Quellen der Menschheit

Paippalāda-Saṃhitā · Kāṇḍa 18

Hymne 18.58 Wechselrede von Yama und Yamī (II)

ā ghā tā gacchān uttarā yugāni / yatra jāmayaḥ kṛṇavann ajāmi | / upa barbṛhi vṛṣabhāya bāhum / anyam icchasva subhage patiṃ mat ||

(Yama:) Kommen werden fürwahr jene späteren Zeitalter (yugāni), / in denen Verwandte das Nicht-Verwandtschaftliche (ajāmi) tun werden. / Lege dem Stier den Arm unter (upa barbṛhi), / suche, Glückliche, einen anderen Gatten als mich.

kiṃ bhrātāsad yad anāthaṃ bhavāti / kim u svasā yan nirṛtir nigacchāt | / kāmamūtā bahv etad rapāmi Bhatt. vahv / tanvā me tanvaṃ saṃ pipṛgdhi ||

(Yamī:) Was für ein Bruder ist das, wenn die [Schwester] schutzlos ist? / Was für eine Schwester, wenn Nirṛti (Verderben) kommt? / Vom Verlangen getrieben murmele ich dies vielfach: / mit deinem Leib vermische meinen Leib.

na vā u te tanvā tanvaṃ saṃ papṛcyāṃ / pāpam āhur yaḥ svasāraṃ nigacchāt | / anyena mat taḥ pramudaḥ kalpayasva / na te bhrātā subhage vaṣṭy etat ||

(Yama:) Nicht will ich meinen Leib mit deinem Leib vermischen. / Böse, sagt man, ist, wer zur Schwester geht. / Mit einem anderen als mir bereite dir Wonnen; / dein Bruder, Glückliche, will dies nicht.

na te nāthaṃ yamy atrāham asmi / na te nūnaṃ tanvā saṃ papṛcyām | / asaṃyad etan manaso hṛdo me / bhrātā svasuḥ śayane yac chayīya ||

(Yama:) Nicht bin ich hier, Yamī, deine Zuflucht; / nicht will ich mit meinem Leib deinen Leib vermischen. / Unpassend ist dies für meinen Sinn und mein Herz, / dass ein Bruder im Bett der Schwester liege.

bato batāsi yama / naiva te mano hṛdayaṃ cāvidāma | / anyā kila tvāṃ kakṣeva yuktaṃ / pari ṣvajāte libujeva vṛkṣam ||

(Yamī:) Ein Schwächling (bata) bist du, Yama, fürwahr; / deines Sinnes und Herzens sind wir nicht kundig geworden. / Eine andere wird dich umfassen, wie ein Gurt den Angeschirrten (kakṣā), / wie die Liane (libujā) den Baum.

tasya vā tvaṃ mana iccha sa vā tava- / -adhā kṛṇusva saṃvidaṃ subhadrām ||

Ihren Sinn suche du, oder sie den deinen; / dann schließe eine gute, glückbringende Übereinkunft.

trīṇi chandāṃsi kavayo vi cetire / pururūpaṃ darśataṃ viśvacakṣaṇam | / vātā āpa oṣadhayas / tāny ekasmin bhuvana ārpitāni ||

Drei Metren haben die Dichter unterschieden, / vielgestaltig, sehenswert, allschauend: / Winde, Wasser, Pflanzen (oṣadhi) – / diese sind in einer Welt niedergelegt.

vṛṣā vṛṣṇe duduhe dohasā divaḥ / payāṃsi yahvo aditer adābhyaḥ | / viśvaṃ sa veda varuṇo yathā dhiyā / sa yajñiyo yajati yajñiyām̐ ṛtūn ||

Der Stier hat für den Stier mit Melken vom Himmel her / die Milchströme gemolken, der Kraftvolle, der Unbezwingbare der Aditi. / Alles kennt Varuṇa, wie es dem Gedanken entspricht; / der Opferwürdige opfert den opferwürdigen Zeiten (ṛtu).

rapad gandharvīr apyā ca yoṣaṇā / nadasya nāde pari pātu no manaḥ | / iṣṭasya madhye aditir nu pātu no / bhrātā no jyeṣṭhaḥ prathamo vi vocati ||

Es murmelt die Gandharva-Frau und die Wasserfrau; / beim Tosen des Stromes (nada) schütze unseren Sinn. / In der Mitte des Erwünschten soll uns Aditi schützen; / unser ältester Bruder soll [es] als Erster verkünden.

so cin nu bhadrā kṣumati yaśasvaty / uṣā uvāsa manave svarvatī | / yad īm uśantam uśatām anu kratum / agniṃ hotāraṃ vidathāya jījanan ||

Sie, die Glückliche, Güterreiche, Ruhmvolle, hat nun / als Uṣas für Manu geleuchtet, die himmelsreiche, / als sie ihn, den Verlangenden, nach dem Willen der Verlangenden, / Agni, den Hotṛ, für die Versammlung/das Opfer (vidatha) erzeugten.