Kapitel 63: Draupadīvaraḥ
Karṇas Hohn, Bhīmas Zorneid, das böse Vorzeichen und die Gunstgewährung an Draupadī
Karṇa verhöhnt Draupadī als Sklavin und rät ihr, sich einen neuen Gatten zu wählen; Duryodhana entblößt in verächtlicher Geste seinen Schenkel vor ihr, worauf Bhīma seinen berühmten Eid schwört, diesen Schenkel dereinst mit der Keule zu zerschmettern. Vidura und Arjuna argumentieren, dass Yudhiṣṭhira, nachdem er sich selbst bereits verspielt hatte, keine Macht mehr besaß, auch Draupadī zu verspielen. Schreckliche Vorzeichen (Schakal-, Esel- und Vogelschreie) erschrecken Dhṛtarāṣṭra, der Duryodhana scharf tadelt und Draupadī freimütig drei Gunsterweise anbietet. Sie erbittet nur die Freiheit Yudhiṣṭhiras und der übrigen Pāṇḍava-Brüder samt ihrer Waffen, lehnt aber eine dritte Gunst aus Bescheidenheit ab, da Gier das Recht verderbe.
karṇa uvāca trayaḥ kileme adhanā bhavanti; dāsaḥ śiṣyaś cāsvatantrā ca nārī dāsasya patnī tvaṃ dhanam asya bhadre; hīneśvarā dāsadhanaṃ ca dāsī
Karṇa sprach: Drei, heißt es, besitzen kein Eigentum: der Sklave, der Schüler und die unselbständige Frau. Du bist die Gattin eines Sklaven, Holde, sein Eigentum; eine Sklavin, deren Herr selbst besitzlos ist, ist selbst nur Sklaven-Eigentum.
Wort für Wort
karṇa uvāca trayaḥ kileme adhanā bhavanti; dāsaḥ śiṣyaś cāsvatantrā ca nārī dāsasya patnī tvaṃ dhanam asya bhadre; hīneśvarā dāsadhanaṃ ca dāsī
Karṇa sprach: Drei, heißt es, besitzen kein Eigentum: der Sklave, der Schüler und die unselbständige Frau. Du bist die Gattin eines Sklaven, Holde, sein Eigentum; eine Sklavin, deren Herr selbst besitzlos ist, ist selbst nur Sklaven-Eigentum.
praviśya sā naḥ paricārair bhajasva; tat te kāryaṃ śiṣṭam āveśya veśma īśāḥ sma sarve tava rājaputri; bhavanti te dhārtarāṣṭrā na pārthāḥ
Tritt ein und diene uns mit Aufwartungen; das ist die dir verbliebene Aufgabe, nachdem du das Haus betreten hast. Wir alle sind nun deine Herren, o Königstochter; die Söhne Dhṛtarāṣṭras sind es, nicht die Söhne der Pṛthā.
Wort für Wort
praviśya sā naḥ paricārair bhajasva; tat te kāryaṃ śiṣṭam āveśya veśma īśāḥ sma sarve tava rājaputri; bhavanti te dhārtarāṣṭrā na pārthāḥ
Tritt ein und diene uns mit Aufwartungen; das ist die dir verbliebene Aufgabe, nachdem du das Haus betreten hast. Wir alle sind nun deine Herren, o Königstochter; die Söhne Dhṛtarāṣṭras sind es, nicht die Söhne der Pṛthā.
anyaṃ vṛṇīṣva patim āśu bhāmini; yasmād dāsyaṃ na labhase devanena anavadyā vai patiṣu kāmavṛttir; nityaṃ dāsye viditaṃ vai tavāstu
Wähle dir rasch einen anderen Gatten, du Zornmütige, durch den du nicht in Sklaverei gerätst durch das Würfelspiel; untadelig, so heißt es, ist die freie Wahl der Gatten - deine Sklaverei aber sei dir nun für immer gewiss.
