Quellen der Menschheit

Rāmāyaṇa · Bālakāṇḍa

Sarga 73: Chatur Vivāhaḥ Die vierfache Hochzeit von Rāma, Lakṣmaṇa, Bharata und Śatrughna

yasmin tu divase rājā chakre go dānam uttamam | tasmin tu divase śūro yudhājit samupeyivān || 1-73-1

An dem Tag, an dem der König die vorzügliche Kuhschenkung vollzog, an eben diesem Tag traf der tapfere Yudhājit ein,

Wort für Wort
yasmin tu divase rājā
an dem Tag, an dem der König
chakre go dānam uttamam
die vorzügliche Kuhschenkung vollzog
tasmin tu divase śūro
an eben diesem Tag, der Tapfere
yudhājit samupeyivān
Yudhājit traf ein

putraḥ kekaya rājasya sākṣāt bharata mātulaḥ | dṛṣṭvā pṛṣṭvā cha kuśalam rājānam idam abravīt || 1-73-2

der Sohn des Königs von Kekaya, leiblicher Onkel Bharatas; nachdem er den König gesehen und nach seinem Wohlergehen gefragt hatte, sprach er dies:

Wort für Wort
putraḥ kekaya rājasya
der Sohn des Königs von Kekaya
sākṣāt bharata mātulaḥ
leiblicher Onkel Bharatas
dṛṣṭvā pṛṣṭvā cha kuśalam
nachdem er gesehen und nach dem Wohlergehen gefragt hatte
rājānam idam abravīt
sprach er dies zum König

kekaya adhipatī rājā snehāt kuśalam abravīt | yeṣām kuśalakāmo asi teṣām saṃprati anāmayam || 1-73-3

'Der Herrscher von Kekaya, der König, lässt aus Zuneigung nach dem Wohlergehen fragen; denen, deren Wohlergehen du wünschst, geht es jetzt frei von Krankheit.

Wort für Wort
kekaya adhipatī rājā
der Herrscher von Kekaya, der König
snehāt kuśalam abravīt
fragt aus Zuneigung nach dem Wohlergehen
yeṣām kuśalakāmo asi
denen, deren Wohlergehen du wünschst
teṣām saṃprati anāmayam
ihnen geht es jetzt ohne Krankheit

svasrīyam mama rājendra draṣṭu kāmo mahīpatiḥ | tat artham upayāto aham ayodhyām raghunaṃdana || 1-73-4

Meinen Schwestersohn zu sehen wünscht der Herr der Erde, o König der Könige; deshalb bin ich nach Ayodhyā gekommen, Freude der Raghus.

Wort für Wort
svasrīyam mama rājendra
meinen Schwestersohn, o König der Könige
draṣṭu kāmo mahīpatiḥ
der Herr der Erde wünscht zu sehen
tat artham upayāto aham
deshalb bin ich gekommen
ayodhyām raghunaṃdana
nach Ayodhyā, Freude der Raghus

śrutvā tu aham ayodhyāyām vivāha artham tava ātmajān | mithilām upayātān tu tvayā saha mahīpate || 1-73-5

Als ich aber in Ayodhyā hörte, dass deine Söhne zum Zweck der Hochzeit nach Mithilā gezogen waren, zusammen mit dir, Herr der Erde,

Wort für Wort
śrutvā tu aham ayodhyāyām
als ich aber in Ayodhyā hörte
vivāha artham tava ātmajān
deine Söhne zum Zweck der Hochzeit
mithilām upayātān tu
nach Mithilā gezogen waren
tvayā saha mahīpate
zusammen mit dir, Herr der Erde

tvarayā abhupayāto aham draṣṭu kāmaḥ svasuḥ sutam | atha rājā daśarathaḥ priya atithim upasthitam || 1-73-6

kam ich eilends her, den Sohn meiner Schwester zu sehen begehrend.' Da empfing König Daśaratha den lieben, angekommenen Gast

Wort für Wort
tvarayā abhupayāto aham
eilends kam ich her
draṣṭu kāmaḥ svasuḥ sutam
den Sohn meiner Schwester zu sehen begehrend
atha rājā daśarathaḥ
da König Daśaratha
priya atithim upasthitam
den lieben, angekommenen Gast

dṛṣṭvā parama satkāraiḥ pūjārham samapūjayat | tataḥ tām uṣito rātrim saha putraiḥ mahātmabhiḥ || 1-73-7

mit höchsten Ehrenbezeigungen, wie es sich gebührte, und ehrte ihn wohl; dann verbrachte er jene Nacht, mit seinen hochgesinnten Söhnen.

