Quellen der Menschheit

Rāmāyaṇa · Bālakāṇḍa

Sarga 45: Samudra Manthanam Viśāla Kathā ca Die Erzählung von Viśālā und die Quirlung des Milchmeeres

viśvāmitra vacaḥ śrutvā rāghavaḥ saha lakṣmaṇaḥ | vismayam paramam gatvā viśvāmitram atha abravīt

Nachdem er Viśvāmitras Worte gehört hatte, geriet der Rāghava-Sproß mit Lakṣmaṇa in höchstes Erstaunen und sprach dann zu Viśvāmitra.

Wort für Wort
viśvāmitra vacaḥ śrutvā
Viśvāmitras Worte gehört habend
rāghavaḥ saha lakṣmaṇaḥ
der Rāghava-Sproß mit Lakṣmaṇa
vismayam paramam gatvā
in höchstes Erstaunen geraten
viśvāmitram atha abravīt
sprach dann zu Viśvāmitra

ati adbhutam idam brahman kathitam paramam tvayā | gaṃgā avataraṇam puṇyam sāgarasya api pūraṇam

'Höchst wunderbar ist dies, o Brahmane, was du erzählt hast: der heilvolle Herabstieg der Gaṅgā und auch die Auffüllung des Meeres.'

Wort für Wort
ati-adbhutam idam brahman
höchst wunderbar ist dies, o Brahmane
kathitam paramam tvayā
von dir höchst erzählt
gaṅgā-avataraṇam puṇyam
der heilvolle Herabstieg der Gaṅgā
sāgarasya api pūraṇam
und auch die Auffüllung des Meeres

kṣaṇa bhūta iva nau rātriḥ saṃvṛtta iyam paraṃtapa | imām ciṃtayatoḥ sarvam nikhilena kathām tava

Wie ein Augenblick verging uns diese Nacht, o Feindbezwinger, während wir über diese ganze, vollständige Erzählung von dir nachdachten.

Wort für Wort
kṣaṇa-bhūta iva nau rātriḥ
wie ein Augenblick uns diese Nacht
saṃvṛttā iyam parantapa
verging, o Feindbezwinger
imām cintayatoḥ sarvam
während wir über diese ganze nachdachten
nikhilena kathām tava
vollständige Erzählung von dir

tasya sā śarvarī sarvā mama saumitriṇā saha | jagāma ciṃtayān asya viśvāmitra kathām śubhām

Jene ganze Nacht verging mir, zusammen mit dem Sohn Sumitrās, während ich über diese heilvolle Erzählung Viśvāmitras nachsann.

Wort für Wort
tasya sā śarvarī sarvā
jene ganze Nacht
mama saumitriṇā saha
mir, zusammen mit dem Sohn Sumitrās
jagāma cintayān asya
verging, während ich darüber nachsann
viśvāmitra kathām śubhām
über Viśvāmitras heilvolle Erzählung

tataḥ prabhāte vimale viśvāmitram tapodhanam | uvāca rāghavo vākyam kṛta āhnikam arindamaḥ

Dann, bei klarem Tagesanbruch, nachdem er die Morgenriten vollzogen hatte, sprach der Rāghava-Sproß, der Feindbezwinger, zu Viśvāmitra, dem an Askese Reichen, diese Worte.

Wort für Wort
tataḥ prabhāte vimale
dann, bei klarem Tagesanbruch
viśvāmitram tapodhanam
zu Viśvāmitra, dem an Askese Reichen
uvāca rāghavaḥ vākyam
sprach der Rāghava-Sproß diese Worte
kṛta-āhnikam arindamaḥ
die Morgenriten vollzogen habend, der Feindbezwinger

gatā bhagavatī rātriḥ śrotavyam paramam śrutam | tarāma saritam śreṣṭam puṇyam tri patha gām nadīm

Vergangen ist die erhabene Nacht, das höchst Hörenswerte ist gehört; lasst uns den besten der Flüsse überqueren, den heilvollen Strom, der drei Pfade wandelt.