Wort für Wort
anyaṃ vṛṇīṣva patim āśu bhāmini; yasmād dāsyaṃ na labhase devanena anavadyā vai patiṣu kāmavṛttir; nityaṃ dāsye viditaṃ vai tavāstu
Wähle dir rasch einen anderen Gatten, du Zornmütige, durch den du nicht in Sklaverei gerätst durch das Würfelspiel; untadelig, so heißt es, ist die freie Wahl der Gatten - deine Sklaverei aber sei dir nun für immer gewiss.
[Anm.: Ein schwer verständlicher, in der Forschung viel diskutierter Vers Karṇas über angebliche Bräuche der freien Gattenwahl; die Formulierung bleibt im Sanskrit-Original knapp und mehrdeutig.]
parājito nakulo bhīmaseno; yudhiṣṭhiraḥ sahadevo 'rjunaś ca dāsībhūtā praviśa yājñaseni; parājitās te patayo na santi
Besiegt sind Nakula, Bhīmasena, Yudhiṣṭhira, Sahadeva und Arjuna; als Sklavin tritt ein, Tochter des Yajñasena - deine Gatten sind besiegt, sie sind nicht mehr deine Gatten.
Wort für Wort
parājito nakulo bhīmaseno; yudhiṣṭhiraḥ sahadevo 'rjunaś ca dāsībhūtā praviśa yājñaseni; parājitās te patayo na santi
Besiegt sind Nakula, Bhīmasena, Yudhiṣṭhira, Sahadeva und Arjuna; als Sklavin tritt ein, Tochter des Yajñasena - deine Gatten sind besiegt, sie sind nicht mehr deine Gatten.
prayojanaṃ cātmani kiṃ nu manyate; parākramaṃ pauruṣaṃ ceha pārthaḥ pāñcālyasya drupadasyātmajām imāṃ; sabhāmadhye yo 'tidevīd glaheṣu
Welchen Nutzen sieht wohl der Sohn der Pṛthā noch für sich selbst, welche Tapferkeit, welche Manneskraft, er, der inmitten der Versammlung diese Tochter des Pāñcāla-Königs Drupada im Würfelspiel verspielte?
Wort für Wort
prayojanaṃ cātmani kiṃ nu manyate; parākramaṃ pauruṣaṃ ceha pārthaḥ pāñcālyasya drupadasyātmajām imāṃ; sabhāmadhye yo 'tidevīd glaheṣu
Welchen Nutzen sieht wohl der Sohn der Pṛthā noch für sich selbst, welche Tapferkeit, welche Manneskraft, er, der inmitten der Versammlung diese Tochter des Pāñcāla-Königs Drupada im Würfelspiel verspielte?
vaiśaṃpāyana uvāca tad vai śrutvā bhīmaseno 'tyamarṣī; bhṛśaṃ niśaśvāsa tadārtarūpaḥ rājānugo dharmapāśānubaddho; dahann ivainaṃ kopaviraktadṛṣṭiḥ
Vaiśaṃpāyana sprach: Als Bhīmasena, von großem Zorn erfüllt, dies hörte, seufzte er heftig, von Schmerz gezeichnet; dem König folgend, gebunden an die Fessel des Dharma, blickte er ihn an, als wollte er ihn mit vor Zorn glühendem Blick verbrennen.
Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca tad vai śrutvā bhīmaseno 'tyamarṣī; bhṛśaṃ niśaśvāsa tadārtarūpaḥ rājānugo dharmapāśānubaddho; dahann ivainaṃ kopaviraktadṛṣṭiḥ
Vaiśaṃpāyana sprach: Als Bhīmasena, von großem Zorn erfüllt, dies hörte, seufzte er heftig, von Schmerz gezeichnet; dem König folgend, gebunden an die Fessel des Dharma, blickte er ihn an, als wollte er ihn mit vor Zorn glühendem Blick verbrennen.
Bhīma sprach: Nicht über den Sohn des Wagenlenkers zürne ich, o König; wahrhaftig ist ja das Gesetz der Sklaverei in Kraft getreten. Was sollten heute meine Feinde mich zurückhalten, hättest du, Herrscher der Menschen, nicht mit dieser gewürfelt?
