Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Sabhāparva

Kapitel 20: Jarāsaṃdhapratijñā Jarāsandhas Rechtfertigung und Kampfansage

Jarāsandha weist Kṛṣṇas Vorwürfe zurück: Er habe niemanden Unrecht getan, sondern lediglich im Kampf besiegte Könige gefangen genommen, wie es dem Kṣatriya-Dharma entspreche. Kṛṣṇa entgegnet, dass es kein Unrecht sei, Könige wie Opfertiere für ein Menschenopfer an Rudra zu behandeln, und fordert ihn zum Zweikampf oder zur Freilassung der Gefangenen auf, indem er seine wahre Identität - Kṛṣṇa Hṛṣīkeśa und die beiden Pāṇḍavas - offenbart. Jarāsandha bleibt unbeugsam, verweist auf sein kriegerisches Gelübde und erklärt sich zu jeder Kampfform bereit, woraufhin er seinen Sohn Sahadeva zum Mitregenten krönen lässt. Kṛṣṇa aber, eingedenk der göttlichen Fügung, dass Jarāsandhas Tod einem anderen - Bhīma - bestimmt ist, verzichtet bewusst darauf, ihn selbst zu erschlagen.

jarāsaṃdha uvāca na smareyaṃ kadā vairaṃ kṛtaṃ yuṣmābhir ity uta cintayaṃś ca na paśyāmi bhavatāṃ prati vaikṛtam

Jarāsandha sprach: Ich kann mich nicht erinnern, dass ich jemals Feindschaft mit euch begangen hätte; und nachdenkend sehe ich auch kein Unrecht meinerseits gegen euch.

Wort für Wort
jarāsaṃdha uvāca na smareyaṃ kadā vairaṃ kṛtaṃ yuṣmābhir ity uta cintayaṃś ca na paśyāmi bhavatāṃ prati vaikṛtam
Jarāsandha sprach: Ich kann mich nicht erinnern, dass ich jemals Feindschaft mit euch begangen hätte; und nachdenkend sehe ich auch kein Unrecht meinerseits gegen euch.

vaikṛte cāsati kathaṃ manyadhvaṃ mām anāgasam ariṃ vibrūta tad viprāḥ satāṃ samaya eṣa hi

Und da kein Unrecht besteht, wie könnt ihr mich, den Schuldlosen, für einen Feind halten? Erklärt mir das, Brahmanen, denn dies ist der Brauch der Rechtschaffenen.

Wort für Wort
vaikṛte cāsati kathaṃ manyadhvaṃ mām anāgasam ariṃ vibrūta tad viprāḥ satāṃ samaya eṣa hi
Und da kein Unrecht besteht, wie könnt ihr mich, den Schuldlosen, für einen Feind halten? Erklärt mir das, Brahmanen, denn dies ist der Brauch der Rechtschaffenen.

atha dharmopaghātād dhi manaḥ samupatapyate yo 'nāgasi prasṛjati kṣatriyo 'pi na saṃśayaḥ

Denn wenn durch Verletzung des Dharma der Geist gequält wird - wer Gewalt gegen einen Schuldlosen ausübt, dessen Geist wird gequält, selbst wenn er ein Kṣatriya ist, kein Zweifel.

Wort für Wort
atha dharmopaghātād dhi manaḥ samupatapyate yo 'nāgasi prasṛjati kṣatriyo 'pi na saṃśayaḥ
Denn wenn durch Verletzung des Dharma der Geist gequält wird - wer Gewalt gegen einen Schuldlosen ausübt, dessen Geist wird gequält, selbst wenn er ein Kṣatriya ist, kein Zweifel.

ato 'nyathācaraṃl loke dharmajñaḥ san mahāvrataḥ vṛjināṃ gatim āpnoti śreyaso 'py upahanti ca

Wer daher anders handelt, obwohl er den Dharma kennt und großen Gelübden folgt, gelangt zum Schicksal der Übeltäter und zerstört auch sein eigenes Heil.

