Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Sabhāparva

Kapitel 45: Duryodhanaśokaḥ Duryodhanas Klage und der Entschluss zum Würfelspiel

Śakuni macht Dhṛtarāṣṭra auf Duryodhanas Kummer aufmerksam. Duryodhana schildert ausführlich und mit glühendem Neid den überwältigenden Reichtum und Glanz, den er beim Rājasūya-Opfer gesehen hat, und erklärt, dass er dies nicht ertragen könne. Śakuni schlägt erneut das Würfelspiel als Mittel vor, Yudhiṣṭhiras Pracht zu gewinnen. Duryodhana bedrängt seinen Vater mit einer emotionalen Erpressung (Selbstmorddrohung), und Dhṛtarāṣṭra gibt, entgegen besserem Wissen, aus Liebe zu seinem Sohn dem Drängen nach, lässt eine neue Würfelhalle errichten und sendet Vidura, um Yudhiṣṭhira herbeizuholen - trotz Viduras deutlichem Widerspruch.

vaiśaṃpāyana uvāca anubhūya tu rājñas taṃ rājasūyaṃ mahākratum yudhiṣṭhirasya nṛpater gāndhārīputrasaṃyutaḥ

Vaiśampāyana sprach: Nachdem er jenes große Rājasūya-Opfer des Königs Yudhiṣṭhira miterlebt hatte, begab sich der Sohn der Gāndhārī (Duryodhana),

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca anubhūya tu rājñas taṃ rājasūyaṃ mahākratum yudhiṣṭhirasya nṛpater gāndhārīputrasaṃyutaḥ
Vaiśampāyana sprach: Nachdem er jenes große Rājasūya-Opfer des Königs Yudhiṣṭhira miterlebt hatte, begab sich der Sohn der Gāndhārī (Duryodhana),

priyakṛn matam ājñāya pūrvaṃ duryodhanasya tat prajñācakṣuṣam āsīnaṃ śakuniḥ saubalas tadā

nachdem er zuvor Duryodhanas Absicht erkannt hatte, um ihm zu Willen zu sein - zu dem mit dem Auge der Weisheit sitzenden (blinden König); da sprach Śakuni, der Sohn des Subala,

Wort für Wort
priyakṛn matam ājñāya pūrvaṃ duryodhanasya tat prajñācakṣuṣam āsīnaṃ śakuniḥ saubalas tadā
nachdem er zuvor Duryodhanas Absicht erkannt hatte, um ihm zu Willen zu sein - zu dem mit dem Auge der Weisheit sitzenden (blinden König); da sprach Śakuni, der Sohn des Subala,

duryodhanavacaḥ śrutvā dhṛtarāṣṭraṃ janādhipam upagamya mahāprājñaṃ śakunir vākyam abravīt

nachdem er Duryodhanas Worte gehört hatte, zu dem hochklugen Herrscher der Menschen, Dhṛtarāṣṭra, herantretend, folgendes Wort:

Wort für Wort
duryodhanavacaḥ śrutvā dhṛtarāṣṭraṃ janādhipam upagamya mahāprājñaṃ śakunir vākyam abravīt
nachdem er Duryodhanas Worte gehört hatte, zu dem hochklugen Herrscher der Menschen, Dhṛtarāṣṭra, herantretend, folgendes Wort:

duryodhano mahārāja vivarṇo hariṇaḥ kṛśaḥ dīnaś cintāparaś caiva tad viddhi bharatarṣabha

'Duryodhana, Großkönig, ist bleich, gelblich verfärbt, abgemagert, elend und ganz in Sorgen versunken - das sollst du wissen, Stier der Bharatas.

Wort für Wort
duryodhano mahārāja vivarṇo hariṇaḥ kṛśaḥ dīnaś cintāparaś caiva tad viddhi bharatarṣabha
'Duryodhana, Großkönig, ist bleich, gelblich verfärbt, abgemagert, elend und ganz in Sorgen versunken - das sollst du wissen, Stier der Bharatas.

na vai parīkṣase samyag asahyaṃ śatrusaṃbhavam jyeṣṭhaputrasya śokaṃ tvaṃ kimarthaṃ nāvabudhyase

Du prüfst nicht recht den unerträglichen, aus dem Erfolg der Feinde entstandenen Kummer deines ältesten Sohnes - warum erkennst du ihn nicht?'

Wort für Wort
na vai parīkṣase samyag asahyaṃ śatrusaṃbhavam jyeṣṭhaputrasya śokaṃ tvaṃ kimarthaṃ nāvabudhyase
Du prüfst nicht recht den unerträglichen, aus dem Erfolg der Feinde entstandenen Kummer deines ältesten Sohnes - warum erkennst du ihn nicht?'

dhṛtarāṣṭra uvāca duryodhana kutomūlaṃ bhṛśam ārto 'si putraka śrotavyaś cen mayā so 'rtho brūhi me kurunandana

Dhṛtarāṣṭra sprach: 'Duryodhana, woher rührt es, dass du so heftig bedrängt bist, mein Sohn? Wenn ich diesen Grund hören soll, so sage ihn mir, Spross der Kurus.'

