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Mahābhārata · Karṇaparva

Kapitel 47: arjunavākyam Arjunas Bericht: der Kampf gegen Drauṇi und die Ankunft Karṇas

saṃjaya uvāca / tad dharmaśīlasya vaco niśamya; rājñaḥ kruddhasyādhirathau mahātmā / uvāca durdharṣam adīnasattvaṃ; yudhiṣṭhiraṃ jiṣṇur anantavīryaḥ

Saṃjaya sprach: Nachdem der hochgesinnte, an unermesslicher Kraft reiche Jiṣṇu jenes Wort des pflichttreuen, zornigen Königs über den Sohn des Adhiratha vernommen hatte, sprach er zu dem unbezwingbaren, unverzagten Yudhiṣṭhira.

Wort für Wort
saṃjayaḥ uvāca
Saṃjaya sprach (Nom. / 3.Sg.Perf.)
tat dharmaśīlasya vacaḥ niśamya
nachdem er jenes Wort des pflichttreuen vernommen hatte (Akk. / Gen. / Akk. / Ger.)
rājñaḥ kruddhasya ādhirathe
des zornigen Königs, über den Sohn des Adhiratha (Gen. / Gen. / Lok.)
mahātmā uvāca durdharṣam
der Hochgesinnte sprach zu dem Unbezwingbaren (Nom. / 3.Sg.Perf. / Akk.)
adīnasattvam yudhiṣṭhiram
dem Unverzagten, zu Yudhiṣṭhira (Akk. / Akk.)
jiṣṇuḥ anantavīryaḥ
Jiṣṇu, von unermesslicher Kraft (Nom. / Nom.)

Die überlieferte Form „ādhirathau“ ist grammatisch auffällig; übersetzt als Lokativ („über den Sohn des Adhiratha [Karṇa]“), worauf sich Yudhiṣṭhiras vorangegangene Rede (Kap. 46) bezieht.

droṇaṃ hataṃ pārtha karṇo viditvā; bhinnāṃ nāvam ivātyagādhe kurūṇām / saṃmuhyamānān dhārtarāṣṭrān viditvā; nirutsāhāṃś ca vijaye pareṣām / sodaryavat tvarito 'mitaujā; uttārayiṣyan dhṛtarāṣṭrasya putrān / raṇe rathenādhirathir mahātmā; tato hi māṃ tvaritaḥ so 'bhyadhāvat

„Als Karṇa erfuhr, dass Droṇa erschlagen war, o Pārtha — wie ein zerbrochenes Schiff in unergründlicher Tiefe bei den Kurus — und als er erkannte, dass die Söhne Dhṛtarāṣṭras verwirrt und ohne Zuversicht auf den Sieg über die Feinde waren, da eilte er, von unermesslicher Kraft, wie für einen leiblichen Bruder, um mit seinem Wagen im Kampf die Söhne Dhṛtarāṣṭras herauszuretten — der hochgesinnte Sohn des Adhiratha; darum stürmte er eilends auf mich los.“

Wort für Wort
droṇam hatam pārtha karṇaḥ viditvā
als Karṇa erfuhr, dass Droṇa erschlagen war, o Pārtha (Akk. / Akk. / Vok. / Nom. / Ger.)
bhinnām nāvam iva atigādhe kurūṇām
wie ein zerbrochenes Schiff in unergründlicher Tiefe bei den Kurus (Akk. / Akk. / Partikel / Lok. / Gen. Pl.)
saṃmuhyamānān dhārtarāṣṭrān viditvā
als er erkannte, dass die Dhārtarāṣṭras verwirrt waren (Akk. Pl. / Akk. Pl. / Ger.)
nirutsāhān ca vijaye pareṣām
und ohne Zuversicht auf den Sieg über die Feinde (Akk. Pl. / Konj. / Lok. / Gen. Pl.)
sodaryavat tvaritaḥ amitaujāḥ
wie für einen leiblichen Bruder, eilend, von unermesslicher Kraft (Adv. / Nom. / Nom.)
uttārayiṣyan dhṛtarāṣṭrasya putrān
die Söhne Dhṛtarāṣṭras herausretten wollend (Part.Präs.Fut. / Gen. / Akk. Pl.)
raṇe rathena ādhirathiḥ mahātmā
im Kampf mit seinem Wagen, der hochgesinnte Sohn des Adhiratha (Lok. / Instr. / Nom. / Nom.)
tataḥ hi mām tvaritaḥ saḥ abhyadhāvat
darum stürmte er eilends auf mich los (Adv. / Partikel / Akk. / Nom. / Nom. / 3.Sg.Impf.)

saṃśaptakair yudhyamānasya me 'dya; senāgrayāyī kurusainyasya rājan / āśīviṣābhān khagamān pramuñcan; drauṇiḥ purastāt sahasā vyatiṣṭhat

„Während ich heute mit den Saṃśaptakas kämpfte, o König, trat mir der Vorkämpfer des Kuru-Heeres — Drauṇi, Giftschlangen gleiche Pfeile entsendend — plötzlich entgegen.“

Wort für Wort
saṃśaptakaiḥ yudhyamānasya me adya
während ich heute mit den Saṃśaptakas kämpfte (Instr. Pl. / Gen. Part. / Gen. / Adv.)
senāgrayāyī kurusainyasya rājan
der Vorkämpfer des Kuru-Heeres, o König (Nom. / Gen. / Vok.)
āśīviṣābhān khagamān pramuñcan
giftschlangengleiche Pfeile entsendend (Akk. Pl. / Akk. Pl. / Part.Präs.)
drauṇiḥ purastāt sahasā vyatiṣṭhat
trat Drauṇi plötzlich entgegen (Nom. / Adv. / Instr. / 3.Sg.Impf.)