Bhīma sprach: Nicht über den Sohn des Wagenlenkers zürne ich, o König; wahrhaftig ist ja das Gesetz der Sklaverei in Kraft getreten. Was sollten heute meine Feinde mich zurückhalten, hättest du, Herrscher der Menschen, nicht mit dieser gewürfelt?
Vaiśaṃpāyana sprach: Nachdem er die Worte des Rādheya gehört hatte, sprach König Duryodhana da zu Yudhiṣṭhira, der schweigend und wie von Sinnen dasaß, folgendes:
Vaiśaṃpāyana sprach: Nachdem er die Worte des Rādheya gehört hatte, sprach König Duryodhana da zu Yudhiṣṭhira, der schweigend und wie von Sinnen dasaß, folgendes:
Nachdem er dies zum Sohn der Kuntī gesagt hatte, entfernte er sein eigenes Gewand und blickte, wie lächelnd, die Pāñcālī an, verblendet vom Rausch der Macht.
Nachdem er dies zum Sohn der Kuntī gesagt hatte, entfernte er sein eigenes Gewand und blickte, wie lächelnd, die Pāñcālī an, verblendet vom Rausch der Macht.
- einen einer Bananenstaude gleichenden, mit allen guten Merkmalen ausgezeichneten, einem Elefantenrüssel ähnlichen, an Schwere einem Blitzkeil gleichenden Schenkel.
- einen einer Bananenstaude gleichenden, mit allen guten Merkmalen ausgezeichneten, einem Elefantenrüssel ähnlichen, an Schwere einem Blitzkeil gleichenden Schenkel.
pitṛbhiḥ saha sālokyaṃ mā sma gacched vṛkodaraḥ yady etam ūruṃ gadayā na bhindyāṃ te mahāhave
Nie möge Vṛkodara mit seinen Vorvätern denselben Wohnsitz teilen, wenn ich dir nicht diesen Schenkel mit der Keule in gewaltiger Schlacht zerschmettere!
Wort für Wort
pitṛbhiḥ saha sālokyaṃ mā sma gacched vṛkodaraḥ yady etam ūruṃ gadayā na bhindyāṃ te mahāhave
Nie möge Vṛkodara mit seinen Vorvätern denselben Wohnsitz teilen, wenn ich dir nicht diesen Schenkel mit der Keule in gewaltiger Schlacht zerschmettere!
Vidura sprach: Seht die höchste Gefahr, die von Bhīmasena droht; erkennt sie wie die Fessel des Königs Varuṇa. Vom Schicksal gewiss vorherbestimmt ist dieses gewaltige Unheil unter den Bharatas entstanden.
Vidura sprach: Seht die höchste Gefahr, die von Bhīmasena droht; erkennt sie wie die Fessel des Königs Varuṇa. Vom Schicksal gewiss vorherbestimmt ist dieses gewaltige Unheil unter den Bharatas entstanden.
atidyūtaṃ kṛtam idaṃ dhārtarāṣṭrā; ye 'syāṃ striyaṃ vivadadhvaṃ sabhāyām yogakṣemo dṛśyate vo mahābhayaḥ; pāpān mantrān kuravo mantrayanti
Ein maßloses Würfelspiel habt ihr Söhne Dhṛtarāṣṭras da getrieben, die ihr über diese Frau in der Versammlung streitet. Euer Wohlergehen erscheint von großer Gefahr bedroht; böse Ratschläge beraten die Kurus.
Wort für Wort
atidyūtaṃ kṛtam idaṃ dhārtarāṣṭrā; ye 'syāṃ striyaṃ vivadadhvaṃ sabhāyām yogakṣemo dṛśyate vo mahābhayaḥ; pāpān mantrān kuravo mantrayanti
Ein maßloses Würfelspiel habt ihr Söhne Dhṛtarāṣṭras da getrieben, die ihr über diese Frau in der Versammlung streitet. Euer Wohlergehen erscheint von großer Gefahr bedroht; böse Ratschläge beraten die Kurus.
Erkennt rasch dieses Rechtsprinzip, ihr Kurus: Bei diesem übel entschiedenen Fall würde die Versammlung sich verderben. Hätte der Spieler sie nicht erst verspielt, nachdem er zuvor schon sich selbst verspielt hatte, so wäre er noch Herr über sich selbst, unbesiegt gewesen.
