Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Sabhāparva

Kapitel 72: Dhṛtarāṣṭravilāpaḥ Dhṛtarāṣṭras Rückblick und Schuldeingeständnis gegenüber Saṃjaya - Ende des Sabhāparva

Im letzten Kapitel des Sabhāparva blickt der von Sorge gequälte Dhṛtarāṣṭra im Gespräch mit Saṃjaya auf das Geschehene zurück: die Schändung Draupadīs, die zahlreichen Unheilsvorzeichen (Erdbeben, Sonnenfinsternis, Feuer in den Wagenhäusern, klagende Schakale), seine eigene Gunstgewährung an Draupadī auf Viduras Drängen hin, und Viduras eindringliche, prophetische Warnung vor dem unaufhaltsamen Zorn der Pāṇḍavas, gestützt durch Kṛṣṇa und die Pāñcālas. Das Kapitel - und mit ihm das gesamte Buch - endet mit Dhṛtarāṣṭras offenem Eingeständnis, dass er Viduras weisen Rat aus Liebe zu seinem Sohn Duryodhana in den Wind geschlagen hat.

vaiśaṃpāyana uvāca vanaṃ gateṣu pārtheṣu nirjiteṣu durodare dhṛtarāṣṭraṃ mahārāja tadā cintā samāviśat

Vaiśaṃpāyana sprach: Als die Söhne der Pṛthā, im falschen Würfelspiel besiegt, in den Wald gezogen waren, befiel da, großer König, Sorge den Dhṛtarāṣṭra.

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca vanaṃ gateṣu pārtheṣu nirjiteṣu durodare dhṛtarāṣṭraṃ mahārāja tadā cintā samāviśat
Vaiśaṃpāyana sprach: Als die Söhne der Pṛthā, im falschen Würfelspiel besiegt, in den Wald gezogen waren, befiel da, großer König, Sorge den Dhṛtarāṣṭra.

taṃ cintayānam āsīnaṃ dhṛtarāṣṭraṃ janeśvaram niḥśvasantam anekāgram iti hovāca saṃjayaḥ

Zu ihm, dem sinnenden, dasitzenden Dhṛtarāṣṭra, dem Herrscher der Menschen, der schwer atmete, mit unstetem Sinn, sprach da Saṃjaya so:

Wort für Wort
taṃ cintayānam āsīnaṃ dhṛtarāṣṭraṃ janeśvaram niḥśvasantam anekāgram iti hovāca saṃjayaḥ
Zu ihm, dem sinnenden, dasitzenden Dhṛtarāṣṭra, dem Herrscher der Menschen, der schwer atmete, mit unstetem Sinn, sprach da Saṃjaya so:

avāpya vasusaṃpūrṇāṃ vasudhāṃ vasudhādhipa pravrājya pāṇḍavān rājyād rājan kim anuśocasi

'Nachdem du die an Schätzen reiche Erde gewonnen hast, o Herr der Erde, und die Pāṇḍavas aus dem Reich vertrieben hast, o König, worüber trauerst du noch?'

Wort für Wort
avāpya vasusaṃpūrṇāṃ vasudhāṃ vasudhādhipa pravrājya pāṇḍavān rājyād rājan kim anuśocasi
'Nachdem du die an Schätzen reiche Erde gewonnen hast, o Herr der Erde, und die Pāṇḍavas aus dem Reich vertrieben hast, o König, worüber trauerst du noch?'

dhṛtarāṣṭra uvāca aśocyaṃ tu kutas teṣāṃ yeṣāṃ vairaṃ bhaviṣyati pāṇḍavair yuddhaśauṇḍair hi mitravadbhir mahārathaiḥ

Dhṛtarāṣṭra sprach: Wie könnte es für die nichts zu betrauern geben, denen Feindschaft bevorsteht mit den Pāṇḍavas, den kampfbegierigen, einst freundschaftlich gesinnten großen Wagenkämpfern?

