Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Sabhāparva

Kapitel 19: Jarāsaṃdhasaṃvādaḥ Das Streitgespräch mit Jarāsandha

Kṛṣṇa beschreibt Arjuna unterwegs die Landschaft um Girivraja mit ihren fünf Bergen. Die drei Helden betreten die Stadt nicht durch das Tor, sondern durchbrechen mit bloßen Armen den Caityaka-Gipfel - ein bewusster Affront - und dringen, als badegereinigte Brahmanen verkleidet, doch mit kriegerhaften Armen und ohne Ehrengaben anzunehmen, bis zu Jarāsandha vor. Dieser durchschaut die Verkleidung sofort an ihren kriegerischen Merkmalen und verlangt Aufklärung. Kṛṣṇa antwortet mit einer geschickten Rede über die besonderen Pflichten der Kṣatriyas - Tapferkeit im Arm statt im Wort - und erklärt das ungewöhnliche Verhalten mit dem Grundsatz, dass man das Haus eines Feindes nicht durch das Tor betritt und keine Gaben von ihm annimmt.

vāsudeva uvāca eṣa pārtha mahān svāduḥ paśumān nityam ambumān nirāmayaḥ suveśmāḍhyo niveśo māgadhaḥ śubhaḥ

Vāsudeva sprach: Dies, Pārtha, ist die große, liebliche, viehreiche, immer wasserreiche, gesunde, an schönen Häusern reiche, herrliche Siedlung der Magadhas.

Wort für Wort
vāsudeva uvāca eṣa pārtha mahān svāduḥ paśumān nityam ambumān nirāmayaḥ suveśmāḍhyo niveśo māgadhaḥ śubhaḥ
Vāsudeva sprach: Dies, Pārtha, ist die große, liebliche, viehreiche, immer wasserreiche, gesunde, an schönen Häusern reiche, herrliche Siedlung der Magadhas.

vaihāro vipulaḥ śailo varāho vṛṣabhas tathā tathaivarṣigiris tāta śubhāś caityakapañcamāḥ

Vaihāra, der ausgedehnte Śaila, Varāha, ebenso Vṛṣabha und ebenso der Ṛṣigiri, mein Lieber, und als fünfter der herrliche Caityaka -

Wort für Wort
vaihāro vipulaḥ śailo varāho vṛṣabhas tathā tathaivarṣigiris tāta śubhāś caityakapañcamāḥ
Vaihāra, der ausgedehnte Śaila, Varāha, ebenso Vṛṣabha und ebenso der Ṛṣigiri, mein Lieber, und als fünfter der herrliche Caityaka -

ete pañca mahāśṛṅgāḥ parvatāḥ śītaladrumāḥ rakṣantīvābhisaṃhatya saṃhatāṅgā girivrajam

diese fünf großgipfligen Berge mit kühlschattigen Bäumen, mit eng zusammengefügten Flanken, scheinen, dicht vereint, Girivraja zu beschützen.

Wort für Wort
ete pañca mahāśṛṅgāḥ parvatāḥ śītaladrumāḥ rakṣantīvābhisaṃhatya saṃhatāṅgā girivrajam
diese fünf großgipfligen Berge mit kühlschattigen Bäumen, mit eng zusammengefügten Flanken, scheinen, dicht vereint, Girivraja zu beschützen.

puṣpaveṣṭitaśākhāgrair gandhavadbhir manoramaiḥ nigūḍhā iva lodhrāṇāṃ vanaiḥ kāmijanapriyaiḥ

mit blütenumhüllten Zweigspitzen, wohlriechend, entzückend, wie verborgen unter den Lodhra-Wäldern, die Liebenden lieb sind.

Wort für Wort
puṣpaveṣṭitaśākhāgrair gandhavadbhir manoramaiḥ nigūḍhā iva lodhrāṇāṃ vanaiḥ kāmijanapriyaiḥ
mit blütenumhüllten Zweigspitzen, wohlriechend, entzückend, wie verborgen unter den Lodhra-Wäldern, die Liebenden lieb sind.

śūdrāyāṃ gautamo yatra mahātmā saṃśitavrataḥ auśīnaryām ajanayat kākṣīvādīn sutān ṛṣiḥ

Dort, wo der großherzige, gelübdestrenge Seher Gautama mit einer Śūdra-Frau, genannt Auśīnarī, die Söhne Kākṣīvat und andere zeugte,

Wort für Wort
śūdrāyāṃ gautamo yatra mahātmā saṃśitavrataḥ auśīnaryām ajanayat kākṣīvādīn sutān ṛṣiḥ
Dort, wo der großherzige, gelübdestrenge Seher Gautama mit einer Śūdra-Frau, genannt Auśīnarī, die Söhne Kākṣīvat und andere zeugte,

gautamaḥ kṣayaṇād asmād athāsau tatra veśmani bhajate māgadhaṃ vaṃśaṃ sa nṛpāṇām anugrahāt

von diesem Wohnsitz aus genießt jener Gautama, in jenem Hause, durch die Gunst der Könige, Anteil am Geschlecht der Magadhas.

