te sene 'nyonyam āsādya prahṛṣṭāśvanaradvipe / bṛhatyau saṃprajahrāte devāsuracamūpame
Als die beiden Heere, deren Männer, Rosse und Elefanten freudig erregt waren, aufeinandertrafen, kämpften die beiden gewaltigen, den Heeren der Götter und Asuras gleichenden Streitmächte miteinander.
Wort für Wort
te
die beiden (Nom. Dual f.)
sene
die beiden Heere (Nom. Dual f.)
anyonyam
einander (Akk.)
āsādya
erreicht/getroffen habend (Absolutiv)
prahṛṣṭāśvanaradvipe
mit freudig erregten Rossen, Männern und Elefanten (Nom. Dual f.)
bṛhatyau
die beiden gewaltigen (Nom. Dual f.)
saṃprajahrāte
sie kämpften (3. Dual Impf. Med.)
devāsuracamūpame
den Heeren der Götter und Asuras gleich (Nom. Dual f.)
[Anm.: Die Sprecherkennzeichnung „saṃjaya uvāca“ (Saṃjaya sprach) wurde ausgelassen.]
Mit den Köpfen der Männerlöwen [Kriegshelden], die an Glanz, Farbe und Duft dem vollen Mond, der Sonne und dem Lotus glichen, bedeckten die Männerlöwen die Erde.
Wort für Wort
pūrṇacandrārkapadmānām
des vollen Mondes, der Sonne und des Lotus (Gen. Pl. m./n.)
Mit halbmondförmigen Pfeilen, mit Bhalla-Pfeilen, mit Kṣurapra-Pfeilen, mit Schwertern und Dreizacken sowie mit Streitäxten schlugen sie den Kämpfenden die Köpfe ab.
Wort für Wort
ardhacandraiḥ
mit halbmondförmigen Pfeilen (Instr. Pl. m.)
tathā
ebenso (Adv.)
bhallaiḥ
mit Bhalla-Pfeilen (Instr. Pl. m.)
kṣuraprraiḥ
mit Kṣurapra-Pfeilen (Instr. Pl. m.)
asipaṭṭiśaiḥ
mit Schwertern und Dreizacken (Instr. Pl. m.)
paraśvadhaiḥ
mit Streitäxten (Instr. Pl. m.)
ca
und (Konj.)
api
auch (Partikel)
akṛntan
sie schlugen ab (3. Pl. Impf.)
uttamāṅgāni
die Köpfe (Akk. Pl. n.)
yudhyatām
der Kämpfenden (Gen. Pl. m. Part.)
[Anm.: „ardhacandra“, „bhalla“ und „kṣurapra“ sind verschiedene Pfeilspitzenformen (halbmond-, meißel- bzw. rasierklingenförmig).]
Von Pferden, Wagen und Elefanten fielen die von den Feinden getöteten Helden, wie Himmelsbewohner von ihren Flugpalästen fallen, wenn ihr Verdienst erschöpft ist.
In diesem höchsten Getümmel wurden Wagen von Wagen, brünstige Elefanten von brünstigen Elefanten und berittene Krieger von berittenen Kriegern niedergeschlagen.
Wagen, Rosse und Fußvolk fielen durch Elefanten, Wagen und Elefanten durch Fußvolk; Wagen, Fußvolk und Elefanten durch Rosse, und Rosse, Wagen und Elefanten durch Männer.
Wort für Wort
rathāśvapattayaḥ
Wagen, Rosse und Fußvolk (Nom. Pl. m.)
nāgaiḥ
durch Elefanten (Instr. Pl. m.)
rathaiḥ
durch Wagen (Instr. Pl. m.)
nāgāḥ
Elefanten (Nom. Pl. m.)
ca
und (Konj.)
pattayaḥ
Fußvolk (Nom. Pl. m.)
rathapattidvipāḥ
Wagen, Fußvolk und Elefanten (Nom. Pl. m.)
ca
und (Konj.)
aśvaiḥ
durch Rosse (Instr. Pl. m.)
nṛbhiḥ
durch Männer (Instr. Pl. m.)
ca
und (Konj.)
aśvarathadvipāḥ
Rosse, Wagen und Elefanten (Nom. Pl. m.)