dṛṣṭvā rathaṃ meghanibhaṃ mamemam; ambaṣṭhasenā maraṇe vyatiṣṭhat / teṣām ahaṃ pañca śatāni hatvā; tato drauṇim agamaṃ pārthivāgrya

„Als sie diesen meinen wolkengleichen Wagen erblickte, stellte sich das Heer der Ambaṣṭhas dem Tode entgegen; nachdem ich fünfhundert von ihnen erschlagen hatte, ging ich sodann auf Drauṇi zu, o Erster der Fürsten.“

Wort für Wort
dṛṣṭvā ratham meghanibham mama imam
als sie diesen meinen wolkengleichen Wagen erblickte (Ger. / Akk. / Akk. / Gen. / Akk.)
ambaṣṭhasenā maraṇe vyatiṣṭhat
stellte sich das Heer der Ambaṣṭhas dem Tode entgegen (Nom. / Lok. / 3.Sg.Impf.)
teṣām aham pañca śatāni hatvā
nachdem ich fünfhundert von ihnen erschlagen hatte (Gen. Pl. / Nom. / Zahlwort / Akk. Pl. / Ger.)
tataḥ drauṇim agamam pārthivāgrya
ging ich sodann auf Drauṇi zu, o Erster der Fürsten (Adv. / Akk. / 1.Sg.Aor. / Vok.)

sa me dṛṣṭvā śūratamo dhvajāgraṃ; samādiśad rathasaṃghān anekān / teṣām ahaṃ pañcaśatān nihatya; āsādayaṃ droṇaputraṃ nadantam

„Als er, der Tapferste, die Spitze meines Banners erblickte, befahl er zahlreiche Wagenscharen [gegen mich]; nachdem ich fünfhundert von ihnen erschlagen hatte, näherte ich mich dem brüllenden Sohn Droṇas.“

Wort für Wort
saḥ me dṛṣṭvā śūratamaḥ dhvajāgram
als er, der Tapferste, die Spitze meines Banners erblickte (Nom. / Gen. / Ger. / Nom. / Akk.)
samādiśat rathasaṃghān anekān
befahl er zahlreiche Wagenscharen (3.Sg.Impf. / Akk. Pl. / Akk. Pl.)
teṣām aham pañcaśatān nihatya
nachdem ich fünfhundert von ihnen erschlagen hatte (Gen. Pl. / Nom. / Akk. Pl. / Ger.)
āsādayam droṇaputram nadantam
näherte ich mich dem brüllenden Sohn Droṇas (1.Sg.Impf. / Akk. / Akk. Part.)

sa droṇaputraḥ sadṛśaṃ mahātmā; mām apy arautsīt tadanīkamadhye / kirañ śaraughān bahurūpān vicitrāṃś; citrāṃ gataḥ śukra ivātivarṣan / sa me śarān sarvataḥ kaṅkapatrān; avāsṛjad vai pṛthivīprakāśān / nivārya tūrṇaṃ paramājimadhye; tato hi māṃ bāṇagaṇaiḥ samarpayat / ākarṣaṇaṃ vāpi vikṛṣya muktaṃ; na dṛśyate tasya mahārathasya

„Er, der hochgesinnte Sohn Droṇas, hielt mich meinesgleichen inmitten jenes Heeres auf, indem er mannigfaltige, vielgestaltige Pfeilfluten verstreute, gleich dem strahlenden Śukra, der die Regenfülle übertrifft; er entsandte mir von allen Seiten reiherbefiederte, erdglänzende Pfeile, und wehrte rasch [die meinen] inmitten des größten Kampfgetümmels ab; darauf überschüttete er mich mit Pfeilscharen — und man sah seinen Bogenzug, den Zug und die Entladung, bei jenem großen Wagenkämpfer nicht [mit bloßem Auge].“

Wort für Wort
saḥ droṇaputraḥ sadṛśam mahātmā
er, der hochgesinnte Sohn Droṇas, meinesgleichen (Nom. / Nom. / Akk. / Nom.)
mām api arautsīt tadanīkamadhye
hielt auch mich inmitten jenes Heeres auf (Akk. / Partikel / 3.Sg.Aor. / Lok.)
kiran śaraughān bahurūpān vicitrān
mannigfaltige, vielgestaltige Pfeilfluten verstreuend (Part.Präs. / Akk. Pl. / Akk. Pl. / Akk. Pl.)
citrām gataḥ śukraḥ iva ativarṣan
gleich dem strahlenden Śukra, der die Regenfülle übertrifft (Akk. / Nom. Part. / Nom. / Partikel / Part.Präs.)
saḥ me śarān sarvataḥ kaṅkapatrān
er entsandte mir von allen Seiten reiherbefiederte Pfeile (Nom. / Dat. / Akk. Pl. / Adv. / Akk. Pl.)
avāsṛjat vai pṛthivīprakāśān
entsandte fürwahr erdglänzende [Pfeile] (3.Sg.Impf. / Partikel / Akk. Pl.)
nivārya tūrṇam paramājimadhye
rasch abwehrend inmitten des größten Kampfgetümmels (Ger. / Adv. / Lok.)
tataḥ hi mām bāṇagaṇaiḥ samarpayat
darauf überschüttete er mich mit Pfeilscharen (Adv. / Partikel / Akk. / Instr. Pl. / 3.Sg.Impf.)
ākarṣaṇam vā api vikṛṣya muktam
auch der Bogenzug, gezogen und entladen (Nom. / Konj. / Partikel / Ger. / Nom.)
na dṛśyate tasya mahārathasya
wird bei jenem großen Wagenkämpfer nicht gesehen (Neg. / 3.Sg.Präs.Pass. / Gen. / Gen.)