Wort für Wort
ato 'nyathācaraṃl loke dharmajñaḥ san mahāvrataḥ vṛjināṃ gatim āpnoti śreyaso 'py upahanti ca
Wer daher anders handelt, obwohl er den Dharma kennt und großen Gelübden folgt, gelangt zum Schicksal der Übeltäter und zerstört auch sein eigenes Heil.

trailokye kṣatradharmād dhi śreyāṃsaṃ sādhucāriṇām anāgasaṃ prajānānāḥ pramādād iva jalpatha

Obwohl ihr wisst, dass in den drei Welten nichts höher ist als der Kṣatriya-Dharma bei den Rechtschaffenen, und dass ich schuldlos bin, sprecht ihr wie aus Unachtsamkeit.

Wort für Wort
trailokye kṣatradharmād dhi śreyāṃsaṃ sādhucāriṇām anāgasaṃ prajānānāḥ pramādād iva jalpatha
Obwohl ihr wisst, dass in den drei Welten nichts höher ist als der Kṣatriya-Dharma bei den Rechtschaffenen, und dass ich schuldlos bin, sprecht ihr wie aus Unachtsamkeit.

vāsudeva uvāca kulakāryaṃ mahārāja kaś cid ekaḥ kulodvahaḥ vahate tanniyogād vai vayam abhyutthitās trayaḥ

Vāsudeva sprach: Eine Angelegenheit des Geschlechts, Großkönig, trägt manchmal ein Einzelner, der Träger des Geschlechts; auf dessen Geheiß sind wir drei aufgestanden.

Wort für Wort
vāsudeva uvāca kulakāryaṃ mahārāja kaś cid ekaḥ kulodvahaḥ vahate tanniyogād vai vayam abhyutthitās trayaḥ
Vāsudeva sprach: Eine Angelegenheit des Geschlechts, Großkönig, trägt manchmal ein Einzelner, der Träger des Geschlechts; auf dessen Geheiß sind wir drei aufgestanden.

tvayā copahṛtā rājan kṣatriyā lokavāsinaḥ tad āgaḥ krūram utpādya manyase kiṃ tv anāgasam

Von dir wurden, o König, Kṣatriyas, Bewohner der Welt, weggeführt; nachdem du diese grausame Sünde begangen hast, wie kannst du dich dennoch für schuldlos halten?

Wort für Wort
tvayā copahṛtā rājan kṣatriyā lokavāsinaḥ tad āgaḥ krūram utpādya manyase kiṃ tv anāgasam
Von dir wurden, o König, Kṣatriyas, Bewohner der Welt, weggeführt; nachdem du diese grausame Sünde begangen hast, wie kannst du dich dennoch für schuldlos halten?

rājā rājñaḥ kathaṃ sādhūn hiṃsyān nṛpatisattama tad rājñaḥ saṃnigṛhya tvaṃ rudrāyopajihīrṣasi

Wie könnte ein König rechtschaffene Könige verletzen, bester der Herrscher? Dennoch hast du Könige gefangen genommen, um sie dem Rudra darzubringen.

Wort für Wort
rājā rājñaḥ kathaṃ sādhūn hiṃsyān nṛpatisattama tad rājñaḥ saṃnigṛhya tvaṃ rudrāyopajihīrṣasi
Wie könnte ein König rechtschaffene Könige verletzen, bester der Herrscher? Dennoch hast du Könige gefangen genommen, um sie dem Rudra darzubringen.

asmāṃs tad eno gaccheta tvayā bārhadrathe kṛtam vayaṃ hi śaktā dharmasya rakṣaṇe dharmacāriṇaḥ

Diese Sünde, die von dir, Sohn des Bṛhadratha, begangen wurde, möge uns treffen; denn wir sind fähig, den Dharma zu schützen, dem Dharma folgend.

