Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Karṇaparva

Kapitel 60: karṇasya pāñcālavināśanaṃ bhīmaduḥśāsanayoḥ saṃvādaḥ sayuddhaṃ ca Karṇas Vernichtung der Pāñcālas und der Wortwechsel samt Zweikampf zwischen Bhīma und Duḥśāsana

tataḥ karṇaḥ kuruṣu pradruteṣu / varūthinā śvetahayena rājan / pāñcālaputrān vyadhamat sūtaputro / maheṣubhir vāta ivābhrasaṃghān

Saṃjaya sprach: Da, als die Kurus geflohen waren, o König, zerstreute Karṇa, der Sūta-Sohn, mit seinem gepanzerten, weißrossigen Wagen die Söhne der Pāñcālas mit seinen großen Pfeilen, wie der Wind Wolkenmassen.

Wort für Wort
varūthinā
mit dem gepanzerten (Wagen) (Instr.)
śvetahayena
mit weißen Rossen (Instr.)
vyadhamat
er zerstreute (Impf.)

sūtaṃ rathād añjalikena pātya / jaghāna cāśvāñ janamejayasya / śatānīkaṃ sutasomaṃ ca bhallair / avākirad dhanuṣī cāpy akṛntat

Nachdem er den Wagenlenker mit einem Añjalika-Pfeil vom Wagen gestürzt hatte, tötete er auch die Rosse des Janamejaya; mit Bhalla-Pfeilen überschüttete er Śatānīka und Sutasoma und zerschnitt auch ihre beiden Bögen.

Wort für Wort
añjalikena
mit einem Añjalika-Pfeil (Instr.)
avākirat
er überschüttete (Impf.)
akṛntat
er zerschnitt (Impf.)

dhṛṣṭadyumnaṃ nirbibhedātha ṣaḍbhir / jaghāna cāśvaṃ dakṣiṇaṃ tasya saṃkhye / hatvā cāśvān sātyakeḥ sūtaputraḥ / kaikeyaputraṃ nyavadhīd viśokam

Da durchbohrte er Dhṛṣṭadyumna mit sechs Pfeilen und tötete im Kampf sein rechtes Zugross; nachdem er auch die Rosse Sātyakis getötet hatte, erschlug der Sūta-Sohn den Kaikeya-Sohn Viśoka.

Wort für Wort
nirbibhede
er durchbohrte (Impf.)
dakṣiṇam
das rechte (Zugross) (Akk.)
kaikeyaputram
den Kaikeya-Sohn (Akk.)

Dieser 'kaikeyaputraḥ Viśoka' ist offenbar eine andere Person als der gleichnamige Viśoka, der in Kap.54 als Bhīmasenas Wagenlenker eingeführt wurde; der Name wird hier, wie im Quelltext, ohne Vereinheitlichung für eine offenbar andere Figur verwendet.

tam abhyadhāvan nihate kumāre / kaikeyasenāpatir ugradhanvā / śarair vibhinnaṃ bhṛśam ugravegaiḥ / karṇātmajaṃ so 'bhyahanat suṣeṇam

Als der Prinz erschlagen war, stürmte der Heerführer der Kaikeyas, von furchtbarem Bogen, auf ihn zu; mit überaus heftigen, gewaltigen Pfeilen durchbohrte er Karṇas Sohn Suṣeṇa.

Wort für Wort
kaikeyasenāpatiḥ
der Heerführer der Kaikeyas (Nom.)
ugradhanvā
von furchtbarem Bogen (Nom.)
karṇātmajam
Karṇas Sohn (Akk.)

tasyārdhacandrais tribhir uccakarta / prasahya bāhū ca śiraś ca karṇaḥ / sa syandanād gām apatad gatāsuḥ / paraśvadhaiḥ śāla ivāvarugṇaḥ

Diesem schlug Karṇa mit drei Halbmond-Pfeilen gewaltsam die Arme und das Haupt ab; er fiel entseelt vom Wagen zu Boden, wie ein von Äxten gefällter Śāla-Baum.

Wort für Wort
ardhacandraiḥ
mit Halbmond-Pfeilen (Instr.)
uccakarta
er schlug ab (Perf.)
avarugṇaḥ
gefällt (Nom.)

hatāśvam añjogatibhiḥ suṣeṇaḥ / śinipravīraṃ niśitaiḥ pṛṣatkaiḥ / pracchādya nṛtyann iva sautiputraḥ / śaineyabāṇābhihataḥ papāta

Suṣeṇa, der Sohn des Sūta-Sohnes, bedeckte mit gerade fliegenden, scharfen Pfeilen den Helden von Śinis Geschlecht, dessen Rosse getötet waren, wie tanzend; doch von Śineyas Pfeil getroffen, fiel er.

