Quellen der Menschheit

Rāmāyaṇa · Bālakāṇḍa

Sarga 43: Gaṅgā Avataraṇam Jahnu Kathā ca Die Herabkunft der Gaṅgā und die Erlösung der Söhne Sagaras

deva deve gate tasmin so aṃguṣṭha agra nipīḍitām | kṛtvā vasumatīm rāma vatsaram samupāsata

Nachdem jener Gott der Götter (Brahmā) gegangen war, verharrte er, o Rāma, nachdem er die Erde mit der Spitze seines großen Zehs niedergedrückt hatte, ein Jahr lang in Andacht.

Wort für Wort
deva deve gate tasmin
nachdem jener Gott der Götter gegangen war
saḥ aṃguṣṭha-agra-nipīḍitām
er, mit der Spitze des großen Zehs niedergedrückt
kṛtvā vasumatīm rāma
die Erde machend, o Rāma
vatsaram samupāsata
verharrte ein Jahr lang in Andacht

atha saṃvatsare pūrṇe sarva loka namaskṛtaḥ | umāpatiḥ paśupatī rājānam idam abravīt

Als dann das Jahr vollendet war, sprach der von aller Welt Verehrte, der Gemahl Umās, der Herr der Wesen, zu dem König diese Worte.

Wort für Wort
atha saṃvatsare pūrṇe
als dann das Jahr vollendet war
sarva-loka-namaskṛtaḥ
der von aller Welt Verehrte
umāpatiḥ paśupatiḥ
der Gemahl Umās, der Herr der Wesen
rājānam idam abravīt
sprach zum König dies

prītaḥ te aham naraśreṣṭha kariṣyāmi tava priyam | śirasā dhārayiṣyāmi śailarāja sutām aham

'Ich bin erfreut über dich, o Bester der Männer; ich werde dir zuliebe handeln; ich werde die Tochter des Bergkönigs auf meinem Haupt tragen.'

Wort für Wort
prītaḥ te aham nara-śreṣṭha
ich bin erfreut über dich, o Bester der Männer
kariṣyāmi tava priyam
ich werde dir zuliebe handeln
śirasā dhārayiṣyāmi
ich werde auf dem Haupt tragen
śailarāja-sutām aham
ich die Tochter des Bergkönigs

tato haimavatī jyeṣṭhā sarva loka namaskṛtā | tadā sā ati mahat rūpam kṛtvā vegam ca duḥsaham

Da nahm die haimavatische Älteste, von aller Welt Verehrte, eine überaus gewaltige Gestalt und eine unerträgliche Geschwindigkeit an.

Wort für Wort
tataḥ haimavatī jyeṣṭhā
da die haimavatische Älteste
sarva-loka-namaskṛtā
von aller Welt Verehrte
tadā sā ati-mahat rūpam
da sie eine überaus gewaltige Gestalt
kṛtvā vegam ca duḥsaham
und eine unerträgliche Geschwindigkeit annehmend

ākāśāt apatat rāma śive śiva śirasy uta | acintayaḥ ca sā devī gaṃga parama durdharā

Vom Himmel fiel sie, o Rāma, auf das heilvolle Haupt Śivas; und die Göttin Gaṅgā, überaus schwer zu bändigen, dachte da bei sich.

Wort für Wort
ākāśāt apatat rāma
vom Himmel fiel sie, o Rāma
śive śiva-śirasi uta
auf das heilvolle Haupt Śivas, wie man sagt
acintayat ca sā devī
und sie dachte, die Göttin
gaṅgā parama-durdharā
Gaṅgā, überaus schwer zu bändigen

viśāmi aham hi pātālam strotasā gṛhya śaṃkaram | tasyāḥ valepanam jñatva kruddhaḥ tu bhagavan haraḥ

'Ich werde fürwahr in das Pātāla eindringen, indem ich mit meiner Strömung Śaṃkara mit fortreiße.' Als der erhabene Hara aber deren Hochmut erkannte, wurde er zornig.

