Als die Nacht zur Morgendämmerung geworden war, sprach der große Weise Viśvāmitra zu den beiden Kākutsthas, die auf einem Lager aus Blättern schliefen:
„Rāma, du wohlgeratener Sohn der Kausalyā, die Morgendämmerung bricht an; erhebe dich, Tiger unter den Menschen, die täglichen heiligen Pflichten sind zu verrichten.“
Wort für Wort
kausalyā suprajā rāma
Rāma, wohlgeratener Sohn der Kausalyā
pūrvā saṃdhyā pravartate
die Morgendämmerung bricht an
uttiṣṭha nara-śārdūla
erhebe dich, Tiger unter den Menschen
kartavyam daivam āhnikam
zu verrichten sind die täglichen heiligen Pflichten
Als sie diese höchst erhabenen Worte des Weisen gehört hatten, badeten die beiden besten unter den Königssöhnen, verrichteten die Wasserspende und murmelten dann die höchsten Gebete.
Wort für Wort
tasya ṛṣeḥ parama-udāram vacaḥ śrutvā
nachdem sie diese höchst erhabenen Worte des Weisen gehört hatten
nṛpa-narottamau
die beiden besten Männer unter den Königssöhnen
snātvā kṛta-udakau vīrau
die beiden Helden, gebadet und die Wasserspende vollzogen
Nach Vollzug der Tagesriten grüßten die beiden gewaltig Heldenkräftigen den an Askese reichen Viśvāmitra ehrfurchtsvoll und standen hocherfreut bereit zum Aufbruch.
Wort für Wort
kṛta-āhnikau mahāvīryau
die beiden gewaltig Heldenkräftigen, nach Vollzug der Tagesriten
tau prayāntau mahāvīryau divyam tripathagām nadīm |
dadṛśā te tataḥ tatra sarayvāḥ saṃgame śubhe ||
Die beiden gewaltig Heldenkräftigen, weiterziehend, erblickten dort den göttlichen, den drei Pfade durchwandernden Strom, an der schönen Vereinigungsstelle mit der Sarayū.
Wort für Wort
tau prayāntau mahāvīryau
die beiden weiterziehenden, gewaltig Heldenkräftigen
divyam tripathagām nadīm
den göttlichen, drei Pfade durchwandernden Strom (die Gaṅgā)
kṛta udvāham tu deveśam gacchantam sa marud gaṇam |
dharṣayāmāsa durmedhā hum kṛtaḥ ca mahātmanā ||
— den Göttergebieter, der nach seiner Vermählung mit der Schar der Maruts dahinzog — der Unkluge (Kāma) zu bestürmen; doch der Hochgesinnte machte nur ein zorniges „Hum!“
Wort für Wort
kṛta-udvāham tu deveśam
den Göttergebieter aber, der die Hochzeit vollzogen hatte
tasya ayam āśramaḥ puṇyaḥ tasya ime munayaḥ purā |
śiṣyā dharmaparā vīra teṣām pāpam na vidyate ||
Dies ist der heilige Einsiedlerhain jenes Śiva; diese Weisen hier waren einst seine dem Dharma ergebenen Schüler, o Held, und bei ihnen findet sich keine Sünde.
snātāḥ ca kṛta japyāḥ ca huta havyā narottama |
teṣām saṃvadatām tatra tapo dīrgheṇa cakṣuṣā ||
Gebadet, die Gebete verrichtet und die Opfergaben dargebracht, o Bester der Männer — während sie sich dort so unterhielten, (erkannten die Einsiedler sie) mit dem durch Askese weitreichenden Auge.
Wort für Wort
snātāḥ ca kṛta-japyāḥ ca
gebadet und die Gebete verrichtet
huta-havyāḥ narottama
und die Opfergaben dargebracht, o Bester der Männer
Als die Weisen sie erkannt hatten, wurden sie höchst erfreut und von Wonne erfüllt; Ehrengabe, Fußwasser und Gastfreundschaft boten sie dem Sohn Kuśikas dar,
und danach erwiesen sie auch Rāma und Lakṣmaṇa die Gastfreundschaftsriten; nachdem diese die Ehrung empfangen hatten, erfreuten sie sie mit Erzählungen.
yathā arham ajapan saṃdhyām ṛṣayaḥ te samāhitāḥ |
tatra vāsibhiḥ ānītā munibhiḥ suvrataiḥ saha ||
Wie es sich geziemt, verrichteten jene gesammelten Weisen ihr Abendgebet, gemeinsam mit den dort ansässigen, gutverpflichteten Weisen, die sie herbeigeführt hatten.