Quellen der Menschheit

Rāmāyaṇa · Bālakāṇḍa

Sarga 26: Tāṭakā-Vadhaḥ Die Tötung Tāṭakās

muner vacanam aklībam śrutvā naravarātmajaḥ | rāghavaḥ prāñjaliḥ bhūtvā pratyuvāca dṛḍhavrataḥ ||

Als er die unerschrockenen Worte des Weisen gehört hatte, erwiderte der Sohn des besten der Männer, Rāghava, mit gefalteten Händen, fest in seinem Gelübde:

Wort für Wort
muner vacanam aklībam
die unerschrockenen Worte des Weisen
śrutvā naravarātmajaḥ
gehört habend, der Sohn des besten der Männer
rāghavaḥ prāñjaliḥ bhūtvā
Rāghava, mit gefalteten Händen
pratyuvāca dṛḍhavrataḥ
erwiderte, fest in seinem Gelübde

pitur vacana nirdeśāt pitur vacana gauravāt | vacanam kauśikasya iti kartavyam aviśaṅkayā ||

„Auf Anweisung meines Vaters, aus Ehrfurcht vor dem Wort meines Vaters, ist auch das Wort Kauśikas ohne Zögern zu erfüllen.

Wort für Wort
pitur vacana-nirdeśāt
auf Anweisung des Wortes meines Vaters
pitur vacana-gauravāt
aus Ehrfurcht vor dem Wort meines Vaters
vacanam kauśikasya iti
so auch das Wort Kauśikas
kartavyam aviśaṅkayā
ist ohne Zögern zu erfüllen

anuśiṣṭo asmi ayodhyāyām guru madhye mahātmanā | pitrā daśarathena aham na avajñeyam ca tad vacaḥ ||

In Ayodhyā, inmitten der Ältesten, wurde ich vom hochgesinnten Vater Daśaratha unterwiesen; jenes Wort darf nicht missachtet werden.

Wort für Wort
anuśiṣṭo asmi ayodhyāyām
ich wurde in Ayodhyā unterwiesen
guru-madhye mahātmanā
inmitten der Ältesten, vom Hochgesinnten
pitrā daśarathena aham
von meinem Vater Daśaratha
na avajñeyam ca tad vacaḥ
und jenes Wort darf nicht missachtet werden

so.aham piturvacaḥ śrutvā śāsanād brahma vādinaḥ | kariṣyāmi na saṃdehaḥ tāṭakā vadham uttamam ||

So werde ich, meines Vaters Wort gehorchend und auf das Geheiß des Verkünders des Brahman hin, ohne Zweifel die vortreffliche Tötung Tāṭakās vollbringen,

Wort für Wort
so aham pitur-vacaḥ śrutvā
so werde ich, meines Vaters Wort gehorchend
śāsanād brahma-vādinaḥ
auf das Geheiß des Verkünders des Brahman
kariṣyāmi na saṃdehaḥ
ich werde vollbringen, ohne Zweifel
tāṭakā vadham uttamam
die vortreffliche Tötung Tāṭakās

go brāhmaṇa hitārthāya deśasya ca hitāya ca | tava caiva aprameyasya vacanam kartum udyataḥ ||

zum Wohl der Kühe und Brahmanen und zum Wohl des Landes, und um dein, des Unermesslichen, Wort auszuführen, bin ich bereit.“

Wort für Wort
go-brāhmaṇa-hitārthāya
zum Wohl der Kühe und Brahmanen
deśasya ca hitāya ca
und zum Wohl des Landes
tava ca eva aprameyasya
und auch dein, des Unermesslichen
vacanam kartum udyataḥ
Wort zu vollbringen bin ich bereit

evam uktvā dhanurmadhye badhvā muṣṭim arindamaḥ | jyā ghoṣam akarot tīvram diśaḥ śabdena nādayan ||

So sprechend, legte der Feindbezwinger die Faust um die Mitte des Bogens und erzeugte einen scharfen Sehnenklang, der die Himmelsrichtungen mit seinem Ton erschallen ließ.

