Quellen der Menschheit

Rāmāyaṇa · Bālakāṇḍa

Sarga 41: Aṃśumataḥ Pitṛ Anveṣaṇam Suparṇa Sameti ca Aṃśumān sucht die Väter und trifft Garuḍa

putrān cira gatān jñātvā sagaro raghunaṃdana | naptāram abravīt rājā dīpyamānam sva tejasā

Als er erkannte, dass seine Söhne lange fort waren, sprach König Sagara, o Freude Raghus, zu seinem Enkel, der in eigenem Glanz erstrahlte.

Wort für Wort
putrān cira-gatān jñātvā
erkennend, dass die Söhne lange fort waren
sagaraḥ raghunandana
Sagara, o Freude Raghus
naptāram abravīt rājā
der König sprach zum Enkel
dīpyamānam sva-tejasā
der in eigenem Glanz erstrahlte

śūraḥ ca kṛta vidyaḥ ca pūrvaiḥ tulyo asi tejasā | pitṛṇām gatim anviccha yena ca aśvo apahāritaḥ

Du bist ein Held, kundig in der Wissenschaft, den Vorfahren gleich an Glanz; suche den Verbleib deiner Vorväter und dessen, der das Pferd geraubt hat.

Wort für Wort
śūraḥ ca kṛta-vidyaḥ ca
ein Held und der Wissenschaft Kundiger
pūrvaiḥ tulyaḥ asi tejasā
den Vorfahren gleich bist du an Glanz
pitṛṇām gatim anviccha
suche den Weg/Verbleib der Väter
yena ca aśvaḥ apahāritaḥ
und von wem das Pferd fortgeführt wurde

antar bhaumāni sattvāni vīryavanti mahānti ca | teṣām tvam pratighāta artham sa asim gṛhṇīṣva kārmukam

Unterirdisch sind kraftvolle und mächtige Wesen; zu ihrer Abwehr nimm Schwert und Bogen.

Wort für Wort
antar-bhaumāni sattvāni
unterirdische Wesen
vīryavanti mahānti ca
kraftvoll und mächtig
teṣām tvam pratighāta-artham
zu deren Abwehr
sa-asim gṛhṇīṣva kārmukam
nimm Schwert und Bogen

abhivādya abhivādyān tvam hatvā vighna karān api | siddhārthaḥ saṃnivartasva mama yajñasya pāragaḥ

Grüße die Grüßenswerten, töte auch die, die Hindernisse bereiten, und kehre zurück, dein Ziel erreicht habend, als einer, der meinem Opfer zum Abschluss verhilft.

Wort für Wort
abhivādya abhivādyān tvam
die Grüßenswerten grüßend, du
hatvā vighna-karān api
und auch die Hinderer tötend
siddha-arthaḥ saṃnivartasva
kehre zurück, dein Ziel erreicht habend
mama yajñasya pāragaḥ
als einer, der meinem Opfer zum Ende verhilft

evam ukto aṃśumān saṃyak sagareṇa mahātmanā | dhanur ādāya khaḍgam ca jagāma laghuvikramaḥ

So von dem hochherzigen Sagara recht angesprochen, nahm Aṃśumān Bogen und Schwert und ging, von schnellem Schritt.

Wort für Wort
evam uktaḥ aṃśumān saṃyak
so recht angesprochen, Aṃśumān
sagareṇa mahātmanā
von dem hochherzigen Sagara
dhanuḥ ādāya khaḍgam ca
Bogen und Schwert nehmend
jagāma laghu-vikramaḥ
ging, von schnellem Schritt

sa khātam pitṛbhiḥ mārgam antar bhaumam mahātmabhiḥ | prāpadyata naraśreṣṭha tena rājñā abhicoditaḥ

Er erreichte, o Bester der Männer, von jenem König angetrieben, den unterirdischen Weg, der von seinen hochherzigen Vätern gegraben worden war.

Wort für Wort
sa khātam pitṛbhiḥ mārgam
den von den Vätern gegrabenen Weg
antar-bhaumam mahātmabhiḥ
den unterirdischen, von den Hochherzigen
prāpadyata nara-śreṣṭha
erreichte, o Bester der Männer
tena rājñā abhicoditaḥ
von jenem König angetrieben

deva dānava rakṣobhiḥ piśāca pataga uragaiḥ | pūjyamānam mahātejā diśā gajam apaśyata

Der Hochenergetische sah den von Göttern, Dānavas, Rākṣasas, Piśācas, Vögeln und Schlangen verehrten Richtungselefanten.