Wort für Wort
viśāmi aham hi pātālam
ich werde fürwahr in das Pātāla eindringen
strotasā gṛhya śaṃkaram
indem ich Śaṃkara mit der Strömung fortreiße
tasyāḥ valepanam jñātvā
deren Hochmut erkennend
kruddhaḥ tu bhagavan haraḥ
der erhabene Hara aber, zornig geworden

tirobhāvayitum buddhim cakre trinayanaḥ tadā | sā tasmin patitā puṇyā puṇye rudrasya mūrdhani

fasste der Dreiäugige da den Entschluss, sie zu verbergen; und sie, die Heilige, fiel auf Rudras heiliges Haupt.

Wort für Wort
tirobhāvayitum buddhim cakre
fasste den Entschluss, sie zu verbergen
trinayanaḥ tadā
der Dreiäugige da
sā tasmin patitā puṇyā
sie, die Heilige, fiel auf jenes
puṇye rudrasya mūrdhani
auf Rudras heiliges Haupt

himavat pratime rāma jaṭā maṇḍala gahvare | sā kathaṃcit mahīm gaṃtum na aśaknot yatnam āsthitā

In die dem Himavat gleichende, höhlenreiche Wirrnis seiner Haarlocken; sie, obwohl sie sich bemühte, vermochte auf keine Weise zur Erde zu gelangen.

Wort für Wort
himavat-pratime rāma
die dem Himavat gleichende, o Rāma
jaṭā-maṇḍala-gahvare
in die höhlenreiche Wirrnis der Haarlocken
sā kathañcit mahīm gantum
sie, um irgendwie zur Erde zu gelangen
na aśaknot yatnam āsthitā
vermochte es nicht, obwohl sie sich bemühte

na eva sā nirgamam lebhe jaṭā maṇḍala aṃtataḥ | tatra eva ābaṃbhramat devī saṃvatsara gaṇān bahūn

Sie fand keinerlei Ausgang am Rand der Haarlockenwirrnis; dort eben irrte die Göttin viele Jahresreihen umher.

Wort für Wort
na eva sā nirgamam lebhe
sie fand keinen Ausgang
jaṭā-maṇḍala-antataḥ
am Rand der Haarlockenwirrnis
tatra eva ābambhramat devī
dort eben irrte die Göttin umher
saṃvatsara-gaṇān bahūn
viele Jahresreihen lang

tām apaśyan punaḥ tatra tapaḥ paramam āsthitaḥ | sa tena toṣitaḥ ca asīt atyaṃtam raghunaṃdana

Als er sie nicht mehr sah, verharrte er (Bhagīratha) wiederum dort in höchster Askese; und durch diese wurde jener (Śiva) höchst zufrieden, o Freude Raghus.

Wort für Wort
tām apaśyan punaḥ tatra
sie nicht sehend, wiederum dort
tapaḥ paramam āsthitaḥ
verharrte er in höchster Askese
sa tena toṣitaḥ ca āsīt
und durch diese wurde jener zufrieden
atyantam raghunandana
höchst, o Freude Raghus

visasarja tato gaṃgām haro bindu saraḥ prati | tasyam visṛujyamānāyām sapta srotaṃsi jajñire

Da entließ Hara die Gaṅgā zum Bindusee hin; während sie freigelassen wurde, entstanden sieben Ströme.

Wort für Wort
visasarja tataḥ gaṅgām
da entließ er die Gaṅgā
haraḥ bindu-saraḥ prati
Hara, zum Bindusee hin
tasyām visṛjyamānāyām
während sie freigelassen wurde
sapta srotāṃsi jajñire
entstanden sieben Ströme

hlādinī pāvanī caiva nalinī ca tathā eva ca | tisraḥ prācīm diśam jagmuḥ gaṃgāḥ śiva jalāḥ śubhāḥ

Hlādinī, Pāvanī und ebenso Nalinī - diese drei heilvollen, wasserreinen Gaṅgā-Ströme flossen in östliche Richtung.

