Kapitel 15: Arjunavākyam
Arjunas Rede für den Kampf
Yudhiṣṭhira, aus Sorge um Bhīma und Arjuna sowie aus Angst, das Unternehmen könne misslingen, erwägt, das Rājasūya ganz aufzugeben. Arjuna widerspricht entschieden: Tapferkeit sei der höchste aller Vorzüge, ohne die selbst edle Geburt und alle anderen Tugenden nichts nützten; Untätigkeit allein sei der wahre Mangel an Tugend. Er und seine Brüder wünschten für Yudhiṣṭhira die Alleinherrschaft und seien bereit, gegen Jarāsandha zu kämpfen.
Yudhiṣṭhira sprach: Wie könnte ich, nur auf meinen eigenen Vorteil bedacht, im Verlangen nach der Würde eines Großkönigs, euch, Bhīma, aus bloßer Verwegenheit in Gefahr entsenden?
Yudhiṣṭhira sprach: Wie könnte ich, nur auf meinen eigenen Vorteil bedacht, im Verlangen nach der Würde eines Großkönigs, euch, Bhīma, aus bloßer Verwegenheit in Gefahr entsenden?
jarāsaṃdhabalaṃ prāpya duṣpāraṃ bhīmavikramam śramo hi vaḥ parājayyāt kim u tatra viceṣṭitam
Wenn ihr auf Jarāsandhas schwer zu überwindende, furchtbar mächtige Streitmacht trefft, würde eure Anstrengung euch selbst erschöpfen - was könnte man da noch ausrichten?
Wort für Wort
jarāsaṃdhabalaṃ prāpya duṣpāraṃ bhīmavikramam śramo hi vaḥ parājayyāt kim u tatra viceṣṭitam
Wenn ihr auf Jarāsandhas schwer zu überwindende, furchtbar mächtige Streitmacht trefft, würde eure Anstrengung euch selbst erschöpfen - was könnte man da noch ausrichten?
Vaiśampāyana sprach: Der Pārtha, der den besten Bogen, die beiden unerschöpflichen großen Köcher, den Wagen, das Banner und die Halle erlangt hatte, sprach zu Yudhiṣṭhira:
Vaiśampāyana sprach: Der Pārtha, der den besten Bogen, die beiden unerschöpflichen großen Köcher, den Wagen, das Banner und die Halle erlangt hatte, sprach zu Yudhiṣṭhira:
Was vermag der ohne Tapferkeit Geborene, auch wenn er in einem Geschlecht tapferer Männer geboren ist, ein Kṣatriya, dessen ganzer Lebensberuf doch das Besiegen anderer ist, o König?
Was vermag der ohne Tapferkeit Geborene, auch wenn er in einem Geschlecht tapferer Männer geboren ist, ein Kṣatriya, dessen ganzer Lebensberuf doch das Besiegen anderer ist, o König?
sarvair api guṇair hīno vīryavān hi tared ripūn sarvair api guṇair yukto nirvīryaḥ kiṃ kariṣyati
Auch wer aller anderen Vorzüge entbehrt, kann, wenn er tapfer ist, seine Feinde überwinden; doch wer, mit allen Vorzügen ausgestattet, ohne Tapferkeit ist, was vermag er?
Wort für Wort
sarvair api guṇair hīno vīryavān hi tared ripūn sarvair api guṇair yukto nirvīryaḥ kiṃ kariṣyati
Auch wer aller anderen Vorzüge entbehrt, kann, wenn er tapfer ist, seine Feinde überwinden; doch wer, mit allen Vorzügen ausgestattet, ohne Tapferkeit ist, was vermag er?
dravyabhūtā guṇāḥ sarve tiṣṭhanti hi parākrame jayasya hetuḥ siddhir hi karma daivaṃ ca saṃśritam
Alle anderen Vorzüge sind bloß Mittel und gründen sich auf Tapferkeit; die Ursache des Sieges ist der Erfolg, und dieser beruht auf Werk und Schicksal zugleich.
Wort für Wort
dravyabhūtā guṇāḥ sarve tiṣṭhanti hi parākrame jayasya hetuḥ siddhir hi karma daivaṃ ca saṃśritam
Alle anderen Vorzüge sind bloß Mittel und gründen sich auf Tapferkeit; die Ursache des Sieges ist der Erfolg, und dieser beruht auf Werk und Schicksal zugleich.
saṃyukto hi balaiḥ kaś cit pramādān nopayujyate tena dvāreṇa śatrubhyaḥ kṣīyate sabalo ripuḥ
Wer, obwohl mit Kräften ausgestattet, sie aus Nachlässigkeit nicht einsetzt, durch diese Lücke wird selbst ein mächtiger Feind von seinen Feinden vernichtet.
Wort für Wort
saṃyukto hi balaiḥ kaś cit pramādān nopayujyate tena dvāreṇa śatrubhyaḥ kṣīyate sabalo ripuḥ
Wer, obwohl mit Kräften ausgestattet, sie aus Nachlässigkeit nicht einsetzt, durch diese Lücke wird selbst ein mächtiger Feind von seinen Feinden vernichtet.
Wie Kleinmut beim Machtlosen, so ist Verblendung beim Mächtigen ein Fehler; diese beiden verderblichen Ursachen muss ein König, der den Sieg wünscht, meiden.
Wie Kleinmut beim Machtlosen, so ist Verblendung beim Mächtigen ein Fehler; diese beiden verderblichen Ursachen muss ein König, der den Sieg wünscht, meiden.
Bei bloßer Untätigkeit aber wäre der Mangel an Tugend gewiss; wie kannst du, o König, ohne Zweifel an unseren Vorzügen, dennoch Mangel an Tugend annehmen?
Bei bloßer Untätigkeit aber wäre der Mangel an Tugend gewiss; wie kannst du, o König, ohne Zweifel an unseren Vorzügen, dennoch Mangel an Tugend annehmen?
Das Ockergewand des Asketen ist später leicht zu erlangen, für Weise, die nach Frieden verlangen; doch da wir für dich die Alleinherrschaft wünschen, werden wir mit den Feinden kämpfen.
Das Ockergewand des Asketen ist später leicht zu erlangen, für Weise, die nach Frieden verlangen; doch da wir für dich die Alleinherrschaft wünschen, werden wir mit den Feinden kämpfen.