Quellen der Menschheit

Paippalāda-Saṃhitā · Kāṇḍa 18

Hymne 18.56 Preis der Sonne; Schutz und Verehrung

saptabhiḥ parāṅ tapasy ekayārvāṅ / aśastim eṣi sudine bādhamānaḥ | / tvaṃ tṛtaṃ tvaṃ pary eṣvitsaṃ ŚS eṣy útsam / sahasradhāraṃ vitathaṃ svarvidaṃ ŚS vidáthaṃ / taved viṣṇo bahudhā vīryāṇi | / tvaṃ naḥ pṛṇīhi paśubhir viśvarūpaiḥ / svadhāyaṃ no dhehi parame vyoman ||

Mit sieben brennst du fernhin, mit einer [brennst du] herwärts; / du gehst auf die Schmähung zu und drängst sie zurück am guten Tag. / Du [gehst um] den Tṛta(?), du umkreist den Quell, / den tausendströmigen, den [?], den himmelskundigen [?]. / Dein allein, Viṣṇu, sind die vielfältigen Heldenkräfte; / du erfülle uns mit Vieh von allerlei Gestalt; / gib uns Svadhā (Eigenkraft, Labung) im höchsten Himmelsraum (parame vyoman).

tvam indras tvaṃ mahendraṃs / tvaṃ viṣṇus tvaṃ prajāpatiḥ | / tubhyaṃ yajño vi tāyate / tubhyaṃ juhvati juhvatas / taved viṣṇo bahudhā vīryāṇi | / tvaṃ naḥ pṛṇīhi paśubhir viśvarūpaiḥ / svadhāyaṃ no dhehi parame vyoman ||

Du bist Indra, du Mahendra, / du Viṣṇu, du Prajāpati; / für dich spannt sich das Opfer aus, / dir opfern die Opfernden. / Dein allein, Viṣṇu, sind die vielfältigen Heldenkräfte; / du erfülle uns mit Vieh von allerlei Gestalt; / gib uns Svadhā (Eigenkraft, Labung) im höchsten Himmelsraum (parame vyoman).

asati sat pratiṣṭhitaṃ / sati bhūtaṃ pratiṣṭhitam | / bhūtaṃ ha bhavya āhitaṃ / bhavyaṃ bhūte samāhitaṃ / taved viṣṇo bahudhā vīryāṇi | / tvaṃ naḥ pṛṇīhi paśubhir viśvarūpaiḥ / svadhāyaṃ no dhehi parame vyoman ||

Im Nichtseienden ist das Seiende gegründet, / im Seienden das Gewordene gegründet; / das Gewordene ist im Künftigen niedergelegt, / das Künftige im Gewordenen zusammengefügt. / Dein allein, Viṣṇu, sind die vielfältigen Heldenkräfte; / du erfülle uns mit Vieh von allerlei Gestalt; / gib uns Svadhā (Eigenkraft, Labung) im höchsten Himmelsraum (parame vyoman).

śukro 'si bhrājo 'si | / sa yathā tvaṃ bhrājato bhrājo 'sy / evāhaṃ bhrājato bhrājyāsam ||

Leuchtend (śukra) bist du, glänzend bist du. / Wie du unter den Glänzenden der Glanz bist, / so möge ich unter den Glänzenden glänzen.

rucir asi roco 'si | / sa yathā tvaṃ rucyā roco 'sy / evāhaṃ prajayā paśubhir / brāhmaṇavarcasena rociṣīya ||

Licht bist du, strahlend bist du. / Wie du durch Licht strahlst, / so möge ich mit Nachkommenschaft, Vieh und brahmanischem Glanz strahlen.

udyate nama udāyate nama uditāya namaḥ | / virāje namaḥ svarāje namaḥ samrāje namaḥ ||

Dem Aufgehenden Verehrung, dem Aufsteigenden Verehrung, dem Aufgegangenen Verehrung. / Dem Virāj Verehrung, dem Svarāj Verehrung, dem Samrāj Verehrung.

astaṃyate namo 'stameṣyate namo 'stamitāya namaḥ | / virāje namaḥ svarāje namaḥ samrāje namaḥ ||

Dem Untergehenden Verehrung, dem Untergehen-Werdenden Verehrung, dem Untergegangenen Verehrung. / Dem Virāj Verehrung, dem Svarāj Verehrung, dem Samrāj Verehrung.

āditya nāvam ārukṣaṃ / śatāritrāṃ svastaye | / ahar no adya pīparad / rātrī satrāti pārayāt ||

Āditya, ich habe das Schiff bestiegen, / mit hundert Rudern, zum Wohlergehen. / Der Tag soll uns heute hinüberbringen (pīparat), / die Nacht uns ganz (satrā) darüber hinaus übersetzen (pārayāt).

sūrya nāvam ārukṣaṃ / śatāritrāṃ svastaye | / rātrī no adya pīparad / ahaḥ satrāti pārayāt ||

Sūrya, ich habe das Schiff bestiegen, / mit hundert Rudern, zum Wohlergehen. / Die Nacht soll uns heute hinüberbringen, / der Tag uns ganz darüber hinaus übersetzen.

prajāpater āvṛto brahmaṇā varmaṇāhaṃ / kaśyapasya jyotiṣā varcasā ca | Bhatt. va | (misprint) / jaradaṣṭiḥ kṛtavīryo vihāyāḥ / sahasrāyuḥ sukṛtaś careyam ||

Von Prajāpati bin ich umhüllt, mit Brahman als Panzer, / mit Kaśyapas Licht und Glanz. / Alt geworden (jaradaṣṭi), mit vollbrachter Manneskraft, mächtig, / tausendjährig, wohlgetan möge ich wandeln.

ṛtena gupta ṛtubhiś ca sarvair / bhūtena gupta uta bhavyena cāham | / mā mā prāpann iṣavo daivyā yā / mā mānuṣīr avasṛṣṭā vadhāya ||

Vom Ṛta behütet und von allen Jahreszeiten, / vom Gewordenen behütet und vom Künftigen bin ich: / nicht sollen mich die göttlichen Pfeile treffen, / noch die menschlichen, die zum Töten losgelassen sind.

parivṛto brahmaṇā varmaṇāhaṃ / kaśyapasya jyotiṣā varcasā ca | / mā mā prāpat pāpmā mota mṛtyur / antar dadhe salilena vācaḥ ||

Umhüllt bin ich, mit Brahman als Panzer, / mit Kaśyapas Licht und Glanz. / Nicht soll mich das Übel treffen, nicht der Tod; / ich verberge mich [im Innern] mit dem Wasser (der Flut) der Rede [?].

agnir mā gopāḥ pari pātu viśvato / vyucchantīr uṣasaḥ parvatā dhruvā | / udyan sūryo nudatāṃ mṛtyupāśān / sahasraṃ prāṇā mayi te ramantām ||

Agni soll mich als Hüter ringsum schützen, / die aufleuchtenden Morgenröten, die festen Berge. / Der aufgehende Sūrya soll die Todesschlingen wegstoßen; / tausend Lebenshauche sollen in mir sich ergötzen.