Wort für Wort
hlādinī pāvanī ca eva
Hlādinī, Pāvanī, und auch
nalinī ca tathā eva ca
und ebenso Nalinī
tisraḥ prācīm diśam jagmuḥ
drei flossen in östliche Richtung
gaṅgāḥ śiva-jalāḥ śubhāḥ
die heilvollen, wasserreinen Gaṅgā-Ströme

sucakṣuḥ ca eva sītā ca sindhuḥ ca eva mahānadī | tisraḥ etā diśam jagmuḥ pratīcīm tu śubha udakāḥ

Sucakṣus, Sītā und der große Strom Sindhu - diese drei, von heilvollem Wasser, flossen in westliche Richtung.

Wort für Wort
sucakṣuḥ ca eva sītā ca
Sucakṣus und auch Sītā
sindhuḥ ca eva mahānadī
und auch der große Strom Sindhu
tisraḥ etāḥ diśam jagmuḥ
diese drei flossen in die Richtung
pratīcīm tu śubha-udakāḥ
die westliche, von heilvollem Wasser

saptamī ca anvagāt tāsam bhagīratha ratham tadā | bhagīratho api rajarṣi divyam syaṃdanam āsthitaḥ

Die siebte aber folgte da dem Wagen Bhagīrathas; und Bhagīratha, der königliche Weise, saß auf dem himmlischen Wagen.

Wort für Wort
saptamī ca anvagāt tāsām
die siebte von ihnen folgte
bhagīratha ratham tadā
da dem Wagen Bhagīrathas
bhagīrathaḥ api rājarṣi
und Bhagīratha, der königliche Weise
divyam syandanam āsthitaḥ
saß auf dem himmlischen Wagen

prāyāt agre mahātejā gaṃga tam ca api anuvrajat | gaganāt śaṃkara śiraḥ tato dharaṇim āgatā

Der Hochenergetische fuhr voran, und die Gaṅgā folgte ihm; vom Himmel, über Śaṃkaras Haupt, war sie dann zur Erde gelangt.

Wort für Wort
prāyāt agre mahātejāḥ
der Hochenergetische fuhr voran
gaṅgā tam ca api anuvrajat
und die Gaṅgā folgte ihm auch
gaganāt śaṃkara-śiraḥ
vom Himmel, über Śaṃkaras Haupt
tataḥ dharaṇim āgatā
dann zur Erde gekommen

asarpata jalam tatra tīvra śabda puraskṛtam | matsya kacchapa saṃghaiḥ ca śiśumāra gaṇaiḥ tathā

Dort strömte das Wasser voran, von gewaltigem Getöse begleitet, mit Scharen von Fischen und Schildkröten und auch mit Mengen von Flussdelfinen.

Wort für Wort
asarpata jalam tatra
dort strömte das Wasser voran
tīvra-śabda-puraskṛtam
von gewaltigem Getöse begleitet
matsya-kacchapa-saṃghaiḥ ca
mit Scharen von Fischen und Schildkröten
śiśumāra-gaṇaiḥ tathā
und auch mit Mengen von Flussdelfinen

patadbhiḥ patitaiḥ ca eva vyarocata vasuṃdharā | tato deva ṛṣi gaṃdharvā yakṣa siddha gaṇāḥ tathā

Mit fallenden und schon gefallenen Wesen erstrahlte die Erde; da schauten Götter, Weise, Gandharvas, Yakṣas und Scharen von Siddhas.

Wort für Wort
patadbhiḥ patitaiḥ ca eva
mit fallenden und schon gefallenen
vyarocata vasundharā
erstrahlte die Erde
tataḥ deva-ṛṣi-gandharvāḥ
da Götter, Weise, Gandharvas
yakṣa-siddha-gaṇāḥ tathā
und Scharen von Yakṣas und Siddhas

vyalokayanta te tatra gaganāt gām gatām tadā | vimānaiḥ nagara ākāraiḥ hayaiḥ gaja varaiḥ tathā

betrachteten sie dort, wie sie vom Himmel zur Erde herabkam, auf stadtgleichen Himmelswagen, mit Rossen und trefflichen Elefanten.