Wort für Wort
ṛjugatibhiḥ
gerade fliegend (Instr. Pl.)
nṛtyan iva
wie tanzend (Nom.)
papāta
er fiel (Perf.)

putre hate krodhaparītacetāḥ / karṇaḥ śinīnām ṛṣabhaṃ jighāṃsuḥ / hato 'si śaineya iti bruvan sa / vyavāsṛjad bāṇam amitrasāham

Als sein Sohn erschlagen war, von Zorn übermannten Sinnes, sprach Karṇa, begierig, den Stier von Śinis Geschlecht zu töten: „Du bist tot, Śineya!“ und schleuderte einen feindeunerträglichen Pfeil.

Wort für Wort
krodhaparītacetāḥ
von Zorn übermannten Sinnes (Nom.)
hataḥ asi
du bist tot (Perf. Pass. 2. Sg.)
amitrasāham
feindeunerträglich (Akk.)

sa tasya ciccheda śaraṃ śikhaṇḍī / tribhis tribhiś ca pratutoda karṇam / śikhaṇḍinaḥ kārmukaṃ sa dhvajaṃ ca / cchittvā śarābhyām ahanat sujātam

Śikhaṇḍin zerschnitt jenen Pfeil und durchbohrte Karṇa mit je drei Pfeilen; dieser zerschnitt Śikhaṇḍins Bogen und Banner mit zwei Pfeilen und traf den Wohlgeborenen.

Wort für Wort
ciccheda
er zerschnitt (Perf.)
pratutoda
er durchbohrte (Perf.)
sujātam
den Wohlgeborenen (Akk.)

śikhaṇḍinaṃ ṣaḍbhir avidhyad ugro / dānto dhārṣṭadyumnaśiraś cakarta / athābhinat sutasomaṃ śareṇa / sa saṃśitenādhirathir mahātmā / tato 'pare bhārata duṣprakampyāḥ / pāñcālānāṃ rathasaṃghāḥ sametāḥ / pratiśrutā hy antarikṣe gatābhā / dhanuḥpravīrās tu rathapravīrāḥ

Der Furchtbare, Selbstbeherrschte durchbohrte Śikhaṇḍin mit sechs Pfeilen und schlug das Haupt des Dhṛṣṭadyumna ab; dann durchbohrte der hochgesinnte Sohn des Adhiratha den Sutasoma mit einem scharfen Pfeil. Da kamen andere, unerschütterliche, o Bhārata, vereinte Scharen von Wagenkämpfern der Pāñcālas, deren Widerhall im Luftraum erscholl - die besten der Bogenschützen, die besten der Wagenkämpfer.

Wort für Wort
dhārṣṭadyumnaśiraḥ
das Haupt des Dhṛṣṭadyumna/Dhārṣṭadyumni (Akk.)
cakarta
er schlug ab (Perf.)
duṣprakampyāḥ
unerschütterlich (Nom. Pl.)

Die Formulierung 'dhārṣṭadyumnaśiraś cakarta' ('er schlug das Haupt des Dhṛṣṭadyumna ab') scheint den Tod Dhṛṣṭadyumnas zu berichten; dies widerspricht jedoch seinem bekannten Fortleben bis zum Kriegsende (er fällt erst im nächtlichen Massaker nach Kriegsschluss durch Aśvatthāman) und auch seinem eigenen weiteren Auftreten schon wenige Verse später in diesem Kapitel (v015: 'saha pārṣatena'). Möglicherweise bezieht sich die patronymische Form 'dhārṣṭadyumna' auf einen sonst nicht genannten Sohn Dhṛṣṭadyumnas, oder es liegt eine unklare bzw. verderbte Textstelle vor. Die Apparatszeilen *0923_01-04 sind zudem fragmentarisch und syntaktisch schwer zu konstruieren; sie werden hier vorsichtig sinngemäß, ohne Ergänzung fehlender Satzteile, wiedergegeben.

athākrande tumule vartamāne / dhārṣṭadyumne nihate tatra kṛṣṇaḥ / apāñcālyaṃ kriyate yāhi pārtha / karṇaṃ jahīty abravīd rājasiṃha