Wort für Wort
dhṛtarāṣṭra uvāca duryodhana kutomūlaṃ bhṛśam ārto 'si putraka śrotavyaś cen mayā so 'rtho brūhi me kurunandana
Dhṛtarāṣṭra sprach: 'Duryodhana, woher rührt es, dass du so heftig bedrängt bist, mein Sohn? Wenn ich diesen Grund hören soll, so sage ihn mir, Spross der Kurus.'

ayaṃ tvāṃ śakuniḥ prāha vivarṇaṃ hariṇaṃ kṛśam cintayaṃś ca na paśyāmi śokasya tava saṃbhavam

'Dieser Śakuni sagte mir, du seiest bleich, gelblich, abgemagert; doch nachdenkend sehe ich keinen Grund für deinen Kummer.

Wort für Wort
ayaṃ tvāṃ śakuniḥ prāha vivarṇaṃ hariṇaṃ kṛśam cintayaṃś ca na paśyāmi śokasya tava saṃbhavam
'Dieser Śakuni sagte mir, du seiest bleich, gelblich, abgemagert; doch nachdenkend sehe ich keinen Grund für deinen Kummer.

aiśvaryaṃ hi mahat putra tvayi sarvaṃ samarpitam bhrātaraḥ suhṛdaś caiva nācaranti tavāpriyam

Denn große Herrschaftsmacht, mein Sohn, ist ganz auf dich übertragen; deine Brüder und Freunde tun dir nichts Unliebes an.

Wort für Wort
aiśvaryaṃ hi mahat putra tvayi sarvaṃ samarpitam bhrātaraḥ suhṛdaś caiva nācaranti tavāpriyam
Denn große Herrschaftsmacht, mein Sohn, ist ganz auf dich übertragen; deine Brüder und Freunde tun dir nichts Unliebes an.

ācchādayasi prāvārān aśnāsi piśitaudanam ājāneyā vahanti tvāṃ kenāsi hariṇaḥ kṛśaḥ

Du kleidest dich in feine Gewänder, isst Fleisch mit Reis, edle Rosse tragen dich - wodurch bist du dann bleich und abgemagert?

Wort für Wort
ācchādayasi prāvārān aśnāsi piśitaudanam ājāneyā vahanti tvāṃ kenāsi hariṇaḥ kṛśaḥ
Du kleidest dich in feine Gewänder, isst Fleisch mit Reis, edle Rosse tragen dich - wodurch bist du dann bleich und abgemagert?

śayanāni mahārhāṇi yoṣitaś ca manoramāḥ guṇavanti ca veśmāni vihārāś ca yathāsukham

Kostbare Lager, entzückende Frauen, prachtvolle Wohnstätten und Vergnügungen nach Belieben -

Wort für Wort
śayanāni mahārhāṇi yoṣitaś ca manoramāḥ guṇavanti ca veśmāni vihārāś ca yathāsukham
Kostbare Lager, entzückende Frauen, prachtvolle Wohnstätten und Vergnügungen nach Belieben -

devānām iva te sarvaṃ vāci baddhaṃ na saṃśayaḥ sa dīna iva durdharṣaḥ kasmāc chocasi putraka

all dies steht dir, den Göttern gleich, ganz nach deinem Wort zur Verfügung, ohne Zweifel. Warum trauerst du dann, mein Sohn, wie ein Elender, obwohl du unbezwingbar bist?'

Wort für Wort
devānām iva te sarvaṃ vāci baddhaṃ na saṃśayaḥ sa dīna iva durdharṣaḥ kasmāc chocasi putraka
all dies steht dir, den Göttern gleich, ganz nach deinem Wort zur Verfügung, ohne Zweifel. Warum trauerst du dann, mein Sohn, wie ein Elender, obwohl du unbezwingbar bist?'

duryodhana uvāca aśnāmy ācchādaye cāhaṃ yathā kupuruṣas tathā amarṣaṃ dhāraye cograṃ titikṣan kālaparyayam

Duryodhana sprach: 'Ich esse und kleide mich, wie es sich für einen niedrigen Menschen ziemt, und trage in mir schrecklichen Groll, den Wandel der Zeit ertragend.

Wort für Wort
duryodhana uvāca aśnāmy ācchādaye cāhaṃ yathā kupuruṣas tathā amarṣaṃ dhāraye cograṃ titikṣan kālaparyayam
Duryodhana sprach: 'Ich esse und kleide mich, wie es sich für einen niedrigen Menschen ziemt, und trage in mir schrecklichen Groll, den Wandel der Zeit ertragend.

amarṣaṇaḥ svāḥ prakṛtīr abhibhūya pare sthitāḥ kleśān mumukṣuḥ parajān sa vai puruṣa ucyate

'Mann' wird der genannt, der voller Groll, seine eigenen Neigungen überwindend, während die Widersacher überlegen sind, danach strebt, das von den Feinden verursachte Leid abzuschütteln.

Wort für Wort
amarṣaṇaḥ svāḥ prakṛtīr abhibhūya pare sthitāḥ kleśān mumukṣuḥ parajān sa vai puruṣa ucyate
'Mann' wird der genannt, der voller Groll, seine eigenen Neigungen überwindend, während die Widersacher überlegen sind, danach strebt, das von den Feinden verursachte Leid abzuschütteln.

saṃtoṣo vai śriyaṃ hanti abhimānaś ca bhārata anukrośabhaye cobhe yair vṛto nāśnute mahat

Zufriedenheit vernichtet Pracht, ebenso wie Stolz, Bhārata, und auch Mitleid und Furcht - wer von diesen beherrscht ist, erlangt nichts Großes.

