Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Sabhāparva

Kapitel 12: Rājasūyārambhaḥ Der Beginn des Rājasūya-Vorhabens

Nach Nāradas Bericht kann Yudhiṣṭhira nicht zur Ruhe kommen und richtet, ermutigt durch seine Ratgeber und Brüder, seinen Sinn auf das Rājasūya-Opfer. Doch der besonnene König berät sich wiederholt, bevor er handelt, und sendet schließlich einen Boten nach Dvārakā, um Kṛṣṇa um Rat zu bitten. Kṛṣṇa kommt nach Indraprastha; Yudhiṣṭhira legt ihm sein Anliegen dar und bittet um sein unparteiisches Urteil, da Freunde aus Zuneigung oder Eigennutz oft nicht die reine Wahrheit sagen.

vaiśaṃpāyana uvāca ṛṣes tad vacanaṃ śrutvā niśaśvāsa yudhiṣṭhiraḥ cintayan rājasūyāptiṃ na lebhe śarma bhārata

Vaiśampāyana sprach: Nachdem er die Worte des Sehers gehört hatte, seufzte Yudhiṣṭhira; über die Erlangung des Rājasūya nachdenkend, fand er keine Ruhe, Bhārata.

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca ṛṣes tad vacanaṃ śrutvā niśaśvāsa yudhiṣṭhiraḥ cintayan rājasūyāptiṃ na lebhe śarma bhārata
Vaiśampāyana sprach: Nachdem er die Worte des Sehers gehört hatte, seufzte Yudhiṣṭhira; über die Erlangung des Rājasūya nachdenkend, fand er keine Ruhe, Bhārata.

rājarṣīṇāṃ hi taṃ śrutvā mahimānaṃ mahātmanām yajvanāṃ karmabhiḥ puṇyair lokaprāptiṃ samīkṣya ca

Denn nachdem er von der Größe jener großherzigen Königsseher gehört und erwogen hatte, wie sie durch die heiligen Werke ihrer Opfer die himmlische Welt erlangten,

Wort für Wort
rājarṣīṇāṃ hi taṃ śrutvā mahimānaṃ mahātmanām yajvanāṃ karmabhiḥ puṇyair lokaprāptiṃ samīkṣya ca
Denn nachdem er von der Größe jener großherzigen Königsseher gehört und erwogen hatte, wie sie durch die heiligen Werke ihrer Opfer die himmlische Welt erlangten,

hariścandraṃ ca rājarṣiṃ rocamānaṃ viśeṣataḥ yajvānaṃ yajñam āhartuṃ rājasūyam iyeṣa saḥ

und besonders den strahlenden Königsseher Hariścandra, den Opferer - da wünschte er, das Rājasūya-Opfer zu vollziehen.

Wort für Wort
hariścandraṃ ca rājarṣiṃ rocamānaṃ viśeṣataḥ yajvānaṃ yajñam āhartuṃ rājasūyam iyeṣa saḥ
und besonders den strahlenden Königsseher Hariścandra, den Opferer - da wünschte er, das Rājasūya-Opfer zu vollziehen.

yudhiṣṭhiras tataḥ sarvān arcayitvā sabhāsadaḥ pratyarcitaś ca taiḥ sarvair yajñāyaiva mano dadhe

Yudhiṣṭhira, nachdem er alle Halle-Genossen geehrt hatte und von ihnen allen wiederum geehrt worden war, richtete seinen Sinn ganz auf das Opfer.

Wort für Wort
yudhiṣṭhiras tataḥ sarvān arcayitvā sabhāsadaḥ pratyarcitaś ca taiḥ sarvair yajñāyaiva mano dadhe
Yudhiṣṭhira, nachdem er alle Halle-Genossen geehrt hatte und von ihnen allen wiederum geehrt worden war, richtete seinen Sinn ganz auf das Opfer.

sa rājasūyaṃ rājendra kurūṇām ṛṣabhaḥ kratum āhartuṃ pravaṇaṃ cakre manaḥ saṃcintya so 'sakṛt

Er, der Stier der Kurus, König der Könige, richtete, nachdem er wiederholt darüber nachgedacht hatte, seinen Sinn geneigt darauf, das Rājasūya-Opfer zu vollziehen.

