Saṃjaya sprach: Er geriet mit dem Königssohn in heftigen Streit, von Duḥśāsana mit List betrogen; dort vollbrachte der Königssohn Duḥśāsana im tumultartigen Kampf Schwerzuvollbringendes, indem er im Kampf Bhīmasena entgegentrat, wie Jambha dem Śakra von edler Tapferkeit entgegentrat; er zerschnitt mit einem Rasiermesser-Pfeil Bhīmas Bogen und durchbohrte auch dessen Wagenlenker mit sechs Pfeilen. Nachdem der schnellkräftige Königssohn dies vollbracht hatte, durchbohrte er Bhīma mit neun Pfeilen.
tato 'bhinad bahubhiḥ kṣipram eva; vareṣubhir bhīmasenaṃ mahātmā / tataḥ kruddho bhīmasenas tarasvī / śaktiṃ cogrāṃ prāhiṇot te sutāya / tām āpatantīṃ sahasātighorāṃ / dṛṣṭvā sutas te jvalitām ivolkām / ākarṇapūrṇair iṣubhir mahātmā / ciccheda putro daśabhiḥ pṛṣatkaiḥ / dṛṣṭvā tu tat karma kṛtaṃ suduṣkaraṃ / prāpūjayan sarvayodhāḥ prahṛṣṭāḥ
Da durchbohrte der hochgesinnte rasch mit vielen vorzüglichen Pfeilen Bhīmasena; da schleuderte der erzürnte, schnellkräftige Bhīmasena einen furchtbaren Wurfspeer auf deinen Sohn. Als der hochgesinnte dein Sohn ihn heranfliegen sah, plötzlich, überaus furchtbar, wie eine lodernde Fackel, zerschnitt er ihn, mit bis ans Ohr gespannten Pfeilen, mit zehn Pfeilen. Als sie diese überaus schwer zu vollbringende Tat sahen, priesen alle Krieger sie erfreut.
Da durchbohrte dein Sohn Bhīma erneut rasch mit einem Pfeil, tief. Bhīma wurde wiederum rasch zornig gegen ihn und entflammte heftig, ihn zornig anblickend,
„Verwundet bin ich, Held, heute rasch heftig von dir - ertrage nun auch den Keulenschlag!“ So laut sprechend, ergriff der erzürnte Bhīma jene furchtbare Keule zur Tötung
So angesprochen schleuderte dein Sohn mit Wucht einen furchtbaren, todbringenden Wurfspeer; Bhīma aber schwang seine überaus furchtbare Keule und warf sie, von Zorn erfüllten Leibes; diese zerbrach plötzlich seinen Speer und traf deinen Sohn im Kampf am Haupt.
sa kārmukaṃ gṛhya tu bhārasādhanaṃ / bhīmas tadā rājaputraṃ hy avidhyat / pañcāśatā bāṇagaṇaiḥ stanāntare / tottrair yathātīva bhinad dvipendram
Da ergriff Bhīma seinen lastentragenden Bogen und durchbohrte den Königssohn mit fünfzig Pfeilscharen mitten in der Brust, wie man mit Stacheln einen mächtigen Elefanten überaus heftig sticht.
tato 'tividdho virathaṃ mahātmā / duḥśāsano bhīmasenaṃ cakāra / nihatya saṃkhye caturo 'sya vāhāñ / chittvā ratheṣāṃ punar eva cākṣipat
Da machte der hochgesinnte, überaus durchbohrte Duḥśāsana Bhīmasena wagenlos, indem er dessen vier Rosse im Kampf tötete und die Deichsel seines Wagens zerschnitt und erneut fortwarf.
Da stieg der hochgesinnte Vṛkodara vom Wagen herab, auf die Erde tretend, und schleuderte, nachdem er dessen Rosse mit der Keule in Yamas Wohnstatt gesandt hatte, den Wagen des Königssohns fort.
tasmād avaplutya rathāt sasarja / duḥśāsanas tomaram ugravegam / sa tena viddho hy urasi hy aprameyo / gadāṃ tasmai visasarjāprameyām
Vom Wagen herabspringend schleuderte Duḥśāsana einen Wurfspieß von furchtbarer Wucht; von diesem an der Brust getroffen, schleuderte der Unermessliche seinerseits ihm eine unermessliche Keule entgegen.