Wort für Wort
gautamaḥ kṣayaṇād asmād athāsau tatra veśmani bhajate māgadhaṃ vaṃśaṃ sa nṛpāṇām anugrahāt
von diesem Wohnsitz aus genießt jener Gautama, in jenem Hause, durch die Gunst der Könige, Anteil am Geschlecht der Magadhas.

aṅgavaṅgādayaś caiva rājānaḥ sumahābalāḥ gautamakṣayam abhyetya ramante sma purārjuna

Und die Könige der Aṅgas, Vaṅgas und anderer, überaus mächtig, pflegten, zu Gautamas Wohnsitz kommend, sich einst zu vergnügen, Arjuna.

Wort für Wort
aṅgavaṅgādayaś caiva rājānaḥ sumahābalāḥ gautamakṣayam abhyetya ramante sma purārjuna
Und die Könige der Aṅgas, Vaṅgas und anderer, überaus mächtig, pflegten, zu Gautamas Wohnsitz kommend, sich einst zu vergnügen, Arjuna.

vanarājīs tu paśyemāḥ priyālānāṃ manoramāḥ lodhrāṇāṃ ca śubhāḥ pārtha gautamaukaḥsamīpajāḥ

Sieh nur diese entzückenden Waldreihen der Priyāla-Bäume und die schönen der Lodhra-Bäume, Pārtha, nahe bei Gautamas Wohnsitz entstanden.

Wort für Wort
vanarājīs tu paśyemāḥ priyālānāṃ manoramāḥ lodhrāṇāṃ ca śubhāḥ pārtha gautamaukaḥsamīpajāḥ
Sieh nur diese entzückenden Waldreihen der Priyāla-Bäume und die schönen der Lodhra-Bäume, Pārtha, nahe bei Gautamas Wohnsitz entstanden.

arbudaḥ śakravāpī ca pannagau śatrutāpanau svastikasyālayaś cātra maṇināgasya cottamaḥ

Arbuda und Śakravāpī, zwei feindebezwingende Schlangenwesen, haben hier ihren Wohnsitz, und der vortreffliche des Svastika und des Maṇināga.

Wort für Wort
arbudaḥ śakravāpī ca pannagau śatrutāpanau svastikasyālayaś cātra maṇināgasya cottamaḥ
Arbuda und Śakravāpī, zwei feindebezwingende Schlangenwesen, haben hier ihren Wohnsitz, und der vortreffliche des Svastika und des Maṇināga.

aparihāryā meghānāṃ māgadheyaṃ maṇeḥ kṛte kauśiko maṇimāṃś caiva vavṛdhāte hy anugraham

Unumgänglich für die Wolken ist das Magadha-Land wegen des Juwels; Kauśika und Maṇimat wuchsen durch gegenseitige Gunst.

Wort für Wort
aparihāryā meghānāṃ māgadheyaṃ maṇeḥ kṛte kauśiko maṇimāṃś caiva vavṛdhāte hy anugraham
Unumgänglich für die Wolken ist das Magadha-Land wegen des Juwels; Kauśika und Maṇimat wuchsen durch gegenseitige Gunst.

[?: Dieser Vers ist im überlieferten Text knapp und unklar; die genaue Bedeutung des Bezugs auf Kauśika und Maṇimat bleibt unsicher.]

arthasiddhiṃ tv anapagāṃ jarāsaṃdho 'bhimanyate vayam āsādane tasya darpam adya nihanma hi

Jarāsandha aber wähnt sich des unwandelbaren Erfolgs seiner Sache sicher; wir wollen heute, bei unserem Zusammentreffen mit ihm, seinen Hochmut brechen.

Wort für Wort
arthasiddhiṃ tv anapagāṃ jarāsaṃdho 'bhimanyate vayam āsādane tasya darpam adya nihanma hi
Jarāsandha aber wähnt sich des unwandelbaren Erfolgs seiner Sache sicher; wir wollen heute, bei unserem Zusammentreffen mit ihm, seinen Hochmut brechen.

vaiśaṃpāyana uvāca evam uktvā tataḥ sarve bhrātaro vipulaujasaḥ vārṣṇeyaḥ pāṇḍaveyau ca pratasthur māgadhaṃ puram

Vaiśampāyana sprach: Nachdem er so gesprochen hatte, brachen alle jene Brüder von gewaltiger Kraft - der Vārṣṇeya und die beiden Pāṇḍaveyas - zur Stadt der Magadhas auf.