Anspielung auf die berühmte Schnelligkeit von Drauṇis Bogenschuss, die dem Auge unsichtbar bleibt (vgl. das Alātacakra-Motiv, s. Glossar).

sa māṃ samāsādya narendra yattaḥ; samabhyayāt siṃha iva dvipendraḥ / akārṣīc ca rathinām ujjihīrṣāṃ; mahārāja vadhyatāṃ kauravāṇām / tato raṇe bhārata duṣprakampya; ācāryaputraḥ pravaraḥ kurūṇām / mām ardayām āsa śitaiḥ pṛṣatkair; janārdanaṃ caiva viṣāgnikalpaiḥ / aṣṭau gavām aṣṭaśatāni bāṇān; mayā prayuddhasya vahanti tasya / tāṃs tena muktān aham asya bāṇair; vyanāśayaṃ vāyur ivābhrajālam

„Er, mich erreichend, o Herr der Männer, bedacht [auf den Kampf], stürmte auf mich los, wie ein Löwe auf den Herrn der Elefanten; und er strebte danach, o Großkönig, die Wagenkämpfer hinwegzuraffen, um die [Feinde der] Kauravas zu töten. Da, o Bhārata, im Kampf, der unerschütterliche Sohn des Lehrers, der Erste der Kurus, quälte mich mit scharfen Pfeilen und ebenso Janārdana mit giftfeuergleichen; achthundertacht Pfeile führen die Stiere jenes mit mir Kämpfenden; jene von ihm entsandten vernichtete ich mit meinen Pfeilen, wie der Wind eine Wolkenmasse.“

Wort für Wort
saḥ mām samāsādya narendra yattaḥ
er, mich erreichend, o Herr der Männer, bedacht (Nom. / Akk. / Ger. / Vok. / Nom.)
samabhyayāt siṃhaḥ iva dvipendraḥ
stürmte los wie ein Löwe auf den Herrn der Elefanten (3.Sg.Impf. / Nom. / Partikel / Nom.)
akārṣīt ca rathinām ujjihīrṣām
und er strebte danach, die Wagenkämpfer hinwegzuraffen (3.Sg.Aor. / Konj. / Gen. Pl. / Akk.)
mahārāja vadhyatām kauravāṇām
o Großkönig, um die Tötung der Kauravas [zu bewirken] (Vok. / Akk. / Gen. Pl.)
tataḥ raṇe bhārata duṣprakampya
da im Kampf, o Bhārata, der Unerschütterliche (Adv. / Lok. / Vok. / Nom.)
ācāryaputraḥ pravaraḥ kurūṇām
der Sohn des Lehrers, der Erste der Kurus (Nom. / Nom. / Gen. Pl.)
mām ardayām āsa śitaiḥ pṛṣatkaiḥ
quälte mich mit scharfen Pfeilen (Akk. / 3.Sg.Perf.periphr. / Instr. Pl. / Instr. Pl.)
janārdanam ca eva viṣāgnikalpaiḥ
und ebenso Janārdana mit giftfeuergleichen [Pfeilen] (Akk. / Konj. / Partikel / Instr. Pl.)
aṣṭau gavām aṣṭaśatāni bāṇān
achthundertacht Pfeile der Stiere (Zahlwort / Gen. Pl. / Zahlwort / Akk. Pl.)
mayā prayuddhasya vahanti tasya
führen jenes mit mir Kämpfenden (Instr. / Gen. Part. / 3.Pl.Präs. / Gen.)
tān tena muktān aham asya bāṇaiḥ
jene von ihm entsandten [vernichtete] ich mit seinen [eigenen] Pfeilen (Akk. Pl. / Instr. / Akk. Pl. / Nom. / Gen. / Instr. Pl.)
vyanāśayam vāyuḥ iva abhrajālam
vernichtete ich, wie der Wind eine Wolkenmasse (1.Sg.Impf. / Nom. / Partikel / Akk.)

„Die Stiere jenes... führen“ bezieht sich auf die von Rindergespannen gezogenen Munitionswagen, die Drauṇis Pfeilvorrat transportieren.

tato 'parān bāṇasaṃghān anekān; ākarṇapūrṇāyatavipramuktān / sasarja śikṣāstrabalaprayatnais; tathā yathā prāvṛṣi kālameghaḥ

„Dann entsandte er andere, zahlreiche Pfeilscharen, bis ans Ohr gespannt und weit entlassen, mit der Kraft geübter Waffenkunst und Anstrengung — ganz so, wie in der Regenzeit die dunkle Gewitterwolke.“

Wort für Wort
tataḥ aparān bāṇasaṃghān anekān
dann andere, zahlreiche Pfeilscharen (Adv. / Akk. Pl. / Akk. Pl. / Akk. Pl.)
ākarṇapūrṇāyatavipramuktān
bis ans Ohr gespannt und weit entlassen (Akk. Pl.)
sasarja śikṣāstrabalaprayatnaiḥ
entsandte er mit der Kraft geübter Waffenkunst und Anstrengung (3.Sg.Perf. / Instr. Pl.)
tathā yathā prāvṛṣi kālameghaḥ
ganz so, wie in der Regenzeit die dunkle Gewitterwolke (Adv. / Adv. / Lok. / Nom.)

naivādadānaṃ na ca saṃdadhānaṃ; jānīmahe katareṇāsyatīti / vāmena vā yadi vā dakṣiṇena; sa droṇaputraḥ samare paryavartat / na saṃdadhānaḥ kuta ādadhāno; na vyākṣipann āvikarṣan vimuñcan / savyena vā yadi vā dakṣiṇena; na jñāyate katareṇāsyatīti / ācāryavat samare paryavartan; mahac citraṃ dṛśyate sarvataḥ sma / dṛṣṭir viṣaṃ cāsukaraṃ pareṣāṃ; sarvā diśaḥ pūrayānaṃ śaraughaiḥ / alātacakrapratimaṃ mahātmanaḥ; sadā nataṃ kārmukaṃ brahmabandhoḥ / tasyātataṃ maṇḍalam eva sajyaṃ; pradṛśyate kārmukaṃ droṇasūnoḥ

