mit den Stimmungen von Liebe, Mitleid, Heiterkeit, Zorn, Schrecken und Heldentum und den übrigen Stimmungen versehen — dieses Kunstwerk sangen die beiden.
Wort für Wort
rasaiḥ śṛṅgārakaruṇahāsyaraudrabhayānakaiḥ
mit den Rasas: Liebe, Mitleid, Heiterkeit, Zorn, Schrecken (Instr.Pl.)
vīrādibhiḥ rasaiḥ yuktam
mit dem Heldenmut und den übrigen Rasas versehen (Instr.Pl./Nom.Sg.)
kāvyam etad agāyatām
dieses Kunstwerk sangen die beiden (Akk.Sg./3.Du.Impf.)
mit schöner Gestalt und günstigen Merkmalen begabt, mit süßer Stimme sprechend — wie zwei Ebenbilder, gleichsam aus Rāmas eigenem Leib entstanden, ihm gleich.
Wort für Wort
rūpalakṣaṇasaṃpannau
mit Gestalt und (günstigen) Merkmalen begabt (Nom.Du.)
madhurasvarabhāṣiṇau
mit süßer Stimme sprechend (Nom.Du.)
bimbāt iva utthitau bimbau
wie zwei aus einem Urbild entstandene Abbilder (Nom.Du.)
rāmadehāt tathā aparau
ebenso wie ein zweiter, aus Rāmas Leib (Abl.Sg./Nom.Du.)
ṛṣīṇāṃ ca dvijātīnāṃ sādhūnāṃ ca samāgame|yathopadeśaṃ tattvajñau jagatuḥ tau samāhitau||
und in der Versammlung der Seher, der Zweimalgeborenen und der Rechtschaffenen sangen die beiden, der Lehre gemäß, kundig der Wahrheit, mit gesammeltem Sinn.
Wort für Wort
ṛṣīṇāṃ dvijātīnāṃ sādhūnāṃ samāgame
in der Versammlung der Seher, Zweimalgeborenen, Rechtschaffenen (Gen.Pl./Lok.Sg.)
yathopadeśaṃ tattvajñau
der Lehre gemäß, die Wahrheitskundigen (Nom.Du.)
jagatuḥ tau samāhitau
die beiden sangen, gesammelten Sinnes (3.Du.Perf./Nom.Du.)
Die hochherzigen, hochbeglückten, mit allen günstigen Merkmalen gezeichneten Brüder — sie sangen einst vor den versammelten Sehern von geläutertem Geist,
Wort für Wort
mahātmānau mahābhāgau
die beiden Hochherzigen, Hochbeglückten (Nom.Du.)
sarvalakṣaṇalakṣitau
mit allen (günstigen) Merkmalen gezeichnet (Nom.Du.)
tau kadācit sametānām ṛṣīṇām
sie, einst, vor den versammelten Sehern (Nom.Du./Gen.Pl.)
ciranirvṛttam api etat pratyakṣam iva darśitam|praviśya tā ubhau suṣṭhu tathā bhāvam agāyatām||
Wenn auch längst geschehen, so wird dies wie unmittelbar gegenwärtig gezeigt“ — so gut waren die beiden in die jeweilige Stimmung eingedrungen und sangen sie,
Wort für Wort
ciranirvṛttam api etat
dies, wenn auch längst geschehen (Nom.Sg.)
pratyakṣam iva darśitam
wie unmittelbar gegenwärtig gezeigt (Nom.Sg.)
praviśya tā ubhau suṣṭhu
nachdem die beiden gut eingedrungen waren (Abs./Nom.Du.)
tathā bhāvam agāyatām
so sangen sie die (jeweilige) Stimmung (Akk.Sg./3.Du.Impf.)
ein anderer, hocherfreut, von großem Ruhm, gab ihnen ein Rindengewand; ein anderer gab ein Schwarzantilopenfell, und wieder ein anderer die Opferschnur;
Wort für Wort
prasannaḥ valkalaṃ kaścid dadau
ein erfreuter (Weiser) gab ein Rindengewand (Nom.Sg./Akk.Sg./3.Sg.Perf.)
tābhyāṃ mahāyaśāḥ
ihnen beiden, der Ruhmreiche (Dat.Du./Nom.Sg.)
anyaḥ kṛṣṇājinam adāt
ein anderer gab ein Schwarzantilopenfell (Nom.Sg./Akk.Sg./3.Sg.Aor.)
yajñasūtraṃ tathā aparaḥ
und wieder ein anderer die Opferschnur (Akk.Sg./Nom.Sg.)
einer gab einen Wassertopf, ein anderer großer Weiser einen Muñja-Grasgürtel, wieder ein anderer schenkte damals ein Sitzkissen, ein anderer Weiser ein Lendentuch;
Wort für Wort
kaścit kamaṇḍalum prādāt
einer gab einen Wassertopf (Nom.Sg./Akk.Sg./3.Sg.Aor.)
mauñjīm anyo mahāmuniḥ
den Muñja-Gürtel, ein anderer großer Weiser (Akk.Sg./Nom.Sg.)