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca evam uktvā tataḥ sarve bhrātaro vipulaujasaḥ vārṣṇeyaḥ pāṇḍaveyau ca pratasthur māgadhaṃ puram
Vaiśampāyana sprach: Nachdem er so gesprochen hatte, brachen alle jene Brüder von gewaltiger Kraft - der Vārṣṇeya und die beiden Pāṇḍaveyas - zur Stadt der Magadhas auf.

tuṣṭapuṣṭajanopetaṃ cāturvarṇyajanākulam sphītotsavam anādhṛṣyam āseduś ca girivrajam

Sie erreichten Girivraja, erfüllt von zufriedenen, wohlgenährten Menschen, belebt von Angehörigen aller vier Stände, voller blühender Feste, uneinnehmbar.

Wort für Wort
tuṣṭapuṣṭajanopetaṃ cāturvarṇyajanākulam sphītotsavam anādhṛṣyam āseduś ca girivrajam
Sie erreichten Girivraja, erfüllt von zufriedenen, wohlgenährten Menschen, belebt von Angehörigen aller vier Stände, voller blühender Feste, uneinnehmbar.

te 'tha dvāram anāsādya purasya girim ucchritam bārhadrathaiḥ pūjyamānaṃ tathā nagaravāsibhiḥ

Sie aber, ohne das Tor der Stadt aufzusuchen, näherten sich dem erhabenen Berg, der von den Nachkommen des Bṛhadratha wie auch von den Stadtbewohnern verehrt wurde,

Wort für Wort
te 'tha dvāram anāsādya purasya girim ucchritam bārhadrathaiḥ pūjyamānaṃ tathā nagaravāsibhiḥ
Sie aber, ohne das Tor der Stadt aufzusuchen, näherten sich dem erhabenen Berg, der von den Nachkommen des Bṛhadratha wie auch von den Stadtbewohnern verehrt wurde,

yatra māṣādam ṛṣabham āsasāda bṛhadrathaḥ taṃ hatvā māṣanālāś ca tisro bherīr akārayat

wo Bṛhadratha einst den Dämon Māṣāda in Stiergestalt antraf, ihn erschlug und aus seiner Haut drei Trommeln anfertigen ließ,

Wort für Wort
yatra māṣādam ṛṣabham āsasāda bṛhadrathaḥ taṃ hatvā māṣanālāś ca tisro bherīr akārayat
wo Bṛhadratha einst den Dämon Māṣāda in Stiergestalt antraf, ihn erschlug und aus seiner Haut drei Trommeln anfertigen ließ,

[?: Die genaue Natur des 'Māṣāda' und die Bedeutung von 'māṣanālāḥ' sind im Text unklar.]

ānahya carmaṇā tena sthāpayām āsa sve pure yatra tāḥ prāṇadan bheryo divyapuṣpāvacūrṇitāḥ

und, sie mit jener Haut bespannend, in seiner Stadt aufstellte, wo jene Trommeln, mit göttlichen Blüten bestreut, ertönten.

Wort für Wort
ānahya carmaṇā tena sthāpayām āsa sve pure yatra tāḥ prāṇadan bheryo divyapuṣpāvacūrṇitāḥ
und, sie mit jener Haut bespannend, in seiner Stadt aufstellte, wo jene Trommeln, mit göttlichen Blüten bestreut, ertönten.

māgadhānāṃ suruciraṃ caityakāntaṃ samādravan śirasīva jighāṃsanto jarāsaṃdhajighāṃsavaḥ

Sie eilten zum überaus prächtigen Ende des Caityaka-Berges der Magadhas, als wollten sie ihm den Kopf abschlagen, in ihrem Verlangen, Jarāsandha zu töten,

Wort für Wort
māgadhānāṃ suruciraṃ caityakāntaṃ samādravan śirasīva jighāṃsanto jarāsaṃdhajighāṃsavaḥ
Sie eilten zum überaus prächtigen Ende des Caityaka-Berges der Magadhas, als wollten sie ihm den Kopf abschlagen, in ihrem Verlangen, Jarāsandha zu töten,

sthiraṃ suvipulaṃ śṛṅgaṃ sumahāntaṃ purātanam arcitaṃ mālyadāmaiś ca satataṃ supratiṣṭhitam

und den festen, überaus weiten, überaus großen, uralten, stets mit Blumenkränzen verehrten, wohlgegründeten Gipfel

Wort für Wort
sthiraṃ suvipulaṃ śṛṅgaṃ sumahāntaṃ purātanam arcitaṃ mālyadāmaiś ca satataṃ supratiṣṭhitam
und den festen, überaus weiten, überaus großen, uralten, stets mit Blumenkränzen verehrten, wohlgegründeten Gipfel

vipulair bāhubhir vīrās te 'bhihatyābhyapātayan tatas te māgadhaṃ dṛṣṭvā puraṃ praviviśus tadā

schlugen die Helden mit ihren gewaltigen Armen ein und stürzten ihn nieder; dann, nachdem sie die Stadt der Magadhas erblickt hatten, betraten sie sie.