Wort für Wort
dhṛtarāṣṭra uvāca aśocyaṃ tu kutas teṣāṃ yeṣāṃ vairaṃ bhaviṣyati pāṇḍavair yuddhaśauṇḍair hi mitravadbhir mahārathaiḥ
Dhṛtarāṣṭra sprach: Wie könnte es für die nichts zu betrauern geben, denen Feindschaft bevorsteht mit den Pāṇḍavas, den kampfbegierigen, einst freundschaftlich gesinnten großen Wagenkämpfern?

saṃjaya uvāca tavedaṃ sukṛtaṃ rājan mahad vairaṃ bhaviṣyati vināśaḥ sarvalokasya sānubandho bhaviṣyati

Saṃjaya sprach: Dies ist deine eigene Tat, o König; große Feindschaft wird daraus entstehen, und das Verderben aller Welt samt ihrem Anhang wird die Folge sein.

Wort für Wort
saṃjaya uvāca tavedaṃ sukṛtaṃ rājan mahad vairaṃ bhaviṣyati vināśaḥ sarvalokasya sānubandho bhaviṣyati
Saṃjaya sprach: Dies ist deine eigene Tat, o König; große Feindschaft wird daraus entstehen, und das Verderben aller Welt samt ihrem Anhang wird die Folge sein.

vāryamāṇo 'pi bhīṣmeṇa droṇena vidureṇa ca pāṇḍavānāṃ priyāṃ bhāryāṃ draupadīṃ dharmacāriṇīm

Obwohl du von Bhīṣma, Droṇa und Vidura zurückgehalten wurdest, ließest du zu, dass die geliebte, dem Recht ergebene Gattin der Pāṇḍavas, Draupadī -

Wort für Wort
vāryamāṇo 'pi bhīṣmeṇa droṇena vidureṇa ca pāṇḍavānāṃ priyāṃ bhāryāṃ draupadīṃ dharmacāriṇīm
Obwohl du von Bhīṣma, Droṇa und Vidura zurückgehalten wurdest, ließest du zu, dass die geliebte, dem Recht ergebene Gattin der Pāṇḍavas, Draupadī -

prāhiṇod ānayeheti putro duryodhanas tava sūtaputraṃ sumandātmā nirlajjaḥ prātikāminam

- dass dein Sohn Duryodhana, übelgesinnt und schamlos, den Sohn des Wagenlenkers, Prātikāmin, aussandte mit den Worten: 'Bring sie her!'

Wort für Wort
prāhiṇod ānayeheti putro duryodhanas tava sūtaputraṃ sumandātmā nirlajjaḥ prātikāminam
- dass dein Sohn Duryodhana, übelgesinnt und schamlos, den Sohn des Wagenlenkers, Prātikāmin, aussandte mit den Worten: 'Bring sie her!'

dhṛtarāṣṭra uvāca yasmai devāḥ prayacchanti puruṣāya parābhavam buddhiṃ tasyāpakarṣanti so 'pācīnāni paśyati

Dhṛtarāṣṭra sprach: Dem Mann, dem die Götter den Untergang bestimmt haben, dem entziehen sie zuvor den Verstand; er sieht dann alles verkehrt.

Wort für Wort
dhṛtarāṣṭra uvāca yasmai devāḥ prayacchanti puruṣāya parābhavam buddhiṃ tasyāpakarṣanti so 'pācīnāni paśyati
Dhṛtarāṣṭra sprach: Dem Mann, dem die Götter den Untergang bestimmt haben, dem entziehen sie zuvor den Verstand; er sieht dann alles verkehrt.

buddhau kaluṣabhūtāyāṃ vināśe pratyupasthite anayo nayasaṃkāśo hṛdayān nāpasarpati

Wenn der Verstand getrübt ist und der Untergang bevorsteht, weicht das Unrecht, das wie Recht erscheint, nicht aus dem Herzen.

Wort für Wort
buddhau kaluṣabhūtāyāṃ vināśe pratyupasthite anayo nayasaṃkāśo hṛdayān nāpasarpati
Wenn der Verstand getrübt ist und der Untergang bevorsteht, weicht das Unrecht, das wie Recht erscheint, nicht aus dem Herzen.

anarthāś cārtharūpeṇa arthāś cānartharūpiṇaḥ uttiṣṭhanti vināśānte naraṃ tac cāsya rocate

Unheil erscheint in der Gestalt des Nutzens, und Nutzen in der Gestalt des Unheils - so erhebt es sich für den Menschen am Ende des Verderbens, und eben das gefällt ihm dann.