Wort für Wort
dṛṣṭvā parama satkāraiḥ
als er ihn sah, mit höchsten Ehrenbezeigungen
pūjārham samapūjayat
ehrte er ihn, den der Ehrung Würdigen
tataḥ tām uṣito rātrim
dann verbrachte er jene Nacht
saha putraiḥ mahātmabhiḥ
mit seinen hochgesinnten Söhnen

prabhāte punaḥ utthāya kṛtvā karmāṇi tattvavit | ṛṣīn tadā puraskṛtya yajña vāṭam upāgamat || 1-73-8

Am Morgen wieder erhoben, nachdem er, der Kenner der Wahrheit, die täglichen Riten vollzogen hatte, begab er sich, die Seher voranstellend, zum Opferplatz.

Wort für Wort
prabhāte punaḥ utthāya
am Morgen wieder erhoben
kṛtvā karmāṇi tattvavit
nachdem er die Riten vollzogen hatte, der Kenner der Wahrheit
ṛṣīn tadā puraskṛtya
die Seher voranstellend
yajña vāṭam upāgamat
begab er sich zum Opferplatz

yukte muhūrte vijaye sarva ābharaṇa bhūṣitaiḥ | bhrātṛbhiḥ sahito rāmaḥ kṛta kautuka maṃgalaḥ || 1-73-9

Zur geeigneten Stunde, unter Vijaya, mit allem Schmuck geschmückt, zusammen mit seinen Brüdern, Rāma, dem die Segensriten vollzogen worden waren,

Wort für Wort
yukte muhūrte vijaye
zur geeigneten Stunde, unter Vijaya
sarva ābharaṇa bhūṣitaiḥ
mit allem Schmuck geschmückt
bhrātṛbhiḥ sahito rāmaḥ
Rāma, zusammen mit seinen Brüdern
kṛta kautuka maṃgalaḥ
dem die Segensriten vollzogen worden waren

vasiṣṭham purataḥ kṛtvā maharṣīn aparān api | vaśiṣṭho bhagavān etya vaideham idam abravīt || 1-73-10

Vasiṣṭha voranstellend, und auch die anderen großen Seher – der erhabene Vasiṣṭha, herangetreten, sprach zum Videha-Fürsten dies:

Wort für Wort
vasiṣṭham purataḥ kṛtvā
Vasiṣṭha voranstellend
maharṣīn aparān api
und auch die anderen großen Seher
vaśiṣṭho bhagavān etya
der erhabene Vasiṣṭha, herangetreten
vaideham idam abravīt
sprach zum Videha-Fürsten dies

rājā daśaratho rājan kṛta kautuka mangalaiḥ | putraiḥ nara vara śreṣṭha dātāram abhikāṃkṣate || 1-73-11

'König Daśaratha, o König, mit seinen Söhnen, denen die Segensriten vollzogen wurden, bester der Männer, sehnt sich nach dem Geber der Bräute.

Wort für Wort
rājā daśaratho rājan
König Daśaratha, o König
kṛta kautuka mangalaiḥ putraiḥ
mit seinen Söhnen, denen die Segensriten vollzogen wurden
nara vara śreṣṭha
bester der Männer
dātāram abhikāṃkṣate
sehnt sich nach dem Geber

dātṛ pratigrahītṛbhyām sarva arthāḥ saṃbhavanti hi | svadharmam pratipadyasva kṛtvā vaivāhyam uttamam || 1-73-12

Denn durch Geber und Empfänger kommen alle Ziele zustande; erfülle deine eigene Pflicht, indem du die vorzügliche Hochzeit vollziehst.'

