tasmāt tu mithunāt ekaṃ pumāṃsam pāpaniścayaḥ|jaghāna vairanilayaḥ niṣādaḥ tasya paśyataḥ||
Von diesem Paar aber tötete, während er zusah, einer der beiden, das Männchen, ein von übler Absicht getriebener, in Feindschaft verharrender Niṣāda (Jäger).
Wort für Wort
tasmāt mithunāt ekam pumāṃsam
von diesem Paar den einen, das Männchen (Abl.Sg./Akk.Sg.)
pāpaniścayaḥ vairanilayaḥ niṣādaḥ
ein von übler Absicht, in Feindschaft verharrender Niṣāda (Nom.Sg.)
jaghāna tasya paśyataḥ
er tötete, während jener zusah (3.Sg.Perf./Gen.Abs.)
viyuktā patinā tena dvijena sahacāriṇā|tāmraśīrṣeṇa mattena patriṇā sahitena vai||
getrennt von jenem Gatten, dem Vogel, der ihr Gefährte war, dem rotköpfigen, in Liebe berauschten, geflügelten [Vogel], mit dem sie vereint gewesen war.
Wort für Wort
viyuktā patinā tena dvijena
getrennt von jenem Gatten, dem Vogel (Nom.Sg./Instr.Sg.)
sahacāriṇā tāmraśīrṣeṇa
dem Gefährten, dem Rotköpfigen (Instr.Sg.)
mattena patriṇā sahitena
dem berauschten, geflügelten, vereint gewesenen (Instr.Sg.)
„Nicht, o Niṣāda, wirst du je bleibende Ruhe finden, für unzählige Jahre, weil du von dem Krauñca-Paar den einen, von Liebe befangenen, erschlagen hast!“
Wort für Wort
mā niṣāda pratiṣṭhāṃ tvam agamaḥ
nicht, o Niṣāda, wirst du Bestand/Ruhe erlangen (Vok.Sg./2.Sg.Aor.)
śāśvatīḥ samāḥ
für ewige/unzählige Jahre (Akk.Pl.)
yat krauñcamithunāt ekam avadhīḥ
weil du von dem Krauñca-Paar den einen erschlugst (2.Sg.Aor.)
pādabaddhaḥ akṣarasamaḥ tantrīlayasamanvitaḥ|śokārtasya pravṛttaḥ me ślokaḥ bhavatu na anyathā||
„In Versfüße gebunden, in gleichmäßigen Silben, mit Saitenspiel und Rhythmus verbunden — das, was mir aus Kummer entstand, sei ein Śloka, nicht anders!“
Wort für Wort
pādabaddhaḥ akṣarasamaḥ
in Versfüße gebunden, in gleichmäßigen Silben (Nom.Sg.)
tantrīlayasamanvitaḥ
mit Saitenspiel und Rhythmus verbunden (Nom.Sg.)
śokārtasya me pravṛttaḥ ślokaḥ bhavatu
was mir aus Kummer entstand, sei ein Śloka (Nom.Sg./3.Sg.Impv.)
sa praviśya āśramapadaṃ śiṣyeṇa saha dharmavit|upaviṣṭaḥ kathāḥ ca anyāḥ cakāra dhyānam āsthitaḥ||
Nachdem er, der Dharma-Kundige, zusammen mit dem Schüler in die Einsiedelei eingetreten war, führte er, dort sitzend, andere Gespräche und verfiel [dann] in Nachdenken.
Wort für Wort
praviśya āśramapadaṃ śiṣyeṇa saha
nachdem er mit dem Schüler die Einsiedelei betreten hatte (Abs./Akk.Sg.)
pūjayāmāsa taṃ devam pādyārghyāsanavandanaiḥ|praṇamya vidhivat ca enam pṛṣṭvā ca eva nirāmayam||
Er erwies jenem Gott Verehrung mit Fußwasser, Ehrengabe, Sitz und Verneigung, huldigte ihm nach Vorschrift und erkundigte sich nach seinem Wohlergehen.
Wort für Wort
pūjayāmāsa taṃ devam
er erwies jenem Gott Verehrung (3.Sg.Perf./Akk.Sg.)
pādyārghyāsanavandanaiḥ
mit Fußwasser, Ehrengabe, Sitz und Verneigung (Instr.Pl.)
praṇamya vidhivat ca enam
und ihn vorschriftsmäßig verehrend (Abs.)
pṛṣṭvā ca eva nirāmayam
und ihn nach seinem Wohlergehen fragend (Abs./Akk.Sg.)
śloka evāstv ayaṃ baddho na atra kāryā vicāraṇā|maccchandāt eva te brahman pravṛttā iyaṃ sarasvatī||
„Ein Śloka eben sei dies, was du geformt hast — hierüber ist kein weiteres Nachdenken nötig; allein durch meinen Willen, o Brahmane, ist dir diese Dichtrede entsprungen.