Wort für Wort
gatā bhagavatī rātriḥ
vergangen ist die erhabene Nacht
śrotavyam paramam śrutam
das höchst Hörenswerte ist gehört
tarāma saritam śreṣṭham
lasst uns den besten der Flüsse überqueren
puṇyam tripathagām nadīm
den heilvollen, drei Pfade wandelnden Strom

nauḥ eṣā hi sukha āstīrṇā ṛṣīṇām puṇya karmaṇām | bhagavaṃtam iha prāptam jñātvā tvaritam āgatā

Dieses Boot, fürwahr bequem ausgestattet, der Weisen von heilvollen Taten, ist eilig gekommen, da man erkannte, dass der Erhabene hier angekommen sei.

Wort für Wort
nauḥ eṣā hi sukha-āstīrṇā
dieses Boot, fürwahr bequem ausgestattet
ṛṣīṇām puṇya-karmaṇām
der Weisen von heilvollen Taten
bhagavantam iha prāptam
dass der Erhabene hier angekommen sei
jñātvā tvaritam āgatā
erkennend, ist es eilig gekommen

tasya tat vacanam śrutvā rāghavasya mahātmanaḥ | saṃtāram kārayāmāsa sa ṛṣi saṃghasya kauśikaḥ

Nachdem er diese Worte des hochherzigen Rāghava-Sprosses gehört hatte, ließ Kauśika (Viśvāmitra) die Überfahrt für sich und die Schar der Weisen bewerkstelligen.

Wort für Wort
tasya tat vacanam śrutvā
diese seine Worte gehört habend
rāghavasya mahātmanaḥ
des hochherzigen Rāghava-Sprosses
saṃtāram kārayāmāsa
ließ die Überfahrt bewerkstelligen
sa ṛṣi-saṅghasya kauśikaḥ
Kauśika, samt der Schar der Weisen

uttaram tīram āsādya saṃpūjya ṛṣi gaṇam tataḥ | gaṃgā kūle niviṣṭāḥ te viśālām dadṛśuḥ purīm

Nachdem sie das nördliche Ufer erreicht und dann die Schar der Weisen geehrt hatten, erblickten sie, am Ufer der Gaṅgā weilend, die Stadt Viśālā.

Wort für Wort
uttaram tīram āsādya
das nördliche Ufer erreichend
saṃpūjya ṛṣi-gaṇam tataḥ
und dann die Schar der Weisen ehrend
gaṅgā-kūle niviṣṭāḥ te
sie, am Ufer der Gaṅgā weilend
viśālām dadṛśuḥ purīm
erblickten die Stadt Viśālā

tato muni varaḥ tūrṇam jagāma saha rāghavaḥ | viśālām nagarīm raṃyām divyām svarga upamām tadā

Dann ging der beste der Weisen rasch, zusammen mit dem Rāghava-Sproß, zu der lieblichen Stadt Viśālā, der göttlichen, dem Himmel gleichenden.

Wort für Wort
tataḥ muni-varaḥ tūrṇam
dann der beste der Weisen rasch
jagāma saha rāghavaḥ
ging zusammen mit dem Rāghava-Sproß
viśālām nagarīm ramyām
zu der lieblichen Stadt Viśālā
divyām svarga-upamām tadā
der göttlichen, dem Himmel gleichenden, da

atha rāmo mahāprājño viśvāmitram mahāmunim | papraccha prāṃjaliḥ bhūtvā viśālām uttamām purīm

Da fragte Rāma, der Hochweise, mit gefalteten Händen, den großen Weisen Viśvāmitra nach der trefflichen Stadt Viśālā.