Wort für Wort
anarthāś cārtharūpeṇa arthāś cānartharūpiṇaḥ uttiṣṭhanti vināśānte naraṃ tac cāsya rocate
Unheil erscheint in der Gestalt des Nutzens, und Nutzen in der Gestalt des Unheils - so erhebt es sich für den Menschen am Ende des Verderbens, und eben das gefällt ihm dann.

na kālo daṇḍam udyamya śiraḥ kṛntati kasya cit kālasya balam etāvad viparītārthadarśanam

Nicht erhebt die Zeit einen Stab und schneidet damit irgendjemandem den Kopf ab; die Macht der Zeit besteht eben darin, die Dinge verkehrt erscheinen zu lassen.

Wort für Wort
na kālo daṇḍam udyamya śiraḥ kṛntati kasya cit kālasya balam etāvad viparītārthadarśanam
Nicht erhebt die Zeit einen Stab und schneidet damit irgendjemandem den Kopf ab; die Macht der Zeit besteht eben darin, die Dinge verkehrt erscheinen zu lassen.

āsāditam idaṃ ghoraṃ tumulaṃ lomaharṣaṇam pāñcālīm apakarṣadbhiḥ sabhāmadhye tapasvinīm

Dieses schreckliche, tumultartige, haarsträubende Ereignis ist eingetreten, als sie die leidgeprüfte Pāñcālī inmitten der Versammlung wegschleppten -

Wort für Wort
āsāditam idaṃ ghoraṃ tumulaṃ lomaharṣaṇam pāñcālīm apakarṣadbhiḥ sabhāmadhye tapasvinīm
Dieses schreckliche, tumultartige, haarsträubende Ereignis ist eingetreten, als sie die leidgeprüfte Pāñcālī inmitten der Versammlung wegschleppten -

ayonijāṃ rūpavatīṃ kule jātāṃ vibhāvarīm ko nu tāṃ sarvadharmajñāṃ paribhūya yaśasvinīm

- wer könnte wohl sie, die nicht aus einem Mutterschoß Geborene, die Schöne, in edler Familie Geborene, die Strahlende, alle Rechtsordnungen Kennende, die Ruhmreiche, so entehren,

Wort für Wort
ayonijāṃ rūpavatīṃ kule jātāṃ vibhāvarīm ko nu tāṃ sarvadharmajñāṃ paribhūya yaśasvinīm
- wer könnte wohl sie, die nicht aus einem Mutterschoß Geborene, die Schöne, in edler Familie Geborene, die Strahlende, alle Rechtsordnungen Kennende, die Ruhmreiche, so entehren,

paryānayet sabhāmadhyam ṛte durdyūtadevinam strīdharmiṇīṃ varārohāṃ śoṇitena samukṣitām

- und sie, in ihren Reinigungstagen, die Schönhüftige, mit Blut besprengt, in die Mitte der Versammlung führen, außer einem, der dem bösen Würfelspiel verfallen ist?

Wort für Wort
paryānayet sabhāmadhyam ṛte durdyūtadevinam strīdharmiṇīṃ varārohāṃ śoṇitena samukṣitām
- und sie, in ihren Reinigungstagen, die Schönhüftige, mit Blut besprengt, in die Mitte der Versammlung führen, außer einem, der dem bösen Würfelspiel verfallen ist?

ekavastrāṃ ca pāñcālīṃ pāṇḍavān abhyavekṣatīm hṛtasvān bhraṣṭacittāṃs tān hṛtadārān hṛtaśriyaḥ

Und die einzig noch bekleidete Pāñcālī blickte auf die Pāṇḍavas, sie, die ihres Besitzes Beraubten, im Sinn Erschütterten, ihrer Gattenehre Beraubten, ihres Glanzes Beraubten,

Wort für Wort
ekavastrāṃ ca pāñcālīṃ pāṇḍavān abhyavekṣatīm hṛtasvān bhraṣṭacittāṃs tān hṛtadārān hṛtaśriyaḥ
Und die einzig noch bekleidete Pāñcālī blickte auf die Pāṇḍavas, sie, die ihres Besitzes Beraubten, im Sinn Erschütterten, ihrer Gattenehre Beraubten, ihres Glanzes Beraubten,

vihīnān sarvakāmebhyo dāsabhāvavaśaṃ gatān dharmapāśaparikṣiptān aśaktān iva vikrame

- der aller Wünsche Beraubten, in den Zustand der Knechtschaft Geratenen, in die Fessel des Rechts Eingeschlossenen, wie Kraftloser in ihrer Tapferkeit Erscheinenden.