Da, vor Zorn, sich an all die ihm zugefügten Leiden erinnernd, und, immer wieder sich erinnernd, an sein furchtbares Gelübde, setzte sich der Königssohn nieder, über seinen Zorn nachsinnend, überaus von Wut erfüllt, an die dreizehn Jahre denkend, der Beste der Männer.
Da ergriff Vṛkodara mit der Hand, in Zorn, seine dem Donnerkeilblitz an Geschwindigkeit gleichende Keule, schleuderte sie heftig zu Boden, und der starke Vṛkodara schlug damit ein; überaus geschlagen, mit zerschmettertem Körper, sank Duḥśāsana zu Boden.
Wort für Wort
vajrāśanitulyavegām
dem Donnerkeilblitz an Geschwindigkeit gleich (Akk.)
ākramya kaṇṭhe yudhi rājaputraṃ / saṃraktanetro hy abravīd dhārtarāṣṭram / tad brūhi kiṃ tvaṃ parimārgamāṇo / hy asmān parābhūya ihāgatān punaḥ
Er trat ihm im Kampf auf den Hals, dem Königssohn, und sprach, die Augen blutrot, zum Sohn des Dhṛtarāṣṭra: „Sag mir nun, was du gesucht hast, als du uns, nachdem du uns besiegt hattest, hierher wieder kommen ließest!“
tad idam adya bhṛśasaṃbhṛtaṃ me / cirārjitaṃ roṣam atipradīptam / madhu prapāsye tava koṣṭhabhājanād / ity abravīd bhīmasenas tarasvī / duḥśāsanaṃ kaṇṭhadeśe pramṛdnaṃs
„Diesen heute überaus angesammelten, seit langem erworbenen, überaus entflammten Zorn - ihn werde ich als Honig aus dem Gefäß deines Leibes trinken!“ So sprach der schnellkräftige Bhīmasena, während er Duḥśāsana an der Kehle zerdrückte.
Da vollbrachte Bhīmasena eine grausame Tat: nachdem er ihn plötzlich seiner Schulter beraubt hatte, eilte er mit Gewalt, der schnellkräftige Sohn des Dhṛtarāṣṭra, seine Feindschaft gegenüber dem Sohn des Dhṛtarāṣṭra zeigend.
Wort für Wort
vyaṃsayitvā
der Schulter beraubend (Abs.)
sapatnatām
die Feindschaft (Akk.)
Die genaue Bezugnahme dieser Zeile ist im Quelltext etwas unklar; 'dhārtarāṣṭras' und 'dhārtarāṣṭre' scheinen hier sowohl auf Duḥśāsana als auch, im Widerspruch dazu, auf eine allgemeinere Feindschaftsbekundung Bhīmas zu verweisen. Wörtlich wiedergegeben.
Bhīma stürmte auf deinen Sohn los, wie im Wald ein junger Löwe immer wieder auf ein Wild losstürmt; ebenso eilends auf den Starken losstürmend, überwältigte ihn der Kraftvolle mit äußerster Tatkraft,
utkṣipya cotkṣipya ca tūrṇam enam / bhūmau tadā niṣpipeṣātha vīraḥ / asiṃ vikośaṃ vimalaṃ cakāra / kaṇṭhe samākrāmya ca vepamānaṃ
hob ihn immer wieder eilends empor und zermalmte ihn darauf am Boden, der Held; er zog sein makelloses Schwert aus der Scheide und trat auf die Kehle des Zitternden.
kṛtvā tu rūpaṃ paramaṃ sughoram / kālāntakābhyāṃ pratimaṃ tadānīṃ / vidārya vakṣaḥ sa mahārathasya / duḥśāsanasya ripuśāsanasya
Eine höchst furchtbare Gestalt annehmend, damals Kāla und Antaka gleich, schlitzte er die Brust jenes großen Wagenkämpfers Duḥśāsana, des Feindebezwingers, auf.