Wort für Wort
atha rāmaḥ mahāprājñaḥ
da Rāma, der Hochweise
viśvāmitram mahāmunim
den großen Weisen Viśvāmitra
papraccha prāñjaliḥ bhūtvā
fragte, mit gefalteten Händen
viśālām uttamām purīm
nach der trefflichen Stadt Viśālā

katamo rāja vaṃśo ayam viśālāyām mahāmune | śrotum icchāmi bhadram te param kautūhalam hi me

'Welches Königsgeschlecht ist dies in Viśālā, o großer Weiser? Ich möchte es hören, Heil dir; fürwahr großes Interesse habe ich.'

Wort für Wort
katamaḥ rāja-vaṃśaḥ ayam
welches Königsgeschlecht ist dies
viśālāyām mahāmune
in Viśālā, o großer Weiser
śrotum icchāmi bhadram te
ich möchte es hören, Heil dir
param kautūhalam hi me
fürwahr großes Interesse habe ich

tasya tat vacanam śrutvā rāmasya munipuṃgavaḥ | ākhyātum tat samārebhe viśālasya purātanam

Nachdem er diese Worte Rāmas gehört hatte, begann der Stier unter den Weisen, die alte Geschichte Viśālas zu erzählen.

Wort für Wort
tasya tat vacanam śrutvā
diese seine Worte gehört habend
rāmasya munipuṃgavaḥ
Rāmas, der Stier unter den Weisen
ākhyātum tat samārebhe
begann jenes zu erzählen
viśālasya purātanam
die alte Geschichte Viśālas

śrūyatām rāma śakrasya kathām kathayataḥ śrutām | asmin deśe hi yat vṛttam śṛṇu tattvena rāghava

'Höre, o Rāma, was einst über Śakra erzählt wurde und gehört worden ist; was sich fürwahr an diesem Ort zugetragen hat, höre es der Wahrheit gemäß, o Rāghava.'

Wort für Wort
śrūyatām rāma śakrasya
höre, o Rāma, über Śakra
kathām kathayataḥ śrutām
die erzählte, gehörte Geschichte
asmin deśe hi yat vṛttam
was sich fürwahr an diesem Ort zugetragen hat
śṛṇu tattvena rāghava
höre es der Wahrheit gemäß, o Rāghava

pūrvam kṛta yuge rāma diteḥ putrā mahābalāḥ | aditeḥ ca mahābhāgā vīryavantaḥ sudhārmikāḥ

Einst, im Kṛta-Zeitalter, o Rāma, gab es die mächtigen Söhne der Diti und die hochgesegneten, tapferen, sehr rechtschaffenen Söhne der Aditi.

Wort für Wort
pūrvam kṛta-yuge rāma
einst im Kṛta-Zeitalter, o Rāma
diteḥ putrāḥ mahābalāḥ
die mächtigen Söhne der Diti
aditeḥ ca mahābhāgāḥ
und die hochgesegneten Söhne der Aditi
vīryavantaḥ sudhārmikāḥ
tapfer, sehr rechtschaffen

tataḥ teṣām naravyāghraḥ buddhiḥ āsīt mahātmanām | amarā virjarāḥ caiva katham syāmo nirāmayāḥ

Da entstand, o Tiger unter den Männern, in diesen Hochherzigen der Gedanke: 'Wie können wir unsterblich, alterslos und krankheitsfrei werden?'

Wort für Wort
tataḥ teṣām naravyāghraḥ
da, o Tiger unter den Männern, entstand
buddhiḥ āsīt mahātmanām
der Gedanke in diesen Hochherzigen
amarāḥ ajarāḥ ca eva
unsterblich und alterslos
katham syāma nirāmayāḥ
wie könnten wir krankheitsfrei sein

teṣām ciṃtayatām tatra buddhiḥ āsīt vipaścitām | kṣīra uda mathanam kṛtvā rasam prāpsyāma tatra vai

Während sie, die Kundigen, darüber nachsannen, entstand der Gedanke: 'Indem wir das Milchmeer aufwühlen, werden wir dort fürwahr den Lebenssaft erlangen.'