Erkennt rasch dieses Rechtsprinzip, ihr Kurus: Bei diesem übel entschiedenen Fall würde die Versammlung sich verderben. Hätte der Spieler sie nicht erst verspielt, nachdem er zuvor schon sich selbst verspielt hatte, so wäre er noch Herr über sich selbst, unbesiegt gewesen.
Wie im Traum gewonnener Reichtum ist dies, so meine ich, wenn einer würfelt, der nicht mehr sein eigener Herr ist. Höret die Worte des Sohnes der Gāndhārī - doch weicht, ihr Kurus, nicht von diesem Rechtsgrundsatz ab!
Wie im Traum gewonnener Reichtum ist dies, so meine ich, wenn einer würfelt, der nicht mehr sein eigener Herr ist. Höret die Worte des Sohnes der Gāndhārī - doch weicht, ihr Kurus, nicht von diesem Rechtsgrundsatz ab!
duryodhana uvāca bhīmasya vākye tadvad evārjunasya; sthito 'haṃ vai yamayoś caivam eva yudhiṣṭhiraṃ cet pravadanty anīśam; atho dāsyān mokṣyase yājñaseni
Duryodhana sprach: An das Wort Bhīmas will ich mich halten, ebenso an das Arjunas, und ebenso an das der Zwillinge: Wenn sie erklären, dass Yudhiṣṭhira nicht mehr sein eigener Herr war, dann, Tochter des Yajñasena, wirst du von der Sklaverei befreit.
Wort für Wort
duryodhana uvāca bhīmasya vākye tadvad evārjunasya; sthito 'haṃ vai yamayoś caivam eva yudhiṣṭhiraṃ cet pravadanty anīśam; atho dāsyān mokṣyase yājñaseni
Duryodhana sprach: An das Wort Bhīmas will ich mich halten, ebenso an das Arjunas, und ebenso an das der Zwillinge: Wenn sie erklären, dass Yudhiṣṭhira nicht mehr sein eigener Herr war, dann, Tochter des Yajñasena, wirst du von der Sklaverei befreit.
arjuna uvāca īśo rājā pūrvam āsīd glahe naḥ; kuntīputro dharmarājo mahātmā īśas tv ayaṃ kasya parājitātmā; taj jānīdhvaṃ kuravaḥ sarva eva
Arjuna sprach: Zuvor war der König, unser aller Herr, im Einsatz der hochherzige Sohn der Kuntī, der Dharmarāja; doch dieser, dessen eigenes Selbst besiegt war - wessen Herr war er da noch? Das erkennt, ihr Kurus, alle miteinander!
Wort für Wort
arjuna uvāca īśo rājā pūrvam āsīd glahe naḥ; kuntīputro dharmarājo mahātmā īśas tv ayaṃ kasya parājitātmā; taj jānīdhvaṃ kuravaḥ sarva eva
Arjuna sprach: Zuvor war der König, unser aller Herr, im Einsatz der hochherzige Sohn der Kuntī, der Dharmarāja; doch dieser, dessen eigenes Selbst besiegt war - wessen Herr war er da noch? Das erkennt, ihr Kurus, alle miteinander!
Vaiśaṃpāyana sprach: Da erhob im Hause des Königs Dhṛtarāṣṭra beim Feueropfer ein Schakal laut seine Stimme; ihm antworteten Esel, o König, und ringsum auch schreckliche Vögel.
Vaiśaṃpāyana sprach: Da erhob im Hause des Königs Dhṛtarāṣṭra beim Feueropfer ein Schakal laut seine Stimme; ihm antworteten Esel, o König, und ringsum auch schreckliche Vögel.
taṃ ca śabdaṃ viduras tattvavedī; śuśrāva ghoraṃ subalātmajā ca bhīṣmadroṇau gautamaś cāpi vidvān; svasti svastīty api caivāhur uccaiḥ
Und dieses schreckliche Geräusch hörten Vidura, der Wahrheitskundige, der Sohn Subalas, Bhīṣma und Droṇa und auch der weise Gautama; und sie riefen laut: 'Heil, Heil!'