Da erinnerte sich der schnellkräftige Bhīmasena an die von deinen Söhnen ausgeübte Feindschaft; während in jenem überaus furchtbaren Getümmel, von den Vornehmsten ringsum umgeben, dort Duḥśāsana sich befand, erblickte ihn der starkarmige Bhīma, dessen Taten unvorstellbar sind,
smṛtvātha keśagrahaṇaṃ ca devyā / vastrāpahāraṃ ca rajasvalāyāḥ / anāgaso bhartṛparāṅmukhāyā / duḥkhāni dattāny api vipracintya / jajvāla krodhāmarṣeṇa bhīma / ājyaprasikto hi yathā hutāśaḥ
sich erinnernd an das Ergreifen der Haare der Königin und die Wegnahme des Gewandes der Menstruierenden, der Schuldlosen, deren Gatte sein Gesicht abgewandt hatte, über diese zugefügten Leiden nachsinnend, entflammte Bhīma vor Zorn und Grimm, wie ein mit Ghee begossenes Feuer.
tatrāha karṇaṃ ca suyodhanaṃ ca / kṛpaṃ drauṇiṃ kṛtavarmāṇam eva / nihanmi duḥśāsanam adya pāpaṃ / saṃrakṣyatām adya samastayodhāḥ / ity evam uktvā sahasābhyadhāvan / nihantukāmo 'tibalas tarasvī
Da sprach er zu Karṇa, Suyodhana, Kṛpa, Droṇi und Kṛtavarman: „Ich erschlage heute den sündigen Duḥśāsana - mögen ihn heute alle Krieger zusammen beschützen!“ So gesprochen habend, stürmte er plötzlich los, ihn zu töten begierig, überaus stark, schnellkräftig.
So bezwang Vṛkodara im Kampf, wie ein Löwe einen großen Elefanten, ergriff Duḥśāsana, der einzige Held, vor den Augen Suyodhanas und des Sohnes des Adhiratha; vom Wagen herabspringend ging er zu Boden, mit Bedacht sein Auge auf ihn richtend.
tato bhīmas tam abravīn mahātmā / kathaṃ draupadīṃ keśapakṣe pradharṣīḥ / vadāśu yad gaur iti tad bruvāṇo / hṛṣṭaḥ samaṃ karṇasuyodhanābhyām / teṣāṃ samīkṣyāpavite (sic) durātman / gacchāmi yenādya kulapradhānaḥ
Da sprach der hochgesinnte Bhīma zu ihm: „Wie konntest du Draupadī an den Haaren kränken, sag es sofort - der du 'Kuh! Kuh!' rufend, erfreut zusammen mit Karṇa und Suyodhana, sie angeblickt hast, du Übelgesinnter? Ich gehe dahin, wodurch ich heute der Vorderste des Geschlechts werde.“
Wort für Wort
pradharṣīḥ
du kränktest (2.Sg.Aor.)
gaur iti
'Kuh!' (Zuruf)
durātman
du Übelgesinnter (Vok.)
kulapradhānaḥ
der Vorderste des Geschlechts (Nom.)
Der Quelltext markiert an dieser Stelle (*0934_05) das Wort 'apavite' ausdrücklich mit dem Vermerk (sic); der letzte Halbvers 'gacchāmi yenādya kulapradhānaḥ' ist zudem syntaktisch unklar und wird hier sinngemäß, ohne erzwungene Eindeutigkeit, wiedergegeben.
śrutvā tu tad bhīmavacaḥ sughoraṃ / duḥśāsano bhīmam idaṃ nirīkṣya / uvāca bhīmaṃ sa tadā smitena / saṃpaśyatāṃ kauravasomakānām / sa eṣa me bāhuvaro 'stu bhūya / eṣa tvayā rājyaharaḥ samīkṣya / dyūtacchalād vañcayitā sametāṃ / kliṣṭām āryāṃ paśyatas te tv anena / asau karo godhanavān samartho / viṣasya dātā bhujagendrakalpaḥ / bhikṣābhujo yena kṛtāḥ samastā / aṣṭādaśa dvā ca kuruṣva yatnam
Als er diese furchtbaren Worte Bhīmas gehört hatte, blickte Duḥśāsana Bhīma an und sprach lächelnd zu ihm, vor den Augen der Kauravas und Somakas: „Dieser mein Arm möge mir wiederum der beste sein - dieser, mit dem ich, während du zusahst, die gequälte edle Frau, durch Würfeltrug betrogen und versammelt, ergriff; diese Hand ist eine mächtige Geberin von Rinderreichtum, eine Verteilerin von Gift wie ein Schlangenfürst, durch die ihr alle zu Bettlern gemacht wurdet - die achtzehn und zwei, gib dir Mühe!“
Wort für Wort
bāhuvaraḥ
der beste Arm (Nom.)
dyūtacchalāt vañcayitā
durch Würfeltrug Betrügend (Nom.)
godhanavān
reich an Rinderbesitz (Nom.)
bhikṣābhujaḥ
Bettler (Nom.Pl.)
