Kapitel 48: Duryodhanaśokaḥ Tṛtīyaḥ
Duryodhanas fortgesetzte Klage: Der Tribut der Völker und die Dienerschaft der Pāṇḍavas
Duryodhana setzt seine Klage fort mit einer weiteren, noch ausführlicheren Aufzählung der Tributgaben, die zahllose Völker und Königreiche - von den legendären Ameisengold-Bringern im Norden bis zu den Siṃhalas im Süden - zum Rājasūya-Opfer beisteuerten, sowie der Gaben einzelner Könige wie Virāṭa, Drupada (Yajñasena) und der Gandharvas Citraratha und Tumburu. Anschließend beschreibt er den Überfluss und die Fürsorge in Yudhiṣṭhiras Haushalt selbst - die Speisung Tausender Snātakas und Asketen, die von Draupadī persönlich überwachte Verköstigung aller, bis hin zu den Verkrüppelten und Zwergen - und schließt mit der Feststellung, dass nur die mit den Pāṇḍavas durch Ehe (Pāñcālas) und Freundschaft (Andhakas und Vṛṣṇis) verbundenen Völker von der Tributpflicht ausgenommen blieben.
duryodhana uvāca dāyaṃ tu tasmai vividhaṃ śṛṇu me gadato 'nagha yajñārthaṃ rājabhir dattaṃ mahāntaṃ dhanasaṃcayam
Duryodhana sprach: Höre von mir, Makelloser, der ich weiterspreche, von der mannigfaltigen Gabe für ihn - von der gewaltigen Ansammlung an Reichtum, die ihm von den Königen für das Opfer dargebracht wurde.
Wort für Wort
duryodhana uvāca dāyaṃ tu tasmai vividhaṃ śṛṇu me gadato 'nagha yajñārthaṃ rājabhir dattaṃ mahāntaṃ dhanasaṃcayam
Duryodhana sprach: Höre von mir, Makelloser, der ich weiterspreche, von der mannigfaltigen Gabe für ihn - von der gewaltigen Ansammlung an Reichtum, die ihm von den Königen für das Opfer dargebracht wurde.
Die Bergbewohner, die einen weiteren Tribut herbeigebracht hatten, standen ehrerbietig gebeugt und warteten, aufgehalten, am Tor des Königs Ajātaśatru (Yudhiṣṭhira).
Die Bergbewohner, die einen weiteren Tribut herbeigebracht hatten, standen ehrerbietig gebeugt und warteten, aufgehalten, am Tor des Königs Ajātaśatru (Yudhiṣṭhira).
ye parārdhe himavataḥ sūryodayagirau nṛpāḥ vāriṣeṇasamudrānte lohityam abhitaś ca ye phalamūlāśanā ye ca kirātāś carmavāsasaḥ
die Könige jenseits des Himavant, am Berg des Sonnenaufgangs, an der Grenze zum wasserreichen Meer, rings um den Lohita-Fluss, die sich von Früchten und Wurzeln nähren, sowie die in Felle gekleideten Kirātas -
Wort für Wort
ye parārdhe himavataḥ sūryodayagirau nṛpāḥ vāriṣeṇasamudrānte lohityam abhitaś ca ye phalamūlāśanā ye ca kirātāś carmavāsasaḥ
die Könige jenseits des Himavant, am Berg des Sonnenaufgangs, an der Grenze zum wasserreichen Meer, rings um den Lohita-Fluss, die sich von Früchten und Wurzeln nähren, sowie die in Felle gekleideten Kirātas -
die Sujātas, die in Gilden Organisierten, die Śreyāṃsas, mit Waffen in Händen - hundertfach brachten diese Kṣatriyas Reichtum für Ajātaśatru (Yudhiṣṭhira) herbei.
die Sujātas, die in Gilden Organisierten, die Śreyāṃsas, mit Waffen in Händen - hundertfach brachten diese Kṣatriyas Reichtum für Ajātaśatru (Yudhiṣṭhira) herbei.
vaṅgāḥ kaliṅgapatayas tāmraliptāḥ sapuṇḍrakāḥ dukūlaṃ kauśikaṃ caiva patrorṇaṃ prāvarān api
Die Vaṅgas, die Herrscher von Kaliṅga, die Tāmraliptas mitsamt den Puṇḍrakas brachten feines Dukūla-Leinen, Kauśika-Seide, Blattfaser-Gewebe und Mäntel dar.
