Kapitel 42: Śiśupālavadhaḥ
Die Tötung Śiśupālas und der Abschluss des Rājasūya-Opfers
Śiśupāla fordert Kṛṣṇa offen zum Kampf heraus. Kṛṣṇa zählt vor der Versammlung Śiśupālas frühere Untaten auf - darunter die Zerstörung Dvārakās, die Entführung von Rukmiṇī und anderer Frauen sowie die Störung von Opfern - und erklärt, nun sei die Grenze des Erträglichen überschritten. Als Śiśupāla weiterspottet, enthauptet Kṛṣṇa ihn mit dem Diskus; ein göttlicher Glanz verlässt Śiśupālas Leib und geht in Kṛṣṇa ein - ein Zeichen für Śiśupālas Erlösung als Teilinkarnation des göttlichen Glanzes. Das Rājasūya-Opfer wird unter Kṛṣṇas Schutz vollendet; die Könige verabschieden sich, von den Pāṇḍava-Brüdern einzeln geleitet, und auch Kṛṣṇa kehrt nach Dvārakā zurück, nachdem er Yudhiṣṭhira zu wachsamer Herrschaft ermahnt hat. Allein Duryodhana und Śakuni bleiben in der prächtigen Halle zurück.
saha tvayā hi me vadhyāḥ pāṇḍavāḥ kṛṣṇa sarvathā nṛpatīn samatikramya yair arājā tvam arcitaḥ
Denn zusammen mit dir müssen auch die Pāṇḍavas von mir auf jeden Fall getötet werden, Kṛṣṇa - sie, die dich, den Nicht-König, unter Übergehung der Könige geehrt haben.
Wort für Wort
saha tvayā hi me vadhyāḥ pāṇḍavāḥ kṛṣṇa sarvathā nṛpatīn samatikramya yair arājā tvam arcitaḥ
Denn zusammen mit dir müssen auch die Pāṇḍavas von mir auf jeden Fall getötet werden, Kṛṣṇa - sie, die dich, den Nicht-König, unter Übergehung der Könige geehrt haben.
ye tvāṃ dāsam arājānaṃ bālyād arcanti durmatim anarham arhavat kṛṣṇa vadhyās ta iti me matiḥ ity uktvā rājaśārdūlas tasthau garjann amarṣaṇaḥ
Die dich, einen Diener, Nicht-König, aus kindischer Torheit ehren, den Unwürdigen wie einen Würdigen, Kṛṣṇa - diese müssen, so meine ich, getötet werden.' So sprechend stand der Tiger unter den Königen, unduldsam brüllend, da.
Wort für Wort
ye tvāṃ dāsam arājānaṃ bālyād arcanti durmatim anarham arhavat kṛṣṇa vadhyās ta iti me matiḥ ity uktvā rājaśārdūlas tasthau garjann amarṣaṇaḥ
Die dich, einen Diener, Nicht-König, aus kindischer Torheit ehren, den Unwürdigen wie einen Würdigen, Kṛṣṇa - diese müssen, so meine ich, getötet werden.' So sprechend stand der Tiger unter den Königen, unduldsam brüllend, da.
'Dieser Sohn der Sātvatī ist unser äußerster Feind, o Fürsten, grausamen Wesens gegenüber den Sātvatas, nicht wohlgesinnt gegen die, die ihm nichts getan haben.
'Dieser Sohn der Sātvatī ist unser äußerster Feind, o Fürsten, grausamen Wesens gegenüber den Sātvatas, nicht wohlgesinnt gegen die, die ihm nichts getan haben.
Bei einem Aśvamedha-Opfer meines Vaters entführte er, von übler Absicht erfüllt, das geweihte, von Wächtern umgebene Opferpferd, um das Opfer zu vereiteln.
Bei einem Aśvamedha-Opfer meines Vaters entführte er, von übler Absicht erfüllt, das geweihte, von Wächtern umgebene Opferpferd, um das Opfer zu vereiteln.
sauvīrān pratipattau ca babhror eṣa yaśasvinaḥ bhāryām abhyaharan mohād akāmāṃ tām ito gatām
Bei den Sauvīras entführte er aus Verblendung die Gattin des ruhmreichen Babhru, die dorthin gegangen war, obwohl sie es nicht wollte, während der (Vermählungs-)Feier.