Wort für Wort
saṃtoṣo vai śriyaṃ hanti abhimānaś ca bhārata anukrośabhaye cobhe yair vṛto nāśnute mahat
Zufriedenheit vernichtet Pracht, ebenso wie Stolz, Bhārata, und auch Mitleid und Furcht - wer von diesen beherrscht ist, erlangt nichts Großes.

na mām avati tad bhuktaṃ śriyaṃ dṛṣṭvā yudhiṣṭhire jvalantīm iva kaunteye vivarṇakaraṇīṃ mama

Jener Genuss schützt mich nicht, wenn ich die in Yudhiṣṭhira, dem Sohn der Kuntī, gleichsam lodernde Pracht sehe, die mich bleich werden lässt.

Wort für Wort
na mām avati tad bhuktaṃ śriyaṃ dṛṣṭvā yudhiṣṭhire jvalantīm iva kaunteye vivarṇakaraṇīṃ mama
Jener Genuss schützt mich nicht, wenn ich die in Yudhiṣṭhira, dem Sohn der Kuntī, gleichsam lodernde Pracht sehe, die mich bleich werden lässt.

sapatnān ṛdhyato ''tmānaṃ hīyamānaṃ niśāmya ca adṛśyām api kaunteye sthitāṃ paśyann ivodyatām tasmād ahaṃ vivarṇaś ca dīnaś ca hariṇaḥ kṛśaḥ

Wenn ich das Gedeihen meiner Widersacher und meinen eigenen Niedergang gewahre, und die für andere unsichtbare, im Sohn der Kuntī gegenwärtige und aufsteigende Pracht gleichsam schaue - deshalb bin ich bleich, elend, gelblich und abgemagert.

Wort für Wort
sapatnān ṛdhyato ''tmānaṃ hīyamānaṃ niśāmya ca adṛśyām api kaunteye sthitāṃ paśyann ivodyatām tasmād ahaṃ vivarṇaś ca dīnaś ca hariṇaḥ kṛśaḥ
Wenn ich das Gedeihen meiner Widersacher und meinen eigenen Niedergang gewahre, und die für andere unsichtbare, im Sohn der Kuntī gegenwärtige und aufsteigende Pracht gleichsam schaue - deshalb bin ich bleich, elend, gelblich und abgemagert.

aṣṭāśītisahasrāṇi snātakā gṛhamedhinaḥ triṃśaddāsīka ekaiko yān bibharti yudhiṣṭhiraḥ

Achtundachtzigtausend Snātakas, Hausväter, mit je dreißig Dienerinnen versorgt - so viele unterhält Yudhiṣṭhira.

Wort für Wort
aṣṭāśītisahasrāṇi snātakā gṛhamedhinaḥ triṃśaddāsīka ekaiko yān bibharti yudhiṣṭhiraḥ
Achtundachtzigtausend Snātakas, Hausväter, mit je dreißig Dienerinnen versorgt - so viele unterhält Yudhiṣṭhira.

daśānyāni sahasrāṇi nityaṃ tatrānnam uttamam bhuñjate rukmapātrībhir yudhiṣṭhiraniveśane

Zehntausend weitere verzehren dort stets vortreffliche Speise aus goldenen Schüsseln in Yudhiṣṭhiras Wohnstatt.

Wort für Wort
daśānyāni sahasrāṇi nityaṃ tatrānnam uttamam bhuñjate rukmapātrībhir yudhiṣṭhiraniveśane
Zehntausend weitere verzehren dort stets vortreffliche Speise aus goldenen Schüsseln in Yudhiṣṭhiras Wohnstatt.

kadalīmṛgamokāni kṛṣṇaśyāmāruṇāni ca kāmbojaḥ prāhiṇot tasmai parārdhyān api kambalān

Der Kāmboja-König sandte ihm Kadalīmṛga-Felldecken, schwarze, dunkle und rötliche, sowie überaus kostbare Wolldecken.

Wort für Wort
kadalīmṛgamokāni kṛṣṇaśyāmāruṇāni ca kāmbojaḥ prāhiṇot tasmai parārdhyān api kambalān
Der Kāmboja-König sandte ihm Kadalīmṛga-Felldecken, schwarze, dunkle und rötliche, sowie überaus kostbare Wolldecken.

rathayoṣidgavāśvasya śataśo 'tha sahasraśaḥ triṃśataṃ coṣṭravāmīnāṃ śatāni vicaranty uta

Zu Hunderten und Tausenden bewegen sich dort Wagen, Dienerinnen, Rinder und Pferde, sowie dreißigtausend Kamelstuten.

Wort für Wort
rathayoṣidgavāśvasya śataśo 'tha sahasraśaḥ triṃśataṃ coṣṭravāmīnāṃ śatāni vicaranty uta
Zu Hunderten und Tausenden bewegen sich dort Wagen, Dienerinnen, Rinder und Pferde, sowie dreißigtausend Kamelstuten.

pṛthagvidhāni ratnāni pārthivāḥ pṛthivīpate āharan kratumukhye 'smin kuntīputrāya bhūriśaḥ

Mannigfaltige Kleinodien brachten die Fürsten, Herrscher der Erde, bei diesem vortrefflichen Opfer dem Sohn der Kuntī reichlich dar.