Wort für Wort
vipulair bāhubhir vīrās te 'bhihatyābhyapātayan tatas te māgadhaṃ dṛṣṭvā puraṃ praviviśus tadā
schlugen die Helden mit ihren gewaltigen Armen ein und stürzten ihn nieder; dann, nachdem sie die Stadt der Magadhas erblickt hatten, betraten sie sie.

etasminn eva kāle tu jarāsaṃdhaṃ samarcayan paryagni kurvaṃś ca nṛpaṃ dviradasthaṃ purohitāḥ

Zu eben dieser Zeit aber verehrten die Priester Jarāsandha und vollzogen die Feuerumwandlung für den König, der auf einem Elefanten saß,

Wort für Wort
etasminn eva kāle tu jarāsaṃdhaṃ samarcayan paryagni kurvaṃś ca nṛpaṃ dviradasthaṃ purohitāḥ
Zu eben dieser Zeit aber verehrten die Priester Jarāsandha und vollzogen die Feuerumwandlung für den König, der auf einem Elefanten saß,

snātakavratinas te tu bāhuśastrā nirāyudhāḥ yuyutsavaḥ praviviśur jarāsaṃdhena bhārata

während jene, gelübdetreue Badegereinigte, mit ihren Armen als Waffe, doch ohne eigentliche Waffen, kampfbegierig, die Stadt betraten, Bhārata, bereit, es mit Jarāsandha aufzunehmen.

Wort für Wort
snātakavratinas te tu bāhuśastrā nirāyudhāḥ yuyutsavaḥ praviviśur jarāsaṃdhena bhārata
während jene, gelübdetreue Badegereinigte, mit ihren Armen als Waffe, doch ohne eigentliche Waffen, kampfbegierig, die Stadt betraten, Bhārata, bereit, es mit Jarāsandha aufzunehmen.

bhakṣyamālyāpaṇānāṃ ca dadṛśuḥ śriyam uttamām sphītāṃ sarvaguṇopetāṃ sarvakāmasamṛddhinīm

Und sie sahen die höchste Pracht der Speise- und Blumenkranz-Läden, blühend, mit allen Vorzügen versehen, reich an allem Erwünschten.

Wort für Wort
bhakṣyamālyāpaṇānāṃ ca dadṛśuḥ śriyam uttamām sphītāṃ sarvaguṇopetāṃ sarvakāmasamṛddhinīm
Und sie sahen die höchste Pracht der Speise- und Blumenkranz-Läden, blühend, mit allen Vorzügen versehen, reich an allem Erwünschten.

tāṃ tu dṛṣṭvā samṛddhiṃ te vīthyāṃ tasyāṃ narottamāḥ rājamārgeṇa gacchantaḥ kṛṣṇabhīmadhanaṃjayāḥ

Nachdem sie jenen Wohlstand in jener Straße gesehen hatten, gingen die besten der Männer, Kṛṣṇa, Bhīma und Dhanaṃjaya, auf dem Königsweg weiter

Wort für Wort
tāṃ tu dṛṣṭvā samṛddhiṃ te vīthyāṃ tasyāṃ narottamāḥ rājamārgeṇa gacchantaḥ kṛṣṇabhīmadhanaṃjayāḥ
Nachdem sie jenen Wohlstand in jener Straße gesehen hatten, gingen die besten der Männer, Kṛṣṇa, Bhīma und Dhanaṃjaya, auf dem Königsweg weiter

balād gṛhītvā mālyāni mālākārān mahābalāḥ virāgavasanāḥ sarve sragviṇo mṛṣṭakuṇḍalāḥ

und nahmen mit Gewalt Blumenkränze von den Kranzwindern, die überaus Mächtigen, alle in ungefärbten Gewändern, bekränzt, mit glänzenden Ohrringen,

Wort für Wort
balād gṛhītvā mālyāni mālākārān mahābalāḥ virāgavasanāḥ sarve sragviṇo mṛṣṭakuṇḍalāḥ
und nahmen mit Gewalt Blumenkränze von den Kranzwindern, die überaus Mächtigen, alle in ungefärbten Gewändern, bekränzt, mit glänzenden Ohrringen,

niveśanam athājagmur jarāsaṃdhasya dhīmataḥ govāsam iva vīkṣantaḥ siṃhā haimavatā yathā

und gelangten zur Wohnstatt des klugen Jarāsandha, sie betrachtend wie einen Rinderpferch, gleich Löwen vom Himālaya.