Wort für Wort
śloka eva astu ayaṃ baddhaḥ
ein Śloka eben sei dies Gebundene (3.Sg.Impv./Nom.Sg.)
na atra kāryā vicāraṇā
hierüber ist kein Überlegen nötig (Nom.Sg.)
maccchandāt eva te brahman
allein durch meinen Willen, dir, o Brahmane (Abl.Sg./Vok.Sg.)
rāmasya saha saumitre rākṣasānāṃ ca sarvaśaḥ|vaidehyāḥ ca eva yad vṛttaṃ prakāśaṃ yadi vā rahaḥ||
Rāmas zusammen mit dem Sohn der Sumitrā [Lakṣmaṇa], und alles, was mit den Rākṣasas geschah, und was der Vaidehī [Sītā] widerfuhr, sei es offenkundig oder verborgen —
Wort für Wort
rāmasya saha saumitre
Rāmas, zusammen mit dem Sohn der Sumitrā (Gen.Sg./Instr.Sg.)
rākṣasānāṃ ca sarvaśaḥ
und der Rākṣasas, in jeder Hinsicht (Gen.Pl.)
vaidehyāḥ yad vṛttaṃ
was der Vaidehī (Sītā) widerfuhr (Gen.Sg./Nom.Sg.)
immer wieder von Freude erfüllt, und sprachen, höchst erstaunt, [darüber], der von dem großen Seher mit vier gleichsilbigen Versfüßen gesungen worden war.
Wort für Wort
muhur muhuḥ prīyamāṇāḥ
immer wieder erfreut werdend (Part.Präs.Pass./Nom.Pl.)
prāhuḥ ca bhṛśavismitāḥ
und sie sprachen, höchst erstaunt (3.Pl.Perf./Nom.Pl.)
samākṣaraiḥ caturbhiḥ pādaiḥ
mit vier gleichsilbigen Versfüßen (Instr.Pl.)
yaḥ gītaḥ maharṣiṇā
der von dem großen Seher gesungen worden war (Nom.Sg./Instr.Sg.)
Weil dieser wiederholt nachgesprochen wurde, wurde der Kummer [śoka] fortan zum Śloka. Dem großen Seher, dessen Geist [von Brahmā] geläutert war, kam nun dieser Gedanke:
Wort für Wort
saḥ anuvyāharaṇāt bhūyaḥ
dieser, durch wiederholtes Nachsprechen, weiterhin
śokaḥ ślokatvam āgataḥ
der Kummer (śoka) wurde zum Śloka (Nom.Sg.)
tasya buddhiḥ iyaṃ jātā
ihm entstand dieser Gedanke (Gen.Sg./Nom.Sg.)
maharṣeḥ bhāvitātmanaḥ
dem großen Seher, dessen Geist geläutert war (Gen.Sg.)
tadā asya rāmasya cakāra kīrtimān samākṣaraiḥ ślokaśataiḥ yaśasvinaḥ|yaśaskaraṃ kāvyam udāradarśanaḥ tadupagatasamāsasandhiyogam|samamadhuropanatārthavākyabaddhaṃ raghuvaracaritaṃ munipraṇītam|daśaśirasaḥ ca vadhaṃ niśāmayadhvam||
Da verfasste der Ruhmreiche für diesen ruhmvollen Rāma mit gleichsilbigen Hunderten von Ślokas ein ruhmbringendes Kunstgedicht, von erhabener Anschauung, das die Regeln von Wortzusammensetzung und Lautverbindung befolgt, mit gleichmäßig-süßen, wohlgefügten Sinnsprüchen gebunden — die von einem Weisen verfasste Geschichte des Besten der Raghu-Nachkommen: Vernehmt nun auch die Tötung des Zehnköpfigen [Rāvaṇa]!
Wort für Wort
tadā asya rāmasya kīrtimān cakāra
da verfasste der Ruhmreiche für diesen Rāma (Gen.Sg./Nom.Sg./3.Sg.Perf.)
samākṣaraiḥ ślokaśataiḥ yaśasvinaḥ
mit gleichsilbigen Hunderten von Ślokas, für den Ruhmvollen (Instr.Pl./Gen.Sg.)
yaśaskaraṃ kāvyam udāradarśanaḥ
ein ruhmbringendes Kunstgedicht, von erhabener Anschauung (Akk.Sg./Nom.Sg.)
tadupagatasamāsasandhiyogam
das die Regeln von Zusammensetzung und Lautverbindung dazu befolgt (Akk.Sg.)
samamadhuropanatārthavākyabaddham
mit gleichmäßig-süßen, wohlgefügten Sinnsprüchen gebunden (Akk.Sg.)
raghuvaracaritaṃ munipraṇītam
die vom Weisen verfasste Geschichte des Besten der Raghus (Akk.Sg.)
daśaśirasaḥ vadhaṃ niśāmayadhvam
vernehmt die Tötung des Zehnköpfigen (Gen.Sg./Akk.Sg./2.Pl.Impv.)