen erschlagen! Es steht dieser furchtbare Kampf bevor, der die drei Welten in Staunen versetzt, von dem die Menschen erzählen werden, solange die Erde besteht.“
So sprechend zu Kṛṣṇa, dem unermüdlich Handelnden, fuhr Pārtha damals rasch mit seinem Wagen entgegen, wie ein Elefant einem Gegenelefanten; und wiederum sprach der von großem Glanz, Pārtha, zu Kṛṣṇa, dem Feindebezwinger: „Treib die Pferde an, Hṛṣīkeśa - diese Zeit vergeht!“
evam uktas tadā tena pāṇḍavena mahātmanā / jayena saṃpūjya sa pāṇḍavaṃ tadā / pracodayām āsa hayān manojavān / sa pāṇḍuputrasya ratho manojavaḥ / kṣaṇena karṇasya rathāgrato 'bhavat
So von jenem hochgesinnten Pāṇḍava angesprochen, ihn mit einem Siegesruf ehrend, trieb er da die gedankenschnellen Pferde an; und der gedankenschnelle Wagen des Pāṇḍu-Sohnes war binnen eines Augenblicks vor Karṇas Wagen.
Da, als er vor seinen Augen seinen eigenen Sohn sah, von dem Weißpferdigen im Kampf erschlagen, geriet der Hochgesinnte Karṇa in höchste Erregung und stürmte plötzlich auf Kṛṣṇa und Arjuna los.
śiraḥ karau caiva dhanuś ca pārtha / ekeṣuṇā vṛṣasenasya saṃkhye / ciccheda pārtho hy aṅgarājasya sainyaṃ / kopāgninā caturaṅgaṃ dadāha
Haupt, Hände und Bogen Vṛṣasenas hatte Pārtha mit einem einzigen Pfeil im Kampf abgeschlagen; und Pārtha verbrannte das aus vier Teilen bestehende Heer des Aṅga-Königs mit dem Feuer seines Zorns.
Wort für Wort
ekeṣuṇā
mit einem einzigen Pfeil (Instr.)
aṅgarājasya
des Aṅga-Königs, Karṇas (Gen.)
kopāgninā dadāha
er verbrannte mit dem Feuer des Zorns (Instr.+Perf.)
Diese abschließende Zeile fasst noch einmal die Tötung Vṛṣasenas zusammen, die bereits ausführlich in den Einheiten 60-61 geschildert wurde; sie wirkt wie eine zusammenfassende Schlussformel des Kapitels und wird hier, trotz der Wiederholung, als eigenständige, den Kapitelschluss markierende Aussage übersetzt.