Wort für Wort
evam uktvā dhanurmadhye
so sprechend, in der Mitte des Bogens
badhvā muṣṭim arindamaḥ
die Faust legend, der Feindbezwinger
jyā ghoṣam akarot tīvram
erzeugte er einen scharfen Sehnenklang
diśaḥ śabdena nādayan
die Richtungen mit dem Ton erschallen lassend

tena śabdena vitrastāḥ tāṭakā vana vāsinaḥ | tāṭakā ca susaṃkruddhā tena śabdena mohitā ||

Durch jenen Klang wurden die Bewohner von Tāṭakās Wald erschreckt, und Tāṭakā selbst, heftig erzürnt, war von jenem Klang verwirrt.

Wort für Wort
tena śabdena vitrastāḥ
durch jenen Klang erschreckt
tāṭakā vana-vāsinaḥ
die Bewohner von Tāṭakās Wald
tāṭakā ca susaṃkruddhā
und Tāṭakā, heftig erzürnt
tena śabdena mohitā
durch jenen Klang verwirrt

tam śabdam abhinidhyāya rākṣasī krodha mūrcitā | śrutvā ca abhyadravat kruddhā yatra śabdo vinissṛtaḥ ||

Über jenen Klang nachsinnend, von Zorn übermannt, stürmte die Rākṣasī, als sie ihn gehört hatte, wütend dorthin, woher der Klang erschollen war.

Wort für Wort
tam śabdam abhinidhyāya
über jenen Klang nachsinnend
rākṣasī krodha-mūrcitā
die Rākṣasī, von Zorn übermannt
śrutvā ca abhyadravat kruddhā
und als sie ihn gehört hatte, stürmte sie wütend
yatra śabdo vinissṛtaḥ
dorthin, woher der Klang erschollen war

tām dṛṣṭvā rāghavaḥ kruddhām vikṛtām vikṛta ānanām | pramāṇena ati vṛddhām ca lakṣmaṇam so.abhyabhāṣata ||

Als Rāghava sie sah, zornig, entstellt, mit verzerrtem Antlitz und von übergroßer Gestalt, sprach er zu Lakṣmaṇa:

Wort für Wort
tām dṛṣṭvā rāghavaḥ kruddhām
sie sehend, Rāghava, zornig
vikṛtām vikṛta-ānanām
entstellt, mit verzerrtem Antlitz
pramāṇena ati-vṛddhām ca
und von übergroßer Gestalt
lakṣmaṇam so abhyabhāṣata
er sprach zu Lakṣmaṇa

paśya lakṣmaṇa yakṣiṇyā bhairavam dāruṇam vapuḥ | bhidyeran darśanāt asyā bhīrūṇām hṛdayāni ca ||

„Sieh, Lakṣmaṇa, die furchterregende, schreckliche Gestalt der Yakṣī; allein von ihrem Anblick würden den Furchtsamen die Herzen bersten.

Wort für Wort
paśya lakṣmaṇa yakṣiṇyā
sieh, Lakṣmaṇa, der Yakṣī
bhairavam dāruṇam vapuḥ
furchterregende, schreckliche Gestalt
bhidyeran darśanāt asyā
vom Anblick ihrer würden bersten
bhīrūṇām hṛdayāni ca
die Herzen der Furchtsamen

etām paśya durādharṣām māyā bala samanvitām | vinivṛttām karomi adya hṛta karṇāgra nāsikām ||

Sieh diese Schwerbezwingbare, mit Zauberkraft Begabte; ich werde sie heute, ihr die Spitzen von Ohren und Nase abschneidend, zur Umkehr zwingen.

Wort für Wort
etām paśya durādharṣām
sieh diese Schwerbezwingbare
māyā-bala-samanvitām
mit Zauberkraft begabt
vinivṛttām karomi adya
ich werde sie heute zur Umkehr zwingen
hṛta-karṇāgra-nāsikām
die Spitzen von Ohren und Nase abschneidend

na hi enām utsahe hantum strī svabhāvena rakṣitām | vīryam ca asyā gatim ca eva hanyatām iti me matiḥ ||

Denn ich mag sie nicht töten, da sie durch ihre Natur als Frau geschützt ist; ihre Kraft und ihre Bewegungsfähigkeit sollen vielmehr vernichtet werden — das ist meine Absicht.

