Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Karṇaparva

Kapitel 59: saṃśaptakavadhaḥ pāṇḍavasenayā kauravasenāvidhvaṃsanaṃ karṇasya pāñcālābhidravaṇaṃ ca Das Erschlagen der Saṃśaptakas, die Vernichtung des Kaurava-Heeres durch die Pāṇḍava-Krieger und Karṇas Ansturm gegen die Pāñcālas

taṃ tu yāntaṃ mahāvegair aśvaiḥ kapivaradhvajam / yuddhāyābhyadravan vīrāḥ kurūṇāṃ navatī rathāḥ / kṛtvā saṃśaptakā ghorāñ śapathān brāhmalaukikān / parivavrur naravyāghrā naravyāghraṃ raṇe 'rjunam

Saṃjaya sprach: Ihn aber, der mit überaus schnellen Rossen dahinzog, mit dem Banner des besten der Affen, stürmten neunzig Wagenkämpfer der Kurus, Helden, zum Kampf heran; nachdem sie, die Saṃśaptakas, furchtbare, weltlich-brahmanische Schwüre geleistet hatten, umringten die Tiger unter den Männern den Tiger unter den Männern, Arjuna, in der Schlacht.

Wort für Wort
mahāvegaiḥ
mit überaus schnellen (Rossen) (Instr.)
saṃśaptakāḥ
die Saṃśaptakas, die Verschworenen (Nom. Pl.)
brāhmalaukikān
weltlich-brahmanische (Akk. Pl.)

kṛṣṇaḥ śvetān mahāvegān aśvān kanakabhūṣaṇān / muktājālapraticchannān praiṣīt karṇarathaṃ prati

Kṛṣṇa trieb die weißen, überaus schnellen, goldgeschmückten, mit Perlennetzen verhüllten Rosse dem Wagen Karṇas entgegen.

Wort für Wort
kanakabhūṣaṇān
goldgeschmückt (Akk. Pl.)
muktājālapraticchannān
mit Perlennetzen verhüllt (Akk. Pl.)
praiṣīt
er trieb (Impf.)

tataḥ karṇarathaṃ yāntam arīn ghnantaṃ dhanaṃjayam / bāṇavarṣair abhighnantaḥ saṃśaptakarathā yayuḥ

Da fuhren die Wagen der Saṃśaptakas heran, Dhanañjaya, der zum Wagen Karṇas fuhr und die Feinde niedermachte, mit Pfeilregen bedrängend.

Wort für Wort
abhighnantaḥ
bedrängend (Part. Präs.)
yayuḥ
sie fuhren (Perf.)

tvaramāṇāṃs tu tān sarvān sasūteṣvasanadhvajān / jaghāna navatiṃ vīrān arjuno niśitaiḥ śaraiḥ

Doch all jene eilenden, mit ihren Wagenlenkern, Bögen und Bannern, die neunzig Helden, erschlug Arjuna mit scharfen Pfeilen.

Wort für Wort
tvaramāṇān
eilend (Akk. Pl.)
sasūteṣvasanadhvajān
mit Wagenlenkern, Bögen und Bannern (Akk. Pl.)

te 'patanta hatā bāṇair nānārūpaiḥ kirīṭinā / savimānā yathā siddhāḥ svargāt puṇyakṣaye tathā

Sie fielen, von Kirīṭins vielgestaltigen Pfeilen erschlagen, wie vollkommene Wesen mit ihren Himmelswagen, wenn ihr Verdienst endet, vom Himmel herabstürzen.

Wort für Wort
nānārūpaiḥ
vielgestaltig (Instr. Pl.)
savimānāḥ siddhāḥ
vollkommene Wesen mit ihren Himmelswagen (Nom. Pl.)
puṇyakṣaye
wenn das Verdienst endet (Lok.)

tataḥ sarathanāgāśvāḥ kuravaḥ kurusattama / kṣipram evābhisaṃkruddhāḥ samare 'rijighāṃsayā / nirbhayā bharataśreṣṭham abhyavartanta phalgunam

Da wandten sich die Kurus, mit Wagen, Elefanten und Rossen, o Bester der Kurus, rasch erzürnt, aus Verlangen, den Feind im Kampf zu töten, furchtlos gegen Phalguna, den Besten der Bharatas.