Wort für Wort
dātṛ pratigrahītṛbhyām
durch Geber und Empfänger
sarva arthāḥ saṃbhavanti hi
kommen alle Ziele zustande
svadharmam pratipadyasva
erfülle deine eigene Pflicht
kṛtvā vaivāhyam uttamam
indem du die vorzügliche Hochzeit vollziehst

iti uktaḥ parama udāro vasiṣṭhena mahātmanā | pratyuvācha mahātejā vākyam parama dharmavit || 1-73-13

So angesprochen von dem hochgesinnten, höchst edlen Vasiṣṭha, erwiderte der hochgewaltige, höchste Kenner des Rechts dieses Wort:

Wort für Wort
iti uktaḥ parama udāro
so angesprochen, der höchst Edle
vasiṣṭhena mahātmanā
von dem hochgesinnten Vasiṣṭha
pratyuvācha mahātejā
erwiderte der Hochgewaltige
vākyam parama dharmavit
das Wort, der höchste Kenner des Rechts

kaḥ sthitaḥ pratihāro me kasya ājñā saṃpratīkṣyate | sva gṛhe ko vichāro asti yathā rājyam idam tava || 1-73-14

'Welcher Türhüter steht mir im Weg? Wessen Befehl wird noch erwartet? Was für ein Zögern gibt es im eigenen Haus – gehört doch dieses Reich dir ebenso wie mir.

Wort für Wort
kaḥ sthitaḥ pratihāro me
welcher Türhüter steht mir im Weg
kasya ājñā saṃpratīkṣyate
wessen Befehl wird noch erwartet
sva gṛhe ko vichāro asti
was für ein Zögern gibt es im eigenen Haus
yathā rājyam idam tava
so wie dieses Reich dir gehört

kṛta kautuka sarvasvā vedi mūlam upāgatāḥ | mama kanyā muniśreṣṭha dīptā vahneḥ iva archiṣaḥ || 1-73-15

Meine Töchter, denen alle Segensriten vollzogen wurden, sind zum Fuß des Opferaltars gekommen, bester der Weisen, leuchtend wie die Flammen des Feuers.

Wort für Wort
kṛta kautuka sarvasvā
denen alle Segensriten vollzogen wurden
vedi mūlam upāgatāḥ
sind zum Fuß des Opferaltars gekommen
mama kanyā muniśreṣṭha
meine Töchter, bester der Weisen
dīptā vahneḥ iva archiṣaḥ
leuchtend wie die Flammen des Feuers

sadyo aham tvat pratīkṣho asmi vedyām asyām pratiṣhitaḥ | avighnam kurutām rājā kim artham hi vilambyate || 1-73-16

Sogleich bin ich es, der auf dich wartet, an diesem Altar stehend; der König möge es ungehindert vollziehen – wozu denn noch verzögern?'

Wort für Wort
sadyo aham tvat pratīkṣho asmi
sogleich bin ich es, der auf dich wartet
vedyām asyām pratiṣhitaḥ
an diesem Altar stehend
avighnam kurutām rājā
der König möge es ungehindert vollziehen
kim artham hi vilambyate
wozu denn noch wird verzögert

tat vākyam janakena uktam śrutvā daśarathaḥ tadā | praveśayāmāsa sutān sarvān ṛṣi gaṇān api || 1-73-17

Als er dieses Wort, von Janaka gesprochen, gehört hatte, ließ Daśaratha da alle seine Söhne eintreten, und auch die Scharen der Seher.

Wort für Wort
tat vākyam janakena uktam
dieses Wort, von Janaka gesprochen
śrutvā daśarathaḥ tadā
als er es gehört hatte, Daśaratha, da
praveśayāmāsa sutān sarvān
ließ er alle Söhne eintreten
ṛṣi gaṇān api
und auch die Scharen der Seher

tato rājā videhānām vaśiṣṭham idam abravīt | kārayasva ṛṣe sarvān ṛṣibhiḥ saha dhārmika || 1-73-18

Da sprach der König der Videhas zu Vasiṣṭha dies: 'Vollzieh, o Seher, alles, samt den anderen Sehern, o Rechtschaffener,