Wort für Wort
niveśanam athājagmur jarāsaṃdhasya dhīmataḥ govāsam iva vīkṣantaḥ siṃhā haimavatā yathā
und gelangten zur Wohnstatt des klugen Jarāsandha, sie betrachtend wie einen Rinderpferch, gleich Löwen vom Himālaya.

śailastambhanibhās teṣāṃ candanāgurubhūṣitāḥ aśobhanta mahārāja bāhavo bāhuśālinām

Bergsäulen gleich, mit Sandel und Aguru geschmückt, erstrahlten, Großkönig, die Arme jener Armstarken.

Wort für Wort
śailastambhanibhās teṣāṃ candanāgurubhūṣitāḥ aśobhanta mahārāja bāhavo bāhuśālinām
Bergsäulen gleich, mit Sandel und Aguru geschmückt, erstrahlten, Großkönig, die Arme jener Armstarken.

tān dṛṣṭvā dviradaprakhyāñ śālaskandhān ivodgatān vyūḍhoraskān māgadhānāṃ vismayaḥ samajāyata

Als man sie sah, elefantengleich, wie emporragende Śāla-Baumstämme, mit breiter Brust, entstand unter den Magadhas Staunen.

Wort für Wort
tān dṛṣṭvā dviradaprakhyāñ śālaskandhān ivodgatān vyūḍhoraskān māgadhānāṃ vismayaḥ samajāyata
Als man sie sah, elefantengleich, wie emporragende Śāla-Baumstämme, mit breiter Brust, entstand unter den Magadhas Staunen.

te tv atītya janākīrṇās tisraḥ kakṣyā nararṣabhāḥ ahaṃkāreṇa rājānam upatasthur mahābalāḥ

Sie aber, die Stiere unter den Männern, durchschritten die drei von Menschen erfüllten Umfriedungen und traten mit stolzer Haltung vor den König, die überaus Mächtigen.

Wort für Wort
te tv atītya janākīrṇās tisraḥ kakṣyā nararṣabhāḥ ahaṃkāreṇa rājānam upatasthur mahābalāḥ
Sie aber, die Stiere unter den Männern, durchschritten die drei von Menschen erfüllten Umfriedungen und traten mit stolzer Haltung vor den König, die überaus Mächtigen.

tān pādyamadhuparkārhān mānārhān satkṛtiṃ gatān pratyutthāya jarāsaṃdha upatasthe yathāvidhi

Ihnen, die Fußwasser und Ehrentrank verdienten, ehrenwert, der guten Behandlung würdig, erhob sich Jarāsandha entgegen und empfing sie vorschriftsgemäß.

Wort für Wort
tān pādyamadhuparkārhān mānārhān satkṛtiṃ gatān pratyutthāya jarāsaṃdha upatasthe yathāvidhi
Ihnen, die Fußwasser und Ehrentrank verdienten, ehrenwert, der guten Behandlung würdig, erhob sich Jarāsandha entgegen und empfing sie vorschriftsgemäß.

uvāca caitān rājāsau svāgataṃ vo 'stv iti prabhuḥ tasya hy etad vrataṃ rājan babhūva bhuvi viśrutam

Und jener Herrscher-König sprach zu ihnen: 'Willkommen sollt ihr sein' - denn dies war sein Gelübde, o König, das auf der Erde bekannt war:

Wort für Wort
uvāca caitān rājāsau svāgataṃ vo 'stv iti prabhuḥ tasya hy etad vrataṃ rājan babhūva bhuvi viśrutam
Und jener Herrscher-König sprach zu ihnen: 'Willkommen sollt ihr sein' - denn dies war sein Gelübde, o König, das auf der Erde bekannt war:

snātakān brāhmaṇān prāptāñ śrutvā sa samitiṃjayaḥ apy ardharātre nṛpatiḥ pratyudgacchati bhārata

Sobald er hörte, dass badegereinigte Brahmanen angekommen waren, ging jener Bezwinger im Kampf, der König, selbst um Mitternacht ihnen entgegen, Bhārata.