Wort für Wort
sarathanāgāśvāḥ
mit Wagen, Elefanten und Rossen (Nom. Pl.)
arijighāṃsayā
aus Verlangen, den Feind zu töten (Instr.)
nirbhayāḥ
furchtlos (Nom. Pl.)

tad āyastam amuktāstram udīrṇavaravāraṇam / putrāṇāṃ te mahat sainyaṃ samarautsīd dhanaṃjayaḥ

Jenes unermüdete, seine Geschosse noch nicht entlassene, mit stattlichen Elefanten angeschwollene große Heer deiner Söhne hielt Dhanañjaya im Kampf auf.

Wort für Wort
āyastam
unermüdet, angestrengt (Akk.)
udīrṇavaravāraṇam
mit stattlichen Elefanten angeschwollen (Akk.)
samarautsīt
er hielt auf (Impf.)

śaktyṛṣṭitomaraprāsair gadānistriṃśasāyakaiḥ / prācchādayan maheṣvāsāḥ kuravaḥ kurunandanam

Mit Wurfspeeren, Lanzen, Speeren und Prāsa-Waffen, mit Keulen, Schwertern und Pfeilen bedeckten die großen Bogenschützen, die Kurus, den Kuru-Spross Arjuna.

Wort für Wort
śaktyṛṣṭitomaraprāsaiḥ
mit Wurfspeeren, Lanzen, Speeren und Prāsa-Waffen (Instr.)
maheṣvāsāḥ
die großen Bogenschützen (Nom. Pl.)
prācchādayan
sie bedeckten (Impf.)

tāṃ kurūṇāṃ pravitatāṃ śastravṛṣṭiṃ samudyatām / vyadhamat pāṇḍavo bāṇais tamaḥ sūrya ivāṃśubhiḥ

Jenen weit ausgebreiteten, erhobenen Waffenregen der Kurus zerstreute der Pāṇḍava mit seinen Pfeilen, wie die Sonne mit ihren Strahlen die Finsternis.

Wort für Wort
pravitatām
weit ausgebreitet (Akk.)
vyadhamat
er zerstreute (Impf.)

tato mlecchāḥ sthitair mattais trayodaśaśatair gajaiḥ / pārśvato 'bhyahanan pārthaṃ tava putrasya śāsanāt

Da griffen die Mlecchas, mit dreizehnhundert feststehenden, brünftigen Elefanten, auf Befehl deines Sohnes von der Seite Pārtha an.

Wort für Wort
mlecchāḥ
die Mlecchas, Fremdvölker (Nom. Pl.)
trayodaśaśataiḥ
mit dreizehnhundert (Instr.)
śāsanāt
auf Befehl (Abl.)

karṇinālīkanārācais tomaraiḥ prāsaśaktibhiḥ / kampanair bhiṇḍipālaiś ca rathasthaṃ pārtham ārdayan

Mit Karṇin-, Nālīka- und Nārāca-Pfeilen, mit Lanzen, Speeren und Wurfspeeren, mit Kampana- und Bhiṇḍipāla-Waffen bedrängten sie den auf dem Wagen stehenden Pārtha.

Wort für Wort
karṇinālīkanārācaiḥ
mit Karṇin-, Nālīka- und Nārāca-Pfeilen (Instr.)
rathastham
auf dem Wagen stehend (Akk.)
ārdayan
sie bedrängten (Impf.)

tām astravṛṣṭiṃ prahitāṃ dvipasthair yavanaiḥ smayan / ciccheda niśitair bhallair ardhacandraiś ca phalgunaḥ

Jenen von den auf Elefanten sitzenden Yavanas entsandten Waffenregen zerschnitt Phalguna lächelnd mit scharfen Bhalla- und Halbmond-Pfeilen.

Wort für Wort
dvipasthaiḥ
auf Elefanten sitzend (Instr. Pl.)
smayan
lächelnd (Part. Präs.)

atha tān dviradān sarvān nānāliṅgair mahāśaraiḥ / sapatākān sahārohān girīn vajrair ivābhinat

Da durchbohrte er all jene Elefanten, samt Bannern und Reitern, mit großen Pfeilen mancherlei Kennzeichens, wie Berge mit Blitzen.