Wort für Wort
teṣām cintayatām tatra
während sie darüber nachsannen
buddhiḥ āsīt vipaścitām
entstand der Gedanke in den Kundigen
kṣīra-uda-mathanam kṛtvā
indem wir das Milchwasser aufwühlen
rasam prāpsyāma tatra vai
werden wir dort fürwahr den Saft erlangen

tato niścitya mathanam yoktram kṛtvā ca vāsukim | manthānam mandaram kṛtvā mamanthur amita ojasaḥ

Nachdem sie sich dann zum Aufwühlen entschlossen hatten, machten sie Vāsuki zum Seil und den Mandara zum Quirlstab, und quirlten mit unermesslicher Kraft.

Wort für Wort
tataḥ niścitya mathanam
nachdem sie sich zum Aufwühlen entschlossen hatten
yoktram kṛtvā ca vāsukim
und Vāsuki zum Seil machend
manthānam mandaram kṛtvā
den Mandara zum Quirlstab machend
mamanthuḥ amita-ojasaḥ
quirlten sie mit unermesslicher Kraft

atha varṣa sahasreṇa yoktra sarpa śirāṃsi ca | vamanto ati viṣam tatra dadaṃśur daśanaiḥ śilāḥ

Da, nach tausend Jahren, spien die Häupter der Schlange, die als Seil diente, gewaltiges Gift aus, und bissen dort mit ihren Zähnen die Felsen.

Wort für Wort
atha varṣa-sahasreṇa
da, nach tausend Jahren
yoktra-sarpa-śirāṃsi ca
die Häupter der Seil-Schlange
vamantaḥ ati-viṣam tatra
ausspeiend gewaltiges Gift dort
dadaṃśuḥ daśanaiḥ śilāḥ
bissen mit den Zähnen die Felsen

utpapātām agni saṃkāśam hālāhala mahāviṣam | tena dagdham jagat sarvam sa deva asura mānuṣam

Es sprang empor, feuergleich, das große Gift Hālāhala; von diesem wurde die ganze Welt verbrannt, mit Göttern, Asuras und Menschen.

Wort für Wort
utpapāta agni-saṃkāśam
es sprang empor, feuergleich
hālāhala-mahāviṣam
das große Gift Hālāhala
tena dagdham jagat sarvam
von diesem wurde die ganze Welt verbrannt
sa-deva-asura-mānuṣam
samt Göttern, Asuras und Menschen

atha devā mahādevam śaṃkaram śaraṇārthtinaḥ | jagmuḥ paśupatim rudram trāhi trāhi iti tuṣṭuvuḥ

Da gingen die Götter, Zuflucht suchend, zu dem großen Gott Śaṃkara, zu Rudra, dem Herrn der Wesen, und priesen ihn: 'Rette, rette!'

Wort für Wort
atha devāḥ mahādevam śaṃkaram
da gingen die Götter zu dem großen Gott Śaṃkara
śaraṇa-arthinaḥ
Zuflucht suchend
jagmuḥ paśupatim rudram
zu Rudra, dem Herrn der Wesen
trāhi trāhi iti tuṣṭuvuḥ
und priesen ihn: 'Rette, rette!'

evam uktaḥ tato devaiḥ deveśvaraḥ prabhuḥ | prādur āsīt tato atra eva śaṃkha cakra dharo hariḥ

So von den Göttern angesprochen, erschien da eben dort der Herr, der Gebieter der Götter, Hari, der Muschelhorn und Diskus Tragende.

Wort für Wort
evam uktaḥ tataḥ devaiḥ
so da von den Göttern angesprochen
deveśvaraḥ prabhuḥ
der Herr, der Gebieter der Götter
prāduḥ āsīt tataḥ atra eva
erschien da eben dort
śaṃkha-cakra-dharaḥ hariḥ
Hari, der Muschelhorn und Diskus Tragende

uvāca enam smitam kṛtvā rudram śūladharam hariḥ | daivataiḥ madhyamāno tu tat pūrvam samupasthitam

Lächelnd sprach Hari zu jenem Rudra, dem Dreizackträger, der von den Göttern in ihrer Mitte geehrt wurde, über jenes zuvor Aufgetretene.