Wort für Wort
na hi enām utsahe hantum
denn ich mag sie nicht töten
strī svabhāvena rakṣitām
die durch ihre Natur als Frau geschützt ist
vīryam ca asyā gatim ca eva
ihre Kraft und ebenso ihre Bewegungsfähigkeit
hanyatām iti me matiḥ
sollen vernichtet werden, das ist meine Absicht

evam bruvāṇe rāme tu tāṭakā krodha mūrchitā | udyaṃya bāhūm garjantī rāmam eva abhyadhāvata ||

Während Rāma so sprach, stürmte Tāṭakā, von Zorn übermannt, den Arm erhoben und brüllend, geradewegs auf Rāma zu.

Wort für Wort
evam bruvāṇe rāme tu
während Rāma aber so sprach
tāṭakā krodha-mūrchitā
Tāṭakā, von Zorn übermannt
udyaṃya bāhūm garjantī
den Arm erhebend, brüllend
rāmam eva abhyadhāvata
stürmte sie geradewegs auf Rāma zu

viśvāmitrastu brahmarṣiḥ huṃkāreṇā abhibhartsya tām | svasti rāghavayoḥ astu jayam ca eva abhyabhāṣata ||

Doch der Brahmarṣi Viśvāmitra bedrohte sie mit einem „Hum!“ und sprach: „Heil sei den beiden Rāghavas, und Sieg!“

Wort für Wort
viśvāmitraḥ tu brahmarṣiḥ
der Brahmarṣi Viśvāmitra aber
huṃkāreṇa abhibhartsya tām
bedrohte sie mit einem 'Hum!'
svasti rāghavayoḥ astu
Heil sei den beiden Rāghavas
jayam ca eva abhyabhāṣata
und er sprach zugleich 'Sieg!'

ud dhunvānā rajo ghoram tāṭakā rāghavau ubhau | rajo meghena mahatā muhūrtam sā vyamohayat ||

Fürchterlichen Staub aufwirbelnd, verwirrte Tāṭakā die beiden Rāghavas für einen Augenblick mit einer gewaltigen Staubwolke.

Wort für Wort
ud dhunvānā rajo ghoram
fürchterlichen Staub aufwirbelnd
tāṭakā rāghavau ubhau
Tāṭakā, die beiden Rāghavas
rajo meghena mahatā
mit einer gewaltigen Staubwolke
muhūrtam sā vyamohayat
verwirrte sie für einen Augenblick

tato māyām samāsthāya śilā varṣeṇa rāghavau | avākirat sumahatā tataḥ cukrodha rāghavaḥ ||

Dann, zu ihrer Zauberkraft greifend, überschüttete sie die beiden Rāghavas mit einem gewaltigen Steinregen; da wurde Rāghava zornig.

Wort für Wort
tato māyām samāsthāya
dann zu ihrer Zauberkraft greifend
śilā-varṣeṇa rāghavau
die beiden Rāghavas mit einem Steinregen
avākirat sumahatā
überschüttete sie mit einem gewaltigen (Regen)
tataḥ cukrodha rāghavaḥ
da wurde Rāghava zornig

śilā varṣam mahat tasyāḥ śara varṣeṇa rāghavaḥ | prativāryo apadhāvantyāḥ karau ciccheda patribhiḥ ||

Ihren gewaltigen Steinregen wehrte Rāghava mit einem Pfeilregen ab, und der davonlaufenden schlug er mit gefiederten Pfeilen beide Hände ab.

Wort für Wort
śilā-varṣam mahat tasyāḥ
ihren gewaltigen Steinregen
śara-varṣeṇa rāghavaḥ
mit einem Pfeilregen Rāghava
prativāryo apadhāvantyāḥ
abwehrend, der davonlaufenden
karau ciccheda patribhiḥ
schlug er mit gefiederten Pfeilen die beiden Hände ab

tataḥ cchinna bhujām śrāntām abhyāśe parigarjatīm | saumitriḥ akarot krodhāt hṛta karṇāgra nāsikām ||

Da schlug der Sohn der Sumitrā ihr, der mit abgeschlagenen Armen erschöpft in der Nähe Brüllenden, im Zorn die Spitzen von Ohren und Nase ab.

Wort für Wort
tataḥ cchinna-bhujām śrāntām
da der mit abgeschlagenen Armen erschöpften
abhyāśe parigarjatīm
der in der Nähe Brüllenden
saumitriḥ akarot krodhāt
der Sohn der Sumitrā tat im Zorn
hṛta-karṇāgra-nāsikām
die Spitzen von Ohren und Nase entfernend

kāma rūpadharā sā tu kṛtvā rūpāṇi anekaśaḥ | antardhānam gatā yakṣī mohayanti sva māyayā ||

Sie aber, von wandelbarer Gestalt, nahm vielerlei Formen an und verschwand, die Yakṣī, sie mit ihrer eigenen Zauberkraft verwirrend.