Als in dem tumultartigen Kampfgeschrei, während dort Dhārṣṭadyumni erschlagen wurde, sprach Kṛṣṇa, der Löwe unter den Königen: „Das Pāñcāla-Volk wird vernichtet - geh, Pārtha, erschlage Karṇa!“

Wort für Wort
ākrande tumule
im tumultartigen Kampfgeschrei (Lok.)
apāñcālyam kriyate
das Pāñcāla-Volk wird vernichtet (Pass. Präs.)
jahi
erschlage! (Imp.)

tataḥ prahasyāśu narapravīro / rathaṃ rathenādhirather jagāma / bhaye teṣāṃ trāṇam icchan subāhur / abhyāhatānāṃ rathayūthapena

Da lachte der Beste unter den Männern rasch und fuhr mit seinem Wagen zum Wagen des Sohnes des Adhiratha, begierig, in ihrer Gefahr den vom Wagenscharenführer Angegriffenen Schutz zu gewähren, der Starkarmige.

Wort für Wort
prahasya
lachend (Abs.)
trāṇam icchan
Schutz begehrend (Part. Präs.)
rathayūthapena
vom Wagenscharenführer (Instr.)

visphārya gāṇḍīvam athograghoṣaṃ / jyayā samāhatya tale bhṛśaṃ ca / bāṇāndhakāraṃ sahasaiva kṛtvā / jaghāna nāgāśvarathān narāṃś ca / prītāḥ śukāḥ prādravann antarikṣe / guhā girīṇām apatan vayāṃsi / yan maṇḍalajyena vijṛmbhamāṇo / raudre muhūrte 'bhyapatat kirīṭī

Nachdem er den furchtbar tönenden Gāṇḍīva-Bogen gespannt hatte, ihn heftig mit der Sehne gegen seine Handfläche schlagend, und sogleich eine Finsternis von Pfeilen erzeugend, tötete er Elefanten, Rosse, Wagen und Männer; erfreute Papageien flohen im Luftraum davon, Vögel fielen in die Berghöhlen, als Kirīṭin, mit im Kreis gespannter Bogensehne sich reckend, in jener furchtbaren Stunde losstürmte.

Wort für Wort
visphārya
spannend (Abs.)
bāṇāndhakāram
die Finsternis von Pfeilen (Akk.)
maṇḍalajyena
mit im Kreis gespannter Sehne (Instr.)

taṃ bhīmaseno 'nu yayau rathena / pṛṣṭhe rakṣan pāṇḍavam ekavīram / tau rājaputrau tvaritau rathābhyāṃ / karṇāya yātāv aribhir vimuktau

Bhīmasena folgte ihm mit seinem Wagen, den einzigartigen Pāṇḍava-Helden von hinten beschützend; die beiden Königssöhne fuhren eilends mit ihren Wagen, von Feinden unbehelligt, gegen Karṇa.

Wort für Wort
pṛṣṭhe rakṣan
von hinten beschützend (Part. Präs.)
aribhir vimuktau
von Feinden unbehelligt (Nom. Du.)

atrāntare sumahat sūtaputraś / cakre yuddhaṃ somakān saṃpramṛdnan / rathāśvamātaṅgagaṇāñ jaghāna; pracchādayām āsa diśaḥ śaraiś ca

Inzwischen führte der Sūta-Sohn einen gewaltigen Kampf, die Somakas zermalmend; er tötete Scharen von Wagen, Rossen und Elefanten und bedeckte die Himmelsrichtungen mit seinen Pfeilen.

Wort für Wort
saṃpramṛdnan
zermalmend (Part. Präs.)
pracchādayām āsa
er bedeckte (Perf. Periphr.)

tam uttamaujā janamejayaś ca / kruddhau yudhāmanyuśikhaṇḍinau ca / karṇaṃ vineduḥ sahitāḥ pṛṣatkaiḥ / saṃmardamānāḥ saha pārṣatena

Uttamaujas und Janamejaya, sowie die erzürnten Yudhāmanyu und Śikhaṇḍin, zusammen mit dem Sohn des Pṛṣata, brüllten gegen Karṇa mit ihren Pfeilen, ihn bedrängend.