Wort für Wort
vihīnān sarvakāmebhyo dāsabhāvavaśaṃ gatān dharmapāśaparikṣiptān aśaktān iva vikrame
- der aller Wünsche Beraubten, in den Zustand der Knechtschaft Geratenen, in die Fessel des Rechts Eingeschlossenen, wie Kraftloser in ihrer Tapferkeit Erscheinenden.

kruddhām amarṣitāṃ kṛṣṇāṃ duḥkhitāṃ kurusaṃsadi duryodhanaś ca karṇaś ca kaṭukāny abhyabhāṣatām

Zur zornigen, ungeduldigen, leidenden Kṛṣṇā sprachen Duryodhana und Karṇa in der Kuru-Versammlung harte Worte.

Wort für Wort
kruddhām amarṣitāṃ kṛṣṇāṃ duḥkhitāṃ kurusaṃsadi duryodhanaś ca karṇaś ca kaṭukāny abhyabhāṣatām
Zur zornigen, ungeduldigen, leidenden Kṛṣṇā sprachen Duryodhana und Karṇa in der Kuru-Versammlung harte Worte.

tasyāḥ kṛpaṇacakṣurbhyāṃ pradahyetāpi medinī api śeṣaṃ bhaved adya putrāṇāṃ mama saṃjaya

Durch ihre mitleiderregenden Augen könnte selbst die Erde in Brand geraten - ob wohl heute noch etwas von meinen Söhnen übrig bleiben wird, Saṃjaya?

Wort für Wort
tasyāḥ kṛpaṇacakṣurbhyāṃ pradahyetāpi medinī api śeṣaṃ bhaved adya putrāṇāṃ mama saṃjaya
Durch ihre mitleiderregenden Augen könnte selbst die Erde in Brand geraten - ob wohl heute noch etwas von meinen Söhnen übrig bleiben wird, Saṃjaya?

bhāratānāṃ striyaḥ sarvā gāndhāryā saha saṃgatāḥ prākrośan bhairavaṃ tatra dṛṣṭvā kṛṣṇāṃ sabhāgatām

Alle Frauen der Bharatas, zusammen mit Gāndhārī versammelt, schrien dort entsetzlich auf, als sie Kṛṣṇā in der Versammlung sahen.

Wort für Wort
bhāratānāṃ striyaḥ sarvā gāndhāryā saha saṃgatāḥ prākrośan bhairavaṃ tatra dṛṣṭvā kṛṣṇāṃ sabhāgatām
Alle Frauen der Bharatas, zusammen mit Gāndhārī versammelt, schrien dort entsetzlich auf, als sie Kṛṣṇā in der Versammlung sahen.

agnihotrāṇi sāyāhne na cāhūyanta sarvaśaḥ brāhmaṇāḥ kupitāś cāsan draupadyāḥ parikarṣaṇe

Die abendlichen Feueropfer wurden überall nicht mehr dargebracht; die Brahmanen waren erzürnt über das Wegschleppen Draupadīs.

Wort für Wort
agnihotrāṇi sāyāhne na cāhūyanta sarvaśaḥ brāhmaṇāḥ kupitāś cāsan draupadyāḥ parikarṣaṇe
Die abendlichen Feueropfer wurden überall nicht mehr dargebracht; die Brahmanen waren erzürnt über das Wegschleppen Draupadīs.