Wort für Wort
deva-dānava-rakṣobhiḥ
von Göttern, Dānavas, Rākṣasas
piśāca-pataga-uragaiḥ
von Piśācas, Vögeln und Schlangen
pūjyamānam mahātejāḥ
der Hochenergetische sah den Verehrten
diśā gajam apaśyata
den Richtungselefanten sah er

sa tam pradakṣiṇam kṛtvā pṛṣṭvā caiva nirāmayam | pitṛin sa paripapraccha vāji hartāram eva ca

Nachdem er ihn umschritten und auch nach seinem Wohlergehen gefragt hatte, erkundigte er sich nach seinen Vätern und dem Räuber des Pferdes.

Wort für Wort
sa tam pradakṣiṇam kṛtvā
er, nachdem er ihn umschritten hatte
pṛṣṭvā ca eva nirāmayam
und auch nach seinem Wohlergehen gefragt hatte
pitṝn sa paripapraccha
er erkundigte sich nach den Vätern
vāji-hartāram eva ca
und auch nach dem Räuber des Pferdes

diśā gajaḥ tu tat śrutvā pratyuvāca mahāmatiḥ | āsamaṃja kṛtārthaḥ tvam saha aśvaḥ śīghram eṣyasi

Der Richtungselefant aber, dies gehört habend, der Hochweise, antwortete: 'O Sohn des Asamañja, du wirst rasch, dein Ziel erreicht, mit dem Pferd zurückkehren.'

Wort für Wort
diśā-gajaḥ tu tat śrutvā
der Richtungselefant aber, dies gehört habend
pratyuvāca mahāmatiḥ
antwortete, der Hochweise
āsamañja
o Sohn des Asamañja
kṛtārthaḥ tvam
du, dein Ziel erreicht
saha aśvaḥ śīghram eṣyasi
wirst rasch mit dem Pferd zurückkehren

tasya tad vacanam śrutvā sarvān eva diśā gajān | yathā kramam yathā nyāyam praṣṭum samupacakrame

Nachdem er dessen Worte gehört hatte, begann er, alle Richtungselefanten der Reihe nach, wie es sich gehört, zu befragen.

Wort für Wort
tasya tat vacanam śrutvā
dessen Worte gehört habend
sarvān eva diśā-gajān
alle eben die Richtungselefanten
yathā-kramam yathā-nyāyam
der Reihe nach, wie es sich gebührt
praṣṭum samupacakrame
begann er zu befragen

taiḥ ca sarvaiḥ diśā pālaiḥ vākyajñaiḥ vākyakovidaiḥ | pūjitaḥ sa hayaḥ caiva gantā asi iti abhicoditaḥ

Und von all diesen Hütern der Richtungen, den redekundigen, wortgewandten, geehrt, wurde ihm gesagt: 'Du wirst mit dem Pferd zurückkehren.'

Wort für Wort
taiḥ ca sarvaiḥ diśā-pālaiḥ
und von all diesen Hütern der Richtungen
vākya-jñaiḥ vākya-kovidaiḥ
den worterfahrenen, wortkundigen
pūjitaḥ saḥ
er wurde geehrt
hayaḥ ca eva gantā asi iti abhicoditaḥ
und ihm wurde gesagt: du wirst (mit) dem Pferd gehen

teṣām tat vacanam śrutvā jagāma laghuvikramaḥ | bhasma rāśī kṛtā yatra pitaraḥ tasya sāgarāḥ

Nachdem er deren Worte gehört hatte, ging er raschen Schrittes dorthin, wo seine Väter, die Sagara-Söhne, zu einem Aschenhaufen geworden waren.

Wort für Wort
teṣām tat vacanam śrutvā
deren Worte gehört habend
jagāma laghu-vikramaḥ
ging raschen Schrittes
bhasma-rāśī-kṛtāḥ yatra
wo zu einem Aschenhaufen geworden waren
pitaraḥ tasya sāgarāḥ
seine Väter, die Söhne Sagaras

sa duḥkha vaśam āpannaḥ tu asamaṃja sutaḥ tadā | cukrośa parama ārtaḥ tu vadhāt teṣām suduḥkhitaḥ

Der Sohn des Asamañja aber, von Schmerz überwältigt, schrie da, höchst gequält, von deren Tod tief betrübt, laut auf.

Wort für Wort
sa duḥkha-vaśam āpannaḥ
er, in die Gewalt des Schmerzes geraten
tu asamañja-sutaḥ tadā
aber der Sohn des Asamañja da
cukrośa parama-ārtaḥ tu
schrie höchst gequält auf
vadhāt teṣām suduḥkhitaḥ
wegen deren Tod tief betrübt

yajñiyam ca hayam tatra carantam avidūrataḥ | dadarśa puruṣavyāghro duḥkha śoka samanvitaḥ

Und dort erblickte der Tiger unter den Männern, von Schmerz und Kummer erfüllt, das Opferpferd, das nicht weit entfernt weidete.