Wort für Wort
sa rājasūyaṃ rājendra kurūṇām ṛṣabhaḥ kratum āhartuṃ pravaṇaṃ cakre manaḥ saṃcintya so 'sakṛt
Er, der Stier der Kurus, König der Könige, richtete, nachdem er wiederholt darüber nachgedacht hatte, seinen Sinn geneigt darauf, das Rājasūya-Opfer zu vollziehen.

bhūyaś cādbhutavīryaujā dharmam evānupālayan kiṃ hitaṃ sarvalokānāṃ bhaved iti mano dadhe

Und weiter, von wunderbarer Kraft und Stärke, dem Dharma allein folgend, richtete er seinen Sinn darauf, was allen Welten zum Heil gereichen könnte.

Wort für Wort
bhūyaś cādbhutavīryaujā dharmam evānupālayan kiṃ hitaṃ sarvalokānāṃ bhaved iti mano dadhe
Und weiter, von wunderbarer Kraft und Stärke, dem Dharma allein folgend, richtete er seinen Sinn darauf, was allen Welten zum Heil gereichen könnte.

anugṛhṇan prajāḥ sarvāḥ sarvadharmavidāṃ varaḥ aviśeṣeṇa sarveṣāṃ hitaṃ cakre yudhiṣṭhiraḥ

Alle Untertanen begünstigend, der Beste der Kenner aller Dharmas, wirkte Yudhiṣṭhira ohne Unterschied zum Heil aller.

Wort für Wort
anugṛhṇan prajāḥ sarvāḥ sarvadharmavidāṃ varaḥ aviśeṣeṇa sarveṣāṃ hitaṃ cakre yudhiṣṭhiraḥ
Alle Untertanen begünstigend, der Beste der Kenner aller Dharmas, wirkte Yudhiṣṭhira ohne Unterschied zum Heil aller.

evaṃ gate tatas tasmin pitarīvāśvasañ janāḥ na tasya vidyate dveṣṭā tato 'syājātaśatrutā

So vertrauten die Menschen ihm wie einem Vater; er hatte keinen Feind - daher rührt sein Beiname Ajātaśatru.

Wort für Wort
evaṃ gate tatas tasmin pitarīvāśvasañ janāḥ na tasya vidyate dveṣṭā tato 'syājātaśatrutā
So vertrauten die Menschen ihm wie einem Vater; er hatte keinen Feind - daher rührt sein Beiname Ajātaśatru.

sa mantriṇaḥ samānāyya bhrātṝṃś ca vadatāṃ varaḥ rājasūyaṃ prati tadā punaḥ punar apṛcchata

Er, der Beste der Redner, ließ seine Ratgeber und Brüder zusammenkommen und befragte sie immer wieder bezüglich des Rājasūya.

Wort für Wort
sa mantriṇaḥ samānāyya bhrātṝṃś ca vadatāṃ varaḥ rājasūyaṃ prati tadā punaḥ punar apṛcchata
Er, der Beste der Redner, ließ seine Ratgeber und Brüder zusammenkommen und befragte sie immer wieder bezüglich des Rājasūya.

te pṛcchyamānāḥ sahitā vaco 'rthyaṃ mantriṇas tadā yudhiṣṭhiraṃ mahāprājñaṃ yiyakṣum idam abruvan

Die so befragten Ratgeber sprachen gemeinsam ein bedeutungsvolles Wort zu dem hochweisen, opferwilligen Yudhiṣṭhira:

Wort für Wort
te pṛcchyamānāḥ sahitā vaco 'rthyaṃ mantriṇas tadā yudhiṣṭhiraṃ mahāprājñaṃ yiyakṣum idam abruvan
Die so befragten Ratgeber sprachen gemeinsam ein bedeutungsvolles Wort zu dem hochweisen, opferwilligen Yudhiṣṭhira:

yenābhiṣikto nṛpatir vāruṇaṃ guṇam ṛcchati tena rājāpi san kṛtsnaṃ samrāḍguṇam abhīpsati

Wodurch ein gesalbter König die Eigenschaft Varuṇas erlangt, dadurch begehrt auch ein König die volle Eigenschaft eines Großkönigs;

Wort für Wort
yenābhiṣikto nṛpatir vāruṇaṃ guṇam ṛcchati tena rājāpi san kṛtsnaṃ samrāḍguṇam abhīpsati
Wodurch ein gesalbter König die Eigenschaft Varuṇas erlangt, dadurch begehrt auch ein König die volle Eigenschaft eines Großkönigs;

tasya samrāḍguṇārhasya bhavataḥ kurunandana rājasūyasya samayaṃ manyante suhṛdas tava

und da du der Eigenschaft eines Großkönigs würdig bist, Freude der Kurus, halten deine Freunde die Zeit für das Rājasūya für gekommen.