Wort für Wort
tato rājā videhānām
da der König der Videhas
vaśiṣṭham idam abravīt
sprach zu Vasiṣṭha dies
kārayasva ṛṣe sarvān
vollzieh, o Seher, alles
ṛṣibhiḥ saha dhārmika
samt den Sehern, o Rechtschaffener

rāmasya loka rāmasya kriyām vaivāhikīm prabho | tathā iti uktvā tu janakam vaśiṣṭho bhagavān ṛṣiḥ || 1-73-19

die Hochzeitszeremonie für Rāma, der Freude der Welt, o Herr.' 'So sei es', zu Janaka sprechend, begann der erhabene Seher Vasiṣṭha,

Wort für Wort
rāmasya loka rāmasya
für Rāma, die Freude der Welt
kriyām vaivāhikīm prabho
die Hochzeitszeremonie, o Herr
tathā iti uktvā tu janakam
'so sei es', zu Janaka sprechend
vaśiṣṭho bhagavān ṛṣiḥ
der erhabene Seher Vasiṣṭha

viśvāmitram puraskṛtya śatānaṃdam cha dhārmikam | prapā madhye tu vidhivat vedīm kṛtvā mahātapāḥ || 1-73-20

Viśvāmitra voranstellend und den rechtschaffenen Śatānanda – inmitten des Wasserschankplatzes errichtete der Hochaskese-Übende vorschriftsmäßig den Altar

Wort für Wort
viśvāmitram puraskṛtya
Viśvāmitra voranstellend
śatānaṃdam cha dhārmikam
und den rechtschaffenen Śatānanda
prapā madhye tu vidhivat
inmitten des Wasserschankplatzes, vorschriftsmäßig
vedīm kṛtvā mahātapāḥ
errichtete den Altar, der Hochaskese-Übende

alam chakāra tām vedīm gandha puṣpaiḥ samaṃtataḥ | suvarṇa pālikābhiḥ cha chitra kumbhaiḥ cha sa aṃkuraiḥ || 1-73-21

und schmückte diesen Altar ringsum mit Duftstoffen und Blumen, mit goldenen Gefäßen, mit bunten Töpfen samt Keimlingen,

Wort für Wort
alam chakāra tām vedīm
und schmückte diesen Altar
gandha puṣpaiḥ samaṃtataḥ
mit Duftstoffen und Blumen, ringsum
suvarṇa pālikābhiḥ cha
mit goldenen Gefäßen
chitra kumbhaiḥ cha sa aṃkuraiḥ
mit bunten Töpfen samt Keimlingen

aṃkura āḍhyaiḥ śarāvaiḥ cha dhūpa pātraiḥ sa dhūpakaiḥ | śaṃkha pātraiḥ śhruvaiḥ srugbhiḥ pātraiḥ arghyādi pūjitaiḥ || 1-73-22

mit an Keimlingen reichen Schalen, mit Räuchergefäßen samt Räucherwerk, mit Muschelschalen, Opferlöffeln und -kellen, mit Gefäßen, geschmückt mit Ehrengaben und dergleichen,

Wort für Wort
aṃkura āḍhyaiḥ śarāvaiḥ cha
mit an Keimlingen reichen Schalen
dhūpa pātraiḥ sa dhūpakaiḥ
mit Räuchergefäßen samt Räucherwerk
śaṃkha pātraiḥ śhruvaiḥ srugbhiḥ
mit Muschelschalen, mit Opferlöffeln und -kellen
pātraiḥ arghyādi pūjitaiḥ
mit Gefäßen, geschmückt mit Ehrengaben und dergleichen

lāja pūrṇaiḥ cha pātrībhiḥ rakṣitaiḥ api saṃskṛtaiḥ | darbhaiḥ samaiḥ samāstīrya vidhivat maṃtra puraskṛtam || 1-73-23

mit Schalen voll gerösteten Reiskörnern, wohlbehütet und geweiht; nachdem er ihn mit gleichmäßigem Darbha-Gras bestreut hatte, vorschriftsmäßig, mit Mantras voranstehend,

Wort für Wort
lāja pūrṇaiḥ cha pātrībhiḥ
mit Schalen voll gerösteten Reiskörnern
rakṣitaiḥ api saṃskṛtaiḥ
wohlbehütet und geweiht
darbhaiḥ samaiḥ samāstīrya
mit gleichmäßigem Darbha-Gras bestreut habend
vidhivat maṃtra puraskṛtam
vorschriftsmäßig, mit Mantras voranstehend

agnim ādhāya tam vedyām vidhi maṃtra pūrvakam | juhāva agnau mahātejā vaśiṣṭho munipuṃgava || 1-73-24

Nachdem er das Feuer auf jenem Altar entzündet hatte, gemäß Vorschrift und Mantra, brachte der hochgewaltige Vasiṣṭha, Stier unter den Weisen, Opfer ins Feuer dar.