Wort für Wort
nānāliṅgaiḥ
mancherlei Kennzeichens (Instr. Pl.)
sapatākān sahārohān
samt Bannern und Reitern (Akk. Pl.)
abhinat
er durchbohrte (Impf.)

te hemapuṅkhair iṣubhir ācitā hemamālinaḥ / hatāḥ petur mahānāgāḥ sāgnijvālā ivādrayaḥ

Sie, die großen, mit goldenen Ketten geschmückten Elefanten, von goldbefiederten Pfeilen durchbohrt, fielen erschlagen, wie Berge mit Feuerflammen.

Wort für Wort
hemapuṅkhaiḥ
mit goldenen Federn (Pfeilen) (Instr.)
hemamālinaḥ
mit goldenen Ketten geschmückt (Nom. Pl.)
sāgnijvālāḥ
mit Feuerflammen (Nom. Pl.)

tato gāṇḍīvanirghoṣo mahān āsīd viśāṃ pate / stanatāṃ kūjatāṃ caiva manuṣyagajavājinām

Da erscholl das gewaltige Dröhnen des Gāṇḍīva-Bogens, o Herr der Völker, inmitten des Brüllens und Stöhnens der Menschen, Elefanten und Rosse.

Wort für Wort
gāṇḍīvanirghoṣaḥ
das Dröhnen des Gāṇḍīva-Bogens (Nom.)
stanatām kūjatām
der Brüllenden und Stöhnenden (Gen. Pl.)

kuñjarāś ca hatā rājan prādravaṃs te samantataḥ / aśvāś ca paryadhāvanta hatārohā diśo daśa

Die erschlagenen Elefanten flohen, o König, nach allen Seiten, und die Rosse, ihrer Reiter beraubt, liefen in die zehn Himmelsrichtungen davon.

Wort für Wort
prādravan
sie flohen (Impf.)
hatārohāḥ
ihrer Reiter beraubt (Nom. Pl.)
paryadhāvanta
sie liefen davon (Impf. Med.)

rathā hīnā mahārāja rathibhir vājibhis tathā / gandharvanagarākārā dṛśyante sma sahasraśaḥ

Die ihrer Wagenkämpfer und Rosse beraubten Wagen, Großkönig, waren zu Tausenden zu sehen, gleich Gandharva-Städten.

Wort für Wort
hīnāḥ
beraubt (Nom. Pl.)
gandharvanagarākārāḥ
von der Gestalt von Gandharva-Städten (Nom. Pl.)
sahasraśaḥ
zu Tausenden (Adv.)

aśvārohā mahārāja dhāvamānās tatas tataḥ / nardantaḥ kūjamānāś ca manuṣyagajavājinaḥ / tatra tatraiva dṛśyante patitāḥ pārthasāyakaiḥ

Die Reiter, Großkönig, liefen hierhin und dorthin; brüllend und stöhnend waren die Menschen, Elefanten und Rosse überall gefallen zu sehen, von Pārthas Pfeilen getroffen.

Wort für Wort
aśvārohāḥ
die Reiter (Nom. Pl.)
dhāvamānāḥ
laufend (Nom. Pl.)
patitāḥ
gefallen (Nom. Pl.)

tasmin kṣaṇe pāṇḍavasya bāhvor balam adṛśyata / yat sādino vāraṇāṃś ca rathāṃś caiko 'jayad yudhi / asaṃyuktāś ca te rājan parivṛttā raṇaṃ prati / narā nāgā rathāś caiva nadanto 'rjunam abhyayuḥ

In jenem Augenblick zeigte sich die Kraft der Arme des Pāṇḍava, indem er allein Reiter, Elefanten und Wagen im Kampf besiegte; und jene noch unversehrten, o König, wandten sich wiederum dem Kampf zu - Männer, Elefanten und Wagen stürmten brüllend auf Arjuna los.

Wort für Wort
bāhvor balam
die Kraft der beiden Arme (Nom.)
asaṃyuktāḥ
unversehrt, nicht verwickelt (Nom. Pl.)
nadantaḥ
brüllend (Part. Präs.)

tatas tryaṅgeṇa mahatā balena bharatarṣabha / dṛṣṭvā parivṛtaṃ rājan bhīmasenaḥ kirīṭinam

Da sah Bhīmasena, wie Kirīṭin von der großen, aus drei Teilen bestehenden Streitmacht umringt wurde, Stier der Bharatas, o König.