Wort für Wort
snātakān brāhmaṇān prāptāñ śrutvā sa samitiṃjayaḥ apy ardharātre nṛpatiḥ pratyudgacchati bhārata
Sobald er hörte, dass badegereinigte Brahmanen angekommen waren, ging jener Bezwinger im Kampf, der König, selbst um Mitternacht ihnen entgegen, Bhārata.

tāṃs tv apūrveṇa veṣeṇa dṛṣṭvā nṛpatisattamaḥ upatasthe jarāsaṃdho vismitaś cābhavat tadā

Doch als er sie in ihrer ungewöhnlichen Erscheinung sah, empfing sie der beste der Könige, Jarāsandha, dennoch, war aber zugleich verwundert.

Wort für Wort
tāṃs tv apūrveṇa veṣeṇa dṛṣṭvā nṛpatisattamaḥ upatasthe jarāsaṃdho vismitaś cābhavat tadā
Doch als er sie in ihrer ungewöhnlichen Erscheinung sah, empfing sie der beste der Könige, Jarāsandha, dennoch, war aber zugleich verwundert.

te tu dṛṣṭvaiva rājānaṃ jarāsaṃdhaṃ nararṣabhāḥ idam ūcur amitraghnāḥ sarve bharatasattama

Sie aber, sobald sie den König Jarāsandha erblickt hatten, die Stiere unter den Männern, sprachen alle dies, die Feindevernichter, Bester der Bharatas:

Wort für Wort
te tu dṛṣṭvaiva rājānaṃ jarāsaṃdhaṃ nararṣabhāḥ idam ūcur amitraghnāḥ sarve bharatasattama
Sie aber, sobald sie den König Jarāsandha erblickt hatten, die Stiere unter den Männern, sprachen alle dies, die Feindevernichter, Bester der Bharatas:

svasty astu kuśalaṃ rājann iti sarve vyavasthitāḥ taṃ nṛpaṃ nṛpaśārdūla vipraikṣanta parasparam

'Heil sei dir, Wohlergehen, o König' - so sprachen alle, dastehend; und sie betrachteten einander und den König, Tiger unter den Königen.

Wort für Wort
svasty astu kuśalaṃ rājann iti sarve vyavasthitāḥ taṃ nṛpaṃ nṛpaśārdūla vipraikṣanta parasparam
'Heil sei dir, Wohlergehen, o König' - so sprachen alle, dastehend; und sie betrachteten einander und den König, Tiger unter den Königen.

tān abravīj jarāsaṃdhas tadā yādavapāṇḍavān āsyatām iti rājendra brāhmaṇacchadmasaṃvṛtān

Jarāsandha sprach zu ihnen, dem Yādava und den Pāṇḍavas, verhüllt in der Verkleidung von Brahmanen: 'Setzt euch', o König der Könige.

Wort für Wort
tān abravīj jarāsaṃdhas tadā yādavapāṇḍavān āsyatām iti rājendra brāhmaṇacchadmasaṃvṛtān
Jarāsandha sprach zu ihnen, dem Yādava und den Pāṇḍavas, verhüllt in der Verkleidung von Brahmanen: 'Setzt euch', o König der Könige.

athopaviviśuḥ sarve trayas te puruṣarṣabhāḥ saṃpradīptās trayo lakṣmyā mahādhvara ivāgnayaḥ

Da setzten sich alle drei, die Stiere unter den Männern, nieder, glänzend vor Herrlichkeit, wie drei Feuer bei einem großen Opfer.

Wort für Wort
athopaviviśuḥ sarve trayas te puruṣarṣabhāḥ saṃpradīptās trayo lakṣmyā mahādhvara ivāgnayaḥ
Da setzten sich alle drei, die Stiere unter den Männern, nieder, glänzend vor Herrlichkeit, wie drei Feuer bei einem großen Opfer.

tān uvāca jarāsaṃdhaḥ satyasaṃdho narādhipaḥ vigarhamāṇaḥ kauravya veṣagrahaṇakāraṇāt

Jarāsandha, der wahrhaft Verbündete, der Herrscher der Menschen, sprach zu ihnen, sie tadelnd, Kaurava, wegen der Annahme jener Verkleidung:

Wort für Wort
tān uvāca jarāsaṃdhaḥ satyasaṃdho narādhipaḥ vigarhamāṇaḥ kauravya veṣagrahaṇakāraṇāt
Jarāsandha, der wahrhaft Verbündete, der Herrscher der Menschen, sprach zu ihnen, sie tadelnd, Kaurava, wegen der Annahme jener Verkleidung:

na snātakavratā viprā bahirmālyānulepanāḥ bhavantīti nṛloke 'smin viditaṃ mama sarvaśaḥ

'Dass gelübdetreue, badegereinigte Brahmanen nicht mit äußeren Blumenkränzen und Salben geschmückt auftreten, das ist mir in dieser Menschenwelt durchaus bekannt.'