Wort für Wort
taṃ ca śabdaṃ viduras tattvavedī; śuśrāva ghoraṃ subalātmajā ca bhīṣmadroṇau gautamaś cāpi vidvān; svasti svastīty api caivāhur uccaiḥ
Und dieses schreckliche Geräusch hörten Vidura, der Wahrheitskundige, der Sohn Subalas, Bhīṣma und Droṇa und auch der weise Gautama; und sie riefen laut: 'Heil, Heil!'
tato gāndhārī viduraś caiva vidvāṃs; tam utpātaṃ ghoram ālakṣya rājñe nivedayām āsatur ārtavat tadā; tato rājā vākyam idaṃ babhāṣe
Da bemerkten Gāndhārī und der weise Vidura dieses schreckliche Vorzeichen und meldeten es dem König voll Bekümmernis; darauf sprach der König folgendes Wort:
Wort für Wort
tato gāndhārī viduraś caiva vidvāṃs; tam utpātaṃ ghoram ālakṣya rājñe nivedayām āsatur ārtavat tadā; tato rājā vākyam idaṃ babhāṣe
Da bemerkten Gāndhārī und der weise Vidura dieses schreckliche Vorzeichen und meldeten es dem König voll Bekümmernis; darauf sprach der König folgendes Wort:
Verloren bist du, Duryodhana, du Schwachsinniger, der du in der Versammlung der Stiere der Kurus so unbeherrscht zu einer Frau sprichst - besonders zu Draupadī, der rechtmäßigen Gattin!
Verloren bist du, Duryodhana, du Schwachsinniger, der du in der Versammlung der Stiere der Kurus so unbeherrscht zu einer Frau sprichst - besonders zu Draupadī, der rechtmäßigen Gattin!
Nachdem er so gesprochen hatte, der kluge Dhṛtarāṣṭra, der auf das Wohl seiner Verwandten und auf Abwendung des Unheils bedacht war, sprach er zu Kṛṣṇā, der Pāñcālī, freundliche Worte, nachdem er dies mit seiner die wahre Natur der Dinge erfassenden Weisheit überdacht hatte:
Nachdem er so gesprochen hatte, der kluge Dhṛtarāṣṭra, der auf das Wohl seiner Verwandten und auf Abwendung des Unheils bedacht war, sprach er zu Kṛṣṇā, der Pāñcālī, freundliche Worte, nachdem er dies mit seiner die wahre Natur der Dinge erfassenden Weisheit überdacht hatte:
dhṛtarāṣṭra uvāca varaṃ vṛṇīṣva pāñcāli matto yad abhikāṅkṣasi vadhūnāṃ hi viśiṣṭā me tvaṃ dharmaparamā satī
Dhṛtarāṣṭra sprach: Wähle dir eine Gunst von mir, Pāñcālī, was immer du begehrst; denn du bist unter meinen Schwiegertöchtern die Vorzüglichste, eine dem höchsten Recht ergebene, tugendhafte Frau.
Wort für Wort
dhṛtarāṣṭra uvāca varaṃ vṛṇīṣva pāñcāli matto yad abhikāṅkṣasi vadhūnāṃ hi viśiṣṭā me tvaṃ dharmaparamā satī
Dhṛtarāṣṭra sprach: Wähle dir eine Gunst von mir, Pāñcālī, was immer du begehrst; denn du bist unter meinen Schwiegertöchtern die Vorzüglichste, eine dem höchsten Recht ergebene, tugendhafte Frau.
Draupadī sprach: Wenn du mir eine Gunst gewährst, o Stier der Bharatas, so wähle ich: Yudhiṣṭhira, der allem Recht folgt und glanzvoll ist, sei kein Sklave mehr.