Wort für Wort
yajñiyam ca hayam tatra
und dort das Opferpferd
carantam avidūrataḥ
das nicht weit entfernt weidete
dadarśa puruṣa-vyāghraḥ
erblickte der Tiger unter den Männern
duḥkha-śoka-samanvitaḥ
von Schmerz und Kummer erfüllt

sa teṣām rāja putrāṇām kartu kāmo jala kriyām | sa jalārtham mahātejā na ca apaśyat jala āśayam

Er, wünschend, für jene Königssöhne die Wasserzeremonie zu vollziehen, der Hochenergetische, sah aber, nach Wasser suchend, keine Wasserstelle.

Wort für Wort
sa teṣām rāja-putrāṇām
er, für jene Königssöhne
kartu-kāmaḥ jala-kriyām
wünschend, die Wasserzeremonie zu tun
sa jala-artham mahātejāḥ
er, der Hochenergetische, um Wasser bemüht
na ca apaśyat jala-āśayam
sah aber keine Wasserstelle

visārya nipuṇām dṛṣṭim tato apaśyat khaga adhipam | pitṛṇām mātulam rāma suparṇam anila upamam

Nachdem er seinen scharfen Blick schweifen ließ, erblickte er da den Herrn der Vögel, den Onkel seiner Väter, o Rāma, Suparṇa (Garuḍa), dem Wind gleich.

Wort für Wort
visārya nipuṇām dṛṣṭim
nachdem er seinen scharfen Blick schweifen ließ
tataḥ apaśyat khaga-adhipam
da sah er den Herrn der Vögel
pitṛṇām mātulam rāma
den Onkel der Väter, o Rāma
suparṇam anila-upamam
Suparṇa, dem Wind gleich

sa ca enam abravīt vākyam vainateyo mahābalaḥ | mā śucaḥ puruṣavyāghra vadho ayam loka sammataḥ

Und der mächtige Vainateya (Garuḍa) sprach zu ihm dieses Wort: 'Trauere nicht, Tiger unter den Männern; dieser Tod ist von der Welt gebilligt.'

Wort für Wort
sa ca enam abravīt vākyam
und er sprach zu ihm dieses Wort
vainateyaḥ mahābalaḥ
der mächtige Vainateya (Garuḍa)
mā śucaḥ puruṣa-vyāghra
trauere nicht, Tiger unter den Männern
vadhaḥ ayam loka-sammataḥ
dieser Tod ist von der Welt gebilligt

kapilena aprameyeṇa dagdhā hi ime mahābalāḥ | salilam na arhasi prājña dātum eṣām hi laukikam

Von dem unermesslichen Kapila wurden diese Mächtigen fürwahr verbrannt; du sollst ihnen, o Weiser, nicht gewöhnliches, weltliches Wasser spenden.

Wort für Wort
kapilena aprameyeṇa
von dem unermesslichen Kapila
dagdhāḥ hi ime mahābalāḥ
wurden fürwahr diese Mächtigen verbrannt
salilam na arhasi prājña
du sollst nicht, o Weiser, Wasser
dātum eṣām hi laukikam
ihnen fürwahr gewöhnliches, weltliches spenden

gaṃgā himavato jyeṣṭhā duhitā puruṣarṣabha | tasyām kuru mahābāho pitṝṇām tu jala kriyām

Gaṅgā ist Himavats älteste Tochter, o Stier unter den Männern; in ihr vollziehe, o Starkarmiger, die Wasserzeremonie für die Väter.

Wort für Wort
gaṅgā himavataḥ jyeṣṭhā duhitā
Gaṅgā ist Himavats älteste Tochter
puruṣa-ṛṣabha
o Stier unter den Männern
tasyām kuru mahābāho
in ihr vollziehe, o Starkarmiger
pitṝṇām tu jala-kriyām
die Wasserzeremonie für die Väter

bhasma rāśī kṛtān etān pāvayet loka kāṃtayā | tayā klinnam idam bhasma gaṃgayā loka kāntayā | ṣaṣṭim putra sahasrāṇi svarga lokam gamiṣyati

Diese zu Aschenhaufen Gewordenen wird sie, die von der Welt Geliebte, reinigen; von ihr, der von der Welt geliebten Gaṅgā, benetzt, wird diese Asche - die sechzigtausend Söhne - in die Himmelswelt gelangen.