Diese Rede Duḥśāsanas ist an mehreren Stellen syntaktisch schwer zu konstruieren und möglicherweise verderbt überliefert (insbesondere 'aṣṭādaśa dvā ca kuruṣva yatnam', dessen genauer Bezug unklar bleibt). Die Apparatszeilen *0935_01-06 (mit den eingestreuten Sprecherangaben 'bhīmaḥ', 'duḥśāsanaḥ' und 'saṃjayaḥ') wiederholen denselben Grundgedanken - insbesondere die Zeilen 'ayaṃ karikarākāraḥ...' und 'gosahasrapradātā ca kṣatriyāntakaraḥ karaḥ', die nahezu wortgleich in der folgenden Apparatsstelle *032 wiederkehren - und werden hier nicht gesondert übersetzt, um Wiederholung zu vermeiden; die dortige, klarere Fassung wird stattdessen vollständig wiedergegeben.
asiṃ samuddhṛtya śitaṃ sudhāraṃ / kaṇṭhe samākramya ca vepamānam / ye rājasūyāvabhṛthe pavitrā / jātāḥ kacā yājñasenyā durātman / te pāṇinā katareṇāvakṛṣṭāḥ / prabrūhi tvāṃ pṛcchate bhīmasenaḥ
Nachdem er sein scharfes, wohlgeschliffenes Schwert gezückt hatte, trat er auf den Hals des Zitternden und sprach: „Die Haare, die beim Abschlussbad des Rājasūya-Opfers geheiligt wurden, der Yajñasenī - mit welcher Hand wurden sie ergriffen, du Übelgesinnter? Sag es, Bhīmasena fragt dich!“
uktas tathājau sa tadā saroṣaṃ / jagāda bhīmaṃ parivṛtya netre / ayaṃ karikarākāraḥ pīnastanavimardanaḥ / gosahasrapradātā ca kṣatriyāntakaraḥ karaḥ / anena yājñasenyā me bhīma keśā vikarṣitāḥ / paśyatāṃ kurumukhyānāṃ yuṣmākaṃ ca sabhāsadām
So im Kampf angesprochen, sprach er da zornig zu Bhīma, die Augen verdrehend: „Diese elefantenrüsselgleiche Hand, die volle Brüste zerdrückt hat, eine Geberin von tausend Rindern und eine Beenderin von Kṣatriyas - mit dieser habe ich, Bhīma, Yajñasenīs Haare gezerrt, vor den Augen der Kuru-Häupter und euch, den Ratsversammelten!“
Als er den Königssohn so im Kampf sprechen hörte, drückte Bhīma dessen Brust nieder und riss ihm mit Gewalt, mit beiden Armen, den Arm heraus; laut brüllte er darauf allen Kriegern zu: „Wer auch immer Kraft und edle Abkunft hat - der beschütze ihn jetzt, diesen seines Armes Beraubten, Duḥśāsana, der sein Leben aufgibt!“
Die Krieger, den Starken zurückweisend, wichen zurück; erzürnt im Kampf riss der Held plötzlich mit einer Hand die andere Hand heraus, o König, und mit dieser schlug er Duḥśāsana mitten unter den Helden, dem Donnerkeilblitz gleich.
utkṛtya vakṣaḥ patitasya bhūmāv; athāpibac choṇitam asya koṣṇam / tato nipātyāsya śiro 'pahṛtya / tenāsinā tava putrasya rājan / satyāṃ cikīrṣur matiman pratijñāṃ / bhīmo 'pibac choṇitam asya koṣṇam
Nachdem er die Brust des zu Boden Gefallenen aufgeschnitten hatte, trank er dessen noch warmes Blut. Da, nachdem er ihm mit jenem Schwert das Haupt abgeschlagen hatte, o König, begierig, sein Gelübde wahr zu machen, trank der kluge Bhīma dessen noch warmes Blut.
Wort für Wort
utkṛtya vakṣaḥ
die Brust aufschneidend (Abs.)
apibat choṇitam koṣṇam
er trank das noch warme Blut (3.Sg.Impf.)
śiraḥ apahṛtya
das Haupt abschlagend (Abs.)
satyāṃ pratijñāṃ cikīrṣuḥ
das Gelübde wahrmachen wollend (Nom.)
Die Apparatszeile *0936 wiederholt das Motiv des Bluttrinkens (mit dem Zusatz der Enthauptung) in nahezu identischer Formulierung wie v006c und wird hier im Zusammenhang mitübersetzt, nicht als eigenständige zusätzliche Handlung.
