Quellen der Menschheit

Paippalāda-Saṃhitā · Kāṇḍa 18

Hymne 18.55 Anruf an Sūrya, Viṣṇu und Indra

ud ihy ud ihi sūrya varcasā mābhy ud ihi | / dviṣaṃś ca mahyaṃ radhyatu / mā cāhaṃ dviṣate radhaṃ / taved viṣṇo bahudhā vīryāṇi | / tvaṃ naḥ pṛṇīhi paśubhir viśvarūpaiḥ / svadhāyaṃ no dhehi parame vyoman ||

Geh auf, geh auf, Sūrya, mit Glanz, geh über mich auf. / Und wer mich hasst, soll mir ausgeliefert werden (radhyatu); / und ich möge dem Hasser nicht ausgeliefert werden (mā radham). / Dein allein, Viṣṇu, sind die vielfältigen Heldenkräfte; / du erfülle uns mit Vieh von allerlei Gestalt; / gib uns Svadhā (Eigenkraft, Labung) im höchsten Himmelsraum (parame vyoman).

ud ihy ud ihi sūrya varcasā mābhy ud ihi | / yāṃś ca paśyāmi yāṃś ca na / teṣu me sumatiṃ kṛdhi / taved viṣṇo bahudhā vīryāṇi | / tvaṃ naḥ pṛṇīhi paśubhir viśvarūpaiḥ / svadhāyaṃ no dhehi parame vyoman ||

Geh auf, geh auf, Sūrya, mit Glanz, geh über mich auf. / Und die ich sehe und die ich nicht sehe – / bei diesen schaffe mir Wohlwollen. / Dein allein, Viṣṇu, sind die vielfältigen Heldenkräfte; / du erfülle uns mit Vieh von allerlei Gestalt; / gib uns Svadhā (Eigenkraft, Labung) im höchsten Himmelsraum (parame vyoman).

mā tvā dabhan salile apsv antar / ye pāśina upatiṣṭanty atra | / hitvāśastiṃ divam ārukṣa etāṃ / sa no mṛḍa sumatau te syāma / taved viṣṇo bahudhā vīryāṇi | / tvaṃ naḥ prīṇīhi paśubhir viśvarūpaiḥ / svadhāyaṃ no dhehi parame vyoman ||

Nicht sollen dich schädigen im Wasser, in den Fluten drinnen, / die Schlingenträger, die hier lauern. / Die Schmähung (aśasti) hinter dir lassend, bist du auf diesen Himmel gestiegen; / sei du uns gnädig, in deiner Gunst wollen wir sein. / Dein allein, Viṣṇu, sind die vielfältigen Heldenkräfte; / du sättige uns mit Vieh von allerlei Gestalt; / gib uns Svadhā (Eigenkraft, Labung) im höchsten Himmelsraum (parame vyoman).

tvaṃ na indra mahate saubhagāya- / -adabdaiḥ pari pāhy aktubhis / taved viṣṇo bahudhā vīryāṇi | / tvaṃ naḥ pṛṇīhi paśubhir viśvarūpaiḥ / svadhāyaṃ no dhehi parame vyoman ||

Du, Indra, uns zu großem Glück – / mit unbetrogenen Lichtern/Nächten (aktu) schütze uns ringsum. / Dein allein, Viṣṇu, sind die vielfältigen Heldenkräfte; / du erfülle uns mit Vieh von allerlei Gestalt; / gib uns Svadhā (Eigenkraft, Labung) im höchsten Himmelsraum (parame vyoman).

tvaṃ na indrotibhiḥ / śivābhiḥ śaṃtamo bhava | / ārohan tridivaṃ divo / gṛṇānaḥ somapītaye / priyadhāmā svastaye / taved viṣṇo bahudhā vīryāṇi | / tvaṃ naḥ pṛṇīhi paśubhir viśvarūpaiḥ / svadhāyaṃ no dhehi parame vyoman ||

Du, Indra, sei mit hilfreichen, / heilsamen Beistandsmitteln der Wohltuendste. / Den Dreihimmel des Himmels besteigend, / gepriesen zum Somatrunk, / mit lieber Stätte, zum Wohlergehen. / Dein allein, Viṣṇu, sind die vielfältigen Heldenkräfte; / du erfülle uns mit Vieh von allerlei Gestalt; / gib uns Svadhā (Eigenkraft, Labung) im höchsten Himmelsraum (parame vyoman).

