Quellen der Menschheit

Paippalāda-Saṃhitā · Kāṇḍa 18

Hymne 18.22 Lobpreis der Sonne (Sūrya)

apa tye tāyavo yathā / nakṣatrā yanty aktubhiḥ | / sūrāya viśvacakṣase ||

Wie Diebe gehen die Sterne mit den Nächten fort / vor der Sonne, der Allschauenden.

adṛśram asya ketavo / vi raśmayo janām̐ anu | / bhrājanto agnayo yathā ||

Sichtbar wurden seine Banner; / die Strahlen [breiteten sich] über die Menschen aus, / wie flammende Feuer.

taraṇir viśvadarśato / jyotiṣkṛd asi sūrya | / viśvam ā bhāsi rocanaḥ || Bhatt. rocanaḥ (⟨ rocanam*?)

Der Durchdringende, allseits Sichtbare, / Lichtmacher bist du, Sūrya; / über das All hin leuchtest du, der Strahlende.

pratyaṅ devānāṃ viśaḥ / pratyaṅṅ ud eṣi mānuṣīḥ | / pratyaṅ viśvaṃ svar dṛśe ||

Dem Volk der Götter zugewandt, / den Menschenstämmen zugewandt steigst du auf, / der ganzen Welt zugewandt, dass man das Licht sieht.

yenā pāvaka cakṣuṣā / bhuraṇyantaṃ janām̐ anu | / tvaṃ varuṇa paśyasi ||

Mit welchem Auge, Reiniger, / du auf den regen Menschen hin / blickst — du, Varuṇa, siehst.

vi dyām eṣi rajas pṛthv / ahar mimāno aktubhiḥ | / paśyan janmāni sūrya ||

Du durchziehst den Himmel, den weiten Raum, / den Tag mit den Nächten messend, / die Geschöpfe erblickend, Sūrya.

sapta tvā harito rathe / vahanti deva sūrya | / śociṣkeśaṃ vicakṣaṇam ||

Sieben Falbinnen fahren dich am Wagen, / Gott Sūrya, / den Flammenhaarigen, Weitblickenden.

ayukta sapta śundhyuvaḥ / sūro rathasya naptyaḥ | / tabhir yāti svayuktibhiḥ ||

Sieben Reinigerinnen hat er angeschirrt, / Sūra, des Wagens Töchter; / mit ihnen, die von selbst angespannt sind, fährt er.

abhi mā varcasā giraḥ / siñcantīr ā caraṇyatha | / abhi vatsaṃ na dhenavaḥ ||

Zu mir mit Glanz, mich besprengend, / kommt heran, ihr Lieder, / wie Milchkühe zum Kalb.

tā arṣanti śubhriyaḥ / pṛñcatīr varcasā priyaḥ | / jātaṃ jātrīr yathā hṛdā ||

Sie strömen, die Strahlenden, die Lieben, / sich mit Glanz vermischend, / zum Neugeborenen, wie Gebärende, mit Herz.