„Wir wussten weder, wann er [den Pfeil] nicht nahm, noch wann er ihn auflegte — mit welcher [Hand] er schoss, wussten wir nicht zu sagen, ob mit der linken oder mit der rechten: so wandte sich der Sohn Droṇas im Kampf. Nicht [erkennbar war], wann er auflegte, woher er nahm, nicht [war zu erkennen], wann er verstreute, zurückzog, entließ — mit der linken oder mit der rechten: es war nicht zu wissen, mit welcher er schoss. So, dem Lehrer gleich, wandte er sich im Kampf — ein großes Wunder war überall zu sehen; sein Anblick war Gift, für die Feinde schwer zu ertragen, indem er alle Himmelsrichtungen mit Pfeilfluten erfüllte; dem Feuerbrand-Rad gleich war der Bogen des Hochgesinnten, des Brahmanen-Verwandten, stets gespannt; sein Bogen, voll ausgezogen zum Kreis und bespannt, so erschien der Bogen des Sohnes Droṇas.“

Wort für Wort
na eva ādadānam na ca saṃdadhānam
weder [wann er] nahm noch auflegte (Neg. / Partikel / Akk. / Neg. / Konj. / Akk.)
jānīmahe katareṇa asyati iti
wussten wir, mit welcher [Hand] er schoss (1.Pl.Präs.Med. / Instr. / 3.Sg.Präs. / Zitatpartikel)
vāmena vā yadi vā dakṣiṇena
sei es mit der linken, sei es mit der rechten (Instr. / Konj. / Konj. / Konj. / Instr.)
saḥ droṇaputraḥ samare paryavartat
so wandte sich der Sohn Droṇas im Kampf (Nom. / Nom. / Lok. / 3.Sg.Impf.)
na saṃdadhānaḥ kutaḥ ādadhānaḥ
nicht auflegend, woher nehmend (Neg. / Nom. Part. / Adv. / Nom. Part.)
na vyākṣipan āvikarṣan vimuñcan
nicht verstreuend, zurückziehend, entlassend (Neg. / Part.Präs. / Part.Präs. / Part.Präs.)
savyena vā yadi vā dakṣiṇena
sei es mit der linken, sei es mit der rechten (Instr. / Konj. / Konj. / Konj. / Instr.)
na jñāyate katareṇa asyati iti
es war nicht zu wissen, mit welcher er schoss (Neg. / 3.Sg.Präs.Pass. / Instr. / 3.Sg.Präs. / Zitatpartikel)
ācāryavat samare paryavartan
dem Lehrer gleich wandte er sich im Kampf (Adv. / Lok. / Part.Präs.)
mahat citram dṛśyate sarvataḥ sma
ein großes Wunder war überall zu sehen (Nom. / Nom. / 3.Sg.Präs.Pass. / Adv. / Partikel)
dṛṣṭiḥ viṣam ca asukaram pareṣām
sein Anblick war Gift und schwer zu ertragen für die Feinde (Nom. / Nom. / Konj. / Nom. / Gen. Pl.)
sarvāḥ diśaḥ pūrayānam śaraughaiḥ
alle Himmelsrichtungen erfüllend mit Pfeilfluten (Akk. Pl. / Akk. Pl. / Part.Präs. / Instr. Pl.)
alātacakrapratimam mahātmanaḥ
dem Feuerbrand-Rad gleich, des Hochgesinnten (Nom. / Gen.)
sadā natam kārmukam brahmabandhoḥ
stets gespannt der Bogen des Brahmanen-Verwandten (Adv. / Nom. / Nom. / Gen.)
tasya ātatam maṇḍalam eva sajyam
sein voll ausgezogener, kreisförmiger, bespannter [Bogen] (Gen. / Nom. / Nom. / Partikel / Nom.)
pradṛśyate kārmukam droṇasūnoḥ
so erschien der Bogen des Sohnes Droṇas (3.Sg.Präs.Pass. / Nom. / Gen.)

Alātacakra („Feuerbrand-Rad“): stehendes Bildwort für die blitzschnelle, kreisförmige Beweglichkeit eines Meisterschützen im Bogenschießen (vgl. Glossar).

avidhyan māṃ pañcabhir droṇaputraḥ; śitaiḥ śaraiḥ pañcabhir vāsudevam / ahaṃ tu taṃ triṃśatā vajrakalpaiḥ; samārdayaṃ nimiṣasyāntareṇa / abhyaghnaṃ bāṇais tam ahaṃ sudhārair; nimeṣamātreṇa suvarṇapuṅkhaiḥ / kṣaṇāc chvāvitsamarūpo babhūva; samārdito madvisṛṣṭaiḥ pṛṣatkaiḥ

„Der Sohn Droṇas traf mich mit fünf scharfen Pfeilen, und mit fünf ebensolchen Vāsudeva; ich aber quälte ihn mit dreißig donnerkeilgleichen [Pfeilen] binnen eines Augenzwinkerns. Ich schlug ihn mit gutgeschärften, goldbefiederten Pfeilen binnen einer Augenblicksfrist; binnen eines Augenblicks wurde er dem Stachelschwein gleich an Gestalt, überschüttet von den Pfeilen, die ich entsandt hatte.“