tvam indrāsi viśvavit / sarvavit pūruhūtas tvam / indremaṃ suhava stomam erayasva | / śivābhis tanūbhir abhi naḥ sacasva / taved viṣṇo bahudhā vīryāṇi | / tvaṃ naḥ pṛṇīhi paśubhir viśvarūpaiḥ / svadhāyaṃ no dhehi parame vyoman ||

Du, Indra, bist allwissend (viśvavit), / alles kennend, vielgerufen; / Indra, bring diesen wohlgerufenen Lobgesang in Bewegung. / Mit heilsamen Leibern stehe uns bei. / Dein allein, Viṣṇu, sind die vielfältigen Heldenkräfte; / du erfülle uns mit Vieh von allerlei Gestalt; / gib uns Svadhā (Eigenkraft, Labung) im höchsten Himmelsraum (parame vyoman).

adabdho divi pṛthivyām utāsi / na ta āpur mahimānam antarikṣe | / adabdhena brahmaṇā vāvṛdhānaḥ / sa tvaṃ na indra divi ṣaṃ śarma yaccha / taved viṣṇo bahudhā vīryāṇi | / tvaṃ naḥ pṛṇīhi paśubhir viśvarūpaiḥ / svadhāyaṃ no dhehi parame vyoman ||

Unbetrogen bist du im Himmel und auf der Erde; / deine Größe haben sie im Luftraum nicht erreicht. / Durch unbetrogenes Brahman erstarkt, / gib du, Indra, uns aus dem Himmel Heil und Schirm. / Dein allein, Viṣṇu, sind die vielfältigen Heldenkräfte; / du erfülle uns mit Vieh von allerlei Gestalt; / gib uns Svadhā (Eigenkraft, Labung) im höchsten Himmelsraum (parame vyoman).

yā ta indra tanūr apsv antar / yāntar agnau yā pṛthivyāṃ / yā ta indra pavamāne svarvidaḥ | / yayendra tanvāntarikṣaṃ samāpitha / tayā ta indra tanvā saṃ śiśādhi / taved (…) || see 7efg

Welche Gestalt (tanū) von dir, Indra, im Wasser drinnen ist, / welche im Feuer, welche auf der Erde, / welche von dir, Indra, im sich läuternden [Soma], die himmelskundige [?], / mit welcher Gestalt, Indra, du den Luftraum erfüllt hast – / mit dieser Gestalt, Indra, schärfe (statte aus) uns. / Dein allein, Viṣṇu, sind die vielfältigen Heldenkräfte; / du erfülle uns mit Vieh von allerlei Gestalt; / gib uns Svadhā (Eigenkraft, Labung) im höchsten Himmelsraum (parame vyoman).

tvām indra brahmaṇā vardhayantaḥ / satraṃ niṣedur ṛṣayo nādhamānās Bhatt. ṛrṣayo* / taved (…) || see 7efg

Dich, Indra, durch Brahman stärkend, / setzten sich die Ṛṣis zur langen Sitzung (satra), Bittende. / Dein allein, Viṣṇu, sind die vielfältigen Heldenkräfte; / du erfülle uns mit Vieh von allerlei Gestalt; / gib uns Svadhā (Eigenkraft, Labung) im höchsten Himmelsraum (parame vyoman).

tvaṃ rakṣase pratiśaś catasras read pradiśaś / tvaṃ śociṣā nabhasī vi bhāsi | / ṛtasya panthām anv eṣi vidvāṃs / tvam imā viśvā bhuvanābhi tiṣṭhasi / taved viṣṇo bahudhā vīryāṇi | / tvaṃ naḥ pṛṇīhi paśubhir viśvarūpaiḥ / svadhāyaṃ no dhehi parame vyoman ||

Du behütest die vier Gegenrichtungen (Hauptrichtungen; Ed.: „read pradiśaḥ“ – Zwischenrichtungen), / du erstrahlst mit Glut in den beiden Himmelsräumen (nabhasī). / Des Ṛta Pfad gehst du entlang, wissend; / du beherrschst alle diese Welten. / Dein allein, Viṣṇu, sind die vielfältigen Heldenkräfte; / du erfülle uns mit Vieh von allerlei Gestalt; / gib uns Svadhā (Eigenkraft, Labung) im höchsten Himmelsraum (parame vyoman).