Wort für Wort
na snātakavratā viprā bahirmālyānulepanāḥ bhavantīti nṛloke 'smin viditaṃ mama sarvaśaḥ
'Dass gelübdetreue, badegereinigte Brahmanen nicht mit äußeren Blumenkränzen und Salben geschmückt auftreten, das ist mir in dieser Menschenwelt durchaus bekannt.'

te yūyaṃ puṣpavantaś ca bhujair jyāghātalakṣaṇaiḥ bibhrataḥ kṣātram ojaś ca brāhmaṇyaṃ pratijānatha

'Ihr aber, blumengeschmückt, mit Armen, die die Kennzeichen des Bogensehnenschlags tragen, und mit kriegerischer Kraft ausgestattet, gebt euch für Brahmanen aus.'

Wort für Wort
te yūyaṃ puṣpavantaś ca bhujair jyāghātalakṣaṇaiḥ bibhrataḥ kṣātram ojaś ca brāhmaṇyaṃ pratijānatha
'Ihr aber, blumengeschmückt, mit Armen, die die Kennzeichen des Bogensehnenschlags tragen, und mit kriegerischer Kraft ausgestattet, gebt euch für Brahmanen aus.'

evaṃ virāgavasanā bahirmālyānulepanāḥ satyaṃ vadata ke yūyaṃ satyaṃ rājasu śobhate

'So in ungefärbten Gewändern und dennoch mit äußeren Blumenkränzen und Salben - sagt die Wahrheit, wer seid ihr? Die Wahrheit ziemt sich bei Königen.'

Wort für Wort
evaṃ virāgavasanā bahirmālyānulepanāḥ satyaṃ vadata ke yūyaṃ satyaṃ rājasu śobhate
'So in ungefärbten Gewändern und dennoch mit äußeren Blumenkränzen und Salben - sagt die Wahrheit, wer seid ihr? Die Wahrheit ziemt sich bei Königen.'

caityakaṃ ca gireḥ śṛṅgaṃ bhittvā kim iva sadma naḥ advāreṇa praviṣṭāḥ stha nirbhayā rājakilbiṣāt

'Und warum habt ihr den Caityaka-Gipfel des Berges gespalten, als wäre es unser eigenes Haus, und seid ohne Tor eingetreten, ohne Furcht vor königlichem Unrecht?'

Wort für Wort
caityakaṃ ca gireḥ śṛṅgaṃ bhittvā kim iva sadma naḥ advāreṇa praviṣṭāḥ stha nirbhayā rājakilbiṣāt
'Und warum habt ihr den Caityaka-Gipfel des Berges gespalten, als wäre es unser eigenes Haus, und seid ohne Tor eingetreten, ohne Furcht vor königlichem Unrecht?'

karma caitad viliṅgasya kiṃ vādya prasamīkṣitam vadadhvaṃ vāci vīryaṃ ca brāhmaṇasya viśeṣataḥ

'Dies ist die Tat von jemandem mit falschem Kennzeichen; was habt ihr euch heute dabei gedacht? Sagt es mir - besonders bei einem Brahmanen zeigt sich die Kraft im Wort.'

Wort für Wort
karma caitad viliṅgasya kiṃ vādya prasamīkṣitam vadadhvaṃ vāci vīryaṃ ca brāhmaṇasya viśeṣataḥ
'Dies ist die Tat von jemandem mit falschem Kennzeichen; was habt ihr euch heute dabei gedacht? Sagt es mir - besonders bei einem Brahmanen zeigt sich die Kraft im Wort.'

evaṃ ca mām upasthāya kasmāc ca vidhinārhaṇām praṇītāṃ no na gṛhṇīta kāryaṃ kiṃ cāsmadāgame

'Und warum habt ihr, obwohl ihr so vor mich getreten seid, die von uns vorschriftsgemäß dargebrachte Ehrengabe nicht angenommen? Was ist euer Anliegen bei unserem Kommen?'

Wort für Wort
evaṃ ca mām upasthāya kasmāc ca vidhinārhaṇām praṇītāṃ no na gṛhṇīta kāryaṃ kiṃ cāsmadāgame
'Und warum habt ihr, obwohl ihr so vor mich getreten seid, die von uns vorschriftsgemäß dargebrachte Ehrengabe nicht angenommen? Was ist euer Anliegen bei unserem Kommen?'

evam uktas tataḥ kṛṣṇaḥ pratyuvāca mahāmanāḥ snigdhagambhīrayā vācā vākyaṃ vākyaviśāradaḥ

So angesprochen, antwortete Kṛṣṇa, der Hochgesinnte, mit sanfter, tiefer Stimme, der Wortkundige, mit diesem Wort:

Wort für Wort
evam uktas tataḥ kṛṣṇaḥ pratyuvāca mahāmanāḥ snigdhagambhīrayā vācā vākyaṃ vākyaviśāradaḥ
So angesprochen, antwortete Kṛṣṇa, der Hochgesinnte, mit sanfter, tiefer Stimme, der Wortkundige, mit diesem Wort:

snātakavratino rājan brāhmaṇāḥ kṣatriyā viśaḥ viśeṣaniyamāś caiṣām aviśeṣāś ca santy uta

'Gelübdetreue, badegereinigte Menschen gibt es unter Brahmanen, Kṣatriyas und Vaiśyas, o König; für sie gibt es besondere wie auch allgemeine Regeln.'