„Besser als die Muttermilch, als Honig und Ghee, als wohlbereiteter Met-Trank, als der Trunk des himmlischen Wasser-Nektars, als das aus Milch und Dickmilch gequirlte vorzüglichste Getränk - besser auch als alle anderen Getränke in der Welt, die an Süße dem Nektar der Unsterblichkeit gleichkommen, sowie besser als der herzerfreuende Zuckerrohrsaft - allen diesen überlegen ist mir heute dieser Geschmack des Blutes meines Feindes!“
Wort für Wort
stanyasya mātuḥ
der Muttermilch (Gen.)
sudhāmṛtasvādurasāni
an Süße dem Unsterblichkeitsnektar gleichkommend (Nom.Pl.)
Da sprach Bhīma, von furchtbaren Taten, wiederum, von Zorn übermannten Sinnes, zu Duḥśāsana, ihn als Entseelten erblickend, laut auflachend: „Was sollte ich noch tun - du bist ja vom Tod schon beschützt!“
evaṃ bruvāṇaṃ punar ādravantam; āsvādya valgantam atiprahṛṣṭam / ye bhīmasenaṃ dadṛśus tadānīṃ; bhayena te 'pi vyathitā nipetuḥ / ye cāpi tatrāpatitā manuṣyās; teṣāṃ karebhyaḥ patitaṃ ca śastram / bhayāc ca saṃcukruśur uccakais te; nimīlitākṣā dadṛśuś ca tan na
Als sie ihn so sprechen sahen, wiederum heranstürmend, kostend, hüpfend, überaus erfreut, diejenigen, die Bhīmasena damals so erblickten, fielen, von Furcht erschüttert, ebenfalls nieder. Und die Menschen, die dort niederfielen, denen entfiel die Waffe aus den Händen; und sie schrien vor Furcht laut auf, mit geschlossenen Augen, und sahen es nicht weiter mit an.
ye tatra bhīmaṃ dadṛśuḥ samantād; dauḥśāsanaṃ tadrudhiraṃ pibantam / sarve palāyanta bhayābhipannā; nāyaṃ manuṣya iti bhāṣamāṇāḥ / sa pītvā rudhiraṃ tasya caraṇau gṛhya bhārata
Alle, die dort ringsum Bhīma sahen, wie er Duḥśāsanas Blut trank, flohen alle, von Furcht ergriffen, sagend: „Dies ist kein Mensch!“ Nachdem er dessen Blut getrunken hatte, ergriff er dessen Füße, o Bhārata,
Wort für Wort
bhayābhipannāḥ
von Furcht ergriffen (Nom.Pl.)
palāyanta
sie flohen (Impf. Med.)
caraṇau gṛhya
die Füße ergreifend (Abs.)
An der Stelle der Apparatsnummer *0940_00 steht im Quelltext die Sprecherangabe 'saṃjayaḥ', vermutlich zur Markierung der Rückkehr zur Erzählerstimme nach dem wörtlich zitierten Ausruf der Fliehenden; sie wird hier nicht gesondert übersetzt.
Als sie diese von Bhīmasena angenommene Gestalt sahen, und wie jenes Blut getrunken wurde, flohen sie, zusammen mit Citrasena, von Furcht gequält, sagend, Bhīma sei ein Rakṣasa.
Yudhāmanyu, der Königssohn, ohne Furcht, verfolgte den fliehenden Citrasena mit seiner großen Heeresmacht und durchbohrte ihn mit sieben scharfen, rasch entsandten Pfeilen. Wie eine mit dem Fuß getretene, leckende große Schlange, begierig, ihr zorniges Gift zu versprühen, wandte sich jener um und durchbohrte den Sohn der Pāñcālas, und durchbohrte auch dessen Wagenlenker mit drei Pfeilen. Da schlug der Held Yudhāmanyu, mit einem gutbefiederten, gutgeflügelten, scharfgespitzten, bis ans Ohr gespannt entlassenen, wohlgezielten Pfeil, jenem das Haupt ab.