Wort für Wort
avidhyat mām pañcabhiḥ droṇaputraḥ
traf mich mit fünf [Pfeilen] der Sohn Droṇas (3.Sg.Impf. / Akk. / Instr. Pl. / Nom.)
śitaiḥ śaraiḥ pañcabhiḥ vāsudevam
mit fünf scharfen Pfeilen [auch] Vāsudeva (Instr. Pl. / Instr. Pl. / Instr. Pl. / Akk.)
aham tu tam triṃśatā vajrakalpaiḥ
ich aber ihn mit dreißig donnerkeilgleichen (Nom. / Partikel / Akk. / Instr. / Instr. Pl.)
samārdayam nimiṣasya antareṇa
quälte ich binnen eines Augenzwinkerns (1.Sg.Impf. / Gen. / Präp.)
abhyaghnam bāṇaiḥ tam aham sudhāraiḥ
ich schlug ihn mit gutgeschärften Pfeilen (1.Sg.Impf. / Instr. Pl. / Akk. / Nom. / Instr. Pl.)
nimeṣamātreṇa suvarṇapuṅkhaiḥ
binnen einer Augenblicksfrist, mit goldbefiederten [Pfeilen] (Instr. / Instr. Pl.)
kṣaṇāt śvāvitsamarūpaḥ babhūva
binnen eines Augenblicks wurde er dem Stachelschwein gleich an Gestalt (Abl. / Nom. / 3.Sg.Perf.)
samārditaḥ madvisṛṣṭaiḥ pṛṣatkaiḥ
überschüttet von den von mir entsandten Pfeilen (Nom. / Instr. Pl. / Instr. Pl.)

sa vikṣaran rudhiraṃ sarvagātrai; rathānīkaṃ sūtasūnor viveśa / mayābhibhūtaḥ sainikānāṃ prabarhān; asāv apaśyan rudhireṇa pradigdhān / sa nirviddho vikṣaran droṇaputro; rathānīkaṃ cātirather viveśa / mayābhibhūtān svarathaprabarhān; astraṃ ca paśyan rudhirapradigdham

„Er, aus allen Gliedern Blut vergießend, drang in die Wagenreihen des Sohnes des Wagenlenkers ein; von mir überwältigt, sah er, wie die Vordersten seiner Krieger mit Blut bespritzt waren. Durchbohrt, Blut vergießend, drang der Sohn Droṇas in die Wagenreihen des großen Wagenkämpfers ein, sah die von mir überwältigten Vordersten seines eigenen Wagenheeres und seine mit Blut bespritzte Waffe.“

Wort für Wort
saḥ vikṣaran rudhiram sarvagātraiḥ
er, aus allen Gliedern Blut vergießend (Nom. / Part.Präs. / Akk. / Instr. Pl.)
rathānīkam sūtasūnoḥ viveśa
drang in die Wagenreihen des Sohnes des Wagenlenkers ein (Akk. / Gen. / 3.Sg.Perf.)
mayā abhibhūtaḥ sainikānām prabarhān
von mir überwältigt, die Vordersten seiner Krieger (Instr. / Nom. / Gen. Pl. / Akk. Pl.)
asau apaśyat rudhireṇa pradigdhān
er sah [sie], mit Blut bespritzt (Nom. / 3.Sg.Impf. / Instr. / Akk. Pl.)
saḥ nirviddhaḥ vikṣaran droṇaputraḥ
er, durchbohrt, Blut vergießend, der Sohn Droṇas (Nom. / Nom. / Part.Präs. / Nom.)
rathānīkam ca atirathaḥ viveśa
drang in die Wagenreihen des großen Wagenkämpfers ein (Akk. / Konj. / Gen. / 3.Sg.Perf.)
mayā abhibhūtān svarathaprabarhān
die von mir überwältigten Vordersten seines eigenen Wagenheeres (Instr. / Akk. Pl. / Akk. Pl.)
astram ca paśyan rudhirapradigdham
und seine mit Blut bespritzte Waffe sehend (Akk. / Konj. / Part.Präs. / Akk.)

tato 'bhibhūtaṃ yudhi vīkṣya sainyaṃ; vidhvastayodhaṃ drutavājināgam / pañcāśatā rathamukhyaiḥ sametaḥ; karṇas tvaran mām upāyāt pramāthī

„Als er dann das im Kampf überwältigte Heer erblickte, mit vernichteten Kriegern, geflohenen Rossen und Elefanten, kam Karṇa, der Zermalmer, begleitet von fünfzig führenden Wagenkämpfern, eilends auf mich zu.“

Wort für Wort
tataḥ abhibhūtam yudhi vīkṣya sainyam
als er dann das im Kampf überwältigte Heer erblickte (Adv. / Akk. / Lok. / Ger. / Akk.)
vidhvastayodham drutavājināgam
mit vernichteten Kriegern, geflohenen Rossen und Elefanten (Akk. / Akk.)
pañcāśatā rathamukhyaiḥ sametaḥ
begleitet von fünfzig führenden Wagenkämpfern (Instr. / Instr. Pl. / Nom.)
karṇaḥ tvaran mām upāyāt pramāthī
kam Karṇa, der Zermalmer, eilends auf mich zu (Nom. / Part.Präs. / Akk. / 3.Sg.Opt./Impf. / Nom.)

tān sūdayitvāham apāsya karṇaṃ; draṣṭuṃ bhavantaṃ tvarayābhiyātaḥ / sarve pāñcālā hy udvijante sma karṇād; gandhād gāvaḥ kesariṇo yathaiva

„Nachdem ich sie vernichtet hatte, eilte ich, Karṇa beiseitelassend, in Eile herbei, dich zu sehen; denn alle Pāñcālas erzitterten vor Karṇa, ganz wie Kühe vor dem Geruch des Löwen.“