Wort für Wort
vyalokayanta te tatra
sie betrachteten dort
gaganāt gām gatām tadā
wie sie vom Himmel zur Erde gekommen war
vimānaiḥ nagara-ākāraiḥ
auf stadtgleichen Himmelswagen
hayaiḥ gaja-varaiḥ tathā
und mit Rossen und trefflichen Elefanten

pāriplava gatāḥ ca api devatāḥ tatra viṣṭhitāḥ | tat adbhutatamam loke gaṃgā avataram uttamam

Die Götter, in Aufregung geraten, standen dort; jener höchst wunderbare, treffliche Herabstieg der Gaṅgā in der Welt -

Wort für Wort
pāriplava-gatāḥ ca api
und in Aufregung geraten
devatāḥ tatra viṣṭhitāḥ
standen die Götter dort
tat adbhuta-tamam loke
jenes höchst wunderbare in der Welt
gaṅgā-avataram uttamam
der treffliche Herabstieg der Gaṅgā

didṛkṣavo deva gaṇāḥ samīyuḥ amita ojasaḥ | saṃpatadbhiḥ sura gaṇaiḥ teṣām ca ābharaṇa ojasā

- den zu sehen wünschend, versammelten sich die Scharen der Götter von unermesslicher Kraft; und durch den Glanz der Schmuckstücke der herbeieilenden Götterscharen

Wort für Wort
didṛkṣavaḥ deva-gaṇāḥ
die zu sehen wünschenden Götterscharen
samīyuḥ amita-ojasaḥ
versammelten sich, von unermesslicher Kraft
saṃpatadbhiḥ sura-gaṇaiḥ
durch die herbeieilenden Götterscharen
teṣām ca ābharaṇa-ojasā
und durch deren Schmuck-Glanz

śata ādityam iva ābhāti gaganam gata toyadam | śiṃśumāra uraga gaṇaiḥ mīnaiḥ api ca caṃcalaiḥ

erstrahlte der wolkenlose Himmel wie mit hundert Sonnen; mit Scharen von Flussdelfinen, Schlangen und auch mit flinken Fischen

Wort für Wort
śata-ādityam iva ābhāti
wie mit hundert Sonnen erstrahlte
gaganam gata-toyadam
der Himmel, der wolkenlose
śiṃśumāra-uraga-gaṇaiḥ
mit Scharen von Flussdelfinen und Schlangen
mīnaiḥ api ca cañcalaiḥ
und auch mit flinken Fischen

vidyudbhiḥ iva vikṣiptaiḥ ākāśam abhavat tadā | pāṇḍuraiḥ salila utpīḍaiḥ kīryamāṇaiḥ sahasradhā

wurde der Himmel, gleichsam mit Blitzen übersät, sichtbar; mit weißlichem, aufspritzendem Wasser, tausendfach verstreut,

Wort für Wort
vidyudbhiḥ iva vikṣiptaiḥ
wie mit verstreuten Blitzen
ākāśam abhavat tadā
wurde der Himmel da sichtbar
pāṇḍuraiḥ salila-utpīḍaiḥ
mit weißlichem, aufspritzendem Wasser
kīryamāṇaiḥ sahasradhā
tausendfach verstreut

śārada abhraiḥ iva ākrīṇam gaganam haṃsa saṃplavaiḥ | kvacit drutataram yāti kuṭilam kvacit āyatam

war der Himmel, mit Schwärmen von Schwänen, wie mit Herbstwolken übersät; irgendwo fließt sie sehr rasch, gewunden, irgendwo gerade,

Wort für Wort
śārada-abhraiḥ iva ākrīṇam
wie mit Herbstwolken übersät
gaganam haṃsa-saṃplavaiḥ
der Himmel, mit Schwärmen von Schwänen
kvacit drutataram yāti
irgendwo fließt sie sehr rasch
kuṭilam kvacit āyatam
gewunden, irgendwo gerade

vinatam kvacit uddhūtam kvacit yāti śanaiḥ śanaiḥ | salilena eva salilam kvacit abhyāhatam punaḥ

irgendwo geneigt, irgendwo aufgewirbelt, irgendwo fließt sie ganz langsam; irgendwo wird Wasser von Wasser selbst wieder zusammengestoßen,