Wort für Wort
sauvīrān pratipattau ca babhror eṣa yaśasvinaḥ bhāryām abhyaharan mohād akāmāṃ tām ito gatām
Bei den Sauvīras entführte er aus Verblendung die Gattin des ruhmreichen Babhru, die dorthin gegangen war, obwohl sie es nicht wollte, während der (Vermählungs-)Feier.
Durch Zauberei verhüllt, entführte dieser Grausame, um Karūṣa zu schaden, die fromme, edle Vaiśālī, die Tochter meines Onkels mütterlicherseits.
[?: Die Identität der "Vaiśālī" und die genauen Umstände dieser Entführung bleiben unklar - der Vers scheint sich auf eine nicht näher überlieferte Episode zu beziehen.]
imaṃ tv asya na śakṣyāmi kṣantum adya vyatikramam avalepād vadhārhasya samagre rājamaṇḍale
Diese seine Grenzüberschreitung aber kann ich heute nicht mehr verzeihen - aus Überheblichkeit dessen, der den Tod verdient, in Gegenwart der gesamten Königsversammlung.
Wort für Wort
imaṃ tv asya na śakṣyāmi kṣantum adya vyatikramam avalepād vadhārhasya samagre rājamaṇḍale
Diese seine Grenzüberschreitung aber kann ich heute nicht mehr verzeihen - aus Überheblichkeit dessen, der den Tod verdient, in Gegenwart der gesamten Königsversammlung.
rukmiṇyām asya mūḍhasya prārthanāsīn mumūrṣataḥ na ca tāṃ prāptavān mūḍhaḥ śūdro vedaśrutiṃ yathā
Dieser Törichte begehrte, seinem Tod entgegen, Rukmiṇī; doch er, der Törichte, erlangte sie nicht, wie ein Śūdra nicht die Erkenntnis der Veden erlangt.'
Wort für Wort
rukmiṇyām asya mūḍhasya prārthanāsīn mumūrṣataḥ na ca tāṃ prāptavān mūḍhaḥ śūdro vedaśrutiṃ yathā
Dieser Törichte begehrte, seinem Tod entgegen, Rukmiṇī; doch er, der Törichte, erlangte sie nicht, wie ein Śūdra nicht die Erkenntnis der Veden erlangt.'
Denn welcher Mann außer dir, Madhusūdana, würde, wenn er sich selbst für rechtschaffen hält, jemals unter Rechtschaffenen verkünden, dass eine Frau zuvor einem anderen bestimmt war?
Denn welcher Mann außer dir, Madhusūdana, würde, wenn er sich selbst für rechtschaffen hält, jemals unter Rechtschaffenen verkünden, dass eine Frau zuvor einem anderen bestimmt war?
Während er noch so sprach, trennte der erhabene Madhusūdana, der Feindebezwinger, zornentbrannt mit seinem Diskus dessen Haupt ab; und der Großarmige stürzte, wie ein vom Blitz getroffener Berg.
Während er noch so sprach, trennte der erhabene Madhusūdana, der Feindebezwinger, zornentbrannt mit seinem Diskus dessen Haupt ab; und der Großarmige stürzte, wie ein vom Blitz getroffener Berg.
pāṇḍavas tv abravīd bhrātṝn satkāreṇa mahīpatim damaghoṣātmajaṃ vīraṃ saṃsādhayata mā ciram tathā ca kṛtavantas te bhrātur vai śāsanaṃ tadā
Der Pāṇḍava aber sprach zu seinen Brüdern: 'Vollzieht ohne Verzug die Bestattungsriten für den Helden, den Sohn des Damaghoṣa, mit gebührender Ehrerbietung.' Und so taten sie, was der Bruder ihnen befohlen hatte.
Wort für Wort
pāṇḍavas tv abravīd bhrātṝn satkāreṇa mahīpatim damaghoṣātmajaṃ vīraṃ saṃsādhayata mā ciram tathā ca kṛtavantas te bhrātur vai śāsanaṃ tadā
Der Pāṇḍava aber sprach zu seinen Brüdern: 'Vollzieht ohne Verzug die Bestattungsriten für den Helden, den Sohn des Damaghoṣa, mit gebührender Ehrerbietung.' Und so taten sie, was der Bruder ihnen befohlen hatte.