Wort für Wort
kruddhau
erzürnt (Nom. Du.)
vineduḥ
sie brüllten (Perf.)
saṃmardamānāḥ
bedrängend (Part. Präs.)

te pañca pāñcālarathāḥ surūpair / vaikartanaṃ karṇam abhidravantaḥ / tasmād rathāc cyāvayituṃ na śekur / dhairyāt kṛtātmānam ivendriyāṇi

Jene fünf schöngestaltigen Pāñcāla-Wagenkämpfer, die auf Vaikartana Karṇa losstürmten, vermochten ihn nicht von seinem Wagen zu vertreiben, wie die Sinne einen standhaften, selbstbeherrschten Menschen nicht von seiner Festigkeit abzubringen vermögen.

Wort für Wort
surūpaiḥ
schöngestaltig (Instr. Pl.)
cyāvayitum
zu vertreiben (Inf.)
kṛtātmānam
den selbstbeherrschten Menschen (Akk.)

teṣāṃ dhanūṃṣi dhvajavājisūtāṃs / tūṇaṃ patākāś ca nikṛtya bāṇaiḥ / tān pañcabhiḥ sa tv ahanat pṛṣatkaiḥ / karṇas tataḥ siṃha ivonnanāda

Deren Bögen, Banner, Rosse und Wagenlenker, deren Köcher und Standarten zerschnitt er mit Pfeilen; sie selbst traf er mit fünf Pfeilen, und Karṇa brüllte darauf wie ein Löwe.

Wort für Wort
nikṛtya
zerschneidend (Abs.)
pṛṣatkaiḥ
mit Pfeilen (Instr.)
unnanāda
er brüllte (Perf.)

Die Apparatszeile *0925_01/02 wiederholt dieselbe Aufzählung (Banner, Rosse, Wagenlenker, Standarten, Köcher, Bögen) in nur leicht veränderter Reihenfolge und wird hier nicht gesondert übersetzt.

tasyāsyatas tān abhinighnataś ca / jyābāṇahastasya dhanuḥsvanena / sādridrumā syāt pṛthivī viśīrṇā / ity eva matvā janatā vyaṣīdat

Während er so, die Sehne und Pfeile in der Hand, schoss und sie niederschlug, glaubten die Leute, beim Klang seines Bogens, die Erde samt ihren Bergen und Bäumen würde zerbersten, und verzagten.

Wort für Wort
jyābāṇahastasya
mit Sehne und Pfeil in der Hand (Gen.)
viśīrṇā
zerbersten (Nom.)
vyaṣīdat
sie verzagten (Impf.)

sa śakracāpapratimena dhanvanā / bhṛśātatenādhirathiḥ śarān sṛjan / babhau raṇe dīptamarīcimaṇḍalo / yathāṃśumālī pariveṣavāṃs tathā

Er, der Sohn des Adhiratha, mit seinem dem Bogen Śakras gleichenden, heftig gespannten Bogen Pfeile entsendend, erstrahlte im Kampf, mit leuchtendem Strahlenkranz, wie die Sonne, von einem Halo umgeben.

Wort für Wort
śakracāpapratimena
dem Bogen Śakras gleichend (Instr.)
dīptamarīcimaṇḍalaḥ
mit leuchtendem Strahlenkranz (Nom.)

śikhaṇḍinaṃ dvādaśabhiḥ parābhinac / chitaiḥ śaraiḥ ṣaḍbhir athottamaujasam / tribhir yudhāmanyum avidhyad āśugais / tribhis tribhiḥ somakapārṣatātmajau

Er traf Śikhaṇḍin mit zwölf scharfen Pfeilen, dann Uttamaujas mit sechs; mit drei schnellen Pfeilen durchbohrte er Yudhāmanyu, und mit je drei die beiden Söhne des Somaka und des Pārṣata.

Wort für Wort
parābhinat
er traf (Impf.)
āśugaiḥ
mit schnellen (Pfeilen) (Instr.)
somakapārṣatātmajau
die Söhne des Somaka und des Pārṣata (Akk. Du.)

parājitāḥ pañca mahārathās tu te / mahāhave sūtasutena māriṣa / nirudyamās tasthur amitramardanā / yathendriyārthātmavatā parājitāḥ

Besiegt wurden jene fünf großen Wagenkämpfer im gewaltigen Kampf vom Sohn des Sūta, o Verehrter; kraftlos standen sie da, die Feindezermalmer, wie von einem Selbstbeherrschten die Sinnesobjekte besiegt dastehen.