Wort für Wort
vinatam kvacit uddhūtam
irgendwo geneigt, irgendwo aufgewirbelt
kvacit yāti śanaiḥ śanaiḥ
irgendwo fließt sie ganz langsam
salilena eva salilam
Wasser durch Wasser selbst
kvacit abhyāhatam punaḥ
irgendwo wieder zusammengestoßen

muhur ūrdhva patham gatvā papāta vasudhām punaḥ | tat śaṃkara śiro bhraṣṭam bhraṣṭam bhūmi tale punaḥ

immer wieder aufwärts steigend, fällt es wieder zur Erde; jenes von Śaṃkaras Haupt Herabgeglittene, wieder auf die Erdoberfläche Geglittene -

Wort für Wort
muhuḥ ūrdhva-patham gatvā
wiederholt den Weg nach oben nehmend
papāta vasudhām punaḥ
fällt es wieder zur Erde
tat śaṃkara-śiraḥ bhraṣṭam
jenes von Śaṃkaras Haupt Herabgeglittene
bhraṣṭam bhūmi-tale punaḥ
wieder auf die Erdoberfläche Geglittene

vyarocata tadā toyam nirmalam gata kalmaṣam | tatra ṛṣi gaṇa gandharvā vasudhā tala vāsinaḥ

jenes Wasser erstrahlte da, makellos, von Schmutz befreit; dort die Weisen, Gandharva-Scharen und die Erdbewohner -

Wort für Wort
vyarocata tadā toyam
jenes Wasser erstrahlte da
nirmalam gata-kalmaṣam
makellos, von Schmutz befreit
tatra ṛṣi-gaṇa-gandharvāḥ
dort die Scharen der Weisen und Gandharvas
vasudhā-tala-vāsinaḥ
und die Erdoberflächen-Bewohner

bhava aṃga patitam toyam pavitram iti paspṛśuḥ | śāpāt prapatitā ye ca gaganāt vasudhā talam

berührten das von Bhavas (Śivas) Leib gefallene Wasser als heilig; und jene, die durch einen Fluch vom Himmel auf die Erdoberfläche gefallen waren,

Wort für Wort
bhava-aṅga-patitam toyam
das von Bhavas Leib gefallene Wasser
pavitram iti paspṛśuḥ
als heilig berührten sie
śāpāt prapatitāḥ ye ca
und jene, die durch einen Fluch gefallen waren
gaganāt vasudhā-talam
vom Himmel auf die Erdoberfläche

kṛtvā tatra abhiṣekam te babhūvuḥ gata kalmaṣāḥ | dhūta pāpāḥ punaḥ tena toyena atha śubha anvitā

nachdem sie dort ein Bad genommen hatten, wurden sie von Schmutz befreit; ihre Sünden abgewaschen durch jenes heilvolle Wasser,

Wort für Wort
kṛtvā tatra abhiṣekam
nachdem sie dort ein Bad genommen hatten
te babhūvuḥ gata-kalmaṣāḥ
wurden sie von Schmutz befreit
dhūta-pāpāḥ punaḥ tena toyena
ihre Sünden abgewaschen durch jenes Wasser
atha śubha-anvitā
und dann mit Heil versehen

punaḥ ākāśam āviśya svān lokān pratipedire | mumude mudito lokaḥ tena toyena bhāsvatā

stiegen sie wieder in den Himmel auf und erlangten ihre eigenen Welten zurück; die Welt freute sich, erfreut über jenes strahlende Wasser.

Wort für Wort
punaḥ ākāśam āviśya
wieder in den Himmel eintretend
svān lokān pratipedire
erlangten sie ihre eigenen Welten
mumude muditaḥ lokaḥ
die Welt freute sich, erfreut
tena toyena bhāsvatā
über jenes strahlende Wasser

kṛta abhiṣeko gaṃgāyām babhūva gata kalmaṣaḥ | bhagīratho rājarṣiḥ divyam syaṃdanam āsthitaḥ

Wer in der Gaṅgā ein Bad genommen hatte, wurde von Schmutz befreit; Bhagīratha, der königliche Weise, saß auf dem himmlischen Wagen.