Wort für Wort
kāma-rūpadharā sā tu
sie aber, von wandelbarer Gestalt
kṛtvā rūpāṇi anekaśaḥ
vielerlei Formen annehmend
antardhānam gatā yakṣī
verschwand die Yakṣī
mohayanti sva-māyayā
sie verwirrend mit ihrer eigenen Zauberkraft

aśma varṣam vimuṃcantī bhairavam vicacāra sā | tataḥ tau aśma varṣeṇa kīryamāṇau samantataḥ ||

Einen Steinregen entfesselnd, streifte sie furchterregend umher; da wurden die beiden von jenem Steinregen von allen Seiten überschüttet.

Wort für Wort
aśma-varṣam vimuṃcantī
einen Steinregen entfesselnd
bhairavam vicacāra sā
streifte sie furchterregend umher
tataḥ tau aśma-varṣeṇa
da wurden die beiden durch den Steinregen
kīryamāṇau samantataḥ
von allen Seiten überschüttet

dṛṣṭvā gādhi sutaḥ śrīīmān idam vacanam abravīt | alam te ghṛṇayā rāma pāpā eṣā duṣṭa cāriṇī ||

Als der glanzvolle Sohn des Gādhi (Viśvāmitra) dies sah, sprach er diese Worte: „Genug des Mitleids, Rāma; diese Sündige, von bösem Wandel,

Wort für Wort
dṛṣṭvā gādhi-sutaḥ śrīmān
sehend, der glanzvolle Sohn des Gādhi
idam vacanam abravīt
sprach diese Worte
alam te ghṛṇayā rāma
genug des Mitleids, Rāma
pāpā eṣā duṣṭa-cāriṇī
diese Sündige, von bösem Wandel

yajña vighna karī yakṣī purā vardheta māyayā | vadhyatām tāvat eva eṣā purā saṃdhyā prava^^rtate ||

diese opferstörende Yakṣī, möge nicht durch ihre Zauberkraft weiter erstarken — sie soll noch jetzt getötet werden, ehe die Dämmerung anbricht.

Wort für Wort
yajña-vighna-karī yakṣī
die opferstörende Yakṣī
purā vardheta māyayā
möge nicht durch Zauberkraft erstarken
vadhyatām tāvat eva eṣā
sie soll noch jetzt getötet werden
purā saṃdhyā pravartate
ehe die Dämmerung anbricht

rakṣāṃsi saṃdhyā kāle tu du^^rdharṣāṇi bhavanti hi | iti uktaḥ sa tu tām yakṣīm aśma vṛṣṭyā abhivarṣaṇīm ||

Denn zur Zeit der Dämmerung werden die Rākṣasas unbezwingbar.“ So angesprochen, hielt er jene Yakṣī, die mit einem Steinregen niederging,

Wort für Wort
rakṣāṃsi saṃdhyā-kāle tu
denn zur Zeit der Dämmerung
durdharṣāṇi bhavanti hi
werden die Rākṣasas unbezwingbar
iti uktaḥ sa tu
so angesprochen, er aber
tām yakṣīm aśma-vṛṣṭyā abhivarṣaṇīm
jene Yakṣī, die mit einem Steinregen niederging

darśayan śabda vedhitvam tām rurodha sa sāyakaiḥ | sā ruddhā bāṇa jālena māyā bala samanvitā ||

seine Kunst, nach dem Klang allein zu treffen, zeigend, mit Pfeilen auf; sie, vom Netz der Pfeile aufgehalten, obgleich mit Zauberkraft begabt,

Wort für Wort
darśayan śabda-vedhitvam
seine Fähigkeit, nach dem Klang zu treffen, zeigend
tām rurodha sa sāyakaiḥ
hielt er sie mit Pfeilen auf
sā ruddhā bāṇa-jālena
sie, aufgehalten durch das Netz der Pfeile
māyā-bala-samanvitā
obgleich mit Zauberkraft begabt

abhi dudrāva kākutstham lakṣamaṇam ca vineṣudī | tām āpatantīm vegena vikrāntām aśanīm iva ||

stürmte brüllend auf Kākutstha und Lakṣmaṇa zu; sie, die mit Wucht heranstürzte, gewaltig wie ein Blitzstrahl,