Wort für Wort
tān sūdayitvā aham apāsya karṇam
nachdem ich sie vernichtet hatte, Karṇa beiseitelassend (Akk. Pl. / Ger. / Nom. / Ger. / Akk.)
draṣṭum bhavantam tvarayā abhiyātaḥ
eilends herbeigekommen, dich zu sehen (Inf. / Akk. / Instr. / Nom.)
sarve pāñcālāḥ hi udvijante sma karṇāt
denn alle Pāñcālas erzitterten vor Karṇa (Nom. Pl. / Nom. Pl. / Partikel / 3.Pl.Präs.Med. / Partikel / Abl.)
gandhāt gāvaḥ kesariṇaḥ yathā eva
wie Kühe vor dem Geruch des Löwen (Abl. / Nom. Pl. / Gen. / Adv. / Partikel)

mahājhaṣasyeva mukhaṃ prapannāḥ; prabhadrakāḥ karṇam abhi dravanti / mṛtyor āsyaṃ vyāttam ivānvapadyan; prabhadrakāḥ karṇam āsādya rājan

„Wie in den Rachen eines großen Meeresungeheuers gefallen, stürmen die Prabhadrakas auf Karṇa zu; wie in den weit aufgesperrten Mund des Todes gerieten die Prabhadrakas, als sie Karṇa erreichten, o König.“

Wort für Wort
mahājhaṣasya iva mukham prapannāḥ
wie in den Rachen eines großen Meeresungeheuers gefallen (Gen. / Partikel / Akk. / Nom. Pl.)
prabhadrakāḥ karṇam abhi dravanti
stürmen die Prabhadrakas auf Karṇa zu (Nom. Pl. / Akk. / Präp. / 3.Pl.Präs.)
mṛtyoḥ āsyam vyāttam iva anvapadyan
wie in den weit aufgesperrten Mund des Todes gerieten sie (Gen. / Akk. / Akk. / Partikel / 3.Pl.Impf.)
prabhadrakāḥ karṇam āsādya rājan
die Prabhadrakas, als sie Karṇa erreichten, o König (Nom. Pl. / Akk. / Ger. / Vok.)

yāsyāmi tāṃs tārayiṣyan balaughān; diṣṭyā bhavān svastimān pārtha dṛṣṭaḥ

„Ich werde gehen, um jene Heeresfluten zu retten — durch glückliches Geschick, o Pārtha, sehe ich dich [jetzt] wohlbehalten.“

Wort für Wort
yāsyāmi tān tārayiṣyan balaughān
ich werde gehen, um jene Heeresfluten zu retten (1.Sg.Fut. / Akk. Pl. / Part.Präs.Fut. / Akk. Pl.)
diṣṭyā bhavān svastimān pārtha dṛṣṭaḥ
durch glückliches Geschick sehe ich dich wohlbehalten, o Pārtha (Adv. / Nom. / Nom. / Vok. / Nom.)

Die zweite Vershälfte scheint eine eingeschobene Bemerkung Arjunas an den gegenwärtig zuhörenden Yudhiṣṭhira zu sein (nicht Teil der Kampfschilderung selbst), in der er seine Erleichterung ausdrückt, ihn wohlbehalten anzutreffen.

rathāṃs tu tān saptaśatān nimagnāṃs; tadā karṇaḥ prāhiṇon mṛtyusadma / na cāpy abhūt klāntamanāḥ sa rājan; yāvan nāsmān dṛṣṭavān sūtaputraḥ / śrutvā tu tvāṃ tena dṛṣṭaṃ sametam; aśvatthāmnā pūrvataraṃ kṣataṃ ca / manye kālam apayānasya rājan; krūrāt karṇāt te 'ham acintyakarman

„Doch jene siebenhundert versunkenen Wagenkämpfer sandte Karṇa da zur Wohnstatt des Todes. Und er wurde nicht mutlosen Sinnes, o König, solange der Sohn des Wagenlenkers uns nicht erblickt hatte. Als er aber hörte, dass du, zuvor von Aśvatthāman verwundet, [nun] mit ihm [Kṛṣṇa] vereint gesehen worden warst — da, meine ich, o König, war für ihn, den Grausamen, o du von unfasslichem Tun, [beinahe] die Zeit des Rückzugs vor Karṇa gekommen.“

Wort für Wort
rathān tu tān saptaśatān nimagnān
doch jene siebenhundert versunkenen Wagenkämpfer (Akk. Pl. / Partikel / Akk. Pl. / Zahlwort / Akk. Pl.)
tadā karṇaḥ prāhiṇot mṛtyusadma
sandte Karṇa da zur Wohnstatt des Todes (Adv. / Nom. / 3.Sg.Impf. / Akk.)
na ca api abhūt klāntamanāḥ sa rājan
und er wurde nicht mutlosen Sinnes, o König (Neg. / Konj. / Partikel / 3.Sg.Aor. / Nom. / Nom. / Vok.)
yāvat na asmān dṛṣṭavān sūtaputraḥ
solange der Sohn des Wagenlenkers uns nicht erblickt hatte (Konj. / Neg. / Akk. / Nom. Part.Perf. / Nom.)
śrutvā tu tvām tena dṛṣṭam sametam
als er aber hörte, dass du von ihm vereint gesehen worden warst (Ger. / Partikel / Akk. / Instr. / Akk. / Akk.)
aśvatthāmnā pūrvataram kṣatam ca
zuvor von Aśvatthāman verwundet (Instr. / Adv. / Akk. / Konj.)
manye kālam apayānasya rājan
meine ich, [war] die Zeit des Rückzugs [gekommen], o König (1.Sg.Präs.Med. / Akk. / Gen. / Vok.)
krūrāt karṇāt te aham acintyakarman
vor dem grausamen Karṇa, für dich, ich, o du von unfasslichem Tun (Abl. / Abl. / Dat. / Nom. / Vok.)