Wort für Wort
uvāca enam smitam kṛtvā
lächelnd sprach er zu ihm
rudram śūladharam hariḥ
Hari zu Rudra, dem Dreizackträger
daivataiḥ madhyamānaḥ tu
der von den Göttern in ihrer Mitte geehrt wurde
tat pūrvam samupasthitam
über jenes zuvor Aufgetretene

tat tvadīyam suraśreṣṭhaḥ surāṇām agrato hi yat | agra pūjāmi iha sthitvā gṛhāṇa idam viṣam prabho

'Dies ist fürwahr dein, o Bester der Götter, da du der Vorderste unter den Göttern bist; ich verehre dich zuerst - nimm, hier stehend, dieses Gift, o Herr.'

Wort für Wort
tat tvadīyam sura-śreṣṭhaḥ
dies ist dein, o Bester der Götter
surāṇām agrataḥ hi yat
da du fürwahr der Vorderste unter den Göttern bist
agra-pūjāmi iha sthitvā
ich verehre dich zuerst, hier stehend
gṛhāṇa idam viṣam prabho
nimm dieses Gift, o Herr

iti uktvā ca suraśreṣṭhaḥ tatra eva aṃtardhīyata | devatānām bhayam dṛṣṭvā śrutvā vākyam tu śāraṅgiṇaḥ

So gesprochen habend, verschwand der Beste der Götter eben dort; als er der Götter Furcht sah und die Worte des Bogenträgers (Viṣṇu) gehört hatte,

Wort für Wort
iti uktvā ca sura-śreṣṭhaḥ
so gesprochen habend, der Beste der Götter
tatra eva antardhīyata
verschwand eben dort
devatānām bhayam dṛṣṭvā
der Götter Furcht sehend
śrutvā vākyam tu śārṅgiṇaḥ
und die Worte des Bogenträgers gehört habend

hālāhalam viṣam ghoram saṁjagrāha amṛta upamam | devān visṛujya deveśo jagāma bhagavān haraḥ

nahm er das schreckliche Gift Hālāhala, dem Nektar gleich, an; nachdem er die Götter entlassen hatte, ging der erhabene Herr der Götter, Hara, fort.

Wort für Wort
hālāhalam viṣam ghoram
das schreckliche Gift Hālāhala
saṃjagrāha amṛta-upamam
nahm er an, dem Nektar gleich
devān visṛjya deveśaḥ
die Götter entlassend, der Herr der Götter
jagāma bhagavān haraḥ
ging der erhabene Hara fort

tato deva asurāḥ sarve manathū raghunandana | praviveśa atha pātālam manthānaḥ parvatottamaḥ

Da quirlten alle Götter und Asuras, o Freude Raghus; da versank der Berg, der beste, der Quirlstab, in das Pātāla.

Wort für Wort
tataḥ deva-asurāḥ sarve
da alle Götter und Asuras
mamanthuḥ raghunandana
quirlten, o Freude Raghus
praviveśa atha pātālam
da versank in das Pātāla
manthānaḥ parvata-uttamaḥ
der Quirlstab, der beste Berg

tato devāḥ sa gandharvāḥ tuṣṭuvuḥ madhusūdanam | tvam gatiḥ sarva bhūtānām viśeṣeṇa divaukasām

Da priesen die Götter mit den Gandharvas den Madhusūdana (Viṣṇu): 'Du bist die Zuflucht aller Wesen, besonders der Himmelsbewohner.'

Wort für Wort
tataḥ devāḥ sa gandharvāḥ
da die Götter mit den Gandharvas
tuṣṭuvuḥ madhusūdanam
priesen den Madhusūdana
tvam gatiḥ sarva-bhūtānām
du bist die Zuflucht aller Wesen
viśeṣeṇa divaukasām
besonders der Himmelsbewohner

pālaya asmān mahābāho girim uddhartum arhasi | iti śrutvā hṛṣīkeśaḥ kāmaṭham rūpam āsthitaḥ

'Beschütze uns, o Starkarmiger; du sollst den Berg emporheben.' Dies gehört habend, nahm Hṛṣīkeśa die Gestalt einer Schildkröte an.

