Quellen der Menschheit

Paippalāda-Saṃhitā · Kāṇḍa 18

Hymne 18.3 Ehesegen, Sonne und Mond, Brautgewand

ihaiva staṃ mā vi yauṣṭaṃ / dīrgham āyur vy aśnutam | / krīḍantau putrair naptṛbhir / modamānau sve gṛhe ||

Hier nur bleibt beide, trennt euch nicht, / erreicht langes Leben, / spielend mit Söhnen und Enkeln, / froh im eigenen Haus.

pūrvāparaṃ carato māyayaitau / śiśū krīḍantau pari yāto adhvaram | / viśvāny anyo bhuvanā vicaṣṭa / ṛtūṃr anyo vidadhaj jāyate navaḥ ||

Vorwärts und rückwärts gehen die beiden durch Zauberkraft; / als zwei Kinder spielend umkreisen sie den Opferplatz. / Der eine überschaut alle Wesen, / der andere wird stets neu geboren und ordnet die Jahreszeiten.

navonavo bhavati jāyamāno / 'hnāṃ ketur uṣasām ety agram | / bhāgaṃ devebhyo vi dadhāty āyan / pra candramās tirate dīrgham āyuḥ ||

Immer neuer wird er, wenn er geboren wird, / das Banner der Tage, er geht an der Spitze der Morgenröten; / kommend teilt er den Göttern ihren Anteil zu; / der Mond verlängert das lange Leben.

parā dehi śāmūlyaṃ / brahmabhyo vi bhajā vasu | / kṛtyaiṣā padvatī bhūtvā- / -ā jāyā viśate patim ||

Gib das Śāmūlya[-Gewand] ab, / verteile das Gut an die Brahmanen. / Diese Kṛtyā, mit Füßen versehen geworden, / geht als Gattin zum Gatten ein.

nīlalohitaṃ bhavati / kṛtyāsaktir vy ajyate | / edhante asyā jñātayaḥ / patir bandheṣu badhyate ||

Blauschwarz-rot wird es; / die Anhaftung der Kṛtyā wird sichtbar; / ihre Verwandten gedeihen, / der Gatte wird in [den Banden der] Verwandtschaft gebunden.

aślīlā tanūr bhavati / ruśatī pāpayāmuyā | / patir yad vadhvo vāsasaḥ / svam aṅgam abhyūrṇute ||

Unschön wird der Leib, weißlich glänzend, / mit jener Schlechtigkeit, / wenn der Gatte mit dem Gewand der Braut / sein eigenes Glied bedeckt.

āśasanaṃ viśasanam / atho adhivikartanam | / sūryāyāḥ paśya rūpāṇi / tāni brahmā tu śundhati ||

Das Aufreißen, das Zerteilen, / ferner das Zerschneiden: / sieh die Gestalten der Sūryā; / diese aber reinigt der Brahmane.

tṛṣṭam etat kaṭukam / apāṣṭhavad viṣavan naitad attave | Bhatt. viṣavaṃ / sūryāṃ yo brahmā veda / sa id vādhūyam arhati ||

Scharf ist dies, bitter, mit Widerhaken versehen, / giftig; nicht zum Essen. / Der Brahmane, der Sūryā kennt, / der verdient das Brautgewand.

sa vai tat syonaṃ harati / brahmā vāsaḥ sumaṅgalam | / prāyaścittiṃ yo adhyeti / yena jāyā na riṣyati ||

Der Brahmane nimmt jenes angenehme, / glückverheißende Gewand, / der die Sühne (prāyaścitti) studiert, / durch die die Gattin nicht zu Schaden kommt.

yuvaṃ bhagaṃ saṃ bharathaḥ samṛddham / ṛtaṃ vadantām ṛtodyena | / brahmaṇaspate patim asyai rocayāmuṃ / cāru sambhalo vadatu vācam etām ||

Ihr beide führt das Glück zusammen, das reiche; / sie sollen Wahrheit sprechen mit wahrheitsgemäßer Rede. / Brahmaṇaspati, mache den Gatten dieser genehm; / der schöne Sambhala soll dieses Wort sprechen.