Wort für Wort
asmāṃs tad eno gaccheta tvayā bārhadrathe kṛtam vayaṃ hi śaktā dharmasya rakṣaṇe dharmacāriṇaḥ
Diese Sünde, die von dir, Sohn des Bṛhadratha, begangen wurde, möge uns treffen; denn wir sind fähig, den Dharma zu schützen, dem Dharma folgend.

manuṣyāṇāṃ samālambho na ca dṛṣṭaḥ kadā cana sa kathaṃ mānuṣair devaṃ yaṣṭum icchasi śaṃkaram

Nirgends je ist gesehen worden, dass Menschen als Opfertiere dargebracht würden; wie also willst du dem Gott Śaṃkara mit Menschen opfern?

Wort für Wort
manuṣyāṇāṃ samālambho na ca dṛṣṭaḥ kadā cana sa kathaṃ mānuṣair devaṃ yaṣṭum icchasi śaṃkaram
Nirgends je ist gesehen worden, dass Menschen als Opfertiere dargebracht würden; wie also willst du dem Gott Śaṃkara mit Menschen opfern?

savarṇo hi savarṇānāṃ paśusaṃjñāṃ kariṣyati ko 'nya evaṃ yathā hi tvaṃ jarāsaṃdha vṛthāmatiḥ

Welcher andere, der von gleicher Art ist, wird seinesgleichen zu Opfertieren erklären, wie du es tust, Jarāsandha, in deiner törichten Gesinnung?

Wort für Wort
savarṇo hi savarṇānāṃ paśusaṃjñāṃ kariṣyati ko 'nya evaṃ yathā hi tvaṃ jarāsaṃdha vṛthāmatiḥ
Welcher andere, der von gleicher Art ist, wird seinesgleichen zu Opfertieren erklären, wie du es tust, Jarāsandha, in deiner törichten Gesinnung?

te tvāṃ jñātikṣayakaraṃ vayam ārtānusāriṇaḥ jñātivṛddhinimittārthaṃ viniyantum ihāgatāḥ

Wir, die wir den Bedrängten beistehen, sind hierher gekommen, um dich, den Zerstörer der Verwandten, um des Gedeihens der Verwandten willen zurechtzuweisen.

Wort für Wort
te tvāṃ jñātikṣayakaraṃ vayam ārtānusāriṇaḥ jñātivṛddhinimittārthaṃ viniyantum ihāgatāḥ
Wir, die wir den Bedrängten beistehen, sind hierher gekommen, um dich, den Zerstörer der Verwandten, um des Gedeihens der Verwandten willen zurechtzuweisen.

nāsti loke pumān anyaḥ kṣatriyeṣv iti caiva yat manyase sa ca te rājan sumahān buddhiviplavaḥ

Dass es in der Welt unter den Kṣatriyas keinen anderen Mann dir gleich gebe - das zu denken, o König, ist eine gewaltige Verwirrung deines Verstandes.

Wort für Wort
nāsti loke pumān anyaḥ kṣatriyeṣv iti caiva yat manyase sa ca te rājan sumahān buddhiviplavaḥ
Dass es in der Welt unter den Kṣatriyas keinen anderen Mann dir gleich gebe - das zu denken, o König, ist eine gewaltige Verwirrung deines Verstandes.

ko hi jānann abhijanam ātmanaḥ kṣatriyo nṛpa nāviśet svargam atulaṃ raṇānantaram avyayam

Denn welcher Kṣatriya, der seine eigene edle Abkunft kennt, o König, würde nicht in den unvergleichlichen, unvergänglichen Himmel eingehen wollen, sogleich nach der Schlacht?