Wort für Wort
tasya samrāḍguṇārhasya bhavataḥ kurunandana rājasūyasya samayaṃ manyante suhṛdas tava
und da du der Eigenschaft eines Großkönigs würdig bist, Freude der Kurus, halten deine Freunde die Zeit für das Rājasūya für gekommen.

tasya yajñasya samayaḥ svādhīnaḥ kṣatrasaṃpadā sāmnā ṣaḍ agnayo yasmiṃś cīyante saṃśitavrataiḥ

Die rechte Zeit für jenes Opfer hängt von der eigenen kriegerischen Machtfülle ab, bei dem die sechs Feuer durch gelübdetreue Priester mit Sāman-Gesang errichtet werden,

Wort für Wort
tasya yajñasya samayaḥ svādhīnaḥ kṣatrasaṃpadā sāmnā ṣaḍ agnayo yasmiṃś cīyante saṃśitavrataiḥ
Die rechte Zeit für jenes Opfer hängt von der eigenen kriegerischen Machtfülle ab, bei dem die sechs Feuer durch gelübdetreue Priester mit Sāman-Gesang errichtet werden,

darvīhomān upādāya sarvān yaḥ prāpnute kratūn abhiṣekaṃ ca yajñānte sarvajit tena cocyate

und wer, nachdem er alle Löffel-Opfer dargebracht hat, alle Vorbereitungsriten erlangt, sowie am Ende des Opfers die Salbung, der wird dadurch 'Allbezwinger' genannt.

Wort für Wort
darvīhomān upādāya sarvān yaḥ prāpnute kratūn abhiṣekaṃ ca yajñānte sarvajit tena cocyate
und wer, nachdem er alle Löffel-Opfer dargebracht hat, alle Vorbereitungsriten erlangt, sowie am Ende des Opfers die Salbung, der wird dadurch 'Allbezwinger' genannt.

samartho 'si mahābāho sarve te vaśagā vayam avicārya mahārāja rājasūye manaḥ kuru

Du bist fähig dazu, Starkarmiger; wir alle stehen dir zu Diensten. Richte, ohne zu zögern, Großkönig, deinen Sinn auf das Rājasūya.

Wort für Wort
samartho 'si mahābāho sarve te vaśagā vayam avicārya mahārāja rājasūye manaḥ kuru
Du bist fähig dazu, Starkarmiger; wir alle stehen dir zu Diensten. Richte, ohne zu zögern, Großkönig, deinen Sinn auf das Rājasūya.

ity evaṃ suhṛdaḥ sarve pṛthak ca saha cābruvan sa dharmyaṃ pāṇḍavas teṣāṃ vacaḥ śrutvā viśāṃ pate dhṛṣṭam iṣṭaṃ variṣṭhaṃ ca jagrāha manasārihā

So sprachen alle Freunde, einzeln und gemeinsam; und der Pāṇḍava, nachdem er ihr rechtschaffenes Wort gehört hatte, o Herr der Untertanen, nahm es sich, der Feindebezwinger, kühn, willkommen und vortrefflich zu Herzen.

Wort für Wort
ity evaṃ suhṛdaḥ sarve pṛthak ca saha cābruvan sa dharmyaṃ pāṇḍavas teṣāṃ vacaḥ śrutvā viśāṃ pate dhṛṣṭam iṣṭaṃ variṣṭhaṃ ca jagrāha manasārihā
So sprachen alle Freunde, einzeln und gemeinsam; und der Pāṇḍava, nachdem er ihr rechtschaffenes Wort gehört hatte, o Herr der Untertanen, nahm es sich, der Feindebezwinger, kühn, willkommen und vortrefflich zu Herzen.

śrutvā suhṛdvacas tac ca jānaṃś cāpy ātmanaḥ kṣamam punaḥ punar mano dadhre rājasūyāya bhārata

Nachdem er das Wort seiner Freunde gehört hatte und auch wusste, was ihm selbst gemäß war, richtete er wieder und wieder seinen Sinn auf das Rājasūya, Bhārata.