Wort für Wort
abhi dudrāva kākutstham
stürmte auf Kākutstha zu
lakṣmaṇam ca vineṣudī
und, brüllend, auf Lakṣmaṇa
tām āpatantīm vegena
sie, mit Wucht heranstürzend
vikrāntām aśanīm iva
gewaltig, wie ein Blitzstrahl

śareṇa urasi vivyādha sā papāta mamāra ca | tām hatām bhīma saṃkāśām dṛṣṭvā surapatiḥ tadā ||

durchbohrte er mit einem Pfeil an der Brust; sie fiel nieder und starb. Als der Herr der Götter (Indra) sie, die von furchtbarem Aussehen erschlagen war, sah,

Wort für Wort
śareṇa urasi vivyādha
er durchbohrte sie mit einem Pfeil an der Brust
sā papāta mamāra ca
sie fiel nieder und starb
tām hatām bhīma-saṃkāśām
sie, die erschlagene, von furchtbarem Aussehen
dṛṣṭvā surapatiḥ tadā
als der Herr der Götter sie da sah

sādhu sādhviti kākutstham surāḥ ca api abhipūjayan | uvāca parama prītaḥ sahasrākṣaḥ purandaraḥ ||

„Wohlgetan, wohlgetan!“ — so ehrten auch die Götter Kākutstha; und der tausendäugige Purandara (Indra) sprach höchst erfreut:

Wort für Wort
sādhu sādhu iti kākutstham
'wohlgetan, wohlgetan', so Kākutstha
surāḥ ca api abhipūjayan
ehrten auch die Götter
uvāca parama-prītaḥ
sprach, höchst erfreut
sahasrākṣaḥ purandaraḥ
der tausendäugige Purandara (Indra)

surāḥ ca sarve saṃhṛṣṭā viśvāmitram atha abruvan | mune kauśika bhadram te saha indrāḥ sarve marud gaṇāḥ ||

Und alle Götter, hocherfreut, sprachen sodann zu Viśvāmitra: „Weiser Kauśika, Heil dir; zusammen mit Indra alle Scharen der Maruts

Wort für Wort
surāḥ ca sarve saṃhṛṣṭā
und alle Götter, hocherfreut
viśvāmitram atha abruvan
sprachen sodann zu Viśvāmitra
mune kauśika bhadram te
weiser Kauśika, Heil dir
saha indrāḥ sarve marud-gaṇāḥ
zusammen mit Indra, alle Scharen der Maruts

toṣitāḥ karmaṇā anena sneham darśaya rāghave | prajāpateḥ kṛśāśvasya putrān satya parākramān ||

sind durch diese Tat zufriedengestellt; erweise dem Rāghava deine Zuneigung: die Söhne des Prajāpati Kṛśāśva, von wahrhaftiger Tapferkeit,

Wort für Wort
toṣitāḥ karmaṇā anena
zufriedengestellt durch diese Tat
sneham darśaya rāghave
erweise dem Rāghava (deine) Zuneigung
prajāpateḥ kṛśāśvasya putrān
die Söhne des Prajāpati Kṛśāśva
satya-parākramān
von wahrhaftiger Tapferkeit

tapo bala bhṛto brahman rāghavāya nivedaya | pātrabhūtaḥ ca te brahman tava anugamane rataḥ ||

die von der Kraft der Askese getragenen, o Brahmane, übergib sie dem Rāghava; denn er, o Brahmane, ist ein würdiges Gefäß, deiner Gefolgschaft ergeben,

Wort für Wort
tapo-bala-bhṛto brahman
die von der Kraft der Askese getragenen, o Brahmane
rāghavāya nivedaya
übergib sie dem Rāghava
pātrabhūtaḥ ca te brahman
denn er ist ein würdiges Gefäß für dich, o Brahmane
tava anugamane rataḥ
deiner Gefolgschaft ergeben

kartavyam sumahat karma surāṇām rāja sūnunā | evam uktvā surāḥ sarve jagmur hṛṣṭā vihāyasam ||

denn eine sehr große Aufgabe ist von dem Königssohn für die Götter noch zu vollbringen.“ So sprechend, zogen alle Götter erfreut durch den Himmel davon,