Wort für Wort
ko hi jānann abhijanam ātmanaḥ kṣatriyo nṛpa nāviśet svargam atulaṃ raṇānantaram avyayam
Denn welcher Kṣatriya, der seine eigene edle Abkunft kennt, o König, würde nicht in den unvergleichlichen, unvergänglichen Himmel eingehen wollen, sogleich nach der Schlacht?

svargaṃ hy eva samāsthāya raṇayajñeṣu dīkṣitāḥ yajante kṣatriyā lokāṃs tad viddhi magadhādhipa

Denn im Vertrauen eben auf den Himmel, geweiht in den Opfern der Schlacht, opfern die Kṣatriyas ihr Leben, um die Welten zu erlangen - das wisse, Herrscher der Magadhas.

Wort für Wort
svargaṃ hy eva samāsthāya raṇayajñeṣu dīkṣitāḥ yajante kṣatriyā lokāṃs tad viddhi magadhādhipa
Denn im Vertrauen eben auf den Himmel, geweiht in den Opfern der Schlacht, opfern die Kṣatriyas ihr Leben, um die Welten zu erlangen - das wisse, Herrscher der Magadhas.

svargayonir jayo rājan svargayonir mahad yaśaḥ svargayonis tapo yuddhe mārgaḥ so 'vyabhicāravān

Der Sieg ist der Mutterschoß des Himmels, o König; großer Ruhm ist der Mutterschoß des Himmels; Askese im Kampf ist der Mutterschoß des Himmels - dies ist der untrügliche Weg.

Wort für Wort
svargayonir jayo rājan svargayonir mahad yaśaḥ svargayonis tapo yuddhe mārgaḥ so 'vyabhicāravān
Der Sieg ist der Mutterschoß des Himmels, o König; großer Ruhm ist der Mutterschoß des Himmels; Askese im Kampf ist der Mutterschoß des Himmels - dies ist der untrügliche Weg.

eṣa hy aindro vaijayanto guṇo nityaṃ samāhitaḥ yenāsurān parājitya jagat pāti śatakratuḥ

Denn dies ist Indras siegreiche, stets gesammelte Tugend, durch die Śatakratu, nachdem er die Asuras besiegt hat, die Welt beschützt.

Wort für Wort
eṣa hy aindro vaijayanto guṇo nityaṃ samāhitaḥ yenāsurān parājitya jagat pāti śatakratuḥ
Denn dies ist Indras siegreiche, stets gesammelte Tugend, durch die Śatakratu, nachdem er die Asuras besiegt hat, die Welt beschützt.

svargam āsthāya kasya syād vigrahitvaṃ yathā tava māgadhair vipulaiḥ sainyair bāhulyabaladarpitaiḥ

Wer, im Vertrauen auf den Himmel, würde einen Kampf führen wie du, mit den zahlreichen Magadha-Truppen, stolz auf ihre Zahl und Kraft?

Wort für Wort
svargam āsthāya kasya syād vigrahitvaṃ yathā tava māgadhair vipulaiḥ sainyair bāhulyabaladarpitaiḥ
Wer, im Vertrauen auf den Himmel, würde einen Kampf führen wie du, mit den zahlreichen Magadha-Truppen, stolz auf ihre Zahl und Kraft?

māvamaṃsthāḥ parān rājan nāsti vīryaṃ nare nare samaṃ tejas tvayā caiva kevalaṃ manujeśvara

Verachte nicht die anderen, o König; nicht bei jedem Mann ist gleiche Tapferkeit vorhanden - nur mit dir allein, Herrscher der Menschen, ist unser Glanz vergleichbar.

Wort für Wort
māvamaṃsthāḥ parān rājan nāsti vīryaṃ nare nare samaṃ tejas tvayā caiva kevalaṃ manujeśvara
Verachte nicht die anderen, o König; nicht bei jedem Mann ist gleiche Tapferkeit vorhanden - nur mit dir allein, Herrscher der Menschen, ist unser Glanz vergleichbar.

yāvad eva na saṃbuddhaṃ tāvad eva bhavet tava viṣahyam etad asmākam ato rājan bravīmi te

Nur solange es dir nicht bewusst ist, mag dies für dich unüberwindlich erscheinen; für uns aber ist dies zu bewältigen - deshalb sage ich dir dies, o König.