Wort für Wort
agnim ādhāya tam vedyām
nachdem er das Feuer auf jenem Altar entzündet hatte
vidhi maṃtra pūrvakam
gemäß Vorschrift und Mantra
juhāva agnau mahātejā
brachte er Opfer ins Feuer dar, der Hochgewaltige
vaśiṣṭho munipuṃgava
Vasiṣṭha, Stier unter den Weisen

tataḥ sītām samānīya sarva ābharaṇa bhuṣitām | samakṣham agneḥ saṃsthāpya rāghava abhimukhe tadā || 1-73-25

Dann, nachdem er Sītā herbeigebracht hatte, mit allem Schmuck geschmückt, stellte er sie vor dem Feuer auf, Rāghava gegenüber, da,

Wort für Wort
tataḥ sītām samānīya
dann, Sītā herbeigebracht habend
sarva ābharaṇa bhuṣitām
mit allem Schmuck geschmückt
samakṣham agneḥ saṃsthāpya
vor dem Feuer aufgestellt
rāghava abhimukhe tadā
Rāghava gegenüber, da

abravīt janako rājā kausalya ānaṃda vardhanam | iyam sītā mama sutā saha dharma charī tava || 1-73-26

sprach König Janaka zu dem Freudenmehrer der Kausalyā: 'Diese Sītā, meine Tochter, sei dir die Gefährtin auf dem Pfad des Rechts.

Wort für Wort
abravīt janako rājā
sprach König Janaka
kausalya ānaṃda vardhanam
zu dem Freudenmehrer der Kausalyā
iyam sītā mama sutā
diese Sītā, meine Tochter
saha dharma charī tava
sei dir die Gefährtin auf dem Pfad des Rechts

pratīchchha cha enām bhadram te pāṇim gṛhṇīṣhva pāṇinā | pativratā mahabhāgā chhāya iva anugatā sadā || 1-73-27

Nimm sie an, Heil dir; ergreife ihre Hand mit deiner Hand; dem Gatten treu, hochgesegnet, wird sie dir stets folgen wie ein Schatten.

Wort für Wort
pratīchchha cha enām bhadram te
nimm sie an, Heil dir
pāṇim gṛhṇīṣhva pāṇinā
ergreife die Hand mit der Hand
pativratā mahabhāgā
dem Gatten treu, hochgesegnet
chhāya iva anugatā sadā
wird sie stets folgen wie ein Schatten

iti uktvā prākṣhipat rājā maṃtra pūtam jalam tadā | sādhu sādhu iti devānām ṛṣīṇām vadatām tadā || 1-73-28

So sprechend, goss der König da mantra-geweihtes Wasser aus; 'Gut, gut!', sprachen da die Götter und Seher,

Wort für Wort
iti uktvā prākṣhipat rājā
so sprechend, goss der König aus
maṃtra pūtam jalam tadā
mantra-geweihtes Wasser, da
sādhu sādhu iti devānām
'gut, gut', der Götter
ṛṣīṇām vadatām tadā
und der Seher, die da sprachen

deva duṃdubhi nirghoṣaḥ puṣpa varṣham mahān abhūt | evam dattvā sutām sītām maṃtra udaka puraskṛtām || 1-73-29

und es erklang der göttliche Paukenschall, und ein großer Blütenregen fiel. So, nachdem er seine Tochter Sītā gegeben hatte, mit Mantra und Wasser voranstehend,