Draupadī sprach: Wenn du mir eine Gunst gewährst, o Stier der Bharatas, so wähle ich: Yudhiṣṭhira, der allem Recht folgt und glanzvoll ist, sei kein Sklave mehr.
manasvinam ajānanto mā vai brūyuḥ kumārakāḥ eṣa vai dāsaputreti prativindhyaṃ tam āgatam
Damit nicht die kleinen Knaben, ohne es zu wissen, zu meinem hierher kommenden Prativindhya sagen: 'Dieser ist ja der Sohn eines Sklaven' - über den Erhabenen.
Wort für Wort
manasvinam ajānanto mā vai brūyuḥ kumārakāḥ eṣa vai dāsaputreti prativindhyaṃ tam āgatam
Damit nicht die kleinen Knaben, ohne es zu wissen, zu meinem hierher kommenden Prativindhya sagen: 'Dieser ist ja der Sohn eines Sklaven' - über den Erhabenen.
Denn ein Königssohn, der zuvor wie kein anderer Mann irgendwo so verhätschelt aufwuchs, würde zugrunde gehen, o Bhārata, wenn er sich als Sklavensohn erkennen müsste.
Denn ein Königssohn, der zuvor wie kein anderer Mann irgendwo so verhätschelt aufwuchs, würde zugrunde gehen, o Bhārata, wenn er sich als Sklavensohn erkennen müsste.
dhṛtarāṣṭra uvāca dvitīyaṃ te varaṃ bhadre dadāmi varayasva mām mano hi me vitarati naikaṃ tvaṃ varam arhasi
Dhṛtarāṣṭra sprach: Eine zweite Gunst gewähre ich dir, Holde; wähle sie von mir. Denn mein Herz sagt mir, dass du nicht nur eine einzige Gunst verdienst.
Wort für Wort
dhṛtarāṣṭra uvāca dvitīyaṃ te varaṃ bhadre dadāmi varayasva mām mano hi me vitarati naikaṃ tvaṃ varam arhasi
Dhṛtarāṣṭra sprach: Eine zweite Gunst gewähre ich dir, Holde; wähle sie von mir. Denn mein Herz sagt mir, dass du nicht nur eine einzige Gunst verdienst.
dhṛtarāṣṭra uvāca tṛtīyaṃ varayāsmatto nāsi dvābhyāṃ susatkṛtā tvaṃ hi sarvasnuṣāṇāṃ me śreyasī dharmacāriṇī
Dhṛtarāṣṭra sprach: Wähle eine dritte Gunst von uns; mit zweien bist du nicht angemessen geehrt worden - bist du doch unter all meinen Schwiegertöchtern die Vorzüglichste, dem Recht Ergebene.
Wort für Wort
dhṛtarāṣṭra uvāca tṛtīyaṃ varayāsmatto nāsi dvābhyāṃ susatkṛtā tvaṃ hi sarvasnuṣāṇāṃ me śreyasī dharmacāriṇī
Dhṛtarāṣṭra sprach: Wähle eine dritte Gunst von uns; mit zweien bist du nicht angemessen geehrt worden - bist du doch unter all meinen Schwiegertöchtern die Vorzüglichste, dem Recht Ergebene.
Draupadī sprach: Gier führt zum Verderben des Rechts, o Erhabener; ich wage es nicht, da ich dessen nicht würdig bin, eine dritte Gunst anzunehmen, o Bester der Könige.
Draupadī sprach: Gier führt zum Verderben des Rechts, o Erhabener; ich wage es nicht, da ich dessen nicht würdig bin, eine dritte Gunst anzunehmen, o Bester der Könige.
ekam āhur vaiśyavaraṃ dvau tu kṣatrastriyā varau trayas tu rājño rājendra brāhmaṇasya śataṃ varāḥ
Man sagt, einer Vaiśya-Frau stehe eine Gunst zu, einer Kṣatriya-Frau aber zwei; einem König drei, o Herrscher der Könige, einem Brahmanen hundert Gunsten.
Wort für Wort
ekam āhur vaiśyavaraṃ dvau tu kṣatrastriyā varau trayas tu rājño rājendra brāhmaṇasya śataṃ varāḥ
Man sagt, einer Vaiśya-Frau stehe eine Gunst zu, einer Kṣatriya-Frau aber zwei; einem König drei, o Herrscher der Könige, einem Brahmanen hundert Gunsten.