[Anm.: Der Vers reiht in dichter Kombinatorik alle Heeresteile (Wagen, Rosse, Elefanten, Fußvolk, Männer) als wechselseitige Gegner auf; die deutsche Wiedergabe folgt der Struktur so eng wie möglich.]
rathāśvebhanarāṇāṃ ca narāśvebharathaiḥ kṛtam / tathāśvanaranāgānām anyonyaṃ saṃkulaṃ babhau / pāṇipādaiś ca śastraiś ca rathaiś ca kadanaṃ mahat
Von Wagen, Rossen, Elefanten und Männern gegen Männer, Rosse, Elefanten und Wagen entstand so ein Durcheinander, ebenso zwischen Rossen, Männern und Elefanten; mit Händen, Füßen, Waffen und Wagen tobte das gewaltige Gemetzel.
Wort für Wort
rathāśvebhanarāṇām
von Wagen, Rossen, Elefanten und Männern (Gen. Pl. m.)
ca
und (Konj.)
narāśvebharathaiḥ
durch Männer, Rosse, Elefanten und Wagen (Instr. Pl. m.)
mit umgeschnallten Schwertern, Fangseile in den Händen, bereit, Elefanten gegen Elefanten zu stellen – untereinander im Heer stehend, o König, geeint im Willen zum gemeinsamen Sterben,
Wort für Wort
baddhāsayaḥ
mit umgeschnallten Schwertern (Nom. Pl. m.)
pāśahastāḥ
mit Fangseilen in der Hand (Nom. Pl. m.)
vāraṇaprativāraṇāḥ
Elefant-gegen-Elefant-Kämpfer (Nom. Pl. m.) [?]
samānamṛtyavaḥ
geeint im gemeinsamen Sterben (Nom. Pl. m.)
rājan
o König (Vok. Sg. m.)
anīkasthāḥ
im Heer stehend (Nom. Pl. m.)
parasparam
untereinander (Adv.)
[Anm.: „vāraṇaprativāraṇāḥ“ wird hier als ‚Elefant-gegen-Elefant-Kämpfer' verstanden; die genaue Bedeutung ist unsicher.] [?]
sa nāgapravaro 'tyugro vidhivat kalpito babhau / udayādryagryabhavanaṃ yathābhyuditabhāskaram
Jener vortreffliche, überaus wilde Elefant, kunstgerecht gerüstet, erstrahlte wie der Palast auf dem Gipfel des Aufgangsberges, wenn die Sonne dort aufgegangen ist.
Wort für Wort
saḥ
jener (Nom. Sg. m.)
nāgapravaraḥ
vortrefflicher Elefant (Nom. Sg. m.)
atyugraḥ
überaus wild (Nom. Sg. m.)
vidhivat
kunstgerecht/vorschriftsmäßig (Adv.)
kalpitaḥ
gerüstet (Nom. Sg. m. PPP)
babhau
er erstrahlte (3. Sg. Perf.)
udayādryagryabhavanam
der Palast auf dem Gipfel des Aufgangsberges (Akk. Sg. n.)
Als Kṣemadhūrti, selbst auf einem Elefanten stehend, jenen Elefanten von Weitem erblickte, stürmte er, ihn herausfordernd, voll Kampfeslust auf den noch Kampflustigeren zu.
Wort für Wort
tam
jenen (Akk. Sg. m.)
dṛṣṭvā
erblickt habend (Absolutiv)
dviradam
Elefanten (Akk. Sg. m.)
dūrāt
von Weitem (Abl.)
kṣemadhūrtiḥ
Kṣemadhūrti (Nom. Sg. m.)
dvipasthitaḥ
auf einem Elefanten stehend (Nom. Sg. m.)
āhvayānaḥ
herausfordernd (Nom. Sg. m. Part.)
abhidudrāva
er stürmte an (3. Sg. Perf.)
pramanāḥ
voll Kampfeslust (Nom. Sg. m.)
pramanastaram
auf den noch Kampflustigeren (Akk. Sg. m.)