Wort für Wort
śrutvā suhṛdvacas tac ca jānaṃś cāpy ātmanaḥ kṣamam punaḥ punar mano dadhre rājasūyāya bhārata
Nachdem er das Wort seiner Freunde gehört hatte und auch wusste, was ihm selbst gemäß war, richtete er wieder und wieder seinen Sinn auf das Rājasūya, Bhārata.

sa bhrātṛbhiḥ punar dhīmān ṛtvigbhiś ca mahātmabhiḥ dhaumyadvaipāyanādyaiś ca mantrayām āsa mantribhiḥ

Der Kluge beriet sich wiederum mit seinen Brüdern, mit den großherzigen Opferpriestern - Dhaumya, Dvaipāyana und den übrigen - und mit seinen Ratgebern.

Wort für Wort
sa bhrātṛbhiḥ punar dhīmān ṛtvigbhiś ca mahātmabhiḥ dhaumyadvaipāyanādyaiś ca mantrayām āsa mantribhiḥ
Der Kluge beriet sich wiederum mit seinen Brüdern, mit den großherzigen Opferpriestern - Dhaumya, Dvaipāyana und den übrigen - und mit seinen Ratgebern.

yudhiṣṭhira uvāca iyaṃ yā rājasūyasya samrāḍarhasya sukratoḥ śraddadhānasya vadataḥ spṛhā me sā kathaṃ bhavet

Yudhiṣṭhira sprach: Dieser mein Wunsch nach dem Rājasūya, dem eines Großkönigs würdigen guten Opfer, den ich hege und ausspreche - wie könnte er sich erfüllen?

Wort für Wort
yudhiṣṭhira uvāca iyaṃ yā rājasūyasya samrāḍarhasya sukratoḥ śraddadhānasya vadataḥ spṛhā me sā kathaṃ bhavet
Yudhiṣṭhira sprach: Dieser mein Wunsch nach dem Rājasūya, dem eines Großkönigs würdigen guten Opfer, den ich hege und ausspreche - wie könnte er sich erfüllen?

vaiśaṃpāyana uvāca evam uktās tu te tena rājñā rājīvalocana idam ūcur vacaḥ kāle dharmātmānaṃ yudhiṣṭhiram arhas tvam asi dharmajña rājasūyaṃ mahākratum

Vaiśampāyana sprach: So von jenem König mit den Lotosaugen angesprochen, sagten sie zur rechten Zeit dieses Wort zum rechtschaffenen Yudhiṣṭhira: 'Du bist würdig, Kenner des Dharma, das große Rājasūya-Opfer zu vollziehen.'

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca evam uktās tu te tena rājñā rājīvalocana idam ūcur vacaḥ kāle dharmātmānaṃ yudhiṣṭhiram arhas tvam asi dharmajña rājasūyaṃ mahākratum
Vaiśampāyana sprach: So von jenem König mit den Lotosaugen angesprochen, sagten sie zur rechten Zeit dieses Wort zum rechtschaffenen Yudhiṣṭhira: 'Du bist würdig, Kenner des Dharma, das große Rājasūya-Opfer zu vollziehen.'

athaivam ukte nṛpatāv ṛtvigbhir ṛṣibhis tathā mantriṇo bhrātaraś cāsya tad vacaḥ pratyapūjayan

Als so zum König gesprochen worden war, von den Opferpriestern und den Sehern, billigten seine Ratgeber und Brüder dieses Wort.

Wort für Wort
athaivam ukte nṛpatāv ṛtvigbhir ṛṣibhis tathā mantriṇo bhrātaraś cāsya tad vacaḥ pratyapūjayan
Als so zum König gesprochen worden war, von den Opferpriestern und den Sehern, billigten seine Ratgeber und Brüder dieses Wort.

sa tu rājā mahāprājñaḥ punar evātmanātmavān bhūyo vimamṛśe pārtho lokānāṃ hitakāmyayā

Doch der hochweise, selbstbeherrschte König, der Pārtha, erwog es abermals bei sich selbst, aus Verlangen nach dem Heil der Welten.

Wort für Wort
sa tu rājā mahāprājñaḥ punar evātmanātmavān bhūyo vimamṛśe pārtho lokānāṃ hitakāmyayā
Doch der hochweise, selbstbeherrschte König, der Pārtha, erwog es abermals bei sich selbst, aus Verlangen nach dem Heil der Welten.

sāmarthyayogaṃ saṃprekṣya deśakālau vyayāgamau vimṛśya samyak ca dhiyā kurvan prājño na sīdati

Wer, nachdem er das Vorhandensein der Fähigkeit erwogen hat, Ort und Zeit sowie Ausgaben und Einnahmen wohlbedacht mit Verstand erwägt und danach handelt, der Weise, der geht nicht zugrunde.