brusīm anyaḥ tadā prādāt
ein anderer gab damals ein Sitzkissen (Akk.Sg./Nom.Sg./3.Sg.Aor.)
kaupīnam aparo muniḥ
ein Lendentuch, ein anderer Weiser (Akk.Sg./Nom.Sg.)
audumbarīm brusīm anyaḥ svasti kecit tadā avadan|āyuṣyam apare prāhur mudā tatra maharṣayaḥ||
ein anderer ein Sitzkissen aus Udumbara-Holz; manche sprachen da Segenswünsche, andere große Seher riefen dort voller Freude Wünsche für langes Leben aus,
Wort für Wort
audumbarīm brusīm anyaḥ
ein Sitzkissen aus Udumbara-Holz, ein anderer (Akk.Sg./Nom.Sg.)
svasti kecit tadā avadan
manche sprachen da Segenswünsche (3.Pl.Impf.)
āyuṣyam apare prāhur mudā
andere riefen voller Freude Wünsche für langes Leben (Akk.Sg./3.Pl.Perf./Instr.Sg.)
rathyāsu rājamārgeṣu dadarśa bharatāgrajaḥ|svaveśma ca ānīya tato bhrātarau sa kuśīlavau||
auf den Straßen, auf den Königswegen, wie der ältere Bruder Bharatas (Rāma) die beiden Brüder Kuśa und Lava erblickte und sie darauf in sein eigenes Haus führen ließ.
Wort für Wort
rathyāsu rājamārgeṣu
auf den Straßen, auf den Königswegen (Lok.Pl.)
dadarśa bharatāgrajaḥ
der ältere Bruder Bharatas (Rāma) erblickte (3.Sg.Perf./Nom.Sg.)
svaveśma ānīya
in sein eigenes Haus führend/geführt (Akk.Sg./Abs.)
vicitrārthapadaṃ samyak gāyakau samacodayat|tau ca api madhuraṃ raktaṃ svacittāyatanisvanam||
Und er ermunterte die beiden Sänger zum Vortrag der kunstvollen, sinnreichen Dichtung. Und die beiden sangen süß, wohlklingend, mit einem Ton, der sich dem eigenen Herzen einfügte,
Wort für Wort
vicitrārthapadaṃ samyak
das kunstvolle, sinnreiche (Werk) genau (Akk.Sg.)
gāyakau samacodayat
er ermunterte die beiden Sänger (Akk.Du./3.Sg.Impf.)
tau ca api madhuraṃ raktam
und die beiden, süß, wohlklingend (Nom.Du./Akk.Sg.)
śrotrāśrayasukhaṃ geyaṃ tad babhau janasaṃsadi|imau munī pārthivalakṣaṇānvitau||
dem Ohr wohltuend anzuhören, dieses Lied erstrahlte in der Versammlung der Menschen. [Man sagte:] „Diese beiden Weisen, mit den Merkmalen von Königen begabt,
Wort für Wort
śrotrāśrayasukhaṃ geyam
dem Ohr wohltuend zu hören, das Lied (Nom.Sg.)
tad babhau janasaṃsadi
es erstrahlte in der Versammlung der Menschen (3.Sg.Perf./Lok.Sg.)
imau munī pārthivalakṣaṇānvitau
diese beiden Asketen, mit Königsmerkmalen begabt (Nom.Du.)
kuśīlavau ca eva mahātapasvinau|mama api tad bhūtikaraṃ pracakṣate|mahānubhāvaṃ caritaṃ nibodhata|tataḥ tu tau rāmavacaḥ pracoditau|agāyatāṃ mārgavidhānasaṃpadā|sa ca api rāmaḥ pariṣadgataḥ śanaiḥ|bubhūṣayāsaktamanāḥ babhūva||
Kuśa und Lava, große Asketen, sagt man, sind auch mir zuträglich — vernehmt die hochherzige Geschichte!“ Da nun, von Rāmas Wort ermuntert, sangen die beiden mit der Vollkommenheit der Gesangsregeln; und auch Rāma selbst, in der Versammlung sitzend, wurde allmählich, seinen Sinn ganz darauf gerichtet, von dem Verlangen [mehr zu erfahren] ergriffen.
Wort für Wort
kuśīlavau ca eva mahātapasvinau
Kuśa und Lava, große Asketen (Nom.Du.)
mama api tad bhūtikaraṃ pracakṣate
man sagt, dies sei auch mir zuträglich (3.Pl.Präs.Pass.)
mahānubhāvaṃ caritaṃ nibodhata
vernehmt die hochherzige Geschichte (Akk.Sg./2.Pl.Impv.)
tataḥ tau rāmavacaḥ pracoditau
da, die beiden, durch Rāmas Wort angetrieben (Nom.Du.)
agāyatāṃ mārgavidhānasaṃpadā
sie sangen mit der Vollkommenheit der Gesangsregeln (3.Du.Impf./Instr.Sg.)
sa ca api rāmaḥ pariṣadgataḥ śanaiḥ
und auch Rāma, in der Versammlung, allmählich (Nom.Sg.)
bubhūṣayāsaktamanāḥ babhūva
wurde, seinen Sinn dem Verlangen (danach zu sein/wissen) hingegeben (3.Sg.Perf.)