pratyākhyāto asi durbuddhe guruṇā satya vādinā | tam katham samatikraṃya śākhā antaram upeyivān || 1-58-2
'Du bist abgewiesen worden, du Übelgesinnter, von unserem Lehrer, der die Wahrheit spricht – wie kannst du ihn übergehen und einen anderen Zweig aufsuchen wollen?'
bāliśaḥ tvam nara śreṣṭha gaṃyatām sva puram punaḥ | yājane bhagavān śaktaḥ trailokyasya api pārthiva || 1-58-5
'Du bist töricht, bester der Männer – kehre wieder in deine eigene Stadt zurück. Der Erhabene allein ist fähig, selbst die drei Welten zu opfern, o König.'
verfluchten sie ihn, höchst erzürnt: 'Zum Caṇḍāla wirst du werden!' So sprachen die Großmütigen und begaben sich, ein jeder, in seine eigene Einsiedelei zurück.
citya mālya anulepaḥ ca āyasa ābharaṇo abhavat | tam dṛṣṭvā mantriṇaḥ sarve tyajya caṇḍāla rūpiṇam || 1-58-11
mit einem Kranz vom Scheiterhaufen und mit Salbe bestrichen, geschmückt mit eisernem Schmuck. Als sie ihn so sahen, verließen alle Minister diesen zum Caṇḍāla Gewordenen,
abravīt prāṃjaliḥ vākyam vākyajño vākya kovidam | pratyākhyāto asmi guruṇā guru putraiḥ tathā eva ca || 1-58-17
mit gefalteten Händen, zu dem redekundigen, redegewandten Weisen folgende Worte: 'Ich wurde von meinem Lehrer abgewiesen, und ebenso von den Söhnen meines Lehrers.'
anavāpya eva tam kāmam mayā prāpto viparyayaḥ | sa śarīro divam yāyāmi iti me sauṃya darśana || 1-58-18
'Ohne dass mein Wunsch erfüllt wurde, ist mir dieses Unglück widerfahren. "Mit meinem eigenen Leib will ich zum Himmel gelangen" – so war mein Vorhaben, o Sanfter von Anblick.'
mayā ca iṣṭam kratu śatam tat ca na avāpyate phalam | anṛtam na ukta pūrvam me na ca vakṣye kadācana || 1-58-19
'Von mir wurden hundert Opfer dargebracht, und dennoch wird mir keine Frucht zuteil. Nie zuvor habe ich Unwahres gesprochen, und ich werde es auch niemals tun.'
kṛcchreṣu api gataḥ sauṃya kṣatra dharmeṇa te śape | yajñaiḥ bahu vidhaiḥ iṣṭam prajā dharmeṇa pālitāḥ || 1-58-20
'Selbst in Nöten geraten, schwöre ich dir bei der Pflicht der Kṣatriyas, Sanfter: mit mancherlei Opfern habe ich geopfert, meine Untertanen nach dem Dharma beschützt,'
guravaḥ ca mahātmānaḥ śīla vṛttena toṣitāḥ | dharme prayatamānasya yajñam ca āhartum icchataḥ || 1-58-21
'und die großmütigen Lehrer habe ich durch mein gutes Verhalten zufriedengestellt. Doch mir, der ich mich um Dharma bemühe und ein Opfer darzubringen wünsche,'
paritoṣam na gacchanti guravo munipuṃgava | daivam eva param manye pauruṣam tu nirarthakam || 1-58-22
'wollen die Lehrer keine Zufriedenheit gewähren, o Stier unter den Weisen. So halte ich das Schicksal allein für das Höchste, menschliches Bemühen aber für vergeblich.'
kartum arhasi bhadram te daiva upahata karmaṇaḥ | na anyām gatim gamiṣyāmi na anyaḥ śaraṇam asti me || 1-58-24
'sollst du sie erweisen, Heil dir, mir, dessen Werk vom Schicksal zunichtegemacht wurde. Ich werde keinen anderen Weg suchen; es gibt für mich keine andere Zuflucht.'
Wort für Wort
kartum arhasi bhadram te
du sollst sie erweisen, Heil dir
daiva upahata karmaṇaḥ
mir, dessen Werk vom Schicksal zunichtegemacht wurde