Diese Apparatstelle (@019, Zeilen 1-8) ist syntaktisch stark verdichtet; die Übersetzung folgt der plausibelsten Deutung, ohne den Sinn im Einzelnen sicher rekonstruieren zu können.

na me karṇasyāstram idaṃ purastād; yuddhe dṛṣṭaṃ pāṇḍava citrarūpam / na hy anyayoddhā vidyate sṛñjayānām; mahārathaṃ yo 'dya saheta karṇam

„Nie zuvor habe ich, o Pāṇḍava, diese wundersam gestaltete Waffe Karṇas im Kampf gesehen. Denn es gibt unter den Sṛñjayas keinen anderen Krieger, der heute dem großen Wagenkämpfer Karṇa standhalten könnte.“

Wort für Wort
na me karṇasya astram idam purastāt
nie zuvor [habe ich] diese Waffe Karṇas (Neg. / Gen. / Gen. / Nom. / Adv.)
yuddhe dṛṣṭam pāṇḍava citrarūpam
im Kampf gesehen, o Pāṇḍava, wundersam gestaltet (Lok. / Nom. / Vok. / Nom.)
na hi anyaḥ yoddhā vidyate sṛñjayānām
denn es gibt keinen anderen Krieger unter den Sṛñjayas (Neg. / Partikel / Nom. / Nom. / 3.Sg.Präs.Pass. / Gen. Pl.)
mahāratham yaḥ adya saheta karṇam
der heute dem großen Wagenkämpfer Karṇa standhalten könnte (Akk. / Nom. / Adv. / 3.Sg.Opt. / Akk.)

śaineyo me sātyakiś cakrarakṣau; dhṛṣṭadyumnaś cāpi tathaiva rājan / yudhāmanyuś cottamaujāś ca śūrau; pṛṣṭhato māṃ rakṣatāṃ rājaputrau / rathapravīreṇa mahānubhāva; dviṣatsainye vartatā dustareṇa

„Śaineya [Sātyaki] als mein Radhüter, und ebenso auch Dhṛṣṭadyumna, o König, und die beiden Helden Yudhāmanyu und Uttamaujas, die beiden Königssöhne, schützen mich von hinten — während er, der Beste der Wagenkämpfer, o Hochgesinnter, sich im feindlichen Heer bewegt, schwer zu überwinden.“

Wort für Wort
śaineyaḥ me sātyakiḥ cakrarakṣau
Śaineya Sātyaki als mein Radhüter (Nom. / Gen. / Nom. / Nom. Du.)
dhṛṣṭadyumnaḥ ca api tathā eva rājan
und ebenso auch Dhṛṣṭadyumna, o König (Nom. / Konj. / Partikel / Adv. / Partikel / Vok.)
yudhāmanyuḥ ca uttamaujāḥ ca śūrau
und die beiden Helden Yudhāmanyu und Uttamaujas (Nom. / Konj. / Nom. / Konj. / Nom. Du.)
pṛṣṭhataḥ mām rakṣatām rājaputrau
die beiden Königssöhne schützen mich von hinten (Adv. / Akk. / 3.Du.Präs.Imp. / Nom. Du.)
rathapravīreṇa mahānubhāva
durch den Besten der Wagenkämpfer, o Hochgesinnter (Instr. / Vok.)
dviṣatsainye vartatā dustareṇa
der sich im feindlichen Heer bewegt, schwer zu überwinden (Lok. / Instr. Part. / Instr.)

āyāhi paśyādya yuyutsamānaṃ; māṃ sūtaputraṃ ca vṛtau jayāya / ṣaṭsāhasrā bhārata rājaputrāḥ; svargāya lokāya rathā nimagnāḥ / tān adya yāsyāmi raṇād vimoktuṃ; sarvātmanā sūtaputraṃ ca hantum / rathapravīreṇa mahānubhāva; dviṣat sainyaṃ nirdahan vistareṇa

„‚Komm, sieh heute mich Kampfbegierigen und den Sohn des Wagenlenkers, beide auf Sieg bedacht!‘ — so [rief ich Karṇa zu]. Sechstausend Wagen der Königssöhne, o Bhārata, sind zum Himmel, zur [jenseitigen] Welt versunken. Sie werde ich heute aus dem Kampf befreien gehen und mit ganzer Seele den Sohn des Wagenlenkers töten — er, der Beste der Wagenkämpfer, o Hochgesinnter, der das feindliche Heer weithin verbrennt.“

Wort für Wort
āyāhi paśya adya yuyutsamānam
komm, sieh heute den Kampfbegierigen (2.Sg.Imp. / 2.Sg.Imp. / Adv. / Akk.)
mām sūtaputram ca vṛtau jayāya
mich und den Sohn des Wagenlenkers, beide, zum Sieg bedacht (Akk. / Akk. / Konj. / Akk. Du. / Dat.)
ṣaṭsāhasrāḥ bhārata rājaputrāḥ
sechstausend, o Bhārata, der Königssöhne (Nom. Pl. / Vok. / Gen. Pl.)
svargāya lokāya rathāḥ nimagnāḥ
zum Himmel, zur [jenseitigen] Welt sind die Wagen versunken (Dat. / Dat. / Nom. Pl. / Nom. Pl.)
tān adya yāsyāmi raṇāt vimoktum
sie werde ich heute aus dem Kampf zu befreien gehen (Akk. Pl. / Adv. / 1.Sg.Fut. / Abl. / Inf.)
sarvātmanā sūtaputram ca hantum
und mit ganzer Seele den Sohn des Wagenlenkers zu töten (Instr. / Akk. / Konj. / Inf.)
rathapravīreṇa mahānubhāva
er, der Beste der Wagenkämpfer, o Hochgesinnter (Instr. / Vok.)
dviṣat sainyam nirdahan vistareṇa
der das feindliche Heer weithin verbrennt (Akk. / Akk. / Part.Präs. / Instr.)