Wort für Wort
pṛthagvidhāni ratnāni pārthivāḥ pṛthivīpate āharan kratumukhye 'smin kuntīputrāya bhūriśaḥ
Mannigfaltige Kleinodien brachten die Fürsten, Herrscher der Erde, bei diesem vortrefflichen Opfer dem Sohn der Kuntī reichlich dar.

na kva cid dhi mayā dṛṣṭas tādṛśo naiva ca śrutaḥ yādṛg dhanāgamo yajñe pāṇḍuputrasya dhīmataḥ

Nirgends habe ich je einen solchen gesehen, noch davon gehört, wie den Reichtumszustrom bei dem Opfer des klugen Sohnes der Pāṇḍu.

Wort für Wort
na kva cid dhi mayā dṛṣṭas tādṛśo naiva ca śrutaḥ yādṛg dhanāgamo yajñe pāṇḍuputrasya dhīmataḥ
Nirgends habe ich je einen solchen gesehen, noch davon gehört, wie den Reichtumszustrom bei dem Opfer des klugen Sohnes der Pāṇḍu.

aparyantaṃ dhanaughaṃ taṃ dṛṣṭvā śatror ahaṃ nṛpa śarma naivādhigacchāmi cintayāno 'niśaṃ vibho

Beim Anblick dieser grenzenlosen Reichtumsflut des Feindes, o König, finde ich keinen Frieden, unaufhörlich darüber nachdenkend, Erhabener.

Wort für Wort
aparyantaṃ dhanaughaṃ taṃ dṛṣṭvā śatror ahaṃ nṛpa śarma naivādhigacchāmi cintayāno 'niśaṃ vibho
Beim Anblick dieser grenzenlosen Reichtumsflut des Feindes, o König, finde ich keinen Frieden, unaufhörlich darüber nachdenkend, Erhabener.

brāhmaṇā vāṭadhānāś ca gomantaḥ śatasaṃghaśaḥ traikharvaṃ balim ādāya dvāri tiṣṭhanti vāritāḥ

Vāṭadhāna-Brahmanen, reich an Rindern, standen zu Hunderten am Tor, Tribute im Wert von zehn Milliarden mitbringend, und wurden abgewiesen.

Wort für Wort
brāhmaṇā vāṭadhānāś ca gomantaḥ śatasaṃghaśaḥ traikharvaṃ balim ādāya dvāri tiṣṭhanti vāritāḥ
Vāṭadhāna-Brahmanen, reich an Rindern, standen zu Hunderten am Tor, Tribute im Wert von zehn Milliarden mitbringend, und wurden abgewiesen.

kamaṇḍalūn upādāya jātarūpamayāñ śubhān evaṃ baliṃ samādāya praveśaṃ lebhire tataḥ

Erst nachdem sie prächtige, aus Gold gefertigte Wasserkrüge als Tribut mitgebracht hatten, erlangten sie Einlass.

Wort für Wort
kamaṇḍalūn upādāya jātarūpamayāñ śubhān evaṃ baliṃ samādāya praveśaṃ lebhire tataḥ
Erst nachdem sie prächtige, aus Gold gefertigte Wasserkrüge als Tribut mitgebracht hatten, erlangten sie Einlass.

yan naiva madhu śakrāya dhārayanty amarastriyaḥ tad asmai kāṃsyam āhārṣīd vāruṇaṃ kalaśodadhiḥ

Jenen Met, den nicht einmal die Götterfrauen für Śakra bereithalten, brachte ihm der Meeresgott Varuṇa in bronzenen Krügen dar.

Wort für Wort
yan naiva madhu śakrāya dhārayanty amarastriyaḥ tad asmai kāṃsyam āhārṣīd vāruṇaṃ kalaśodadhiḥ
Jenen Met, den nicht einmal die Götterfrauen für Śakra bereithalten, brachte ihm der Meeresgott Varuṇa in bronzenen Krügen dar.

śaikyaṃ rukmasahasrasya bahuratnavibhūṣitam dṛṣṭvā ca mama tat sarvaṃ jvararūpam ivābhavat

Als ich einen mit tausend Goldstücken gefertigten, mit reichlich Kleinodien geschmückten (Trinkbecher) sah, wurde mir das alles gleichsam wie fieberhafte Qual.

Wort für Wort
śaikyaṃ rukmasahasrasya bahuratnavibhūṣitam dṛṣṭvā ca mama tat sarvaṃ jvararūpam ivābhavat
Als ich einen mit tausend Goldstücken gefertigten, mit reichlich Kleinodien geschmückten (Trinkbecher) sah, wurde mir das alles gleichsam wie fieberhafte Qual.

gṛhītvā tat tu gacchanti samudrau pūrvadakṣiṇau tathaiva paścimaṃ yānti gṛhītvā bharatarṣabha

Nachdem sie es genommen haben, ziehen sie zum östlichen und südlichen Meer, und ebenso ziehen sie mit ihm zum westlichen, Stier der Bharatas.

Wort für Wort
gṛhītvā tat tu gacchanti samudrau pūrvadakṣiṇau tathaiva paścimaṃ yānti gṛhītvā bharatarṣabha
Nachdem sie es genommen haben, ziehen sie zum östlichen und südlichen Meer, und ebenso ziehen sie mit ihm zum westlichen, Stier der Bharatas.

uttaraṃ tu na gacchanti vinā tāta patatribhiḥ idaṃ cādbhutam atrāsīt tan me nigadataḥ śṛṇu

Zum nördlichen aber gelangen sie nicht, außer mit Vögeln, mein Vater. Und ein Wunder geschah dort - höre, was ich dir davon berichte.