Wort für Wort
pālaya asmān mahābāho
beschütze uns, o Starkarmiger
girim uddhartum arhasi
du sollst den Berg emporheben
iti śrutvā hṛṣīkeśaḥ
dies gehört habend, Hṛṣīkeśa
kāmaṭham rūpam āsthitaḥ
nahm die Gestalt einer Schildkröte an

parvatam pṛṣṭataḥ kṛtvā śiśye tatra udadhau hariḥ | parvata agram tu lokātmā hastena ākramya keśavaḥ

Nachdem er den Berg auf seinem Rücken platziert hatte, lagerte sich Hari dort im Ozean; den Gipfel des Berges aber ergriff Keśava, die Seele der Welt, mit der Hand,

Wort für Wort
parvatam pṛṣṭhataḥ kṛtvā
den Berg auf den Rücken nehmend
śiśye tatra udadhau hariḥ
lagerte sich Hari dort im Ozean
parvata-agram tu lokātmā
den Gipfel des Berges aber, die Seele der Welt
hastena ākramya keśavaḥ
mit der Hand ergreifend, Keśava

devānām madhyataḥ sthitvā mamantha puruṣottamaḥ | atha varṣa sahasreṇa āyurvedamayaḥ pumān

und, inmitten der Götter stehend, quirlte der Beste der Männer. Da, nach tausend Jahren, erhob sich ein aus dem Āyurveda bestehender Mann,

Wort für Wort
devānām madhyataḥ sthitvā
inmitten der Götter stehend
mamantha puruṣottamaḥ
quirlte der Beste der Männer
atha varṣa-sahasreṇa
da, nach tausend Jahren
āyurveda-mayaḥ pumān
ein aus dem Āyurveda bestehender Mann

udatiṣṭhat sudharmātmā sa daṇḍa sa kamaṇduluḥ | pūrvam dhanvantarir nāma apsarāḥ ca su varcasaḥ

von rechtschaffener Seele, mit Stab und Wasserkrug, der zuerst 'Dhanvantari' genannt wurde; und strahlende Apsaras erschienen.

Wort für Wort
udatiṣṭhat sudharmātmā
erhob sich, von rechtschaffener Seele
sa-daṇḍa sa-kamaṇḍaluḥ
mit Stab und Wasserkrug
pūrvam dhanvantariḥ nāma
zuerst mit Namen Dhanvantari
apsarāḥ ca su-varcasaḥ
und strahlende Apsaras

apsu nirmathanāt eva rasāt tasmāt vara striyaḥ | utpetuḥ manuja śreṣṭha tasmāt apsaraso abhavan

Allein aus dem Aufwühlen im Wasser, aus jenem Saft, erhoben sich treffliche Frauen, o Bester der Menschen; deshalb wurden sie 'Apsaras' genannt.

Wort für Wort
apsu nirmathanāt eva
allein aus dem Aufwühlen im Wasser
rasāt tasmāt vara-striyaḥ
aus jenem Saft, treffliche Frauen
utpetuḥ manuja-śreṣṭha
erhoben sich, o Bester der Menschen
tasmāt apsarasaḥ abhavan
deshalb wurden sie 'Apsaras'

ṣaṣṭiḥ koṭyo abhavan tāsām apsarāṇām suvarcasām | asankhyeyāḥ tu kākutstha yāḥ tāsām paricārikāḥ

Sechzig Millionen waren es von diesen strahlenden Apsaras; unzählbar aber, o Kakutstha-Sproß, waren deren Dienerinnen.