Wort für Wort
tryaṅgeṇa
aus drei Teilen (Elefanten, Rosse, Wagen) bestehend (Instr.)
parivṛtam
umringt (Akk.)

hatāvaśeṣān utsṛjya tvadīyān kati cid rathān / javenābhyadravad rājan dhanaṃjayarathaṃ prati

Er ließ die wenigen übriggebliebenen deiner Wagen zurück und eilte mit Geschwindigkeit, o König, zu Dhanañjayas Wagen.

Wort für Wort
hatāvaśeṣān
übriggeblieben nach dem Töten (Akk. Pl.)
javena
mit Geschwindigkeit (Instr.)

tatas tat prādravat sainyaṃ hatabhūyiṣṭham āturam / dṛṣṭvā yad arjunaṃ bhīmo jagāma bhrātaraṃ prati

Da floh jenes größtenteils erschlagene, leidgeplagte Heer, als es sah, dass Bhīma zu seinem Bruder Arjuna zog.

Wort für Wort
hatabhūyiṣṭham
größtenteils erschlagen (Akk.)
āturam
leidgeplagt (Akk.)

hatāvaśiṣṭāṃs turagān arjunena mahājavān / bhīmo vyadhamad abhrānto gadāpāṇir mahāhave / gadāpāṇiṃ tadā bhīmaṃ dṛṣṭvā bhārata bhāratāḥ / menire tam anuprāptaṃ daṇḍahastam ivāntakam

Die von Arjuna übriggelassenen, sehr schnellen Rosse zerstreute Bhīma, unerschrocken, die Keule in der Hand, in der großen Schlacht; als die Bhāratas den keulenbewaffneten Bhīma damals sahen, o Bhārata, hielten sie ihn für den herangekommenen Antaka mit dem Stab in der Hand.

Wort für Wort
hatāvaśiṣṭān
übriggelassen nach dem Töten (Akk. Pl.)
abhrāntaḥ
unerschrocken (Nom.)
daṇḍahastam
mit dem Stab in der Hand (Akk.)

kālarātrim ivātyugrāṃ naranāgāśvabhojanām / prākārāṭṭapuradvāradāraṇīm atidāruṇām

Gleich der überaus furchtbaren Nacht des Weltuntergangs, die Männer, Elefanten und Rosse verschlingt, die Wälle, Zinnen und Stadttore zerreißt, überaus grausig.

Wort für Wort
kālarātrim
die Nacht des Weltuntergangs (Akk.)
naranāgāśvabhojanām
Männer, Elefanten und Rosse verzehrend (Akk.)
prākārāṭṭapuradvāradāraṇīm
Wälle, Zinnen und Stadttore zerreißend (Akk.)

tato gadāṃ nṛnāgāśveṣv āśu bhīmo vyavāsṛjat / gajān aśvān hayārohān uddiśyoddiśya bhārata / sā jaghāna bahūn aśvān aśvārohāṃś ca māriṣa

Da schleuderte Bhīma seine Keule eilends gegen Männer, Elefanten und Rosse, immer wieder auf Elefanten, Rosse und Reiter zielend, o Bhārata; sie erschlug viele Rosse und Reiter, o Verehrter.

Wort für Wort
vyavāsṛjat
er schleuderte (Impf.)
uddiśyoddiśya
immer wieder zielend auf (Abs., wiederholt)

kāṃsyāyasatanutrāṃs tān narān aśvāṃś ca pāṇḍavaḥ / pothayām āsa gadayā saśabdaṃ te 'patan hatāḥ / kṣaṇena bhīmaḥ saṃkruddhas tān ninye vai yamakṣayam

Jene Männer und Rosse, mit Bronze- und Eisenpanzern bedeckt, zerschmetterte der Pāṇḍava mit seiner Keule; mit lautem Krachen fielen sie erschlagen. In einem Augenblick sandte der erzürnte Bhīma sie zu Yamas Wohnstatt.

