Quellen der Menschheit

Paippalāda-Saṃhitā · Kāṇḍa 18

Hymne 18.25 Sonne, Agni und das Kind der Mutter

bibharty aṃśuṃ prati muñcate srajam Bhatt. vi bharty / ud ūhate raśmīn aṃśuṃ bṛhantam | ūhate emend. Bhatt. (vs. uhate) / divākaraḥ paśyati yat parāt paraṃ / prāhṇā pra varṣmaṇā viśvam aprāṅ / hiraṇyayo haritaḥ ketur udyan ||

Er trägt den Strahl, legt den Kranz an; / er hebt die Strahlen empor, den großen Strahl. / Der Tagmacher sieht, was das Höchste über das Höchste ist; / mit Vormittag und Höhe hat er das All erfüllt [?], / der goldene, falbe Banner-Träger, aufgehend.

ārohañ chukro bṛhatīr atandro Bhatt. ārohañ śukro / martyaḥ kṛṇute vīryāṇi | / divyaḥ suparṇo mahiṣo vātaraṃhā / yat sarvān lokām̐ abhi yad vibhāti || Bhatt. sarvāṃ

Aufsteigend, der Helle, der Unermüdliche, die weiten [Räume], / vollbringt der Sterbliche [?] Heldentaten; / himmlischer Schönvogel, mächtig, windschnell, / wenn er alle Welten überstrahlt.

abhy anyad eti pary anyad vasāno / 'horātrābhyāṃ mahiṣaḥ kalpamānaḥ | / sūryaṃ vayaṃ rajasi kṣiyantaṃ / gātuvidaṃ havāmahe nāthakāmāḥ ||

Das eine [Gewand] betritt er, das andere legt er um: / Tag und Nacht, der Mächtige sich ordnend; / Sūrya, der im Dunstraum wohnt, / den Wegkundigen rufen wir hilfebegehrend an.

pṛthivīpro mahiṣo nādhamānasya / gātur adabdhacakṣuḥ pari sarvaṃ babhūva | / viśvaṃ saṃpaśyan suvidatro yajatraḥ Bhatt. saṃpaśyaṃ, yajatra(ḥ) / śivayā nas tanvā śarma yacchāt ||

Erdfüllend, mächtig, des Bittenden Wegführer, / mit unbetrügbarem Auge hat er alles umfasst; / alles überschauend, wohlwissend, verehrungswürdig, / gewähre uns mit gnädigem Leib Schutz.

pary asya mahimā pṛthivīṃ samudraṃ / jyotiṣā vibhrājan pari dyām antarikṣam | / ahorātrābhyāṃ saha saṃvidāna / upā na āyuḥ pra tirād ariṣṭam ||

Über Erde und Meer reicht seine Größe, / mit Licht erstrahlend über Himmel und Luftraum; / mit Tag und Nacht einträchtig, / verlängere uns das Leben unversehrt.

abodhy agniḥ samidhā janānāṃ / prati dhenum ivāyatīm uṣāsam | / yahvā iva pra vayām ujjihānāḥ / pra bhānavaḥ sisrate nākam accha ||

Erwacht ist Agni durch das Brennholz der Menschen, / der herankommenden Uṣas entgegen wie einer Milchkuh; / wie Rastlose, die sich vom Zweig emporschnellen [?], / sind die Strahlen zum Himmelsdach hin ausgeschossen.

kumāraṃ mātā yuvatir garbham antar / guhā bibharti na dadāti pitre | / anīkam asya na minaj janāsaḥ / puraḥ paśyanti nihitam aratau ||

Den Knaben trägt die junge Mutter als Leibesfrucht / drinnen, verborgen, und gibt ihn nicht dem Vater. / Sein Antlitz beeinträchtigen die Leute nicht; / vorn sehen sie den in der Ruhelosigkeit [?] Niedergelegten.

tam etaṃ tvaṃ yuvate kumāraṃ / tveṣī bibharṣi mahiṣī jajāna | / urvīr hi garbhaḥ śarado vavardha- / -apaśyaṃ jātaṃ yam asūta mātā ||

Diesen Knaben, du, die junge, strahlende, mächtige [Mutter], / trägst du, den du gebarst. / Denn die Leibesfrucht wuchs lange Herbste [Jahre]; / ich sah den Geborenen, den die Mutter gebar.

yasya tisro vartana ekadhā sato Bhatt. varttana (⟨ varttanaya?) / yasmai baliṃ devajanā haranti | / tasyāsau dyauḥ pṛthivy antarikṣaṃ / guhā tiṣṭhanti vasunā samaktāḥ ||

Dessen drei Wege, als eins seiend, / dem die Göttergeschlechter Tribut bringen: / dessen sind jener Himmel, Erde, Luftraum, / sie stehen verborgen, mit Gut gesalbt.

nava divo devajanena guptā / navāntarikṣāṇi nava bhūmaya imāḥ | / yasminn idaṃ sarvam otaṃ protaṃ otaṃ emend. Barret; Bhatt. ota- / yasmād anyan na paraṃ kiṃ canāsti ||

Neun Himmel, vom Göttervolk behütet, / neun Lufträume, neun diese Erden; / in dem dies alles eingewoben und durchwoben ist, / außer dem nichts Anderes, Höheres irgend ist.