śāntavighnaḥ sukhārambhaḥ prabhūtadhanadhānyavān annavān bahubhakṣyaś ca keśavena surakṣitaḥ
Von allen Hindernissen befreit, unter glücklichem Beginn, reich an Gut und Getreide, reich an Speise und mannigfaltigen Genüssen, von Keśava wohlbeschützt,
Wort für Wort
śāntavighnaḥ sukhārambhaḥ prabhūtadhanadhānyavān annavān bahubhakṣyaś ca keśavena surakṣitaḥ
Von allen Hindernissen befreit, unter glücklichem Beginn, reich an Gut und Getreide, reich an Speise und mannigfaltigen Genüssen, von Keśava wohlbeschützt,
samāpayām āsa ca taṃ rājasūyaṃ mahākratum taṃ tu yajñaṃ mahābāhur ā samāpter janārdanaḥ rarakṣa bhagavāñ śauriḥ śārṅgacakragadādharaḥ
vollendete er jenes große Rājasūya-Opfer; und dieses Opfer beschützte der großarmige Janārdana, der erhabene Śauri, der Träger von Bogen Śārṅga, Diskus und Keule, bis zu seinem Abschluss.
Wort für Wort
samāpayām āsa ca taṃ rājasūyaṃ mahākratum taṃ tu yajñaṃ mahābāhur ā samāpter janārdanaḥ rarakṣa bhagavāñ śauriḥ śārṅgacakragadādharaḥ
vollendete er jenes große Rājasūya-Opfer; und dieses Opfer beschützte der großarmige Janārdana, der erhabene Śauri, der Träger von Bogen Śārṅga, Diskus und Keule, bis zu seinem Abschluss.
'Zum Glück gedeihst du, o Dharmakundiger, hast die Kaiserwürde erlangt, Erhabener; der Ruhm der Ājamīḍhas ist von dir gemehrt worden, und durch diese Tat, König der Könige, wurde überaus großer Dharma vollbracht.
'Zum Glück gedeihst du, o Dharmakundiger, hast die Kaiserwürde erlangt, Erhabener; der Ruhm der Ājamīḍhas ist von dir gemehrt worden, und durch diese Tat, König der Könige, wurde überaus großer Dharma vollbracht.
āpṛcchāmo naravyāghra sarvakāmaiḥ supūjitāḥ svarāṣṭrāṇi gamiṣyāmas tad anujñātum arhasi
Wir verabschieden uns, Tiger unter den Männern, wohlgeehrt mit allem Erwünschten; wir werden in unsere eigenen Reiche zurückkehren - das mögest du uns gestatten.'
Wort für Wort
āpṛcchāmo naravyāghra sarvakāmaiḥ supūjitāḥ svarāṣṭrāṇi gamiṣyāmas tad anujñātum arhasi
Wir verabschieden uns, Tiger unter den Männern, wohlgeehrt mit allem Erwünschten; wir werden in unsere eigenen Reiche zurückkehren - das mögest du uns gestatten.'
rājānaḥ sarva evaite prītyāsmān samupāgatāḥ prasthitāḥ svāni rāṣṭrāṇi mām āpṛcchya paraṃtapāḥ te 'nuvrajata bhadraṃ vo viṣayāntaṃ nṛpottamān
'Alle diese Könige, die aus Zuneigung zu uns gekommen sind, brechen nun, von mir verabschiedet, in ihre eigenen Reiche auf, ihr Feindebezwinger. Geleitet sie, Heil euch, an die Grenze ihrer Länder, diese vortrefflichsten Könige.'
Wort für Wort
rājānaḥ sarva evaite prītyāsmān samupāgatāḥ prasthitāḥ svāni rāṣṭrāṇi mām āpṛcchya paraṃtapāḥ te 'nuvrajata bhadraṃ vo viṣayāntaṃ nṛpottamān
'Alle diese Könige, die aus Zuneigung zu uns gekommen sind, brechen nun, von mir verabschiedet, in ihre eigenen Reiche auf, ihr Feindebezwinger. Geleitet sie, Heil euch, an die Grenze ihrer Länder, diese vortrefflichsten Könige.'