Wort für Wort
sāmarthyayogaṃ saṃprekṣya deśakālau vyayāgamau vimṛśya samyak ca dhiyā kurvan prājño na sīdati
Wer, nachdem er das Vorhandensein der Fähigkeit erwogen hat, Ort und Zeit sowie Ausgaben und Einnahmen wohlbedacht mit Verstand erwägt und danach handelt, der Weise, der geht nicht zugrunde.

na hi yajñasamārambhaḥ kevalātmavipattaye bhavatīti samājñāya yatnataḥ kāryam udvahan

Denn er wusste wohl, dass die Aufnahme eines Opfers nicht allein zum eigenen Verderben gereichen darf, und er ging die Sache mit Sorgfalt an.

Wort für Wort
na hi yajñasamārambhaḥ kevalātmavipattaye bhavatīti samājñāya yatnataḥ kāryam udvahan
Denn er wusste wohl, dass die Aufnahme eines Opfers nicht allein zum eigenen Verderben gereichen darf, und er ging die Sache mit Sorgfalt an.

sa niścayārthaṃ kāryasya kṛṣṇam eva janārdanam sarvalokāt paraṃ matvā jagāma manasā harim

Um sich über die Sache zu vergewissern, wandte er sich in Gedanken an Kṛṣṇa Janārdana, den er für höher als alle Welt hielt - an Hari.

Wort für Wort
sa niścayārthaṃ kāryasya kṛṣṇam eva janārdanam sarvalokāt paraṃ matvā jagāma manasā harim
Um sich über die Sache zu vergewissern, wandte er sich in Gedanken an Kṛṣṇa Janārdana, den er für höher als alle Welt hielt - an Hari.

aprameyaṃ mahābāhuṃ kāmāj jātam ajaṃ nṛṣu pāṇḍavas tarkayām āsa karmabhir devasaṃmitaiḥ

Der Pāṇḍava urteilte über den Unermesslichen, Starkarmigen - aus eigenem Willen geboren, doch der unter den Menschen Ungeborene - aufgrund seiner gottgleichen Taten.

Wort für Wort
aprameyaṃ mahābāhuṃ kāmāj jātam ajaṃ nṛṣu pāṇḍavas tarkayām āsa karmabhir devasaṃmitaiḥ
Der Pāṇḍava urteilte über den Unermesslichen, Starkarmigen - aus eigenem Willen geboren, doch der unter den Menschen Ungeborene - aufgrund seiner gottgleichen Taten.

[Anm.: Gemeint ist Kṛṣṇas paradoxe Natur als Avatāra - aus freiem Willen (nicht aus Karma) geboren, in Wahrheit aber der ewig Ungeborene.]

nāsya kiṃ cid avijñātaṃ nāsya kiṃ cid akarmajam na sa kiṃ cin na viṣahed iti kṛṣṇam amanyata

'Nichts ist ihm unbekannt, nichts ist ihm unmöglich zu bewirken, nichts gibt es, das er nicht ertragen könnte' - so dachte er über Kṛṣṇa.

Wort für Wort
nāsya kiṃ cid avijñātaṃ nāsya kiṃ cid akarmajam na sa kiṃ cin na viṣahed iti kṛṣṇam amanyata
'Nichts ist ihm unbekannt, nichts ist ihm unmöglich zu bewirken, nichts gibt es, das er nicht ertragen könnte' - so dachte er über Kṛṣṇa.

sa tu tāṃ naiṣṭhikīṃ buddhiṃ kṛtvā pārtho yudhiṣṭhiraḥ guruvad bhūtagurave prāhiṇod dūtam añjasā

Nachdem der Pārtha Yudhiṣṭhira diesen festen Entschluss gefasst hatte, sandte er alsbald einen Boten zu ihm, dem Lehrer aller Wesen, wie zu einem eigenen Lehrer.

Wort für Wort
sa tu tāṃ naiṣṭhikīṃ buddhiṃ kṛtvā pārtho yudhiṣṭhiraḥ guruvad bhūtagurave prāhiṇod dūtam añjasā
Nachdem der Pārtha Yudhiṣṭhira diesen festen Entschluss gefasst hatte, sandte er alsbald einen Boten zu ihm, dem Lehrer aller Wesen, wie zu einem eigenen Lehrer.