Wort für Wort
uttaraṃ tu na gacchanti vinā tāta patatribhiḥ idaṃ cādbhutam atrāsīt tan me nigadataḥ śṛṇu
Zum nördlichen aber gelangen sie nicht, außer mit Vögeln, mein Vater. Und ein Wunder geschah dort - höre, was ich dir davon berichte.

pūrṇe śatasahasre tu viprāṇāṃ pariviṣyatām sthāpitā tatra saṃjñābhūc chaṅkho dhmāyati nityaśaḥ

Als hunderttausend Brahmanen bewirtet worden waren, gab man ein Zeichen: eine Muschel wurde dort aufgestellt und ertönte beständig.

Wort für Wort
pūrṇe śatasahasre tu viprāṇāṃ pariviṣyatām sthāpitā tatra saṃjñābhūc chaṅkho dhmāyati nityaśaḥ
Als hunderttausend Brahmanen bewirtet worden waren, gab man ein Zeichen: eine Muschel wurde dort aufgestellt und ertönte beständig.

muhur muhuḥ praṇadatas tasya śaṅkhasya bhārata uttamaṃ śabdam aśrauṣaṃ tato romāṇi me 'hṛṣan

Immer wieder ertönend, von jener Muschel, Bhārata, hörte ich einen gewaltigen Klang, so dass sich mir die Haare sträubten.

Wort für Wort
muhur muhuḥ praṇadatas tasya śaṅkhasya bhārata uttamaṃ śabdam aśrauṣaṃ tato romāṇi me 'hṛṣan
Immer wieder ertönend, von jener Muschel, Bhārata, hörte ich einen gewaltigen Klang, so dass sich mir die Haare sträubten.

pārthivair bahubhiḥ kīrṇam upasthānaṃ didṛkṣubhiḥ sarvaratnāny upādāya pārthivā vai janeśvara

Der Empfangsraum war überfüllt mit vielen Fürsten, die zusehen wollten; alle Kleinodien mitbringend, standen die Fürsten dort, Herrscher der Menschen,

Wort für Wort
pārthivair bahubhiḥ kīrṇam upasthānaṃ didṛkṣubhiḥ sarvaratnāny upādāya pārthivā vai janeśvara
Der Empfangsraum war überfüllt mit vielen Fürsten, die zusehen wollten; alle Kleinodien mitbringend, standen die Fürsten dort, Herrscher der Menschen,

yajñe tasya mahārāja pāṇḍuputrasya dhīmataḥ vaiśyā iva mahīpālā dvijātipariveṣakāḥ

bei jenem Opfer des klugen Sohnes der Pāṇḍu, Großkönig, wie Vaiśyas, die Herrscher der Erde, als Bediener der Zweifachgeborenen.

Wort für Wort
yajñe tasya mahārāja pāṇḍuputrasya dhīmataḥ vaiśyā iva mahīpālā dvijātipariveṣakāḥ
bei jenem Opfer des klugen Sohnes der Pāṇḍu, Großkönig, wie Vaiśyas, die Herrscher der Erde, als Bediener der Zweifachgeborenen.

na sā śrīr devarājasya yamasya varuṇasya vā guhyakādhipater vāpi yā śrī rājan yudhiṣṭhire

Weder der Glanz des Götterkönigs noch der Yamas oder Varuṇas, noch der des Herrn der Guhyakas (Kubera) gleicht dem Glanz, der bei Yudhiṣṭhira ist, o König.

Wort für Wort
na sā śrīr devarājasya yamasya varuṇasya vā guhyakādhipater vāpi yā śrī rājan yudhiṣṭhire
Weder der Glanz des Götterkönigs noch der Yamas oder Varuṇas, noch der des Herrn der Guhyakas (Kubera) gleicht dem Glanz, der bei Yudhiṣṭhira ist, o König.

tāṃ dṛṣṭvā pāṇḍuputrasya śriyaṃ paramikām aham śāntiṃ na parigacchāmi dahyamānena cetasā

Beim Anblick dieser höchsten Pracht des Sohnes der Pāṇḍu finde ich keinen Frieden, mit von Zorn verzehrtem Herzen.'

Wort für Wort
tāṃ dṛṣṭvā pāṇḍuputrasya śriyaṃ paramikām aham śāntiṃ na parigacchāmi dahyamānena cetasā
Beim Anblick dieser höchsten Pracht des Sohnes der Pāṇḍu finde ich keinen Frieden, mit von Zorn verzehrtem Herzen.'

śakunir uvāca yām etām uttamāṃ lakṣmīṃ dṛṣṭavān asi pāṇḍave tasyāḥ prāptāv upāyaṃ me śṛṇu satyaparākrama

Śakuni sprach: 'Diese höchste Pracht, die du beim Pāṇḍava gesehen hast - vernimm von mir das Mittel, sie zu erlangen, du von wahrer Tapferkeit.

Wort für Wort
śakunir uvāca yām etām uttamāṃ lakṣmīṃ dṛṣṭavān asi pāṇḍave tasyāḥ prāptāv upāyaṃ me śṛṇu satyaparākrama
Śakuni sprach: 'Diese höchste Pracht, die du beim Pāṇḍava gesehen hast - vernimm von mir das Mittel, sie zu erlangen, du von wahrer Tapferkeit.

aham akṣeṣv abhijñātaḥ pṛthivyām api bhārata hṛdayajñaḥ paṇajñaś ca viśeṣajñaś ca devane

Ich bin im Würfelspiel bekannt auf der ganzen Erde, Bhārata, kenne die Herzen, kenne die Einsätze und kenne die Feinheiten des Spiels.