Wort für Wort
kṛta-abhiṣekaḥ gaṅgāyām
wer in der Gaṅgā ein Bad genommen hatte
babhūva gata-kalmaṣaḥ
wurde von Schmutz befreit
bhagīrathaḥ rājarṣiḥ
Bhagīratha, der königliche Weise
divyam syandanam āsthitaḥ
saß auf dem himmlischen Wagen

prāyāt agre mahārājāḥ tam gaṃgā pṛṣṭhato anvagāt | devāḥ sa ṛṣi gaṇāḥ sarve daitya dānava rākṣasāḥ

Der große König fuhr voran, und die Gaṅgā folgte ihm von hinten; die Götter mit allen Scharen der Weisen, die Daityas, Dānavas und Rākṣasas,

Wort für Wort
prāyāt agre mahārājāḥ
der große König fuhr voran
tam gaṅgā pṛṣṭhataḥ anvagāt
ihm folgte die Gaṅgā von hinten
devāḥ sa ṛṣi-gaṇāḥ sarve
die Götter mit allen Scharen der Weisen
daitya-dānava-rākṣasāḥ
die Daityas, Dānavas und Rākṣasas

gandharva yakṣa pravarāḥ sa kiṃnara mahoragāḥ | sarpāḥ ca apsaraso rāma bhagīratha ratha anugāḥ

die trefflichsten Gandharvas und Yakṣas, mit Kiṃnaras und großen Schlangen, Schlangenwesen und Apsaras, o Rāma, folgten dem Wagen Bhagīrathas.

Wort für Wort
gandharva-yakṣa-pravarāḥ
die trefflichsten Gandharvas und Yakṣas
sa kiṃnara-mahoragāḥ
mit Kiṃnaras und großen Schlangen
sarpāḥ ca apsarasaḥ rāma
Schlangen und Apsaras, o Rāma
bhagīratha-ratha-anugāḥ
dem Wagen Bhagīrathas folgend

gaṃgām anvagaman prītāḥ sarve jala carāḥ ca ye | yato bhagīratho rājā tato gaṃgā yaśasvinī

folgten der Gaṅgā, erfreut, und alle Wasserwesen; wohin auch immer König Bhagīratha ging, dorthin folgte die ruhmreiche Gaṅgā,

Wort für Wort
gaṅgām anvagaman prītāḥ
folgten der Gaṅgā, erfreut
sarve jala-carāḥ ca ye
und alle, die Wasserwesen
yataḥ bhagīrathaḥ rājā
wohin König Bhagīratha ging
tataḥ gaṅgā yaśasvinī
dorthin die ruhmreiche Gaṅgā

jagāma saritām śreṣṭhā sarva pāpa praṇāśinī | tato hi yajamānasya jahnoḥ adbhuta karmaṇaḥ

die beste der Flüsse, die alle Sünden Vernichtende, ging mit ihm; da überschwemmte sie fürwahr das Opferfeld des opfernden Jahnu, des wundertätigen,

Wort für Wort
jagāma saritām śreṣṭhā
ging die beste der Flüsse
sarva-pāpa-praṇāśinī
die alle Sünden Vernichtende
tataḥ hi yajamānasya
da fürwahr des Opfernden
jahnoḥ adbhuta-karmaṇaḥ
des Jahnu, des wundertätigen

gaṃga saṃplāvayāmāsa yajña vāṭam mahatmanaḥ | tasayā valepanam jñatva kṛddho jahnuḥ ca rāghava

Die Gaṅgā überschwemmte den Opferplatz des Hochherzigen; als er deren Hochmut erkannte, wurde Jahnu zornig, o Rāghava.

Wort für Wort
gaṅga saṃplāvayāmāsa
die Gaṅgā überschwemmte
yajña-vāṭam mahātmanaḥ
den Opferplatz des Hochherzigen
tasyā valepanam jñātvā
deren Hochmut erkennend
kruddhaḥ jahnuḥ ca rāghava
wurde Jahnu zornig, o Rāghava

apibat tu jalam sarvam gaṃgayāḥ parama adbhutam | tato devāḥ sa gaṃgharva ṛṣayaḥ ca su vismitāḥ

trank er aber all das Wasser der Gaṅgā, höchst erstaunlich; da waren die Götter mit den Gandharvas und die Weisen sehr erstaunt.