Wort für Wort
nirudyamāḥ
kraftlos, ohne Tatkraft (Nom. Pl.)
amitramardanāḥ
die Feindezermalmer (Nom. Pl.)
indriyārthāḥ
die Sinnesobjekte (Nom. Pl.)

nimajjatas tān atha karṇasāgare / vipannanāvo vaṇijo yathārṇave / uddadhrire naubhir ivārṇavād rathaiḥ / sukalpitair draupadijāḥ svamātulān

Sie, die in Karṇas Ozean versanken wie Kaufleute mit havariertem Schiff im Meer, zogen die Söhne Draupadīs mit ihren wohlgerüsteten Wagen, wie mit Schiffen aus dem Ozean, ihre mütterlichen Onkel heraus.

Wort für Wort
vipannanāvaḥ
mit havariertem Schiff (Nom. Pl.)
uddadhrire
sie zogen heraus (Perf. Med.)
svamātulān
ihre mütterlichen Onkel (Akk. Pl.)

tataḥ śinīnām ṛṣabhaḥ śitaiḥ śarair / nikṛtya karṇaprahitān iṣūn bahūn / vidārya karṇaṃ niśitair ayasmayais / tavātmajaṃ jyeṣṭham avidhyad aṣṭabhiḥ

Da zerschnitt der Stier von Śinis Geschlecht mit scharfen Pfeilen die vielen von Karṇa entsandten Pfeile, durchbohrte Karṇa mit scharfen, aus Eisen gefertigten Pfeilen und traf deinen ältesten Sohn mit acht Pfeilen.

Wort für Wort
karṇaprahitān
von Karṇa entsandt (Akk. Pl.)
ayasmayaiḥ
aus Eisen gefertigt (Instr. Pl.)
jyeṣṭham
den ältesten (Akk.)

kṛpo 'tha bhojaś ca tavātmajas tathā / svayaṃ ca karṇo niśitair atāḍayat / sa taiś caturbhir yuyudhe yadūttamo / digīśvarair daityapatir yathā tathā

Da schlugen Kṛpa, Bhoja, dein Sohn und Karṇa selbst ihn mit scharfen Pfeilen; er, der Beste der Yadus, kämpfte mit jenen vieren, wie der Herr der Daityas mit den Herren der Weltrichtungen.

Wort für Wort
atāḍayat
sie schlugen (Impf.)
yadūttamaḥ
der Beste der Yadus (Nom.)
digīśvaraiḥ
mit den Herren der Weltrichtungen (Instr.)

samānateneṣvasanena kūjatā / bhṛśātatenāmitabāṇavarṣiṇā / babhūva durdharṣataraḥ sa sātyakiḥ / śaran nabhomadhyagato yathā raviḥ

Mit seinem gleichmäßig gespannten, tönenden, heftig angezogenen Bogen, unermessliche Pfeilregen entsendend, wurde Sātyaki überaus schwer zu bezwingen, wie die Sonne, wenn sie mitten am Himmel steht.

Wort für Wort
samānatena
gleichmäßig gespannt (Instr.)
amitabāṇavarṣiṇā
unermessliche Pfeilregen entsendend (Instr.)
durdharṣataraḥ
überaus schwer zu bezwingen (Nom.)

punaḥ samāsādya rathān sudaṃśitāḥ / śinipravīraṃ jugupuḥ paraṃtapāḥ / sametya pāñcālarathā mahāraṇe / marudgaṇāḥ śakram ivārinigrahe

Da kamen die wohlgepanzerten Feindebedränger wiederum mit ihren Wagen heran und schützten den Helden von Śinis Geschlecht; die Pāñcāla-Wagenkämpfer versammelten sich in der großen Schlacht, wie die Marut-Scharen um Śakra bei der Bezwingung eines Feindes.

Wort für Wort
sudaṃśitāḥ
wohlgepanzert (Nom. Pl.)
jugupuḥ
sie schützten (Perf.)
arinigrahe
bei der Bezwingung des Feindes (Lok.)

tato 'bhavad yuddham atīva dāruṇaṃ / tavāhitānāṃ tava sainikaiḥ saha / rathāśvamātaṅgavināśanaṃ tathā / yathā surāṇām asuraiḥ purābhavat

Da entbrannte ein überaus grausiger Kampf zwischen deinen Feinden und deinen Soldaten, mit der Vernichtung von Wagen, Rossen und Elefanten, wie er einst zwischen den Göttern und den Asuras stattfand.