Wort für Wort
aham akṣeṣv abhijñātaḥ pṛthivyām api bhārata hṛdayajñaḥ paṇajñaś ca viśeṣajñaś ca devane
Ich bin im Würfelspiel bekannt auf der ganzen Erde, Bhārata, kenne die Herzen, kenne die Einsätze und kenne die Feinheiten des Spiels.

dyūtapriyaś ca kaunteyo na ca jānāti devitum āhūtaś caiṣyati vyaktaṃ dīvyāvety āhvayasva tam

Der Sohn der Kuntī liebt das Würfelspiel, versteht sich aber nicht darauf; herausgefordert wird er gewiss kommen - fordere ihn zum Spielen heraus.'

Wort für Wort
dyūtapriyaś ca kaunteyo na ca jānāti devitum āhūtaś caiṣyati vyaktaṃ dīvyāvety āhvayasva tam
Der Sohn der Kuntī liebt das Würfelspiel, versteht sich aber nicht darauf; herausgefordert wird er gewiss kommen - fordere ihn zum Spielen heraus.'

vaiśaṃpāyana uvāca evam uktaḥ śakuninā rājā duryodhanas tadā dhṛtarāṣṭram idaṃ vākyam apadāntaram abravīt

Vaiśampāyana sprach: So von Śakuni angesprochen, unterbrach König Duryodhana da (das Vorherige) und sprach folgendes Wort zu Dhṛtarāṣṭra:

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca evam uktaḥ śakuninā rājā duryodhanas tadā dhṛtarāṣṭram idaṃ vākyam apadāntaram abravīt
Vaiśampāyana sprach: So von Śakuni angesprochen, unterbrach König Duryodhana da (das Vorherige) und sprach folgendes Wort zu Dhṛtarāṣṭra:

ayam utsahate rājañ śriyam āhartum akṣavit dyūtena pāṇḍuputrasya tad anujñātum arhasi

'Dieser hier, im Würfeln kundig, ist bereit, o König, die Pracht des Sohnes der Pāṇḍu durch Würfelspiel an sich zu bringen - das mögest du gestatten.'

Wort für Wort
ayam utsahate rājañ śriyam āhartum akṣavit dyūtena pāṇḍuputrasya tad anujñātum arhasi
'Dieser hier, im Würfeln kundig, ist bereit, o König, die Pracht des Sohnes der Pāṇḍu durch Würfelspiel an sich zu bringen - das mögest du gestatten.'

dhṛtarāṣṭra uvāca kṣattā mantrī mahāprājñaḥ sthito yasyāsmi śāsane tena saṃgamya vetsyāmi kāryasyāsya viniścayam

Dhṛtarāṣṭra sprach: 'Der Kṣattā (Vidura), der hochkluge Ratgeber, unter dessen Weisung ich stehe - mit ihm werde ich zusammenkommen und die Entscheidung in dieser Sache erfahren.

Wort für Wort
dhṛtarāṣṭra uvāca kṣattā mantrī mahāprājñaḥ sthito yasyāsmi śāsane tena saṃgamya vetsyāmi kāryasyāsya viniścayam
Dhṛtarāṣṭra sprach: 'Der Kṣattā (Vidura), der hochkluge Ratgeber, unter dessen Weisung ich stehe - mit ihm werde ich zusammenkommen und die Entscheidung in dieser Sache erfahren.

sa hi dharmaṃ puraskṛtya dīrghadarśī paraṃ hitam ubhayoḥ pakṣayor yuktaṃ vakṣyaty arthaviniścayam

Denn er, weitblickend, wird, den Dharma voranstellend, das höchste Wohl beider Seiten berücksichtigend, die angemessene Entscheidung in dieser Angelegenheit aussprechen.'

Wort für Wort
sa hi dharmaṃ puraskṛtya dīrghadarśī paraṃ hitam ubhayoḥ pakṣayor yuktaṃ vakṣyaty arthaviniścayam
Denn er, weitblickend, wird, den Dharma voranstellend, das höchste Wohl beider Seiten berücksichtigend, die angemessene Entscheidung in dieser Angelegenheit aussprechen.'

duryodhana uvāca nivartayiṣyati tvāsau yadi kṣattā sameṣyati nivṛtte tvayi rājendra mariṣye 'ham asaṃśayam

Duryodhana sprach: 'Wenn der Kṣattā, wenn er hinzukommt, dich davon abbringen wird, o König der Könige, dann werde ich, sobald du davon abgebracht bist, ohne Zweifel sterben.

Wort für Wort
duryodhana uvāca nivartayiṣyati tvāsau yadi kṣattā sameṣyati nivṛtte tvayi rājendra mariṣye 'ham asaṃśayam
Duryodhana sprach: 'Wenn der Kṣattā, wenn er hinzukommt, dich davon abbringen wird, o König der Könige, dann werde ich, sobald du davon abgebracht bist, ohne Zweifel sterben.

sa mayi tvaṃ mṛte rājan vidureṇa sukhī bhava bhokṣyase pṛthivīṃ kṛtsnāṃ kiṃ mayā tvaṃ kariṣyasi

Wenn ich tot bin, o König, sei glücklich mit Vidura; du wirst die ganze Erde genießen - was soll ich dir dann noch nützen?'