śīghragena rathenāśu sa dūtaḥ prāpya yādavān dvārakāvāsinaṃ kṛṣṇaṃ dvāravatyāṃ samāsadat

Mit schnellfahrendem Wagen eilend, erreichte jener Bote die Yādavas und traf in Dvāravatī den in Dvārakā wohnenden Kṛṣṇa.

Wort für Wort
śīghragena rathenāśu sa dūtaḥ prāpya yādavān dvārakāvāsinaṃ kṛṣṇaṃ dvāravatyāṃ samāsadat
Mit schnellfahrendem Wagen eilend, erreichte jener Bote die Yādavas und traf in Dvāravatī den in Dvārakā wohnenden Kṛṣṇa.

darśanākāṅkṣiṇaṃ pārthaṃ darśanākāṅkṣayācyutaḥ indrasenena sahita indraprasthaṃ yayau tadā

Da der Pārtha ihn zu sehen wünschte, begab sich der Unfehlbare, ebenfalls von dem Wunsch beseelt, ihn zu sehen, zusammen mit Indrasena nach Indraprastha.

Wort für Wort
darśanākāṅkṣiṇaṃ pārthaṃ darśanākāṅkṣayācyutaḥ indrasenena sahita indraprasthaṃ yayau tadā
Da der Pārtha ihn zu sehen wünschte, begab sich der Unfehlbare, ebenfalls von dem Wunsch beseelt, ihn zu sehen, zusammen mit Indrasena nach Indraprastha.

vyatītya vividhān deśāṃs tvarāvān kṣipravāhanaḥ indraprasthagataṃ pārtham abhyagacchaj janārdanaḥ

Mancherlei Länder durchquerend, eilig, mit schnellem Gespann, kam Janārdana zu dem in Indraprastha weilenden Pārtha.

Wort für Wort
vyatītya vividhān deśāṃs tvarāvān kṣipravāhanaḥ indraprasthagataṃ pārtham abhyagacchaj janārdanaḥ
Mancherlei Länder durchquerend, eilig, mit schnellem Gespann, kam Janārdana zu dem in Indraprastha weilenden Pārtha.

sa gṛhe bhrātṛvad bhrātrā dharmarājena pūjitaḥ bhīmena ca tato 'paśyat svasāraṃ prītimān pituḥ

Im Hause wie ein Bruder von seinem Bruder, dem Rechtskönig, und von Bhīma geehrt, erblickte er dort voller Freude die Schwester seines Vaters.

Wort für Wort
sa gṛhe bhrātṛvad bhrātrā dharmarājena pūjitaḥ bhīmena ca tato 'paśyat svasāraṃ prītimān pituḥ
Im Hause wie ein Bruder von seinem Bruder, dem Rechtskönig, und von Bhīma geehrt, erblickte er dort voller Freude die Schwester seines Vaters.

prītaḥ priyeṇa suhṛdā reme sa sahitas tadā arjunena yamābhyāṃ ca guruvat paryupasthitaḥ

Erfreut von seinem lieben Freund, verweilte er dort zusammen mit Arjuna und den Zwillingen, die ihm wie einem Lehrer aufwarteten.

Wort für Wort
prītaḥ priyeṇa suhṛdā reme sa sahitas tadā arjunena yamābhyāṃ ca guruvat paryupasthitaḥ
Erfreut von seinem lieben Freund, verweilte er dort zusammen mit Arjuna und den Zwillingen, die ihm wie einem Lehrer aufwarteten.

taṃ viśrāntaṃ śubhe deśe kṣaṇinaṃ kalyam acyutam dharmarājaḥ samāgamya jñāpayat svaṃ prayojanam

Nachdem er sich an schönem Ort ausgeruht hatte, frei von Sorgen und wohlauf, den Unfehlbaren, trat der Rechtskönig zu ihm und teilte ihm sein Anliegen mit:

Wort für Wort
taṃ viśrāntaṃ śubhe deśe kṣaṇinaṃ kalyam acyutam dharmarājaḥ samāgamya jñāpayat svaṃ prayojanam
Nachdem er sich an schönem Ort ausgeruht hatte, frei von Sorgen und wohlauf, den Unfehlbaren, trat der Rechtskönig zu ihm und teilte ihm sein Anliegen mit:

yudhiṣṭhira uvāca prārthito rājasūyo me na cāsau kevalepsayā prāpyate yena tat te ha viditaṃ kṛṣṇa sarvaśaḥ

Yudhiṣṭhira sprach: Ich begehre das Rājasūya; doch es ist nicht durch bloßes Wünschen zu erlangen - wodurch es zu erlangen ist, das ist dir, Kṛṣṇa, in allem bekannt.