Wort für Wort
yāvad eva na saṃbuddhaṃ tāvad eva bhavet tava viṣahyam etad asmākam ato rājan bravīmi te
Nur solange es dir nicht bewusst ist, mag dies für dich unüberwindlich erscheinen; für uns aber ist dies zu bewältigen - deshalb sage ich dir dies, o König.

jahi tvaṃ sadṛśeṣv eva mānaṃ darpaṃ ca māgadha mā gamaḥ sasutāmātyaḥ sabalaś ca yamakṣayam

Gib du, Māgadha, deinen Stolz und Hochmut gegenüber deinesgleichen auf; geh nicht, zusammen mit deinen Söhnen, Ministern und deiner Streitmacht, in Yamas Reich der Vernichtung ein.

Wort für Wort
jahi tvaṃ sadṛśeṣv eva mānaṃ darpaṃ ca māgadha mā gamaḥ sasutāmātyaḥ sabalaś ca yamakṣayam
Gib du, Māgadha, deinen Stolz und Hochmut gegenüber deinesgleichen auf; geh nicht, zusammen mit deinen Söhnen, Ministern und deiner Streitmacht, in Yamas Reich der Vernichtung ein.

dambhodbhavaḥ kārtavīrya uttaraś ca bṛhadrathaḥ śreyaso hy avamanyeha vineśuḥ sabalā nṛpāḥ

Dambhodbhava, Kārtavīrya, Uttara und Bṛhadratha - Könige, die die ihnen Überlegenen verachteten, gingen hier, samt ihrer Streitmacht, zugrunde.

Wort für Wort
dambhodbhavaḥ kārtavīrya uttaraś ca bṛhadrathaḥ śreyaso hy avamanyeha vineśuḥ sabalā nṛpāḥ
Dambhodbhava, Kārtavīrya, Uttara und Bṛhadratha - Könige, die die ihnen Überlegenen verachteten, gingen hier, samt ihrer Streitmacht, zugrunde.

mumukṣamāṇās tvattaś ca na vayaṃ brāhmaṇabruvāḥ śaurir asmi hṛṣīkeśo nṛvīrau pāṇḍavāv imau

Wir sind nicht darauf aus, von dir befreit zu werden, noch sind wir bloße Brahmanen, die sich so nennen: Ich bin der Śauri Hṛṣīkeśa, und diese beiden sind Helden unter den Menschen, die Pāṇḍavas.

Wort für Wort
mumukṣamāṇās tvattaś ca na vayaṃ brāhmaṇabruvāḥ śaurir asmi hṛṣīkeśo nṛvīrau pāṇḍavāv imau
Wir sind nicht darauf aus, von dir befreit zu werden, noch sind wir bloße Brahmanen, die sich so nennen: Ich bin der Śauri Hṛṣīkeśa, und diese beiden sind Helden unter den Menschen, die Pāṇḍavas.

tvām āhvayāmahe rājan sthiro yudhyasva māgadha muñca vā nṛpatīn sarvān mā gamas tvaṃ yamakṣayam

Wir fordern dich heraus, o König; stehe fest und kämpfe, Māgadha, oder lass alle Könige frei - geh nicht in Yamas Reich der Vernichtung ein.

Wort für Wort
tvām āhvayāmahe rājan sthiro yudhyasva māgadha muñca vā nṛpatīn sarvān mā gamas tvaṃ yamakṣayam
Wir fordern dich heraus, o König; stehe fest und kämpfe, Māgadha, oder lass alle Könige frei - geh nicht in Yamas Reich der Vernichtung ein.

jarāsaṃdha uvāca nājitān vai narapatīn aham ādadmi kāṃś cana jitaḥ kaḥ paryavasthātā ko 'tra yo na mayā jitaḥ

Jarāsandha sprach: Ich nehme keine Herrscher der Menschen gefangen, die ich nicht im Kampf besiegt habe; welcher Besiegte könnte sich hier widersetzen? Wer ist hier, der nicht von mir besiegt worden wäre?