Wort für Wort
sa mayi tvaṃ mṛte rājan vidureṇa sukhī bhava bhokṣyase pṛthivīṃ kṛtsnāṃ kiṃ mayā tvaṃ kariṣyasi
Wenn ich tot bin, o König, sei glücklich mit Vidura; du wirst die ganze Erde genießen - was soll ich dir dann noch nützen?'

vaiśaṃpāyana uvāca ārtavākyaṃ tu tat tasya praṇayoktaṃ niśamya saḥ dhṛtarāṣṭro 'bravīt preṣyān duryodhanamate sthitaḥ

Vaiśampāyana sprach: Nachdem er dieses schmerzliche, aus Zuneigung gesprochene Wort vernommen hatte, sprach jener Dhṛtarāṣṭra, sich Duryodhanas Meinung anschließend, zu den Dienern:

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca ārtavākyaṃ tu tat tasya praṇayoktaṃ niśamya saḥ dhṛtarāṣṭro 'bravīt preṣyān duryodhanamate sthitaḥ
Vaiśampāyana sprach: Nachdem er dieses schmerzliche, aus Zuneigung gesprochene Wort vernommen hatte, sprach jener Dhṛtarāṣṭra, sich Duryodhanas Meinung anschließend, zu den Dienern:

sthūṇāsahasrair bṛhatīṃ śatadvārāṃ sabhāṃ mama manoramāṃ darśanīyām āśu kurvantu śilpinaḥ

'Mit tausend Säulen, groß und mit hundert Toren, entzückend anzuschauen, sollen die Handwerker rasch eine Halle für mich errichten.

Wort für Wort
sthūṇāsahasrair bṛhatīṃ śatadvārāṃ sabhāṃ mama manoramāṃ darśanīyām āśu kurvantu śilpinaḥ
'Mit tausend Säulen, groß und mit hundert Toren, entzückend anzuschauen, sollen die Handwerker rasch eine Halle für mich errichten.

tataḥ saṃstīrya ratnais tām akṣān āvāpya sarvaśaḥ sukṛtāṃ supraveśāṃ ca nivedayata me śanaiḥ

Dann, nachdem sie sie mit Kleinodien ausgestattet und die Würfel überall bereitgelegt haben, sollt ihr mir vorsichtig melden, dass sie fertig gebaut und wohl zugänglich ist.'

Wort für Wort
tataḥ saṃstīrya ratnais tām akṣān āvāpya sarvaśaḥ sukṛtāṃ supraveśāṃ ca nivedayata me śanaiḥ
Dann, nachdem sie sie mit Kleinodien ausgestattet und die Würfel überall bereitgelegt haben, sollt ihr mir vorsichtig melden, dass sie fertig gebaut und wohl zugänglich ist.'

duryodhanasya śāntyartham iti niścitya bhūmipaḥ dhṛtarāṣṭro mahārāja prāhiṇod vidurāya vai

Um Duryodhana zu besänftigen, entschied so der Herrscher der Erde, Dhṛtarāṣṭra, Großkönig, und sandte (eine Botschaft) an Vidura.

Wort für Wort
duryodhanasya śāntyartham iti niścitya bhūmipaḥ dhṛtarāṣṭro mahārāja prāhiṇod vidurāya vai
Um Duryodhana zu besänftigen, entschied so der Herrscher der Erde, Dhṛtarāṣṭra, Großkönig, und sandte (eine Botschaft) an Vidura.

apṛṣṭvā viduraṃ hy asya nāsīt kaś cid viniścayaḥ dyūtadoṣāṃś ca jānan sa putrasnehād akṛṣyata

Denn ohne Vidura zu befragen, traf er keine Entscheidung; und obwohl er die Übel des Würfelspiels kannte, wurde er von Liebe zu seinem Sohn dazu hingezogen.

Wort für Wort
apṛṣṭvā viduraṃ hy asya nāsīt kaś cid viniścayaḥ dyūtadoṣāṃś ca jānan sa putrasnehād akṛṣyata
Denn ohne Vidura zu befragen, traf er keine Entscheidung; und obwohl er die Übel des Würfelspiels kannte, wurde er von Liebe zu seinem Sohn dazu hingezogen.

tac chrutvā viduro dhīmān kalidvāram upasthitam vināśamukham utpannaṃ dhṛtarāṣṭram upādravat

Als der kluge Vidura dies hörte, eilte er zu Dhṛtarāṣṭra, dem sich das Tor des Unheils genähert hatte und dem der Beginn des Verderbens entstanden war.