Wort für Wort
deva duṃdubhi nirghoṣaḥ
der göttliche Paukenschall
puṣpa varṣham mahān abhūt
ein großer Blütenregen entstand
evam dattvā sutām sītām
so, seine Tochter Sītā gegeben habend
maṃtra udaka puraskṛtām
mit Mantra und Wasser voranstehend

abravīt janako rājā harṣheṇa abhiparipluta | lakṣmaṇa āgachcha bhadram te ūrmilām udyatām mayā || 1-73-30

sprach König Janaka, von Freude überflutet: 'Lakṣmaṇa, komm her, Heil dir; Ūrmilā, von mir dargebracht,

Wort für Wort
abravīt janako rājā
sprach König Janaka
harṣheṇa abhiparipluta
von Freude überflutet
lakṣmaṇa āgachcha bhadram te
Lakṣmaṇa, komm her, Heil dir
ūrmilām udyatām mayā
Ūrmilā, von mir dargebracht

pratīchchha pāṇim gṛhṇīṣhva mā bhūt kālasya paryayaḥ | tam evam uktvā janako bharatam cha abhyabhāṣata || 1-73-31

nimm sie an, ergreife ihre Hand – der Zeit soll kein Aufschub widerfahren.' Nachdem er so zu ihm gesprochen hatte, wandte sich Janaka auch an Bharata:

Wort für Wort
pratīchchha pāṇim gṛhṇīṣhva
nimm sie an, ergreife die Hand
mā bhūt kālasya paryayaḥ
der Zeit soll kein Aufschub sein
tam evam uktvā janako
so zu ihm gesprochen habend, Janaka
bharatam cha abhyabhāṣata
wandte sich auch an Bharata

gṛhāṇa pāṇim māṇḍavyāḥ pāṇinā raghunaṃdana | śatrughnam cha api dharmātmā abravīt mithileśvaraḥ || 1-73-32

'Ergreife die Hand der Māṇḍavī mit deiner Hand, Freude der Raghus.' Und auch zu Śatrughna sprach der rechtschaffene Herr von Mithilā:

Wort für Wort
gṛhāṇa pāṇim māṇḍavyāḥ
ergreife die Hand der Māṇḍavī
pāṇinā raghunaṃdana
mit der Hand, Freude der Raghus
śatrughnam cha api dharmātmā
und auch zu Śatrughna, der Rechtschaffene
abravīt mithileśvaraḥ
sprach der Herr von Mithilā

śrutakīrteḥ mahābāho pāṇim gṛhṇīṣhva pāṇinā | sarve bhavantaḥ sauṃyāḥ cha sarve sucharita vratāḥ || 1-73-33

'Der Śrutakīrti Hand, o Starkarmiger, ergreife mit deiner Hand.' Ihr alle seid milde, und alle von rechtschaffenem Gelübde;

Wort für Wort
śrutakīrteḥ mahābāho
der Śrutakīrti, o Starkarmiger
pāṇim gṛhṇīṣhva pāṇinā
ergreife die Hand mit der Hand
sarve bhavantaḥ sauṃyāḥ cha
ihr alle seid milde
sarve sucharita vratāḥ
alle von rechtschaffenem Gelübde

patnībhiḥ santu kākutsthā mā bhūt kālasya paryayaḥ | janakasya vachaḥ śrutvā pāṇīn pāṇibhiḥ aspṛśan || 1-73-34

möget ihr Kākutsthas mit euren Gattinnen sein – der Zeit soll kein Aufschub widerfahren!' Als sie Janakas Worte gehört hatten, berührten sie die Hände mit ihren Händen,

Wort für Wort
patnībhiḥ santu kākutsthā
möget ihr Kākutsthas mit euren Gattinnen sein
mā bhūt kālasya paryayaḥ
der Zeit soll kein Aufschub sein
janakasya vachaḥ śrutvā
als sie Janakas Worte gehört hatten
pāṇīn pāṇibhiḥ aspṛśan
berührten sie die Hände mit ihren Händen

chatvāraḥ te chatasṝṇām vasiṣṭhasya mate sthitāḥ | agnim pradakṣiṇam kṛtvā vedim rājānam eva cha || 1-73-35

die vier, der vier Bräute, im Einklang mit Vasiṣṭhas Anweisung stehend; das Feuer rechtsherum umschreitend, ebenso den Altar und den König,