āsīn niṣṭānako ghoro nirghātaś ca mahān abhūt divolkāś cāpatan ghorā rāhuś cārkam upāgrasat aparvaṇi mahāghoraṃ prajānāṃ janayan bhayam

Es gab ein schreckliches dumpfes Getöse, und ein gewaltiger Donnerschlag ertönte; schreckliche Sternschnuppen fielen vom Himmel, und Rāhu verschlang die Sonne außerhalb der vorgesehenen Zeit - ein höchst furchtbares Ereignis, das den Geschöpfen Schrecken einjagte.

Wort für Wort
āsīn niṣṭānako ghoro nirghātaś ca mahān abhūt divolkāś cāpatan ghorā rāhuś cārkam upāgrasat aparvaṇi mahāghoraṃ prajānāṃ janayan bhayam
Es gab ein schreckliches dumpfes Getöse, und ein gewaltiger Donnerschlag ertönte; schreckliche Sternschnuppen fielen vom Himmel, und Rāhu verschlang die Sonne außerhalb der vorgesehenen Zeit - ein höchst furchtbares Ereignis, das den Geschöpfen Schrecken einjagte.

tathaiva rathaśālāsu prādurāsīd dhutāśanaḥ dhvajāś ca vyavaśīryanta bharatānām abhūtaye

Ebenso entstand in den Wagenhäusern Feuer, und die Banner der Bharatas zerbrachen, zu ihrem Verderben.

Wort für Wort
tathaiva rathaśālāsu prādurāsīd dhutāśanaḥ dhvajāś ca vyavaśīryanta bharatānām abhūtaye
Ebenso entstand in den Wagenhäusern Feuer, und die Banner der Bharatas zerbrachen, zu ihrem Verderben.

duryodhanasyāgnihotre prākrośan bhairavaṃ śivāḥ tās tadā pratyabhāṣanta rāsabhāḥ sarvatodiśam

Beim Feueropfer Duryodhanas schrien Schakale entsetzlich auf; ihnen antworteten da von allen Seiten Esel.

Wort für Wort
duryodhanasyāgnihotre prākrośan bhairavaṃ śivāḥ tās tadā pratyabhāṣanta rāsabhāḥ sarvatodiśam
Beim Feueropfer Duryodhanas schrien Schakale entsetzlich auf; ihnen antworteten da von allen Seiten Esel.

prātiṣṭhata tato bhīṣmo droṇena saha saṃjaya kṛpaś ca somadattaś ca bāhlīkaś ca mahārathaḥ

Da brachen Bhīṣma, zusammen mit Droṇa, Kṛpa, Somadatta und der große Wagenkämpfer Bāhlīka auf, o Saṃjaya.

Wort für Wort
prātiṣṭhata tato bhīṣmo droṇena saha saṃjaya kṛpaś ca somadattaś ca bāhlīkaś ca mahārathaḥ
Da brachen Bhīṣma, zusammen mit Droṇa, Kṛpa, Somadatta und der große Wagenkämpfer Bāhlīka auf, o Saṃjaya.

tato 'ham abruvaṃ tatra vidureṇa pracoditaḥ varaṃ dadāni kṛṣṇāyai kāṅkṣitaṃ yad yad icchati

Da sprach ich dort, von Vidura angetrieben: 'Ich will Kṛṣṇā eine Gunst gewähren, was immer sie sich wünscht.'

Wort für Wort
tato 'ham abruvaṃ tatra vidureṇa pracoditaḥ varaṃ dadāni kṛṣṇāyai kāṅkṣitaṃ yad yad icchati
Da sprach ich dort, von Vidura angetrieben: 'Ich will Kṛṣṇā eine Gunst gewähren, was immer sie sich wünscht.'

avṛṇot tatra pāñcālī pāṇḍavān amitaujasaḥ sarathān sadhanuṣkāṃś cāpy anujñāsiṣam apy aham

Da wählte die Pāñcālī die Pāṇḍavas, die von unermesslicher Kraft, samt ihren Wagen und Bögen; und auch ich gab meine Zustimmung.