Wort für Wort
ṣaṣṭiḥ koṭyaḥ abhavan tāsām
sechzig Millionen waren es von diesen
apsarāṇām suvarcasām
von den strahlenden Apsaras
asaṅkhyeyāḥ tu kākutstha
unzählbar aber, o Kakutstha-Sproß
yāḥ tāsām paricārikāḥ
die deren Dienerinnen waren

na tāḥ sma pratigṛhṇanti sarve te deva dānavāḥ | apratigrahaṇāt eva tā vai sādhāraṇāḥ smṛtāḥ

Sie nahmen diese nicht als Gattinnen an, alle jene Götter und Dānavas; eben weil sie nicht angenommen wurden, gelten sie als 'allen Gemeinsame'.

Wort für Wort
na tāḥ sma pratigṛhṇanti
sie nahmen diese nicht an
sarve te deva-dānavāḥ
alle jene Götter und Dānavas
apratigrahaṇāt eva
eben wegen der Nichtannahme
tāḥ vai sādhāraṇāḥ smṛtāḥ
gelten sie fürwahr als 'allen Gemeinsame'

varuṇasya tataḥ kanyā vāruṇī raghunandana | utpapāta mahābhāgā mārgamāṇā parigraham

Da sprang Varuṇas Tochter, die hochgesegnete Vāruṇī, o Freude Raghus, empor, einen Gemahl suchend.

Wort für Wort
varuṇasya tataḥ kanyā
da Varuṇas Tochter
vāruṇī raghunandana
Vāruṇī, o Freude Raghus
utpapāta mahābhāgā
sprang empor, die hochgesegnete
mārgamāṇā parigraham
einen Gemahl suchend

diteḥ putrā na tām rāma jagṛhur varuṇa ātmajām | aditeḥ tu sutā vīra jagṛhuḥ tām aninditām

Die Söhne der Diti nahmen sie nicht an, o Rāma, die Tochter Varuṇas; die Söhne der Aditi aber, o Held, nahmen sie an, die Untadelige.

Wort für Wort
diteḥ putrāḥ na tām rāma
die Söhne der Diti nahmen sie nicht, o Rāma
jagṛhuḥ varuṇa-ātmajām
die Tochter Varuṇas an
aditeḥ tu sutāḥ vīra
die Söhne der Aditi aber, o Held
jagṛhuḥ tām aninditām
nahmen sie an, die Untadelige

asurāḥ tena daiteyāḥ surāḥ tena aditeḥ sutāḥ | hṛṣṭāḥ pramuditāḥ ca āsan vāruṇī grahaṇāt surāḥ

Deshalb wurden die Söhne der Diti 'Asuras', deshalb die Söhne der Aditi 'Suras' genannt; erfreut und hocherfreut waren die Suras durch die Annahme der Vāruṇī.

Wort für Wort
asurāḥ tena daiteyāḥ
deshalb die Söhne der Diti 'Asuras'
surāḥ tena aditeḥ sutāḥ
deshalb die Söhne der Aditi 'Suras'
hṛṣṭāḥ pramuditāḥ ca āsan
erfreut und hocherfreut waren
vāruṇī-grahaṇāt surāḥ
die Suras durch die Annahme der Vāruṇī

uccaiḥśravā haya śreṣṭho maṇi ratnam ca kaustubham | udatiṣṭhan naraśreṣṭha tathaiva amṛtam uttamam

Uccaiḥśravas, der beste der Rosse, und das Juwel Kaustubha erhoben sich, o Bester der Männer, und ebenso der vortreffliche Nektar.

Wort für Wort
uccaiḥśravāḥ haya-śreṣṭhaḥ
Uccaiḥśravas, der beste der Rosse
maṇi-ratnam ca kaustubham
und das Juwel Kaustubha
udatiṣṭhan naraśreṣṭha
erhoben sich, o Bester der Männer
tathā eva amṛtam uttamam
und ebenso der vortreffliche Nektar

atha tasya kṛte rāma mahān āsīt kula kṣayaḥ | aditeḥ tu tataḥ putrā diteḥ putrān asūdayan

Da entstand deswegen, o Rāma, ein großes Geschlechtergemetzel; die Söhne der Aditi töteten die Söhne der Diti.