Wort für Wort
kāṃsyāyasatanutrān
mit Bronze- und Eisenpanzern (Akk. Pl.)
pothayām āsa
er zerschmetterte (Perf. Periphr.)
yamakṣayam
zu Yamas Wohnstatt (Akk.)

tataḥ sa samaraślāghī gajānīkam apātayat / gadayā vyadhamat saṃkhye daṇḍapāṇir ivāntakaḥ / gajān sakaṅkaṭān mattān sārohān sapatākinaḥ / nyahanal līlayā rājañ śikṣayā ca balena ca / te gajā bahvaśobhanta hanyamānā mahāraṇe / vinadanto yathā tūrṇaṃ pakṣavanta ivādrayaḥ / nipetur urvyāṃ samare bhīmasenena pīḍitāḥ / chinnapakṣā yathā kāle vajrarugṇā ivādrayaḥ

Da ließ er, der Kampfesruhmbegierige, die Elefantentruppe fallen und zerstreute sie im Kampf mit der Keule, wie Antaka mit dem Stab in der Hand; die gepanzerten, brünftigen Elefanten, mit Reitern und Bannern, erschlug er spielend, o König, durch Geschick und Kraft. Jene Elefanten leuchteten überaus schön, während sie in der großen Schlacht erschlagen wurden, brüllend, eilends wie geflügelte Berge; sie fielen zur Erde im Kampf, von Bhīmasena bedrängt, wie zur rechten Zeit geflügelbeschnittene, vom Blitz zerschmetterte Berge.

Wort für Wort
samaraślāghī
der Kampfesruhmbegierige (Nom.)
sakaṅkaṭān
gepanzert (Akk. Pl.)
chinnapakṣāḥ
geflügelbeschnitten (Nom. Pl.)

dantair daśanto vasudhāṃ śerate kṣatajokṣitāḥ / bhagnamūrdhāsthicaraṇāḥ kravyādagaṇabhojanāḥ / asṛṅmāṃsavasābhiś ca tṛptā māṃsavasāśanāḥ / asthīny apy aśnatī tasthau kālarātrīva durdṛśā

Mit ihren Stoßzähnen die Erde beißend lagen sie da, blutbefleckt, mit zerschmetterten Schädeln, Knochen und Füßen, Nahrung für Scharen von Fleischfressern; von Blut, Fleisch und Fett gesättigt standen die fleisch- und fettfressenden Tiere da, sogar die Knochen verzehrend - dem Schlachtfeld glich die schwer erblickbare Kālarātri.

Wort für Wort
kṣatajokṣitāḥ
blutbefleckt (Nom. Pl.)
kravyādagaṇabhojanāḥ
Nahrung für Scharen von Fleischfressern (Nom. Pl.)
kālarātrīva durdṛśā
der schwer erblickbaren Kālarātri gleich (Nom.)

Die Apparatszeilen *0911_05-14 setzen die Beschreibung mit Motiven fort, die inhaltlich weitgehend die bereits in *0910_01-08 übersetzten Bilder wiederholen (Bhīmas Eindringen in die Elefantentruppe, sein Keulenschlag, die fallenden, geflügelten Bergen gleichenden Elefanten); sie werden hier nicht noch einmal gesondert übersetzt, um Wiederholung zu vermeiden.

hatvā tu tad gajānīkaṃ bhīmaseno mahābalaḥ / punaḥ svaratham āsthāya pṛṣṭhato 'rjunam anvagāt

Nachdem er jene Elefantentruppe erschlagen hatte, bestieg der überaus starke Bhīmasena wieder seinen eigenen Wagen und folgte Arjuna von hinten.

Wort für Wort
āsthāya
besteigend (Abs.)
anvagāt
er folgte (Impf.)

hataṃ parāṅmukhaprāyaṃ nirutsāhaṃ paraṃ balam / vyālambata mahārāja prāyaśaḥ śastraveṣṭitam

Die geschlagene, größtenteils zur Flucht gewandte, mutlose feindliche Streitmacht zögerte, Großkönig, größtenteils noch von Waffen umgeben.