Wort für Wort
tavāhitānām
deiner Feinde (Gen. Pl.)
rathāśvamātaṅgavināśanam
die Vernichtung von Wagen, Rossen und Elefanten (Nom.)

rathadvipā vājipadātayo 'pi vā / bhramanti nānāvidhaśastraveṣṭitāḥ / paraspareṇābhihatāś ca caskhalur / vinedur ārtā vyasavo 'patanta ca

Wagenkämpfer, Elefanten, Reiter und Fußsoldaten irrten umher, von mancherlei Waffen umgeben; gegenseitig getroffen strauchelten sie, schrien vor Schmerz, und, ihres Lebens beraubt, fielen sie.

Wort für Wort
nānāvidhaśastraveṣṭitāḥ
von mancherlei Waffen umgeben (Nom. Pl.)
caskhaluḥ
sie strauchelten (Perf.)
vyasavaḥ
des Lebens beraubt (Nom. Pl.)

tathā gate bhīmam abhīs tavātmajaḥ / sasāra rājāvarajaḥ kirañ śaraiḥ / tam abhyadhāvat tvarito vṛkodaro / mahāruruṃ siṃha ivābhipetivān

Während dies so vor sich ging, stürmte dein furchtloser Sohn, der jüngere Bruder des Königs, Pfeile verschießend, auf Bhīma los; eilends stürmte ihm Vṛkodara entgegen, wie ein Löwe, der auf einen großen Ruru-Hirsch losgeht.

Wort für Wort
abhīḥ
furchtlos (Nom.)
rājāvarajaḥ
der jüngere Bruder des Königs (Nom.)
mahāruru
der große Ruru-Hirsch (Akk.)

tatas tayor yuddham atītamānuṣaṃ / pradīvyatoḥ prāṇadurodare 'bhavat / paraspareṇābhiniviṣṭaroṣayor / udagrayoḥ śambaraśakrayor yathā

Da entbrannte zwischen ihnen beiden, die um den Einsatz ihres Lebens würfelten, ein übermenschlicher Kampf, wie zwischen dem zornerfüllten, übermütigen Śambara und Śakra.

Wort für Wort
pradīvyatoḥ
um den Einsatz würfelnd (Gen. Du.)
prāṇadurodare
beim Würfelspiel um das Leben (Lok.)
udagrayoḥ
übermütig, hochfahrend (Gen. Du.)

śaraiḥ śarīrāntakaraiḥ sutejanair / nijaghnatus tāv itaretaraṃ bhṛśam / sakṛtprabhinnāv iva vāśitāntare / mahāgajau manmathasaktacetasau

Mit körperbeendenden, scharf gespitzten Pfeilen schlugen sie einander heftig, wie zwei einmal in Brunft geratene große Elefanten, deren Sinn an einer Elefantenkuh hängt, zwischen sich kämpfen.

Wort für Wort
śarīrāntakaraiḥ
körperbeendend, tödlich (Instr. Pl.)
sakṛtprabhinnau
einmal in Brunft geraten (Nom. Du.)
manmathasaktacetasau
deren Sinn an Begierde hängt (Nom. Du.)

ālokya tau caiva parasparaṃ tataḥ / samaṃ ca śūrau ca sasārathī tadā

Als sie einander erblickt hatten, die beiden Helden, gleichzeitig, mit ihren Wagenlenkern,

Wort für Wort
ālokya
erblickend (Abs.)
sasārathī
mit ihren Wagenlenkern (Nom. Du.)

bhīmo 'bravīd yāhi duḥśāsanāya / duḥśāsano yāhi vṛkodarāya

sprach Bhīma zu seinem Wagenlenker: „Fahr zu Duḥśāsana!“, und Duḥśāsana zu dem seinen: „Fahr zu Vṛkodara!“

Wort für Wort
yāhi
fahr! geh! (Imp.)

tayo rathau sārathibhyāṃ pracoditau / samaṃ rathau tau sahasā samīyatuḥ / nānāyudhau citrapatākinadhvajau / divīva pūrvaṃ balaśakrayo raṇe

Ihre beiden Wagen, von den Wagenlenkern angetrieben, kamen gleichzeitig plötzlich zusammen, mit mancherlei Waffen, mit bunten Bannern und Standarten, wie einst im Himmel Bala und Śakra im Kampf.