Wort für Wort
vaṅgāḥ kaliṅgapatayas tāmraliptāḥ sapuṇḍrakāḥ dukūlaṃ kauśikaṃ caiva patrorṇaṃ prāvarān api
Die Vaṅgas, die Herrscher von Kaliṅga, die Tāmraliptas mitsamt den Puṇḍrakas brachten feines Dukūla-Leinen, Kauśika-Seide, Blattfaser-Gewebe und Mäntel dar.
tatra sma dvārapālais te procyante rājaśāsanāt kṛtakārāḥ subalayas tato dvāram avāpsyatha
Dort wurden sie von den Torwächtern gemäß königlichem Befehl angesprochen: 'Habt ihr euren Tribut entrichtet und seid ihr rechtens befugt, so werdet ihr das Tor erreichen.'
Wort für Wort
tatra sma dvārapālais te procyante rājaśāsanāt kṛtakārāḥ subalayas tato dvāram avāpsyatha
Dort wurden sie von den Torwächtern gemäß königlichem Befehl angesprochen: 'Habt ihr euren Tribut entrichtet und seid ihr rechtens befugt, so werdet ihr das Tor erreichen.'
[Anm.: Der Vers ist im Sanskrit stellenweise unklar ('kṛtakārāḥ subalayas'); die Übersetzung folgt der wahrscheinlichsten Deutung.]
īṣādantān hemakakṣān padmavarṇān kuthāvṛtān śailābhān nityamattāṃś ca abhitaḥ kāmyakaṃ saraḥ
Elefanten mit deichselartigen Stoßzähnen, mit goldenen Gurten, lotusfarben, mit Decken verhüllt, bergesgleich und stets brünstig, (brachten sie) rings um den Kāmyaka-See herbei.
Wort für Wort
īṣādantān hemakakṣān padmavarṇān kuthāvṛtān śailābhān nityamattāṃś ca abhitaḥ kāmyakaṃ saraḥ
Elefanten mit deichselartigen Stoßzähnen, mit goldenen Gurten, lotusfarben, mit Decken verhüllt, bergesgleich und stets brünstig, (brachten sie) rings um den Kāmyaka-See herbei.
javasattvopapannānāṃ vayaḥsthānāṃ narādhipa baliṃ ca kṛtsnam ādāya pāṇḍavebhyo nyavedayat
von Schnelligkeit und Kraft ausgezeichnet, im besten Alter - nachdem er, o Herrscher der Menschen, den gesamten Tribut mitgenommen hatte, überreichte er ihn den Pāṇḍavas.
Wort für Wort
javasattvopapannānāṃ vayaḥsthānāṃ narādhipa baliṃ ca kṛtsnam ādāya pāṇḍavebhyo nyavedayat
von Schnelligkeit und Kraft ausgezeichnet, im besten Alter - nachdem er, o Herrscher der Menschen, den gesamten Tribut mitgenommen hatte, überreichte er ihn den Pāṇḍavas.
saṃvṛtā maṇicīrais tu śyāmās tāmrāntalocanāḥ tān gṛhītvā narās tatra dvāri tiṣṭhanti vāritāḥ
Mit juwelenbesetzten Streifen umhüllt, dunkelhäutig, mit kupferfarbenen Augenwinkeln - nachdem die Männer diese (Gaben) entgegengenommen hatten, standen sie dort, aufgehalten, am Tor.
Wort für Wort
saṃvṛtā maṇicīrais tu śyāmās tāmrāntalocanāḥ tān gṛhītvā narās tatra dvāri tiṣṭhanti vāritāḥ
Mit juwelenbesetzten Streifen umhüllt, dunkelhäutig, mit kupferfarbenen Augenwinkeln - nachdem die Männer diese (Gaben) entgegengenommen hatten, standen sie dort, aufgehalten, am Tor.
[Anm.: Unklar bleibt, ob die Beschreibung 'dunkelhäutig, mit kupferfarbenen Augenwinkeln' den Bringern oder den dargebrachten Gütern gilt.]
prītyarthaṃ brāhmaṇāś caiva kṣatriyāś ca vinirjitāḥ upājahrur viśaś caiva śūdrāḥ śuśrūṣavo 'pi ca prītyā ca bahumānāc ca abhyagacchan yudhiṣṭhiram
Aus Zuneigung brachten auch besiegte Brahmanen und Kṣatriyas Gaben dar, ebenso die Vaiśyas und die dienstbereiten Śūdras; aus Zuneigung und hoher Wertschätzung kamen sie zu Yudhiṣṭhira.