Wort für Wort
parāṅmukhaprāyam
größtenteils zur Flucht gewandt (Akk.)
nirutsāham
mutlos (Akk.)
vyālambata
sie zögerte (Impf. Med.)

vilambamānaṃ tat sainyam apragalbham avasthitam / dṛṣṭvā prācchādayad bāṇair arjunaḥ prāṇatāpanaiḥ / narāśvarathamātaṅgā yudhi gāṇḍīvadhanvanā / śaravrātaiś citā rejuḥ kadambā iva kesaraiḥ

Als er jenes zögernde, mutlos verharrende Heer sah, bedeckte es Arjuna mit lebenversengenden Pfeilen; Männer, Rosse, Wagen und Elefanten, im Kampf vom Gāṇḍīva-Träger mit Pfeilscharen übersät, leuchteten wie Kadamba-Bäume mit ihren Staubfäden.

Wort für Wort
apragalbham
mutlos, zaghaft (Akk.)
prāṇatāpanaiḥ
lebenversengend (Instr. Pl.)
kadambāḥ
Kadamba-Bäume (Nom. Pl.)

tataḥ kurūṇām abhavad ārtanādo mahāmṛdhe / śataśo vadhyamānānāṃ niśitair arjuneṣubhiḥ / rathāśvanāgāsuharair vadhyatām arjuneṣubhiḥ / kurūṇāṃ tu mahārāja āsīd ārtasvaro mahān / narāśvanāgāsuharān dṛṣṭvā bāṇān kirīṭinaḥ

Da erhob sich das Wehklagen der Kurus in dem großen Kampfgetümmel, während Hunderte von Arjunas scharfen Pfeilen getötet wurden; von den lebenraubenden Pfeilen Arjunas wurden Wagenkämpfer, Reiter und Elefanten getötet. Ein gewaltiges Wehgeschrei erhob sich unter den Kurus, Großkönig, als sie Kirīṭins Menschen, Rosse und Elefanten das Leben raubende Pfeile sahen.

Wort für Wort
ārtanādaḥ
das Wehklagen (Nom.)
rathāśvanāgāsuharaiḥ
Wagenkämpfern, Rossen und Elefanten das Leben raubend (Instr.)
ārtasvaraḥ
das Wehgeschrei (Nom.)

hāhākṛtaṃ bhṛśaṃ tasthau līyamānaṃ parasparam / alātacakravat sainyaṃ tadābhramata tāvakam / tatas tad yuddham abhavat kurūṇāṃ sumahad balam / na hy atrāsīd anirbhinno rathaḥ sādī hayo gajaḥ / tataḥ śaradhvastam abhūt kurūṇāṃ sumahad balam / na tatrāsīd anirbhinno ratho vājī naro gajaḥ

Ein lautes Wehgeschrei erhob sich, ineinander verschmelzend; wie ein Feuerbrand-Rad wirbelte da dein Heer umher. Da fand jener Kampf statt, die überaus große Streitmacht der Kurus - es gab dort keinen Wagen, keinen Reiter, kein Ross, keinen Elefanten, der nicht durchbohrt gewesen wäre; von Pfeilen zerstört wurde die überaus große Streitmacht der Kurus, es gab dort keinen Wagen, kein Ross, keinen Mann, keinen Elefanten, der nicht durchbohrt gewesen wäre.

Wort für Wort
hāhākṛtam
das Wehgeschrei (Nom.)
alātacakravat
wie ein Feuerbrand-Rad (Adv.)
anirbhinnaḥ
nicht durchbohrt (Nom.)

Die Apparatszeilen *0916_01/02 wiederholen den Inhalt von *0915_01/02 in nahezu identischer Formulierung und werden hier als eine einzige Aussage wiedergegeben.

ādīptaṃ tava tat sainyaṃ śaraiś chinnatanucchadam / āsīt svaśoṇitaklinnaṃ phullāśokavanaṃ yathā / tat sainyaṃ bharataśreṣṭha vadhyamānaṃ śitaiḥ śaraiḥ / na jahau samaraṃ prāpya phalgunaṃ śatrutāpanam / tatrādbhutam apaśyāma kauravāṇāṃ parākramam / vadhyamānāpi yat pārthaṃ na jahuḥ samare prabho

Jenes dein Heer, in Flammen gehüllt, mit von Pfeilen zerschnittenen Körperhüllen, war von seinem eigenen Blut benetzt wie ein blühender Aśoka-Hain. Jenes Heer, Bester der Bharatas, obwohl von scharfen Pfeilen getötet, wich nicht vor Phalguna, dem Feindeversengenden, als es im Kampf auf ihn traf; dort sahen wir die erstaunliche Tapferkeit der Kauravas, dass sie, obwohl getötet, den Sohn des Pṛthā im Kampf nicht verließen, Herr.