Wort für Wort
tac chrutvā viduro dhīmān kalidvāram upasthitam vināśamukham utpannaṃ dhṛtarāṣṭram upādravat
Als der kluge Vidura dies hörte, eilte er zu Dhṛtarāṣṭra, dem sich das Tor des Unheils genähert hatte und dem der Beginn des Verderbens entstanden war.

so 'bhigamya mahātmānaṃ bhrātā bhrātaram agrajam mūrdhnā praṇamya caraṇāv idaṃ vacanam abravīt

Nachdem er zu dem Hochherzigen getreten war, dem älteren Bruder, verneigte er sich als Bruder mit dem Haupt zu dessen Füßen und sprach folgendes Wort:

Wort für Wort
so 'bhigamya mahātmānaṃ bhrātā bhrātaram agrajam mūrdhnā praṇamya caraṇāv idaṃ vacanam abravīt
Nachdem er zu dem Hochherzigen getreten war, dem älteren Bruder, verneigte er sich als Bruder mit dem Haupt zu dessen Füßen und sprach folgendes Wort:

nābhinandāmi te rājan vyavasāyam imaṃ prabho putrair bhedo yathā na syād dyūtahetos tathā kuru

'Ich billige diesen deinen Entschluss nicht, o König, Herr; handle so, dass keine Entzweiung mit deinen Söhnen wegen des Würfelspiels entsteht.'

Wort für Wort
nābhinandāmi te rājan vyavasāyam imaṃ prabho putrair bhedo yathā na syād dyūtahetos tathā kuru
'Ich billige diesen deinen Entschluss nicht, o König, Herr; handle so, dass keine Entzweiung mit deinen Söhnen wegen des Würfelspiels entsteht.'

dhṛtarāṣṭra uvāca kṣattaḥ putreṣu putrair me kalaho na bhaviṣyati divi devāḥ prasādaṃ naḥ kariṣyanti na saṃśayaḥ

Dhṛtarāṣṭra sprach: 'Kṣattā, zwischen meinen Söhnen wird es keinen Streit geben; die Götter im Himmel werden uns wohlgesinnt sein, ohne Zweifel.

Wort für Wort
dhṛtarāṣṭra uvāca kṣattaḥ putreṣu putrair me kalaho na bhaviṣyati divi devāḥ prasādaṃ naḥ kariṣyanti na saṃśayaḥ
Dhṛtarāṣṭra sprach: 'Kṣattā, zwischen meinen Söhnen wird es keinen Streit geben; die Götter im Himmel werden uns wohlgesinnt sein, ohne Zweifel.

aśubhaṃ vā śubhaṃ vāpi hitaṃ vā yadi vāhitam pravartatāṃ suhṛddyūtaṃ diṣṭam etan na saṃśayaḥ

Sei es unheilvoll oder heilvoll, sei es zuträglich oder unzuträglich - dieses freundschaftliche Würfelspiel möge stattfinden; es ist so vom Schicksal bestimmt, ohne Zweifel.

Wort für Wort
aśubhaṃ vā śubhaṃ vāpi hitaṃ vā yadi vāhitam pravartatāṃ suhṛddyūtaṃ diṣṭam etan na saṃśayaḥ
Sei es unheilvoll oder heilvoll, sei es zuträglich oder unzuträglich - dieses freundschaftliche Würfelspiel möge stattfinden; es ist so vom Schicksal bestimmt, ohne Zweifel.

mayi saṃnihite caiva bhīṣme ca bharatarṣabhe anayo daivavihito na kathaṃ cid bhaviṣyati

Solange ich zugegen bin und Bhīṣma, Stier der Bharatas, wird ein vom Schicksal verhängtes Unheil auf keine Weise geschehen können.

Wort für Wort
mayi saṃnihite caiva bhīṣme ca bharatarṣabhe anayo daivavihito na kathaṃ cid bhaviṣyati
Solange ich zugegen bin und Bhīṣma, Stier der Bharatas, wird ein vom Schicksal verhängtes Unheil auf keine Weise geschehen können.

gaccha tvaṃ ratham āsthāya hayair vātasamair jave khāṇḍavaprastham adyaiva samānaya yudhiṣṭhiram

Geh du, besteige einen Wagen mit dem Wind an Schnelligkeit gleichen Pferden, und bringe noch heute Yudhiṣṭhira aus Khāṇḍavaprastha her.

Wort für Wort
gaccha tvaṃ ratham āsthāya hayair vātasamair jave khāṇḍavaprastham adyaiva samānaya yudhiṣṭhiram
Geh du, besteige einen Wagen mit dem Wind an Schnelligkeit gleichen Pferden, und bringe noch heute Yudhiṣṭhira aus Khāṇḍavaprastha her.

na vāryo vyavasāyo me viduraitad bravīmi te daivam eva paraṃ manye yenaitad upapadyate

Mein Entschluss soll nicht abgewendet werden, Vidura - dies sage ich dir; ich halte das Schicksal für das Höchste, durch das dies geschieht.'

Wort für Wort
na vāryo vyavasāyo me viduraitad bravīmi te daivam eva paraṃ manye yenaitad upapadyate
Mein Entschluss soll nicht abgewendet werden, Vidura - dies sage ich dir; ich halte das Schicksal für das Höchste, durch das dies geschieht.'

ity ukto viduro dhīmān naitad astīti cintayan āpageyaṃ mahāprājñam abhyagacchat suduḥkhitaḥ

So angesprochen, dachte der kluge Vidura: 'Dies ist nicht gut' - und begab sich, überaus betrübt, zu dem hochklugen Sohn der Fluss(göttin) (Bhīṣma).

Wort für Wort
ity ukto viduro dhīmān naitad astīti cintayan āpageyaṃ mahāprājñam abhyagacchat suduḥkhitaḥ
So angesprochen, dachte der kluge Vidura: 'Dies ist nicht gut' - und begab sich, überaus betrübt, zu dem hochklugen Sohn der Fluss(göttin) (Bhīṣma).

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