Wort für Wort
atha tasya kṛte rāma
da deswegen, o Rāma
mahān āsīt kula-kṣayaḥ
entstand ein großes Geschlechtergemetzel
aditeḥ tu tataḥ putrāḥ
die Söhne der Aditi aber
diteḥ putrān asūdayan
töteten die Söhne der Diti

nihatya diti putrān tu rājyam prāpya purandaraḥ | śaśāsa mudito lokān sa ṛṣi sanghān sa cāraṇān

Nachdem er die Söhne der Diti erschlagen hatte, erlangte Purandara (Indra) das Reich und regierte erfreut die Welten samt den Scharen der Weisen und Cāraṇas.

Wort für Wort
nihatya diti-putrān tu
nachdem er die Söhne der Diti erschlagen hatte
rājyam prāpya purandaraḥ
das Reich erlangend, Purandara
śaśāsa muditaḥ lokān
regierte erfreut die Welten
sa-ṛṣi-saṅghān sa-cāraṇān
samt den Scharen der Weisen und Cāraṇas

ekatām agaman sarve asurā rākśasaiḥ saha | yuddham āsīt mahāghoram vīra trailokya mohanam

Alle Asuras vereinten sich mit den Rākṣasas; ein überaus schrecklicher Kampf entstand, o Held, der die drei Welten verwirrte.

Wort für Wort
ekatām agaman sarve
alle vereinten sich
asurāḥ rākṣasaiḥ saha
die Asuras mit den Rākṣasas
yuddham āsīt mahāghoram
ein überaus schrecklicher Kampf entstand
vīra trailokya-mohanam
o Held, der die drei Welten verwirrte

yadā kśayam gatam sarvam tadā viṣṇuḥ mahābalaḥ | amṛtam saḥ aharat tūrṇam māyām āsthāya mohinīm

Als alles dem Untergang geweiht war, da nahm der mächtige Viṣṇu rasch den Nektar fort, indem er die bezaubernde Zauberkraft annahm.

Wort für Wort
yadā kṣayam gatam sarvam
als alles dem Untergang geweiht war
tadā viṣṇuḥ mahābalaḥ
da der mächtige Viṣṇu
amṛtam saḥ aharat tūrṇam
nahm er rasch den Nektar fort
māyām āsthāya mohinīm
indem er die bezaubernde Zauberkraft annahm

ye gatā abhimukham viṣṇum akśaram puruṣottamam | saṁpiṣṭāḥ te tadā yuddhe biṣṇunā prabha viṣṇunā

Jene, die sich Viṣṇu entgegenstellten, dem Unvergänglichen, dem höchsten Wesen, wurden da im Kampf von dem mächtigen Herrn Viṣṇu zermalmt.

Wort für Wort
ye gatāḥ abhimukham viṣṇum
jene, die sich Viṣṇu entgegenstellten
akṣaram puruṣottamam
dem Unvergänglichen, dem höchsten Wesen
saṃpiṣṭāḥ te tadā yuddhe
wurden da im Kampf zermalmt
prabhuḥ viṣṇunā viṣṇunā
von dem mächtigen Herrn Viṣṇu

aditeḥ ātmajā vīrā diteḥ putrān nijaghnire | asmin ghore mahāyuddhe daiteyā adityāyoḥ bhṛśam

Die heldenhaften Söhne der Aditi erschlugen in diesem schrecklichen, großen Kampf die Söhne der Diti, die Daityas, heftig.

Wort für Wort
aditeḥ ātmajāḥ vīrāḥ
die heldenhaften Söhne der Aditi
diteḥ putrān nijaghnire
erschlugen die Söhne der Diti
asmin ghore mahāyuddhe
in diesem schrecklichen, großen Kampf
daiteyāḥ ādityaiḥ bhṛśam
die Daityas, durch die Ādityas, heftig

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