sametyāhaṃ sūtaputreṇa saṃkhye; vṛtreṇa vajrīva narendramukhya / evaṃ gate kiṃ ca mayādya śakyaṃ; kāryaṃ kartuṃ nigrahe sūtajasya / tathaiva rājñaś ca suyodhanasya; ye cāpi māṃ yoddhukāmāḥ sametāḥ / yotsye bhṛśaṃ bhārata sūtaputram; asmin saṃgrāme yadi vai dṛśyate 'dya

„Ich, im Kampf mit dem Sohn des Wagenlenkers zusammentreffend, wie der Donnerkeilträger mit Vṛtra, o Erster der Männerherren — was kann, da es so steht, von mir heute noch getan werden, um den Sohn des Wagenlenkers zu bezwingen, ebenso wie König Suyodhana und alle jene, die, versammelt, mit mir kämpfen wollen? Ich werde heftig kämpfen, o Bhārata, gegen den Sohn des Wagenlenkers, in diesem Kampf, wenn er sich heute fürwahr zeigt.“

Wort für Wort
sametya aham sūtaputreṇa saṃkhye
ich, im Kampf mit dem Sohn des Wagenlenkers zusammentreffend (Ger. / Nom. / Instr. / Lok.)
vṛtreṇa vajrī iva narendramukhya
wie der Donnerkeilträger mit Vṛtra, o Erster der Männerherren (Instr. / Nom. / Partikel / Vok.)
evam gate kim ca mayā adya śakyam
was kann, da es so steht, von mir heute [getan werden] (Adv. / Lok.Abs. / Frage / Konj. / Instr. / Adv. / Nom.)
kāryam kartum nigrahe sūtajasya
getan werden, um den Sohn des Wagenlenkers zu bezwingen (Nom. / Inf. / Lok. / Gen.)
tathā eva rājñaḥ ca suyodhanasya
ebenso wie [des] Königs Suyodhana (Adv. / Partikel / Gen. / Konj. / Gen.)
ye ca api mām yoddhukāmāḥ sametāḥ
und alle jene, die versammelt mit mir kämpfen wollen (Nom. Pl. / Konj. / Partikel / Akk. / Nom. Pl. / Nom. Pl.)
yotsye bhṛśam bhārata sūtaputram
ich werde heftig kämpfen, o Bhārata, gegen den Sohn des Wagenlenkers (1.Sg.Fut. / Adv. / Vok. / Akk.)
asmin saṃgrāme yadi vai dṛśyate adya
in diesem Kampf, wenn er sich heute fürwahr zeigt (Lok. / Lok. / Konj. / Partikel / 3.Sg.Präs.Pass. / Adv.)

karṇaṃ na ced adya nihanmi rājan; sabāndhavaṃ yudhyamānaṃ prasahya / pratiśrutyākurvatāṃ vai gatir yā; kaṣṭāṃ gaccheyaṃ tām ahaṃ rājasiṃha

„Wenn ich heute Karṇa nicht erschlage, o König, samt seinen Verwandten, mit Gewalt, während er kämpft — dann möge ich jenes leidvolle Los erreichen, das denen zuteilwird, die, nachdem sie gelobt haben, es nicht vollbringen, o Löwe unter den Königen.“

Wort für Wort
karṇam na cet adya nihanmi rājan
wenn ich heute Karṇa nicht erschlage, o König (Akk. / Neg. / Konj. / Adv. / 1.Sg.Präs. / Vok.)
sabāndhavam yudhyamānam prasahya
samt seinen Verwandten, während er kämpft, mit Gewalt (Akk. / Akk. / Adv.)
pratiśrutya akurvatām vai gatiḥ yā
das Los, das denen zuteilwird, die, nachdem sie gelobt haben, es nicht vollbringen (Ger. / Gen. Pl. / Partikel / Nom. / Nom.)
kaṣṭām gaccheyam tām aham rājasiṃha
möge ich jenes leidvolle [Los] erreichen, o Löwe unter den Königen (Akk. / 1.Sg.Opt. / Akk. / Nom. / Vok.)

āmantraye tvāṃ brūhi jayaṃ raṇe me; purā bhīmaṃ dhārtarāṣṭrā grasante / sautiṃ haniṣyāmi narendrasiṃha; sainyaṃ tathā śatrugaṇāṃś ca sarvān

„Ich nehme Abschied von dir — sprich mir Sieg im Kampf zu, bevor die Söhne Dhṛtarāṣṭras Bhīma verschlingen. Ich werde den Sohn des Wagenlenkers erschlagen, o Löwe unter den Männerherren, und ebenso sein Heer und alle Scharen der Feinde.“

Wort für Wort
āmantraye tvām brūhi jayam raṇe me
ich nehme Abschied von dir, sprich mir Sieg im Kampf zu (1.Sg.Präs.Med. / Akk. / 2.Sg.Imp. / Akk. / Lok. / Dat.)
purā bhīmam dhārtarāṣṭrāḥ grasante
bevor die Söhne Dhṛtarāṣṭras Bhīma verschlingen (Adv. / Akk. / Nom. Pl. / 3.Pl.Präs.Med.)
sautim haniṣyāmi narendrasiṃha
ich werde den Sohn des Wagenlenkers erschlagen, o Löwe unter den Männerherren (Akk. / 1.Sg.Fut. / Vok.)
sainyam tathā śatrugaṇān ca sarvān
und ebenso sein Heer und alle Scharen der Feinde (Akk. / Adv. / Akk. Pl. / Konj. / Akk. Pl.)

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