Wort für Wort
vyapetabhīḥ
ohne Furcht (Nom.)
padākrāntaḥ ... mahoragaḥ
eine mit dem Fuß getretene große Schlange (Nom., Gleichnis)
tasmin hate bhrātari citrasene / kruddhaḥ karṇaḥ pauruṣaṃ darśayānaḥ / dudrāva tat pāṇḍavānām anīkaṃ / pratyudyāto nakulenāmitaujāḥ
Als sein Bruder Citrasena erschlagen war, stürmte der erzürnte Karṇa, seine Mannestapferkeit zeigend, auf jenes Heer der Pāṇḍavas los; der von unermesslichem Glanz wurde von Nakula entgegengenommen.
Bhīma aber, nachdem er dort den unduldsamen Duḥśāsana erschlagen hatte, füllte seine hohle Hand erneut mit Blut, und, von furchtbarer Stimme, sprach er, während die Helden der Welt zuhörten, diese Worte; so sprach Vṛkodara laut die Worte, tanzend:
pramāṇakoṭyāṃ śayanaṃ kālakūṭasya bhojanam / daśanaṃ cāhibhiḥ kaṣṭaṃ dāhaṃ ca jatuveśmani / dyūtena rājyaharaṇam araṇye vasatiś ca yā / draupadyāḥ keśapakṣasya grahaṇaṃ ca sudāruṇam / iṣvastrāṇi ca saṃgrāmeṣv asukhāni ca veśmani
„Das Lager auf der Pramāṇakoṭi, die Speise des Kālakūṭa-Giftes, den qualvollen Schlangenbiss, und das Verbrennen im Lackhaus, den Raub des Reiches durch das Würfelspiel, und das Leben im Wald, sowie das überaus grausame Ergreifen von Draupadīs Haarschopf, und die Pfeil- und Waffenkämpfe in den Schlachten, und das Unglück im Haus,“
Wort für Wort
pramāṇakoṭyām
auf der Pramāṇakoṭi (Lok.)
kālakūṭasya bhojanam
die Speise des Kālakūṭa-Giftes (Akk.)
jatuveśmani dāham
das Verbrennen im Lackhaus (Akk.+Lok.)
keśapakṣasya grahaṇam
das Ergreifen des Haarschopfs (Akk.)
Diese Passage nennt in dichter Aufzählung mehrere der bekannten Anschläge auf die Pāṇḍavas in ihrer Kindheit und Jugend: das Nachtlager auf der Pramāṇakoṭi (mit dem Versuch, sie im Fluss zu ertränken), die Vergiftung mit Kālakūṭa-Gift, den Schlangenbiss und das Verbrennen im Lackhaus (jatugṛha).
virāṭabhavane yaś ca kleśo 'smākaṃ pṛthagvidhaḥ / śakuner dhārtarāṣṭrasya rādheyasya ca mantrite / anubhūtāni duḥkhāni teṣāṃ hetus tvam eva hi
„und das mannigfaltige Leid, das uns im Palast Virāṭas widerfuhr - die durch den Ratschluss Śakunis, des Dhṛtarāṣṭra-Sohnes und des Sohnes der Rādhā erlittenen Leiden - für alle diese bist du selbst die Ursache!“
duḥkhāny etāni jānīmo na sukhāni kadā cana / dhṛtarāṣṭrasya daurātmyāt saputrasya sadā vayam / sukhāny etāni jānīmo labdhavanto na saṃśayaḥ
„Diese Leiden kennen wir, niemals Freuden, stets, durch die Bosheit des Dhṛtarāṣṭra samt seinen Söhnen; doch diese nun kennen wir als Freuden - wir haben sie ohne Zweifel erlangt!“
asṛgdigdho visravallohitāsyaḥ / kruddho 'tyarthaṃ bhīmasenas tarasvī / raktārdragātras tu tato mahātmā / gadāpāṇiḥ kāla ivāntakāle / vibhīṣayānas tava putrasainyam / itas tato dhāvati vāhinīṃ te
mit Blut beschmiert, aus dessen Mund Blut troff, überaus erzürnt, der schnellkräftige Bhīmasena - der hochgesinnte, mit blutbenetzten Gliedern, die Keule in der Hand, wie der Tod zur Zeit des Weltuntergangs, dein Heer erschreckend, lief hierhin und dorthin durch dein Heer.