Wort für Wort
bhasma-rāśī-kṛtān etān
diese zu Aschenhaufen Gewordenen
pāvayet loka-kāntayā
wird reinigen die von der Welt Geliebte
tayā klinnam idam bhasma
von ihr benetzt, diese Asche
gaṅgayā loka-kāntayā
von Gaṅgā, der von der Welt geliebten
ṣaṣṭim putra-sahasrāṇi
die sechzigtausend Söhne
svarga-lokam gamiṣyati
wird zur Himmelswelt gelangen

nirgaccha ca aśvam mahābhāga saṃgṛhya puruṣarṣabha | yajñam paitāmaham vīra nirvartayitum arhasi

Geh nun hinaus, o Hochbegnadeter, nachdem du das Pferd ergriffen hast, o Stier unter den Männern; du sollst, o Held, das Opfer deines Großvaters vollenden.

Wort für Wort
nirgaccha ca aśvam mahābhāga
geh hinaus, mit dem Pferd, o Hochbegnadeter
saṃgṛhya puruṣa-ṛṣabha
es ergreifend, o Stier unter den Männern
yajñam paitāmaham vīra
das Opfer des Großvaters, o Held
nirvartayitum arhasi
sollst du vollenden

suparṇa vacanam śrutvā saḥ aṃśumān ativīryavān | tvaritam hayam ādāya punar āyāt mahāyaśāḥ

Nachdem er Suparṇas Worte gehört hatte, nahm der hochberühmte Aṃśumān von großer Tapferkeit eilig das Pferd und kehrte zurück.

Wort für Wort
suparṇa-vacanam śrutvā
Suparṇas Worte gehört habend
saḥ aṃśumān ati-vīryavān
jener Aṃśumān von großer Tapferkeit
tvaritam hayam ādāya
eilig das Pferd nehmend
punaḥ āyāt mahāyaśāḥ
kehrte zurück, der Hochberühmte

tato rājānam āsādya dīkṣitam raghunaṃdana | nyavedayat yathā vṛttam suparṇa vacanam tathā

Dann, zu dem geweihten König gegangen, o Freude Raghus, berichtete er, wie es sich zugetragen hatte, und ebenso Suparṇas Worte.

Wort für Wort
tataḥ rājānam āsādya
dann, zum König gegangen
dīkṣitam raghunandana
dem geweihten, o Freude Raghus
nyavedayat yathā vṛttam
berichtete, wie es geschehen war
suparṇa-vacanam tathā
und ebenso Suparṇas Worte

tat śrutvā ghora saṃkāśam vākyam aṃśumato nṛpaḥ | yajñam nirvartayāmāsa yathā kalpam yathā vidhi

Nachdem er diese schrecklich klingende Rede Aṃśumāns gehört hatte, vollendete der König das Opfer, wie es Brauch und Vorschrift entsprach.

Wort für Wort
tat śrutvā ghora-saṃkāśam
dies gehört habend, das schrecklich klingende
vākyam aṃśumataḥ nṛpaḥ
die Rede Aṃśumāns, der König
yajñam nirvartayāmāsa
vollendete das Opfer
yathā kalpam yathā vidhi
wie es Brauch, wie es Vorschrift war

sva puram ca agamat śrīmān iṣṭa yajño mahīpatiḥ | gaṃgāyāḥ ca āgame rājā niścayam na adhyagacchata

Und der glorreiche Herrscher der Erde, das Opfer vollzogen habend, ging in seine eigene Stadt; doch bezüglich des Herabkommens der Gaṅgā fand der König keine Lösung.

Wort für Wort
sva puram ca agamat śrīmān
und der Glorreiche ging in seine eigene Stadt
iṣṭa-yajñaḥ mahīpatiḥ
der Herrscher der Erde, der das Opfer vollzogen hatte
gaṅgāyāḥ ca āgame
und bezüglich des Kommens der Gaṅgā
rājā niścayam na adhyagacchata
fand der König keine Entscheidung/Lösung

agatvā niścayam rājā kālena mahatā mahān | triṃśat varṣa sahasrāṇi rājyam kṛtvā divam gataḥ

Ohne eine Lösung erreicht zu haben, ging der große König nach langer Zeit, nachdem er dreißigtausend Jahre geherrscht hatte, zum Himmel.

Wort für Wort
agatvā niścayam rājā
ohne eine Lösung erreicht zu haben, der König
kālena mahatā mahān
nach langer Zeit, der Große
triṃśat varṣa-sahasrāṇi
dreißigtausend Jahre
rājyam kṛtvā divam gataḥ
nachdem er geherrscht hatte, ging er zum Himmel

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