Wort für Wort
apibat tu jalam sarvam
er trank aber all das Wasser
gaṅgāyāḥ parama-adbhutam
der Gaṅgā, höchst erstaunlich
tataḥ devāḥ sa gandharvāḥ
da die Götter mit den Gandharvas
ṛṣayaḥ ca su-vismitāḥ
und die Weisen, sehr erstaunt

pūjayanti mahatmanam jahnum puruṣa sattamam | gaṃgam ca api nayanti sma duhitṛtve mahātmanaḥ

verehrten den Hochherzigen, Jahnu, den besten der Männer; und sie erklärten die Gaṅgā zur Tochter des Hochherzigen.

Wort für Wort
pūjayanti mahātmanam
sie verehren den Hochherzigen
jahnum puruṣa-sattamam
Jahnu, den besten der Männer
gaṅgam ca api nayanti sma
und sie erklären die Gaṅgā auch
duhitṛtve mahātmanaḥ
zur Tochter des Hochherzigen

tataḥ tuṣṭaḥ mahātejāḥ śrotrābhyām asṛujat prabhuḥ | tasmāt jahnu sutā gaṃga procyate jāhnavī iti ca

Da, zufrieden, ließ der hochenergetische Herr sie aus seinen beiden Ohren wieder hervorquellen; deshalb wird die Gaṅgā, Jahnus Tochter, auch 'Jāhnavī' genannt.

Wort für Wort
tataḥ tuṣṭaḥ mahātejāḥ
da, zufrieden, der Hochenergetische
śrotrābhyām asṛujat prabhuḥ
ließ der Herr aus den beiden Ohren hervorquellen
tasmāt jahnu-sutā gaṅgā
deshalb wird die Gaṅgā, Jahnus Tochter
procyate jāhnavī iti ca
auch 'Jāhnavī' genannt

jagāma ca punaḥ gaṃga bhagīratha ratha anugā | sāgaram ca api saṃpraptā sā sarit pravarā tadā

Und die Gaṅgā ging wieder, dem Wagen Bhagīrathas folgend; sie, die vortrefflichste der Flüsse, erreichte da auch das Meer.

Wort für Wort
jagāma ca punaḥ gaṅgā
und die Gaṅgā ging wieder
bhagīratha-ratha-anugā
dem Wagen Bhagīrathas folgend
sāgaram ca api saṃprāptā
und erreichte auch das Meer
sā sarit-pravarā tadā
sie, die vortrefflichste der Flüsse, da

rasātalam upāgacchat siddhyartham tasya karmaṇaḥ | bhagīratho api rajārṣi gaṃgam ādāya yatnataḥ

Sie gelangte zum Rasātala, zur Vollendung jenes Werkes; Bhagīratha aber, der königliche Weise, führte die Gaṅgā mit Mühe herbei,

Wort für Wort
rasātalam upāgacchat
sie gelangte zum Rasātala
siddhi-artham tasya karmaṇaḥ
zur Vollendung jenes Werkes
bhagīrathaḥ api rājarṣi
Bhagīratha aber, der königliche Weise
gaṅgam ādāya yatnataḥ
die Gaṅgā mit Mühe herbeiführend

pitamahān bhasma krutam apaśyat gata cetanaḥ | atha tat bhasmanām rāśim gaṃga salilam uttamam | plāvayat pūta pāpmānaḥ svargam praptā raghu uttama

und erblickte seine zu Asche gewordenen Vorväter, tief erschüttert; da überflutete das treffliche Wasser der Gaṅgā jenen Aschenhaufen; von ihren Sünden gereinigt, gelangten sie zum Himmel, o Bester der Raghus.

Wort für Wort
pitāmahān bhasma-kṛtam
die zu Asche gewordenen Vorväter
apaśyat gata-cetanaḥ
er sah, des Bewusstseins beraubt (tief erschüttert)
atha tat bhasmanām rāśim
da jenen Aschenhaufen
gaṅga salilam uttamam
das treffliche Wasser der Gaṅgā
plāvayat pūta-pāpmānaḥ
überflutete; von Sünden gereinigt
svargam prāptā raghu-uttama
gelangten sie zum Himmel, o Bester der Raghus

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