Da war binnen eines Augenblicks, o Bhārata, das überaus furchtbare Schlachtfeld der Kurus leer, wo mitten im Kampf Bhīmasena, von Zorn entflammt, Duḥśāsanas Blut getrunken hatte. Er, der im Kampf den großen Königssohn erschlagen hatte, sein Verlangen erfüllt, in stolzer Berauschung, wie ein Löwe, der einen mächtigen Ruru-Hirsch erlegt hat, strahlte, von Blut benetzt, Großkönig, der Feindebedränger; wie ein blühender Kiṃśuka-Baum, noch röter als rot, erglänzte er. Mit blutbenetztem Leib, furchtbar, erzürnt, o König, sprach er die Worte:
Wort für Wort
śūnyam āyodhanam
das leere Schlachtfeld (Nom.)
krodhadīptaḥ
von Zorn entflammt (Nom.)
pūrṇakāmaḥ madodagraḥ
sein Verlangen erfüllt, in stolzer Berauschung (Nom.)
brūhīdānīṃ pāpamate nṛśaṃsa patito hy asi / apatir hy asi drupadasyātmajā tvam
„Sprich jetzt, du Bösgesinnter, Grausamer - du bist gefallen! Ohne Ehemann bist du nun - die Tochter Drupadas ist ohne dich!“
Wort für Wort
pāpamate
du Bösgesinnter (Vok.)
nṛśaṃsa
du Grausamer (Vok.)
patitaḥ
gefallen (Nom.)
apatiḥ
ohne Ehemann (Nom.)
Die beiden Apparatszeilen *0949 und *0950 beginnen mit der fast identischen Formulierung 'brūhīdānīṃ pāpamate nṛśaṃsa' und werden hier zusammengefasst wiedergegeben, um Wiederholung zu vermeiden; der genaue Sinn der zweiten Zeile ('apatir hy asi drupadasyātmajā tvam') bleibt grammatisch unklar - möglicherweise eine verderbte oder verkürzte Textstelle.
duḥśāsane yad raṇe saṃśrutaṃ me; tad vai sarvaṃ kṛtam adyeha vīrau / adyaiva dāsyāmy aparaṃ dvitīyaṃ; duryodhanaṃ yajñapaśuṃ viśasya / śiro mṛditvā ca padā durātmanaḥ; śāntiṃ lapsye kauravāṇāṃ samakṣam
„Was ich einst über Duḥśāsana im Kampf gelobt hatte, das alles ist heute hier vollbracht, ihr beiden Helden! Heute noch werde ich das zweite Gelübde erfüllen: nachdem ich Duryodhana wie ein Opfertier zerlegt und dem Übelgesinnten das Haupt mit dem Fuß zermalmt habe, werde ich Frieden finden, vor den Augen der Kauravas!“
yā cāpatiḥ sā sapatir hi jātā / yās tāḥ sapatayo 'patayas tu jātāḥ / paśyantu citraṃ vividhaṃ hi loke / ye vai tilāḥ ṣaṇḍatilā babhūvuḥ / te cet siddhā nidhanaṃ gatāḥ pare / kiṃ citrarūpaṃ bata jīvaloke
„Die einst ohne Gatten war, ist nun eine mit Gatten geworden; die, die Gattinnen waren, sind nun ohne Gatten geworden - mögen sie das mannigfaltige Wunder in der Welt betrachten! Wenn jene Sesamkörner, die unfruchtbar wurden, dennoch, sofern vollkommen, wie andere zugrunde gegangen sind - was für ein Wunder ist dann in der Welt der Lebenden?“
Wort für Wort
apatiḥ
ohne Gatten (Nom.)
sapatiḥ
mit Gatten (Nom.)
ṣaṇḍatilāḥ
unfruchtbare Sesamkörner (Nom.Pl.)
citrarūpam
wunderbare Gestalt, Wunder (Nom./Akk.)
Diese sprichwortartige Passage ist inhaltlich schwer zu deuten und wirkt wie eine rätselhafte, möglicherweise sprichwörtliche Reflexion über unwahrscheinliche Umkehrungen des Schicksals; sie wird hier in ihrem allgemeinen Sinn, ohne erzwungene Eindeutigkeit, wiedergegeben.
Nachdem er so viele Worte gesprochen hatte, erfreut, brüllte er laut auf, mit blutbenetzten Gliedern; und der hochgesinnte, überaus starke tanzte, wie der Tausendäugige, nachdem er Vṛtra erschlagen hatte. Als sie ihn, von furchterregender Gestalt, tanzen sahen, wie den Tod zur Zeit des Weltuntergangs der Geschöpfe, ergriff große Furcht den Sohn des Adhiratha, und deine Söhne verloren die Hoffnung auf den Sieg.