Wort für Wort
kartavyam sumahat karma
eine sehr große Aufgabe ist zu vollbringen
surāṇām rāja-sūnunā
für die Götter, durch den Königssohn
evam uktvā surāḥ sarve
so sprechend, alle Götter
jagmur hṛṣṭā vihāyasam
zogen erfreut durch den Himmel davon

viśvāmitram pūjayan tataḥ saṃdhyā prava^^rtate | tato munivaraḥ prītaḥ tāṭakā vadha toṣitaḥ ||

Viśvāmitra ehrend. Da brach die Dämmerung an; da sprach der beste der Weisen, erfreut und zufrieden über Tāṭakās Tötung,

Wort für Wort
viśvāmitram pūjayan
Viśvāmitra ehrend
tataḥ saṃdhyā pravartate
da brach die Dämmerung an
tato munivaraḥ prītaḥ
da der beste der Weisen, erfreut
tāṭakā-vadha-toṣitaḥ
zufrieden über Tāṭakās Tötung

mūrdhni rāmam upāghrāya idam vacanam abravīt | iha adya rajanīm rāma vasāma śubha darśana ||

küsste Rāma auf den Scheitel und sprach diese Worte: „Hier wollen wir heute Nacht verweilen, Rāma, du mit dem schönen Anblick;

Wort für Wort
mūrdhni rāmam upāghrāya
Rāma auf den Scheitel küssend
idam vacanam abravīt
sprach diese Worte
iha adya rajanīm rāma
hier heute Nacht, Rāma
vasāma śubha darśana
wollen wir verweilen, du mit schönem Anblick

śvaḥ prabhāte gamiṣyāmaḥ tad āśrama padam mama | viśvāmitraḥ vacaḥ śrutvā hṛṣṭo daśaradhātmajaḥ ||

morgen früh werden wir zu jener meiner Einsiedelei aufbrechen.“ Als er Viśvāmitras Worte gehört hatte, war der Sohn Daśarathas erfreut

Wort für Wort
śvaḥ prabhāte gamiṣyāmaḥ
morgen früh werden wir aufbrechen
tad āśrama-padam mama
zu jener meiner Einsiedelei
viśvāmitraḥ vacaḥ śrutvā
Viśvāmitras Worte gehört habend
hṛṣṭo daśaradhātmajaḥ
erfreut, der Sohn Daśarathas

uvāsa rajanīm tatra tāṭakāyā vane sukham | mukta śāpam vanam tat ca tasmin eva tat āhani ||

und verbrachte die Nacht dort glücklich in Tāṭakās Wald; und jener Wald, von seinem Fluch befreit, erstrahlte an eben jenem Tage

Wort für Wort
uvāsa rajanīm tatra
er verbrachte die Nacht dort
tāṭakāyā vane sukham
glücklich in Tāṭakās Wald
mukta-śāpam vanam tat ca
und jener Wald, von seinem Fluch befreit
tasmin eva tat āhani
an eben jenem Tage

ramaṇīyam vibabhrāja yathā caitra ratham vanam | nihatya tām yakṣa sutām sa rāmaḥ praśasyamānaḥ sura siddha sanghaiḥ | uvāsa tasmin muninā saha eva prabhāta velām prati bodhyamānaḥ ||

lieblich, wie der Caitraratha-Garten (des Kubera). Nachdem Rāma jene Tochter des Yakṣa erschlagen hatte, von den Scharen der Götter und Siddhas gepriesen, verweilte er dort zusammen mit dem Weisen, bis er zur Stunde der Morgendämmerung geweckt wurde.

Wort für Wort
ramaṇīyam vibabhrāja
lieblich erstrahlte er
yathā caitra-ratham vanam
wie der Caitraratha-Wald(-Garten, des Kubera)
nihatya tām yakṣa-sutām
nachdem er jene Tochter des Yakṣa erschlagen hatte
sa rāmaḥ praśasyamānaḥ
er, Rāma, gepriesen
sura-siddha-sanghaiḥ
von den Scharen der Götter und Siddhas
uvāsa tasmin muninā saha eva
verweilte dort zusammen mit dem Weisen
prabhāta-velām prati bodhyamānaḥ
bis er zur Stunde der Morgendämmerung geweckt wurde

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