Wort für Wort
prītyarthaṃ brāhmaṇāś caiva kṣatriyāś ca vinirjitāḥ upājahrur viśaś caiva śūdrāḥ śuśrūṣavo 'pi ca prītyā ca bahumānāc ca abhyagacchan yudhiṣṭhiram
Aus Zuneigung brachten auch besiegte Brahmanen und Kṣatriyas Gaben dar, ebenso die Vaiśyas und die dienstbereiten Śūdras; aus Zuneigung und hoher Wertschätzung kamen sie zu Yudhiṣṭhira.
sarve mlecchāḥ sarvavarṇā ādimadhyāntajās tathā nānādeśasamutthaiś ca nānājātibhir āgataiḥ paryasta iva loko 'yaṃ yudhiṣṭhiraniveśane
Alle Mlecchas, alle Kasten, die vom Anfang, aus der Mitte und vom Ende der Erde stammen - mit Menschen verschiedenster Herkunft und verschiedenster Abstammung, die dort zusammenkamen, schien diese ganze Welt sich in Yudhiṣṭhiras Wohnsitz versammelt zu haben.
Wort für Wort
sarve mlecchāḥ sarvavarṇā ādimadhyāntajās tathā nānādeśasamutthaiś ca nānājātibhir āgataiḥ paryasta iva loko 'yaṃ yudhiṣṭhiraniveśane
Alle Mlecchas, alle Kasten, die vom Anfang, aus der Mitte und vom Ende der Erde stammen - mit Menschen verschiedenster Herkunft und verschiedenster Abstammung, die dort zusammenkamen, schien diese ganze Welt sich in Yudhiṣṭhiras Wohnsitz versammelt zu haben.
Als ich die vielfältigen, von den Königen gesandten großen und kleinen Gaben sah, entstand in mir, dem Leidenden, angesichts des Glücks meiner Feinde, heute der Wunsch zu sterben.
Als ich die vielfältigen, von den Königen gesandten großen und kleinen Gaben sah, entstand in mir, dem Leidenden, angesichts des Glücks meiner Feinde, heute der Wunsch zu sterben.
aṣṭāśītisahasrāṇi snātakā gṛhamedhinaḥ triṃśaddāsīka ekaiko yān bibharti yudhiṣṭhiraḥ suprītāḥ parituṣṭāś ca te 'py āśaṃsanty arikṣayam
Achtundachtzigtausend Snātakas, Hausväter, von denen jeder Einzelne mit dreißig Dienerinnen von Yudhiṣṭhira versorgt wird - hocherfreut und zufrieden, wünschen auch sie den Untergang der Feinde herbei.
Wort für Wort
aṣṭāśītisahasrāṇi snātakā gṛhamedhinaḥ triṃśaddāsīka ekaiko yān bibharti yudhiṣṭhiraḥ suprītāḥ parituṣṭāś ca te 'py āśaṃsanty arikṣayam
Achtundachtzigtausend Snātakas, Hausväter, von denen jeder Einzelne mit dreißig Dienerinnen von Yudhiṣṭhira versorgt wird - hocherfreut und zufrieden, wünschen auch sie den Untergang der Feinde herbei.
Ob gegessen oder ungegessen, fertig oder unfertig - alles, bis hin zu Buckligen und Zwergen, überwachte, ohne selbst zu essen, die Tochter des Yajñasena (Draupadī), o Herr der Untertanen.
Ob gegessen oder ungegessen, fertig oder unfertig - alles, bis hin zu Buckligen und Zwergen, überwachte, ohne selbst zu essen, die Tochter des Yajñasena (Draupadī), o Herr der Untertanen.
dvau karaṃ na prayacchetāṃ kuntīputrāya bhārata vaivāhikena pāñcālāḥ sakhyenāndhakavṛṣṇayaḥ
Nur zwei allein zahlten dem Sohn der Kuntī keinen Tribut, o Bhārata: die Pāñcālas wegen der Eheverbindung, und die Andhakas und Vṛṣṇis wegen der Freundschaft.
Wort für Wort
dvau karaṃ na prayacchetāṃ kuntīputrāya bhārata vaivāhikena pāñcālāḥ sakhyenāndhakavṛṣṇayaḥ
Nur zwei allein zahlten dem Sohn der Kuntī keinen Tribut, o Bhārata: die Pāñcālas wegen der Eheverbindung, und die Andhakas und Vṛṣṇis wegen der Freundschaft.