Wort für Wort
pracoditau
angetrieben (Nom. Du.)
citrapatākinadhvajau
mit bunten Bannern und Standarten (Nom. Du.)

An dieser Stelle setzt der Quelltext (Apparatsnummer *028_0008) mitten im Vers die Sprecherangabe 'bhīmaḥ' ('Bhīma [spricht]:'), die hier als Ankündigung der unmittelbar folgenden Bhīma-Rede aufgefasst und nicht gesondert übersetzt wird.

diṣṭyāsi duḥśāsana adya dṛṣṭa / ṛṇaṃ pratīccheḥ sahavṛddhimūlam / ciroditaṃ taṃ yan mayā te sabhāyāṃ / kṛṣṇābhimarśena gṛhāṇa mattaḥ

Bhīma sprach: „Zum Glück sehe ich dich heute, Duḥśāsana! Empfange die Schuld samt Zins und Kapital zurück, die dir von mir längst in der Versammlungshalle angesagt wurde - für die Kränkung Kṛṣṇās empfange sie von mir!“

Wort für Wort
diṣṭyā
zum Glück, glücklicherweise (Adv.)
ṛṇam
die Schuld (Akk.)
sahavṛddhimūlam
samt Zins und Kapital (Akk.)

Die Anspielung bezieht sich auf Bhīmas berühmten Schwur in der Würfelspiel-Versammlungshalle (Sabhāparva), Duḥśāsana für die Kränkung Draupadīs (Kṛṣṇās) zu töten und sein Blut zu trinken.

sa evam uktas tu tato mahātmā / duḥśāsano vākyam uvāca vīraḥ

So angesprochen, sprach da der hochgesinnte Held Duḥśāsana die Worte:

Wort für Wort
evam uktaḥ
so angesprochen (Nom.)
vākyam uvāca
er sprach die Worte (Perf.)

sarvaṃ smare naiva ca vismarāmi / udīryamāṇaṃ śṛṇu bhīmasena / smarāmi cātmaprabhavaṃ cirāya / yaj jātuṣe veśmani rātry ahāni / viśvāsahīnā mṛgayāṃ caranto / vasanti sarvatra nirākṛtās tu / mahad bhayād rātry ahani smarantas / tathopabhogāc ca sukhāc ca hīnāḥ / vaneṣv aṭanto girigahvarāṇi / pāñcālarājasya puraṃ praviṣṭāḥ

„Ich erinnere mich an alles und vergesse nichts; höre, was ich dir sage, Bhīmasena. Und ich erinnere mich seit langem an das, was durch euch selbst verursacht wurde: wie ihr im Lackhaus, Nacht und Tag, vertrauenslos, auf der Jagd umherziehend, überall lebtet, verstoßen, aus großer Furcht Tag und Nacht euch erinnernd, und so des Genusses und des Glücks beraubt, in den Wäldern und Bergschluchten umherstreifend, in die Stadt des Pāñcāla-Königs eintratet -“

Wort für Wort
jātuṣe veśmani
im Lackhaus (Lok.)
viśvāsahīnāḥ
vertrauenslos (Nom. Pl.)
nirākṛtāḥ
verstoßen (Nom. Pl.)

māyāṃ yūyaṃ kām api saṃpraviṣṭā / yato vṛtaḥ kṛṣṇayā phalguno vaḥ / saṃbhūya pāpais tad anāryavṛttaṃ / kṛtaṃ tadā mātṛkṛtānurūpam / eko vṛtaḥ pañcabhiḥ sābhipannā / hy alajjamānaiś ca parasparasya / smare sabhāyāṃ subalātmajena / dāsīkṛtāḥ stha saha kṛṣṇayā tu

„- in irgendeine Verkleidung wart ihr eingegangen, als Phalguna von Kṛṣṇā für euch erwählt wurde; da wurde jenes unedle Verhalten, zusammen mit den Sündhaften begangen, gemäß dem von der Mutter Veranlassten: die von einem Erwählte wurde von den fünfen in Besitz genommen, schamlos voneinander. Ich erinnere mich, wie ihr in der Versammlungshalle, durch den Sohn Subalas, zusammen mit Kṛṣṇā zu Sklaven gemacht wurdet.“

Wort für Wort
anāryavṛttam
unedles Verhalten (Akk.)
mātṛkṛtānurūpam
gemäß dem von der Mutter Veranlassten (Akk.)
dāsīkṛtāḥ
zu Sklaven/Dienerinnen gemacht (Nom. Pl.)