Wort für Wort
chatvāraḥ te chatasṝṇām
die vier, der vier
vasiṣṭhasya mate sthitāḥ
im Einklang mit Vasiṣṭhas Anweisung stehend
agnim pradakṣiṇam kṛtvā
das Feuer rechtsherum umschreitend
vedim rājānam eva cha
ebenso den Altar und den König

ṛṣīn chaiva mahātmānaḥ saha bhāryā raghu udvahāḥ | yathā uktena tathā chakruḥ vivāham vidhi pūrvakam || 1-73-36

und auch die hochgesinnten Seher, samt ihren Gattinnen, die Raghu-Sprösslinge – wie es angewiesen worden war, so vollzogen sie die Hochzeit, vorschriftsgemäß.

Wort für Wort
ṛṣīn chaiva mahātmānaḥ
und auch die hochgesinnten Seher
saha bhāryā raghu udvahāḥ
samt ihren Gattinnen, die Raghu-Sprösslinge
yathā uktena tathā chakruḥ
wie es angewiesen worden war, so vollzogen sie
vivāham vidhi pūrvakam
die Hochzeit, vorschriftsgemäß

puṣpa vṛṣṭiḥ mahati āsīt aṃtarikṣhāt su bhāsvarā | divya dundubhi nirghoṣhaiḥ gīta vāditra niḥsvanaiḥ || 1-73-37

Ein gewaltiger, strahlender Blütenregen fiel vom Himmelsraum herab, mit dem Schall göttlicher Pauken, mit dem Klang von Gesang und Musikinstrumenten;

Wort für Wort
puṣpa vṛṣṭiḥ mahati āsīt
ein gewaltiger Blütenregen fiel
aṃtarikṣhāt su bhāsvarā
vom Himmelsraum, strahlend
divya dundubhi nirghoṣhaiḥ
mit dem Schall göttlicher Pauken
gīta vāditra niḥsvanaiḥ
mit dem Klang von Gesang und Musikinstrumenten

nanṛtuḥ cha apsaraḥ saṃghā gandharvāḥ cha jaguḥ kalam | vivāhe raghu mukhyānām tad adbhutam adṛśyata || 1-73-38

die Scharen der Apsaras tanzten, und die Gandharvas sangen lieblich; bei der Hochzeit der Ersten der Raghus wurde dieses Wunder erblickt.

Wort für Wort
nanṛtuḥ cha apsaraḥ saṃghā
und die Scharen der Apsaras tanzten
gandharvāḥ cha jaguḥ kalam
und die Gandharvas sangen lieblich
vivāhe raghu mukhyānām
bei der Hochzeit der Ersten der Raghus
tad adbhutam adṛśyata
dieses Wunder wurde erblickt

īdṛśe vartamāne tu tūrya udghuṣṭa ninādite | triḥ agnim te parikraṃya ūhuḥ bhāryā mahaujasaḥ || 1-73-39

Während solches sich zutrug, mit ertönenden Trompetenklängen erschallt, umschritten sie das Feuer dreimal und führten ihre Gattinnen heim, die von großer Kraft.

Wort für Wort
īdṛśe vartamāne tu
während solches sich zutrug
tūrya udghuṣṭa ninādite
mit ertönenden Trompetenklängen erschallt
triḥ agnim te parikraṃya
das Feuer dreimal umschreitend
ūhuḥ bhāryā mahaujasaḥ
führten sie die Gattinnen heim, die von großer Kraft

atha upakāryām jagmuḥ te sa dārā raghunaṃdanāḥ | rājā api anuyayau paśyan sa ṛṣi saṃghaḥ sa bāndhavaḥ || 1-73-40

Dann gingen sie, die Raghu-Sprösslinge, mit ihren Gattinnen, zum Lager; auch der König folgte ihnen nach, zuschauend, samt den Scharen der Seher und den Verwandten.

Wort für Wort
atha upakāryām jagmuḥ te
dann gingen sie zum Lager
sa dārā raghunaṃdanāḥ
mit ihren Gattinnen, die Raghu-Sprösslinge
rājā api anuyayau paśyan
auch der König folgte nach, zuschauend
sa ṛṣi saṃghaḥ sa bāndhavaḥ
samt den Scharen der Seher, samt den Verwandten

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