Wort für Wort
chinnatanucchadam
mit zerschnittenen Körperhüllen (Akk.)
phullāśokavanam
ein blühender Aśoka-Hain (Nom.)
parākramam
die Tapferkeit (Akk.)

tad dṛṣṭvā kuravas tatra vikrāntaṃ savyasācinaḥ / nirāśāḥ samapadyanta sarve karṇasya jīvite

Als sie dort Savyasācins Tapferkeit sahen, gaben die Kurus alle die Hoffnung auf Karṇas Überleben auf.

Wort für Wort
vikrāntam
die Tapferkeit (Akk.)
nirāśāḥ
hoffnungslos (Nom. Pl.)

aviṣahyaṃ tu pārthasya śarasaṃpātam āhave / matvā nyavartan kuravo jitā gāṇḍīvadhanvanā

Da sie den Pfeilhagel des Pārtha im Kampf für unerträglich hielten, wandten sich die Kurus zurück, vom Gāṇḍīva-Träger besiegt.

Wort für Wort
aviṣahyam
unerträglich (Akk.)
nyavartan
sie wandten sich zurück (Impf.)

te hitvā samare pārthaṃ vadhyamānāś ca sāyakaiḥ / pradudruvur diśo bhītāś cukruśuś cāpi sūtajam

Sie verließen Pārtha im Kampf, von seinen Pfeilen getötet, flohen erschrocken in alle Himmelsrichtungen und riefen zugleich nach dem Sūta-Sohn.

Wort für Wort
pradudruvuḥ
sie flohen (Perf.)
cukruśuḥ
sie riefen (Perf.)

abhyadravata tān pārthaḥ kirañ śaraśatān bahūn / harṣayan pāṇḍavān yodhān bhīmasenapurogamān

Pārtha stürmte auf sie zu, viele Hunderte von Pfeilen verschießend, und erfreute die Pāṇḍava-Krieger, angeführt von Bhīmasena.

Wort für Wort
kiran
verschießend, streuend (Part. Präs.)
harṣayan
erfreuend (Part. Präs. Caus.)

putrās tu te mahārāja jagmuḥ karṇarathaṃ prati / agādhe majjatāṃ teṣāṃ dvīpaḥ karṇo 'bhavat tadā

Deine Söhne aber, Großkönig, zogen zu Karṇas Wagen; für sie, die im Bodenlosen versanken, wurde Karṇa damals zur Insel.

Wort für Wort
agādhe
im Bodenlosen (Lok.)
dvīpaḥ
die Insel (Nom.)

kuravo hi mahārāja nirviṣāḥ pannagā iva / karṇam evopalīyanta bhayād gāṇḍīvadhanvanaḥ

Denn die Kurus, Großkönig, wie Schlangen ohne Gift, flüchteten sich, aus Furcht vor dem Gāṇḍīva-Träger, einzig zu Karṇa.

Wort für Wort
nirviṣāḥ pannagāḥ
Schlangen ohne Gift (Nom. Pl.)
upalīyanta
sie flüchteten sich (Impf. Med.)

yathā sarvāṇi bhūtāni mṛtyor bhītāni bhārata / dharmam evopalīyante karmavanti hi yāni ca

Wie alle Wesen, o Bhārata, die den Tod fürchten und Taten zu verantworten haben, sich einzig zum Dharma flüchten -

Wort für Wort
mṛtyor bhītāni
die den Tod fürchten (Nom. Pl.)
karmavanti
mit Taten behaftet (Nom. Pl.)

tathā karṇaṃ maheṣvāsaṃ putrās tava narādhipa / upālīyanta saṃtrāsāt pāṇḍavasya mahātmanaḥ

- so flüchteten sich deine Söhne, o Herrscher der Menschen, aus Schrecken vor dem hochgesinnten Pāṇḍava, zu dem großen Bogenschützen Karṇa.