Wort für Wort
snātakavratino rājan brāhmaṇāḥ kṣatriyā viśaḥ viśeṣaniyamāś caiṣām aviśeṣāś ca santy uta
'Gelübdetreue, badegereinigte Menschen gibt es unter Brahmanen, Kṣatriyas und Vaiśyas, o König; für sie gibt es besondere wie auch allgemeine Regeln.'

viśeṣavāṃś ca satataṃ kṣatriyaḥ śriyam archati puṣpavatsu dhruvā śrīś ca puṣpavantas tato vayam

'Und der Kṣatriya, mit seiner besonderen Regel, erlangt stets Glanz; bei den Blumengeschmückten ist der Glanz beständig, deshalb sind wir blumengeschmückt.'

Wort für Wort
viśeṣavāṃś ca satataṃ kṣatriyaḥ śriyam archati puṣpavatsu dhruvā śrīś ca puṣpavantas tato vayam
'Und der Kṣatriya, mit seiner besonderen Regel, erlangt stets Glanz; bei den Blumengeschmückten ist der Glanz beständig, deshalb sind wir blumengeschmückt.'

kṣatriyo bāhuvīryas tu na tathā vākyavīryavān apragalbhaṃ vacas tasya tasmād bārhadrathe smṛtam

'Der Kṣatriya ist tapfer im Arm, nicht ebenso tapfer im Wort; seine Rede ist nicht vorlaut - das sollte dir, Sohn des Bṛhadratha, wohlbekannt sein.'

Wort für Wort
kṣatriyo bāhuvīryas tu na tathā vākyavīryavān apragalbhaṃ vacas tasya tasmād bārhadrathe smṛtam
'Der Kṣatriya ist tapfer im Arm, nicht ebenso tapfer im Wort; seine Rede ist nicht vorlaut - das sollte dir, Sohn des Bṛhadratha, wohlbekannt sein.'

svavīryaṃ kṣatriyāṇāṃ ca bāhvor dhātā nyaveśayat tad didṛkṣasi ced rājan draṣṭāsy adya na saṃśayaḥ

'Die eigene Tapferkeit der Kṣatriyas hat der Schöpfer in ihre Arme gelegt; wenn du sie zu sehen wünschst, o König, wirst du sie heute ohne Zweifel sehen.'

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svavīryaṃ kṣatriyāṇāṃ ca bāhvor dhātā nyaveśayat tad didṛkṣasi ced rājan draṣṭāsy adya na saṃśayaḥ
'Die eigene Tapferkeit der Kṣatriyas hat der Schöpfer in ihre Arme gelegt; wenn du sie zu sehen wünschst, o König, wirst du sie heute ohne Zweifel sehen.'

advāreṇa ripor gehaṃ dvāreṇa suhṛdo gṛham praviśanti sadā santo dvāraṃ no varjitaṃ tataḥ

'Ohne Tor betreten die Rechtschaffenen stets das Haus eines Feindes, durch das Tor aber das Haus eines Freundes; deshalb haben wir das Tor gemieden.'

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advāreṇa ripor gehaṃ dvāreṇa suhṛdo gṛham praviśanti sadā santo dvāraṃ no varjitaṃ tataḥ
'Ohne Tor betreten die Rechtschaffenen stets das Haus eines Feindes, durch das Tor aber das Haus eines Freundes; deshalb haben wir das Tor gemieden.'

kāryavanto gṛhān etya śatruto nārhaṇāṃ vayam pratigṛhṇīma tad viddhi etan naḥ śāśvataṃ vratam

'Wenn wir mit einem Anliegen zum Haus eines Feindes kommen, nehmen wir keine Ehrengabe an - das wisse; dies ist unser ewiges Gelübde.'

Wort für Wort
kāryavanto gṛhān etya śatruto nārhaṇāṃ vayam pratigṛhṇīma tad viddhi etan naḥ śāśvataṃ vratam
'Wenn wir mit einem Anliegen zum Haus eines Feindes kommen, nehmen wir keine Ehrengabe an - das wisse; dies ist unser ewiges Gelübde.'

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