Wort für Wort
yudhiṣṭhira uvāca prārthito rājasūyo me na cāsau kevalepsayā prāpyate yena tat te ha viditaṃ kṛṣṇa sarvaśaḥ
Yudhiṣṭhira sprach: Ich begehre das Rājasūya; doch es ist nicht durch bloßes Wünschen zu erlangen - wodurch es zu erlangen ist, das ist dir, Kṛṣṇa, in allem bekannt.

yasmin sarvaṃ saṃbhavati yaś ca sarvatra pūjyate yaś ca sarveśvaro rājā rājasūyaṃ sa vindati

Wer, in dem alles zusammenkommt, und der überall verehrt wird, und der als König Herr über alle ist - der erlangt das Rājasūya.

Wort für Wort
yasmin sarvaṃ saṃbhavati yaś ca sarvatra pūjyate yaś ca sarveśvaro rājā rājasūyaṃ sa vindati
Wer, in dem alles zusammenkommt, und der überall verehrt wird, und der als König Herr über alle ist - der erlangt das Rājasūya.

taṃ rājasūyaṃ suhṛdaḥ kāryam āhuḥ sametya me tatra me niścitatamaṃ tava kṛṣṇa girā bhavet

Jenes Rājasūya erklären meine Freunde, gemeinsam, für mich als angemessen; doch für mich wird die endgültige Gewissheit erst durch dein Wort, Kṛṣṇa, entstehen.

Wort für Wort
taṃ rājasūyaṃ suhṛdaḥ kāryam āhuḥ sametya me tatra me niścitatamaṃ tava kṛṣṇa girā bhavet
Jenes Rājasūya erklären meine Freunde, gemeinsam, für mich als angemessen; doch für mich wird die endgültige Gewissheit erst durch dein Wort, Kṛṣṇa, entstehen.

ke cid dhi sauhṛdād eva doṣaṃ na paricakṣate arthahetos tathaivānye priyam eva vadanty uta

Denn manche nennen aus bloßer Freundschaft keinen Fehler, andere sprechen ebenso aus Eigennutz nur Angenehmes;

Wort für Wort
ke cid dhi sauhṛdād eva doṣaṃ na paricakṣate arthahetos tathaivānye priyam eva vadanty uta
Denn manche nennen aus bloßer Freundschaft keinen Fehler, andere sprechen ebenso aus Eigennutz nur Angenehmes;

priyam eva parīpsante ke cid ātmani yad dhitam evaṃprāyāś ca dṛśyante janavādāḥ prayojane

manche trachten nur nach dem, was ihnen selbst zuträglich ist und angenehm - so pflegen sich meist die Meinungen der Menschen zu zeigen, wenn es um ihr eigenes Interesse geht.

Wort für Wort
priyam eva parīpsante ke cid ātmani yad dhitam evaṃprāyāś ca dṛśyante janavādāḥ prayojane
manche trachten nur nach dem, was ihnen selbst zuträglich ist und angenehm - so pflegen sich meist die Meinungen der Menschen zu zeigen, wenn es um ihr eigenes Interesse geht.

tvaṃ tu hetūn atītyaitān kāmakrodhau vyatītya ca paramaṃ naḥ kṣamaṃ loke yathāvad vaktum arhasi

Du aber, der du über diese Beweggründe erhaben bist und Begierde und Zorn überwunden hast, du allein bist würdig, uns zu sagen, was in der Welt wahrhaft das Beste und Angemessene für uns ist.

Wort für Wort
tvaṃ tu hetūn atītyaitān kāmakrodhau vyatītya ca paramaṃ naḥ kṣamaṃ loke yathāvad vaktum arhasi
Du aber, der du über diese Beweggründe erhaben bist und Begierde und Zorn überwunden hast, du allein bist würdig, uns zu sagen, was in der Welt wahrhaft das Beste und Angemessene für uns ist.

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