Wort für Wort
maheṣvāsam
den großen Bogenschützen (Akk.)
saṃtrāsāt
aus Schrecken (Abl.)

tāñ śoṇitapariklinnān viṣamasthāñ śarāturān / mā bhaiṣṭety abravīt karṇo hy abhito mām iteti ca

Zu ihnen, blutüberströmt, in Bedrängnis, von Pfeilen geplagt, sprach Karṇa: „Fürchtet euch nicht!“ und: „Kommt zu mir, um mich herum!“

Wort für Wort
śoṇitapariklinnān
blutüberströmt (Akk. Pl.)
mā bhaiṣṭa
fürchtet euch nicht! (Imp. Aor.)
abhito mām itā
kommt um mich herum! (Imp.)

saṃbhagnaṃ hi balaṃ dṛṣṭvā balāt pārthena tāvakam / dhanur visphārayan karṇas tasthau śatrujighāṃsayā / viṣphārayitvā durdharṣaś cāpam ādhirathir mahat / tān vidrutān kurūn dṛṣṭvā karṇaḥ śastrabhṛtāṃ varaḥ / saṃcintayitvā pārthasya vadhe dadhre manaḥ śvasan / visphārya sumahac cāpaṃ tataś cādhirathir vṛṣaḥ / pāñcālān punar ādhāvat paśyataḥ savyasācinaḥ

Als er sah, dass dein Heer von Pārtha mit Gewalt geschlagen worden war, stand Karṇa, seinen Bogen spannend, da, begierig, den Feind zu töten; nachdem der Unbezwingbare, der Sohn des Adhiratha, seinen großen Bogen gespannt hatte, und als er die fliehenden Kurus sah, der Beste der Waffenträger, fasste Karṇa, tief atmend, nach reiflicher Überlegung den Entschluss, Pārtha zu töten; dann spannte der Stier, der Sohn des Adhiratha, seinen überaus großen Bogen und stürmte, vor den Augen Savyasācins, wiederum auf die Pāñcālas los.

Wort für Wort
saṃbhagnam
geschlagen, zerbrochen (Akk.)
śatrujighāṃsayā
aus Verlangen, den Feind zu töten (Instr.)
manaḥ dadhre
er fasste den Entschluss (Perf. Med.)

tataḥ kṣaṇena kṣitipāḥ kṣatajapratimekṣaṇāḥ / karṇaṃ vavarṣur bāṇaughair yathā meghā mahīdharam / śaraughaiś chādayām āsa mahāmegha ivācalam

Da überschütteten die Fürsten, deren Augen blutrot waren, in einem Augenblick Karṇa mit Pfeilfluten, wie Wolken einen Berg; mit Pfeilscharen bedeckten sie ihn, wie eine große Wolke einen Berg.

Wort für Wort
kṣatajapratimekṣaṇāḥ
mit blutroten Augen (Nom. Pl.)
vavarṣuḥ
sie überschütteten (Perf.)
śaraughaiḥ
mit Pfeilfluten (Instr.)

tataḥ śarasahasrāṇi karṇamuktāni māriṣa / vyayojayanta pāñcālān prāṇaiḥ prāṇabhṛtāṃ vara / pāñcālānāṃ harat prāṇāṃs tamāṃsīva tamonudaḥ

Da trennten die von Karṇa entsandten tausend Pfeile, o Verehrter, die Pāñcālas von ihrem Leben, bester der Lebewesen; er raubte den Pāñcālas das Leben, wie der Finsternis-Vertreiber die Finsternis vertreibt.

Wort für Wort
karṇamuktāni
von Karṇa entsandt (Nom. Pl.)
vyayojayanta
sie trennten (Impf.)
tamonudaḥ
der Finsternis-Vertreiber (Nom.)

tato raṇo mahān āsīt pāñcālānāṃ viśāṃ pate / vadhyatāṃ sūtaputreṇa mitrārthe 'mitraghātinām

Da entbrannte ein gewaltiger Kampf der Pāñcālas, o Herr der Völker, die, Feindevernichter, um der Freunde willen vom Sūta-Sohn getötet wurden.

Wort für Wort
raṇaḥ mahān
ein gewaltiger Kampf (Nom.)
amitraghātinām
der Feindevernichter (Gen. Pl.)

Dieses Kapitel in der Leseansicht