Wort für Wort
jarāsaṃdha uvāca nājitān vai narapatīn aham ādadmi kāṃś cana jitaḥ kaḥ paryavasthātā ko 'tra yo na mayā jitaḥ
Jarāsandha sprach: Ich nehme keine Herrscher der Menschen gefangen, die ich nicht im Kampf besiegt habe; welcher Besiegte könnte sich hier widersetzen? Wer ist hier, der nicht von mir besiegt worden wäre?

kṣatriyasyaitad evāhur dharmyaṃ kṛṣṇopajīvanam vikramya vaśam ānīya kāmato yat samācaret

Man sagt, dies eben sei die dem Kṣatriya gemäße, rechtschaffene Lebensweise: durch Tapferkeit andere in seine Gewalt zu bringen und dann mit ihnen nach Belieben zu verfahren.

Wort für Wort
kṣatriyasyaitad evāhur dharmyaṃ kṛṣṇopajīvanam vikramya vaśam ānīya kāmato yat samācaret
Man sagt, dies eben sei die dem Kṣatriya gemäße, rechtschaffene Lebensweise: durch Tapferkeit andere in seine Gewalt zu bringen und dann mit ihnen nach Belieben zu verfahren.

devatārtham upākṛtya rājñaḥ kṛṣṇa kathaṃ bhayāt aham adya vimuñceyaṃ kṣātraṃ vratam anusmaran

Nachdem ich die Könige für die Gottheit vorbereitet habe, wie sollte ich sie nun, Kṛṣṇa, aus Furcht freilassen, eingedenk meines kriegerischen Gelübdes?

Wort für Wort
devatārtham upākṛtya rājñaḥ kṛṣṇa kathaṃ bhayāt aham adya vimuñceyaṃ kṣātraṃ vratam anusmaran
Nachdem ich die Könige für die Gottheit vorbereitet habe, wie sollte ich sie nun, Kṛṣṇa, aus Furcht freilassen, eingedenk meines kriegerischen Gelübdes?

sainyaṃ sainyena vyūḍhena eka ekena vā punaḥ dvābhyāṃ tribhir vā yotsye 'haṃ yugapat pṛthag eva vā

Ich werde kämpfen, Heer gegen aufgestelltes Heer, oder Einzelner gegen Einzelnen, oder auch gegen zwei oder drei, gleichzeitig oder auch einzeln nacheinander.

Wort für Wort
sainyaṃ sainyena vyūḍhena eka ekena vā punaḥ dvābhyāṃ tribhir vā yotsye 'haṃ yugapat pṛthag eva vā
Ich werde kämpfen, Heer gegen aufgestelltes Heer, oder Einzelner gegen Einzelnen, oder auch gegen zwei oder drei, gleichzeitig oder auch einzeln nacheinander.

vaiśaṃpāyana uvāca evam uktvā jarāsaṃdhaḥ sahadevābhiṣecanam ājñāpayat tadā rājā yuyutsur bhīmakarmabhiḥ

Vaiśampāyana sprach: Nachdem er so gesprochen hatte, ordnete Jarāsandha, kampfbereit gegen die von furchtbaren Taten Gekennzeichneten, die Krönungsweihe seines Sohnes Sahadeva an.