Wort für Wort
avṛṇot tatra pāñcālī pāṇḍavān amitaujasaḥ sarathān sadhanuṣkāṃś cāpy anujñāsiṣam apy aham
Da wählte die Pāñcālī die Pāṇḍavas, die von unermesslicher Kraft, samt ihren Wagen und Bögen; und auch ich gab meine Zustimmung.

athābravīn mahāprājño viduraḥ sarvadharmavit etadantāḥ stha bharatā yad vaḥ kṛṣṇā sabhāṃ gatā

Da sprach der hochweise, alle Rechtsordnungen kennende Vidura: 'Dies ist euer Ende, ihr Bharatas, dass Kṛṣṇā in die Versammlung geführt wurde.'

Wort für Wort
athābravīn mahāprājño viduraḥ sarvadharmavit etadantāḥ stha bharatā yad vaḥ kṛṣṇā sabhāṃ gatā
Da sprach der hochweise, alle Rechtsordnungen kennende Vidura: 'Dies ist euer Ende, ihr Bharatas, dass Kṛṣṇā in die Versammlung geführt wurde.'

eṣā pāñcālarājasya sutaiṣā śrīr anuttamā pāñcālī pāṇḍavān etān daivasṛṣṭopasarpati

'Dies ist die Tochter des Königs der Pāñcālas, diese unübertreffliche Glücksgöttin; die Pāñcālī naht sich diesen Pāṇḍavas, vom Schicksal bestimmt.'

Wort für Wort
eṣā pāñcālarājasya sutaiṣā śrīr anuttamā pāñcālī pāṇḍavān etān daivasṛṣṭopasarpati
'Dies ist die Tochter des Königs der Pāñcālas, diese unübertreffliche Glücksgöttin; die Pāñcālī naht sich diesen Pāṇḍavas, vom Schicksal bestimmt.'

tasyāḥ pārthāḥ parikleśaṃ na kṣaṃsyante 'tyamarṣaṇāḥ vṛṣṇayo vā maheṣvāsāḥ pāñcālā vā mahaujasaḥ

'Ihre Drangsal werden die Söhne der Pṛthā, von großem Zorn erfüllt, nicht verzeihen, noch die Vṛṣṇis, die großen Bogenschützen, noch die Pāñcālas von gewaltiger Kraft.'

Wort für Wort
tasyāḥ pārthāḥ parikleśaṃ na kṣaṃsyante 'tyamarṣaṇāḥ vṛṣṇayo vā maheṣvāsāḥ pāñcālā vā mahaujasaḥ
'Ihre Drangsal werden die Söhne der Pṛthā, von großem Zorn erfüllt, nicht verzeihen, noch die Vṛṣṇis, die großen Bogenschützen, noch die Pāñcālas von gewaltiger Kraft.'

tena satyābhisaṃdhena vāsudevena rakṣitāḥ āgamiṣyati bībhatsuḥ pāñcālair abhirakṣitaḥ

'Von jenem in seinem Wort wahrhaften Vāsudeva beschützt, wird der Furchterregende (Arjuna) kommen, von den Pāñcālas geschützt.'

Wort für Wort
tena satyābhisaṃdhena vāsudevena rakṣitāḥ āgamiṣyati bībhatsuḥ pāñcālair abhirakṣitaḥ
'Von jenem in seinem Wort wahrhaften Vāsudeva beschützt, wird der Furchterregende (Arjuna) kommen, von den Pāñcālas geschützt.'

teṣāṃ madhye maheṣvāso bhīmaseno mahābalaḥ āgamiṣyati dhunvāno gadāṃ daṇḍam ivāntakaḥ

'In ihrer Mitte wird der große Bogenschütze Bhīmasena kommen, von gewaltiger Kraft, seine Keule schwingend wie der Todesgott seinen Stab.'

Wort für Wort
teṣāṃ madhye maheṣvāso bhīmaseno mahābalaḥ āgamiṣyati dhunvāno gadāṃ daṇḍam ivāntakaḥ
'In ihrer Mitte wird der große Bogenschütze Bhīmasena kommen, von gewaltiger Kraft, seine Keule schwingend wie der Todesgott seinen Stab.'

tato gāṇḍīvanirghoṣaṃ śrutvā pārthasya dhīmataḥ gadāvegaṃ ca bhīmasya nālaṃ soḍhuṃ narādhipāḥ

'Dann werden die Fürsten, wenn sie das Dröhnen des Gāṇḍīva-Bogens des weisen Sohnes der Pṛthā und den Ansturm der Keule Bhīmas hören, dies nicht ertragen können.'