[Anm.: Dieser Kṣemadhūrti, König der Kulūtas (siehe Vers 45), ist von dem gleichnamigen Krieger in Droṇaparva Kap.24 (Bruder Bṛhantas) zu unterscheiden – ein Namensvetter.]
Zwischen den beiden Elefanten von furchtbarer Gestalt entbrannte der Kampf, wie zwischen zwei gewaltigen, mit Bäumen bewachsenen Bergen, die zufällig zusammenstoßen.
Die beiden Helden, deren Elefanten ineinander verkeilt waren, durchbohrten einander kraftvoll mit Lanzen, die den Sonnenstrahlen glichen, und brüllten dabei laut.
Wort für Wort
saṃsaktanāgau
deren Elefanten ineinander verkeilt waren (Nom. Dual m.)
Sie zerschlugen einander die Bögen und brüllten einander an, während sie mit einem Regen von Speeren und Lanzen aufeinander einstürmten, wie zwei Regenwolken mit Wasser.
Wort für Wort
tau
die beiden (Nom. Dual m.)
anyonyasya
des jeweils anderen (Gen. Sg. m.)
dhanuṣī
die beiden Bögen (Akk. Dual n.)
chittvā
zerschlagen habend (Absolutiv)
anyonyam
einander (Akk.)
vinedatuḥ
sie beide brüllten an (3. Dual Perf.)
śaktitomaravarṣeṇa
mit einem Regen von Speeren und Lanzen (Instr. Sg. n.)
tām abhyadhāvad dviradaṃ bhīmasenasya nāgarāṭ / mahāvāteritaṃ meghaṃ vātoddhūta ivāmbudaḥ
Der Elefantenfürst [Kṣemadhūrtis Elefant] stürmte auf Bhīmasenas Elefanten los, wie eine vom heftigen Sturm getriebene Wolke auf eine andere, vom Wind bewegte Wolke.
Da zerschlug der Stier unter den Männern [Bhīma] mit einem trefflich abgeschossenen Kṣurapra-Pfeil den Bogen des Feindes und quälte den feindlichen Elefanten.
Dann durchbohrte Kṣemadhūrti Bhīma mit einem Wurfspieß und traf dessen Elefanten mit eisernen Pfeilen an allen empfindlichen Stellen, o Bhārata, sodass Bhīmasenas gewaltiger Elefant zu Boden stürzte.
Wort für Wort
tataḥ
dann (Adv.)
khajākayā
mit einem Wurfspieß (Instr. Sg. f.) [?]
bhīmam
Bhīma (Akk. Sg. m.)
kṣemadhūrtiḥ
Kṣemadhūrti (Nom. Sg. m.)
parābhinat
er durchbohrte (3. Sg. Impf.)
jaghāna
er traf/schlug (3. Sg. Perf.)
ca
und (Konj.)
asya
dessen (Gen. Sg. m.)
dviradam
Elefanten (Akk. Sg. m.)
nārācaiḥ
mit eisernen Pfeilen (Instr. Pl. m.)
sarvamarmasu
an allen empfindlichen Stellen (Lok. Pl. n.)
saḥ
er (Nom. Sg. m.)
papāta
er stürzte (3. Sg. Perf.)
mahānagaḥ
gewaltiger Elefant (Nom. Sg. m.)
bhīmasenasya
Bhīmasenas (Gen. Sg. m.)
bhārata
o Bhārata (Vok. Sg. m.)
[Anm.: „khajākā“ ist eine Art Wurfspieß oder Speer; die genaue Waffenart ist unsicher.] [?]
Als Kṣemadhūrti von seinem zermalmten Elefanten herabgesprungen war und mit gezücktem, scharfem Schwert auf den Pāṇḍava zustürmte, erschlug Vṛkodara [Bhīma] den mit erhobenem Schwert Heranstürmenden mit seiner Keule.
Erschlagen fiel er, samt seinem Schwert, leblos, nahe bei seinem Elefanten nieder, wie ein vom Blitz getroffener Löwe neben einem vom Blitz zerschmetterten, reglosen Berg.