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca evam uktvā jarāsaṃdhaḥ sahadevābhiṣecanam ājñāpayat tadā rājā yuyutsur bhīmakarmabhiḥ
Vaiśampāyana sprach: Nachdem er so gesprochen hatte, ordnete Jarāsandha, kampfbereit gegen die von furchtbaren Taten Gekennzeichneten, die Krönungsweihe seines Sohnes Sahadeva an.

sa tu senāpatī rājā sasmāra bharatarṣabha kauśikaṃ citrasenaṃ ca tasmin yuddha upasthite

Jener König gedachte, als der Kampf bevorstand, seines Heerführers, Stier der Bharatas, an Kauśika und Citrasena,

Wort für Wort
sa tu senāpatī rājā sasmāra bharatarṣabha kauśikaṃ citrasenaṃ ca tasmin yuddha upasthite
Jener König gedachte, als der Kampf bevorstand, seines Heerführers, Stier der Bharatas, an Kauśika und Citrasena,

yayos te nāmanī loke haṃseti ḍibhaketi ca pūrvaṃ saṃkathite pumbhir nṛloke lokasatkṛte

deren Namen in der Welt, unter den Menschen, früher als 'Haṃsa' und 'Ḍibhaka' bekannt und von den Menschen der Welt geehrt worden waren.

Wort für Wort
yayos te nāmanī loke haṃseti ḍibhaketi ca pūrvaṃ saṃkathite pumbhir nṛloke lokasatkṛte
deren Namen in der Welt, unter den Menschen, früher als 'Haṃsa' und 'Ḍibhaka' bekannt und von den Menschen der Welt geehrt worden waren.

[?: Der genaue Bezug zwischen Kauśika/Citrasena und den zuvor erwähnten Haṃsa/Ḍibhaka bleibt im Text unklar.]

taṃ tu rājan vibhuḥ śaurī rājānaṃ balināṃ varam smṛtvā puruṣaśārdūla śārdūlasamavikramam

Doch jenen König, den besten der Starken, den tigergleich Kühnen, gedachte der mächtige Śauri, o König, Tiger unter den Männern,

Wort für Wort
taṃ tu rājan vibhuḥ śaurī rājānaṃ balināṃ varam smṛtvā puruṣaśārdūla śārdūlasamavikramam
Doch jenen König, den besten der Starken, den tigergleich Kühnen, gedachte der mächtige Śauri, o König, Tiger unter den Männern,

satyasaṃdho jarāsaṃdhaṃ bhuvi bhīmaparākramam bhāgam anyasya nirdiṣṭaṃ vadhyaṃ bhūmibhṛd acyutaḥ

nämlich Jarāsandha, den wahrhaft Verbündeten, von furchtbarer Kühnheit auf Erden, als denjenigen, dessen Tod einem anderen zugewiesen war - der unfehlbare Erdenträger,

Wort für Wort
satyasaṃdho jarāsaṃdhaṃ bhuvi bhīmaparākramam bhāgam anyasya nirdiṣṭaṃ vadhyaṃ bhūmibhṛd acyutaḥ
nämlich Jarāsandha, den wahrhaft Verbündeten, von furchtbarer Kühnheit auf Erden, als denjenigen, dessen Tod einem anderen zugewiesen war - der unfehlbare Erdenträger,

nātmanātmavatāṃ mukhya iyeṣa madhusūdanaḥ brahmaṇo ''jñāṃ puraskṛtya hantuṃ haladharānujaḥ

wünschte nicht, ihn selbst zu töten - der Erste der Selbstbeherrschten, der Madhusūdana, der jüngere Bruder des Pflugträgers -, sondern stellte, Brahmās Anweisung voranstellend, die Tötung einem anderen anheim.

Wort für Wort
nātmanātmavatāṃ mukhya iyeṣa madhusūdanaḥ brahmaṇo ''jñāṃ puraskṛtya hantuṃ haladharānujaḥ
wünschte nicht, ihn selbst zu töten - der Erste der Selbstbeherrschten, der Madhusūdana, der jüngere Bruder des Pflugträgers -, sondern stellte, Brahmās Anweisung voranstellend, die Tötung einem anderen anheim.

[Anm.: Gemeint ist, dass Kṛṣṇa Jarāsandhas Tötung bewusst nicht selbst vollzieht, da das Schicksal (Brahmās Fügung) sie Bhīma zugedacht hat.]

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