Wort für Wort
tato gāṇḍīvanirghoṣaṃ śrutvā pārthasya dhīmataḥ gadāvegaṃ ca bhīmasya nālaṃ soḍhuṃ narādhipāḥ
'Dann werden die Fürsten, wenn sie das Dröhnen des Gāṇḍīva-Bogens des weisen Sohnes der Pṛthā und den Ansturm der Keule Bhīmas hören, dies nicht ertragen können.'

tatra me rocate nityaṃ pārthaiḥ sārdhaṃ na vigrahaḥ kurubhyo hi sadā manye pāṇḍavāñ śaktimattarān

'Deshalb gefällt es mir stets, keinen Streit mit den Söhnen der Pṛthā zu führen; denn ich halte die Pāṇḍavas den Kurus stets für überlegen an Macht.'

Wort für Wort
tatra me rocate nityaṃ pārthaiḥ sārdhaṃ na vigrahaḥ kurubhyo hi sadā manye pāṇḍavāñ śaktimattarān
'Deshalb gefällt es mir stets, keinen Streit mit den Söhnen der Pṛthā zu führen; denn ich halte die Pāṇḍavas den Kurus stets für überlegen an Macht.'

tathā hi balavān rājā jarāsaṃdho mahādyutiḥ bāhupraharaṇenaiva bhīmena nihato yudhi

'So wurde auch der mächtige König Jarāsandha, von großem Glanz, allein durch den Waffenschlag der Arme Bhīmas im Kampf erschlagen.'

Wort für Wort
tathā hi balavān rājā jarāsaṃdho mahādyutiḥ bāhupraharaṇenaiva bhīmena nihato yudhi
'So wurde auch der mächtige König Jarāsandha, von großem Glanz, allein durch den Waffenschlag der Arme Bhīmas im Kampf erschlagen.'

tasya te śama evāstu pāṇḍavair bharatarṣabha ubhayoḥ pakṣayor yuktaṃ kriyatām aviśaṅkayā

'Möge daher Friede mit den Pāṇḍavas herrschen, o Stier der Bharatas; was für beide Seiten angemessen ist, das soll ohne Zögern getan werden.'

Wort für Wort
tasya te śama evāstu pāṇḍavair bharatarṣabha ubhayoḥ pakṣayor yuktaṃ kriyatām aviśaṅkayā
'Möge daher Friede mit den Pāṇḍavas herrschen, o Stier der Bharatas; was für beide Seiten angemessen ist, das soll ohne Zögern getan werden.'

evaṃ gāvalgaṇe kṣattā dharmārthasahitaṃ vacaḥ uktavān na gṛhītaṃ ca mayā putrahitepsayā

So sprach, o Sohn Gavalgaṇas, der Kṣattṛ (Vidura) dieses mit Recht und Nutzen verbundene Wort - doch ich nahm es nicht an, aus Verlangen nach dem Wohlergehen meines Sohnes.

Wort für Wort
evaṃ gāvalgaṇe kṣattā dharmārthasahitaṃ vacaḥ uktavān na gṛhītaṃ ca mayā putrahitepsayā
So sprach, o Sohn Gavalgaṇas, der Kṣattṛ (Vidura) dieses mit Recht und Nutzen verbundene Wort - doch ich nahm es nicht an, aus Verlangen nach dem Wohlergehen meines Sohnes.

[Anm.: Mit diesem Geständnis der eigenen Schuld durch Dhṛtarāṣṭra endet das Sabhāparva in der kritischen Edition. Das gesamte Kapitel ist als Rückblick Dhṛtarāṣṭras im Gespräch mit Saṃjaya gestaltet, der die zurückliegenden Ereignisse (Draupadīs Schändung, die Vorzeichen, Viduras Warnung und die Gunstgewährung) noch einmal zusammenfasst; die Verszählung der kritischen Edition ist in diesem Schlusskapitel ungewöhnlich knapp gehalten, so dass einzelne Sätze sich über mehrere Versnummern erstrecken.]

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