An der Stelle der Apparatsnummer *028_0032 steht im Quelltext isoliert die Sprecherangabe 'saṃjayaḥ' inmitten von Duḥśāsanas wörtlicher Rede - vermutlich ein versehentlich stehengebliebener Verweis auf den Erzähler Saṃjaya, ohne erkennbare inhaltliche Funktion an dieser Stelle; er wird hier nicht gesondert übersetzt.

tenaivam uktas tu tavātmajena / subālacittena vṛkodaro 'pi / pragṛhya cāpaṃ bhṛkuṭīṃ lalāṭe / kṛtvā tu roṣojjvalatāmranetraḥ

So von deinem kindisch gesinnten Sohn angesprochen, ergriff auch Vṛkodara seinen Bogen, zog die Stirn in Falten und, seine Augen vor Zorn aufflammend, kupferrot,

Wort für Wort
subālacittena
von kindischem Sinn (Instr.)
bhṛkuṭīṃ kṛtvā
die Stirn runzelnd (Abs.)
roṣojjvalatāmranetraḥ
mit vor Zorn aufflammenden kupferroten Augen (Nom.)

tavātmajasyātha vṛkodaras tvaran / dhanuḥ kṣurābhyāṃ dhvajam eva cācchinat / lalāṭam apy asya bibheda patriṇā / śiraś ca kāyāt prajahāra sāratheḥ

- zerschnitt Vṛkodara eilends mit zwei Rasiermesser-Pfeilen den Bogen und das Banner deines Sohnes; auch seine Stirn durchbohrte er mit einem gefiederten Pfeil, und er schlug das Haupt vom Rumpf seines Wagenlenkers.

Wort für Wort
kṣurābhyām
mit zwei Rasiermesser-Pfeilen (Instr. Du.)
bibheda
er durchbohrte (Perf.)
prajahāra
er schlug ab (Perf.)

sa rājaputro 'nyad avāpya kārmukaṃ / vṛkodaraṃ dvādaśabhiḥ parābhinat / svayaṃ niyacchaṃs turagān ajihmagaiḥ / śaraiś ca bhīmaṃ punar abhyavīvṛṣat

Jener Königssohn ergriff einen anderen Bogen und traf Vṛkodara mit zwölf Pfeilen; selbst die Rosse lenkend, überschüttete er Bhīma mit geradefliegenden Pfeilen erneut.

Wort für Wort
avāpya
ergreifend (Abs.)
niyacchan
lenkend (Part. Präs.)
abhyavīvṛṣat
er überschüttete (Impf. Intens.)

tataḥ śaraṃ sūryamarīcisaprabhaṃ / suvarṇavajrottamaratnabhūṣitam / mahendravajrāśanipātaduḥsahaṃ / mumoca bhīmāṅgavidāraṇakṣamam

Da entsandte er einen Pfeil, dem Sonnenstrahl gleich an Glanz, mit Gold, Diamanten und den besten Edelsteinen geschmückt, dem Sturz von Mahendras Donnerkeilblitz an Unerträglichkeit gleich, fähig, Bhīmas Glieder zu zerreißen.

Wort für Wort
sūryamarīcisaprabham
dem Sonnenstrahl gleich an Glanz (Akk.)
mahendravajrāśanipātaduḥsaham
dem Sturz von Mahendras Donnerkeilblitz an Unerträglichkeit gleich (Akk.)
bhīmāṅgavidāraṇakṣamam
fähig, Bhīmas Glieder zu zerreißen (Akk.)

sa tena nirbhinnatanur vṛkodaro / nipātitaḥ srastatanur gatāsuvat / prasārya bāhū rathavaryam āśritaḥ / punaś ca saṃjñām upalabhya cānadat

Von diesem am Körper durchbohrt, stürzte Vṛkodara nieder, mit erschlafftem Körper, wie leblos; die Arme ausgestreckt, sank er an seinem vortrefflichen Wagen zusammen, doch als er das Bewusstsein wiedererlangte, brüllte er erneut auf.

Wort für Wort
nirbhinnatanuḥ
am Körper durchbohrt (Nom.)
srastatanuḥ
mit erschlafftem Körper (Nom.)
saṃjñām upalabhya
das Bewusstsein wiedererlangend (Abs.)

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