Quellen der Menschheit

Paippalāda-Saṃhitā · Kāṇḍa 18

Hymne 18.2 Brautzug der Sūryā und Segen für die Neuvermählte

śucī te cakre yātyā / vyāno akṣa āhataḥ | / ano manasmayaṃ sūryā- / -ārohat prayatī patim ||

Rein waren deine beiden Räder beim Fahren, / der Vyāna[-Atem] war die eingeschlagene Achse; / den aus Geist gemachten Wagen / bestieg Sūryā, zum Gatten fahrend.

sūryāyā vahatuḥ prāgāt / savitā yam avāsṛjat | / aghāsu hanyante gāvaḥ / phalgunīṣu vy uhyate ||

Der Brautzug der Sūryā ging voran, / den Savitar entsandt hatte. / In den Aghās (Maghā) werden die Rinder erschlagen, / in den Phalgunīs wird [die Braut] heimgeführt.

yad aśvinā pṛcchamānāv ayātaṃ / tricakreṇa vahatuṃ sūryāyāḥ | / kvaikaṃ cakraṃ vām āsīt / kva deṣṭrāya tasthathuḥ ||

Als ihr Aśvins fragend fuhrt / mit dem dreirädrigen [Wagen] zum Brautzug der Sūryā: / wo war euer eines Rad? / Wo standet ihr für den Deṣṭṛ (den Anweiser)?

yad ayātaṃ śubhaspatī / vareyaṃ sūryām upa | / viśve devā anu tad vām ajānan / putraḥ pitarāv avṛnīta pūṣā ||

Als ihr fuhrt, ihr Herren des Glanzes, / zur Brautwerbung um Sūryā: / alle Götter erkannten das euch zu; / Pūṣan, der Sohn, erwählte die beiden Eltern.

dve te cakre sūrye / brahmāṇa ṛtuthā viduḥ | / athaikaṃ cakraṃ yad guhā / tad addhātaya id viduḥ ||

Zwei Räder von dir, Sūryā, / kennen die Brahmanen nach den Jahreszeiten; / das eine Rad aber, das verborgen ist, / das kennen nur die, die es wirklich [durchschauen] (addhātayaḥ).

pra tvā muñcāmi varuṇasya pāśād / yena tvābadhnāt savitā suśevāḥ | / ṛtasya yonau sukṛtasya loke / syonaṃ te astu sahapatnyai vadhu ||

Ich löse dich von Varuṇas Fessel, / mit der dich Savitar, der Wohlgesinnte, gebunden hat. / Im Schoß der Ordnung, in der Welt des gut Getanen / sei es dir angenehm, Braut, an der Seite des Gatten.

aryamaṇaṃ yajāmahe / subandhuṃ pativedanam | / urvārukam iva bandhanād / ito muñcantu māmutaḥ ||

Aryaman verehren wir, den guten Verwandten, / den Gattenfinder. / Wie die Gurke vom Stiel: / von hier mögen sie mich lösen, nicht von dort.

preto muñcantu māmutaḥ / subaddhām amutas karat | / yatheyam indra mīḍhvaḥ / suputrā subhagāsati ||

Von hier mögen sie [mich] lösen, nicht von dort; / von dort möge er [sie] gut gebunden machen; / damit diese, Indra, Spender/Besamer, / gute Söhne habe und glücklich sei.

bhagas tveto nayatu hastagṛhya- / -aśvinā tvā pra vahatāṃ rathena | / gṛhān gaccha gṛhapatnī yathāso / vaśinī tvaṃ vidatham ā vadāsi ||

Bhaga soll dich von hier führen, dich an der Hand fassend; / die Aśvins sollen dich mit dem Wagen fahren. / Geh zum Haus, damit du Hausherrin seist; / gebietend sollst du zur Versammlung (vidatha) sprechen.

iha priyaṃ prajāyai te sam ṛdhyatām / asmin gṛhe gārhapatyāya jāgṛhi | / enā patyā tanvaṃ saṃ spṛśasva- / -atha jirvir vidatham ā vadāsi ||

Hier gedeihe dir das Liebe für Nachkommenschaft; / in diesem Haus wache für die Hausherrschaft. / Mit diesem Gatten vereinige dich leiblich; / dann, gealtert, sollst du zur Versammlung sprechen.