Nachdem sie den Befehl ihres Bruders vernommen hatten, geleiteten die dharmatreuen Pāṇḍavas jeden dieser bedeutenden Könige einzeln, wie es sich gebührte.
Nachdem sie den Befehl ihres Bruders vernommen hatten, geleiteten die dharmatreuen Pāṇḍavas jeden dieser bedeutenden Könige einzeln, wie es sich gebührte.
'Ich verabschiede mich von dir, ich werde nach Dvārakā zurückkehren, Spross der Kurus. Zum Glück hast du den Rājasūya, das vortrefflichste der Opfer, erlangt.'
'Ich verabschiede mich von dir, ich werde nach Dvārakā zurückkehren, Spross der Kurus. Zum Glück hast du den Rājasūya, das vortrefflichste der Opfer, erlangt.'
niṣkramyāntaḥpurāc caiva yudhiṣṭhirasahāyavān snātaś ca kṛtajapyaś ca brāhmaṇān svasti vācya ca
Nachdem er aus den inneren Gemächern herausgekommen war, begleitet von Yudhiṣṭhira, gebadet und sein Gebet vollzogen hatte und von den Brahmanen den Segen empfangen hatte,
Wort für Wort
niṣkramyāntaḥpurāc caiva yudhiṣṭhirasahāyavān snātaś ca kṛtajapyaś ca brāhmaṇān svasti vācya ca
Nachdem er aus den inneren Gemächern herausgekommen war, begleitet von Yudhiṣṭhira, gebadet und sein Gebet vollzogen hatte und von den Brahmanen den Segen empfangen hatte,
Nachdem der Lotusäugige, Hochgesinnte, den bereitstehenden Wagen mit dem vortrefflichen Tārkṣya-Banner (Garuḍa) gesehen, ihn rechts umwandelt und bestiegen hatte, zog er sodann zur Stadt Dvāravatī.
Nachdem der Lotusäugige, Hochgesinnte, den bereitstehenden Wagen mit dem vortrefflichen Tārkṣya-Banner (Garuḍa) gesehen, ihn rechts umwandelt und bestiegen hatte, zog er sodann zur Stadt Dvāravatī.
'Wachsam stehe stets und beschütze deine Untertanen, Herr der Menschen; deine Verwandten sollen von dir leben, wie die Wesen von der Regenwolke, wie die Vögel von einem großen Baum, wie die Unsterblichen vom Tausendäugigen (Indra).'
'Wachsam stehe stets und beschütze deine Untertanen, Herr der Menschen; deine Verwandten sollen von dir leben, wie die Wesen von der Regenwolke, wie die Vögel von einem großen Baum, wie die Unsterblichen vom Tausendäugigen (Indra).'
kṛtvā paraspareṇaivaṃ saṃvidaṃ kṛṣṇapāṇḍavau anyonyaṃ samanujñāpya jagmatuḥ svagṛhān prati
Nachdem Kṛṣṇa und die Pāṇḍavas so eine gegenseitige Übereinkunft getroffen hatten, verabschiedeten sie sich voneinander und zogen zu ihren eigenen Wohnstätten.
Wort für Wort
kṛtvā paraspareṇaivaṃ saṃvidaṃ kṛṣṇapāṇḍavau anyonyaṃ samanujñāpya jagmatuḥ svagṛhān prati
Nachdem Kṛṣṇa und die Pāṇḍavas so eine gegenseitige Übereinkunft getroffen hatten, verabschiedeten sie sich voneinander und zogen zu ihren eigenen Wohnstätten.
Nachdem Kṛṣṇa, der Vortrefflichste der Sātvatas, nach Dvāravatī gezogen war, o König, blieben allein König Duryodhana und Śakuni, der Sohn des Subala, jene beiden Stiere unter den Männern, in jener himmlischen Halle zurück.
Nachdem Kṛṣṇa, der Vortrefflichste der Sātvatas, nach Dvāravatī gezogen war, o König, blieben allein König Duryodhana und Śakuni, der Sohn des Subala, jene beiden Stiere unter den Männern, in jener himmlischen Halle zurück.